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                <title>SK Touristik - Kanada. Leidenschaftlich./Kanada Reise/Reiseberichte/OstkanadaArtikel</title>
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        <description>Artikel aus der Kategorie Ostkanada</description>
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                <title>Ein Wochenende auf PEI 0,00 €</title>
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                <pubDate>Fri, 23 Feb 2024 09:55:27 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/pei_cs_01.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Nova Scotia und Prince Edward Island&lt;br /&gt;Weiße Flecken auf der Landkarte&lt;br /&gt;Juni 2023&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Teil 2 – Prince Edward Island&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Carsten Siegel&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein erstes Mal Atlantik-Kanada! Nachdem ich im Juni 2023 einige Zeit in Nova Scotia verbracht hatte, will ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, auch Kanadas kleinste Provinz zu erkunden – Prince Edward Island!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ursprünglich plane ich, die Fähre nach Prince Edward Island nehmen. Leider fällt die Verbindung von Caribou nach Wood Islands zu diesem Zeitpunkt aus aus, da das Schiff noch auf Ersatzteile wartet. Doch die Alternative ist mindestens genauso cool und macht für mich zeitlich kaum einen Unterschied. Über die Confederation Bridge – mit etwa 8 Kilometern Kanadas längste Brücke – fahren wir hinüber nach PEI. Am Ende der Brücke machen wir einen Stopp am Port Borden Back Range Lighthouse, wo wir mit der großartigen Drumming und Tanz-Performance einer Mi&#039;kmaq-Familie begrüßt werden. Unser Tagesziel ist Charlottetown, die Hauptstadt von Kanadas kleinster Provinz. Die Innenstadt wirkt gemütlich und übersichtlich. Kein Wunder, denn in der Stadt leben nur knapp 40.000 Menschen (bzw. gut 70.000 im Großraum). Um so beeindruckender, wie viele Bars, Restaurants, Pubs und Stores es hier gibt. Meine Unterkunft, das The Holman Grand Hotel, liegt zentral in der Altstadt, direkt gegenüber des Confederation Centre of the Arts. Von hier ist eigentlich alles wichtige, auch der Hafen, in 5-10 Minuten zu Fuß erreichbar. Nach ein paar PEI-Austern und einem PEI-Steak mit PEI-Kartoffeln bei Sims Corner Steakhouse &amp; Oyster Bar verschlägt es mich in den Außenbereich einer der Bars in der Victoria Row (Richmond St.). Das Sahnehäubchen: Live Musik auf der Open Stage auf der anderen Seite der Straße. In der Anmoderation des Proclaimers-Songs &quot;500 Miles&quot; habe ich dabei noch gelernt, dass Prince Edward Island weltweit den größten Anteil schottischstämmiger Einwohnern hat – abgesehen von Schottland natürlich. Und noch ein Tipp: Das Eis bei COWS Creamery sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als nächstes stehen einige der Highlights von PEI auf dem Plan. Bei einem Zwischenstop im urigen Fischerörtchen North Rustico erfahre ich, wie eine Hummerfalle funktioniert. Dann geht es weiter in den Prince Edward Island Nationalpark. Vom Oceanview Lookout führt ein kurzer Trail durch die Dünen und dann auf einer schwimmenden Brücke über den &quot;Lake of Shining Waters&quot; (Anne of Green Gables Fans wissen Bescheid) und schließlich zum breiten, feinen Sandstrand des Cavendish Beach. Zu meiner Überraschung hat der Atlantik an der Nordseite der Insel schon ca. 20°C. Die Badehose habe ich dabei, also gönne ich mir erstmal eine Abkühlung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nächster Stopp: Green Gables. Ja, der Roman von Lucy Maud Montgomery ist in der Region allgegenwärtig. Kein Wunder, schließlich ist Anne hier in Kanada mindestens so berühmt wie bei uns Heidi oder Pippi Langstrumpf. Das Haus, in dem die Autorin in ihrer Kindheit viel Zeit verbrachte, inspirierte sie zu der Geschichte um das phantasievolle Waisenkind. Heute ist das Haus eine internationale Touristenattraktion mit großem Visitor Center. Im Haus können alle Räume – authentisch im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet – besichtigt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am letzten Tag auf PEI besuche ich Victoria-by-the-sea am Südufer der Insel. Aus dem historischen Küstenörtchen ist eine spannende Künstlercommunity geworden. In fast jedem Haus an der Main Street wohnen Kunsthandwerker, die einen Teil ihres Hauses zum Laden gemacht haben. Hier findet man Schmuck, Kerzen, Teppiche, Gemälde oder sogar Schokolade – alles hier im Ort hergestellt. Auch mehrere Restaurants stehen zur Auswahl. Ich entscheide mich für&#039;s urige &quot;Lobster Barn&quot; auf dem Pier am Hafen. Diese Wahl bereue ich ganz und garnicht, als ich zum ersten mal in mein Lobster Grilled Cheese Sandwich beiße. Mega lecker!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frisch gestärkt fahre ich weiter zur Confederation Bridge und zurück aufs kanadische Festland. Die entspannte Stimmung der Insel nehme ich mit. Bye bye, PEI! Beim nächsten Mal bleibe ich auf jeden Fall länger!</description>
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                <title>Nova Scotias Süden 0,00 €</title>
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                <pubDate>Fri, 23 Feb 2024 09:44:35 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/ns_cs_02.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Nova Scotia und Prince Edward Island&lt;br /&gt;Weiße Flecken auf der Landkarte&lt;br /&gt;Juni 2023&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Teil 1 – Nova Scotia&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Carsten Siegel&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die kanadische Atlantikküste! Trotz vieler Kanadareisen ist diese Region noch immer ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Karte. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als sich im Juni 2023 die Gelegenheit ergab, hier auf die Reise zu gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, auf nach Frankfurt und rein in den Flieger. Nach einer Portion Pasta und einem warmen Cookie vergeht die Zeit dank der guten Filmauswahl wie im Flug. Naja, es sind ja auch nur gut 6 Stunden, bis man auf die endlosen Wälder und Seen rund um den Halifax Stanfield International Airport blickt. Halifax ist auch die erste Station meiner Reise. Als Basis dient ein tolles Zimmer im Cambridge Suites Hotel, zentral am Citadel Hill gelegen. Von hier lässt sich so gut wie alles zu Fuß erreichen: Der vier Kilometer lange Boardwalk entlang der Harbourfront, die viktorianischen Public Gardens, das Canadian Museum of Immigration at Pier 21 und Shopping-Meilen wie die Spring Garden Road. Besonders beeindruckt hat mich auf meinem ersten Rundgang der tolle Mix aus bunten Holzhäusern, prunkvollen Kolonialbauten und modernen Glasfronten. Direkt aufgefallen sind mir auch die vielen charmanten Restaurants und Pubs. Apropos Pubs, keine andere Stadt in Nordamerika kommt auf so viele Pubs pro Einwohner. Den Abend lassen wir im Old Triangle Irish Alehouse bei folkiger Live-Musik und lokalem IPA ausklingen – Tanzen und Mitsingen inklusive.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erster Morgen in Kanada. Mann, habe ich gut geschlafen. Nur 5 Stunden Zeitverschiebung machen im Vergleich zu den 9 Stunden im Westen schon einen spürbaren Unterschied. Nachdem ich mir gestern einen ersten Eindruck von Halifax verschafft habe gibt es heute eine neue Perspektive. Im &quot;Harbour Hopper&quot; mache ich eine sehr unterhaltsam kommentierte Stadtrundfahrt. Spannend wird es, als wir am Hafen ankommen. Der Sightseeing-Bus ist nämlich ein Amphibienfahrzeug aus Vietnamkriegs-Zeiten. Mit ordentlich Tempo geht es ins Wasser, dann etwas gemütlicher entlang der Harbourfront und vorbei an Georges Island. Zurück an Land erklimme ich den grünen Hügel im Zentrum der Stadt, um an einer geführten Tour durch die sternförmige Festung der Halifax Citadel teilzunehmen. Zeitreise inklusive. Studenten in Uniformen des Regiments der 78th Highlanders vermitteln einen guten Eindruck vom militärischen Alltag vor 150 Jahren. Jeden Tag pünktlich um 12 Uhr wird hier eine Kanone abgefeuert. Lohnenswert sind natürlich auch die tollen Ausblicke auf die Stadt und die Ausstellung über die Geschichte von Halifax und der Zitadelle – von der ersten Mik&#039;maq Siedlung bis heute.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am folgenden Tag steht Peggy&#039;s Cove auf dem Programm. Ein Bilderbuch-Fischerdorf und der wohl meistfotografierte Leuchtturm in Kanada! Tatsächlich fühle ich mich hier, als würde ich mich durch eine begehbare Postkarte bewegen. Kontrovers diskutiert wurde die neue Viewing Platform, die hier 2021 eröffnet wurde. Manche sahen den ursprünglichen Charme des Fischerörtchens in Gefahr, andere begrüßten den barrierefreien Zugang. Ich finde, das neue Viewing Deck und der neue Weg durch die Felsen sind schön gemacht und fügen sich hervorragend ein. Tourismus ist aus diesem Ort so oder so schon lange nicht mehr wegzudenken. Nur konsequent also, allen die Möglichkeit zu geben, sich hier gut und sicher zu bewegen. Pluspunkt dabei: Je mehr Menschen sich auf der Plattform aufhalten, desto freier ist der Blick auf das Lighthouse – zu dem man natürlich auch weiterhin über die Felsen gelangen kann. Auch der Fußgängerweg entlang der Straße durch den Ort ist für mich eine Bereicherung. Kleiner Tipp: Wer morgens vor 9 Uhr da ist, sieht Peggy&#039;s Cove im schönsten Licht und muss die Kulisse nur mit wenigen anderen Besuchern teilen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Historisch geht es danach in Lunenburg weiter. 