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                <title>SK Touristik - Kanada. Leidenschaftlich./Kanada Reise/Reiseberichte/Kanadafieber 2Artikel</title>
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        <description>Artikel aus der Kategorie Kanadafieber 2</description>
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                <title>Polarbärenguide in Churchill 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 11 Apr 2019 03:02:06 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/duval_kelsey-eliasson_nanuq.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;DER POLARBÄRENGUIDE&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;An der Hudson Bay, in der wilden Tundra von Manitoba, liegt unweit der Ortschaft Churchill die kleine Siedlung Camp Nanuq. Hier leben nur eine Handvoll Leute. Die meisten davon, sagt Kelsey Eliasson, &quot;sind ziemlich schräg drauf&quot;. &lt;br /&gt;Text und Fotos: Birgit-Cathrin Duval&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Als Kelsey Eliasson nach Hause kommt, sieht die Küche aus wie nach einem Bombenangriff. Zerbrochenes Geschirr, zersplitterte Schranktüren, die Vorratskammer verwüstet. Nur die Tasse auf dem Tisch ist unversehrt, als hätte sich der Eindringling einen Kaffee gegönnt. Die Hütte war gut gesichert, Türen und Fenster mit Nagelbrettern verriegelt. Genutzt hat es nichts. &quot;Wenn sie reinwollen, dann schaffen sie es auch&quot;, sagt Kelsey. &quot;Dieser Polarbär hat einfach das Brett abgerissen und ist durchs Fenster reinspaziert.&quot; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Auge in Auge&lt;/b&gt; &lt;i&gt;mit den Königen der Arktis&lt;/b&gt;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kelsey bekommt öfter Besuch. Die weißen Riesen, Ursus Maritimus, sind die größten und gefährlichsten Landraubtiere der Welt. Da schaut man schon mal um die Ecke, bevor man aus dem Haus geht. Besonders, wenn man in Camp Nanuq lebt, einer kleinen Siedlung aus Holzhütten, rund 20 Kilometer außerhalb der Ortschaft Churchill. Die nennt sich stolz Eisbärenhauptstadt und zieht jedes Jahr ab Oktober die Bärenbeobachter in den hohen Norden Manitobas. Während der Eisbärensaison von Oktober bis November sind alle Hotels und Unterkünfte ausgebucht. In Camp Nanuq leben nur eine Handvoll Leute. Die meisten davon, sagt Kelsey &quot;sind ziemlich schräg drauf&quot;.&lt;br /&gt;Kelsey, Mitte 40, stammt aus Riverton in Süd-Manitoba. Ein kleiner Ort, gegründet von isländischen Auswanderern. Auf seine Wikinger-Vorfahren ist Kelsey stolz. Irgendwann hatte er die Prärie satt und zog gen Norden. In Churchill heuerte er als Fahrer eines Tundra Buggy an. Das ist das gepanzerte Fahrzeug, das die Touristen zum Fotografieren hinaus zu den Polarbären bringt. Und Kelsey wusste sofort, dass er ab sofort hier leben wollte - Auge in Auge mit den Königen der Arktis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach zehn Jahren am Steuer des Tundra Buggy startete Kelsey sein eigenes Unternehmen. Er spezialisierte sich auf die Begleitung von Filmteams, die er ganz nahe an die Tiere führte. Zu Fuß, ohne den Schutz eines Tundra Buggy. Der Vorteil: Statt von oben herab können die Tiere in Augenhöhe fotografiert und gefilmt werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und er begann zu lesen. So ziemlich alles, was je zum Thema Polarbären geschrieben wurde. Kelseys Wissensschatz über die Tundra ist enorm. Und darüber schreibt er während der Polarbärensaison. Täglich - in seinem &quot;Polar Bear Alley&quot;-Blog. Dort gibt es aktuelle News über Churchills Bären und informative Beiträge über das Verhalten der Tiere, das Wetter und die Natur. Halt über die Dinge, mit denen sich Kelsey seit Jahren beschäftigt. Mit &quot;Polar Bears of Churchill&quot; hat er inzwischen auch ein kleines Büchlein geschrieben, das gerade Touristen interessante Infos über Churchill und seine Bären vermittelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie fast jeder in Churchill ist der bärtige Kelsey mit seinen langen Haaren ein Lebens- oder Überlebenskünstler. Nach dem Arktissommer gilt es den harschen Temperaturen zu trotzen und dabei irgendwie auch seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ein paar Jahre versuchte Kelsey sich als Herausgeber von Churchills erster Zeitung, der &quot;Hudson Bay Post&quot;. Der passende Untertitel der Zeitung: &quot;Churchill&#039;s monthly newspaper, published occasionally&quot;. Doch wegen finanzieller Engpässe musste dieses Projekt weitestgehend aufgegeben werden. Hin und wieder gelingt es ihm jedoch, eine Ausgabe zu finanzieren. Mehr Geld verdient Kelsey neben seinen diversen Jobs als Tourguide mit der Malerei. Seine Polarbären-Acrylbilder sind inzwischen sehr gefragt und werden von Churchill landesweit an ihre neuen Besitzer verschickt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ich mir ein Bild von seinem Leben machen kann, holt mich Kelsey in Churchill ab. Mit dem Pickup-Truck rumpeln wir über den zugefrorenen See zu seiner Hütte in Camp Nanuq. Hier werden wir freudig begrüßt. Kelseys Hunde &quot;Moonunit&quot; und &quot;Milo&quot;, ein Husky und ein Husky-Mix, springen vor der Hütte auf und ab. &quot;Das ist der beste Bärenschutz&quot;, sagt Kelsey. Milo hat er darauf abgerichtet, Polarbären zu vertreiben. &quot;Früher lag die Schrotflinte immer neben dem Bett&quot;, erzählt Kelsey. Einmal hat er einem Eisbären in die Tatze geschossen. &quot;Der war drauf und dran, die Hütte dem Erdboden gleichzumachen.&quot; Heute besteht sein Bärenschutz aus einer alten Couch und einem Stapel Holz vor der Hütte. Geschossen hat er damals aus Unsicherheit. Soweit würde er es heute nicht mehr kommen lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kelsey holt Wasser aus einem Eisloch und kocht uns einen Kaffee. Fließendes Wasser gibt es in Camp Nanuq nicht. Strom ist vorhanden. Sogar Internet gibt es. &quot;Aus dem ungesicherten WLAN des Nachbarn&quot;, grinst Kelsey. Er lebt hier mit seiner Freundin Karine, die ebenfalls als Guide arbeitet und sich als Polarbären-Fotografin einen Namen gemacht hat. Dank Kelsey kommt sie näher als jeder andere an die Bären heran. So entstehen faszinierende Aufnahmen, die bereits von namhaften Magazinen wie National Geographic veröffentlicht wurden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Karine weiß eine Bären-Story aus Camp Nanuq zu erzählen. Sie war in der Küche, als am Fenster plötzlich ein Schatten auftauchte. Sie dachte, es sei Kelsey, der neugierig ins Fenster schaut, was es wohl zu Essen gibt. Doch statt Kelseys bärtigem Gesicht starrten sie zwei schwarze Bärenaugen an. Karine schrie auf und ließ den Löffel fallen. Kelsey griff im Nebenraum sofort zur Schrotflinte, um draußen in die Luft zu schießen. So werden zu neugierige Bären in Camp Nanuq vertrieben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob ihre Hütte in diesem Winter von einem ungebetenen Gast heimgesucht wurde, werden die beiden erst im nächsten Sommer erfahren. Nach der Polarbärensaison ziehen Kelsey und Karine mit ihren inzwischen drei Hunden nach Whitehorse in den Yukon, ihrer zweiten Heimat. &quot;Dort ist der Winter wärmer&quot;, schmunzelt Kelsey. Doch zum Sommer, wenn sich die ersten Polarbären wieder an der Hudson Bay sammeln, kehren Karine und Kelsey zurück. Zu ihrer Hütte in Camp Nanuq.</description>
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                <title>Gedanken von Kanadareisenden 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/shehecanada.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;SHE CAN&lt;/b&gt;&lt;i&gt;ada&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Tag in Kanada! &quot;Die Nacht war grauenvoll&quot;, denkt sie. Kaum geschlafen. Jetlag. &quot;Hoffentlich rächt sich das nicht.&quot; Denn gleich geht&#039;s zur Wohnmobilübernahme zu Fraserway. Sie überlegt, ihn zu fragen, ob man nicht am besten direkt hinfährt.  Wer weiß, wo hinterher die Zeit fehlt. Essen kann man doch auch später. Sie blickt ihn an und verwirft den Gedanken. Sie glaubt, von ihm etwas wie &quot;Frühstücken gehen!&quot;, zu hören und seufzt: &quot;Na, gut.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Frühstücksbuffet ist eher gewöhnungsbedürftig. &quot;Zu wenig frisches Obst&quot;, denkt sie. &quot;Und wer isst schon Bratwürstchen und Speck zum Frühstück? Fehlen ja nur noch Bohnen!&quot; Und nur dieses Weißbrot. &quot;Wird Zeit, dass wir einkaufen können!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fahrt zur Vermietstation vergeht wie im Flug. &quot;All diese neuen Eindrücke!&quot;, denkt sie und kann den Blick kaum vom Fenster abwenden. &quot;So kommt man wirklich gut rein.&quot; Der Hof von Fraserway. Alles voll mit Wohnmobilen. Es herrscht reger, geordneter Betrieb. Das beruhigt sie. &quot;Alles klar. Die wissen, was sie tun!&quot; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon bald wird der gebuchte Truck Camper vorgefahren. &quot;Mein Gott! Ist der groß!&quot;, denkt sie und erinnert sich, dass gerade er ja unbedingt dieses Fahrzeug haben wollte wegen des coolen Trucks. Sie lauscht angestrengt den Einweisungshinweisen des jungen, sehr kompetenten Mitarbeiters. Fragt an einem Punkt lieber nach. &quot;Na, im Zwei­felsfall wird er&#039;s wohl wissen&quot;, hofft sie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beide steigen ein. &quot;Er fährt. Das bestätigt ihn&quot;, überlegt sie und lächelt ihn an. Sieht, dass er zurücklächelt und denkt: &quot;Sag ich doch!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;HE CAN&lt;/b&gt;&lt;i&gt;ada&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Tag in Kanada! &quot;Das war doch schon mal &#039;ne gute Nacht!&quot;, denkt er. Von wegen Jetlag. &quot;So kann&#039;s weitergehen.&quot; Denn gleich geht&#039;s zur Wohnmobilübernahme zu Fraserway. Er überlegt, sie zu fragen, ob er schon zum Frühstück vorgehen kann. Er blickt sie an und verwirft den Gedanken. Sagt stattdessen: &quot;Sollen wir schnell zusammen Frühstücken gehen?&quot; und hofft, damit die Dinge beschleunigen zu können. Hört sie sagen: &quot;Ja, das wäre gut!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Cooles Frühstücksbuffet!&quot;, denkt er. &quot;Das Wichtigste ist da: Bratwürstchen und Speck. Fehlen eigentlich nur noch Bohnen!&quot; Aber das Toast ist auch gut. &quot;Das alles müssen wir nachher auch für unser Frühstück unterwegs einkaufen!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Fahrt zur Vermietstation stöhnt er in Gedanken: &quot;Puhh - zieht sich doch ganz schön.&quot; Blickt nach vorn aus der Windschutzscheibe. &quot;Warum fährt der so langsam?&quot; Der Hof von Fraserway. Alles voll mit Wohnmobilen. Es sieht nach Chaos aus. &quot;Na toll - ob die das auf die Reihe kriegen?&quot; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es dauert ewig, bis der gebuchte Truck Camper vorgefahren wird. &quot;So klein ist er gar nicht&quot;, lächelt er innerlich und erinnert sich, dass sie ja unbedingt dieses Fahrzeug haben wollte, weil es das scheinbar kleinste war. Er schaut auf die Armatur. Hört dem viel zu jungen, unerfahrenen Mit­arbeiter kaum zu. &quot;Im Zwei­felsfall wird sie sich&#039;s merken. Sie fragt ja eh bei allem nach&quot;, weiß er. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beide steigen ein. &quot;Ich fahre. Das beruhigt sie&quot;, denkt er und lächelt sie an. Sieht, dass sie zurücklächelt und denkt: &quot;Sag ich doch!&quot;</description>
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                <title>Wandern in den Rockies 0,00 €</title>
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                <pubDate>Tue, 18 Jun 2019 11:01:34 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/felix-michael_8-mountain-goats.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Kunden-Reisebericht&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Wandern in den Rockies&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Mit dem Camper in die Nationalparks Jasper und Banff. Mitten im September. Wer mitfahren will, den erwarten bestes Wetter und Regen, tolle Landschaften, wilde und weniger wilde Tiere, ausgedehnte Wanderungen und diverse Alarme. &lt;br /&gt;Text: Janina Hofmann   Fotos: Felix Michael&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Die Landschaft &lt;br /&gt;schlägt uns in ihren Bann.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kanada! So wild, so schön, so aufregend und leider - so weit weg. Dank eiserner Sparpläne und eines attraktiven Frühbucherangebotes, sollte der Traum dann endlich wahr werden. Aber wo bleiben meine Manieren? Bevor man mit anderen auf Reisen geht, muss man sich natürlich vorstellen. Wir, das sind Felix - zarte 29 Jahre jung, frisch gebackener Medizinstudent, 3. Kanadareise, Outdoor-erprobt - und Janina - noch zärtere, 27 Jahre jung, frisch zertifizierte Magistra, Kanada-Ersttäterin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über Vancouver, die Coast Mountains und den Wells Gray Park führt unser Weg in den Mount Robson Park und den sich anschließenden Jasper Nationalpark. Highlights bei der Einfahrt: der ungetrübte Blick auf den Mount Robson in der Abendsonne und unser zweiter Schwarzbär! Wir haben ihn ganz für uns allein und beobachten aus sicherem Abstand von der anderen Straßenseite. Als wir weiterfahren, verschwindet er im Unterholz. Ich mache mir Gedanken über die Tiere und die Straße. Felix meint, ich solle mir nicht so viele Sorgen machen. Bei uns lungern die Rehe schließlich auch am Straßenrand herum. Aber die Dämmerung setzt ein und plötzlich wird jeder Schatten in unserer Vorstellung zu einem Tier, das sich vor unseren Camper werfen will. Schnell einen Jahrespass an der Einfahrt zum Jasper Nationalpark gekauft. Um 21 Uhr Mountain Time - bei strömendem Regen - erreichen wir den Whistlers Campground. Hier ist zu dieser späten Stunde natürlich kein Platz mit Strom verfügbar. Also buchen wir zunächst nur eine Nacht und beschließen, am nächsten Tag nochmal unser Glück zu versuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser beginnt, wie der letzte geendet hat: mit Regen. Never change a running system. Felix opfert sich und zieht frühmorgens in Regenjacke zur Information, um einen anderen Stellplatz zu ergattern. Patschnass, aber triumphierend, kommt er zurück und streckt mir die Karte für unsere Campsite mit Full Hookup entgegen. Wir wollten zwar nur Electricity, aber was soll&#039;s. Dann logieren wir die kommenden zwei Nächte eben extra luxuriös. Wir hatten Glück: Aufgrund des miesen Wetters haben einige Camper ihre Reservierung abgesagt. Die Warmduscher! Gut für uns. Auf dem Weg zum neuen Zuhause begegnen wir den Wapitis, für die der Platz ja berühmt ist. Vorsicht ist geboten: Es ist Brunftzeit und die riesigen Hirsche sind ziemlich beeindruckend. Nur die Geräusche, die sie von sich geben, wollen so gar nicht zu ihnen passen. Das klingt eher nach schlecht geölter Tür und bespaßt uns für den Rest des Morgens. