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                <title>SK Touristik - Kanada. Leidenschaftlich./Kanada Reise/Reiseberichte/Kanadafieber 1Artikel</title>
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        <description>Artikel aus der Kategorie Kanadafieber 1</description>
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                <title>Auf dem Keno Hill 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/raineraufkenohill-hoch.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Viel erwarte ich gar nicht, als wir im Juni 2015 die 12 Kilometer lange Sandpiste zum Gipfel des Keno Hil hochfahren. Im Gegenteil. Es ist spät. Wir haben noch nicht gegessen und so eine Serpentinenstrecke zieht sich. Hätte man es lieber lassen sollen? Nein. Auf keinen Fall!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text und Fotos: Rainer Schoof&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eigentlich schon richtig spät, aber wir halten uns an den Rat von Tracy vom Silvermoon Bunkhouse in Keno City und fahren direkt noch die 12 Kilometer hoch auf den Berg, den Keno Hill. Es ist wohl etwa 10 Uhr abends. Wir sind völlig aus der Zeit. Sehen nur, dass die Sonne noch hoch am Himmel steht. Die Locals sagen: &quot;Zur Mitternachtssonne musst Du jetzt am späten Abend hoch auf den Hill!&quot; Also fahren wir hoch. 12 Kilometer bergauf. Natürlich Schotter. Natürlich Serpentinen. Das zieht sich - aber es soll sich lohnen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Oder ist es das Ende der Welt?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ausblicke sind sensationell. Und es steigert sich - es wird immer spektakulärer! The end of the road - oder ist es das Ende der Welt? Man hat zumindest das Gefühl, dass man es von hier sehen kann. Traumhaft schön! Imposante Gebirgsketten in allen Himmelsrichtungen. Ich versuche sie zu zählen und muss aufgeben. Einfach unbeschreiblich. Die Straße ist übrigens gut befahrbar - ich denke auch für Wohnmobile. Und wir sind ganz allein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann kommen wir oben an. Oben auf dem Keno Hill. WOW! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin sprachlos. Wir sind in hochalpine Regionen hineingefahren, befinden uns oberhalb der Baumgrenze. Der Blick kann weit schweifen - allein schon über den Bergkegel, auf dem wir uns befinden. Wir sind ausgestiegen und stehen knapp unterhalb des Gipfels. Es ist wunderschön. Erhaben. Unendliche Weite um uns herum. Egal, wo man hinblickt, man sieht nichts als herrliche, weite und sattgrüne Täler und dahinter weitere Gipfel. Und das Ganze unter der immer noch so hochstehenden Mitternachtssonne, die alles in ein so schönes und umschmeichelndes Licht taucht. Man hat das Gefühl, sich in einem Gemälde zu befinden. Einfach ein wunderschöner Ort hier oben. Schon jetzt vermerkt auf der Liste meiner Lieblingsplätze. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt erstaunlich viel Platz hier oben. Man kann ein Feuer machen - brennen kann hier ja nicht viel. Ein Traumplatz zum Campen, denke ich. Ich stelle mir vor, wie ich schon bald mit einem Wohnmobil hierhin zurückkehre und genau hier oben eine Nacht unter der Mitternachtssonne verbringe. Jawohl, Gedanke abgespeichert und bereit, schon bald in die Tat umgesetzt zu werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, ich habe diese Idee wohl nicht ganz exklusiv. Doch in diesem Augenblick weiß ich noch nicht, dass sich nur wenige Tage später eine unserer von Hans-Gerhard Pfaff begleiteten Wohnmobil-Kleingruppen genau diesen Traum an diesem magischen Ort erfüllen wird. Naja, man kann nicht überall der Erste sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The end of the road.&lt;/i&gt; Ist das hier nicht vielleicht doch das Ende der Welt? Aber wenn es das Ende der Welt ist, dann ist es ein wundervolles Ende. Erhaben. Ein Stück weit der Wirklichkeit entrückt. &lt;i&gt;Ehrfurchtgebietend&lt;/i&gt;. Eigentlich würdig für ein Ende der Welt. Nun gut, ich lege mich fest: Hier oben auf dem Keno Hill ist ein ganz besonderer Ort. Mein persönliches Ende der Welt. Und ich kann nur jedem Reisenden im Nordland empfehlen, es irgendwann mal zu besuchen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Im Camper durch Westkanada 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 27 Jul 2023 03:02:54 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1-evenkamp-truck.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Ein Traum: Familienurlaub in Westkanada. Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains. Herrlich! Aber im Oktober? Und nur zwei Wochen? Auf die Herbstferien waren wir nun mal angewiesen. Ein Glück für uns!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Völlig egal, ob wir einen Bären sehen!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Foto unserer damals vier- und fünfjährigen Söhne auf dem Bears Hump im Waterton Lakes National Park hatten wir 2011 den zweiten Platz im SK Touristik Fotowettbewerb gewonnen. Und nun wurde es Zeit, den 500€-Reisegutschein in diesem Jahr endlich einzulösen. Mutig fiel unsere Reisezeit-Wahl auf die Herbstferien. Im September sind wir, schon in Kanada gewesen. Einmal vor neun Jahren, um dort auf Vancouver Island zu heiraten. Und dann in 2011 - mit unseren beiden Jungs und einem Wohnmobil. Beide Reisen waren wundervoll - im September. Aber Oktober?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ein langer Flug mit Umsteigen in Montréal, doch erstaunlicherweise verpackten wir die Anreise alle außerordentlich gut. Unsere Kinder (mittlerweile 7 und 8 Jahre), die zu Hause nicht besonders viel fernsehen dürfen, schwärmen jetzt noch von den Langstreckenflügen, auf denen sie vier Kinder-Kinofilme nacheinander sehen durften - das Pensum für normalerweise ein bis zwei Monate! Wohlbehalten landeten wir also in Calgary. Der Shuttle zum Best Western Hotel kam nach einem Anruf von uns sehr zügig, und im großzügigen Hotelzimmer dachten wir erst einmal nur ans Schlafen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetlag! Ab 5.30 Uhr war alles Schlafen vorbei. Um 6.30 Uhr fanden wir uns alle im hoteleigenen Schwimmbad wieder. Mein Mann Thommy und ich genossen den angenehm temperierten Pool und den Hot Tub, während die Kinder jauchzend immer und immer wieder die Rutsche herunterjagten. Das hört sich schräg an, aber wir waren hellwach und es hat wirklich Spaß gemacht und gut getan. Um 7.30 Uhr nahmen wir ein ausgezeichnetes Frühstück im Hotel zu uns, und um 8 Uhr standen wir frisch und gestärkt zur Abholung durch Fraserway bereit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den erforderlichen Papierkram erledigte die nette junge Dame von Fraserway sehr schnell mit uns, bevor wir dann in den Genuss einer sehr kompetenten Einweisung in unseren Truck Camper mit Bunk-Bed Slide-Out erhielten. Tja, und dann erst einmal alles verstauen. Aufgrund unseres Rückflugs ab Vancouver konnten die Koffer nicht bei Fraserway bleiben. Wir hatten uns deswegen faltbare Reisetaschen zugelegt. Empfehlenswert, nicht besonders teuer und echte Raumwunder!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem die Einkäufe beim Großmarkt um die Ecke und natürlich im Liquor Store erledigt waren, brachten wir unsere erste kurze Strecke hinter uns und fuhren bis nach Banff. Allein schon diese Anfahrt von Calgary Richtung Rocky Mountains rief bei uns das mittlerweile bekannte, wohlige Canada-Feeling hervor!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Tunnel Mountain II Campground nahmen wir einen Platz mit Panoramablick auf die Rockies. Das ist der Vorteil dieser Reisezeit, man kann sich die Plätze aussuchen.&lt;br /&gt;Abends fuhren wir noch einmal kurz durchs Städtchen und als wir schließlich im Sonnenuntergang unseren Slide-Out ausfuhren und es uns gemütlich machten, fiel aller Stress der letzten Wochen von uns ab. Wie wir diesen Truck Camper lieben! Endlich Erholung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Tag. Wir hatten eine grobe Vorstellung, wo es langgehen sollte. Thommy hatte Schoofs Routenbuch hoch- und runtergelesen, aber wir wollten dennoch täglich flexibel bleiben. Mein Mann ist ein großer Verfechter von Online-Weather-Forecasts, was uns diverse Male nah an den Rand der Scheidung getrieben hat. So oft wie irgendwie möglich wird in der Nähe von Restaurants, Hotels oder Tankstellen ein Hotspot gesucht und die nächste Wettervorhersage geprüft. Und zwar nicht nur für einen Ort. Nein, für alle möglichen Reiserouten und für die komplette Reisezeit! OK, zugegeben, hin und wieder hat das tatsächlich was gebracht...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf zum Stoney Squaw Trail am Mount Norquay, ein einfacher Wanderweg zu einem erhöhten Aussichtspunkt oberhalb von Banff. Der Trail wurde in irgendeinem Reiseführer gelobt und wäre bestimmt auch noch besser bei mir angekommen, wenn ich nicht schon so viele Highlights in Kanada erlebt hätte (bin sozusagen ein wenig verdorben). Es hat aber trotzdem Spaß gemacht, und ein bisschen Nervenkitzel bringt ja immer schon die Möglichkeit, irgendwo einem Bären über den Weg zu laufen. Helle Aufregung, als wir ein riesiges Büschel Bärenfell fanden. Dachten wir. Bei näherer Betrachtung handelte es sich aber um eine Art Flechte, die alle Bäume rings um uns herum überzogen hatte und dem Wald eine märchenhaft, mystische Atmosphäre verlieh. Und trotzdem klingelten wir fleißig mit unseren Glöckchen, erzählten blöde Witze und sangen. Das kann kein Bär aushalten. Zurück am Parkplatz, geriet ich in wahre Verzückung, als ich ein Reh im Wald entdeckte. Eigentlich ein klein bisschen albern. Ich habe mich noch nie in Münster so sehr über ein Reh gefreut. Aber dieses war eben ein echtes kanadisches Urlaubsreh!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend schlenderten wir durch Banff, das den Eindruck eines Bergwanderer- oder Skifahrermekkas in der absoluten Nebensaison machte. Auf dem Rückweg zum Campground stand ein gewaltiger Wapiti-Hirsch am Wegesrand und guckte fast zu uns ins Auto hinein. Genug Eindrücke für heute, Slide-Out raus und ab ins Bett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag hatten wir uns im Johnston Canyon die Lower and Upper Falls als Ziel ausgesucht. Kaum Besucher hier. Vor allem, als wir am Ende der Upper Falls einfach weiterliefen zu den Ink Pots, waren fast alle Touris abgehängt. Die Upper Falls sind etwa 30 Meter hoch und sehr beeindruckend. Der Weg zu den Wasserfällen war noch recht einfach, doch der Weg zu den Ink Pots führt durch tiefen, nur teilweise durch Lichtstrahlen beschienenen Wald, irgendwie märchenhaft und unwirklich. Doch die besondere Atmosphäre konnte unsere Brut nicht beeindrucken: &quot;Wie lange noch?&quot; Wir haben alles gegeben. Bonbons, blöde Lieder, Reime, das ganze Repertoire, aber es half alles nichts. Erst als wir endlich an den Ink Pots ankamen, die ich mir als kleine dunkle Wasserlöcher vorgestellt hatte, war es selbst für unsere mittlerweile wirklich schlecht gelaunten Kinder eine echte Offenbarung. Ich bin sicher, sie werden als Erfahrung abspeichern, dass sich lange Wege eben doch lohnen können! Man tritt am Ende des Weges aus dem Wald auf ein sonnenüberflutetes Hochgebirgsplateau und hat plötzlich ein wundervolles Panorama vor sich, mehrere blaugrüne malerische Teiche, aus denen Blasen aufsteigen, dahinter eine wenig bewachsene, aber im Herbst in bunten Farben glühende Ebene, durch die ein wilder Fluss fließt. So schön und wir waren hier die Einzigen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag dann weiter durch den Kootenay National Park und über Radium Hot Springs, Invermere und Canal Flats (ich könnte Romane schreiben, wenn ich an die ganzen Aussichten beim Fahren denke!) zum Whiteswan Lake Provincial Park. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einem besonders beeindruckenden Aussichtspunkt  kamen wir mit einer Kanadierin ins Gespräch, die uns warnte, dass im Moment besonders viele Bären und Pumas unterwegs seien. &quot;Keep your feet inside the RV&quot;, waren ihre Worte und mir wurde ein wenig mulmig. Aber natürlich verspürte ich auch Aufregung und Vorfreude - wir wollten ja Bären sehen! Unterwegs am Straßenrand noch ein großer Coyote - oder war es ein Wolf?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz hinter Canal Flats zweigt die Schotterpiste in den Whiteswan Lake Park ab. Das letzte Stück hatte uns ganz schön durchgeschüttelt, aber für Thommy ist kein Kanada-Urlaub komplett, wenn uns nicht irgendeine Gravel Road ins Nirgendwo führt. Im Park angekommen, hatten wir Glück. Der erste Campground, der in Schoofs Reiseführer gelobt wird, war wider Erwarten noch offen. Genau, wie es im Routenbuch stand. Auf Aussagen zu Öffnungszeiten kann man sich nicht unbedingt verlassen.&lt;br /&gt;Und der Campground war wirklich super, wir waren bis auf einen Mitcamper allein und hatten einen tollen Sonnenuntergang mit traumhaftem Panorama! Zu allem Überfluss kamen dann tatsächlich am Abend  - wie in Schoofs Buch beschrieben - eine Elchmutter mit ihrem Kalb aus dem Wald und grasten am Seeufer. Unbeschreiblich! Nachdem die Elche wieder fort in den Wald waren, machten wir ein Lagerfeuer und kümmerten uns um unser eigenes Essen -?gegrillter Fisch. Lecker!