1751 kamen hier etwa 1500 Einwanderer an, größtenteils aus Deutschland. Per Los erhielt jede Familie ein gleich großes Grundstück und die gleiche Menge Holz für den Bau eines Hauses. Die Einwanderer wurden zu erfolgreichen Fischern und Bootsbauern, und so gelangte die Stadt schnell zu Wohlstand. Ich erkunde die Stadt im Rahmen einer geführten Walking Tour. Sowohl die Struktur der von der britischen Regierung geplanten Kolonialstadt als auch der damalige Architekturstil sind bis heute perfekt erhalten. Einfache Blockhäuser wurden über die Jahre mit prunkvollen Erkern und prachtvollen Verzierungen aufgewertet und in allen denkbaren Farben gestrichen. Wahnsinnig schön! Besonders beeindruckend finde ich die &quot;Zimmermannsgothik&quot; der Kirchen. Hier werden sämtliche Elemente einer europäischen Gothik-Kirche mit Holz kopiert. Lunenburgs Status als UNESCO Weltkulturerbe ist eindeutig verdient. Empfehlen würde ich auch einen Besuch im Fisheries Museum of the Atlantic. Und eine Lobster Roll im darüber liegenden Restaurant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Ostküste Nova Scotia reise ich tags darauf an die Westküste. Genauer gesagt an die Bay of Fundy, bekannt für ihre extremen Gezeiten. Zwischen Ebbe und Flut liegen hier in der Regel 13-16 Meter – Weltrekord! Bei Ebbe erreiche ich den Burntcoat Head Park und nehme an einer geführten Tour über den Meeresboden teil. Wahnsinn, wie viel Leben sich auf den Felsen, im Watt und in den Gezeitenbecken tummelt. Unser Tourguide erklärt uns allerhand Wissenswertes über die Pflanzen, Krebse, Muscheln und Fische dieses extremen Lebensraums. Spannend wird es, als in einem der Gezeitenbecken plötzlich zwei der Muscheln anfangen aufeinander zu zu laufen, Zangen ausfahren und gegeneinander kämpfen. Die beiden Einsiedlerkrebse hatten wohl noch eine Rechnung miteinander offen. Das größte Highlight des Burntcoat Head ist aber sicherlich &quot;Flower Pot Island&quot;. Der Name erklärt sich schnell. Inmitten des Meeresgrundes wächst auf einem Fundament von terrakotta-roten Klippen ein leuchtend grüner Mischwald.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Weg entlang der Bay of Fundy führt mich durch die Grand-Pré Kulturlandschaft. Vom The Landscape of Grand Pré View Park führt ein schöner Pfad durch die Felder zur National Historic Site mit der alten Kirche. Schon 1680 nutzen französische Siedler hier das fruchtbare Ackerland. Heute ist die Region DAS Weingebiet Nova Scotias. Auf dem Weingut von Domaine de Grand Pré nehme ich an einer Verkostung teil. Vor allem die Weißweine sind wirklich spitzenmäßig! Im gemütlichen Inn kann man auch die Nacht direkt auf dem Weingut verbringen. Zum Dinner bietet sich das hauseigene Restaurant an, das Le Caveau. Ich mache es mir im herrlich grünen Außenbereich gemütlich. Die Hauptgerichte (ich hatte ein Lachsforellenfilet) sind auf hohem Niveau, die Portionen eher klein. Angesichts der großartigen Vorspeisen und Desserts ist das allerdings auch besser so. Noch ein persönlicher Tipp: Wer wie ich eigentlich lieber Bier als Wein verkostet, kommt bei der der Church Brewing Company in Wolfville auf seine Kosten. Der Name ist Programm: Die Brauerei und die dazugehörige Gastronomie befinden sich in einer restaurierten Kirche. Um direkt mehrere der 13 eigenen Biere am Zapfhahn zu probieren empfiehlt sich ein Beer Flight mit vier kleinen Probiergläsern. Mein Favorit: Das 902 East Coast IPA. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit endet leider meine Zeit in Nova Scotia, doch zum Glück geht es nicht direkt zurück zum Airport. Es stehen nämlich noch einige Tage auf Prince Edward Island auf dem Programm!</description>
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                <title>Ontarios Herbstfarben 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 01 Feb 2024 12:31:03 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/img-20231018-wa0019.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Unterwegs in Ontario – Herbstwälder, Weingüter und Städtereisen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Ontario im Oktober&lt;br /&gt;Oktober 2023&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ontarios Herbstfarben&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Lars Haukenfrers&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlich wieder Kanada! Und dann auch noch im Herbst, wenn die Wälder Kanadas in orange-roten Farbtönen erstrahlen. Zuletzt war ich 2019 in Kanada, während meines Auslandsjahres auf Vancouver Island. Ontario ist also komplettes Neuland für mich. Auf diesem Flug lernen wir alle zum ersten Mal die neueste Maschine der Condor-Flotte kennen, den Airbus A330 Neo. Der Flieger kommt im außergewöhnlichen grünen Streifenmuster daher und hat abgesehen davon im Inneren natürlich auch ein paar Neuerungen zu bieten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Einreise in Toronto ist eine Sache von wenigen Minuten. Einmal den Pass scannen und sich von einer Fotosoftware aufnehmen lassen, dann ein paar Fragen zum Grund meiner Reise bei einer Mitarbeiterin des kanadischen Grenzschutzes beantworten und schließlich meinen kleinen Koffer vom Gepäckband holen. Das geht ruckzuck. Innerhalb von 15 Minuten sind wir eingereist und werden von Gaby Kotz von Destination Ontario herzlich in Empfang genommen, unserer Begleiterin auf diesem Trip. Mit dem Expresszug machen wir uns auf in die Innenstadt und erreichen gegen 19 Uhr Ortszeit (es ist für uns fast 2 Uhr morgens) schließlich das Chelsea Hotel, wo wir schnell unsere Zimmer beziehen und danach hungrig in den Gastrobereich des Hotels einfallen, wo man von Pizza bis Poutine alles findet, was das Herz begehrt. Für mich heißt das, erstmal wieder echte kanadische Poutine essen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen geht der Wecker schon um 6:45. Wir werden kurz darauf von Brian, unserem Guide von Destination Toronto, abgeholt. Wir spazieren zwischen dem alten und neuen Rathaus von Toronto hindurch zum Sheraton Centre, wo uns schon ein phänomenales Frühstück erwartet. Knusprig–krosser Bacon, würziges Rührei, Kartoffelspalten, sogenannte Homestyle Fries, dazu lokale Säfte. Lecker! Zurück an unserem Hotel besteigen wir einen der Busse der Firma Luxury Coach für unsere Sightseeing Tour. Es geht durch die Viertel Yorkville, Chinatown und das malerische Univiertel. Wir kommen am Ufer des Lake Ontario vorbei und erhaschen einen ersten Blick auf den kleinsten der großen Seen. Das andere Ufer lässt sich nur erahnen. Beeindruckend, dass es noch viel größere Seen in Kanada gibt! Kurz darauf erreichen wir den St Lawrence Market. In der alten Markthalle aus Backstein hat sich eine Vielzahl von Lebensmittelhändlern angesiedelt. Unsere Stadtführerin führt uns zu einem Stand, der eine besondere Spezialität Torontos verkauft: Peameal Bacon. Dieser besonders magere Rückenschinken wird mit Honig–Senf serviert und schmeckt hervorragend. Und natürlich dürfen Souvenirs auf so einer Reise auch nicht fehlen. Der kleine Souvenirladen am Eingang zum Markt kommt da gerade recht. Als nächstes machen wir bei feinstem Wetter im Viertel &quot;The Destillery&quot; Halt. Wo im 19. Jahrhundert noch die größte Whisky-Distillerie der Welt stand, haben sich heutzutage zahlreiche Galerien und Restaurants angesiedelt. Im Hintergrund sieht man die Glasfassaden der Innenstadt aufragen. Selbst ich als Fotografie-Novize kann kaum genug bekommen von dem Zusammenspiel von Glas und rotem Backstein. Beendet wird die Tour mit einem Besuch in der Hockey Hall of Fame, einem absoluten Muss für Hockey-Fans. Hier kann man den berühmten Stanley Cup aus nächster Nähe bestaunen. Neben der eindrucksvollen Trophäe beherbegt das Museum Unmengen an echten Hockey-Artefakten, darunter einen der ältesten Hockey-Stöcke, eine Sammlung der furchteinflößenden Torhüter-Masken und interaktive Spiele, bei denen man selbst die Rolle des Goalies oder des Torschützen einnehmen kann. Wirklich spannend, selbst wenn man so wie ich vorher keinen Bezug zu Hockey hatte. Der krönende Abschluss des Tages ist schließlich das Dinner im 360-Grad-Restaurant auf der Spitze des CN Towers. Wer Höhenangst hat, sollte diesen Absatz jetzt besser überspringen. ;) Das Restaurant in 351 Metern Höhe dreht sich während der Mahlzeit nämlich einmal um sich selbst und bietet wunderbare Ausblicke über die Lichter der Stadt. Einen Glasboden gibt es natürlich auch, auch wenn mir doch etwas mulmig wird, als ich mich darauf stelle. Ein Glück, dass  unter den Tischen kein Glasboden ist. So kann ich mein anschließendes 3-Gänge-Menü umso mehr genießen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen werden wir wieder mit einem Fahrzeug von Luxury Coach abgeholt und machen uns auf den Weg nach Süden in die Niagara-Region. Einen beträchtlichen Teil der Strecke führt die Straße in Sichtweite des Seeufers entlang und wir können einen Blick auf Torontos Skyline aus der Ferne werfen. Die Vorfreude steigt mit jeder Minute, schließlich sind die Niagarafälle eines der bekanntesten Highlights Kanadas. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wow, was für ein Gefühl, wirklich an den Niagarafällen zu stehen. Schon bei unserer Ankunft in Niagara Falls sehen wir den Sprühnebel, der als weiße Wolke über der Stadt aufsteigt und stehen schließlich dort, direkt an den Fällen, die rechts von uns donnernd in die Tiefe rauschen. Gegenüber sehen wir auf amerikanischer Seite die American Falls. Es scheint zu nieseln, aber das ist bloß die Gischt, die vom Fuß der Fälle aufsteigt. So spazieren wir die Promenade hinunter und genießen den Moment. Etwas weiter entfernt von den Fällen ist es wieder trocken und ich kann endlich die Kamera zum Einsatz bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den ersten Programmunkt des Tages stellt die Hornblower Cruise dar, bei der wir (in pinke Einweg-Regenponchos gehüllt ) mit dem Boot bis an den Fuß der Fälle herangefahren werden. Wirklich beeindruckend! Das Wasser tobt und spritzt rund um uns und wir werden trotz der Regenponchos ordentlich nass. Dinner gibt es danach im Table Rock Inn, das beim Essen einen wunderbaren Blick auf die Fälle ermöglicht. In der Nähe befindet sich auch die stillgelegte Niagara Parks Power Station, die im frühen 20. Jahrhundert erbaut wurde. Das alte Wasserkraftwerk bietet neben einer Ausstellung mit der ehemaligen Technik der Anlage die Möglichkeit, durch einen geräumigen Tunnel bis zu einer Aussichtsplattform am Fuß der Fälle hinab zu wandern. Wirklich eine coole Erfahrung, so nah an die Fälle heranzukommen. Danach erwartet uns ein weiteres Highlight: ein Helikopterflug über die