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der neuen Campsite angekommen, heizen wir erstmal den Camper ordentlich auf und vertrödeln den Vormittag. Lesen im Bett und aus dem Fenster Wapitis beobachten hat auch was für sich. Als der Regen nachlässt, geht es für uns auf nach Jasper City. Das Städtchen gefällt mir sehr gut, obwohl es hier so touristisch ist. Gerade weil es eigentlich nur zwei richtige Straßen gibt. Wir schlendern, bummeln und Felix besteht darauf, seine Kindheitserinnerungen im &quot;Candy Bear&#039;s Lair&quot; aufzufrischen. Abends erkunden wir den riesigen und wirklich schönen Campground. Und fiebern unserer ersten großen Wanderung entgegen. Maligne Lake, wir kommen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh ja, endlich wandern! So richtig den ganzen Tag raus in die Natur und die Füße zum qualmen bringen. Wir haben so richtig Bock und deshalb zerre ich Felix auch total aufgeregt beim ersten Dämmerlicht aus dem Bett. Wetter? Ist super. Die Wolken verziehen sich und es wird ein absolut toller, warmer Tag. Beste Bedingungen also. Ein ausgiebiges Powerfrühstuck. Planung und Vorbereitung fressen leider mehr Zeit als erwartet und so kommen wir doch erst später los. Egal! Los geht&#039;s Richtung Maligne Canyon! Dort angekommen erwartet uns ein voller Parkplatz. So ein Mist! Das nächste Mal dürfen wir echt nicht so lang trödeln. Aber auf dem Weg hinunter zur 4th Bridge - die 5th Bridge ist gesperrt - verlieren wir den Großteil unserer Mit­wanderer. Die scheu­en wohl den Aufstieg. Die zunehmende Einsamkeit macht die rauschenden Wasserwirbel und bizarren Felsformationen noch eindrucksvoller. Kleidungswechsel zurück auf dem Parkplatz - es ist warm geworden. Zum Maligne Lake! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Weg treffen wir zwei vorwitzige Bighorn Sheep, die sich vom Verkehr nicht beeindrucken lassen. Wir passieren den faszinierenden Medicine Lake. Einen längeren Stopp heben wir uns für den Rückweg auf. Das letzte Stück Weg hält eine schöne Überraschung bereit: eine Elchkuh, die abseits der Straße in einem Teich badet. Wir bewundern das Naturschauspiel voller Ehrfurcht und ärgern uns über die bald anhaltenden Touristenbusse und die Blitze aus langen Fotoobjektiven. Wird uns zu bunt, der Elchkuh auch, und wir huschen weiter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Maligne Lake sind wir zunächst ein bisschen - naja, ernüchtert. Der See ist schön, aber so richtig kann ich die ganze Aufregung nicht verstehen. Um den Touristen zu entkommen, wollen wir den Opal Hills Loop Trail wandern. Nach Erkundigung bei ortskundigen Besuchern bestätigt sich unsere Vermutung, dass es ein hartes Stück Arbeit wird. Besonders die Aussagen &quot;you&#039;re gonna be in snow much of the time&quot; und &quot;the trail is frequented by grizzlies&quot; lassen uns kurz an unserem Vorhaben zweifeln. &quot;Which one of you is the faster runner?&quot;,fragt uns einer der Anwesenden mit einem breiten Grinsen. &quot;I&#039;m afraid that&#039;s him&quot;, lautet meine Antwort. Der Witzbold klopft mir auf die Schulter: &quot;Don&#039;t worry, just kick him in the knee and keep running.&quot; Mit diesen Ratschlägen machen wir uns auf zum Trailhead. Dort treffen wir auf eine deutsche Familie, die den Trail auch bezwingen will. Papa mit Baby auf dem Rücken. Naja, dann kann&#039;s ja so gefährlich nicht sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Puh, der Trail ist wirklich supersteil und anstrengend, aber entgegenkommende Wanderer bestätigen uns, dass sich die Anstrengung lohnt. Von Grizzlies bis jetzt keine Spur. Aber wir sind auf der Hut, da wir auch lange durch dichten Wald laufen. Lautes Unterhalten ist leider unmöglich, aber vermutlich verscheucht unser Gekeuche die Tierchen ebenso zuverlässig. Rund 1,6 Kilometer und 300 Höhenmeter später sind wir dann tatsächlich im Schnee. Macht das Kraxeln bergauf nicht einfacher, führt aber zur ersten Schneeballschlacht dieses Jahres. Im T-Shirt. Schönes Erlebnis. Nach weiteren gut 1,4 Kilometern und fast 200 Höhenmetern an der Baumgrenze angekommen, zerstreuen wir uns auf der Suche nach schönen Aussichtspunkten. Wir finden unseren perfekten Platz und siehe da: Von hier oben ist der Maligne Lake vor Gebirgspanorama echt sehr beeindruckend! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir genießen unseren Lunch mit Aussicht und machen uns an den schwierigen Abstieg. Wir sind erstaunt, dass uns noch Wanderer trotz einsetzender Dämmerung entgegenkommen - in unpassendem Schuhwerk. Manche Leute sind halt einfach unvorsichtig. Auf der Rückfahrt nach Jasper machen wir unseren geplanten Halt am Medicine Lake, den wir uns zu dieser Uhrzeit nur noch mit den Fliegenfischern teilen. Der See wirkt tatsächlich, als sei über den Tag noch mehr Wasser in den Karsthöhlen versickert und wir fragen uns unweigerlich, was hier jedes Jahr mit den Fischen passiert. Ich plansche barfuß im kalten Wasser. Der fast leergelaufene See fasziniert uns total und so bleiben wir, bis die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Jetzt aber schnell zum Campground, zur wohlverdienten heißen Dusche. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abends lassen wir uns vom Shuttle nach Jasper bringen, um den Tag mit einem Dinner zu krönen. Die Jasper Brewery lassen wir wegen ihres zu kleinem vegetarischen Angebot links liegen. Dafür genehmigen wir uns Nachos und Burger im benachbarten &quot;Downstream&quot;. Sehr empfehlenswertes Restaurant mit supernetter Bedienung. Hier gibt&#039;s zwar kein Bier aus Jasper, dafür aber alle Special Editions der &quot;Big Rock&quot; Brewery aus Calgary. Davon holen wir uns auch noch eine Steige im Liquor Store - fürs Campfire nachher. An einem überraschend warmen Abend lassen wir einen anstrengenden aber wunderschönen Tag ausklingen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen steigen wir in die Gondel auf den Whistlers Mountain. Fur den Fußweg zum Gipfel benötigt der durchschnittliche Hiker vier bis fünf Stunden. Den Rekord hält ein nepalesischer Sherpa, der den Trail in 45 Minuten mit 60 Kilo Gepäck gelaufen ist. Uns reicht heute schon der Aufstieg von der Station zum Gipfel, wo wir das Rundumpanorama genießen. Vor allem die Vogelperspektive auf den nördlichsten Abschnitt des Icefields Parkway nährt unsere Vorfreude. Also, nichts wie los - back on the road! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst der Abstecher auf die alte Road #93A und zur Mount Edith Cavell Road. Auf der engen, steilen Bergstraße wird uns schon manchmal angst und bange, aber unser vergleichsweise kleiner Camper meistert den Aufstieg trotz Gegenverkehr tadellos. Am Ende des kurzen Path of the Glacier Trail erwarten uns Edith Cavell und Angel Glacier mit zugehörigem Glacier Pond. Bei dem eisblauen Wasser mit den großen Eisschollen fühlt man sich fast ans Polarmeer versetzt. Hier ist einiges in Bewegung, wir sehen und hören Geröll- und Eisabgänge. Einer reißt fast zwei Hiker mit, die sich trotz Sperrung auf den gegenüberliegenden Trail zur Gletscherflanke gewagt haben. Aber auch wir sind etwas leichtsinnig und klettern übers Geröll runter an den Rand des Gletschersees. Die Geröllabhänge kunden von der Gefahr abseits der Wege. Ein großer Eisabgang hatte hier erst 2012 große Teile des Tals überflutet. Deshalb verweilen wir auch nur kurz am Ufer und machen uns dann auf den Rückweg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Athabasca Falls - sehr schön! Und dann endlich auf den Icefields Parkway! Schon bald schlägt uns die Landschaft in ihren Bann und wir machen gefühlt mehr Fotostopps als Kilometer. Aber so soll&#039;s ja auch sein. Unser Wunschcampground am Honeymoon Lake ist bereits geschlossen. Wie erwartet - und doch sind wir enttäuscht. Wir hatten gehofft, dass die Saison des schönen Wetters wegen verlängert wurde. Wir lassen den Camper kurzentschlossen an der Schranke zurück und verbringen eine schöne Zeit am Seeufer - mit Blick auf die wie abgefeilt wirkende Bergkette. Hier wollen wir noch einmal hin! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter zum Wilcox Creek Campground kurz hinter dem Athabasca Glacier. Der Campground am gleichnamigen Pass ist der höchstgelegene RV-Campground Kanadas. Gleich an der Einfahrt hängt ein Hinweisschild an die Camper, Frischwasser noch abends aufzufüllen, da am Morgen niemand für frostfreie Leitungen garantieren könne. Auch die Tanks nicht winterfester RVs sind gefährdet. Na, das kann ja heiter werden. Unser Stellplatz hoch am Hang mit spektakulärer Weitsicht ist schnell gefunden. Zur großen Begeisterung unserer Nachbarn bringt mir Felix heute nicht nur das Holzhacken bei, sondern löst beim Kochen sowohl den Feuermelder als auch den eingebauten Panikalarm aus. Nachdem wir so die Aufmerksamkeit des gesamten Platzes auf uns gezogen haben, bricht dann doch gnädig die Dunkelheit uber uns herein. Unter einem unglaublichen Sternenhimmel erwarten wir die angekündigte Kälte, die aber ausbleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Plan, den Wilcox Creek Trail zu laufen und das Columbia Icefield von oben zu betrachten, wird durch mei­ne über Nacht herangeflogenen Halsschmerzen zunichte gemacht. Wir fahren direkt zum Athabasca Glacier. Hier sind wir beide bestürzt - vor allem Felix wird beim Vergleich mit seinen Kindheitserinnerungen der Rückgang des Gletschers überdeutlich. Meine Gesundheit ist inzwischen so weit wiederhergestellt, dass wir den nicht sehr steilen Parker Ridge Trail laufen können. Die Aussicht vom sehr windigen Bergkamm ist unglaublich. Den komplett unerschlossenen Saskatchewan Glacier, einen der drei Arme des Columbia Icefield, finden wir noch viel beeindruckender als seinen berühm­ten Nachbarn. Und auf dem Rückweg gibt&#039;s sogar noch eine Murmeltiersichtung! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter auf den schönsten Abschnitt des Icefield Parkway. Die Landschaft fesselt uns nun völlig! Man ist hin- und hergerissen zwischen visueller Übersättigung und Nicht-Sattsehen-Können. Die Mittagspause verbringen wir am Ufer des Lower Waterfowl Lake. Vor einem Bad kneifen wir. Nur die Füße abzükuhlen kostet Überwindung. So ein schöner Campground, aber leider in der Off-Season geschlossen. Wir wären gern hier geblieben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Bow Summit und Peyto Lake scheint unser Timing nicht zu passen - ganz schön was los hier. Am Peyto Lake selbst beeindruckt uns aber die grandiose Weitsicht. Wir beschließen, heute noch bis Lake Louise zu fahren. Hier ergattern wir einen Stellplatz für zwei Nächte. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen und stellen uns später im Bett vor, wie Bären den Camper umstreichen. Davon gibt&#039;s hier nämlich viele. Neben den Erinnerungen ist uns von diesem Tag dann noch ein Sonnenbrand im Gesicht geblieben. Selbst Schuld, wer sich auf über 2000 Metern bei Sonne und wolkenlosem Himmel nicht eincremt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer unruhigen Nacht - Felix machen die vorbeirauschenden Zuge zu schaffen, mir eher das Pilotprojekt Heizung bei Nacht - stehen wir früh auf, um möglichst als erste am Lake Louise einzutreffen. Der Plan geht auf. Im frühen Morgenlicht rollen wir auf den leeren Parkplatz. Ich muss zugeben, dass der See wirklich beeindruckt. Den Hype um ihn kann ich mehr als verstehen. Eingefasst zwischen zwei Bergen und dem ihn speisenden Gletscher liegt er spiegelglatt im Morgenlicht. Als die ersten Busse eintreffen, wandern wir auf dem Weg am See entlang. Die hintere, zwischen den Bergen eingekeilte Spitze des Sees mit ihrem kleinen &quot;Strand&quot; aus Schlitt gefällt mir noch besser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir machen uns an den Aufstieg zum Plain of Six Glaciers Trail, der uns völlig begeistert. Als wir aus den bewaldeten Abschnitten an die kahle Felswand kommen, erwartet uns eine Riesenüberraschung: Mountain Goats (Schneeziegen)! Eine ganze Familie friedlich am Wegesrand grasend und eine weitere oben an der Felswand. Wir sind hin und weg, denn die weißen, flauschigen Gesellen wollten wir unbedingt sehen. Weiter geht es auf dem zunehmend schwieriger werdenden Pfad zum Viewpoint. Auf dem letzten Stück verschwindet der Trail in einem Geröllabhang und wir beneiden alle Hiker mit Wanderstöcken. Aber die Mühe lohnt sich: Die wohlverdiente Pause mit Aussicht auf die umliegenden Gletscher und den Abbots Pass ist spektakulär. Und tief unten funkelt der See. Ach ja, die Geschichte über die Abbots Hut, die Schutzhütte am höchsten Punkt des Passes: Für ihre Konstruktion Anfang des 20. Jahrhunderts sind extra Bergführer aus der Schweiz eingeflogen worden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich ein massiver Schneeabgang am Hang gegenüber - auch hier sind die Gletscher in Bewegung. Auf dem Rückweg kommen wir mit einem Ehepaar aus Washington ins Gespräch. Die Frau beeindruckt uns mit ihrer Begeisterung fürs Wandern trotz doppelter Knie-OP und künstlichem Gelenk. Sie meint, man müsse Dinge halt einfach tun und wenn&#039;s ein bisschen zwickt, dann solle man das hinnehmen. Diese Einstellung imponiert uns und spornt uns an auf dem anstrengenden Aufstieg zum Big Beehive. Wir werden mal wieder mit einer Rast vor grandioser Aussicht belohnt. Die bettelnden Chipmunks (Hörnchen) und Greyjays (Häher) lassen wir abblitzen, was zumindest seitens der Vögel mit lautem Gemecker quittiert wird. Höhepunkt ist ein in etwa zwei Metern Entfernung vorbeiziehender Adler auf Beuteflug. So nah habe ich noch nie einen gesehen! Der Anblick macht auch dem Betteln der Chipmunks ein Ende. Blitzartig verschwinden sie. Nach Eintrag ins Geo Cache Logbuch steigen wir ab zum schönen Lake Agnes, wo sich der Schnee tapfer hält. Über den Mirror Lake geht es zurück zum Lake Louise. Heute Nacht wird es auf dem Campground so richtig zippe zappe duster. So, dass man die eigene Hand nicht vor Augen sieht. Irgendwie schaffen wir es, uns gegenseitig mit unserer Bärenangst verrückt zu machen. Jeder Weg aus dem Camper wird trotz Außenbeleuchtung zur Nervenprobe. Fast beneiden wir die Zeltcamper um den Elektrozaun um ihr