&lt;br /&gt;Morgendämmerung. In aller Früh schlichen wir uns wieder an den See hinunter. Die Kinder schliefen noch. &quot;Unsere&quot; Elche waren schon wieder da. Ein beeindruckendes Schauspiel! Nach dem Frühstück dann weiter zum Home Basin Campground, dem letzten Campground am Ende des Whiteswan Lake -?das ist der See hinter dem Alces Lake. Erstaunlicherweise waren hier dann doch noch ein paar Kanadier da, um die sonnigen Tage hier oben zu genießen. Abends und morgens am See waren wir aber immer die einzigen und hatten somit immer das Gefühl herrlicher Ruhe und Abgeschiedenheit, ohne jedoch wirklich einsam zu sein. Dieser Ort bleibt mir mit malerischen Indian-Summer-Farben und einer sich im stillen Grün-Blau des Sees spiegelnden Bergkette in Erinnerung.?An so einem Panorama kann man sich nicht satt sehen! &lt;br /&gt;Nach einem letzten Frühstück unten am See fuhren wir den Slide-Out ein und schaukelten die Gravel Road zurück, Richtung Lake Louise. Aber vorher noch ein spektakulärer Zwischenstopp an den Lussier Hot Springs. Nach viel Überredungskunst legten sich sogar die Kinder in die warmen bis heißen natürlichen Becken (&quot;ihhh, das stinkt nach Pups&quot;) am Rande des eiskalten Flusses. Entspannung pur! Das muss man mal gemacht haben. Zusammen mit der Abkühlung im eiskalten Flusswasser. Um den Schwefelgeruch abzuwaschen und für die notwenige Frische für die Weiterfahrt. Ich würde künstlich angelegte Bäder diesem Naturerlebnis niemals vorziehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Morgenstart auf dem Lake Louise RV Campground. Auf zum Consolation Lakes Trail am Moraine Lake. Aber erst ein Stop am Lake Louise. Dort waren wir ja schon zweimal. Beide Male hatten wir die Massen an Touristen als eher abschreckend empfunden und die Flucht ergriffen. Diesmal aber staunten wir, dass wir der zweite Wagen auf dem RV-Parkplatz waren. Schnell zum See runter - und dann einfach weiter. So eine Gelegenheit! Den See einmal fast für sich allein zu haben! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende des Sees entschieden wir uns dann spontan, den Plain of Six Glaciers Trail zu machen. Ein unglaublicher Aufstieg! Die Kinder hatten Abenteuer-Feeling pur, keine Spur von Langeweile oder Gequengel, und die Aussicht war einfach atemberaubend. Nie im Leben hätte ich gedacht, was für ein unfassbarer Ausblick sich uns am Ende bieten würde. Wir haben auch am Teehaus nicht halt gemacht, sondern sind bis zum Endpunkt über einen schmalen Schottergrad gelaufen. Kurz vor dem Etappenziel brach mit einem lauten Knall und Grollen noch ein Stück vom Gletscher ab, die Lawine hörte man sicherlich bis unten ins Tal. Ein echtes Naturschauspiel. Ich hätte bei einem so bekannten Trail befürchtet, dass der Weg bei einer angelegten Aussichtsplattform endet und nicht mitten in so wilder Natur und unberührter Schönheit. Aber viele Touris gehen eben nicht bis ganz rauf, sondern bleiben unten am See hängen oder schaffen es gerade mal bis zum Teehaus. Es lohnt sich, weiter zu laufen! Auf dem Rückweg nahmen wir den kleinen Umweg Richtung Lake Agnes, am Mirror Lake entlang. Sehr schön und immer wieder tolle Blicke auf den Lake Louise. So ein tiefes Türkisblau kannte ich bisher nur vom Peyto Lake.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das komische Fiepen unterwegs kommt übrigens von den Pikas, die hier oben leben. Ich habe einen von den kleinen Burschen (bei uns auch Pfeifhasen genannt) einige Zeit beobachtet. Sie sind sehr süß und scheu und sehen ein bisschen aus wie Meerschweinchen. Viel Freude haben uns - vor allem den Kindern - auch die Streifenhörnchen und die Meisenhäher am Teehaus gemacht. Die hatten es definitiv auf unser Brot abgesehen und waren außerordentlich dreist! Die Meisenhäher, wunderschöne Vögel, sind den Kanadiern als Grey Jack bzw. - sehr treffend - auch als Camp Robber bekannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber Bären? Gut, es hat mich nicht wirklich gewundert, dass die Bären nicht direkt am Lake Louise Hotel oder oben am eiskalten Gletscher auf uns gewartet haben. Und selbst wenn sich ein verrückter Bär eventuell zum Mirror Lake verirrt hätte, so wäre er sicherlich getürmt, wenn er uns wie die Kesselflicker darüber hätte streiten hören, ob wir nicht doch noch den Schlenker zum Lake Agnes hoch hätten machen sollen...&lt;br /&gt;   &lt;br /&gt;Am nächsten Morgen schliefen wir lange. Man muss ja sagen, dass so ein Truck Camper echt kuschelig ist und es nichts Schöneres gibt, als morgens dick eingemummelt in die warmen Decken mit seiner Familie im Arm aus den Slide-Out Fenstern zu schauen. Später machten wir uns dann auf zum Moraine Lake, um nun heute den Consolation Lakes Trail zu begehen. Erst noch schnell zum See, denn der ist immer wieder ein Foto wert! Dann kurz vorm See nach links auf unseren heutigen Trail, den man aufgrund der Bärendichte mit mindestens vier Personen gehen muss. Sonst droht sogar eine Strafzahlung. Na, wenn das keine aussichtsreiche Drohung für uns ist!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir waren als Familie ja bereits zu viert, und ausgerüstet mit viel Mut, Vorfreude und unserem Bärenspray marschierten wir los. Thommy schlug fleißig alle paar Meter mit einem Stock gegen einen Baum und hatte das Bärenspray in Griffweite, und die Kinder hatten heute ihre Wanderglöckchen um. Als ob die nicht schon ohne Verstärker laut genug gewesen wären! Der Weg führte erst über Geröll und Felsbrocken und dann durch den Wald. Ich fühlte mich zwischen Farnen, Moosen und Tannengeflechten wie in einem Fantasyfilm und hätte mich nicht gewundert, wenn Orks oder Trolle um die Ecke gebogen wären. Jedenfalls auch nicht mehr als über einen Bären. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich leichter Schneefall. Aber ganz feiner und trockener Schnee, der die Atmosphäre irgendwie vollkommen machte. Wenn es nach den Kindern gegangen wäre, hätte ruhig noch mehr runterkommen können. Am Ende des Wanderwegs bot sich uns wieder eine Wahnsinnsaussicht. Wir kletterten auf die riesigen Felsbrocken (manche so groß wie unser Truck Camper) am Rande des Sees und genossen den Blick auf den Consolation Lake und die gletscherbedeckten Berge. Wir waren allein hier oben und die absolute Stille war körperlich zu spüren. Ja, wir haben unsere Kinder gezwungen, mal kurz die Klappe zu halten, um zu bemerken, dass man hier nichts hört. Gar nichts. Atemberaubend, diese Natur! Aber wieder keine Bären. Ob Bärenspray eine Touristenerfindung ist?&lt;br /&gt;Dann der Tag der Tage. Laut Thommy und seinen unermüdlichen Versuchen, das Wetter genau vorherzusehen, gab es Grund zur Hoffnung auf weite Sicht. Und damit die Freigabe, den traumhaften Icefields Parkway hochzufahren! Tatsächlich war die Landschaft, die an uns vorbeizog, unfassbar schön. Natürlich hielten wir an vielen tollen Aussichtspunkten. Und natürlich wieder einmal am Athabasca-Gletscher, wo wir uns vornahmen, die Bilder aus den vorherigen Urlauben mit den jetzigen zu vergleichen. Traurig, wie weit sich der Gletscher in den letzten 100 Jahren zurückgezogen hat.&lt;br /&gt;	&lt;br /&gt;Unterwegs sah Thommy am Straßenrand zwei Ranger mit Fernrohren. Wir hielten an und gesellten uns zu ihnen. Sie erklärten uns, dass in der steilen, sonnigen Felswand eine 15 Tiere starke Herde der seltenen und scheuen Mountain Goats grasen würde. Die Steile der Felsen würde ihnen Schutz vor Raubtieren bieten und dieser Hang sei bekannt für ihr Vorkommen. Mountain Goats hatten wir noch nie gesehen und es war beeindruckend, die schneeweißen Tiere zu beobachten. Unsere Fahrt führte uns heute noch an vielen Naturspektakeln vorbei, exemplarisch seien die majestätischen Athabasca Falls genannt, die regelrecht zum Aussteigen und Fotografieren zwingen! Unser Tagesziel war der noch geöffnete Whistlers Campground bei Jasper. Wir waren durchaus überrascht, auf diesem riesigen Campground (fast 800 Plätze) einen der letzten Stellplätze mit Strom zu ergattern. Siehe da, es war Thanksgiving, und wir hatten es gar nicht bemerkt! Hunderte von Kanadiern waren unterwegs und wollten ihr Wochenende mit uns in der Natur verbringen. Heute gab es bei uns keinen Truthahn, sondern wieder Nudeln zum Abendessen, diesmal im Camper ohne Lagerfeuer. Die ungemütlich kühle Feuchte hielt uns von einem Outdoor-Abend ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Versöhnt wurden wir jedoch durch das Wildlife. Als wir auf den Campground fuhren, entdeckten wir an Rande einer Lichtung eine Herde Wapitis mit einem Bullen mit mächtigem Geweih. Später gesellte sich noch ein konkurrierender Bulle auf Distanz hinzu. Zu einem Kampf mit krachenden Hirschgeweihen kam es nicht, aber es war faszinierend, diese Situation zu beobachten.&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen Umzug auf den benachbarten Wapiti Campground. Der Whistlers schließt heute seine Pforten für die Saison. Hier gibt es sehr schöne Plätze mit Feuerstellen einsam im Wald, aber ohne Strom. Die mit Strom gefielen uns nicht und so wählten wir einen &quot;Offline-Platz&quot; im Wald. Wunderschön und abseits gelegen, am Hügel, mit Blick auf den Fluss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute machten wir eine Tour zum Medicine und Maligne Lake, fühlten uns jedoch nicht frisch genug, um längere Wandertouren um die Seen zu machen. Das Wetter spielte auch nicht richtig mit, es windete sehr. So fuhren wir, kleine Spaziergänge eingeschlossen, einfach die tolle Strecke ab, immer mit dem Blick auf Seeufer, Dickicht und Bäume gerichtet und auf der Suche nach Wildlife.&lt;br /&gt;Bis auf frische Spuren von Kariboos auf dem ausgetrockneten Medicine Lake und einer Herde Bighorn Sheep am Wegesrand trafen wir jedoch keine kanadischen Vierbeiner. Dafür absolut unvernünftige fotogeile Japaner, die sich mitten unter die Dickhornschafe mischten (Streichelzoo-Abstand), um Selfies von sich zu machen. Leider wurde keiner von Ihnen auf die Hörner genommen…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag hatten wir auf unserer Fahrt in Richtung Wells Gray Park leider nur manchmal gute Sicht. Gelegentlich fielen auch ein paar Regentropfen. Der Mount Robson, der sich uns auch in den früheren Urlauben schon nicht zeigen wollte, spielte auch dieses Mal wieder Verstecken. Immer wenn es so aussah, als würde es aufklaren, kamen plötzlich doch neue Wolken und verdeckten Teile des imposanten Berges. Aber, Mount Robson, irgendwann kriegen wir dich! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade noch rechtzeitig kamen wir am Eingang des Wells Gray Provincial Park an, um die sehr hilfsbereite Dame an der Touristeninformation noch ausfragen zu können. Bären? Klar, die sind hier unterwegs, aber kein Grund zur Sorge, die hauen sich gerade vorm Winterschlaf so richtig den Bauch voll und denken nur ans Essen. Überhaupt sind alle Bären im Wells Gray Park echt nette Kerle! Wir wollten es nun echt mal drauf ankommen lassen und fuhren bis auf den allerletzten Stellplatz auf dem Clearwater Lake Campground, auf dem wir tatsächlich die einzigen Besucher waren. Es war schon fast dunkel, als wir ankamen, wir konnten im Dämmerlicht noch den See und die Osprey Falls dahinter erahnen. Natur pur. Wundervolles Plätzchen. Aber Bären? Ha! Wir waren mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass wir Kanadatouristen einer groß angelegten Werbekampagne auf den Leim gegangen sind! Was für ein genialer Schachzug, überall in Riesenlettern vor den Bären zu warnen und überall diese tricky Mülleimer aufzustellen, damit der willfährige Tourist glaubt, die Bestien würden hinter jeder Ecke lauern. Nur damit über diesem bezaubernden Märchenwald ein Hauch ungezähmter Wildnis und Abenteuer liegt. Alles Marketing! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten heute keine Lust auf eine lange Wanderung, machten uns also auf den Weg auf den relativ übersichtlichen Lakeshore Trail. Nachdem wir wieder zurück am Truck Camper waren, nahmen wir ein ausgiebiges zweites Frühstück ein und fuhren wieder aus dem Park raus, diesmal mit Zwischenstopps an jedem schönen Aussichtspunkt, unter anderem den überaus beeindruckenden Helmcken Falls, mit 141 m die vierthöchsten Wasserfälle Kanadas! Am Abend bezogen wir unweit des Parkausgangs unser Lager auf dem North Thompson River Campground - &quot;No Service - but still open&quot;. Hier machten wir wohl das größte Lagerfeuer unseres ganzen Urlaubs und hatten eine schöne lange Nacht mit unseren Kindern am Feuer. Solche Familienabende mit Lagerfeuer-Unterhaltungen sind toll. Vor allem die Kinder genießen es, mal einen ganzen Abend mit den Eltern am Feuer auf zu bleiben und sich über Gott und die Welt zu unterhalten. Wann macht man sowas schon im Berufs- und Schulalltag in der Heimat? Allein schon ein echter Grund für eine Familienreise nach Kanada, finde ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tags darauf fuhren wir zu einem weiteren Tipp aus Schoofs Buch, dem Kilby Beach Park, nicht allzu weit entfernt von Harrison Hot Springs. Und auch diesmal staunten wir nicht schlecht, als wir am Seeufer die im Buch beschriebenen Weißkopfseeadler bewundern konnten. Wir waren die letzten, die einen Platz auf dem kleinen Campground an der Flußbiegung des Harrison River ergatterten. Als wir den netten Kanadier neben uns ansprachen, erklärte er uns, dass aufgrund des Höhepunkts der Lachswanderung gerade jetzt viele Angler hier am Fluss seien. Die wären abends auch dem Alkohol zugetan und würden auch mal etwas lauter. Ok, das fanden wir im ersten Moment nicht so super, aber die Jungs um uns herum waren eigentlich alle gut drauf, und außer dass ein Typ zwei RVs weiter offensichtlich keine Ahnung davon hatte, wie man Holz hackt, und es so aussah, als würde er mit aller Macht versuchen, den Metallkranz der Feuerstelle zu zerstören, war eigentlich alles ganz erträglich. Und so beobachteten wir mit dem Fernglas weiter die Seeadler. Thommy schloss nebenan bei den Kanadiern neue Freundschaften und wurde direkt auf ein Bier eingeladen. Zum Dinner machten wir uns riesige Burger mit Salat. Eigentlich ein perfekter kanadischer Abend. Und Bären? Nein, die wurden sicherlich von den riesigen Adlern hinfortgetragen und am Flussufer verspeist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen Regen auf dem Camperdach. Wir wurden wach mit dem irritierenden Gefühl, dass eventuell etwas schief gelaufen sein könnte. Unsere zwei Wochen Kanadaurlaub kamen uns vor wie mindestens ein ganzer Monat. Wir fühlten uns außerhalb von Raum und Zeit und waren echt nicht mehr sicher, dass es wirklich Freitag und nicht eventuell schon Samstag war. Nachdem wir ohne Erfolg eine Weile diskutiert hatten und uns lediglich einig darüber waren, dass wir es nicht darauf ankommen lassen konnten, den Flieger zu verpassen, beschloss ich, beim Angler nebenan nachzufragen. Nicht nach der Uhrzeit, sondern nach dem Tag. Ein bisschen peinlich. Doch er nahm es mit Humor. Und es war wirklich erst Freitag. Ich entspannte und wir kamen ins Gespräch. Unter anderem erzählte ich, dass uns die Neugier auf die Weißkopfseeadler zum Kilby Beach geführt habe. Er erklärte, dass - ungewöhnlich für diese Jahreszeit - noch recht wenige tote Lachse am Strand herumliegen würde, aber in ungefähr zwei Wochen würde es vor Adlern nur so wimmeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas später, nachdem wir gefrühstückt und fast alles verstaut hatten, klopfte der nette Nachbar und fragte, ob wir Lust hätten, mit ihm im Boot auf den Fluss hinaus zu fahren. Adler aus nächster Nähe bewundern? Na klar! Die Bootsfahrt war ein echtes Vergnügen.?Die Kinder hatten riesigen Spaß, und wir kamen ziemlich nah an die Adler heran. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder so viele Adler an einem Fleck sehen werde. Wahnsinn!  &lt;br /&gt;Nachdem wir uns bei dem super-netten Kanadier mit vielen Worten und dem Freimachen unseres Campgrounds für seinen nachkommenden Sohn bedankt hatten, nahmen wir Fahrt auf zu unserem letzten Stopp, Harrison Hot Springs. Wir nahmen hier einen Campground direkt  neben dem Bad, packten unsere Sachen und gingen mit den Kindern noch einmal schwimmen. Für den ersten richtig verregneten Tag und unseren letzten Pack- und Urlaubstag eine gut Idee, aber den Public Pool in Harrison Hot Springs kann ich nicht wirklich als Highlight empfehlen. Dennoch war’s entspannend und schön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fahrt von Harrison Hot Springs zur Fraserway-Station bei Vancouver vollzog sich zügig und die Rückgabe des Truck Campers gestaltete sich unkompliziert. Der Rückflug war kürzer als der Hinflug (Rückenwind!) und dennoch hatte ich Zeit, die Reise revue passieren zu lassen. Haben wir es die Reisezeit oder die Kürze der Herbstferien bereut? Nein, Blödsinn, Kanada ist IMMER eine Reise wert, es ist Urlaub für Körper und Seele. Und obwohl es uns ein bisschen gewurmt hat, dass die Bären und wir diesmal getrennte Wege gegangen sind, so ist Kanada auch ohne Bären einfach nur fantastisch! &lt;br /&gt;Ok, ich verrate jetzt etwas. Wir haben inzwischen auf dem Kanadatag von SK Touristik den Workshop Tierbeobachtung besucht. Thema: &quot;Wale und… - genau! - Bären!&quot; Außerdem werden wir unsere nächste Reise in punkto Zeit und Ort um diese Fabelwesen herum planen.?Wir werden dort sein, wo der Lachs dem Bären vor dem Ablaichen quasi direkt ins Maul springt. Und es wird uns trotzdem völlig egal sein, ob wir einen Bären sehen oder nicht. Aber für alle Fälle werde ich den Fotoapparat in der Hand halten. Man weiß ja nie...</description>
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                <title>Im Kanu auf dem Yukon River 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 13 Feb 2020 03:00:22 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/rsf_yukonriver_4.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Es ist die Zeit der Sommersonnenwende. Die Zeit der langen, warmen Tage. Des Tageslichts rund um die Uhr. Die Zeit, in der die Tiere Junge führen und sich im Fluss unzählige Fische tummeln. Es ist die Zeit, in der die Natur des Nordlandes erstrahlt. Eine Zeit, die geradezu ideal für unser Vorhaben ist. Die perfekte Woche auf dem Yukon River erleben. Intensiv. Und ohne Kompromisse.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nacht war kurz. Die Pubs in Whitehorse zu einladend. Das Yukon Gold einfach zu süffig. &lt;br /&gt;Aber gleich geht es los. Zu zweit wollen mein Kollege Markus Knüpp und ich ab heute im Kanu den Yukon River unsicher machen. Wir haben uns etwas Besonderes vorgenommen: Wir testen &quot;mein&quot; Yukon-River-Package. Lange habe ich recherchiert, bin viele Kunden-Feedbacks durchgegangen. Ja, der Yukon muss ein Traum für Outdoor-Enthusiasten sein. Aber immer wieder auch negative Töne. Von &quot;zu lang&quot; und &quot;teilweise unspektakulär&quot; bis hin zu &quot;langweilig&quot; und &quot;zu breit&quot;. Einzelne Flusspassagen werden offenbar unterschiedlich bewertet. Es gilt also, die Rosine zu finden und herauszupicken. Nun, gefunden habe ich sie. Glaube ich. Aber das würde ich mir gern beweisen. Unser Ziel ist also der &quot;Rosinenbeweis&quot;. Unser Weg führt im Kanu über den Yukon River. Über Wildnisgenuss pur. Und über möglichst wenig Kompromisse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Whitehorse - The Adventure Hub&quot; - ich sollte mir diesen Slogan wirklich schützen lassen. Aber es stimmt einfach: Gerade noch im Hotel und am Vortag erst von einer völlig anderen Wildniswoche zurückgekehrt, stehen wir binnen weniger Minuten an einer der Floatplane Bases am Schwatka Lake. Gerd von Alpine Aviation heißt uns willkommen. Der Buschpilot hüllt gerade unser Kanu in eine Transportplane, bevor es an einem der Floats des Wasserflugzeugs festgezurrt wird. Wir laden unser Gepäck ein. Und dann geht es auch schon los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Viel Zeit haben und die perfekte Woche erleben. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wetter ist super. Der Start mit dem Wasserflugzeug spektakulär! Eine Schleife über Whitehorse und dann über den Yukon River. Nur kurz, denn dann speist der Fluss den herrlich zu uns hinaufschimmernden Lake Laberge. Kein Zivilisationszeichen mehr. Binnen weniger Minuten ist man in der Wildnis. Den Lake Laberge durchpaddeln? Klar, machen die meisten. Doch genau das wollen wir nicht. Zwar ist es ein wunderschöner See, aber als langes, stehendes Gewässer bis zum Wiederaustritt des Yukon River auch zeitraubend. Und windanfällig. Ein zu großes Risiko für uns, denn wir wollen auf dem Yukon River viel Zeit haben und die perfekte Woche erleben. Also fliegen wir. Mit dem Kanu huckepack direkt zum Austritt des Yukon aus dem Lake Laberge. Gerade einmal zwanzig Minuten nach dem Start landen wir genau an dieser Stelle. Klasse! Dieser Teil des Plans ist schon mal aufgegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Kein Mensch weit und breit&lt;/i&gt;. Irgendwie ein komisches Gefühl. Aber ein gutes Gefühl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar, die Wildnis und ihre Einsamkeit beeindrucken, aber es überwiegt die Vorfreude. Mich überkommt ein regelrechter Drang, jetzt endlich loszupaddeln. Rauf auf den Fluss. Hinein in die Wildnis! Markus geht es genauso. Schnell haben wir das Wasserflugzeug entladen. Gerd schmunzelt über unsere Biervorräte, die uns selbst gar nicht so üppig vorkommen. Dennoch schenken wir ihm ein Case unseres guten Molson Canadian. Als Dankeschön für den tollen Flug und die Punktlandung an unserer Wunschstelle. Und dann wünscht uns Gerd viel Spaß auf dem Fluss und springt ins Flugzeug. Aber der Motor startet nicht. Nicht beim ersten Mal. Nicht beim zweiten Mal. Und nicht beim dritten Mal. &quot;Maximal noch einmal - dann ist die Batterie platt!&quot; hören wir Gerd fluchen. Doch der letzte Versuch sitzt. Langsam tuckert er den Fluss hinunter, um dann gegen die Strömung zu starten. Markus sitzt neben dem Kanu und blickt dem Flieger hinterher. Jetzt gibt es nur noch uns beide, das Kanu und den Fluss. Aber genauso wollten wir es ja. Das Boot ist superschnell gepackt. Schon früher haben wir beide Kanutouren in Westkanada geführt - da weiß man genau, wo am besten welche Kisten und Gewichte zu verstauen sind. Und das Finetuning macht man erst am zweiten Tag, wenn man gesehen hat, wie die Lage des Kanus im Wasser noch optimiert werden kann. Ist wie Fahrradfahren - so etwas verlernt man nicht. Es geht los. Super Wetter. Kristallklares Flusswasser und Stille. Wir sind euphorisch. Es ist so schön, wieder im Kanu auf dem Fluss zu sein. Der Yukon hat eine perfekte Fließgeschwindigkeit. Man kommt gut voran, wenn man will und paddelt. Aber auch, wenn man gar nichts tut, ziehen die Kilometer an einem vorbei. Für heute Abend haben wir ein &quot;Sicherheits-Steak&quot; dabei, würden aber lieber Fisch essen. Also beide Angeln raus, aber es tut sich nichts. Ich peile einen Geröllhang an. Geröll und Steine im Wasser sorgen für besonders klares Wasser, was die Forellen lieben. Also kurz angelandet und es dauert keine fünf Minuten, da zappelt es an der Leine. Dann nochmal. Und nochmal. Unser Fisch-Dinner steht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir paddeln weiter und meistern das erste etwas bewegtere Wasser. Nichts Bedrohliches - nur so, dass man ein bisschen aufpassen muss und es eigentlich richtig Spaß macht. Oops - und da zappelt es auch schon wieder an der Angelleine! Jetzt klappt&#039;s auch aus dem Kanu heraus. Es ist heiß geworden. Der Fahrtwind auf dem Fluss tut gut. Wir sind immer noch ganz allein. Sehen herrliche Landschaften am Ufer. An einer Insel beschließen wir spontan anzuhalten. Fisch schmeckt doch immer noch am besten, wenn er ganz frisch ist. Und zum Dinner werden wir ja dann wohl später noch ein paar Fische fangen. Schnell etwas Treibholz gesucht, ein Feuer gemacht und die gusseiserne Pfanne drauf. Mhhh - echt lecker! Während wir noch faul in der Sonne sitzen, passieren uns die ersten Menschen. Ein Pärchen im Kanu und sie legen sich mächtig in die Riemen. Haben kaum Zeit zu uns rüberzuwinken, was ja eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz auf dem Fluss ist. Naja, wer weiß, wo die heute noch hin müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade zurück auf dem Fluss zwingt uns ein schnell heranziehendes Gewitter zurück ans Ufer. Doch so schnell, wie es gekommen ist, ist es schon überstanden und wir paddeln weiter. Also, so richtig aktiv sind wir eigentlich nicht. Es ist einfach zu schön. Gerade diese Stimmung nach dem Gewitter. Die Luft ist frisch - wenn sie überhaupt frischer als vorher sein kann - und alles sieht so satt aus. Satt grün die Bewaldung am Ufer und satt türkis-blau das Flusswasser. Das ist übrigens lecker! Die erste Pausenbierdose wurde direkt zum Schöpfbecher umfunktioniert. Haben wir Durst, tauchen wir die Dose neben dem Kanu ins Wasser und trinken das Wasser direkt aus dem Fluss. Definitiv besser als Flaschenwasser.&lt;br /&gt;Unterwegs springen uns die nächsten vier Polaräschen ins Kanu. Dann neue Regenwolken. Mit den ersten Tropfen beschließen wir, am Ufer ein Camp zu suchen. Auf unserer Flusskarte sehen wir eine Stelle, die handschriftlich mit &quot;good camp&quot; markiert ist. Hier landen wir an - und sind überrascht. Es handelt sich um ein grob eingerichtetes Camp. Die Kanadier nennen das &quot;semi-developed&quot;. Es gibt zwei Toilettenhäuschen und man kann Feuerstellen erkennen - teilweise sogar richtige Eisenringe mit Rost. Und Campingtische! Das ist echter Komfort in der Wildnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sieht nach stärkerem Regen aus. Schnell bauen wir die Zelte auf, bevor es losprasselt. Aber es hört genau so auf, dass wir noch in den geliebten Camp-Rhythmus kommen: Feuer an, Pfanne drauf und Butter bei die Fische - im wahrsten Sinne des Wortes. Lecker. Sogar die Sonne kommt noch kurz heraus, so dass wir noch schnell alles Nasse in die Zweige der umstehenden Bäume hängen. Ein schöner Abend. Doch irgendwann fordern der lange Tag, die frische Luft und die Sonne ihren Tribut und wir kriechen erschöpft in unsere Zelte. Ach, auch mal wieder schön, so eine Nacht im Zelt. Mit dem Gurgeln des Flusses und all den Geräuschen. Irgendwo auch ein leises Grollen. Gewitter? Nein, wohl bloß der Rest von vorhin. Denke ich noch so und schlafe ein. Von wegen! Ordentlich gescheppert hat es in der Nacht. Mächtig hat es nachts auf die Zeltplane geprasselt. An Schlaf war da kaum zu denken. Eine interessante Erfahrung, denn trotz Gewitter war es auch mitten in der Nacht so hell, dass man durch die Zeltplane noch Umrisse wie die sich biegenden Zweige erkennen konnte. Aber das Zelt hat dichtgehalten. Draußen ist alles nass. Aber die Sonne scheint, das gute Wetter ist zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich pelle mich aus meinem Zelt und blicke mich um. Im Augenwinkel registriere ich eine Bewegung. Weiter hinten im lichten Wald. Langsam pirsche ich mich die etwa hundert Meter heran und staune nicht schlecht. Eine Elchkuh ist uns besuchen gekommen. Friedlich grast sie zwischen den Toilettenhäuschen. Friedlich? Nicht wirklich, sie scheint nervös, aber ich scheine nicht der Grund zu sein. Ständig klappt sie die Ohren in die mir entgegengesetzte Richtung. Und dann höre auch ich ein Ästeknacken aus dieser Richtung. Aber ich kann nichts sehen. Habe natürlich längst die Kamera gezückt. Das Tier posiert prächtig für mich. Finde auch die Einstellung mit den Toilettenhäuschen witzig. Markus steht inzwischen auch mit der Kamera neben mir. Die Elchkuh ist derweil ein Stück gewandert und wir erkennen den Grund ihrer Nervosität: Sie führt ein Jungtier. Das war so gut in der halbhohen Busch- und Strauchvegetation des lichten Waldes versteckt gewesen, dass es mir zunächst gar nicht aufgefallen ist. Hmmm, hätte ich das gewusst, wäre ich wohl nicht so nah herangegangen. Es gibt eigentlich in der kanadischen Wildnis nicht viel, vor dem ich mehr Respekt habe, als vor eine Elchkuh mit Kalb! Naja, ist ja alles gut gegangen. Wir lassen den Elch in Ruhe und gehen zurück zum Camp. Um alles, was nachts draußen nass geworden ist, in die wärmenden Sonnenstrahlen zu hängen. Und natürlich, um das Campfeuer anzuzünden und ein zünftiges Kanutenfrühstück zu zaubern. Bacon and Eggs. Yummie!