Niagarafälle. Nördlich von Niagara Falls starten die Helikopter von Niagara Helicopters im Minutentakt zu ihrem rund 10-minütigen Flug ein Mal über die Fälle hinweg und zurück. Die Ausblicke sind grandios. Dieser Flug sollte meiner Meinung nach auf der To-Do-Liste jedes Ontario-Reisenden stehen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile ist es Nachmittag geworden und wir brechen auf in Richtung Niagara-on-the-Lake, einer charmanten Kleinstadt am Ufer des Ontariosees. Für Weinliebhaber dürfte die Gegend rund um Toronto das reinste Schlaraffenland sein. Insbesondere am Südufer des Lake Ontario liegen die Weingüter der Niagara-Region, dicht an dicht reiht sich eins ans andere. Auf dem Weg entlang des Niagara Parkway liegt unser letzter Stopp des Tages, das Winetasting in der Reif Estate Winery. Sogar ich, der sonst gar keinen Wein trinkt, muss zugeben, dass die Weine wirklich hervorragend schmecken. Besonders der Weißwein und zum Schluss der süße Eiswein haben es mir angetan. Wir lassen den Abend mit einem Dinner im Prime Steakhouse ausklingen. Direkt nebenan im Sheraton Fallsview werden wir die Nacht verbringen. Der Name ist Programm: von unserem Zimmer aus können wir die Fälle in ihrer ganzen Pracht sehen, die bei Nacht bunt angestrahlt werden. Aber immer der Reihe nach. Schließlich verdient das Steak im Prime es auch, besonders gewürdigt zu werden. Von all den hervorragenden Gerichten, die auf der Reise noch folgen sollten, war dieses unumstritten mein Favorit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich am nächsten Morgen aufwache, kann ich ein dumpfes Grummeln hören. Na klar, das sind die Niagarafälle! Das erste Morgenlicht wird also direkt für eine kleine Foto-Session aus dem Hotelzimmer heraus genutzt. Heute machen wir uns nach einem umfangreichen Frühstücksbuffet auf den Weg nach Peterborough nordöstlich von Toronto. Hier wird gerade das neue Canadian Canoe Museum gebaut, ein Museumskomplex, der sich voll und ganz der Geschichte, Herstellung und dem Fahren von Kanus verschrieben hat. Das Museum besitzt insgesamt mehr als 600 Kanus, Kayaks und ähnliche Gefährte, die Besucher ab dem Frühjahr 2024 bestaunen werden können. Regelmäßig werden Kanubauer im Haus live an neuen Kanus arbeiten und Workshops anbieten, bei denen das eigene Paddel geschnitzt und dekoriert werden kann. Natürlich werden sich auch Kanutouren buchen lassen können, die vom Steg direkt hinter dem Museum starten. Für mich klingt das nach einem spannenden Konzept und ich bin schon auf das fertige Museum gespannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Je näher wir dem Algonquin Park kommen, desto intensiver werden die Farben. Wir fahren zuerst durch das Farmland nordwestlich von Toronto, das nach und nach Platz macht für das so genannte &quot;Cottage County&quot;, ein Gebiet aus unzähligen kleinen und großen Seen, wo viele Bewohner Torontos ihre Wochenendhütten haben. Auch hier finden sich immer wieder Winzereien und wir legen einen spontanen Stopp ein: Auf einer der Winzereien findet gerade ein Erntedankfest statt. Es bieten zahlreiche lokale Händler Spezialitäten, Handwerk und natürlich Wein an und man fühlt sich kaum mehr wie ein Tourist in der familiären Atmopshäre. Später werden wir von unserer Gastgeberin für die Nacht abgeholt, die wir am Rice Lake im idyllischen Elmhirsts&#039;s Resort verbringen. Das Elmhirst&#039;s ist ein familiengeführtes Resort am Ufer des Rice Lake und besteht aus insgesamt 30 Cottages am Seeufer sowie dem Haupthaus mit Spabereich und Pool. Nach einer Tour über das Gelände und die Farm bleibt vor dem Abendessen gerade noch Zeit für eine kurze Fahrt mit dem Kanu auf dem See, während die Sonne langsam untergeht. Wirklich eine wunderbare Erfahrung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem ebenso wunderbaren Abendessen und Marshmallows am Lagerfeuer bietet der nächste Morgen einen herrlich feurigen Sonnenaufgang. Für solch eine Fotogelegenheit verpasst man doch gerne fast das Frühstück! Mit einem kurzen Zwischenstopp beim jährlichen Cranberry Festival in Bala, Ontarios einzigem Cranberry-Anbaugebiet, führt die Reise immer weiter Richtung Algonquin Park. Wir lassen das belebte Cottage County hinter uns und genießen die Ruhe des Herbstwalds. Der Wanderweg ist bedeckt von nassen Blättern in intensiven Orange-Tönen und obwohl wir den falschen Wanderweg erwischen und statt dem Weg zu einem Aussichtspunkt eine spontane kurze Rundwanderung machen, wollen wir kaum wieder in den Bus steigen. Die Kanutour, die eigentlich für den Nachmittag angesetzt war, fällt leider wegen anhaltendem Nieselregen aus. Bei so einem Wetter will niemand aufs Wasser gehen. Aber das lässt sich im Herbst halt auch nicht unbedingt vermeiden. Ein Glück, dass ich am Elmhirst&#039;s Resort schon Kanufahren war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir kommen am Nachmittag in Ottawa an und es erwartet uns direkt eine Food Tour über den Byward Market. Gutes Essen wird in Kanadas Hauptstadt groß geschrieben! Das gesamte Markt-Areal vereint kleine Restaurants aus allen Teilen der Welt: So essen wir erst Poutine und ein asiatisches Blumenkohlgericht, darauf folgen ein indischer Wrap, ein Taco und ein Stopp in einem Teeladen, gefolgt von Nachtisch in einer Cupkake-Bäckerei und als zweiter Nachtisch schließlich ein Beavertail, ein kanadischer frittierter Teigfladen mit Zimt und Zucker. Bei so viel leckerem Essen bleibt gar keine Hand mehr frei zum Fotografieren. Gut gesättigt folgt kurze Zeit später noch das Highlight des Abends, das Biertasting mit Brewdonkey Tours. Wir werden in einem hopfengrünen Schulbus abgeholt und nach einem ersten Halt in einer lokalen Brauerei, wo jeder ein Craftbier seiner Wahl probieren kann, erreichen wir die zweite Brauerei, wo wir neben einem Tasting auch eine interessante Führung durch die Produktionshalle bekommen. Wirklich spannend! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Kanada auch Burgen und Schlösser bieten kann, zeigt sich am nächsten Tag, an dem wir neben einem Ausblick auf das kanadische Parlament und das Château Laurier auch den malerischen Thousand Islands Nationalpark zu Gesicht bekommen: zuerst im Ausflugsboot und dann per Helikopter. Ich kann nur jedem diese beiden Touren ans Herz legen, die mitten ins Zentrum der Inselwelt hineinführen. Hier hat sich manch ein Millionär den Traum von der eigenen Insel erfüllt... eine davon auch mit eigenem Schloss&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den letzten Stopp auf unserer Reise durch das wunderschöne Ontario stellt Kingston dar. Die Stadt war Kanadas erste Hauptstadt und nahm 1812 in den Konflikten mit dem Nachbarn USA eine wichtige Rolle ein. Noch heute kann man das imposante Fort Henry besichtigen, das einst zur Verteidigung der Werften in der nahegelegenen Navy Bay erbaut wurde, und auf einem Hügel oberhalb der Stadt liegt. Das Militär spielt weiterhin eine große Rolle in der Stadt; hier liegen die Ausbildungsstätten des Royal Military College of Canada. Am besten lässt Kingston bei einer Fahrt mit einem der historischen roten Trolley-Bussen erleben. Die Busse fahren entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Fort Henry, dem historischen Rathaus, durch das Villenviertel und vorbei am gruseligen Kingston Asylum, das besonders für Fans von urbanem Horror interessant sein dürfte. Außerdem führen die Touren auch über den Campus der Universität. Kingston ist eine belebte studentische Stadt. Die anerkannte Queen&#039;s University hat hier ihren Sitz, genauso wie verschiedene Colleges. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es keinen Mangel an Nachtleben gibt. Während der Tour sieht man immer wieder auffällige Gebäude, dicke runde Türme mit rotem Dach, die überall rund um Kingston zu finden sind. Auch diese sogenannten Martello-Türme waren zur Verteidigung der Stadt gedacht und verbargen unter den roten Dächern schwere Geschütze. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Kingston sind es schließlich nur noch ca. 3 Stunden Fahrt zurück nach Toronto, wo unsere Reise leider zu Ende geht. Doch bevor wir von unserem von unserem Fahrer am Flughafen abgesetzt werden, hat dieser noch ein letztes Highlight auf Lager. Wir kommen an einen Fluss und sehen schnell, warum wir hier halt gemacht haben. Im Fluss sieht man immer wieder Flossen und graue Körper, die sich flussaufwärts bewegen. Die Lachswanderung ist in den letzten Zügen. Auch das habe ich noch nie gesehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schlussendlich müssen wir uns aber auf den Weg zum Flughafen machen und auch schon bald Kanada wieder Lebewohl sagen. Tschüss Kanada, es war mal wieder schön! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Prince Edward Island 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Prince-Edward-Island.html</link>