Areal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute besuchen wir den nicht mehr ganz so heimlichen Star des Banff Nationalparks. Der Moraine Lake soll ja mittlerweile fast beliebter sein als der Lake Louise und das bekommen wir auch zu spüren. Aufgehalten vom fehlenden Wasser an der Dumpingstation erreichen wir den See viel zu spät und parken frech abseits der RV-Parkplätze. Heute wollen wir auf dem Sentinel Pass Trail wandern und hoffen, Mitwanderer zu finden. Denn hier ist wirklich Grizzlygebiet und das Wandern in Gruppen unter vier Leuten ist verboten. Zum Glück treffen wir ein Paar wieder, das schon auf dem Mount Whistler ein Foto von uns geschossen hat. Annika und Gus aus London wandern mit uns. Es geht hinauf durch dichten Wald bis zu einer Ebene mit grandioser Aussicht auf die Ten Peaks. Dann weiter durch einen Märchenwald aus Lärchen, die jetzt in voller gelber Pracht stehen. Oben angekommen, erwartet uns ein alpines Tal mit zwei schönen Seen. Und der Rest des schmalen Trails - an der Felswand entlang. Am höchsten Punkt des Trails genießen wir die Aussicht auf das Paradise Valley und die Berge. Wir sind stolz auf die 725 geschafften Höhenmeter. Auf dem Weg nach unten wird&#039;s nochmal anstrengend für die Knie - ich rutsche aus und fast den Abhang runter. Das ist gerade nochmal gut gegangen. In Deutschland hätte dieser Trail bestimmt ein Geländer und 100 Warnschilder. Aber kanadische Trails sind eben ohne doppelten Boden, und das gefällt uns sehr gut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück am Ufer des Moraine Lake verabschieden wir uns von unseren Wanderpartnern und fahren über den Bow Valley Parkway Richtung Banff. Wir erwarten, dass jeden Moment ein Grizzly aus dem dichten Wald am Straßenrand auftaucht. Das wurde uns jetzt auch viel besser gefallen als noch vor ein paar Stunden auf dem Trail. Aber Meister Petz macht sich rar. Der Johnston Canyon Campground ist auch bereits geschlossen, deshalb fahren wir direkt nach Banff. Leider entpuppt sich der Tunnel Mountain Village Campground als Enttäuschung. In Reih und Glied stehen die RVs hier auf Asphalt. Am störendsten ist die Nachtbeleuchtung, die jedes Wildnisfeeling zunichte macht. Wenigstens muss man sich hier nicht vor nächtlichen Bärenubergriffen gruseln. Auch das schöne Bergpanorama, eine saubere Dusche und die warme Nacht am Lagerfeuer können uns weiter besänftigen. Trotzdem werden wir hier wohl nur eine Nacht bleiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach Banff! Traumhaft gelegen. Größer und mon­däner als Jasper. Gefällt uns gut. Hier leben die Touristen in uns auf. Wir kaufen T-Shirts und lassen uns treiben. Die schönste Erinnerung an Banff ist die an die &quot;The Wild Gallery &amp; Gifts&quot;, welche ausschließlich Fotografien des kanadischen Naturfotografen Jason Leo Bantle ausstellt und verkauft. Wir verbringen hier eine Ewigkeit, überaus nett beraten von der Galeristin, die zu jedem Motiv und abgebildeten Tier etwas erklären kann. Wir ziehen weiter - mit schweren Taschen und leichten Geldbeuteln - und schauen uns das Banff Springs Hotel an. Schön, aber wir ziehen unseren Camper dem Luxus vor. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Camper müssen wir bald flüchten, denn es beginnt zu schütten wie aus Eimern. Wir beschließen, bereits heute in den Yoho Nationalpark zu fahren. Die letzte Etappe unserer Wanderreise durch die Rockies. Noch im Banff Park beeindruckt uns die ursprüngliche Land­schaft mitten am Transcanada Highway. Undenkbar an einer deutschen Autobahn. Und auch die Brücken für Wildtiere finden wir clever. Die Spiral Tunnels im Yoho Park sind leider durch dichten Regen kaum zu erkennen. Dafür ergattern wir noch einen schönen, ruhigen Platz auf dem schon gut gefüllten Kicking Horse Campground.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Aufwachen ein Déjà-vu unserer Ankunft in Jasper: Regen, Regen, Regen. Wir lassen uns viel Zeit. Als es aber gegen Mittag kein Stück besser wird, fahren wir los. Zu den Takkakkaw Falls, in deren Nähe wir ja vermutlich eh nass geworden wären. Auf dem Weg beobachten wir, wie riesige Wohnmobile die enge Straße rückwärts herunter manövrieren mussen. Ein Glück, dass wir minimalistischer unterwegs sind. Unser Truck Camper passt zu uns!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den Takkakkaw Falls sind wir sehr beeindruckt. Und es gibt ein großes &quot;Hallo!&quot;. Wir stehen neben Annika und Gus, unseren Wanderpartnern vom Sentinel Pass. Das riesige Kanada kann manchmal so klein sein! Die beiden fliegen morgen wieder nach Hause und wir tauschen uns aus über die Dinge, die wir gesehen haben und was für den nächsten Urlaub aufgehoben werden muss. Schnell kommt unser Gespräch auf den berühmten Lake O&#039;Hara. Dank &quot;Quotenregelung&quot; bekommen ihn ja nicht viele zu Gesicht. Auch wir haben den Besuch nicht eingeplant, da wir nicht genau wissen konnten, wann wir hier sind. Als die beiden uns aber erzählen, dass man nicht nur mit dem zu reservierenden Shuttlebus, sondern auch zu Fuß hinkommen kann, sind wir angefixt. Aber so richtig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir verabschieden uns herzlich und machen uns zunächst auf den Weg zur Natural Bridge. Hier haben wir einen wunderschönen Moment ganz für uns allein. Am Emerald Lake erwartet uns ein spektakuläres Panorama und nachlassender Regen. Mutter Natur gibt ihr Bestes. Gerade als wir den Rundweg um den See starten, reißt der Himmel ein Stück auf und schenkt uns den perfekten Regenbogen. Wir haben noch nie einen schöneren gesehen. Und gerade als wir denken, es könne nicht besser werden, beginnen die Farben sich im See zu spiegeln und es entsteht ein perfekter, elliptischer Regenbogen. Wir sind mit unserer Begeisterung nicht allein - ein paar Schritte weiter ertönen die Begeisterungsschreie einer japanischen Reisegruppe, die sich gar nicht wieder einkriegen kann. Wir bestaunen das Schauspiel noch, bis die Farben verblasst sind und genießen dann die Stille und Einsamkeit auf dem Rundweg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So viele schwierige Trails in den vergangenen Tagen und ausgerechnet hier erwischt es mich. Der Matsch ist meine Nemesis. Ich rutsche auf einer glitschigen Holzplanke aus und es haut mich längs auf den Rücken. Volle Breitseite. Danach sehe ich aus wie aus einem B-Horrormovie. Nach diesem Erlebnis hat keiner von uns mehr Lust, sich hinter den Herd zu klemmen. Im Camper mache ich mich halbwegs gesellschaftsfähig und wir dinieren in der noblen Emerald Lake Lodge. Man gönnt sich ja sonst nichts. Wir würden auch wiederkommen, allein schon für den guten Wein, das selbstgebackene Brot und den unglaublichen Nachtisch. Das Abendessen gibt Raum, über unsere Wanderpläne zum Lake O&#039;Hara zu diskutieren. 11 Kilometer laufen bis zum See. Und dort noch mehr zu laufen. Auf kurzfristig freiwerdende Plätze im Shuttle-Bus hoffen wir nicht wirklich, da morgen Samstag ist und das Wetter phänomenal werden soll. Der Plan ist eigentlich vollig bekloppt und vielleicht ist es der Wein, der mich zur Selbstüberschätzung verleitet. Aber ich beschließe, dass wir den See auf jeden Fall sehen müssen. Wer weiß, wann wir wiederkommen. Also zurück zum Campground. Denn morgen heißt es: Der frühe Vogel... naja, ihr wisst schon. Lake O&#039;Hara, you better be worth it!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um 6.15 Uhr reißt uns der Wecker aus dem Schlaf. Verpflegungspakete gepackt und los geht&#039;s! Auf dem Parkplatz bestätigt sich unsere Vermutung: Kein Platz im Bus. Macht nichts. Im Schlepptau von drei fröhlichen Japanern machen wir uns auf den Weg. Wir sind die einzigen Wanderer auf dem breiten Weg und folgen ihm durch dichten Wald und vorbei an moorahnlichen Lichtungen. In der Ferne leuchten die Berge in der Morgensonne. Die­ser Anblick und die aufsteigend zählenden Kilometermarker spornen uns an. Um 10.30 Uhr ist es geschafft, wir erreichen den Campground an der Straße. Die Camper scheinen von unserer Leistung beeindruckt und wir sind mächtig stolz. Wir folgen einem kleinen Trail durch dichten Wald zum Seeufer und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Lake O&#039;Hara ist atemberaubend schon! Der Weg hat sich schon jetzt gelohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir eine Gruppe mit Kletterausrüstung bemerken, wer­den wir misstrauisch. Nein, wir sind ausreichend ausgerüstet. Die Kletterer wollen den Abbots Pass besteigen - hinauf zur Abbots Hut. Moment mal - Abbotts Hut? Ja genau, die Schutzhütte, die wir vor vier Tagen vom Plain of Six Glaciers aus bewundert hatten. Wie gesagt, die Rockies sind klein! Wir nutzen die Gelegenheit, uns hier Wanderstöcke auszuleihen und machen uns an den Aufstieg zum Alpine Circuit, den der wanderbegeisterte Autor unseres Reiseführers als einen der besten Hikes in den Rockies ankündigt. Wir sind gespannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der 17-Kilometer-Rundweg setzt sich aus den Teilstrecken Wiwaxy Gap, Lake Oesa, Yukness, Opabin Plateau und All Souls&#039; Prospect zusammen. Heute wird es so richtig anstrengend und fordernd. Wir haben Glück und finden einmal mehr nette Wanderpartner, die seit über zehn Jahren hierher kommen und uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ohne deren Hilfe hatten wir uns wohl ein bisschen schwerer getan, vor allem beim Überqueren der Boulderfelder. Gar nicht so leicht, den Trail hier nicht zu verlieren. Und es ist auch nett, ein paar Bilder von uns beiden zu haben, die nicht aus der leidigen Selfie-Position geschossen sind. Für unsere Anstrengungen werden wir belohnt. Mit spektakularen Hohenpanoramen, Gletschern, spiegelklaren Seen und Pikas, kleinen mausähnlichen Bergbewohnern - uns erinnern sie an Chinchillas. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schreckmoment bei der Rast am Lake Oesa: Am Berg gegenüber ereignet sich ein massiver Steinschlag. Der Lärm ist ohrenbetaubend. Wir sind besorgt und hoffen, dass niemand verletzt wurde. Und dass die Straße frei geblieben ist. Obwohl, es gibt schlimmere Orte, an denen man festsitzen kann. Wir wandern über das Opabin Seenplateau zurück zum Lake O&#039;Hara und genießen die Abendstimmung am See. Einmal mehr kommen wir mit vielen spannenden Menschen ins Gespräch: Passüberquerern, Gletscherwanderern, Weltreisenden. Der Steinschlag hat die Straße verfehlt und es gibt keine Verletzten. So kön­nen wir zufrieden im alten Bus den Rückweg antreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz voll mit Eindrucken von tollen Orten und tollen Menschen. Mit Wehmut geht es unserer letzten Woche entgegen, die uns zum Abschluss der Reise wieder zurück in Richtung Vancouver führen wird. Todtraurig werde ich schon bald mit ansehen, wie unser Truck Camper von einem Fraserway-Mitarbeiter vom Platz gefahren wird. Aber es bleiben so viele unvergessliche Eindrucke. Und eine Gewissheit: Rockies, wir kommen wieder!</description>
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                <title>Cypress Hills und Grasslands 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 12 Mar 2025 03:00:03 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/ctc_p140015_219.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Magische Orte: Cypress Hills und Grasslands&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Wie ein Meer aus Gras&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Saskatchewan: Fläche: 650.000 Quadratkilometer. Einwohner: 1,1 Millionen. Straßenkilometer: 250.000. Eine Formel für Entdecker, denn in der Weite verlieren sich die Touristen. Meine Entdeckungen: zwei der schönsten Parks in Kanada. &lt;br /&gt;Text: Ole Helmhausen   Fotos: Tourism Saskatchewan und Rainer Schoof&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Abgeschaltet&lt;br /&gt;hat man längst.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/SfARXfqBYiU&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Talkshow-Moderatoren poltern gegen die Regierung, Country-Sänger beschwören Heim und Herd, und Landmaschinenhersteller werben für Mähdrescher. Auf Roadtrips durch Saskatchewan ist das Autoradio unterhaltsam und lehrreich zugleich -gerade für Touristen. Der Fehler der meisten: Sie fahren hier nur durch. Klar, für Reisende mit dem Bild der Rocky Mountains im Kopf scheint die Aussicht auf endlose Weizen- und Roggenfelder unaufgeregt. Und viele werden wohl nie erfahren, wie sehr der Schein trügt. Dabei könnte man es leicht erahnen: Saskatchewan ist fast zweimal so groß wie Deutschland, hat im Vergleich ein größeres überörtliches Wegenetz und dabei nur ein Achtzigstel der Einwohner. Kenner und Jäger unbekannter Destinationen setzen diese Fakten zu einer Formel für stressfreies, authentisches Entdecken in Kanada zusammen. An Bord amerikanischer Mietwagen-Cruiser -mit Kaffeehaltern und viel Platz für alle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Trans Canada Highway gibt einen Vorgeschmack von Weite. Er kommt vom Atlantik und spult sich in 8000 Kilometern bis zum Pazifik ab. Allein in Saskatchewan ist er 700 Kilometer lang. Von der Hauptstadt Regina strebt die berühmte Überlandstraße zunächst so schnurgerade nach Westen, dass man die Hände eine Stunde lang vom Steuer nehmen könnte. Country Music auf allen Kanälen. Keine Ra­ser im Rückspiegel, keine Sonntagsfahrer vor der Haube. Man lehnt sich zurück und genießt das sanfte Gleiten, unterstützt von sechs Zylindern und 200 PS. Am Horizont: der weite Himmel und die Erdkrümmung, die sonst nur vom Schiff aus zu sehen ist und die schon den alten Griechen verriet, dass die Erde rund ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlose Weite: Wenn das Kanada-Klischee stimmt, dann hier. Auch die ersten Weißen, französische Trapper, hatten so etwas noch nicht gesehen. &quot;Meer aus Gras&quot; nannten sie die Prärie. Und manchmal, wenn Bisonherden in Millionenstärke vorbeizogen, saßen sie tagelang auf Anhöhen fest wie Schiffbrüchige auf einsamen Inseln im Ozean. Siedler kamen erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie zogen Zäune, pflügten große Teile der Prärie unter und bauten der Provinz ihre Symbole: Die riesigen Kornspeicher, die &quot;Kathedralen der Prärie&quot;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kanadas Wilder Westen - zwischen den Cypress Hills und den Big Muddy Badlands ging es früher ebenso rau zu wie südlich der Grenze. Amerikanische Whiskyhändler verkauften Waffen und Fusel an die First Nations und hetzten sie gegeneinander auf. Sitting Bull und tausende seiner Sioux-Krieger, die US-Armee auf den Fersen, fanden hier nach der Schlacht am Little Big Horn Zuflucht. Bis ins frühe 20. Jahrhundert plagten Viehdiebe die Rancher, und in Moose Jaw regierte zur Prohibition die Mafia.