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Voller Tatendrang bauen wir das Camp ab. Alles ist wieder trocken. Auch die Zelte können wir trocken wieder einpacken. Jeder Camper weiß, wie viel das wert ist! Das Feuer ist aus und das Kanu ist gepackt. Leichte Änderungen haben wir bei der Gewichtsverteilung vorgenommen - jetzt sollte unser Boot noch besser (gerader) im Wasser liegen. Es kann zeitig losgehen - super. Andererseits, zeitig wofür? Uns ist es doch völlig egal, wie weit wir heute kommen. Wir haben überhaupt keinen Zeitdruck. Halten dort, wo es uns Spaß macht, um uns an Land umzusehen oder an der ein oder anderen vielversprechenden Stelle ein bisschen zu angeln. Wirklich nur ein bisschen, denn auch heute springen uns die Fische wieder ins Kanu.&lt;br /&gt;Irgendwann passieren wir den Zufluss des Teslin River. Der Yukon wird breiter und das Wasser scheint nicht mehr ganz so klar zu sein. Eine gute Landmarke, finden wir, um zur &quot;Mittagspause&quot; an Land zu gehen. Wir haben Geschmack gefunden an den ganz fangfrischen Polaräschen! Es ist halb sieben abends. So ist das halt. Herrlich, im Grunde. Was kümmert uns hier die Zeit? Ein endlos langer und schöner Tag auf dem Yukon River. Das Zeitgefühl ist uns nun völlig abhanden gekommen. Schon lange hätten wir uns ein Camp am Ufer suchen sollen. Aber wir haben einfach noch keine Lust. Es ist viel zu schön. Inzwischen bin ich überzeugt, dass wir mit dem Juni absolut den richtigen Monat für diese Kanutour gewählt haben. Die Mitternachtssonne als Phänomen ist ohnehin einmalig. Aber die Flexibilität, für die sie auf so einer Wildnistour sorgt, ist einfach nur fantastisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir paddeln eigentlich schon lange nicht mehr. Lassen uns nur treiben und genießen die Szenerie. Sie zieht an einem vorbei wie auf einer unendlichen Kinoleinwand. Man kann den Blick nicht abwenden. Man muss auch gar nicht reden. Gut, das könnte auch so ein &quot;Männerding&quot; sein. Einfach nur schauen und genießen. Und sich immer wieder klarmachen, dass man es selbst ist, der gerade diesen Wildnistraum erlebt. Das ist kein Bildschirm! Im Grunde bräuchte dieser Tag eigentlich gar nicht zu enden. Doch so langsam dringt die Vernunft in unser Bewusstsein - wir sollten nach einem Camp Ausschau halten. Wir scannen das Ufer rechts und links - man hat ja inzwischen Ansprüche an seinen Lagerplatz. Ein bisschen Schutz durch Bäume wäre gut, aber keine zu dichte Bewaldung. Schön weicher Boden, aber nicht zu hohes Gras. Angenehm und sicher erhöht für eine gute Sicht und um sicher vor steigendem Wasser zu sein. Aber keine zu steile Böschung, um die schweren Kisten nicht zu weit schleppen zu müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Suche nach dem perfekten Lagerplatz fällt uns eine kleine, nicht einsehbare Bucht auf. Anlegemanöver. Idealerweise versucht man, in den &quot;Eddy&quot; - den Rückstau - hinein und damit aus der Strömung heraus zu gelangen. Das Kanu gedreht und ein paar Meter zurückgepaddelt und hinein in die Bucht. Überraschung! Der Platz wäre perfekt für ein Lager, aber er ist schon belegt. Von Anita und Andi aus der Schweiz, die mit ihrem Sohn Florian hier vor Anker gegangen sind. Und dies mit einer beeindruckenden Floßkonstruktion! In Whitehorse haben sie drei alte Kanus mit Balken verbunden und eine einfache Segelkonstruktion aus Planen aufgesetzt. Damit sind sie dann über den Lake Laberge gesegelt und haben sich dann vom Yukon hierher treiben lassen. Eine sichere Anlegestelle vor einem ehemaligen Waldbrandgebiet. Um ihr Floß fertigzustellen, haben sie 140 verkohlte Baumstämme aus dem Wald gezogen und einzeln abgeschält. Sie wollten keine lebenden Bäume schlagen. Ihr Ziel ist Dawson City - vier Wochen haben sie sich für dieses Abenteuer gegeben. Ich find&#039;s super! Man trifft schon echte Typen hier oben im Norden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir unterhalten uns noch ein bisschen und paddeln dann weiter. Irgendwie haben wir immer noch Lust auf den Fluss. Es ist nach zehn und wir beschließen, dass es auch völlig ausreicht, wenn wir um Mitternacht anlegen. Und so kommt es dann auch. In einem weiteren, älteren Waldbrandgebiet mit bereits nachgewachsener Vegetation - echtem Buschland - gefällt uns das weite, lange Ufer einer Flusskurve. Guter Platz für die Zelte. Jede Menge Treibholz. Ran ans Ufer. Erst die Zelte, dann das Feuer, dann die Fische. Dann das Bierchen. Feierabend am Yukon River. Es ist ein Uhr nachts - und taghell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die lange Nacht auf dem Fluss fordert ihren Schlaftribut. Ohne etwas abgesprochen zu haben, schlafen Markus und ich heute bis kurz nach acht. Ewig lang für die Wildnis! Über Nacht sind die Temperaturen mächtig runtergegangen - bis zwei Grad hat Markus gemessen - so dass man auch endlich mal wirklich gut im Schlafsack schlafen konnte. Jetzt ist es wieder warm. Angenehm träge sitzen wir auf unseren Kisten und blicken über den Fluss. Frühstücken - gute Idee. Ach, unsere Steaks! Seit zwei Tagen essen wir ja nur Fisch. Ganz unten am kühlen Kanuboden hatten wir das Fleisch in unserer Provianttonne gelagert. Aber weg müssen die Steaks so langsam schon. Also, heute Steak and Eggs. Wir werden ja praktisch gezwungen - und wehren uns nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber vorher nun endlich mal ins Wasser. Das seichte Uferwasser hat kaum Strömung. Perfekt, um einmal unterzutauchen. Wir beide natürlich. Nacheinander. Ist quasi ein altes Ritual zwischen uns. Egal wie kalt das Wasser ist - immer wenigstens einmal rein. Am besten man ist der Erste. Sich auf jeden Fall keine Blöße geben. Heute mache ich das Rennen. Und es ist kalt! Bitterkalt. Es bleibt beim bloßen Untertauchen, aber man fühlt sich natürlich herrlich, wenn man rauskommt. Es ist sowieso ein toller Morgen. Man glaubt kaum, wie heiß es jetzt schon wieder ist. Mit bloßem Oberkörper packen wir die Ausrüstung zusammen und planen schon den nächsten Sprung ins kühle Nass. Das abgeschnittene Fett von unseren Rib Eyes verbrennen wir ordnungsgemäß im Campfeuer. Wie es sich gehört. Keine wilden Tiere sollen lernen, dass es an den Menschencamps Leckeres zu finden gibt. Vor allem keine Bären. So liegen wir also gerade in den letzten Zügen unseres Campabbaus, als unsere neuen Schweizer Freunde mit ihrem Floß an uns vorbeigleiten. Großes Hallo über den Fluss hinweg. Hammer, denke ich. Sowas will ich auch noch mal machen. Mit meinen Kindern. Wieder ein neuer Plan. Ist doch wirklich gut, dass die nie ausgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute wollen wir nur ein kurzes Stück auf dem Fluss hinter uns bringen und die Sonne und den strahlend blauen Himmel an einem schönen, noch zu entdeckenden Strand genießen. Der Yukon wird langsam immer breiter. Es wird immer schwieriger, die Polaräschen zu finden und für unser Mittagessen zu sorgen. Aber wir haben inzwischen Übung. Wir finden den ein oder anderen vielversprechenden Eddy, und immer noch oft genug zappelt es an unseren Angelleinen. Als wir Ausschau nach einer geeigneten Pausenstelle halten, fällt uns eine große Kiesbank auf. Der Hauptstrom fließt links vorbei und nur ein kleiner Seitenarm rechts. Das gefällt uns, zumal das Wasser nach rechts flacher wird und sehr einladend aussieht. Also, angelandet und ab ins Wasser. Klar, splitterfasernackt. Warum auch nicht? Hier ist doch kein Mensch! Das Wasser ist immer noch mächtig kalt, aber das empfinden wir heute als richtig angenehm, so heiß ist es inzwischen. Ein Super-Platz für unser mittägliches Lagerfeuer. Es gibt jede Menge Treibholz und dennoch droht auf der weiten Kiesfläche keine Gefahr, dass ein Feuer um sich greift. Fish Fry, einmal mehr. Aber auch davon können wir nicht genug bekommen. Einigermaßen faul sitzen wir an einen Treibholzbaumstamm gelehnt auf unserer Sandbank und lassen die Umgebung auf uns wirken. Echt schön. Das geübte Auge erspäht sofort potenzielle Zeltplätze. Warum eigentlich nicht? Genau, wir fahren gar nicht mehr weiter. Wir bleiben einfach hier. Uns treibt doch keiner!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich den letzten Zelthering eingeschlagen habe, schweift mein Blick hinüber zu der Uferstelle, an der ich gleich zum zweiten Mal ins kühle Nass springen will. Aber was ist das? Erkenntnis und Adrenalin schießen mir fast gleichzeitig ins Hirn. Mein Blick wird erwidert. Von einem ausgewachsenen Schwarzbären! Das mächtige Tier steht auf der anderen Flussseite. Bachseite muss man ja eigentlich eher sagen, denn das uns trennende Wasser ist ja nur etwa 15 Meter breit und lediglich knietief. Instinktiv scanne ich Standrichtung, Bewegungen und Mimik des Bären. Noch bevor ich Markus Bescheid sage, bin ich mir sicher, dass es der Plan des kapitalen Bären war, an dieser furtähnlichen Stelle ein Bad zu nehmen und hinüber auf die Sandbank zu kommen, um diese nach Nahrung abzusuchen. Ist wahrscheinlich seine Tagesroutine. Und nun stehen wir mitten im Weg. Ich rufe zu Markus herüber: &quot;Ein Schwarzbär - dort drüben. Pass auf - er überlegt, ob er rüberkommt.&quot; Markus dreht sich um, sieht den großen Bären sofort und ruft zurück: &quot;Ja, sieht so aus!&quot; Tja, und wie es dann immer so kommt: Sollte der Bär während des ersten Blickkontaktes mit mir noch überlegt haben, ob es sich um ein akzeptables Risiko handelt, ist der zweite Mensch und die einsetzende Kommunikation dann zu viel für ihn und er entschließt sich zum Rückzug. So schnell bekommen wir gar nicht die Kameras gezückt. Als ich meine in der Hand halte, ist von dem Bären nichts mehr zu sehen. Eine gute Minute später sehe ich ihn nochmal kurz höher am bewaldeten Berghang. Kein gutes Foto, aber ein Beweisbild!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Na, bitte! Da haben wir doch unseren Bären auch auf dieser Tour gesehen. Check! Und auch ansonsten wird es ein herrlicher Nachmittag und Abend. Es wird nicht dunkel, aber die Sonne brennt nicht mehr so stark und am knisternden Lagerfeuer kommt heute noch einmal so richtiges Wildnis-Feeling auf. Noch mehr als sonst. Liegt vielleicht an unserem Lagerplatz. Die Sandbank erlaubt einen weiten Blick in alle Richtungen. Wo man hinschaut, man sieht nur Wildnis. Wasser, Wald und die einsame Insel. Traumhaft. Und dennoch geht es heute früh ins Zelt. Morgen möchten wir ganz früh los. Und wir merken, dass wir heute etwas zu viel Sonne abbekommen haben. Fühle mich leicht beduselt. Also, raus aus der Sonne, rein ins Zelt und ausruhen. Schlafen.&lt;br /&gt;Der Plan geht auf. Ganz früh morgens sind wir schon auf den Beinen und bauen unsere Zelte ab. Wir sind begeistert, dass es über Nacht praktisch keine Feuchtigkeit gegeben hat. Die Zelte können auch so früh schon trocken eingepackt werden! Dann ein Traummorgen auf dem Yukon River. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser letzter voller Tag auf dem Fluss. Morgen wollen wir in Carmacks ausbooten. Also heute noch einmal in vollen Zügen genießen. Der frühe Start beschert uns tatsächlich einige schöne Tiersichtungen. Adler, Biber und natürlich die Fische, die auch heute schon bald wieder an unserer Angelleine zappeln. Der Fluss ist inzwischen so breit, dass man die Fischgründe nun richtig suchen muss. In der Flussmitte macht es überhaupt keinen Sinn mehr. Und noch eine Änderung: Abgesehen von den ganz frühen Morgenstunden sind wir heute auf dem Fluss nicht mehr ganz allein. Immer mal wieder sehen wir andere Kanuten. Drei, vier - über es fällt uns auf nach der Einsamkeit der Vortage. Zeit für unsere mittägliche Fischpfanne. Heute bringen wir ernst zu nehmenden Appetit mit, schließlich sind wir schon lange unterwegs. Aber kein Problem, wir haben gut gefangen. Schon fällt uns die nächste kleine Insel auf. Wieder jede Menge Treibholz und weite Kiesflächen für ein risikofreies Campfeuer. Markus hat das Zubereiten der Fische inzwischen perfektioniert. Sie gelingen nun immer so, dass man sie auch getrost in einem Feinschmeckerrestaurant servieren könnte. Ja, wir leben hier nicht so schlecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter auf dem inzwischen mächtigen Strom. So langsam dämmert uns, dass wir den schönsten Teil des Flusses hinter uns haben. Wenn man jetzt so in der Flussmitte dahintreibt, kann man sich zwar immer noch an der Wildnis rechts und links begeistern, aber so richtig Abwechslung in der Landschaft gibt es nicht mehr. Gegen Abend checken wir den ein oder anderen Lagerplatz. Es wird immer schwieriger, die Eddies gut zu erwischen. Die Strömung des Yukon ist inzwischen sehr stark. Einige Lagerplätze beeindrucken uns. Aus Stämmen und Ästen sind hier teilweise kunstvolle Einrichtungen gezimmert. Tische, Bänke, Arbeitsflächen. Und einige Camps scheinen sogar recht groß. Aber so richtig ist für uns nichts dabei. Das liegt aber wohl eher daran, dass wir uns noch nicht so richtig entschieden haben, ob wir die letzte Nacht in der Wildnis genießen oder doch schon bis Carmacks durchpaddeln wollen. Erst tendieren wir zur Wildnis. Aber dann finden wir auch die Idee verlockend, uns heute Abend schon einen Burger servieren zu lassen. Irgendwann nennen wir das Kind dann beim Namen: Auf nach Carmacks. Burger, gezapftes Bier und morgen früh ausreichend Zeit, um in Ruhe zusammenzupacken. Wir beschließen, uns ein letztes Mal in der Mitternachtssonne treiben zu lassen. Mittels Karte und Fließgeschwindigkeit haben wir errechnet, dass wir wohl gegen Mitternacht in Carmacks ankommen sollten. Picknick auf dem Fluss, das ist unser Plan. Jeder hat sein Taschenmesser gezückt und aus unserer Provianttonne haben wir herausgekramt, was noch zu finden war. Ein Brot, Wurst und Käse. Perfekt für eine Brotzeit im Kanu. Wir lassen uns treiben, genießen Landschaft und Brotzeit und trinken unser letztes Bier. Was für ein perfekter Abend! Was für ein herrlicher Abschluss dieser Tour! Drei Stunden noch bis Carmacks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der herrliche Abendhimmel verdunkelt sich. Erst langsam. So, dass man sich selbst noch mit den üblichen Durchhalteparolen Mut macht. &quot;Das zieht vorüber.