                <pubDate>Wed, 26 Oct 2022 09:46:54 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1_image000132(1).jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Abenteuer in New Brunswick und PEI&lt;br /&gt;Atlantic Canada at its best!&lt;br /&gt;September 2022&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Teil 2 – Prince Edward Island&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Henrike Lippert&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Moncton verlassen wir New Brunswick über die 12,9km lange Confederation Bridge nach PEI! Kleiner Fun-Fact: die Confederation Bridge ist die längste Brücke über gefrorenes Gewässer! Direkt hinter Brücke treffe ich auf Craig Sulis. Er ist Travel Trade Vertreter für PEI und wir kennen uns schon gut von vielen gemeinsamen Terminen auf Messen. Nach einem kurzen Stop im Gift-Shop, geht es in Richtung Charlottetown. Heute bin ich im Delta Charlottetown untergebracht. Das Hotel liegt direkt am Hafen, die Zimmer sind mordern und gemütlich, auch der direkte Blick auf den Hafen ist klasse!&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich habe ca. ein Stündchen Zeit zum frisch machen und dann geht es auch schon zum Dinner ins „Sim’s Corner Steakhouse“. Echt fancy hier! Craig empfiehlt mir den Hummer (ha, wenn er nur wüsste!), ich entscheide mich aber für gefüllte Hühnchenbrust, grünen Spargel und sehr leckeres Kartoffelpüree. Dazu gibt es guten Wein von PEI. Der Start auf PEI ist in jedem Fall geglückt und ich bin gespannt, was die nächsten drei Tage so auf mich zukommt! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Morgen auf PEI startet recht entspannt  und mit einem tollen Sonnnenaufgang. Ich treffe mich mit Craig und dem Hotelmanager des Delta Charlottetown zum Frühstück. Vielleicht hätte ich Craig aber doch noch gestern Abend gestehen sollen, dass ich kein Seafood mag! Denn heute morgen werden uns Lobster Eggs Benedict serviert. Ich weiß … eine absolute Delikatesse … aber, nein es geht einfach nicht. Ich esse mich um den Lobster herum und verwickle Craig in ein Gespräch, sodass vielleicht kaum auffällt, dass ich den Hummer links liegen lasse! Let’s all hope so!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen 09:00 Uhr nehme ich an der „Secrets of Charlottetown Walking Tour“ teil. Eine junge Studentin führt uns im historischen Kostüm durch die Stadt und erzählt uns etwas zur Geschichte Charlottetowns. Wirklich interessant und authentisch, macht Spaß! Die Tour gibt es übrigens auch in der gruseligen Nacht-Version! Das stelle ich mir auch super spannend vor! Nach der Tour habe ich ein wenig Freizeit und laufe ein wenig durch Charlottetown. Die vielen kleinen Shops in der Altstadt und rund um den Hafen sind echt niedlich und so wandern 2-3 kleine Mitbringsel in meinem Peyto-Rucksack! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen Mittag treffen wir uns wieder am Hotel und machen uns auf den Weg nach Cavendish. Wer Urlaub auf PEI macht stolpert natürlich automatisch auch über „Anne of Green Gables“. Das freche Gesicht des rothaarigen kleinen Mädchens lacht einem quasi immer irgendwo entgegen. Also ist es einfach ein Muss mehr über die Geschichte und die Autorin Lucy Maud Montgomery des Buches zu lernen - am besten natürlich „hands-on“ am Green Gables Heritage Place. Hier gibt es von Parks Canada ein Info-Center direkt am Schauplatz des Buches über Anne of Green Gables. So ein bisschen erinnert mich die Story und auch die Art von Anne an Pipi Langstrumpf. Wusstet ihr, dass in vielen asiatischen Ländern „Anne of Green Gables“ zur Pflichtlektüre in Schulen gehört? Viele Menschen wohnen tatsächlich auch auf PEI nur um sich näher mit dem Buch und der Autorin befassen zu können. Was es nicht alles gibt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cavendish Beach ist Teil des Prince Edward Island Nationalparks und somit fahren wir später, mit ein paar Foto-Stops, ein Stück durch den Parks auf unserem Weg zum „Dalvay by the Sea“. Das „Dalvay by the Sea“ ist nicht nur unsere Unterkunft für die Nacht, sondern auch eine National Historic Site. Das Hotel wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und ist somit für nordamerikanische Verhältnisse schon echt alt! Alt, aber besonders! So besonders, dass sogar Prince William und Kate auf Ihrer Hochzeitsreise hier einen kleinen Stop eingelegt haben. Wie und ob man diesen „besonderen Fakt“ bewerten will, bleibt jedem selber überlassen. Ein ebensgroßer Pappaufsteller der zwei Royals erinnert aber gerne an den Besuch.  Man ist hier eben stolz auf das Privileg eines Besuches und das ist auch gut so. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Untergebracht sind wir dann auch nicht im Haupthaus selber. Wir dürfen heute in den kleinen, neueren Cottages übernachten. Hach, da kommt ein wenig Blockhütten-Feeling auf! Die Cottages sind total gemütlich und bieten super viel Platz. 3 Schlafzimmer und 2 Bäder sind perfekt für Familien geeignet. Und der Blick auf den angrenzenden See ist auch richtig klasse. &lt;br /&gt;Zum Abendessen treffe ich mich wieder mit Craig im Haupthaus und entscheide mich heute Abend für Lachs! Das Ambiente ist schon recht fancy, passt aber auch gut zur Location. Hey, Immerhin haben hier schon William und Kate gespeist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Good morning from PEI! Das King-Bett in meinem Cottage war ein Traum und so entspannt starte ich in meinen letzten vollen Tag in Kanada, bevor es morgen Abend leider schon wieder nach Hause geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem guten Frühstück im „Dalvay by the Sea“, machen wir uns auf den Weg zum „Hotel at Blackbush“. Das Hotel befindet sich zwar noch im Rohbau, soll aber 2023 eröffnen und erinnert mich stark an das Fogo Island Inn. Ob es ähnlich exklusiv wird, mal schauen . ich habe es auf jeden Fall auf meine Liste für neue Produkte bei SK geschrieben. Ich halte euch auf dem Laufenden. Die Baupläne und die Location direkt am Meer, entlang der Dünen versprechen schon mal viel!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter geht es nach Mount Stewart. Hier treffe ich mich Bryson Guptil. Bryson ist Mitgründer des „The Island Walk“ und großer Fan z.B. des Jakob-Weges. Da es etwas vergleichbares auf PEI nicht gibt, hat er eine 700km lange Gehstrecke entlang der Küste PEIs entwickelt, die in verschiedenen Sektionen eingeteilt, erlaufen werden kann. In großen Teilen liegt der Weg entlang des Confederation Trails, also entlang der stillgelegten Eisenbahntrasse. Man kann „The Island Trail“ aber z.B. auch wunderbar mit dem Fahrrad erkunden. Für euch SK-Kunden sicherlich in Teilen während eines Urlaubs auf PEI spannend in Angriff zu nehmen. Wer den kompletten Trail laufen/fahren will, muss aber wohl eher einen langen Kanada-Aufenthalt planen. Um einen Eindruck des Trail zu bekommen, laufen wir gemeinsam ca. 2km des Trails und genießen die Mittagssonne. Wer hätte gedacht, dass es Mitte September noch so super warm hier ist? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um der Mittagshitze dann aber doch etwas zu entfliehen, geht es zum Lunch ins Clubhouse des Rodd Crowbush Golf Resorts. Ich bin zwar kein Golfer, aber die Anlage mit Blick auf Dünen und das Meer ist schon richtig gut! Zurück in die Natur und auf zum Tages-Highlight! Wir gehen wandern im Greenwich PEI National Park. Darauf freue ich mich eigentlich die ganze Zeit schon.&lt;br /&gt;Den Greenwich Dunes Trail wandern wir an der Seite von Ethan, einem Parks Canada Guide, der uns entlang des Weges etwas über die die Natur und Besonderheiten der Greenwich Dünen erzählt. Habe ich schon mal erwähnt, wie unheimlich gerne ich in Begleitung von Parks Canada unterwegs bin? Die Guides sind immer klasse, super freundlich und absolute Experten! Auch Ethan macht seinen Job wieder richtig gut!  Tipp: Schließt euch während euerer Urlaube unbedingt mal geführten Hikes in den Nationalparks an - es lohnt sich! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst laufen wir ein paar Meter auf Schotter, dann wechseln wir in den Wald. Das Highlight ist aber auf jeden Fall der „floating bordwalk“ über die Teiche und Seen entlang der Dünen. Ein bisschen läuft es sich hier, wie wenn man leicht betrunken ist und gerade wenn viele Menschen unterwegs ist, kann es schon mal etwas mehr schwanken, macht aber unheimlich Spaß! Und da wir dem Meer immer näher kommen, macht mir auch die Hitze der Sonne nicht mehr viel aus - die kühlende Brise tut echt gut! Über die großen Dünen geht es dann endlich an den Strand! Hallo Atlantik-Küste! Einmal tief durchatmen und genießen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über den gleichen Weg geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer kleinen Wanderung! Das hat echt richtig Spaß gemacht! Sonnen-verwöhnt freue ich mich aber doch auch auf unser Hotel für die letzte Nacht auf kanadischem Boden! Untergebracht sind wir heute im „Rodd Brudenell River Resort“. Das Hotel ist ebenfalls Teil eines Golf Resorts. Schlafen werde ich heute Nacht aber wieder in einem der kleinen Cottages, direkt am Brudenell River. Die Cottages sind super geräumig. Vielleicht ein wenig hellhörig. Aber nach den Hikes in der Hitze bin ich eh super müde und werde dementsprechend sehr gut schlafen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem gemeinsamen Dinner mit der Marketing Managerin der Rodd Hotels und dem Hotelmanager, fallen mir aber tatsächlich auch beinahe die Äuglein zu und ich begebe mich zurück in mein süßes Cottage. Ein letztes Mal: Nighty night, Canada! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein letztes Mal: Guten Morgen, PEI - Guten Morgen, Kanada!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wow, wo ist denn bitte die letzte Woche geblieben? Geht es nur mir so, oder vergeht die Zeit in Kanada gefühlt immer schneller? Man sieht so viel, man erlebt viele neue Dinge und *zack* ist der Urlaub bzw. der Kanada-Aufenthalt schon wieder vorbei! Für mich geht es zwar heute Nachtmittag von Charlottetown über Toronto nach Hause – aber bis dahin stehen noch ein paar Punkte auf dem Programm. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleich nach dem Frühstück geht es nach Victoria-by-the-Sea. Ein typisches, niedliches Fischer-Dörfchen an der südlichen Küste von PEI. Von Charlottetown sind es nur knapp 35km bis hierher. Perfekt also für einen Tagesausflug! Wir schlendern durch das Örtchen und besuchen die verschiedenen kleinen Shops. Hier gibt es viele kleine Art-Galleries, Shops mit handgefertigten Mitbringseln und „Island Chocolates“. Hier dürfen wir uns sogar durch die verschiedenen Schokoladen, welche hier in Victoria hergestellt wird! Wir schauen uns noch kurz den kleinen Leuchtturm von Victoria an und genießen das ruhige kleine Dörfchen! Unsere Guide Donalda erzählt, dass es hier in den Sommermonaten auch mal ganz schön busy zugehen kann, das Dörfchen dann aber quasi erst richtig aufblüht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Lunch geht es in die „Lobster Barn“. Die Lobster Roll von hier wurde zuletzt sogar zur besten von ganz PEI gekürt! Wer meinen Reisebericht aber aufmerksam gelesen hat, kann sich wohl schon denken, dass ich mich für ein anderes Gericht auf der Karte entschieden habe. Mir wurde aber von einem anderen Teilnehmer aus unserer Gruppe gesagt, dass die Lobster Roll sehr sehr gut war! Lobster-Lovers – auf nach Victoria-by-the-Sea, PEI!