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geblieben sind knorrige, rechtschaffene Menschen, die vor dem Essen beten und zum Abschied &quot;God bless you&quot; sagen. Ottawa, die Bundeshauptstadt, liegt auf einem anderen Stern. &quot;Die Verfassung ist ein Witz&quot;, sagt Scott Reesor, während er Salzblöcke für seine Rinder von der Ladefläche seines Pickup wuchtet. Seit hundert Jahren besitzt seine Familie Weideland an der Nordseite der Cypress Hills. Seit 1998 führt die Reesor Ranch das Wörtchen &quot;Historic&quot; im Namen und empfängt Touristen. Mit denen reitet Scott in den Sonnenuntergang oder treibt Rinder zusammen. &quot;Die in Ottawa interessieren sich nicht für uns&quot;, knurrt er und macht die Ladeklappe wieder zu. &quot;Wir sollten unseren eigenen Laden aufmachen.&quot; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/Px78DCw64BM&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abends gibt sich der Rancher versöhnlicher. Umgeben von fünf Generationen Reesors, die von den Wänden auf ihn herabblicken, erzählt er von schlauen Koyoten und Unwettern, die die Hügeltäler über­­schwemmen und ganze Rinderherden ertränken können. &quot;Zeit für ein Gedicht&quot;, sagt seine Frau Theresa. Scott ist ein bekannter Cowboy Poet. Er faltet die Hände über dem Bauch, und mit leiser Stimme trägt er sein Gedicht vor. Es handelt vom einfachen Leben in der Natur, von frischem Apfelkuchen, saftigen Steaks und dem Glück, die Kinder auf dem Hof spielen zu sehen. Draußen auf der Koppel wiehert eines der Pferde. Koyoten? Tochter Leann greift zum Gewehr neben der Tür und geht nachschauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den bis zu 1465 Meter hohen Cypress Hills aus sieht man Wolkenschatten über das Land segeln und Staubstraßen am Horizont verschwinden. Im Fort Walsh National Historic Park, wo palisadenbewehrte Repliken an die amerikanischen Whiskyhändler erinnern, die 1873 hier über hundert Assiniboine-First Nations massakrierten, freut sich ein holländisches Pärchen darüber, weit und breit die einzigen Touristen zu sein. Weiter östlich schneidet das anderthalb Kilometer breite Frenchman River Valley mehrere hundert Meter tief durch das Weideland. In Eastend, einem Nest mit &quot;Jack´s Café&quot;, &quot;Ralph´s Auto&quot; und &quot;Heather´s Flowers&quot;, fand man 1994 das Skelett eines T-Rex. Flugs wurde ein millionenteures Besucherzentrum eröffnet. Der erwartete Besucheransturm blieb jedoch aus, und so setzt einem das örtliche Tourismusbüro fast ungefragt persönliche Guides auf den Beifahrersitz, um sicher zu sein, dass man die Aussichtspunkte über das Tal auch wirklich findet.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abgeschaltet hat man längst. Handy und Autoradio kommen nicht mehr durch. Gegenverkehr, Shopping Malls, McDonald&#039;s - Fehlanzeige. Nur noch wettergegerbte Menschen in karierten Wolljacken und einfache Häuschen in Vinylverschalung. Die Siedlungen sind Häuserhaufen an breiten Main Streets mit den typischen Läden für Hochzeits­­kleider, Heimwerkerbedarf, Särge und Blumenkränze - unsentimentale Begleiter von der Wiege bis zur Bahre. Den Ortsrand bewacht der unvermeidliche Getreidespeicher. Nied­rige Lebenshaltungskosten, schwind­süchtige Siedlungen - der harten Realität in Süd-Saskatchewan begegnet man allenthalben. Viele Orte hier, sagt der Guide in Eastend, würden von stadtmüden Zuwanderern aus Vancouver und Toronto vor dem Exitus gerettet. Die Tatsache, dass man hier Heim und Auto nicht abschließen muss und frische Luft und null Kriminalität Gratiszugaben sind, zieht vor allem Rentner und junge Familien an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst einer der wohl schönsten Nationalparks Kanadas ist eigentlich immer noch ein Geheimtipp. Der Grasslands National Park schützt 450 Quadratkilometer ursprüngliches Grasland ­- das letzte Stück unberührter Prärie in Nordamerika. So wie vor den Toren des Weilers Val-Marie sah es einst überall im mittleren Westen aus. Das Land war ein einziges Meer aus Gras! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Grasslands National Park ist der immer noch beeindruckende Rest dieses grün-gelben, wogenden Meeres. Er besteht aus zwei etwa gleich großen, räumlich voneinander getrennten Teilen. Der &quot;West Block&quot; ist überwiegend mesaähnliches Hochland, das vom Frenchman River Valley bis zu 200 Meter tief durchschnitten wird. Die Gletscher der letzten Eiszeit haben hier eine Landschaft aus sanften Hügeln und grasbedeckten Tälern, den &quot;Coulées&quot;, hinterlassen. Der &quot;East Block&quot; mit den Killdeer Badlands ist rauer. Seine Buttes, Hoodoos und erodierte Sandsteinformationen sind ein Produkt der letzten Eiszeit. Extreme Klimaschwankungen haben eine hochspezialisierte Flora und Fauna hervorgebracht. Dutzende abgehärteter Wildgrasarten gedeihen hier, Kakteen und Salbeibüsche sorgen für Halbwüstencharakter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Jahr 1989 wurde der Park gegründet und 2001 offiziell in die Parks-Canada-Familie aufgenommen. Doch der erwartete Besucheransturm blieb aus. Nur zehn­tausend Besucher pro Jahr registriert die im 100-Seelen-Nest Val-Marie am Rand des West Block angesiedelte Parkverwaltung. Verantwortlich dafür mag die iso­­lier­te Lage sein. Bis nach Calgary sind es etwa 700 Kilometer, 300 bis nach Regina. Damit liegt der Park abseits der Touristenströme. Ein anderer Grund ist die große Menschenleere. Nicht jeder kann sich mit ihr anfreunden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es stimmt - die Prärie ist überwältigend in ihrer Einsamkeit. Einen Vorgeschmack davon bekommen wir, als wir mit dem Au­to von Val-Marie auf der einzigen Piste des Parks tief in das Frenchman River Valley vorstoßen. Gespräche verstummen angesichts der einsamen Weite. Aus­gewiesene Wanderwege, in anderen Nationalparks verlässliche Nabelschnüre zwischen Zivilisation und Wildnis, gibt es hier kaum. Was der freundliche Ranger im Besucherzentrum &quot;Trails&quot; nannte, sind von Proghorn-Antilopen ins Gras getretene Wildwechsel, &quot;Game Trails&quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also - querfeldein marschieren! Mitten hinein in die herrlich pfadlose Weite. Für uns Stadtmenschen klingt das wie Musik. Sobald wir jedoch die Piste verlassen und, Zelt und Verpflegung huckepack, Richtung Endlosigkeit stapfen, ist zunächst einmal alles anders. Denn schon nach 100 Metern mischt sich Beklommenheit in die Euphorie. Kein Baum wächst hier, an dem sich das Auge festhalten könnte. Der Blick wandert über kniehohes, sich im Wind wiegendes Präriegras und verliert sich am Horizont. Ob dieser zehn oder hundert Kilometer weit weg liegt, läßt sich nicht sagen. Nur die Entfernung zu den eigenen Füßen ist verläßlich messbar. Öfter als nötig schielt man über die Schulter zum Wagen zurück, dem letzten Bindeglied zum Rest der Welt. Als dieser endgültig im Gras verschwindet, fühlen wir uns so allein wie auf dem Mond. Es dauert und ist dann umso intensiver, wenn die Beklommenheit dem puren Genuss weicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Adler kreisen am Himmel, Koyoten schnüren durch das kniehohe Gras. Große ovale Mulden allerorten erinnern an die einst zu Millionen durchziehenden Büffel: In den sogenannten &quot;Buffalos Wallows&quot; fläzten sich die Fleischberge zwecks Körperpflege. An blank gescheuerten Felsbrocken, den &quot;Rubbing Stones&quot;, massierten sie sich die mü­den Flanken. Und auch ihre Jäger haben steinerne Zeugnisse hinterlassen: Vorzugsweise auf Kuppen mit Rundumblick legten die prähistorischen Ureinwohner für ihre Riten die sogenannten &quot;Medicine Wheels&quot; an, zu Kreisen angeordnete Steinreihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ein Meer aus Gras. So weit das Auge reicht. Zuerst schlagen wir unser Zelt auf. Mindestens einen Kilometer von der Piste entfernt soll es stehen, war die Bitte der Verwaltung. Eine Antilope schaut zu, wie wir uns häuslich niederlassen, bald darauf noch eine und noch eine. Unseren Aufbruch zum Frenchman River Valley verfolgt ein ganzes Rudel. Als wir die sofakissenähnlichen Hänge ins Timmons Coulée hinabklettern, folgen uns die Tiere oben auf der Ebene. Ein besonderer Moment.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nicht die einzige Begegnung. Im Police Coulée, wo wir einem mäandernden Creek nach Norden folgen, schrecken wir einen Pronghorn-Bock auf, der zwei Meter vor uns im hohen Ufergras gedöst hatte. Auf der gegenüberliegenden Seite kraxeln wir einen erodierten Hang zur Mesa hinauf. Einen Trail oder zumindest Spuren anderer Hiker gibt es nicht. Der Blick - er ist einfach überwältigend! Der Himmel ist ein konturloser Ozean, wir sind mikroskopisch klein. Im Westen ragt 70 Mile Butte auf, der alle anderen überragende Tafelberg. Der einzige Blickfang im Osten ist ein von dunkelgrüner Vegetation umzingeltes Wasserloch. So flach und weit ist das Land von hier oben, dass wir uns wie Ausrufezeichen fühlen, die diese Flachheit noch hervorheben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir marschieren den Timbergulch Coulée hinab zum Frenchman River Valley. Dabei folgen wir nun gezielt den Wildwechseln, denn wir haben bemerkt, dass diese umsichtig Umwege um ausgedehnte Kakteenfelder machen. Im Frenchman River Valley empfangen uns Präriehunde mit einem schrillen Pfeifkonzert, als wir mitten durch ihre Kolonie wandern. Ein fußballfeldgroßes, von ihren halbmeterhohen Burgen übersätes Areal. Inzwischen haben wir zwölf Kilometer in den Knochen. Für den Rückweg zum Zelt nehmen wir die Schotterpiste, die um die Präriehunden herumkurvt. Die Nacht ist klar. Und der Sternenhimmel spannt sich bis zum Horizont. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen haben wir wieder Gesellschaft. Als ob die Antilopen wissen wollen, wie wir geschlafen ha­ben. Ach, man könnte sich dran gewöhnen. An diese einfache, stille Art der Interaktion mit Fauna und Flora. Da­ran, dass man das Gefühl für die Distanzen verliert. Und das Gefühl für die Zeit. Für unsere getaktete Zeit, meine ich. Denn ein besonderes Gefühl für den Morgen und für den Abend entwickelt man unter diesem einzigartigen Himmel unweigerlich. Ein Himmel, der endlos und zugleich in ständiger Bewegung ist. &quot;The Land of the Living Skies&quot; - mir wird klar, warum die Bewohner von Saskatchewan ihrer Provinz diesen Namen gaben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und irgendwie gewöhnt man sich auch an die Weite. Sie beruhigt und wird Bestandteil des Selbstverständnisses. Mir fällt der alte Witz ein, der überall in Saskatchewan erzählt wird: Den Hund, der von zu Hause weggelaufen ist, sieht man noch drei Tage lang vom Küchenfenster aus. Ja, ein Witz, aber es schwingt auch ein bisschen Stolz auf die Besonderheit des Landes mit. Und ich muss gedanklich zustimmen: Wer auf diesem Roadtrip durch Saskatchewan bereits die Wölbung des Horizonts gesehen hat, findet das völlig normal. Und genießt es.</description>
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                <title>Im Spray Valley 0,00 €</title>
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                <pubDate>Fri, 09 Feb 2024 11:32:21 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/travel_alberta_u15-014781.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Wege in die Wildnis&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Im Spray Valley&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Alle fahren daran vorbei. Dabei ist es von Canmore nur ein kurzer Abstecher ins einsame Spray Valley. &lt;br /&gt;Wer in diesem Shangri-La auf andere Wanderer trifft, ist ein ausgesprochener Pechvogel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Text und Fotos: Ole Helmhausen&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allerdings ist das Tal nicht ganz leicht zu finden. Wegweiser sind rar. Im Resortstädtchen Canmore im Bow Valley fragen die &quot;Locals&quot; erst verwundert &quot;Warum fahrt Ihr nicht nach Banff?&quot;, um dann den Kopf in den Nacken zu legen und in Richtung Three Sisters zu nicken, das scharf gezackte Bergtrio hoch über dem Ort. &quot;Spray Valley - hm? Liegt hinter den Bergen da. Nehmt die Schotterpiste zum Wasserturm über der Schlucht.&quot; Das klingt prosaisch und romantisch zugleich. Gefällt uns. Wir wittern ein Abenteuer und fühlen uns wie Entdecker. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im zweiten Gang rumpeln wir bergan. Zwischen Ha Ling Peak und Mt. Rundle arbeitet sich die Spray Trail genannte Piste durch eine enge Schlucht. Vorbei an einem kleinen Wasserkraftwerk, einem Reservoir und Parkplätzen für Tagesausflügler. Hinter dem Pass überquert die Piste noch einen Kanal, dann öffnet sich das Spray Valley vor uns. Der langgestreckte Spray Lake und mächtige Dreitausender, bedeckt von Schmelzwasserrinnen und Lawinenabgängen, bestimmen das Bild - eine wagnerianische Kulisse voller Kraft und Schönheit. Und latenter Gewaltbereitschaft. Die Rocky Mountains im Urzustand. Wir sind hellwach und schauen. Kein Auto zu sehen. Keine Schilder, keine Menschenseele. Mit jedem Kilometer streifen wir das einschläfernde Gefühl naher Zivilisation ein bisschen mehr ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Spray Valley Provincial Park schützt einen der schönsten Abschnitte der kanadischen Rockies. Im Norden grenzt er an den Banff National Park, doch damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Der berühmte Nachbar registriert vier bis fünf Millionen Besucher jährlich. Der Spray Valley Provincial Park nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Wagnerianische Kulisse&lt;br /&gt;voller Kraft und Schönheit&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir checken in der wunderbaren Mt. Engadine Lodge ein und unternehmen anderntags eine Wanderung. &quot;Neulich wurde im Park ein kleines Wolfsrudel gesichtet&quot;, gibt uns der Manager der Lodge mit auf den Weg. Die Lodge liegt am Südende des Spray Lake, am Rand einer Wildwiese mit Ständen dichten Mischwalds. Es ist die einzige Unterkunft im Park. Das Tal gilt als Wildnis-Korridor. Es ermöglicht Elchen, Hirschen, Bären und Wölfen relativ ungestört vom südlichen Peter Lougheed Provincial Park in die Nationalparks Banff und Jasper im Norden zu ziehen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der sechseinhalb Kilometer lange Wanderweg zum Buller Pass beginnt gleich neben der Schotterpiste des Spray Trail und verspricht grandiose Aussichten 700 Meter über uns. Doch nicht im Traum haben wir damit gerechnet, schon nach zehn Minuten die ersten Wölfe zu sichten! Erst halten wir es für Vogelgezwitscher. Dann klingt es wie Gewinsel an der Ultraschallgrenze. Am vorletzten Steg über den Buller Creek sehen wir sie auf einer Kiesbank flussabwärts: drei herumalbernde, vergnügt quietschende Wollknäuel. Sofort bleiben wir stehen. Wie angewurzelt - und doch nicht schnell genug. Ein großer Schatten löst sich aus dem Dickicht. Mit drei Sätzen ist die Wölfin bei ihren Welpen und schubst sie unsanft mit der Schnauze zurück in den Wald. Danach tritt sie zurück auf die Kiesbank, stellt die Vorderläufe in den Schlick und starrt regungslos zu uns herüber. Auch wir rühren uns nicht. Und wir verstehen ihre Warnung: Bis hierher und keinen Meter weiter! Die Begegnung dauert nur wenige Augenblicke. Zu kurz, um an die Kamera zu denken. Doch lang genug, um uns diesen Moment ins Gedächtnis zu brennen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach setzen wir unseren Weg gut gelaunt fort. Eine Stunde lang stehen kerzengerade Engelmann-Fichten Spalier, dann lichtet sich der Wald und gibt den Blick bergan auf zwei mächtige, talähnliche Kerben im nackten Fels frei. Wir nehmen die rechte und lassen in ihr die Baumgrenze hinter uns. Anderthalb Stunden vom Trailhead entfernt ergießt sich der Buller Creek in einen türkisfarbenen Felspool. Dahinter ragt der knapp 3000 Meter hohe Mount Engadine wie ein spitzes Dreieck himmelwärts. Der Mount Buller direkt vor uns ist etwas niedriger. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grizzlybären? Wir sind schon zu hoch. Oder doch noch nicht? Hin und wieder erwischen wir einander beim Spinxen über die Schulter. Zuletzt stehen wir auf dem Boden einer imposanten Felsenarena. Der Trail, nun von losem Geröll bedeckt, arbeitet, nein, hangelt sich in engen Serpentinen an der Bergwand aufwärts. 160 Höhenmeter später stehen wir auf dem Buller Pass - in 2485 Metern Höhe. Ein scharfer Wind zwingt uns zur Brotzeit in den Windschatten eines Felsbrockens. Auf der anderen Seite des Passes blicken wir in ein unbesiedeltes grünes Tal mit einem kleinen See, den Ribbon Lake. Gleich dahinter weitere Giganten und weitere straßenlose, unbesiedelte Täler. Gierig saugen wir die Leere in uns auf. Und lächeln. So müssen sich die Rockies vor dem Tourismus angefühlt haben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Rand einer Wildwiese liegt die Mount Engadine Lodge, die einzige Unterkunft des Parks. Das Tal gilt als Wildnis-Korridor für die Tierwelt - vom südlichen Peter Lougheed Park bis zum Banff National Park. Abends sitzen wir beim Bier auf der Terrasse Lodge und schauen dem Sonnenuntergang über den Bergen zu. Ein Elch überquert die Wiese und steuert auf das Wasserloch unterhalb der Terrasse zu. Hoch über uns kreisen Steinadler. Vom Geländer aus studiert uns ein Streifenhörnchen. Die Wiese war bereits Hollywoodkulisse: In &quot;Auf Messers Schneide - Rivalen am Abgrund&quot; mimt Alec Baldwin einen nach einem Flugzeugabsturz in der Wildnis gestrandeten Mann am Rande des Nervenzusammenbruchs, der von seinem Leidensgenossen (Anthony Hopkins) wieder aufgerichtet wird. Bekannter gemacht hat den Park das nicht, Gott sei Dank!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Sonne hinter dem Mount Commonwealth versinkt, bleiben ihre Strahlen noch eine Weile an seinem gezackten Kamm hängen und bringen ihn zum Glühen. Das Schlürfen des Elchs liefert die Musik dazu. Nicht sonderlich romantisch, aber stilecht. Uns gefällt&#039;s.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>French River Kanutour 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 13 Feb 2020 03:00:31 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/jeff-speed_travel-ontario_14.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Geschichte trifft Wildnis-Adrenalin&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt; Auf dem French River&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Bevor es in Ontario Straßen gab, waren die Flüsse die Wege. Das von den Ureinwohnern genutzte Netz war so dicht gewoben, dass man mit dem Kanu vom St.-Lorenz-Strom bis vor die Rocky Mountains gelangen konnte. Der French River war damals eine der wichtigsten Verbindungen. Ein paar Tage paddelte ich im Kielwasser der Entdecker und Pelzhändler.&lt;br /&gt;Text: Ole Helmhausen   Fotos: Jeff Speed&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Die letzten Sekunden&lt;br /&gt;vor dem Kentern sind das Schärfste.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du weißt, gleich passiert es. Und Du kannst nichts mehr dagegen tun. Absolut nichts. Außer vielleicht noch ein Stoßgebet zum Himmel schicken. In diesem Moment blitzen Bild- und Gesprächsfetzen auf, zeitgleich, noch schneller als in &quot;Lola rennt&quot;. Und doch irgendwie langsam genug, um sie nachher abzurufen: Morgens gab&#039;s Omelett. Zu Hause stapelt sich die Arbeit. Burt Reynolds hat auch gern gepaddelt. Mensch, die Brille! Heute Abend wolltest Du den Riesling aufmachen. Und über dieser verrückten Bildfolge taucht ein riesengroßes &quot;Sch...!&quot; auf. Wie auf einem Spruchband zieht es an Deinem geistigen Auge vorbei, gezogen von einem zappelnden Männlein, dem berühmten kleinen Mann im Ohr. &quot;Hab&#039;s Dir doch gesagt, Du Vollidiot!&quot;, kreischt es, &quot;Aber Du kannst ja nicht hören! Dabei hast Du vom Paddeln so viel Ahnung wie eine Kuh vom Rückenschwimmen. Und jetzt ersäufst Du wie eine Ratte. Geschieht Dir recht!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kentern ist cool - nachher... Vorher kippt Dich das Kanu aus. Du rechnest mit dem Schlimmsten. Die Felsen unter Wasser werden Dir alle Knochen brechen. Die spitz nach oben ragenden Baumstümpfe werden Dir die Gedärme herausreißen. Das kalte Wasser wird Dich in Sekundenschnelle in einen Eiszapfen verwandeln. Instinktiv alle Poren und anderen Körperöffnungen dicht machend, durchschlägst Du die Wasseroberfläche. Dann kracht der Fluss über Dir zusammen. Das Crazy-Programm im Kopf schaltet sich aus. Fast ist das eine Erlösung. Stattdessen schaltet sich der Discovery Channel ein. Du siehst gelb-braunes Wasser, Luftblasen hüllen Dich ein, es tost und wirbelt. Ein unwirkliches, bedrohlich-schönes Spektakel. Oben ist es hell, unten dunkel. Da willst Du, wenigstens das weißt Du genau, ums Verrecken nicht hin. Also, dem Licht entgegen! Mit aller Kraft, das Paddel in der einen Hand und mit der anderen Wasser schaufelnd. Als Du mit dem Kopf wieder durch die Oberfläche stößt, rauscht und gischtet es. Ein paar Meter flussabwärts ein roter Streifen - das Kanu. Es treibt kieloben, mit dem Kollegen im Schlepptau. Alles noch da, alles halb so wild. Und das Wasser hat beinahe Schwimmbad-Temperatur. &lt;br /&gt;Jeff war früher Ringer und macht auf diesem Trip die Bilder. Norman kommt aus dem nahen Dokis Ojibwa Reserve und ist Jäger, Fischer und Betriebswirt. Alex hat mit Immobilien sein Geld gemacht und zog irgendwann mit Kind und Kegel an den French River, wo er eine alte Lodge auf Vordermann brachte und als &quot;The Lodge at Pine Cove&quot; vermarktet. Toni war Stierkämpfer, Straßenmusiker und soff mit Picasso. Zuletzt war er Raketeningenieur. Bis er zum ersten Mal in ein Kanu stieg und sich für ein paar Tage in die Wildnis absetzte. Danach kündigte er seinen Job, um sich die Hälfte des Jahres auf den Seen und Flüssen in Kanadas Norden herumzutreiben und zum kanadischen Kanu-Guru hoch zu schreiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Kanadische Geschichte &lt;br /&gt;durchpaddeln kannst Du nur hier!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gewässer der Provinz Ontario kennt er wie seine Westentasche. Der French River ist sein Lieblingsfluss. &quot;Paddeln kannst Du überall in Kanada&quot;, sagt er, als er zum Put-In bei der Pine Cove Lodge kommt. Der Mann ist ein Bulle. Seinen Seesack, den er nach Indianer-Sitte mit Stirnband schleppt, wuchtet er ins Kanu, als habe er nicht 70, sondern vielleicht 27 Lenze auf dem Buckel. &quot;Aber kanadische Geschichte durchpaddeln kannst Du nur hier! Und zwar das spannendste Kapitel!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Trocknen am Ufer bist Du heilfroh über die blöde Schwimmweste. Und dass Dein Kanu aus Kunststoff ist und einen kräftigen Bums ab kann. Prima auch, dass Du Dich in schnell trocknendes Polyester hüllen konntest. Vor allem aber bist du froh darüber, bloß aus Lust und Laune unterwegs zu sein. Denn vor 200 Jahren wäre der French River für Dich nur eine klitzekleine Etappe auf der Reise nach Westen gewesen. Damals wäre es die Strecke Montréal - Lake Superior und wieder zurück gewesen. Schlappe 4000 Kilometer - und das alles im kurzen kanadischen Sommer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du hättest bis zu 18 Stunden am Tag gepaddelt und da­bei eine 40er-Schlagzahl pro Minute hingelegt. Zeit war nämlich Geld damals. Für jeden Tag, den Du früher zurück warst, hätten Deine Bosse, die steinreichen Schotten in Montréal, mit fetten Prämien gewinkt. Unterwegs hätte es nur Bohnen und gepökeltes Fleisch ge­geben. Dein Kanu, ein elf Meter langes Gefährt aus Birkenrinde, hättest Du zusammen mit Deinen Begleitern um Dutzen­de von Stromschnellen herumschleppen müssen. Und dabei hättest Du auch noch bis zu 90 Kilo Gepäck im Kreuz gehabt. Und Deine Bosse, die Frasers, McGills und McTavishs, hätten Dir Deinen Platz im Kanu nicht nur gegeben, weil Du taff und stark wie ein Ochse, sondern bevorzugt weil Du auch Nichtschwimmer warst. Deshalb, das wussten sie, würdest Du gut auf Dich und damit auch auf die Ladung aufpassen. Und wenn trotzdem et­was schief ging, nun gut, Deine schweren Wollklamotten hätten Dein Leiden wohl verkürzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Toni grinst. Die &quot;Voyageurs&quot;, wie die franko-kanadischen Pelzhändler von einst genannt werden, sind sein Lieblingsthema. Mit zwei Kanus und einem Kajak paddeln wir aus der Wolseley Bay zunächst in den Main Channel. &quot;Diese Kerle vollbrachten guinessbuchreife Leistungen&quot;, sagt er, während er sein Paddel durch das dunkle Wasser zieht. Sommer für Sommer. Ihr Ziel: Fort Williams am Westufer des Lake Superior. Dort tauschten sie ihre Handelsware gegen Biberfelle aus dem Norden. Ihr Weg durch die straßenlose Wildnis folgte uralten indianischen Kanurouten. Von Montréal aus ging es zunächst auf dem Ottawa und Mattawa River zum Lake Nippissing. An dessen Westufer fädelten sie in den 120 Kilometer langen French River ein. Der brachte sie zum Lake Huron, und von dort ging es weiter bis zum Westende des Lake Superior. &quot;Seitdem hat sich auf dem French nichts verändert&quot;, sagt Toni, &quot;Ihr habt das gleiche Wasser unter dem Kiel und seht die gleiche Wildnis wie sie.&quot; Die Karte des French River Provincial Park im Maßstab 1:50000 zeigt einen extrem zerfaserten Fluss, mit einem Einzugsgebiet, das an eine schwedische Schärenlandschaft erinnert. Gewaltige Kräfte haben hier die Granitplatte des kanadischen Schildes gesenkt, gehoben, manchmal auf­­­ge­­rissen und dabei ein Wasserwegsystem mit Hunderten von Inseln, Buchten und Seitenarmen hinterlassen. Auf der Karte sieht es so aus, als gäbe es mehr Wasser als Land.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist der vier Autostunden nördlich von Toronto fließende French River nur noch ein Geheimtipp bei Kanu-Wanderern. Von 1600 bis 1820 war er jedoch eine der wichtigsten Wasserstraßen Nordamerikas. Wer zu den &quot;Großen Seen&quot; und weiter wollte, musste hier durch. Große Namen - fast wie das &quot;Who&#039;s Who&quot; der kanadischen Geschichte. Samuel de Champlain, der Gründer Neu-Frankreichs, kam 1615 hier durch. Ihm folgten, um nur einige zu nennen: Jean Nicollet, der Entdecker des Lake Michigan, Pierre Radisson, der Mitbegründer der Hudson Bay Company, Pater Marquette und Louis Joliet, die von hier aus den Mississippi und Louisiana erreichten, die Vérendryes, die als erste Weiße die Rockies sa­hen, Peter Pond, das erste Bleichgesicht am großen Lake Atha­bas­ca oben in den Northwest Territories und Alexander Mackenzie, der erste Europäer am Pazifik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Sightseeing hatten die Voyageurs keine Zeit. Wir schon, deswegen sind wir schließlich hier. Dies ist Kanada wie aus dem Bilderbuch. Geräuschlos gleiten wir um Commanda Island herum, eine Felseninsel mit alten Kiefern. Weltvergessen und bildschön. Der alte &quot;Rivière des Francais&quot; ist dieses Jahr zu niedrig, um die Abkürzung über die Little Pine Rapids zu nehmen. Wir gehen an Land und schauen uns an, wie eine Stromschnelle ohne Wasser aussieht. Wasser, Wind und Wetter haben hier eine tiefe Rinne in den Granit gefressen. Am Boden: rundgeschliffenes Geröll, vom French heran geschleppt und abgelagert. Wir sind froh, nicht hier durch zu müssen. &quot;Taucher haben hier Silbermünzen und eine alte französische Muskete gefunden&quot;, sagt Toni. Der arme Voyageur damals wirds von seinem Lohn abgezogen bekommen haben. Sein Kanu war gerade schmal genug, um durch die Little Pine Rapids hindurchzuschlüpfen. Die Wände hier scheinen noch widerzuhallen von den Kommandos des &quot;Avant&quot;, des Lotsen im Bug. Der musste scharf aufpassen, denn Birkenrindenkanus schlugen schnell leck. Um die Big Pine Rapids etwas später tragen wir die Kanus lieber herum. Alles ausladen, die Kanus, Rucksäcke, Zelte und Fässer mit Lebensmitteln geschultert und an dem tosenden Inferno vorbei gekraxelt. &quot;Ihr seid nicht die Ersten&quot;, sagt Toni und zeigt auf den glatten, merkwürdig blanken Granit. Indianer, Waldläufer, Missionare, Voyageurs, Entdecker, sie alle schleppten hier ihre Kanus vorbei. Schwitzten und fluchten genauso wie wir jetzt. An diesem Tag campen wir bei den Double Rapids. &quot;French River Hilton&quot; nennt Alex die Stelle hoch über dem River. Norman hievt acht Zander aus dem Wasser. Nachts scheint das Nordlicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Portage.&lt;br /&gt;Ein absolut kanadisches Wort.