&quot; oder &quot;Vielleicht haben wir Glück und tauchen genau drunter her.&quot; Doch dann fallen die ersten Tropfen. Kurz darauf gesellt sich ein auffrischender Wind dazu. Weit vor uns sehen wir eine Sandbank in einer Flusskurve. Vielleicht doch dort noch einmal das Camp aufschlagen? Macht wahrscheinlich Sinn. Doch als wir dort sind, sehen wir, dass der Platz schon von den Kanuten belegt ist, die uns vorher überholt haben. Also weiter. Der Wind wird stärker. Wir peilen eine Stelle an der rechten Uferseite an. Hier soll es laut Karte eine gute Campstelle geben. Wir finden sie und schaffen auch eine vorzeigbare Landung am Ufer trotz starker Strömung. Doch irgendwie gefällt uns auch diese Stelle nicht. Zu vermückt und weit oben auf der Böschung. Also weiter. Ein Fehler. Der Regen wird stärker und der Wind peitscht nun über den Fluss. Der Yukon ist hier riesig, und richtig windanfällig. Es wird sturmartig und die Wellen laufen schräg gegen das Kanu - ungünstig. Früher hätte man sich wahrscheinlich noch zu einer Dummheit hinreißen lassen, aber heute im fortgeschrittenen Alter ist uns sofort klar: Feierabend. Kein Risiko. Direkt ran ans Ufer, Kanu sichern und Camp aufschlagen, egal, ob die Stelle gut ist oder nicht. Und so kommt es, dass wir an einem fast identischen Steilufer wie vorher anlanden und doch alles die Böschung hochwuchten müssen. Es plästert nun richtig. Zu stark, um die Zelte aufzubauen. Wir suchen Schutz unter den größten Bäumen und nutzen das erste leichte Nachlassen des Regens. Zelt aufgebaut, alles rein. Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Regen prasselt aufs Zelt und es ist zum ersten Mal ansatzweise dunkel. Als ich dann im Schlafsack liege, denke ich: Gut so. Richtige Entscheidung. Kein Risiko. Dann lieber morgen früh noch ein bisschen paddeln und das ein oder andere nass einpacken. Definitiv das kleinere Übel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Sturm hat sich gelegt. Wir sind wieder entspannt. Auch wenn wir die Zelte nass einpacken müssen. Weit ist es nicht mehr bis Carmacks. Vielleicht noch zwei Stunden. Unterwegs sehen wir unsere Schweizer Flößer wieder. Sie liegen noch vor Anker und scheinen noch zu schlafen. Drum lassen wir uns ohne großes Rufen vorbei treiben. Carmacks kommt immer näher. Ich stelle fest, dass ich auf dem Handy ab und zu schon wieder Empfang habe. Das ist gut, denn so können wir unseren Freund Karsten anrufen und unsere geplante Ankunft bestätigen. Er kommt dann aus Whitehorse hoch, um uns samt Kanu aufzusammeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während wir uns die letzten Flusskilometer treiben lassen, lassen wir dieses Kanuabenteuer noch einmal Revue passieren. Wir waren auf der Suche nach dem perfekten Wochenpackage auf dem Yukon River - und wir haben es gefunden. Da sind wir uns einig. Eine Nacht in Whitehorse zum Ankommen und organisieren, dann der Flug über den Lake Laberge und das Einbooten am Ausfluss des Yukon. Dann satte fünf Tage für den Fluss, um sich Zeit zu lassen, wo immer man will. Und eine Abschlussnacht wahlweise auf dem Campground oder im Hotel in Carmacks. Zum duschen, sortieren und packen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so endet unser Abenteuer in Carmacks. Wir sparen uns die eigentlich vorgesehene Übernachtung, da wir uns abends in Whitehorse mit Freunden treffen wollen. Jetzt scheint aber erst einmal wieder die Sonne und wir haben Gelegenheit, alles noch einmal zum Trocknen auszubreiten und auch die Zelte noch einmal in der Sonne aufzustellen. Wir trocknen, packen und organisieren uns. Und ein stattliches Pulled-Pork-Sandwich holen wir uns an der Burgerbude des Campgrounds natürlich auch noch. Und dann kommt Karsten und es geht mit dem Van und dem Kanu auf dem Dach zurück nach Whitehorse.&lt;br /&gt;Was für ein Wildnisabenteuer! Wie aus dem Bildband. Das wiederhole ich bald. Und zwar genau so. Genau diese Etappe. Vom Ende des Lake Laberge bis Carmacks. Für mich ist der Beweis erbracht. Wir haben die Rosine im Yukon gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Im Camper durch die NWT 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Im-Camper-durch-die-NWT.html</link>
                <pubDate>Wed, 12 Mar 2025 03:00:09 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/oleh-camperfuesse.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Wer von Yellowknife nach Whitehorse fährt, nimmt gleich drei kanadische Roadtrip-Legenden unter die Reifen: Mackenzie, Liard und Alaska Highway. Auf den 3000 Kilometern durch die grandiose Leere der Northwest Territories lernen Camper vor allem eins: Gelassenheit.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie bin ich froh, dass die Fähre nach Fort Simpson kaputt war. Ich hätte den Campingplatz an den Sambaa Deh Falls sonst glatt links liegen gelassen und den Besitzer Raymond Michaud nicht kennengelernt. Ich wäre nicht mit ihm über die Felsplatten zum Trout River Canyon abgestiegen und hätte mich auch nicht zu seiner Angelstelle abgeseilt. Und den toten Elch am Ufer hätte ich auch nicht gesehen. Er grüble noch immer, hat der Mittsechziger gesagt, wie der Bulle, ein kapitaler Bursche mit mächtigen Schaufeln, dort, an den Fuß der Felswand, hingelangt sei. Denn abgestürzt sei er nicht, das stehe fest. Als ich kurz vor Mitternacht die Decke über den Kopf ziehe, danke ich der kaputten Fähre für diesen Tag. Und träume von brüchigen Seilen und Elchen mit Flügeln. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Northwest Territories, Kanadas letzte Grenze: Ich fahre von Yellowknife nach Whitehorse. Zwölf Tage habe ich dafür Zeit, über 3000 Kilometer liegen vor mir. Ich schlafe auf Campingplätzen, und wo das nicht geht, fahre ich einfach rechts ran. Ich habe zwar huckepack ein weiches Doppelbett und andere Annehmlichkeiten, die ein moderner Truck Camper zu bieten hat. Aber dem Abenteuer tut das keinen Abbruch. Ich rolle über endlos leere Highways. Schotterpisten mit Legendenstatus. Ich lerne, Pläne über Bord zu werfen und zu improvisieren. Und habe schon nach zwei, drei Tagen in dieser grandiosen Leere jegliches Zeitgefühl verloren. Ich kann nicht mehr sagen, wo genau ich gerade bin und wie spät es gerade ist. Die Welt, aus der ich komme, verblasst jeden Tag ein wenig mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Safari-Momente wie in Afrika&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Northwest Territories sind 1,3 Millionen Quadratkilometer groß. Entfernungen geben die rund 40.000 Einwohner in Stunden und Tagen an. Demnach ist es ein Tag bis zum schweizgroßen Wood Buffalo National Park. Ein langer Tag, wie man mir in Yellowknife versichert, aber das Buschfeuer kurz vor dem Park sei ja jetzt unter Kontrolle, also kein Problem. Derart ermutigt, schaukle ich mit Tempo 70 um den Great Slave Lake herum, durch eine Muldenlandschaft, die der schmelzende Permafrost in den Mackenzie Highway gedrückt hat. Zu sehen gibt es nur Wald, umständehalber niedrig und poesielos, und Sand- und Kieshaufen mit davor geparkten, verlassenen Bulldozern. Alles in allem eine echte Geduldsprobe, denn in Europa hätte ich in derselben Zeit die Niederlande umrundet. Am Tagesende verstellt in Fort Smith ein gutes Dutzend grasender Büffel die Einfahrt zum Campingplatz. Als die braunschwarzen Kolosse endlich abziehen, macht der Manager Feierabend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Such dir den besten Platz aus&quot;, ruft er durchs Autofenster, &quot;und schieb das Geld morgen unter der Bürotür durch!&quot; Am Ende sehe ich auf dem Weg zum Büffel-Nationalpark mehr dieser Fleischberge als im Park selbst. Bullen, Kühe, Junge. Safari-Momente wie in Afrika. Auch auf dem Weg zurück nach Westen bin ich mutterseelenallein. Manchmal halte ich an, falte meinen Klappstuhl auseinander und nehme eine Weile mitten auf der Piste Platz, um in die Stille zu lauschen. In Deutschland undenkbar. Nicht die schlechteste Art, ein Gefühl für das Land zu bekommen. Genau das bezweckt auch Doug Lamalice mit seiner Tour &quot;Walk a mile in my Mocassins&quot;. Der massige Dene First Nations lebt südlich von Hay River und nimmt seine Gäste mit auf eine zweieinhalb Kilometer lange Reise durch seine Kultur. Dabei dienen die spektakulären Alexandra-und-Louise-Wasserfälle im Twin Falls Gorge Territorial Park als Kulisse. &quot;Meine Gäste sollen Mutter Natur spüren und lernen, mit ihr anstatt gegen sie zu arbeiten.&quot; Nach einem Gebet marschieren wir los. Doug erzählt von Traditionen und Zeremonien, wie seine Vorfahren die Kanus um die unfahrbaren Wasserfälle zogen und die Jungen in feierlichen Zeremonien zu Männern wurden. Das ist zwar lange her, doch das Land ist dasselbe. Es macht die Menschen, wie man hier sagt. Auch an mir arbeitet es. Jeden Tag fällt ein wenig mehr Stress von mir ab. Der Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart sei nicht einfach, sagt Doug, es gebe aber auch eindeutige Vorteile. &quot;Früher brauchten wir 14 Tage, um den Great Slave Lake zu erreichen. Heute sind wir in 45 Minuten da. Wenn die Straße okay ist!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Northwest Territories ist der Straßenzustand das Hauptthema. Informationen zu bekommen ist jedoch so schwer, wie aus zig Hinweisen einen handfesten Tatverdacht zu filtern. Vor Fort Simpson, meiner nächsten Station, hätten Regenfälle den Mackenzie Highway unpassierbar gemacht, warnt Doug beim Abschied. Während der nächsten Tage höre ich alles Mögliche. Die Straße ist passierbar, unpassierbar, demnächst geöffnet, vielleicht aber auch nicht. Meine Quellen sind Straßenarbeiter, andere Autofahrer und sogar die offizielle Webseite von Northwest Territories Transportation. Je näher ich Fort Simpson komme, desto unruhiger werde ich. Sollte der Mackenzie tatsächlich gesperrt sein, erreiche ich nämlich nicht den Liard-Highway nach British Columbia. Dann würde mir ein 1200 Kilometer langer Umweg durch die Nachbarprovinz Alberta bevorstehen, um auf den Alaska-Highway zu kommen. Die wichtigste Überlebensregel hier oben lerne ich deshalb zwangsläufig: Tanke, sobald du eine Tankstelle siehst. Auch wenn es gerade nicht nötig ist. In Enterprise flimmert über der Straße eine digitale Hinweistafel: &quot;Fort-Simpson-Fähre in Betrieb&quot;. Erleichtert und mit vollem Tank fahre ich auf einem staubigen Gemisch aus Asphalt, Sand und Schotter weiter. Drei Stunden später an einer Baustelle im Nirgendwo erreicht mich die Hiobsbotschaft: Fährbetrieb eingestellt, wegen technischer Probleme. Umkehren geht nicht mehr, die Tankstelle in Enterprise liegt inzwischen außer Reichweite. Die einzige andere ist in Fort Simpson auf der anderen Seite des Liard River. Was tun? &quot;Fahre bis zur Anlegestelle und kampiere da&quot;, sagt ein Arbeiter und grinst: &quot;Kann sich nur um ein paar Tage handeln.&quot; Ein Autofahrer, den ich etwas später anhalte, kommt von dort zurück. &quot;Die warten jetzt auf ein Ersatzteil. Aber wann das eingeflogen wird, weiß keiner.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich beschließe, meinem Glück zu vertrauen, und fahre weiter. So also lerne ich Raymond Michaud und seinen Campingplatz eine Autostunde vor der Fähre kennen. Am nächsten Morgen klopft Raymond an meinen Camper. Sie hätten die Fähre in der Nacht repariert. Das mit der Fähre wird so etwas wie meine Initiation. Ich werde gelassener und genieße. Auf dem knapp 400 Kilometer langen Liard Highway, der einzigen Verbindung zwischen den Northwest Territories und British Columbia, begegne ich Schwarzbären, Hochwild und sogar einem Luchs. Den Blick auf die schneebedeckte Ragged Range des Nahanni National Park Reserve habe ich für mich ganz allein - auch hier ist Gegenverkehr Fehlanzeige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach insgesamt zehn Tagen biege ich bei Fort Nelson auf den Alaska-Highway ab. Der tadellose Asphalt ist eine Erholung, doch an den Gegenverkehr muss ich mich erst wieder gewöhnen. Dazu spult die legendäre Fernstraße ihre Highlights so routiniert ab, dass ich mich schon bald wieder nach etwas Unvorhergesehenem sehne. Dass ich noch immer in der Wildnis bin, daran werde ich abends im Restaurant gegenüber der Liard Hot Springs erinnert. Schon wieder Büffel. Dieses Mal wandert eine ganze Herde über den Alaska-Highway. Erst nach Einbruch der Dunkelheit ist die Straße frei, und ich kann zurück zu meinem Camper gelangen. Bis Whitehorse ist es nun nicht mehr weit. Das schaffe ich morgen. Schade.</description>