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich geht es nun langsam Richtung Charlottetown. Wir stoppen jedoch noch mal am „Milky Way“. Ja, so heißt die Straße wirklich! Und das auch nur, weil sich hier der Hauptsitz von „Cows Creamery - Canad’s best ice cream“ befindet. Hat schon mal jemand von euch Cows Eis probiert? Hier gibt es die verrücktesten Sorten: Nanaimoo Bar, Pei Apple Crisp, Royal Cownadian Mint und viele viele mehr! Ich entscheide mich für Cookie Moonster – yummy! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann ist es leider tatsächlich auch schon soweit! Auf geht’s zum Flughafen in Charlottetown! Irgendwie bin ich noch gar nicht wieder bereit nach Hause zu fliegen! Die letzte Woche in New Brunswick und PEI war einfach klasse! Beide Provinzen haben mich mal wieder ein wenig verzaubert – das klingt immer so kitschig, aber es ist wahr! Gerade die Atlantik-Provinzen haben ihren eigenen Charme! Die rauen Küsten, die endlosen Strände, die niedlichen Fischer-Örtchen, die gemütliche Mentalität der Kanadier hier – das passt einfach! Ich habe in den letzten 7 Tagen unheimlich tolle Dinge erleben dürfen: die Wal-Beobachtungstour in St.Andrews-by-the-Sea war Gänsehaut pur. St. John, mit der unendlichen Gastfreundschaft, hat mir extrem gut gefallen! Die ikonischen Hopewell Rocks an der berühmten Bay of Fundy haben mich fasziniert, hier möchte ich unbedingt bei Flut noch einmal hin! Moncton und Shediac waren ebenfalls echte Highlights! Die Confederation Bridge nach PEI ist ein Erlebnis! Charlottetown hat Hauptstadt von PEI ist total sympathisch! Und dann die Atlantik-Küste am Prince Edward Island Nationalpark - grandios! Hier allein könnte ich locker eine Woche verbringen! Hach, es war herrlich! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kann jedem einen Aufenthalt in New Brunswick und auf PEI nur wärmstens an Herz legen! Atlantic Canada at its best!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Anfang verpasst? Hier geht’s zurück zu &lt;a href=&quot;&quot;&gt;Teil 1 des Reiseberichts&lt;/a&gt;!)</description>
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                <title>New Brunswick 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 10 May 2023 14:21:48 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/pb_image00002.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Abenteuer in New Brunswick und PEI&lt;br /&gt;Atlantic Canada at its best!&lt;br /&gt;September 2022&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Teil 1 – New Brunswick&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Henrike Lippert&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1196 Tage ohne einen Schritt auf kanadischen Boden gesetzt zu haben … 1196 lange Tage! Heute ist es endlich wieder soweit. Endlich wieder Kanada! Für mich geht es für eine Woche nach New Brunswick und Prince Edward Island!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Frankfurt geht es mit der Air Canada über Montreal nach Fredericton. Allein wieder am Frankfurter Flughafen zu stehen, dieses Gefühl in ein paar Stündchen wieder in Kanada zu sein … hach, ein wenig Gänsehaut bekomme ich da schon!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Langstreckenflug ist super angenehm.  Die Einreise klappt absolut problemlos. Dadurch, dass man seine Declaration auch über die arriveCan App ausfüllen kann, brauche ich am Border-Kiosk keine ganze Minute und schon stehe ich vorm Border Officer. Er fragt wie lange ich bleibe und sagt dann: Welcome to Canada! Enjoy your stay! Oh, das werde ich! Es ist schön, endlich wieder hier zu sein! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der anschließende Flug von Montreal nach Fredericton dauert auch nur knapp 1 1/2 Stunden. Ich lande safe and sound, mein Koffer jedoch nicht. Dem scheint es in Montreal gut gefallen zu haben. Na hoffentlich kommt der bald hinterher… immerhin habe ich schlau gepackt und Wechselklamotten für 2 Tage in meinem Handgepäck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch am Airport werde ich super nett von Flora Gassier Cintrat von Tourism New Brunswick in Empfang genommen. Sie wird uns während des New Brunswick-Teils der Tour begleiten. Ich kläre noch kurz mit der Air Canada, wann denn wohl mein Koffer hinterher kommt und dann geht es auch direkt ab auf den kurzen Weg nach Downtown Fredericton.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fahrt bis zum Hilton Garden Inn in Fredericton dauert nur knapp 15 Minuten. Kurz eingecheckt und schon steht der erste Programmpunkt an; mit Mary Ellen Hudson von Tourism Fredericton machen wir eine E–Scooter Tour entlang des St. John Rivers. Sich die frische Luft durchs Gesicht wehen zu lassen, tut nach einem langen Tag im Flugzeug unheimlich gut. Die Tour geht vorbei am Government House, der Beaverbrook Art Gallery und über eine alte Eisenbahnbrücke zur Picaroons Brewing Company. Hier entscheide ich mich für ein großes Glas Raspberry Lime Cider und genieße den super schönen aufkommenden Sonnenuntergang in einem der typischen kanadischen Redchairs. Herrlich! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da wir aber nach dem typischen „Flugzeugessen“ doch langsam Hunger bekommen, geht es mit den Scootern über die Bill Thorpe Walking Bridge zurück nach Downtown Fredericton. Dinner gibt es heute im MoCo, einem super gemütlichen italienischen Restaurant. Der perfekte Abschluss eines langen, aber aufregenden Tages. Mit den leckeren Nudeln im Magen wird es dann aber wirklich auch langsam Zeit für das langersehnte, kanadisch gemütliche Hotelbett – good night, Canada. It’s good to be back! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Breakfast at 07:20am“ - Puh, ein paar Stündchen mehr Schlaf hätten zwar auch gut getan, aber wir haben heute ja einiges auf dem Programm stehen. Let’s go! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Frühstück geht es ins Crowne Plaza Hotel, direkt auf der anderen Straßenseite. Das Buffet bietet die typischen nordamerikanischen Breakfast–Essentials: scrambled eggs, bacon, potatoes, waffles, aber auch einiges an Müsli und Früchten. Im Gespräch mit Mary Ellen und Flora erfahrene ich, dass unser gestriges Hotel tatsächlich die größte Gin-Bar der Welt hat!? Was!? Das hätte man mir ruhig mal eher sagen sollen. Das hätte ich gestern Abend doch gerne mal ausgecheckt. Ob 07:50 Uhr wohl zu früh für ein Gin-tasting ist?? Die Frage bleibt unbeantwortet… der Bus und die Bay of Fundy rufen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In südlicher Richtung fahren wir nach St. Andrews-by-the-Sea. Ein schnuckeliges kleines Fischer-Örtchen an der Bay of Fundy und quasi direkt an der Grenze zu Maine. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erster Stopp - Kings Brae Gardens. 27 Hektar Garten - ja, da fragt man sich, wieso man hier unbedingt stoppen sollte? Einfache Antwort: Hier ist es wunderschön. Ein toller Rückzugsort um den Urlaubs-Massen zu entgehen. Ob Rosen-, Obst- oder Irrgarten - hier haben sich die Gründer John und Lucinda Flemer verwirklicht. Besonders gut haben mir die Skulpturen von Künstlern aller kanadischer Provinzen und Territorien gefallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genug der (gärtlichen) Ruhe und ab aufs Wasser! Nach einem kurzen Lunch-Stop und einem kleinen Walk durch das niedliche Örtchen freue ich mich total auf unser Tages-Highlight: eine Whale-Watching Tour in der Bay of Fundy - all aboard! Mit einem flotten Katamaran geht es erst einmal eine knappe Stunden mit voller Geschwindigkeit übers Wasser - herrlich aber frisch! Jetzt könnte ich meine Jacke, die sich noch in meinem Koffer befindet, sehr gut gebrauchen. Wo der wohl gerade steckt? Laut AirTag ist er wohl schon in New Brunswick angekommen … egal! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Buckelwal wartet auf mich und es doch immer wieder ein absoluter Gänsehaut-Moment die Riesen im Wasser spielen zu sehen. Man hört ihn dank des Blaslochs zuerst. Dann ein erster kurzer „Auftaucher“, danach einer zweiter und dann folgt die große Schwanzflosse - das berührt mich doch immer wieder! Und dann ist er auch schon wieder verschwunden. Unser Boot fährt noch etwas weiter und sucht nach weiteren Walen. Zwischendurch treffen wir auf viele Minkwale, die vor unserem Boot durch das Wasser tanzen. Auch der ein oder andere Seehund steckt seinen Kopf aus dem Wasser und beobachtet uns sehr intensiv - unheimlich niedlich! Ich sehe auf der Tour noch vier weitere Buckel- und einen Finnwal. Eine absolut gelungene Tour!  Zurück auf dem Festland machen wir uns auf den Weg zu unserer heutigen Unterkunft. Untergebracht sind wir heute Nacht im Algonquin Resort. Unser Zimmer hat Charme und passt zum Äußeren des historischen Hotels. Zwar ist das Bad des Zimmer wirklich klein und auch die Bettwäsche ist wohl etwas in die Jahre gekommen, aber trotzdem fühle ich mich direkt wohl. Am meisten freue ich mich jedoch, dass an der Rezeption tatsächlich mein Koffer auf mich wartet - endlich! Schnell umgezogen und schon geht es weiter nach Ministers Island.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für einen Besuch auf der kleinen Insel muss man die Ankunfts- und Rückfahrtzeiten echt genau einhalten! Und das nicht weil es vielleicht nur wenige Fährüberfahrten gibt oder die Zufahrt anders geregelt wird. Ministers Island kann nur nur bei Ebbe über eine natürliche Schotterbank angefahren werden. Wer sich also verspätet muss entweder auf die nächste Ebbe warten oder schwimmen. Auf Ministers Island angekommen führt uns ein Guide durch das Sommerhaus von William Van Horne, dem großen Canadian Pacific Railway Eisenbahnpionier. Auch ein Dinner wartet hier auf uns. Das zweite Glas Wein lassen wir aber besser sein - nachher erwischt uns noch die steigende Flut und wir müssen hier bleiben. Da verbringe ich doch lieber eine gemütliche Nacht im Hotel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob die Nacht tatsächlich gemütlich wird, bleibt aber abzuwarten. Ich habe nämlich erfahren, dass um 21:00 Uhr eine Ghost-Tour durch das Hotel stattfindet! Da bin ich doch sofort dabei! Geführt werden wir durch Keller und verschiedene Tunnel. Das allein ist schon etwas gruselig - aber die Erzählungen von verlassenen Bräuten, die sich dann vom Balkon gestürzt haben oder verschwundenen, Ball-spielenden Kindern, die man auch heute noch auf den Gängen hört … hui, da sorgt jedes unbekannte Geräusch doch für ein wenig Gänsehaut. Da denke ich doch lieber an die nächsten Tage in New Brunswick und was ich noch so erleben werde! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem mich nachts doch kein Gespenst im Algonquin Resort geweckt hat, geht’s frisch zum Frühstück. Kaffee und Eggs Benedict - yummy!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute geht es weiter entlang der Bay of Fundy in Richtung St. John! St. John kenne ich sonst immer nur von unseren Kunden, die von Digby (Nova Scotia) nach New Brunswick, also nach St. John übersetzen und bin echt gespannt was die Stadt so zu bieten hat. Zuerst stoppen wir jedoch am Irving Nature Park. Hier treffe ich auf Marcy Barnes. Sie gehört zum Team „Envision St. John“ (Stadtvertretung) und wird uns heute den ganzen Tag begleiten. Marcy führt uns zu allererst aber einmal während eines kleines Hikes durch den Irving Nature Park inklusive Marschlandschaft und einem spektakulärem Look-Out über die Künste von St. John. Achja und unzähligen Mücken - autsch! Da freue ich mich doch ein wenig, als der zweite Programmpunkt ruft und wir einen Stopp an den Reversing Falls Rapids machen. Ein weiteres besonderes Naturschauspiel. Durch den in dieser Bucht außergewöhnlich großen Tidenhub kehrt sich die Fließrichtung des Saint John River im Mündungsbereich abhängig von den Gezeiten um. Eine felsige Schwelle im Flussbett (Upper Falls) und eine sich anschließende enge Schlucht (Lower Falls) verringern den Abflussquerschnitt und verstärken die Strömung derart, dass sowohl bei Ebbe als auch bei Flut Fließgefälle und folglich Stromschnellen entstehen, jeweils in die entgegengesetzte Richtung. Ist irgendwie schwer zu beschreiben, wahrscheinlich muss man es einfach mal gesehen haben. Es gibt hier aber auf jeden Fall auch ein kleines Info-Center und einen tollen Look-Out! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter geht es nach Downtown St. John. Untergebracht sind wir heute im Hilton. Die Zimmer und das Bad sind echt groß, die Location ist perfekt und der Ausblick auf den Hafen von St. John klasse - gefällt mir richtig gut! &lt;br /&gt;Zum Lunch geht es in St. John Ale House. Achtung Warnung - das Restaurant ist super - ABER die Portionen der Gerichte wirklich riesig! Wer hier also für ein Mittagessen vorbei kommt - teilt euch eine Malzeit! Sonst ist das sogenannte „Fress-Koma“ unausweichlich. Spaß machen aber trotzdem auch die Beer-Floats, also kleine Tabletts mit Probier-Gläsern der vielen Biere, die das Ale House vom Faß ausschenkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, dass wir direkt nach dem Lunch eine Walking-Tour durch St. John geplant haben, so können wir uns die Kalorien, zumindest teilweise, wieder ablaufen. Auf dem Gang durch Downtown St. John lernen wir viel über die Geschichte der Industrie- und Hafenstadt. Anhand der verschiedenen Bauweisen der Gebäude der Stadt, erkennt man z.B. auch heute noch die Auswirkungen des Großen Feuers von 1877, als fast die Hälfte der Stadt komplett niedergebrannt ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da es heute sehr heiß ist und wir in der Mittagssonne unterwegs sind, bin ich trotzdem ein wenig froh, als die Tour vorbei ist und ich mich für ein Stündchen auf mein bequemes Hotelbettchen werfen kann. Aber wenn man auch nur einmal kurz die Augen schließt, hat man quasi verloren und steht erst nachts wieder auf - nein, nein! Weiter geht’s! Die nächste Walking Tour ruft. Und diese ist wieder ganz nach meinem Geschmack, im wahrsten Sinne des Wortes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit „Uncorked Tours“ machen wir eine abendliche Tasting Tour. Wie der Name schon verrät, ziehen wir jetzt durch die Straßen St. Johns und probieren an drei Locations verschiedene alkoholische Getränke. Gestartet wird mit Bier - ich probiere mich durch die Craft Biere der Region. Craft Beer ist in Nordamerika ja ein riesiges Thema und diese Tasting sind schon seit ein paar Jahren auch immer wieder Teil von unseren Kanada-Trips. Ich stand dem ganzen immer etwas kritisch gegenüber, finde aber tatsächlich, dass die Biere mit der Zeit immer besser geworden sind und auch die Experimentierfreudigkeit der Brauer nachgelassen, man sich doch wieder auf die traditionelle Braukunst konzentriert - aber da gehen die Meinungen wohl stark auseinander. Für den zweiten Stop laufen wir mit unserer Guide Gilliane zu „Hopscotch“, einer chicen aber ultra gemütlichen Whisky Bar. Gilliane wird auf dem Weg dorthin immer wieder erkannt und gegrüßt, als wäre St. John ein kleines Dorf. Irgendwie macht das die Stadt super sympathisch und man freut sich noch mehr auf den gemütlichen Abend! Im „Hopscotch“ darf ich einen Bourbon, einen schottischen Whisky und einen Scotch probieren - mir schmecken alle 3, der Bourbon vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Gut, dass es sich bei allen Getränken echt nur um Probier-Größen handelt - durch St. John torkeln will ich nun auch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der letzte Stopp führt Gillian und unsere Gruppe ins „Happinez - a little bar with lots of wine“  und der Name ist echt Programm. Die kleine, urige Bar befindet sich im Souterrain eines alten Backstein-Gebäudes und wird von einem ehemaligen Holländer liebevoll geführt. Bei Käse und Brot probieren wir uns durch einen Weiss-, einen Rosé- und einen Rotwein! Meine Güte geht es uns gut! &lt;br /&gt;Zum Abschluss geht es zum Dinner ins „Italian by Night“. Marcy hat dieses Restaurant ausgewählt, weil sie hier auch gerne mit ihrer Familie und Freunden hingeht. Ich glaube, das spricht wieder für die unendliche Gastfreundschaft der Kanadier. Und es ist hier wirklich toll. Gemütlich, extrem tolles Essen, leckere Getränke, eine familiäre Atmosphäre - der absolut perfekte Abschluss zu einem tollen Tag in and around St. John - ich komme auf jeden Fall wieder!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute Morgen zeigt mir der Blick aus dem Hotelzimmer ein etwas vernebeltes St. John. Um 08:00 Uhr treffe ich mich aber direkt schon zum Frühstück mit Cheryl Ranganadhan, sie ist Director of Sales und Marketing hier im Hilton St. John und ich kenne sie schon, weil sie zuvor eine ähnliche Position im Chelsea Hotel in Toronto hatte und wir uns dort auch schon einmal getroffen haben. Viel Zeit zum Quatschen bleibt uns aber nicht, denn schon gegen kurz vor 09:00 geht es weiter!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Nebel hat sich innerhalb kürzester Zeit verzogen und die Sonne scheint schon wieder kräftig! Genau passend für unseren ersten Punkt auf der Tagesliste, dem Fundy Trail Parkway. Der Park erstreckt sich über 30km entlang der südlichen Küste New Brunswicks. Man kann die Straße durch den Park super mit dem Auto, aber auch problemlos mit dem Fahrrad, befahren. Ich sollte aber vielleicht erwähnen, dass es an einigen Stellen auch mal recht bergig sein kann. Vielleicht wäre an dieser Stelle ein E-Bike die richtige Wahl. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind heute aber mit unserem Tourbus unterwegs und werden von Beverly begleitet. Ihr Vater war einer der Mitbegründer des Parks und sie ist somit die perfekte Guide für den Vormittag. Wir stoppen entlang des Weges immer wieder an den traumhaften Look-Outs. Der Blick auf die Steilküste und die kilometerlangen Strände ist echt klasse! Ich glaube, hier könnte ich problemlos ein paar Tage mit Wandern und Relaxen verbringen – leider haben wir gar nicht genügend Zeit und so gibt uns Beverly nur einen kleinen Einblick in die Fauna und Flora des Parks und der Umgebung. Trotzdem ein absoluter Tipp für alle, die mehr Zeit in New Brunswick verbringen – es lohnt sich ungemein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir den Park wieder verlassen haben, gibt es ein kleines Sandwich-Lunch im Bus, denn wir sind auf dem Weg nach Shediac. Wir verlassen also für heute die Gegend um die Bay of Fundy, fahren vorbei an Moncton und begeben uns an die Ost-Küste von New Brunswick. &lt;br /&gt;Der nächste besondere Programmpunkt steht an: eine Lobster-Cruise! Ich weiß ehrlicherweise gar nicht so genau, ob ich mich besonders auf diesen Ausflug freue, da ich kein großer Seafood Fan bin. Das erwähne ich aber besser in Atlantik-Kanada nicht all zu laut – haha!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem typischen Fischerboot geht es ab aufs Wasser. Captain Ron erklärt der Truppe (welche heute auf dem Boot aus US-Amerikanern, südafrikanischen Touris und uns besteht), wo und wie in der Vergangenheit und auch noch heutzutage Hummer gefangen werden. Er fischt dabei auch zwei Tiere aus dem Wasser und erklärt uns die Eigenschaften dieser besonderen Meeresbewohner. Gut finde ich, dass man mittlerweile nur noch mit Lizenzen zum Hummerfischen berechtigt ist und dass die Tiere eine Mindestgröße (und somit auch ein Mindestalter) haben müssen. Wusstest ihr übrigens, dass Lobster links- oder rechtshändig mit ihren Scheren sind? Eine von beiden ist immer größer und wird dementsprechend häufiger genutzt. Captain Ron erklärt uns dann noch genau, wie man einen gekochten Lobster knackt und isst. Dabei verputzt er doch glatt einen kompletten Hummer. Ob er das wohl bei jeder Tour und somit 2-3mal am Tag macht? Na er muss Hummer ja sehr mögen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber so viel zur Theorie – jetzt sind wir dran! Jeder Teilnehmer der Cruise bekommt einen Teller mit einem kompletten Lobster serviert – oh wow! Als dieses riesige Krustentier erst einmal in Gänze vor mir liegt, habe ich doch echt noch etwas Respekt. Aber so eine Lobster Cruise macht man nicht alle Tage und ich denke mir: „Augen zu und Lobster knacken“! Das Öffnen des Tieres funktioniert, dank der lustigen Anleitung von Captain Ron, doch recht einfach. Sonst könnte ich natürlich auch noch die bereitgestellte Zange hinzunehmen. Ich probiere das Hummerfleisch – muss jedoch leider nach ein paar Bissen wieder feststellen, dass Lobster einfach nicht mein Geschmack ist. Da tut es mir echt leid um den orangenen Kerl auf meinem Teller. Immerhin finde ich in unserer Gruppe noch einige Abnehmer für das restliche Hummerfleisch. Das beruhigt mich ein wenig. Aber auch wenn ich kein Hummer-Fan bin und wohl auch in Zukunft keiner mehr werde, war die Cruise, nicht auch wegen Captain Ron, dem beginnenden Sonnenuntergang und der lustigen Atmosphäre echt ein absolutes Highlight! &lt;br /&gt;Von Shediac geht es nach der Lobster Cruise zurück nach Moncton, wo ich heute im super neuen Hyatt Place Downtown übernachten werde. Die Zimmer sind entsprechend modern, groß und jeweils mit einer Sitzecke  und Sofa ausgestattet - gefällt mir richtig gut! Zum Abschluss und auch weil ich ja nicht allzu viel vom Hummer verspeist habe, gehe ich abends noch ins Restaurant direkt neben dem Hotel. Bei Aperol und einem leckeren italienischen Abendessen lasse ich den letzten Abend in New Brunswick gemütlich ausklingen - morgen geht es weiter nach PEI! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein letztes Mal „Guten Morgen“ aus New Brunswick! &lt;br /&gt;Die Nacht im Hyatt Place war super und so geht es ausgeschlafen wieder in Richtung Bay of Fundy. Denn ich kann ja nicht in New Brunswick gewesen sein, ohne die Hopewell Rocks erkundet und gesehen zu haben! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um 09:00 Uhr treffen wir unseren Guide im Hopewell Rocks Provincial Park. Nachdem er uns ein bisschen was über den Park erzählt hat, geht es mit dem Shuttle in Richtung Küste. Man hätte den Weg auch locker laufen können, aber da wir heute auch wieder einiges auf dem Programm stehen haben, nutzen wir den Bus. Für alle Besucher des Parks steht aber auch sonst immer die Möglichkeit eines Shuttles bereit, sodass auch Ältere oder Menschen mit physischen Einschränkungen problemlos zum Bereich der Hopewell Rocks kommen können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann stehen sie plötzlich vor mir – die Hopewell Rocks! Das absolute Wahrzeichen von New Brunswick. Ich glaube, wer an die Provinz denkt, hat doch automatisch das Bild der Hopewell Rocks vor Augen, oder nicht?&lt;br /&gt;Ich habe Glück, dass heute Morgen Ebbe ist und ich die 99 Stufen bis hinunter zum Meeresboden nehmen kann. Laut unseres Guides ist die Flut zwar bereits im Gang, aber trotzdem kann ich problemlos über den leicht matschigen Boden laufen und bin komplett fasziniert, dass hier in ca. 6 Stunden das Meer über 10m über mir stehen würde - irre! An der Steilküste und den Rocks kann man sehr gut erkennen, welche Kraft die Gezeiten hier in der Bay of Fundy haben. Mit knapp 30cm pro Minute rollen die Wassermassen ein und bringen dabei jedes Mal 160 Milliarden Tonnen Meereswasser mit. Das ist so viel Masse, als wenn man das Wasser der Niagara Fälle für 1 Jahr und 9 Monate sammeln würde – holy moly! Total beeindruckt schieße ich noch ein paar Fotos und steige die 99 Stufen zum Ausgangspunkt hinauf. Ich habe mir fest vorgenommen noch einmal bei Flut wiederzukommen und mit einem Kanu die Hopewell Rocks zu umpaddeln – ich möchte unbedingt mal beides gesehen haben! Hopewell Rocks – I’ll be back, for sure!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt steht tatsächlich (leider) schon mein letzter Programmpunkt in New Brunswick auf dem Plan. Zurück in Moncton fahren wir zur Magnetic Hill Winery. Ich glaube, Tourism NB möchte uns den Abschied aus der Provinz noch einmal versüßen und lädt zum Wine-Tasting – ich freue mich! Zach Everett begrüßt uns super freundlich auf Deutsch. Er und seine Familie besitzen das Land rund um die Magnetic Hill Winery schon viele Jahre. Ursprünglich waren sie reine Erdbeer- und Himbeerbauern. Doch irgendwann waren die Umstände und Erträge aufgrund von entweder zu viel Hitze, Regen, Kälte oder Trockenheit nicht mehr genug und es brauchte eine neue Idee. Wein! Seit 2005 produzieren die Everetts nun Wein und sind damit in den letzten Jahren immer erfolgreicher geworden. Zach freut sich richtig mit uns Deutsch zu sprechen, da er einige Zeit am Kaiserstuhl in Deutschland verbracht hat und dort einiges über das Winzer-Handwerk gelernt hat. Wir spazieren gemeinsam durch den Weinberg und probieren uns durch die verschiedenen Weine – herrlich! Zum Lunch geht es in die umgebaute Scheune des Weinguts, ultra gemütlich! Mit musikalischer Untermalung ist der Abschied von New Brunswick perfekt! Mein NB-Aufenthalt hätte nicht besser enden können… &lt;br /&gt;(Hier geht’s weiter mit &lt;a href=&quot;&quot;&gt;Teil 2 des Reiseberichts&lt;/a&gt;!)</description>
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                <title>Toronto 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 27 Mar 2019 09:31:32 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1_ontario-fam---schriftzug-selfie(4).jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;FRANZIS 6 MONATE KANADA: Das Praktikum ihres Lebens&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 83&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Toronto&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Abschluss des Ontario RV FAM-Trips bleibt uns noch ein letzter Tag zur Erkundung Torontos. Gemeinsam mit Björn, Sandra, Karin und Nora stürze ich mich ins Touristenprogramm, bevor mein Flug mich am frühen Abend nach Vancouver bringt. Als Toronto-Neulinge entscheiden wir uns für eine Hop-on Hop-off Bus Tour durch die Stadt, um uns in der knappen Zeit, die uns bleibt, einen möglichst guten Überblick zu verschaffen. Apropos Überblick, wir laufen nach dem Frühstück vom Chelsea Hotel zum CN Tower. Das 553 Meter hohe Wahrzeichen Torontos versetzt mich in Staunen. Der Turm ermöglicht eine geniale Sicht auf die Weltmetropole. Bei einem Rundgang entlang der Panoramascheibe stelle ich erneut fest, dass mein Kopf den gigantischen Lake Ontario einfach nicht als See einordnen möchte. Es fühlt sich vielmehr an als wäre ich am Meer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spontan entscheiden wir uns in der Gruppe nicht der ursprünglichen Bus-Planung zu folgen, sondern vorerst zu Fuß weiter zu spazieren. Vorbei am Rogers Centre, der Heimat des erfolgreichen Baseball-Teams &quot;Toronto Blue Jays&quot; steuern wir in Richtung Air Canada Centre, ebenfalls eine der großen Sportanalagen Torontos. Die Multifunktionsarena beheimatet sowohl das Eishockeyteam namens &quot;Maple Leafs&quot; als auch die Basketballprofis &quot;Raptors&quot;. Nur acht Stunden dauert es, bis aus der Eisfläche ein Basketballfeld wird. Fast unvorstellbar! Nach der sportlichen Einstimmung sind wir optimal vorbereitet für den nächsten Programmpunkt. Wir folgen Björns leuchtenden Augen in Richtung Hockey Hall of Fame. Schon praktisch einen solchen Eishockey-Experten dabei zu haben. Björn führt uns durch die riesige Sammlung an Trikots, Schlägern, Pucks und Pokalen und erzählt interessante Fakten und lustige Stories. Das absolute Highlight ist natürlich der legendäre Stanley-Cup. Ich selbst kenne mich mit Eishockey nicht so aus, finde es aber trotzdem sehr interessant und genieße den Besuch. Für Liebhaber, wie Björn einer ist, scheint die Hockey Hall of Fame das absolute Paradies zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Next Stop: Farmer&#039;s Market. Die Markthalle im Bereich der East Bayfront lädt zum Bummeln und Einkaufen ein. Bei der Vielzahl an Angeboten überkommt mich glatt eine Reizüberflutung. Bei all den verführerischen Gerüchen und bunten Farben weiß ich gar nicht, was ich zuerst probieren möchte. Der St. Lawrence Market bietet eine große Vielfalt an Speisen, Getränken und Kunstobjekten. Kanadische Spezialitäten sind selbstverständlich auch in großer Varietät vertreten. Ich schaue auf meine Armbanduhr und im nächsten Moment fällt mir auch schon die Kinnlade herunter. Es ist bereits Mittag und wir haben gerade mal einen winzigen Teil der Stadt erkundet. Es gibt einfach so unendlich viel zu entdecken! Nach einer kurzen Lagebesprechung stimmen wir einheitlich für die Hop-on Hop-off Tour mit dem Sightseeing Bus ab. Direkt vor dem Eingang der Markthalle steigen wir in das auffällig rote Fahrzeug und sichern uns einen Platz oben auf dem offenen Deck. Sonnenbrille auf und los geht&#039;s! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der Fahrtwind mir angenehm durch die Haare weht, höre ich gespannt der Stimme der Stadtführerin zu. Die Studentin erzählt auf sympathische und humorvolle Art Fakten über die Stationen, die wir anfahren. Wir passieren Knotenpunkte, verschiedenste Stadtviertel und zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Bei jedem Halt hat man die Möglichkeit auszusteigen, sich umzusehen und anschließend wo und wann auch immer wieder einzusteigen. Meiner Meinung nach ist es die perfekte Möglichkeit, in kurzer Zeit einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Während der insgesamt zweistündigen Rundtour lernen wir viel Wissenswertes über die Großstadt und mir gefällt Toronto richtig gut. Die Kombination aus alten und modernen Bauwerken gepaart mit vielen Grünflächen verleiht der Stadt eine ganz besondere Ausstrahlung. Das Eaton Centre ist unser letzter Halt. Das beliebte Shoppingzentrum ist an diesem Samstag gut besucht. Menschenmassen strömen durch die Türen und mit Betreten der großen Halle ist man mitten drin im Shoppingfieber. Auf ein bisschen Bummeln lasse ich mich selbstverständlich ein, lange halte ich mich allerdings nicht auf. Ich habe ohnehin keinen Platz mehr in meinem Koffer!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück im Hotel heißt es Packen und Auschecken, bevor wir gemeinsam mit unserer FAM-Gruppe zum Flughafen fahren. Verrückt, wie schnell die letzten Tage vergangen sind. Es hat viel Spaß. Ein großes Dankeschön an Ontario Tourism! Von Toronto aus starte ich mit der Air Canada am frühen Abend nach Vancouver. Etwa vier Stunden bin ich in der Luft, gewinne aber drei, sodass ich gefühlt nur eine Stunde unterwegs bin. Als würde man mal eben kurz die Zeit anhalten können. In den nächsten zehn Tagen steht dann ein Praktikum bei Traveland RV Rentals für mich auf dem Programm. Ich bin gespannt, was mich beim SK-Partner im Wohnmobilbereich so alles erwartet. Aber erst mal mache ich jetzt die Augen zu und gönne mir ein paar Stunden mehr Schlaf als die letzten Tage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Das-Kanada-Praktikum/Traveland.html&quot;&gt;Hier geht es zum nächsten Reisebericht…&lt;/a&gt;</description>