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Showtime. &quot;This is it&quot;, sagt Toni. Die &quot;Blue Chute Rapids&quot;. Wir haben das Rauschen schon von ferne gehört und peilen die Lage nun vom Ufer aus. Keine Felsbrocken dicht unter der Oberfläche, keine böse Überraschungen in unübersichtlichen Kurven. Eine gerade, zehn Meter breite Passage mit hohen Granitwänden erwartet uns. Anderthalb Meter Gefälle. Die dadurch vervielfachte Fließgeschwindigkeit und die stehenden Wellen haben ein etwa 50 Meter langes und sechs Meter breites Waschbrett mit anderthalb Meter hohen Rillen aus schäumendem H²O erzeugt. Die Kanus schleppen müs­sen wir trotz­dem nicht. Wir gleiten auf einer tiefblauen, weit über das Waschbrett leckenden Zunge mitten durch das tosende Spektakel, ohne das auch nur ein Spritzer über die Bordwände schlägt. Ein absolut geiles Feeling, von dem wir noch mehr wollen. Unterhalb von Blue Chute laden wir aus und gehen mit unseren Kanus spielen. Die &quot;Big Parisian Rapids&quot; und &quot;Devil&#039;s Chute&quot; etwas später sind komplizierter. Wir schleppen alles über Land, was nicht nass werden darf, und paddeln die Schnellen leer. Devil&#039;s Chute ist tückisch, die s-förmige Schnelle zwingt zu Tricksereien im Wildwasser. Abends schlagen wir das Lager unweit von Cross Island auf. Diese Stelle inspiriert Alex zum Vergleich mit einem Marriott. Die Geister der bei Cross Island vor 350 Jahren ertrunkenen Jesuiten, die von den Ojibwa-Indianern &quot;Wemitigoozhi&quot; (in etwa: &quot;Die mit Stöcken winken&quot;) genannt wurden, weil sie immer mit ihren Kruzifixen herumfuchtelten, lassen uns in dieser Nacht in Ruhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir verbringen noch einen Tag und eine Nacht auf dem French River. Die Zivilisation ist weit weg. Wir bringen zwei Drittel des Flusses hinter uns und sind verdammt stolz darauf. Am letzten Tag macht uns der vom Lake Superior herüberwehende Westwind zu schaffen. Die Voyageurs, so furchtlos wie abergläubisch, nannten ihn &quot;la Vieille&quot; (&quot;Die Alte&quot;), und brachten ihm vor der Abreise kleine Opfer dar. Wir kommen auf eine Schlagzahl von 45 pro Minute. Zwei Stunden lang, dann gehen wir mit langen Armen an Land. Immerhin, nicht schlecht für uns Pseudo-Voyageurs. Die Echten hätten wahrscheinlich nur müde gelächelt. Sie wären schon längst vor Manitoulin Island im Lake Huron gewesen, bei ihren Ojibwa-Freundinnen. Trotzdem, bei allem Muskelkater: Die Vorstellung, bis zu den Großen Seen und weiter zu paddeln, bleibt faszinierend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Weiße, der den French River unter den Kiel nahm, war ein französischer Teenager namens Etienne Brulé. Das war 1610. Er sah als erster Europäer den Lake Superior und wurde von den Huronen adoptiert. Bei seiner Rückkehr, Jahre später, hielt man ihn in Québec für einen Indianer. Gut 200 Jahre später kehrte Nordamerikas fleißigster Land­vermesser, David Thompson, über den French River nach Montréal zurück. Er hatte gut 25 Jahre lang den Westen Kanadas quasi im Alleingang kartografiert. Die Indianer nannten ihn den &quot;Mann, der die Sterne schaut&quot;. Thompson sah, was wir auf diesem Trip gesehen haben. Und einen Sternenhimmel, der noch immer bis auf den Fluss reicht.</description>
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                <title>Polarbären an der Hudson Bay 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 11 Apr 2019 03:02:06 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/srl_polar-bear_3-r.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Die besondere Reise&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;SOMMERBÄREN&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Juli 2014 im SK-Blockhaus in Senden. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete, als mich Rainer in sein Büro rief. &lt;br /&gt;&quot;Kannst Du für mich einspringen und in zwei Wochen nach Kanada fliegen? Es geht zu den Polarbären und Belugas an die Hudson Bay.&quot; Sprachlos stand ich da. Und nickte.  &lt;br /&gt;Text &amp; Fotos: Thomas Reichert&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Bären am Airport. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Nee, ist klar...&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Genehmigung meiner Chefin zu Hause war zum Glück reine Formsache. Und zwei Wochen später stehe ich am Airport in Winnipeg, Manitoba. Recht unausgeschlafen, denn um 6:50 Uhr geht mein Flieger mit Calm Air nach Churchill, wo angeblich die Sommerbären und Belugas auf mich warten. Auf nach Norden zur Hudson Bay! Auf dem Flug sehe ich endlose Seen- und Waldgebiete unter uns, bis der Wald allmählich verschwindet und einer unwirklich anmutenden Tundra-Landschaft weicht. In Churchill erwartet uns bereits ein alter Schulbus - der Shuttle der Lazy Bear Lodge. Freundlich begrüßt uns Colin, der Fahrer, mit einem Gewehr in der Hand. Ein Gewehr? Am Flughafen? Amerikanische Gesetzeshüter bekämen allein bei der Vorstellung Schnappatmung. &quot;Nur zu unserer Sicherheit&quot;, sagt Colin, der wohl meine verwunderten Blicke bemerkt hat. &quot;Gestern waren einige Bären in der Nähe des Airports.&quot; Ich muss schmunzeln. Bären am Airport - nee, ist klar... Ob dem guten Colin wohl die Mitternachtssonne zu lange auf den Kopf geschienen hat? &lt;br /&gt;Nach dem Check-in in die urige und überaus gemütliche Lazy Bear Lodge erkunden wir den Ort. So viel ist da ja nicht. Das Eskimo Museum gefällt mir. Es ist wirklich informativ, aber natürlich durchaus überschaubar. Julia, unsere Reisebegleitung von Travel Manitoba, erklärt uns den Ablauf der nächsten Tage und gibt uns viele interessante Informationen mit auf den Weg. Meine Erwar­tun­gen sind hoch und wachsen stündlich weiter. Und fast un­­wei­gerlich drehe ich mich nun öfter um. Es sollen ja immer Bären in der Nähe sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch weit und breit kein Bär. Mit dem Motorboot fahren wir abends noch über den Churchill River zum vorgelagerten Eskimo Point und besuchen das Prince of Wales Fort. Empfehlenswert - echt informativ. Aber immer noch kein Bär. Ob es wohl meine Kommentare sind, die Julia veranlassen, uns am Ende des Tages mindestens einen Polarbären für den Folgetag zu versprechen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen geht&#039;s in den Knast. Der Bus bringt uns hinaus zum berühmten Polarbärengefängnis von Churchill. Auch hier hat unser Guide immer sein Gewehr griffbereit. Sehr beeindruckend - allein der Gedanke, ein &quot;Gefängnis&quot; zu benötigen für Polarbären, die dem Ort zu nahe gekommen sind. Gefängnis passt natürlich nicht - eher Wartebereich. Es wird gezählt, registriert und der Gesundheitszustand dokumentiert - und dann gibt es für die weißen Riesen wieder den Shuttle zurück in die Wildnis. In der Regel. Es gibt leider auch Ausnahmen, wenn die Bären schon zu oft hier waren. Mich faszinieren die Lebendfallen, die man hier bewundern kann. Ein Rohr mit Falltür, deren Schließmechanismus der Bär beim Ergreifen des Köders am anderen Ende betätigt. Im Prinzip wie eine Lebendfalle für Mäuse - nur in XXL.&lt;br /&gt;Die Tundra ist gewaltig. Wir bewundern Sie von einem Aussichtspunkt vor dem Ort. Plötzlich fallen mir hunderte Schaumkronen auf dem Wasser auf. Komisch, es ist doch windstill - woher kommen die Wellen? Ich frage unseren Guide und sorge unfreiwillig für einen Lacher. Die Wellenkämme sind gar keine, sondern Belugas! &quot;So viele?&quot;, frage ich ungläubig und lasse den Blick abermals über die Wasseroberfläche schweifen. Unglaublich!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die kommenden Tage stehen ganz im Zeichen der weißen Wale. Mein Highlight: in Neopren-Anzügen mit den Walen schnorcheln! Die Methode ist ganz einfach: Wir lassen uns gut 90 Minuten an einem Seil durch das drei Grad kalte Wasser ziehen. Immer wieder begleiten uns große Schulen dieser faszinierenden und kommunikativen Tiere. Nichts als Begeisterungs- und Verzückungsbekundungen um mich herum. Ich kann mein Glück nicht fassen. Unser Guide gibt zu, dass die Begegnung mit den weißen Walen auch nach vielen Jahren im Job bei ihm immer noch eine Gänsehaut hervorruft. Ich weiß sofort, was er meint. Und ja, ein wenig beneide ich ihn schon um diesen einmaligen Job am Polarkreis. Ach so, nur fürs Protokoll: Habe immer noch keinen Bären gesehen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An den folgenden Tagen sind die Wale unsere ständigen Begleiter, ob wir zu Fuß, mit dem Kayak oder dem Motorboot unterwegs sind. So auch am Abend des dritten Tages, als wir im traumhaften Abendlicht noch einmal mit dem Motorboot um den Eskimo Point herumschippern. Wir genießen das Licht und die Belugas. Plötzlich tauchen zwei schneeweiße Fellköpfe vor uns auf den Felsen auf. Polarbären! Gleich zwei! Scheinbar gerade fertig mit ihrem Abkühlungsbad in der Hudson Bay. Pudelnass stehen die Bären vor uns, im warmen Rot der sinkenden Polarsonne. Julia muss mich anstoßen. &quot;Don&#039;t forget to take pictures, Thomas&quot;, lacht sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das Abenteuer am Polarkreis ist noch nicht vorbei. Mit dem Buschflugzeug geht es zur Seal River Lodge am gleichnamigen Fluss. Aus dem Flieger sehe ich wieder meine &quot;Schaumkronen&quot;. Hunderte, nein tausende Wale in der Hudson Bay. Das kann man nicht beschreiben. Das muss man mit eigenen Augen sehen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also ich glaube, die Landepiste der Seal River Lodge hätte keine fünf Meter kürzer sein dürfen. Julia lacht über mein bleiches Gesicht. Doch einmal mehr überraschen mich Sicherheit und Souveränität der kanadischen Busch­piloten. &quot;Man muss schließlich das Schild lesen können&quot;, so der trockene Piloten-Kommentar. Er meint das Schild am Ende der Landebahn: &quot;Welcome to Seal River Lodge.&quot; Mike Reimer, der Betreiber der Lodge wartet bereits mit einem ATV und Anhänger auf uns. In der Lodge begrüßt uns dann auch seine Frau Jeanne sehr herzlich. Ein imposantes Gebäude im Niemandsland, diese Seal River Lodge. Völlig autark, ohne dass man auf gewohnte Annehmlichkeiten verzichten muss. Mir gefällt der Speiseraum, in dem uns Salat mit Beeren aus der Tundra und frisch gefangener Arctic Char (Seesaibling) erwartet. Mein kulinarischer Höhepunkt auf diesem Trip. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Essen fahren wir mit dem ATV am Ufer der Hudson Bay entlang, als sich plötzlich - nur etwa 150 Meter vor uns - ein mächtiger Polarbär aus dem kniehohen Gras erhebt. Mike ist ein sehr erfahrener Guide. Schon beim Essen hat er mir erzählt, dass er gerade in solchen Situationen bislang noch nie auch nur einen Warnschuß hätte abgeben müssen. Ich geb&#039;s zu: Das beruhigte mich enorm. Langsam nähern wir uns dem Bären. Schritt für Schritt. Immer wieder müssen wir stehenbleiben. Es ist warm und der Bär scheint träge. &quot;Stören wir ihn?&quot;, flüstert Julia Mike zu. &quot;Nicht, wenn wir uns Zeit lassen und uns ganz langsam nähern. Er muss uns immer sehen und riechen können.&quot; Und tatsächlich, der Bär beachtet uns kaum. Majestätisch sitzt er schließlich nur knapp 50 Meter vor uns. Auf Augenhöhe. Vor der Kulisse der blühenden Weidenröschen. In diesem Moment sind wir einfach nur still. Sprachlos. Sogar Julia, die sonst immer etwas zu erzählen oder erklären hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht unser letzter Bär an der Hudson Bay. Im Gegenteil. Es sind ja nur noch zwei Tage, aber jetzt scheint es, als wollten sich uns die Polarbären nochmal mit aller Macht zeigen. In der Tundra, am Strand und häufig sogar schwimmend. Mein &quot;Protokoll&quot; vom ersten Tag werfe ich gedanklich weg. Ich bin mehr als zufrieden!  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Tag der Abreise drehe ich mich am Rollfeld noch einmal um zu Colin, unserem hervorragenden Driver-Guide: &quot;Don&#039;t forget your gun! There are bears around here.&quot; Colin lacht und winkt mir zum Abschied. Toller Ort, tolle Leute. Und die Natur - ach, warum soll ich überhaupt versuchen es zu beschreiben? Churchill, ich komme wieder. Ich hab&#039;s meinen weißen Freunden versprochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/FS_hBISG02g?list=PL2E4B647E5A7FE1E6&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;</description>
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                <title>Canadian Badlands 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 05 Jun 2019 13:51:35 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/ole_badlands_5-r.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;strong&gt;Wollt Ihr ein Stück ungeschliffenes&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;KANADA ERLEBEN?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die schönsten Provinzparks der Canadian Badlands in Alberta machen kein Bohei um sich. Wozu auch, kaum jemand findet den Weg hierher. Das Zeug zu Besuchermagneten hätten sie allemal.&lt;br /&gt;
Text und Fotos: Ole Helmhausen&lt;/em&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wayne, Alberta. &quot;Population then: 2490. Now: 27&quot;, verkündet das Schild am Ortsrand. Oder warnt es? Wayne ist ein Nest 14 Kilometer südöstlich von Drumheller im en­gen Rosebud River Canyon. Und offenbar ist es noch nicht ganz tot. Ob die Einschusslöcher im berühmten Last Chance Saloon noch zu sehen sind, wollten wir eigentlich fragen. Von de­nen hatten wir schon im Hotel in Drumheller gehört. Doch jetzt nimmt der alte Staubsauger in der Lobby des Rosedeer Hotels unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. &quot;Ein alter Airway&quot;, flüstert die Begleitung ergriffen, &quot;siehst Du nur noch im Museum!&quot;&amp;nbsp;Wir checken ein und kriegen ein Zimmer, in dem wir eher Clint Eastwood mit Sporen auf dem Bett sehen als uns. Die Wände mit Holz verkleidet, das Bett ein stilechtes, goldfarbenes Git­terbett. Und an der Decke eiert ein per Kettchen auszuschaltender Ventilator. Skurril aber nicht unattraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Fazit nach dem ersten Roadtrip-Tag in den Badlands: Für Touristen verbiegt man sich hier nicht. &quot;What you see is what you get&quot;, sagt man hier dazu, &quot;du bekommst, was du siehst, wir flunkern dir nichts vor.&quot; Allzu viele Besucher finden ohnehin nicht hierher. Die große Masse erliegt ja dem Lockruf der Rocky Mountains. Banff, Jasper und die weltberühmten Nationalparks, da will jeder hin. Trotz der vielen Wohnmobile auf den Straßen und so einiger Gastgewerbe-Profis, die kaum mit dem Produkt vertraut sind, das sie verkaufen. In der Südostecke Albertas dagegen kennt man so etwas nur vom Hörensagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Frei atmen.&lt;br /&gt;