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                <title>Holger Bergold Portrait 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 28 Mar 2019 09:18:21 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/gespraechsbild(1).jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;h1&gt;&lt;b&gt;MR YUKON&lt;/b&gt;&lt;/h1&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Er ist das deutsche Gesicht des Yukon Territoriums. &lt;br /&gt;Er brennt für den Yukon. Seit mehr als 22 Jahren repräsentiert Holger &lt;br /&gt;Bergold die kanadische Provinz in Europa.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Daniela Reichert   Fotos: Rainer Schoof und Holger Bergold&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Holger Bergold ist ein Mann der schnellen Entscheidung. Er wählt den Tisch in dem stilvollen Café mit Blick auf den Marktplatz. Wir treffen den charismatischen Schwaben, der nun in Hessen lebt, im münsterländischen Nottuln - nahe dem SK-Firmensitz in Senden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&quot;Der Yukon ist Kanada auf Droge.&quot;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf die Frage, ob der Yukon für ihn schon Heimat ist, lacht Bergold. &quot;Meine Heimat ist Frankfurt - Kanada ist mein zweites Zuhause. Und der Yukon ist für mich ein riesengroßer Spielplatz. Der größte Abenteuerspielplatz, den ich kenne! Der Yukon ist wie Kanada auf Droge.&quot; Er nickt zufrieden. Diese Formulierung scheint es für ihn auf den Punkt zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Schluck vom schwarzen Kaffee. Bergold genießt den Moment. Doch schon schweifen seine Gedanken wieder in den Yukon. &quot;Hier ist alles viel größer und einsamer.&quot; Bizarre Landschaften, wilde Tiere - das fesselt den Vater von drei erwachsenen Kindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Yukon ist in Bergolds Augen kein Billigreiseziel, sondern eines der letzten, echten Abenteuer-Refugien. &quot;Ich möchte, dass der Yukon in Deutschland genauso bekannt wird wie Alaska!&quot; Hier sieht sich der 61-Jährige auf einem guten Weg. In den letzten beiden Dekaden hat nicht zuletzt er selbst den Yukon in der Gunst der Nordamerikareisenden weit nach vorn gebracht. &quot;Die Besucherzahlen sprechen für uns. Wir sind gut aufgestellt und haben gut gearbeitet.&quot; Eine Arbeit, die er selbst als Traumjob empfindet. &quot;Bezahltes Vergnügen&quot; nennt er es. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon sein Berufsstart stand im Zeichen des Ahornlandes. Nach dem Studium ging es für Bergold zur damaligen Hotelkette Canadian Pacific (heute Fairmont Hotels), wo er gut zehn Jahre zuständig für das Marketing in Euro­pa und im Mittleren Osten war. Ende der Achtziger endete das Angestellten-Dasein. Bergold übernahm Wer­bung und PR für Emirates Airlines. Unter dem Banner seiner eigenen Agentur Bergold Promotions. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann kam &quot;Weltenbummler&quot; Hardy Krüger. Die Sendereihe inspirierte Bergold. Als Fan und Marketing-Mann hatte er viele Ideen zur Weiterentwicklung der Sendung. Und er unterbreitete sie Hardy Krüger direkt. Das Ergebnis: Der Schauspieler nahm Bergold in sein Team auf. Gemeinsam drehten sie viele &quot;Weltenbummler&quot;-Episoden. &quot;Man lernte Landschaften und Leute wirklich kennen. Das war unglaublich faszinierend.&quot; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1992. Ein kalter Abend im Dezember, der Bergold noch gut in Erinnerung ist. &quot;Wir standen vor der riesigen Weltkarte in Hardy Krügers Wohnung. Da stießen wir auf den Yukon.&quot; Der Entschluss war schnell gefasst - schon im darauffolgenden Frühjahr ging es für Bergold auf Recherchereise ins kanadische Nordland. &quot;Und bei der Drehreise hat es dann angefangen. Ich war gefangen von der wilden Schönheit dieser Region. Und daran hat sich bis heute nichts geändert!&quot;&lt;br /&gt;   &lt;br /&gt;Auf den damaligen Recherche- und Drehreisen muss Bergold wohl einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Vom Tourismusdirektor des Yukon kommt das unglaubliche Angebot: Bergold soll als offizieller Repräsentant das Yukon Territorium in Europa bekannt machen. Ein Traumjob. Ein Resultat seines Engagements? Oder war auch ein bisschen Glück dabei? Mit einem Augenzwinkern verrät Bergold, dass der damalige Tourismusdirektor des Yukon ein langjähriger Freund war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und inzwischen ist der Yukon für Bergold ein zweites Zuhause. Klar, seine Heimat ist Frankfurt, aber in Whitehorse ist er längst ein &quot;Local&quot;. Hier steht sein schwarzer Yukon XL (&quot;schwarz ist sexy&quot;). Mit dem starken 4,2-Liter-Motor des Geländewagens kann er problemlos all seine &quot;Spielzeuge&quot; durch den Yukon transportieren. Boot, ATV, Motorschlitten und passende Anhänger - all das findet man in Bergolds Lagerhalle in Whitehorse. Von hier aus startet der Frankfurter in seine privaten Nordland-Abenteuer. Auf Highways, die oft nur &quot;gepimpte Schotterstraßen&quot; sind.  &quot;Sie liegen einfach so genial und spektakulär, dass es eine wahre Freude ist, darauf zu fahren.&quot;   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Apropos &quot;Spielzeuge&quot;. Vor gut 12 Jahren kaufte Bergold einem alten Freund ein Wasserflugzeug ab. Die gut 50 Jahre alte Beaver hat er komplett restauriert. Sie ist sein &quot;Schmuckstück&quot; und fast jeder Yukon-Tourist hat sie schon einmal gesehen - live oder auf Bildern. Das Fliegen mit Wasser- oder Buschflugzeugen sollte nach Meinung von Bergold Bestandteil jeder Reise durch den kanadischen Norden sein. &quot;Es ist das Größte, über die unbewohnten Landschaften zu gleiten und sie so überhaupt erst einmal zu begreifen. Frei wie ein Vogel - einfach ein geiles Gefühl.&quot; Dann auf dem Wasser landen und ein Stück private Wildnis genießen. &quot;Es ist unfassbar! Die glasklaren Flüsse und die herrlichen Seen. Und dann die Fische!&quot; Bergold ist im Yukon zum leidenschaftlichen Angler geworden. Die nordkanadischen Seeforellen haben es ihm angetan. &quot;Im Ernst, die Lake Trouts im Yukon sind so groß wie Lachse!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Leben ohne Kanada und den Yukon ist für Bergold unmöglich. An Ruhestand verschwendet er keinen Gedanken. &quot;Warum etwas ändern? Es läuft doch herrlich im Moment.&quot; Und ich muss zugeben: Als Zuhörer kann man sich dem Bann seiner Nordland-Erzählungen kaum entziehen. Mein Fazit fällt einfach aus: Holger Bergold genießt das Leben, indem er das Abenteuer Yukon lebt. Jeden Tag. Ein großes Glück für ihn. Aber sicherlich auch für seinen Kunden Tourism Yukon. Denn gerade bei den Deutschen ist der Yukon überdurchschnittlich beliebt. Und das ist nicht zuletzt Holger Bergolds Verdienst. &lt;br /&gt;</description>
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                <title>Grizzly-Beobachtung in BC 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Grizzly-Beobachtung-in-BC.html</link>
                <pubDate>Mon, 14 Aug 2023 16:10:02 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/rudloff-fishing-griz.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;em&gt;Es kratzt, es schabt, es schubbert: Nein, kein Traum. Kein Zweifel: Da draußen steht ein 400-Kilo-Koloss von Grizzly und reibt sich an meiner Hütte. Adrenalin, Puls. Bin allein hier drin. Dann Stille. Der Bär trollt sich. Puuh - aber ich hab&#039;s ja genau so gewollt. Darum bin ich hier im Tá ish Adventure Camp, hoch im Norden von Kanada. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Text und Fotos: M. Rudlof&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Blick auf die Uhr: Es ist drei Uhr nachts. Instinktiv hatte ich schon zum Drucklufthorn gegriffen. Ich beruhige mich selber. &quot;Nein, dir kann in der Hütte nichts geschehen...&quot; Dann Stille, der Bär trollt sich. Mann, so eine Aufregung! Die Anspannung weicht und ich muss lachen. &quot;Junge, Junge, was regst Du Dich so auf? Du hast es doch wirklich genauso gewollt.&quot; Genau. Wie jeder Grizzly-Fan, der über Whitehorse (Yukon) hier ins T&#039;á ish Adventures Camp kommt. Mitten in der Wildnis, im entlegenen Norden von British Columbia. &quot;Hast du ihn erkannt?&quot; fragt mich Phil beim Frühstück. Der verführerische Duft von Rühreiern, Speck und knackfrischem Brot hat mich hergelockt. Phil und Ross grinsen. Die beiden haben doch tatsächlich alles beobachtet! &quot;Smokey hat uns geweckt&quot;, sagt Phil. Smokey, sein norwegischer Elchhund. Immer wachsam, immer ein Ohr auf das gerichtet, was da draußen los ist. Ja, die beiden Männer haben wirklich alles live verfolgt, nur den Bären konnten sie auf die Entfernung auch nicht erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Dabei sind sie mit den Grizzlies auf Du und Du. Phil Timpany, Inhaber des Camps, und sein Bärenguide Ross. Phil kennt die Bären seit einer halben Ewigkeit. So wie kaum ein anderer. 30 Jahre war er als Wildnisguide und Tierdokumentarfilmer im dünn besiedelten Norden British Columbias unterwegs. 30 Jahre unter Grizzlies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Alle Bären sind bei uns im Camp willkommen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Das T&#039;á ish Adventures Camp liegt tief im Herzen des Taku River Systems. 1,8 Millionen Hektar groß ist das Gebiet und praktisch unberührt. T&#039;á ish bedeutet in der Sprache der Taku River Tlingit etwa soviel wie &quot;mit Lachsen gefüllter Fischgrund&quot;. Für Grizzlies also der ideale Platz in Kanada. Tatsächlich ist das Taku River System einer der wichtigsten Migrations- und Lebensräume für die Lachspopulation Südostalaskas. Ich fülle mir eine zweite Portion Rührei und Speck auf. Phil berichtet von tausenden Tagen mit Grizzlies. Davon, dass du mit der Zeit jeden Bären identifizieren kannst, seine äußerlichen Merkmale und seinen Charakter kennen lernst. Rund 70 Grizzlies leben hier rund um das Camp. Jeder von Ihnen hat von Phil einen Namen bekommen. Und nachdem dieser die Spuren hinter meiner Hütte untersucht hat, ist er sich fast sicher: &quot;Ich tippe auf Ace oder Whiteclaws. Danke, Jungs, für die kurze Nacht, wer auch immer es von euch beiden war!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ich checke meinen inneren Kalender. Seit drei Tagen fühle ich mich wie Jack London. So lange ist es her, dass mich der Helikopter hier an einem Nebenfluss des Taku River abgesetzt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Nun bin ich Teil des T&#039;á ish Adventures Camps. Eine unglaubliche Gegend. Hierher kehren unzählige Königs- und Buckellachse nach jahrelanger Wanderschaft zum Laichen zurück. Zurück zu ihrem Geburtsort. Ein Festmahl für die Grizzlies. Zu Hause glaubt mir das keiner: 91 Mal habe ich in den vergangenen 72 Stunden Bären gesehen. Den ersten schon 20 Minuten nach meiner Landung. Beim Lachsfang. Nicht im Kino. Hier, direkt vor meiner Nase! Ich komme gar nicht mit dem Nachladen der Kameraakkus hinterher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Das Frühstück ist vorbei, wir ziehen los. Immer auf festgelegten Pfaden abseits des Flusses. Wichtigste Grundregel: Der Fluss gehört den Bären. Aber auch Grizzlies sind neugierig: Zum Lunch bekommen wir Besuch im Camp. Foamy, eine große 25 Jahre alte Bärin, spielt mit unseren Handtüchern auf der Wäscheleine. &quot;No!&quot; Phil sagt das freundlich, aber bestimmt. Foamy wirkt etwas enttäuscht und trottet gemächlich zum Fluss. Spielverderber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&quot;Alle Bären sind bei uns im Camp willkommen&quot;, sagt Phil, &quot;aber wir haben genaue Regeln, um unsere Sicherheit und die der Bären zu gewährleisten.&quot; In der täglichen Sicherheitsbesprechung für Gäste und Mitarbeiter des Camps fügt Ross erklärend hinzu: &quot;Beständigkeit und Berechenbarkeit machen es möglich, dass wir und die Grizzlies friedlich miteinander umgehen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Meine Zeit rast dahin. Frühmorgens liebe ich es, die Bären von der Terrasse der Hauptlodge zu beobachten. Gleich danach geht es mit einem Guide in die Wildnis. Nachmittags suche ich mir eine Aussichtsplattform in den Bäumen und beobachte das Treiben der Grizzlies und der Weißkopfseeadler. Und eigentlich wünsche ich mir, dass das nie zu Ende geht. Ich bin unter Bären. Gefährliche Raubtiere. Und ich bin so entspannt und energiegeladen wie seit Ewigkeiten nicht.</description>
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                <title>Yukon Side-Trip: Silver Trail 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Yukon-Side-Trip-Silver-Trail.html</link>
                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/rsf-suburban-silvertrail-view.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Yukon Highway 11.&lt;br /&gt;Juni 2015. Unterwegs im Land der Mitternachtssonne. Wir haben bei Stewart Crossing angehalten und werfen den ersten Blick auf den Silver Trail. Eine fast vergessene Straße im Yukon. Zum Teil auf?Schotter. Eine gut 100 Kilometer lange Sackgasse. Zweifel steigen in mir auf: Lohnt sich dieser Abstecher wirklich? Werden wir ihn morgen bereuen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text und Fotos: Rainer Schoof&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Silver Trail verbindet die Siedlungen Mayo, Elsa und Keno City mit dem Klondike Highway. Der Begriff &quot;Siedlung&quot; passt, denn es sind wirklich nur kleine Ansiedlungen. Keno &quot;City&quot; ist da durchaus irreführend. Ein paar Häuschen also und eine auf gut 100 Kilometer gestreckte Verbindungsstraße. Da fällt es nicht schwer, sich auszumalen, wie ruhig und einsam es hier ist. Niemand kommt uns entgegen. Und wieder leichte Zweifel: Ob dieser Side-Trip wirklich lohnt? Morgen Abend müssen wir ja schon in Whitehorse sein. Werden wir das Ganze dann bereuen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein. Quatsch. Zweifel beiseite. Der Silver Trail fehlt mir noch. Ich will ihn fahren! Und der erste, asphaltierte Teil dieser Strecke ist keinesfalls langweilig. Am mächtigen Stewart River geht es entlang, teilweise mit tollen Ausblicken im warmen Licht der Abendsonne. Wir fliegen so dahin. Bis Mayo. An der T-Kreuzung geht es rechts in den Ort und links weiter nach Keno. Wir sind spät genug, denken wir, und biegen direkt links ab. Und verlassen den Asphalt. Es wird wilder. Noch wilder als vorher schon. Stark. Genau mein Ding. Unterwegs noch der Five Mile Lake Campground. Gefällt mir gut - am liebsten würde ich direkt hier bleiben. Aber wir haben noch etwa 50 Kilometer vor uns. Schnell machen wir ein kurzes Durchfahrt-Video und dann weiter auf dem Silver Trail. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht ein Stück bergauf. Das erste Fahrzeug kommt uns entgegen. Ein Truck. Sieht nach einem Handwerker aus. Und dann, fast plötzlich, erfasst uns die Landschaft. Aber wie! Ich muss anhalten. Mitten auf der Schotterstraße. Egal, es kommt ja keiner. Der Blick ist freigegeben über ein weites, nahezu unberührtes Wildnistal mit thronenden Bergen im Hintergrund. Aaaahhhh, man kann sich kaum sattsehen. Und das in diesem tollen Licht. Grandios. Das ist Kanada für mich! Es ist spät. Eigentlich. Neun Uhr abends vielleicht? Und die Sonne steht hoch am Himmel. Noch ein ganzes Stück. Und dann hört die Straße einfach auf. Weiter geht es an diesem Panorama entlang. Immer wieder rechts und links Relikte der Minengeschichte der Gegend. Auch hierhin hatte es die ersten Siedler des Goldes wegen verschlagen. Bei Keno wurden sie sogar fündig. Aber das Edelmetall, dass diese Gegend prägen sollte, war das Silber. Das brachte die Menschen nach Keno, das nun auch wir endlich erreichen. Es ist jetzt kurz vor 10. Na, ein Abendessen werden wir wohl nicht mehr bekommen. Hauptsache wir treffen überhaupt noch jemanden an unserer Unterkunft an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann hört die Straße einfach auf. Man steht vor dem charismatischen Keno Museum. Genau wie das ganze kleine Dörfchen wird auch das Museum von den wenigen Bewohnern dieses Nestes liebevoll in Schwung gehalten, wie wir später erfahren. Jetzt und hier kann man erst einmal nur nach rechts oder nach links abbiegen und jeweils ein kleines Stückchen innerhalb des Ortes weiterfahren. Aber nur innerhalb des Ortes. Ansonsten geht es tatsächlich nicht weiter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;The End of the Road&quot;. Das Ende der Straße. Wir wenden den Blick nach links und sehen unsere Unterkunft - das Silvermoon Bunkhouse. Von wegen keiner da. Da sind doch noch Kreissäge und andere Geräte in der Abendsonne aufgebaut. Tatsächlich, Dirk Rentmeister arbeitet noch - es gibt noch einiges zu tun an der neuen Cabin neben dem Silvermoon Bunkhouse. Doch jetzt hat er sich umgedreht und winkt uns zu. Klar, er muss ja davon ausgehen, dass wir seine Gäste sind. Wer soll auch sonst hier vorbeikommen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit seiner Frau Tracy hat Dirk das Bunkhouse gebaut. Beide bewirtschaften es. Wohl eher sie - er baut weiter. &quot;Bunkhouse&quot; - also der Name führt echt ein Stück weit in die Irre. So auch uns. Bunkouse hieß für mich immer rustikal, einfach, Stockbetten. Tja, was für eine wundervolle Überraschung. Alles ist neu, alles ist geschmackvoll, alles ist gut durchdacht. Sechs echt schöne Zimmer bietet die Unterkunft. Das Einzige, was mit einem &quot;Bunkhouse&quot; nach meinem Verständnis entfernt zu tun hat: Die Zimmer haben kein eigenes WC und keine Dusche. Dafür gibt es aber in der Mitte die große zentrale Cabin, die über einen vorbildlich ausgestatteten Aufenthaltsraum verfügt. Mit großer Küche und allen erforderlichen Geräten. Und mehreren WCs und Duschen - alles tip-top - im hinteren Teil des Holzhauses. Tracy ist inzwischen von Dirk gerufen worden und zeigt uns alles. &quot;Wir filmen schnell mit&quot;, habe ich glücklicherweise noch kurz vorher eine Eingebung und zücke das iPhone.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben uns verquatscht mit den gastfreundlichen Kanadiern und im Anschluss ziemlich viel Zeit oben auf dem Keno Hill verbracht. Grandios, aber wir haben Hunger und es ist inzwischen 11 Uhr abends. Egal, wir versuchen unser Glück und nehmen Keno City in Augenschein. Also die Handvoll Holzhäuser, die den Kern ausmachen. Echtes Western-Feeling hier. Man schlendert über die staubige Straße und fühlt sich wie John Wayne. Alles wirkt wie aus einem Western entlehnt. Das Keno Museum, die kleine Holzkirche, das Keno Hotel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann sehen wir doch tatsächlich eine kleine Bar - oder sollte man Saloon sagen? Drinnen urig, gemütlich. Hier kann ich direkt bleiben. Schnell mal ein Bier bestellt und ein bisschen mit dem Besitzer gequatscht - auch er absolut authentisch! Ob wir noch was zu essen bekommen können, fragen wir. Es ist jetzt Mitternacht. &quot;Klar!&quot;, die Antwort. &quot;Fish und Chips kann ich Euch noch machen.&quot; Wir könnten es aber auch in der anderen Bar über die Straße versuchen. Was? Hier gibt es noch eine Bar, die jetzt noch auf hat? Obwohl hier im ganzen Ort praktisch kein Mensch ist? Tatsächlich, außer uns sitzt nur noch ein einziger Gast an der Bar. &quot;Ja, klar haben die noch auf!&quot; Wir sollten doch einfach mal schauen gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gesagt, getan. Rüber zum Keno Hotel. Da ist die andere Bar. Und wir sind wieder überrascht. Durchaus groß und echt gemütlich! Schöne Tische, eine lange Bar - sogar eine kleine Bühne, auf der Instrumente aufgebaut sind. Ja, das kann man sich vorstellen, dass es hier drin auch richtig gute Stimmung geben kann. An der Bar sitzen ein paar Gäste - offensichtlich Hotelgäste. Ansonsten ist der Laden leer. Aber die Stimmung ist gut. Und klar kriegen wir noch was zu essen um Mitternacht. Ob Grilled Cheese Sandwich ok wäre. Wir lachen. Ja, sicher! Und ein schönes gezapftes Yukon Gold. Ich mag Keno! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Keno ist funky! Mal ehrlich: Wie jeder andere auch, haben wir anfangs gefragt, ob sich der lange Sackgassenabstecher auf den Silver Trail lohnt. Inzwischen fällt mir die Antwort leicht: JA! Es lohnt sich! Die Kombination aus den Anfahrtspanoramen, diesem klitzekleinen, witzig-lässigen Ortes, einer schönen Unterkunft und, natürlich, die atemberaubende Mitternachtssonnen-Szenerie zwischen den wilden Gebirgszügen auf dem Keno Hill - genau das macht diesen Abstecher lohnenswert! Doch ein letzter Tipp zum Silver Trail: Von Keno aus nicht &quot;hintenrum&quot; den Loop zurück fahren, der erst später wieder auf die Straße nach Mayo stößt, sondern den direkten Weg zurück. Wir entscheiden uns leider anders. Die Straße ist teilweise richtig schlecht - wir sind froh über den Allradantrieb unseres Wagens. Und man sieht praktisch nichts, da rechts und links eigentlich permanent Bäume stehen. Also überhaupt kein Vergleich zu der wunderschönen Panoramastrecke, die Keno City direkt mit Mayo verbindet und die wir nun leider verpasst haben. Naja, sei&#039;s drum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, und dann bringt uns der Silver Trail wieder zurück auf den Klondike Highway. Silver Trail - CHECK!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/NOlujxPe4Bo&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;</description>
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                <title>Zum Ende aller Straßen 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 28 Mar 2019 09:18:20 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/pfaff-camperdenali.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Die Wildnisstraßen in Yukon und Alaska. Ein Traum für Individualisten. Aber eine Kleingruppenreise? Mit dem Camper? Im Juni 2015 wagte SK dieses Experiment. Die Idee: Zur Sommersonnenwende den Polarkreis überqueren. Und bis zum Ende aller Straßen in Kanada fahren. Unter meiner Begleitung...&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text und Fotos: Hans-Gerhard Pfaff&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;Kein Katalogtext, kein Flyer.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;Es sollte ja bloß ein Versuch sein. Der Versuch, eine Idee von mir in die Reisetat umzusetzen. Eine Kleingruppenreise im Wohnmobil. Und kompromisslos über meine Lieblings-Wildnisstraßen im Yukon und in Alaska. Ja, die bewusst ungewöhnliche Streckenführung sollte nicht nur den einsamen Denali Highway und den Dempster bis hoch nach Inuvik einschließen. Auch der Silver Trail mit dem 2000 Meter hohen Keno Hill sollte bewältigt werden. Natürlich war ich dankbar, dass SK Touristik dieses Wagnis mit mir eingehen wollte. Aber Zweifel waren von Beginn an da: Würden auch genug Leute mit mir mitfahren wollen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Bloß nichts vorbuchen. Wir übernachten, wo es uns gefällt.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mache es kurz: Das Interesse an dieser Reise war so groß, dass schon eine Woche nach Online-Bekanntgabe die angepeilte Gruppengröße von etwa 20 Personen erreicht war. Also ein knappes Dutzend Truck Camper. Nur dieses Fahrzeug kam für mich in Frage, allein schon aufgrund der größeren Bodenfreiheit - schließlich sollte es ja über Schotterpisten gehen! Und bloß nichts vorbuchen. Wir übernachten, wo es uns gefällt. Ich weiß, im Süden Kanadas wäre das mit einer kleinen Gruppe sicher nicht so einfach. Aber das ist ja gerade das Reizvolle am Norden. Hier oben kann man in seinem Campmobil auch am Rande einer Wildnisstraße übernachten. Einfach so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tourstart. Willkommen in Whitehorse. Traditionell noch am Abend der Buffalo Burger im High Country Inn. Schlafen, Jetlag, ganz frühes Frühstück und schnell zur Fraserway-Station. Stationsmanagerin Denise hat ihre Mitarbeiter gut vorbereitet. Schon bald rollen wir mit unseren Apartments auf Rädern auf die Straße und aus Whitehorse heraus. Auf dem Alaska Highway geht es über Haines Junction zum ersten Campingplatz. Gut, dass die Kamera schon griffbereit liegt - auf dem Weg sehen wir schon den ersten Grizzly am Straßenrand! Na, wenn das kein gutes Omen für diese Tour ist. Erstes Lager am Rande des Kluane National Park. Lagerfeuer. Ein Bierchen. Näheres Kennenlernen. Ach, es ist schön, wieder mit Gleichgesinnten in Kanadas Norden unterwegs zu sein! Ein Tag Ruhe - und dann hatte ich eine anspruchsvolle Wanderung eingeplant. Auf dem Sheep Creek Trail geht es zum Teil ordentlich bergauf und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Die Bergschafe sehen wir nur weit entfernt, dafür werden wir mit herrlichen Panoramablicken belohnt. Traumhaft! Es lohnt sich, die Zeit zu investieren und auf Schusters Rappen tiefer in die Wildnis einzutauchen. Eigentlich egal wo im Yukon - aber hier am Sheep Creek Trail gefällt es mir besonders. Weiter zur alaskanischen Grenze. Den ersten Staub haben wir schon geschluckt. Allerdings nicht auf einer geplanten Schotterpiste, sondern in einer kilometerlangen Baustelle vor der Grenzstation. Die erste Nacht in Alaska verbringen wir auf dem Tok RV Village Campground. Ziemlich teuer, aber es wird jeden Abend Live-Musik geboten. Schade, diesmal ist es nicht mein Bekannter Dave Stucliff, der singt, sondern ein junger, aber durchaus talentierter Kollege. Tagsüber findet man den jungen Mann in der Touristinfo von Tok.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über Fairbanks geht es zum Berg aller Berge, dem Denali (ehemals Mount McKinley). Ich weiß, der Juni ist schon so etwas wie Hochsaison im Denali National Park. Und eigentlich sollte man hier den Campingplatz vorgebucht haben. Klar also, dass es hier mit der Suche für einen Stellplatz spannend wird. Doch wir haben Glück und finden ganz in der Nähe einen schönen freien Platz, an dem wir sogar bereits unsere Plätze im Shuttle Bus für unsere Tour in den Park am nächsten Morgen buchen können. Die Denali Park Road ist der Wahnsinn. Es schüttelt und staubt und doch möchte man keinen Meter missen! Und dann die vielen traumhaften Aussichten auf den 6194 Meter hohen Denali! Wir haben die Strecke bis zum Eielson Vistor Center bei Mile 66 gebucht. Ab dort wollten wir wandern. Unterwegs macht uns der Busfahrer dann aber auf die wolkenfreie Sicht auf den Denali aufmerksam. Er rät uns, die 12 Dollar extra für die Weiterfahrt bis zum Endpunkt am Wonder Lake zu investieren. Super Tipp! Selbst am Nachmittag haben wir vom See noch eine herrliche Sicht zum Berg hinauf. Angeblich ist das an höchstens 25 Tagen im Jahr möglich!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber jetzt mal richtig Schotterpiste. Der gut 200 Kilometer lange Denali Highway - nicht zu verwechseln mit der Denali Park Road - erwartet uns. Fast den ganzen Tag brauchen wir für diese kaum befahrene Wildnisstraße. Am südlichen Rand der schneebedeckten Alaska Range zieht sie sich entlang. Für mich und viele unserer Teilnehmer einer der großen Höhepunkte dieser Tour. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück nach Kanada. Über den Top of the World Highway. Die nächste Wildnis-Schotterpiste. Traumhaft! Übrigens, wie immer fahren wir nicht im Konvoi. Jeder fährt für sich. Jeder hat sein eigenes Roadbook. Unser Ziel: die Goldgräberstadt Dawson City. Vorher aber die Fähre über den Yukon River. Es wird spät. Zum Glück haben wir ausnahmsweise unsere Stellplätze auf dem Gold Rush Campground vorgebucht. Zugegeben, nicht der schönste Platz auf unserer Tour, doch dafür liegt er nur einen Block von Diamond Tooth Gertie&#039;s Gambling Hall entfernt. Ein Muss in Dawson. Das älteste Spielcasino Kanadas mit seinen Can-Can-Tänzerinnen bietet seit diesem Jahr eine neue, mitreißende Bühnenshow. Selbst die Goldgräber an den Spieltischen stehen johlend auf den Stühlen und klatschen im Takt des Klavierspielers. Dann der Dempster Highway. Das größte Schotterpisten-Abenteuer Kanadas erwartet uns. Eine Sackgasse, die in der nur 3000 Einwohner zählenden Kleinstadt Inuvik am Delta des Mackenzie River endet. Nach 740 Kilometern, viel Wildnis und Einsamkeit. Und traumhaften Panoramaausblicken! Auf den Höhenzügen der über 1000 Meter hohen Eagle Plains ist unsere kleine und zudem weit auseinander gezogene Karawane schon von Weitem zu sehen. Jeder Camper zieht eine lange Staubfahne hinter sich her. Die erste Tankstelle erreichen wir nach 370 Kilometern. Eagle Plains. Hier gibt es auch einen einfachen Campground, den wir nutzen.  