Für Stadtneurotiker.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die Badlands, das ist gewellte Prärie bis hinter den Horizont, sparsame Landschaft, dünn besiedelt. Mit hineingestanzten Canyons. Und meist trockenen Flussbetten, &quot;Coulées&quot; genannt. Der Autofahrer erlebt sie wie tiefe Löcher in einer Welt, die flach wie eine Scheibe ist und, weil keine Erhebung den Blick auf die Erdkrümmung verstellt, am Horizont dann doch noch unmerklich rund wird. Wer hier lebt, ist ein Insulaner in einem Ozean aus Gras. Und trägt das Abzeichen seiner Zunft auf dem Kopf: Baseballkappen die Farmer, Trucker und Angestellten der Bewässerungsfirmen, Stetsons die Rancher und Cowboys. Man trifft sich auf Rodeos, Viehauktionen und Bauernmärkten. Und überlegt im Saloon, wo die Gäste ihre Steaks selbst grillen, wie man die jungen Leute dazu bringt, daheim zu bleiben anstatt nach Calgary oder gar Vancouver zu ziehen. Inzwischen setzt man auch auf den Tourismus. Das touristische Manko der Badlands - keine Berge, keine Grizzlies, keine 5-Sterne-Resorts - wird kurzerhand zu ihrer Stärke erklärt: Wollt Ihr ein Stück ungeschliffenes Kanada erleben? Frei atmen und Wildnisgebiete ganz für Euch ganz allein haben? Die Badlands. Für Stadtneurotiker!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Unsere Entdeckungstour durch die Badlands wird genau das. Touristen wie wir, den planlosen Roadtrip genießende Auswärtige also, sind selten hier. Von den Cypress Hills an der Grenze zu Saskatchewan bis nach Calgary, von Milk River kurz vor Montana bis nach Red Deer im Norden: So selten ist unsere Spezies, dass Einheimische manchmal nicht wissen, was sie mit ihr anfangen sollen. Dass wir keine Panne haben, sondern mitten auf der Route 56 nach Stettler nur anhalten, um den endlosen Lattenzaun zu fotografieren, will der hilfsbereiten Dame im alten GMC Sierra nicht in den Kopf. Kopfschüttelnd beobachtet sie unser Treiben durch das heruntergekurbelte Fenster. Zuletzt empfiehlt sie uns Rowley, das läge ganz in der Nähe, heute Abend sei da Pizza Night. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wenig später rollen wir durch eine Geisterstadt wie aus High Noon. Ganz tot ist aber auch &quot;Rowley, Population: 6&quot; noch nicht: Die Ex-Einwohner träumen noch im­mer von Rückkehr. Dafür backen sie hier an jedem letzten Samstag im Monat Pizza für die Farmer und Rancher der Umgebung. Im Laufe der Zeit hat sich daraus eine Art Gemeindefest, Party und Familientreff für die ganze Region entwickelt. Der Erlös fließt in die In­standhaltung der leer stehenden Häuser und des Getreidesilos. &lt;br /&gt;
Wir parken vor der alten Bank und geben in der zur Pizzabäckerei umfunktionierten Gemeindehalle unsere Bestellung auf. Danach schlendern wir hinüber zu Sam&#039;s Sa­loon. Toll! Ein echter Schwingtürensaloon mit Elchköpfen an den Wänden und Sägespänen auf dem Boden. Der Laden ist rappelvoll, aus den Lautsprechern dudelt Country Musik. Überall sonst in Nordamerika würden Jugendschutzverordnungen greifen, hier nicht: Männer und Frauen in Jeans und karierten Hemden stehen und sitzen bei Pizza und Bier der Marke Big Rock, Kinder flitzen hin und her, ein paar Tische sind komplett im Besitz junger Mütter mit Babys. Die Stimmung ist freundlich-aufgekratzt, wir fotografieren, was der Speicher hergibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ein junger Mann namens Billy spricht uns an und zählt - ungefragt aber willkommen - auf, was wir sonst noch in der Gegend auf keinen Fall verpassen dürfen.&amp;nbsp;Was Billy nicht erwähnt: Seine Badlands-Must-Sees liegen nicht gerade um die Ecke. Die Entfernungen sind gigantisch, selbst in dieser einen von vier Ecken Albertas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen lümmeln wir uns deshalb mit Sandwiches und heißem Kaffee in die Autositze. Keine Seele auf der Straße, wieder einmal, keine Drängler im Rückspiegel, keine Sonntagsfahrer vor der Haube. Zero Stress, nur weites, hügeliges Land, vor wenig mehr als hundert Jahren zum ersten Mal untergepflügt und seitdem mit einem Patchwork aus Raps- und Weizenfeldern überzogen. Wir überlegen, wie das für die &quot;Sodbuster&quot; genannten Pioniere wohl früher war, das Reisen in dieser damals straßenlosen Leere. Eine Stunde lang zuckeln wir im Ochsenkarrentempo über die Route 585. Interessante Erfahrung, aber mit der Zeit zehrt Tempo 10 km/h doch etwas an den Nerven. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die schönsten Provinzparks der Badlands machen kein Bohei um sich. Wozu auch, kaum jemand findet den Weg hierher. Das Zeug zu Besuchermagneten hätten sie allemal. Die Abzweigung zum Dry Island Buffalo Jump Provincial Park verpassen wir um ein Haar. Wir fahren schon wieder viel zu schnell, ohne es wirklich zu bemerken. So einförmig gleitet die Prärie an uns vorbei. Doch dann schmiert unsere Welt plötzlich ab.&amp;nbsp;Wir steigen aus und blicken einen 200 Meter tiefen Steilhang hinab. Keine Absperrung, kein Zaun. Bevor sie Pferde hatten, besagt ein Schild, trieben Cree-Indianer hier Büffel­­­­­­­­­­herden über die Kante. Unten mäandert der Red Deer River durch eine erodierte Landschaft aus Hoodoos und lichten Cottonwood-Wäldern nach Süden. Auf der anderen Seite schützt eine inselartige Mesa Fragmente ursprünglicher Prärie. Nur ein leerer Parkplatz macht glauben, dass sich mehrere Autos hierher verirren können. &amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Auch die anderen Hingucker der Badlands brauchen wir nicht mit allzu vielen Besuchern zu teilen. Ein paar Tage lang treiben wir uns in den sogenannten Special Areas herum. So heißen die von gut 5000 Menschen bewohnten, rund 20 000 Quadratkilometer zwischen den Nestern Hanna im Westen, Bindloss im Süden und Consort im Norden. Dies ist der trockenste und leerste Teil der Badlands. In der 1100-Seelen-Gemeinde Oyen erleben wir das &quot;Bullarama&quot;, ein Rodeo ausschließlich für Bullenreiter. In den Nose Hills bei Consort beobachten wir, Lichtjahre von jeder Luftverschmutzung entfernt, den schönsten Nachthimmel unseres Lebens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Im Dinosaur Provincial Park, immerhin ein UNESCO-Titelträger, weil hier so viele Fossilien von teilweise völlig unbekannten Dinosauriern aus den Se­di­mentschichten gekratzt wurden, nehmen wir ein paar der fantastischen Wanderwege durch die Wildwest-Canyons unter die Stiefel. Und im Writing-on-Stone Provincial Park mit seinen Unmengen prähistorischer Felsenbilder finden wir einen Aussichtspunkt, wo wir uns ins Gras werfen und den Blick über Canyons, Hoodoos und offene Prärie hinweg zu den 2000 Meter hohen Erhebungen der vulkanischen Sweetgrass Hills in Montana genießen. Nie hätten wir gedacht, dass Autofahren so erholsam sein könnte.</description>
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                <title>Schöffel in Kanada 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/rsf-tojackcamper.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Fotoshooting 2015 in British Columbia &amp; Alberta&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Schöffel in Kanada&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&quot;Ich bin raus! Wohin sollte der Schöffel-Slogan besser passen als nach Kanada?&quot;, kommentierte Peter Schöffel im letzten Sommer die neue Kooperation zwischen Schöffel und SK Touristik. Neu und schnell. Schon im September ging es los auf die zehntägige Shootingreise nach Westkanada. Für uns ein ganz neues Erlebnis.&lt;br /&gt;Text: Rainer Schoof und Ole Helmhausen  Fotos: Rainer Schoof und Michael Müller&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Ich bin raus.&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/9_a2Jz_waYg&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bearbeitet wurde das Projekt schon lange in Senden. Konkret geplant während eines Urlaubs in Kroatien. Beschlossen während eines Treffens in Frankfurt. Und besiegelt per Handshake zwischen Peter Schöffel und Rainer Schoof auf der &quot;Outdoor&quot; in Friedrichshafen. Es wird Zeit, dass es jetzt endlich über den Atlantik geht. Zur Schöffel-Fotoshooting-Reise 2015 durch Westkanada.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Rainer] Ich fliege schon einen Tag früher nach Vancouver. Am Flughafen nimmt mich mein Freund Andy Schwaiger in Empfang. Er wird auf dieser für uns alle neuen Projekterfahrung der Driver-Guide des Tourvans sein. Fehlt noch Ole. Reisejournalist Ole Helmhausen kommt aus Montréal eingeflogen, um uns auf dieser Tour zu begleiten. Ab morgen sind wir dann mit einem insgesamt siebzehnköpfigen Team des Outdoor-Bekleiders Schöffel unterwegs. Video- und Fotografen, Models, Stylistin, Visagistin, Art Director, Truck-Fahrer und Marketing-Verantwortliche von Schöffel. Morgen. Jetzt nehmen Andy, Ole und ich am Airport erst einmal unseren großen - jetzt noch weißen - SUV auf und fahren nach Langley. Am Ho­tel in Langley treffen wir uns mit Lineke Kereluk und David Frolik von Fraserway. Von dem Wohnmobilvermieter stammt der Truck Camper, der uns auf diesem Trip begleiten wird. Schnell werden die wichtig­sten Dinge besprochen, ein Steak bestellt und ein Bier getrunken. Dann ist es Zeit fürs Bett. Wir sind todmüde. Und morgen geht es schon um sechs Uhr weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Ole] Wow, ich habe selten so lange und so volle Tage erlebt. Frühmorgens habe ich am nächsten Tag bereits die Einweisung in den Truck Camper - mein Dank an Dave Frolik von Fraserway - und wenig später bin ich schon unterwegs nach Whistler. Immer wieder klasse, der Sea-to-Sky-Highway via Squamish. Good to be back: Whistler ist Whistler, jetzt ist es schon ein bisschen kühler, und die Herbstfärbung hat begonnen. Einfach toll, die Farben. Ich mache ein paar Bilder von den Mountainbikern im Zielschuss, schlürfe Latte und fröne dem &quot;People Watching&quot;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider werde ich nicht dazu kommen, mich aufs Mountainbike zu setzen. Sonst würde ich mich gleich doppelt über diese Herberge freuen. Das Aava, ein modernes 192-Zimmer-Hotel im Herzen von Whistler, hat alles, was ich als müder und total verdreckter Mountainbiker bräuch­te. Links neben dem Eingang gibt es zunächst einen Wasserschlauch, mit dem ich mein Bike abspritzen könnte. In der Lobby würde ich dann die im hoteleigenen GoPro Lab gratis ausgeliehene GoPro wieder abgeben - nach dem Laden meiner Actionclips natürlich - und mich danach in den Whirlpool im Garten schmeißen, der müden Knochen wegen. Doch das Aava ist auch ohne Mountainbike eine superbequeme Unterkunft. Mein Zimmer ist gemütlich, das Bad funktional. Das Beste: die Lage zentral im Whistler Village.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Rainer] Frühstück mit Ole - dann fahren Andy und ich los, um den Cargo Truck mit Hebebühne abzuholen. Der fällt eine Nummer größer aus als reserviert, aber was soll&#039;s. So ist das schon mal in Nordamerika. Auf nach Whistler. Unterwegs holt Andy die komplett vorgeschickte Klamotten-Ausrüstung des Schöffel-Teams ab. Bislang klappt alles und wir treffen uns fast pünktlich in Whistler wieder. Ole hat Zeit fürs Hotel. Andy und ich müssen zurück nach Vancouver, um die Schöffel-Crew abzuholen. Wir sind spät dran, doch die Zubringermaschine aus Calgary hat Verspätung, so dass es niemand merkt. Doch leider kommen wir dadurch auch erst sehr spät wieder zurück nach Whistler und haben Glück, dass im vorreservierten Dubh Linn Gate Pub - gefällt mir sehr gut - noch etwas zu essen bekommen. Schade eigentlich - in Whistlers Cafes und Pubs hätte ich gern mehr Zeit mit der Gruppe verbracht - zu Akklimatisierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Ole] Einen Bekleidungskatalog zu produzieren ist kein Pappenstiel. Aufstehen um fünf, Frühstück um sechs, ab zur Location um sieben. Die Stylistin Alexandra hat schon seit vier Uhr die Klamotten gebügelt und geordnet. Das klingt erst einmal einfach. Doch den Transport von 17 Leuten, Technik und Kleidersortimenten inklusive zu organisieren, ist eine Herausforderung, die Rainer und Andy jedoch souverän meistern. Netterweise ist unsere erste Location die Green Lake Floatplane Base am Ortsrand. Dort dient die 1950er DeHavilland &quot;Beaver&quot; von Harbour Air als Hintergrund für den ersten Photoshoot. Ich habe so etwas noch nie mitgemacht und bin überwältigt von der Action um mich herum. Alles scheint durcheinander zu laufen, alle reden gleichzeitig. Doch dann verläuft alles in ruhigeren Bahnen. Model Clayton aus Südafrika, ein bärtiger Mountain Man, wuchtet einen Seesack in die Beaver. Sechs, sieben, acht Mal macht er das, bis Fotograf Michael zufrieden ist. Videograf Mario produziert derweil die Clips, zwischen den Takes eilt Sina von der Maske hinzu und sprüht Clayton &quot;Schweißtropfen&quot; ins Gesicht. Die Anspannung der ersten Stunden vergeht, nun läuft alles wie am Schnürchen, die Sonne über den Bergen trägt ihren Teil bei. So vergeht der Morgen. Mittags wird abgebaut, alles in Trailer, SUV, Truck  und Van verstaut auf geht&#039;s zur nächsten Location.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; src=&quot;https://www.youtube.com/embed/HbuNxi22HAo&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Rainer] Unser Ziel ist das Alpine Meadows Resort am Hallamore Lake. Fotograf Michael ist zu mir in den SUV gestiegen und wir &quot;scouten&quot;. Michael sucht Gegenden, die auf Schöffels &quot;Ich bin raus&quot;-Claim passen. Der restliche Tross folgt uns mit etwa einer Stunde Verzögerung. Andy fährt den Van mit den Models und Stylisten, unser Kollege Sven fährt den Fraserway-Truck mit den Videografen und Schöffel-Marketingmann Stefan fährt den Produktions-Truck. Sie müssen darauf achten, ob wir irgendwo am Wegsesrand stehen und winken - denn auf den Handyempfang ist auf unserer Route kein Verlass.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über die Duffy Lake Road, Lillooet und Cache Creek geht es nach Kamloops. Etwas nordwestlich des Ortes finden wir mit der Lac du Bois Grasslands Protected Area eine Location, die mir bis dato völlig unbekannt war. Das will was heißen - ich dachte, ich kenne diese Region in- und auswendig. Übrigens wirklich toll hier: Halbtrockenes Hügelland mit fantastischem Rundumblick, Honigfarben in der sinkenden Sonne. Ein Wunder - sie finden uns! Kaum sind alle da, beginnt das Spiel von neuem. Ausladen, alles einen steilen Hügel hinaufschleppen - Michael besteht drauf - Maske, auf das beste Licht warten, und dann zack, zack, eine Szene nach der anderen. Ich staune ob der wunderschönen Szenerie, die Michael nun aufs Foto bannt. Eine ganz tolle Stimmung, ein herrlicher Blick - und ich war noch niemals vorher hier! Muss mir erst einmal eine Zigarre anzünden und den Moment gebührend genießen. Michael will den Sonnenuntergang - sprich, an diesem Abend müssen wir die lange Schotterpiste zum Alpine Meadows Resort in der Dunkelheit fahren. Manager Wolfgang ist zum Glück flexibel und ser­viert uns spät in der Nacht noch ein Gourmet-Dinner. Ja, ich wusste schon, warum ich die Crew hierhin lotsen wollte. Das Alpine Meadows ist eins meiner absoluten Favourites! Und wieder todmüde ins Bett - klar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Ole] &quot;Ich bin raus&quot; titelt die Schöffel-Kampagne, und nach vier Tagen &quot;on the road&quot; muss ich sagen: Motto und Kanada passen zusammen wie Paris und Baguettes. Komisch, es scheint auch zu dem mir unbekannten Menschen zu passen, der sICH frühmorgens BINnen Sekunden aus den Decken heRAUSschält und mich verschlafen im Spiegel anstarrt. Fotograf Michael und Rainer sind schon unterwegs zum Scouten, während die Truppe noch beim Frühstück sitzt. Danach zum Tanken nach Clearwater, first things first. Andy steht am Kaffeeautomaten und gibt mir den besten Rat des Tages: &quot;Nimm Kaffee mit, bis abends gibt&#039;s nix Heißes mehr!&quot;&lt;br /&gt;Berühmt ist der Wells Gray Provincial Park für seine Wild­nis, die Seen und seine fotogenen Wasserfälle. Michael hat sich beim Scouten für zwei entschieden: die Helmcken Falls und die Dawson Falls. Die Stimmung an Bord der Trucks und Vans war auch heute wieder super. Ich bin schwer beeindruckt von der Professionalität der Produktionsleute und Models. Keine Spur abgehoben, absolut zugänglich und humorvoll. Die Helmcken Falls liegen an diesem Morgen im Nebel und zeigen sich von ihrer dramatischen Seite - wie frisch aus Mittelerde. Als Tourist würde unsereiner darauf verzichten Fotos zu machen. Aber die Profis haben einfach ein anderes Auge für so etwas. Der Rest ist bekannt: Hoch­konzentriertes Arbeiten, alles muss schnell gehen, des Lichtes und der Zeit wegen, alle folgen Michaels Anweisung punktgenau. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Rainer] Kurze Mittagspause mit leckeren Sandwiches vom Alpine Meadows Resort - danke, Wolfgang - dann weiter zu den Dawson Falls. Noch mehr Wolken und leichter Regen, aber das ganze Team stapft unverzagt durch den tropfenden Regenwald zur Location. Dabei rutschen wir unter umgefallenen Bäumen hindurch und einen Felsabhang hinab und balancieren über glitschige Felsbrocken: Situationen, in denen man sieht, aus welchem Holz die Models geschnitzt sind. Clayton aus Südafrika und Alexander aus der Schweiz treiben sich, wenn sie nicht vor der Kamera stehen, am liebsten mit ihren Freunden in der Wildnis herum und waren entsprechend in ihrem Element. Mathilde und Lisa sind ebenfalls in Topform und machen alles mit, ohne mit der Wimper zu zucken. Natürlich ist es auch an diesem Tag wieder stock­dunkel, als wir das Resort erreichen. Manager Wolfgang, ein toller Gastgeber und wunderbarer Unterhalter, lässt unverzüglich Essen auffahren. Es gebe zwei Gerichte zur Auswahl, sagt er, Steak und - die Alternative geht unter... Steak ist einfach logisch... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Ole] Ich möchte mich Rainer anschließen. Auch ich bin beeindruckt von Mathilde, Lisa, &quot;Acki&quot; Alexander und Clayton! Man kennt ja das Klischee des verwöhnten Models. Was wir jedoch mit diesen Vier am nächsten Tag am und auf dem Clearwater Lake erleben, revidiert alle Vorurteile, die ich zumindest im Kopf hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist passiert? Frühmorgens zunächst noch einmal zu den Dawson Falls. Fotograf Michael ist noch nicht zufrieden. Der Himmel ist grau, der Wald tropft. Gemeinsam rutschen wir zur Kiesbank unterhalb der Fälle hinab. Dort lotst Michael die Models in den Sprühnebel der Fälle. Lisa ist ihm noch nicht nass genug und so lässt Michael ihr noch mehr Wasser ins Gesicht sprühen. Lisa friert, bleibt cool. Später wird Mathilde an der gleichen Stelle pudelnass - und strahlt. Es hat ihr Spaß gemacht.&lt;br /&gt;Mittags geht&#039;s zum Clearwater Lake. In der grauen Decke über uns zeigen sich jetzt ein paar blaue Punkte. Das macht Hoffnung - ab auf den See! Ray von Clearwater Lake Tours, eine joviale Frohnatur, steuert das kleine Motorboot zunächst zum Azure Lake am anderen Ende des Sees. So klares Wasser habe ich noch nie in einem kanadischen See gesehen! Zurück im Clearwater Lake, landen wir an einem kleinen Strand. Oberbekleidung steht auf der Shotlist. Während Michael mit Lisa und Mathilde anfängt, vertreibt sich der hyperaktive Acki die Zeit mit der als Deko mitgebrachten Angel. Es kommt, wie es kommen muss: Drei Würfe und er hat eine große Regenbogenforelle am Haken! Gekonnt nimmt er sie aus und stopft sie mit Beeren. Alles kurz vor seinem Photoshoot. Glaubwürdiger geht ein Outdoor-Fashion-Model nicht, denke ich bei mir. Nachmittags geht&#039;s zum nächsten Strand. Tolles Wetter jetzt, die Sonne ist durch, ein paar Wolken setzen Akzente. Michael will eine Campingszene mit Lagerfeuer. Kein Thema, vor allem nicht für Acki und Clayton. Acki splittet Brennholz mit Taschenmesser und Holzknüppel, Clayton zieht mit den Produktionsleuten das Zelt hoch. Als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Tag sechs ist ein Reisetag - und was für einer! Knapp 600 grandiose Kilometer liegen vor uns, die Stimmung ist su­per. Ich sitze mit Andy und den Models im Van. Wir handeln von Beziehungen, Yoga und Buddhismus über Träu­­me und Clayton in Südafrika besuchen bis hin zu den aktuellen Rugbyergebnissen - Südafrika hat gerade spektakulär gegen Japan verloren - alles ab, was auf einem Roadtrip so alles bewegt. Dann stellt sich uns weiß und groß der gigantische Mount Robson in den Weg, dann Jasper. Gucken, staunen, einkaufen. Als wir auf den Icefields Parkway einbiegen, kommen wir aus den WOWs nicht mehr heraus. Am Columbia Icefield ist der ganze Van regelrecht high. Blauer Himmel, weiße Gletscher, riesige Berge vor, hinter, neben uns. Wir albern herum, machen Bilder und Selfies miteinander und würden am liebsten immer so weiterfahren. Toll, die Herbstfärbung der Birken und Espen. Die Wolken kommen wie­der, aber der Sonne gelingt es noch eine ganze Weile, die Bäume golden in Szene zu setzen. Einfach fantastisch! Am Peyto Lake wieder Action. Die Sonne hat sich abgemeldet, der Wind ist eisig. Ein paar Fotos unterhalb der Beobachtunsplattform, dann weiter. Unsere Begeisterung trägt uns noch bis Lake Louise. Erst als wir im Lake Louise Inn einchecken, kommt die vertraute Müdigkeit. Die muss aber noch einen Moment warten, denn das sehr schöne Hotel hat im Keller einen super Pub!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Rainer] Stichwort &quot;Locations scouten&quot;: Welcher See, Fluss, Berg, Wald liefert um welche Uhrzeit bei welchem Wetter und für welche Kleidungsstücke das beste Licht und den besten Hintergrund? Man soll&#039;s nicht glauben, aber ausgerechnet der Banff Nationalpark stellt uns am siebten Tag diesbezüglich vor Probleme. Alles fängt da­mit an, dass Ole und ich an diesem Tag schon vor fünf Uhr morgens den SUV mit Frühstück- und Lunchpaketen beladen und aufbrechen. Unsere erste Mission: Michael und das Team finden. Die sind nämlich schon seit vier Uhr unterwegs. Kein Thema, denken wir, schließlich soll das Shooting am Icefields Park­way stattfinden. Die werden wir schon finden, dachten wir und rollen auf leeren Straßen durch das schlafende Lake Louise.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Da hatten wir wohl die Rechnung ohne das Auge des Fotografen gemacht. Zunächst klappern wir alle Sehenswürdigkeiten zwischen Hector Lake und Waterfowl Lakes ab. Nichts. Mit der Sonne über den Bergen steigt auch unsere Sorge um die Stimmung beim Team. Die sitzen jetzt sicher irgendwo im Busch, frieren - es sind heute gerade mal 5 Grad - und haben Hunger! Wir kehren um und nehmen jede Ausfahrt näher in Augenschein. Peyto Lake, Num-Ti-Jah Lodge usw. - nichts. Dann beschließen wir, noch weiter nach Norden in Richtung Saskatchewan Crossing zu fahren. Die Sonne hat es soeben über die Gip­fel geschafft. Alles sieht so wunderschön aus - es ist ja immer noch früh und wir sind fast allein in den Rocky Mountains. Aber so langsam mischt sich in unsere Ergriffenheit auch ein bisschen Stress. Wo sind sie? Dann sehe ich rechts vom Parkway etwas Weißes im Wald schimmern. Wir folgen einem holprigen Pfad und voilà, dort steht zumindest ein Teil unserer Fahrzeugkolonne, ordentlich geparkt vor einem kleinen Quartier von Parks Canada. Der andere Teil, so hören wir von Truckfahrer Sven - Spitzname &quot;MacGyver&quot;, weil er wirklich alles reparieren und aus allem etwas basteln kann - hocke drüben auf einem Grat und warte auf das richtige Licht. Dabei zeigt Sven auf einen winzigen blauen Punkt hoch über dem North Saskatchewan River. Die Armen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;[Ole] Es gibt ein tolles Sprichwort in Kanada. Es wird den Ureinwohnern zugeschrieben und lautet &quot;The land makes the people&quot;. Unsere Sorge um die seelische Verfassung des Schöffelteams erweist sich als unbegründet. Alle schwärmen von der tollen Landschaft, dem Sonnenaufgang, der frischen Luft und überhaupt. Für alle ist die Zeit im Busch wie im Flug vergangen. Kanada hat neue Fans! Fotograf Michael waren die Seen zu neblig und die Berghänge zu dunkel gewesen, deshalb hatte er das Team bis zu den Ufern des North Saskatchewan River gelotst. Der Rest des Tages ist professionelle Schöffel-Routine. In allerbester Stimmung. Alle sind high - ich auch.  Deshalb ken­ne ich die Droge: die grandiose Kulisse beiderseits des Icefields Parkway!    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der letzte Morgen in Banff ist fantastisch. Wahnsinnig, unvergesslich, supergeil! Alles verbraucht klingende Adjektive, aber sie passen halt am besten. Das Wetter ist einfach Spitze. Rainer und ich, inzwischen so etwas wie das rollende Bistro des Schöffelteams, treffen Michael und Co. am Two Jack Lake, noch bevor die Sonne über die Rockies geklettert ist. Während sich das Produktionsteam an die Arbeit macht, gehe ich ans Ufer und schaue einfach nur. Der See liegt so ruhig und still da, als hätte ihn die Welt vergessen. Stundenlang könnte ich auf seine spiegelglatte Fläche starren und einfach nur zufrieden sein. Zwischendurch gesellen sich Acki und Clayton dazu. Erst sagt niemand von uns etwas: Dann murmelt Clayton aus Südafrika: &quot;Ich komme wieder.&quot; &quot;Bring Deine Freundin mit&quot;, sagt Acki aus der Schweiz. &quot;Yeah, Bro&quot;, sagt Clayton. &quot;Yeah&quot;, sagt Acki. &quot;Yeah!&quot; denke ich. Dies aus dem Mund weltreisender Models, die schon viel gesehen haben, zu hören, ist schon etwas Besonderes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Two Jack Lake scheint das Kompliment zu freuen. Er macht uns das schönste Geschenk, das man sich vorstellen kann: ein perfektes Spiegelbild des Sulphur Mountain, der sich nun genüsslich im Licht der aufgehenden Sonne räkelt. Die dunklen Berghänge um uns herum nehmen Farbe an, es wird mit jeder Minute wärmer, und Michael Müller - das Licht, Kinder, das Licht! - macht nun Tempo. Und wieder, für mich zum letzten Mal, muss ich Müllers leichte Hand und Professionalität bewundern. Ich bin schon jetzt gespannt auf seine Bilder. Zwischen den Takes gibt es einmal mehr Sandwiches und Kaffee - am offenen Heck unseres SUV - in &quot;Rainer&#039;s Takeout&quot;. Klasse Rainer, du hast auch andere Talente, falls es mal nicht mehr die Touristik sein soll! Mittags verabschiede ich mich und fahre zurück nach WLAN-Land. Schreiben, Schreiben, Schreiben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Rainer] Nach diesem Traum am Two Jack Lake geht es zurück nach Banff. Mitten auf die Banff Avenue. Ein &quot;Shooting-Quickie&quot;. Fotograf, Models und Assistenten arbeiten. Der Rest hält Aus­schau nach Cops, die uns wohl kostenpflichtig aus dem absoluten Halteverbot vertreiben könnten. Riskant, aber irgendwie auch cool. Andy, Sven und mich brauchten sie dann bis zum Nachmittag nicht mehr. Unverhofft &quot;freie&quot; Stunden - und die Sonne hoch am Himmel. Genüsslich setzen wir uns auf die Terrasse des Chili, dem stylischen Restaurant im Fox Hotel. Endlich mal amtliche Wings und Ribs! Übrigens, ich war zum ersten Mal im Fox und kann sowohl das Hotel als auch das Chili wirklich empfehlen. Am Nachmittag soll es weitergehen - mit dem Kinder-Shooting. Hierfür hat es bereits gestern in der Banff Caribou Lodge, die uns freund­licherweise einen Raum zur Verfügung gestellt hat, ein echtes Casting gegeben. Oda, die Art Direktorin von Schöffel, hat es durchgeführt. Ich bin auch dabei und dafür zuständig gewesen, jeweils die nächsten Kinder hereinzuholen und ihnen nachher ausreichend Süßigkeiten zuzustecken. Glaube, das hab&#039; ich hinbekommen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, und dann auf zum letzten, dem Kinder-Shooting. Der Nachmittag hat sich prächtig entwickelt. Blauer Himmel. Sonne. Erst versuchen wir die Vermillion Lakes vor Banff als Location, doch Fotograf Michael ist nicht happy - die Sonne steht falsch. Aber beim Banff Canoe Club - praktisch mitten in Banff - werden wir fündig. Ein tolles Shooting und ein herrlicher Nachmittag. So soll es sein Ende September in den Rockies! Zum Schluss dann noch ein Spontan-Schnellschuss an den Bahngleisen von Banff - und wenn&#039;s einmal läuft: Natürlich kommt auch einer dieser endlos langen Züge vorbei. Schön! Das ganze Team ist happy. Dementsprechend feuchtfröhlich gestaltet sich auch der Abschlussabend in der Park Distillery. Kannte ich noch nicht. Eine ziemlich coole Location! Hier bin ich beim nächsten Banff-Besuch wieder! Stylisch und trotzdem urgemütlich - und super Essen! Ein gelungener Abschluss dieses herrlichen Tages und dieser ereignis- und erfolgreichen Reise! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ein bischen Wehmut schwingt schon mit, als wir uns am nächsten Tag am Airport in Calgary voneinander verabschieden, kurz bevor wir mit unterschliedlichen Verbindungen in alle Himmelsrichtungen davon­ fliegen. Clayton will unbedingt wiederkommen und hat sich all meine Kontaktdaten notiert. Lisa jettet zurück in ihre Heimat Kalifornien. Für Acki, der sich in Lisa verliebt hat, geht es zurück in seine Wohnung nach New York. Mathilde macht sich auf den Weg zurück nach Montréal zu ihrer Familie. Sie ist stolz, dass sich das gesamte Team in ihr Heimatland verliebt hat. Tja, und alle anderen sehen wir wohl schon im kommenden März wieder - zum nächsten Schöffel-Shooting. Wieder in den kanadischen Rocky Mountains. Freue mich.</description>
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