Doch wer hier in der zweiten Junihälfte gut 30 Straßenkilometer südlich des Polarkreises übernachtet, erlebt gar keine Nacht mit Dunkelheit. Die Mitternachtssonne beherrscht die Szenerie. Wir bieten den Moskitos die teils netzbewehrte Stirn, bilden einen großen Kreis aus Campingstühlen und erleben nachts um drei Uhr zusammen die Sonnenwende. Mit Ausblicken über hunderte Kilometer weit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fünf Tage haben wir für den Dempster vorgesehen. Wir kommen schnell voran. Nach einer Nacht auf dem von First Nations betriebenen Campground von Fort McPherson erreichen wir am dritten Tag schon Inuvik am Mackenzie-Delta. Dempster-Bergfest - wir müssen die 740 Kilometer ja auch wieder zurück. Zurück am Polarkreis erwartet uns der nächste Höhepunkt unseres Reiseabenteuers. Und was für einer: Wir verbringen die Nacht direkt am Aussichtspunkt des Polarkreises. Hier gibt es zwar keinen offiziellen Stellplatz, aber allein die Tatsache, hier zu stehen und so unendlich weit in das Land der Mitternachtssonne hinausblicken zu können, macht diesen Abend besonders. Ganz besonders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Je weiter wir auf der Weiterfahrt nach Süden kommen, desto mehr nehmen wir den Rauch von teilweise noch weit entfernten Waldbränden wahr.  Schade, dass wir am Tombstone Campground keine Fernsicht mehr auf den 2164 Meter hohen Mount Tombstone haben. Mit seinen spitz aufragenden Felsen ist er eines der Wahrzeichen des Dempster Highway.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bye, bye, Dempster. Über den Klondike Highway geht es nun wieder über Asphalt bis Stewart Crossing. Hier biegen wir auf den Silver Trail, im letzten Teilstück wieder eine Sand- und Schotterpiste. Bei der 250-Seelen-Gemeinde Mayo stelle ich dann alle Teilnehmer vor die Wahl, entweder hier am schönen Campground am See zu bleiben oder mit mir zum Ende des Silver Trail direkt auf den über 2000 Meter hohen Keno Hill zu fahren. Zwei Teilnehmerpaare winken ab. Der Rest folgt mir. Der Weg ab Keno City auf den Keno Hill ist anspruchsvoll. Es geht in Serpentinen über 10 Kilometer bergauf in die dicht mit Wolken verhangenen Berge. Doch das Erlebnis dieser spektakulären Bergwelt - hier oben ganz allein - ist einmalig. Wirklich einzigartig. So etwas erlebt man nicht so oft im Leben, glaube ich. Ein Traum, hier oben im Camper zu übernachten. Denken wir. Das Unheil kommt nach Mitternacht. Es zucken Blitze über den Himmel und der Regen prasselt auf uns nieder. In den ganz frühen Morgenstunden wecke ich alle Teilnehmer: &quot;Ich glaube, wir sollten hier weg, bevor der Trail hinunter zur Schlammrutsche wird!&quot; Kein Risiko mehr am vorletzten Tag der Tour. Da stimmten alle zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir den Rest der Gruppe eingesammelt haben, geht es weiter über den Klondike Highway nach Whitehorse, wo unsere Reise begonnen hat. Unser Fazit: Experiment gelungen. Und die Erkenntnis: Auch im Nordland kann eine Kleingruppenreise genau das Richtige sein. Für denjenigen, der bereit ist, die Wildnis und Naturwunder zu teilen. Sie in einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft Gleichgesinnter zu erleben. Und ja, natürlich müssen wir diese Reise wiederholen! Im nächsten Jahr. Selbe Zeit, selber Ort. Ich freue mich schon!</description>
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                <title>Im Wald der Geisterbären 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 20 Mar 2025 12:13:27 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/exphspiritb_02.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Es gibt sie, die weißen Bären, die keine Albinos und auch keine Polarbären sind. An einem Ort ohne Straßen. Wo die Berge in den Pazifik stürzen und der Nebel den Regenwald auch an Sonnentagen verhüllen kann.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Ole Helmhausen&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Zeit vergeht im Flug.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit vier Tagen bin ich nun zu Gast in der Spirit Bear Lodge. Mitten im Great Bear Rainforest von British Columbia. Westlich von mir liegt die Leere des Pazifiks, östlich die alpine Endlosigkeit der schneebedeckten Coast Mountains. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klemtu, der Hauptort der Kitasoo-Xai-&#039;xai-Indianer und Lodge-Betreiber auf Swindle Island, liegt dazwischen. Stecknadelkopfgroß inmitten einer Ehrfurcht gebietenden Kulisse aus tiefen Fjorden, &quot;Channels&quot; genannten Wasserwegen und unbewohnten Felseninseln. Straßen hierher gibt es nicht. Die Berge stürzen so abrupt in den Pazifik, dass Schiffe sich ihnen bis auf ein, zwei Meter nähern können und dabei noch immer locker über hundert Meter Wasser unter dem Kiel haben. Sieben Meter hohe Gezeiten und subarktische Stürme aus Alaska geben in dieser urwüchsigen Welt den Ton an, und eine tausende Kilometer lange Dünung, die seit Urzeiten gegen diese Küsten anrennt und verdampft und den größten Nordamerika gebliebenen, gemäßigten Regenwald auch an schönen Tagen in dichten Nebel hüllen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr als 60 000 Quadratkilometer ist der &quot;Great Bear Rainforest&quot; groß. Der Regenwald des Großen Bären, so ist die riesige Waldfläche von Umweltschützern einst genannt worden. Sie reicht von den Discovery Islands zwischen Vancouver Island und dem Festland von British Columbia bis nach Alaska. Alte, nie geschlagene Sitkafichten, Hemlocktannen, Rotzedern und Douglaskiefern halten in den düster dräuenden, tropfnassen Wäldern aus. Und eine Tierwelt, die es in dieser Fülle sonst wohl nur noch in Afrika gibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, vier Tage bin ich nun hier. Und seitdem schlagen neue Eindrücke mit unverminderter Wucht über mir zusammen. Auch wenn ich den Hauptgrund meines Besuches, den seltenen weißen Geisterbären, noch immer nicht gesehen habe: Ich bin überwältigt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Doug Neasloss und Vern Brown, den Kitasoo-Bärenführern der Lodge, und einer Handvoll weiterer Besucher bin ich im Wassertaxi durch die Fjorde geschippert. Jede Tour war für mich eine Expedition ins Unbekannte. Ich habe einen ganzen Vormittag an einem kleinen Wasserfall verbracht, wo ein dicker Schwarzbär glücklich und zufrieden im Wasser saß und in aller Ruhe Lachse fischte. Ich war mit Vern im Unterholz unterwegs und habe mit klopfendem Herzen das &quot;Schlafzimmer&quot; eines Grizzlybären besucht. Eine ausgelegene, &quot;Daybed&quot; genannte Mulde mit dunklen Haarbüscheln an den Zweigen und davor ein alter &quot;Rubbing Tree&quot;, dessen Rinde in Brusthöhe blitzblank schimmerte, weil sich ganze Bären-Generationen daran geschubbert haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am dritten Tag hockte ich sieben Stunden reglos auf einer Kiesbank und erlebte ein Schauspiel, das Vern &quot;Circle of Life&quot; nannte, den Kreislauf des Lebens. Bühne und Darsteller: ein vor Lachsen brodelnder Fluss, sieben fischende Grizzlybären vor, neben und hinter mir, die abwechselnd ihre Beute in den Wald schleppten, um dann für den nächsten Bissen direkt wieder am Fluss aufzutauchen. Verwesende Lachskadaver überall, im harten Riedgras und auf den flachen Steinen, selbst im Tode noch die Verbindung herstellend zwischen Meer, Fluss, Bach und Regenwald. Sie düngen die hungrigen Waldböden mit wertvollen Nährstoffen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sorge um meine Sicherheit hatte ich zu keiner Zeit, ich war ja in guten Händen. &quot;Die wollen nichts anderes als sich den Bauch vollschlagen und ihre Ruhe dabei haben&quot;, sagte Doug. &quot;Solange wir ihnen Raum lassen, uns nicht aufdrängen und sie nicht mit plötzlichen Bewegungen stören, ist alles ok.&quot; Vern pflichtete Doug bei und fügte hinzu: &quot;Unser oberstes Gebot beim Bear Viewing ist Beständigkeit und Berechenbarkeit. Wir praktizieren das schon seit Jahren, und das Resultat sind Bären, die sich, solange wir ihre Spielregeln befolgen, nicht weiter an uns stören.&quot; Zurück zur Lodge pflegten uns Wale und Delfine zu begleiten. Und manchmal auch Seeotter und Seelöwen. Das Tiererlebnis hörte einfach nie auf. Toll!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein Grund zum Meckern also, und dennoch: Den weißen Geisterbären, den Spirit Bear, würde ich trotzdem noch gern sehen. Schließlich komme ich nicht alle Tage hierher. Deshalb stehe ich am vierten Tag schon frühmorgens um halb sieben auf der Pier der Spirit Bear Lodge und warte im Nieselregen auf das Wassertaxi. Drei Stunden soll es mit dem Boot nach Norden gehen, nach Gribbell Island. Dort, hat Lodge-Manager Tim McGrady gesagt, herrsche derzeit die größte Wahrscheinlichkeit, die seltenen Kreaturen zu sichten. &lt;br /&gt;Als das Wassertaxi mit Skipper Charlie Mason anlegt, fasse ich noch mal schnell zusammen, was ich bis jetzt über den weißen Schwarzbären gehört habe. Extrem selten ist er. Und der Great Bear Rainforest ist der einzige Ort auf der Welt, wo er zu finden ist. Wissenschaftler, die ihn Kermode-Bär nennen, gehen von 400 Exemplaren aus. Die Kitasoo-Xai-&#039;xai halten rund 120 Exemplare für wahrscheinlicher. Seine weiße oder cremefarbene Färbung rührt wohl von einer seltenen Genmutation her, doch die Erklärung der Kitasoo-Xai-&#039;xai klingt weiser: Als der mythische Rabe die Welt erschuf, machte er einen von zehn Schwarzbären weiß. Um die auch damals schon notorisch unzufriedenen Menschen an die Eiszeit zu erinnern. Daran, dass die Welt anfangs eine eisige, lebensfeindliche Ödnis war. Eine lebendige Aufforderung, für die Gaben der Natur dankbar zu bleiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zukunft des Spirit Bear ist ungewiss. Die Jagd auf ihn ist verboten, nicht aber die auf Schwarzbären. Was, so Tim McGrady, keinen Sinn macht, da auch viele Schwarzbären hier das &quot;weiße&quot; Gen tragen. Wilderei ist ebenfalls ein Problem, der Stamm hat deshalb an Wildwechseln automatische Kameras installiert und lässt Aufpasser, die sogenannten &quot;Watchmen&quot;, an den Fjorden und Kanälen des Stammesgebiets patrouillieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann ist da noch die geplante Pipeline von den Teersandölfeldern in Alberta quer durch die Rockies und den Great Bear Rainforest hoch nach Kitimat. Die Mehrheit der kanadischen Bevölkerung will sie nicht, und dennoch wird die Regierung wohl demnächst ihr GO geben. Auch die Küstenindianer, allen voran die Kitasoo-Xai&#039;xai und die Gitga&#039;at weiter nördlich, sind besorgt. Die Folgen einer Ölkatastrophe für die einzigartige Fauna und Flora des Great Bear Rainforest wären katastrophal. Anders als die Inlandstämme, von denen sich einige bereits von der Ölindustrie haben auskaufen lassen, verteidigen diese Stämme ein Ökosystem, mit dem sie seit über 10 000 Jahren in enger Symbiose leben. Vor Gericht kämpfen sie um die Zukunft ihrer Kinder und investieren dabei viel Geld. &quot;Sie werden niemals aufgeben&quot;, glaubt Tim McGrady, &quot;und wenn sie verlieren, werden sie Protestaktionen starten, und viele werden bereit sein, dabei ihr Leben aufs Spiel zu setzen. So ernst ist es ihnen.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Entwicklung des Bear Viewing für Touristen ist dabei so wichtig wie nie zuvor. Denn je höher die Umsätze der Bear-Viewing-Anbieter vor Ort, desto einflussreicher ihre Stimme bei den Verhandlungen mit der Regierung. Dem fotogenen Geisterbären kommt dabei als Zugpferd zentrale Bedeutung zu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zentrale Bedeutung hätte so ein Spirit Bear auch für meinen heutigen Tag in der Wildnis. Doch auch nach mehreren Stunden auf Gribbell Island lässt sich der von den Indianern &quot;Moskmól&quot; genannte Geisterbär nicht blicken. Von einer kleinen, von den Gitga&#039;at angelegten Plattform aus scanne ich den knietiefen Fluss und seine Ufer. Regenwald wuchert, ineinander verknotetes Unterholz posiert als undurchdringlich grüne Wand. Gemütlich schiebt eine Schwarzbärenmutter mit drei Jungen vorbei. Aber ganz ehrlich, sie interessiert mich im Augenblick nicht - so arrogant das auch klingen mag. Kurz darauf fischt ein junger Schwarzbär direkt vor mir einen Lachs aus dem Fluss und zieht sich mit seiner Beute ausgerechnet unter unsere Plattform zurück. Eine Weile höre ich ihn schmatzen, direkt unter meinen Füßen, dann trollt er sich flussabwärts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich mich schon damit abgefunden habe, auf dieser Reise keinen weißen Bären mehr zu sehen, passiert es: Ein Geisterbär flussaufwärts, und was für einer! Endlich. An einem über den Fluss gestürzten Baum geht er in Stellung. Er ist wählerisch, er nimmt nicht jeden Lachs, soviel erkenne ich durchs Objektiv. Hin und wieder hebt er den massigen Kopf, schaut nach rechts und nach links, so als überlege er, ob er anderswo vielleicht mehr Glück habe. Er ist geduldig. Der Bauchklatscher passiert so schnell, dass ich nicht rechtzeitig auf den Auslöser drücke. Den Lachs erwischt er erst nach einer wilden Jagd flussaufwärts. Danach trottet er flussabwärts, auf uns zu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem der Gitga&#039;at-Guides verlasse ich die Plattform und klettere zum Ufer hinab. &quot;Don&#039;t move now, don&#039;t talk&quot;, zischt der, während der Geisterbär auf der anderen Flussseite näher kommt. Hin und wieder hält er an, hält die Nase in die Luft und wittert. &quot;Er riecht die anderen Bären&quot;, flüstert der Guide, &quot;nicht uns.&quot; Mich hat er tatsächlich schon längst gesehen, und auch, als er in weniger als 15 Metern Entfernung an mir vorüber trottet, schaut er nur einmal gleichgültig zu mir herüber. Er scheint zu wissen: Von den Menschen da drüben geht keine Gefahr aus. Sie bleiben immer brav auf ihrer Flussseite. Das ist so, seitdem er denken kann. Und ich hoffe, dass sich das niemals ändern wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/A5HORdG_8mA&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;</description>
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