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                <title>Im Wohnmobil durch Ontario 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 27 Mar 2019 09:32:26 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1_ontario-fam---so-mochte-ich-am-liebsten-morgen-geweckt-werden.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;FRANZIS 6 MONATE KANADA: Das Praktikum ihres Lebens&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 77&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Ankunft in Toronto&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Air Canada hebe ich in Calgary ab und starte die Reise in Richtung Toronto. Die größte Stadt Kanadas liegt in der Provinz Ontario und ist der östlichste Punkt, den ich bisher angesteuert habe. In den letzten Monaten bin ich ganz schön herumgekommen und habe dabei erlebt, wie vielseitig Kanada ist. Und außerdem auf welch gigantischer Fläche sich das Land erstreckt. Auf der Karte wirkt es gar nicht so weit von A nach B, in der Realität wird mir allerdings bewusst, dass diese Wahrnehmung sehr trügerisch ist. Gut dreieinhalb Stunden vergehen, bis ich am späten Abend den beleuchteten Großraum Torontos erreiche. Die Sicht aus dem Flugzeug ist überwältigend. Diese Stadt ist wirklich groß!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem Hotelshuttle geht es für mich vom Flughafen ins Sandman Signature Hotel Mississauga. Von hier aus starte ich morgen auf eine in der Tourismuswelt als FAM-Trip bekannte Tour. FAM ist die Abkürzung für &quot;Familiarization&quot; und steht grob übersetzt dafür, etwas kennenzulernen bzw. sich mit etwas vertraut zu machen. Organisiert vom Tourismusverband &quot;Ontario Tourism&quot; verfolge ich gemeinsam mit weiteren Travel Agents im Rahmen einer Wohnmobilreise durch den Südosten Ontarios genau dieses Ziel. Ich freue mich sehr darauf, in den nächsten sechs Tagen eine weitere Provinz Kanadas kennenzulernen. Bevor ich morgen früh auf den Rest der Teilnehmer treffe, kuschel ich mich in mein gemütliches Bettchen und sammel in der einladenden Hotelsuite Energie für das bevorstehende Abenteuer. Gute Nacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 78&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Silent Lake Provincial Park&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Juhuu, es geht auf Erkundungstour durch die Provinz Ontario! Beim Frühstück im Restaurant Denny&#039;s findet ein erstes Zusammentreffen der elfköpfigen Gruppe statt. Auf eine erste kurze Vorstellungsrunde folgen weitere Instruktionen zum Ablauf. Im Anschluss fahren wir samt Gepäck mit zwei CanaDream RVs von Mississauga nach Whitby, um dort beim OWASCO RV Centre noch zwei weitere Fahrzeuge abzuholen. Der Wahnsinn! Die Wohnungen auf Rädern sind mit allem Schnick Schnack ausgestattet und durch ihre Slide-Out Funktion enorm geräumig. Das sieht stark nach einem luxuriösen Campingausflug aus! Begleitet werden wir die kommenden Tage von Holly Blefgen, Travel Trade Coordinator von Ontario&#039;s Highlands Tourism Organization und Claudia Van Wijk, Inhaberin zweier Wassersportunternehmen. Zusammen haben die beiden die Canadian Canoe Route ins Leben gerufen und auf genau dieser sind wir schon seit wenigen Minuten unterwegs. Katie Roberts und Sarah McMichael von Ontario Parks sind auch mit von der Partie. Sie übernehmen die Organisation rund ums Campen und werden uns mit einer speziellen Auswahl der insgesamt über 330 Provincial Parks in Ontario vertraut machen. In den nächsten Tagen wartet eine Mischung aus kultureller Wissensvermittlung, aktiver Teilnahme an Outdoorabenteuern und natürlich der besonderen Erfahrung eines RV Roadtrips auf uns. Dabei ziehen wir durch das sogenannte &quot;Land of Lakes and Rivers&quot; und bekommen sowohl zauberhafte Provincial Parks als auch historische Stätten zu Gesicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Programmpunkt findet im Canadian Canoe Museum statt und stimmt uns optimal auf den Themenschwerpunkt unserer Tour durch Ontario ein. Beim Besuch des Museums fasziniert mich besonders die Reise durch die verschiedenen Bauweisen, das Material und die Form der Wasserfortbewegungsmittel. Während das Kanu früher hauptsächlich den Zweck der Jagd und des Handels deckte, hat es im Laufe der Zeit mehr und mehr den Status eines Freizeit-/ Sportgeräts erhalten. Auch der technologische Fortschritt spiegelt diese Entwicklung wieder. Damals wurden nur die in der jeweiligen Region zur Verfügung stehenden Ressourcen für die Fertigung eines Kanus verwendet. Ob aus einem ganzen Baumstamm ausgehöhlt oder mit Birkenrinde ummantelt, die Region hat das Material für den Bau bereitgestellt. Faszinierend! Das heutige Kanu besteht meist aus thermoplastischen Kunststoffen und ist so besonders für herausfordernde Gewässer, schnelle Sprints und flinke Wendungen geeignet. Im Anschluss an die Führung durch das Canadian Canoe Museum wird es interaktiv. Beim Bemalen unseres persönlichen, kleinen Paddels ist künstlerisches Geschick gefragt. Ganz still und leise konzentriert sich mit einem Mal jeder auf sein Projekt. Grandios, die Ergebnisse sprühen nur so vor Kreativität! Und mir persönlich hat es auch noch richtig viel Spaß gemacht. In ein- oder mehrtätigen Workshops bietet das Museum Interessierten unter anderem die Produktion eines individuellen Holzpaddels an. Vom Ausmessen übers Schnitzen bis zum Verzieren geschieht alles in Eigenarbeit. Selbstverständlich mit Unterstützung der Fachmänner und -frauen des Museums! Willkommen sind Teilnehmer jeden Alters. Meiner Meinung nach ist das eine extrem coole Sache!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis zur Ankunft am nächsten Ziel übernehme ich zum ersten Mal überhaupt die Kontrolle über das Steuer eines des Fahrzeuge. Wuhuu, so ein Wohnmobil ist schon ein gigantisches Gefährt! Meine Erfahrung im Pferdeanhänger fahren kommt mir hier definitiv zu Gute und so manövriere ich den Camper sicher bis nach Bancroft. Im Gem &amp; Mineral Museum bestaunen wir die für die Region charakteristische Reichhaltigkeit an Mineralien und Bodenschätzen. Beim Verlassen des Museums treffen wir überraschenderweise auf ein Zusammentreffen von Mitgliedern des Algonquin Tribes. Sie haben soeben ein Kanu aus Birkenrinde fertiggestellt. Fachlich korrekt bezeichnet handelt es sich um einen Kanadier. Der Oberbegriff &quot;Kanu&quot; steht für die beiden Bootstypen Kajak und Kanadier. Während das Kajak sitzend mit einem Doppelpaddel auf dem Wasser bewegt wird, ist der Kanadier kniend und mit einem Stechpaddel zu fahren. Respekt, das Schmuckstück sieht fantastisch aus und ist dabei auch noch komplett aus Naturmaterialien angefertigt. Wir werfen noch einen Blick in das North Hastings Heritage Museum und navigieren unsere Wohnmobile im Anschluss daran zum Silent Lake Provincial Park. Gerade angekommen, drehen wir noch eine Runde über den See. Selbstverständlich im Kanadier! Holly und Claudia sind absolute Profis und weisen uns voller Enthusiasmus in die Materie ein. Ich fahre mit Nicole. Wir geben eine gute Figur auf dem Wasser ab. Hollys und Claudias Tipps sind äußerst hilfreich. Durch ihre Unterstützung bekommen wir die unterschiedlichen Paddelschläge gezielt die Kontrolle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paddeln macht hungrig! Optimal, dass Katie und Sarah in der Zwischenzeit schon ein riesiges Buffet aufgebaut haben. Wir stellen uns Zutaten nach Wahl zusammen, packen alles in Alufolie ein und rösten unser Paket auf dem Lagerfeuer. Danach wird das Ganze in einem leckeren Wrap gequetscht und mit jeglichen Soßen verfeinert. Einfach unschlagbar lecker! Bei einem sündhaft schokoladigen Stück Brownie höre ich anschließend dem Vortrag über die zwei Provincial Parks &quot;Bon Echo&quot; und &quot;Petroglyphs&quot; zu. Im Anschluss an den interessanten Beitrag verziehen wir uns langsam in zweier und dreier Teams in die Wohnmobile. Gemeinsam mit Karin aus der Schweiz teile ich mir eine Luxusunterbringung und bin sehr gespannt auf meine erste Übernachtung im Wohnmobil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 79&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Madawaska Kanu Centre&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Übernachtung im Wohnmobil war fantastisch. In meinem bequemen Bett habe ich sehr gut geschlafen und fühle mich fit für die heutigen Programmpunkte. Für mich war es die allererste Nacht überhaupt, die ich in einem Zuhause auf vier Rädern verbracht habe. Ich bin ziemlich begeistert und glaube, da könnte ich mich definitiv dran gewöhnen! Das absolute Tageshighlight wartet gegen Mittag am Madawaska River auf uns. Bevor das Abenteuer Ontario vom Silent Lake Provincial Park aus weiter geht, gibt es aber erst einmal ein stärkendes Frühstück. Sowohl auf dem Feuer, als auch auf Kochplatten sowie in den Küchen der Wohnmobile bereiten wir Leckereien zu. Wir tragen alles zusammen und genießen dann gemeinsam Omlettes, Canadian Bacon, Früchte, Joghurt und Muffins. Beim Aufräumen packen alle mit an, sodass wir uns dank der erfahrenen Vorangehensweise von Katie und Sarah schon kurze Zeit später auf der Straße befinden. Mit Stopps am Eagles&#039;s Nest Lookout und dem historischen General Store in Maynooth zielen wir in Richtung Madawaska Kanu Centre. Der Eagle&#039;s Nest Lookout bietet uns eine schöne Aussicht über Ontario&#039;s Highlands. Charakteristisch für diese Region ist ihr hohes Vorkommen an Frischwasser. Würde man aus dem Flugzeug heraus auf die Landschaft schauen, wäre etwa die Hälfte der Region mit Flüssen und Seen bedeckt. Beeindruckend! Eine halbe Fahrtstunde weiter lädt der General Store zu einer kurzen Bummelrunde ein. Von Lebensmitteln über Kleidung und Dekoration bis hin zu Souvenirs gibt es hier nahezu alles, was man so brauchen könnte. Der kleine aber feine Laden hat definitiv Charme!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile befinden wir uns ganz in der Nähe zur Provinzgrenze nach Québec. Das Madawaska Kanu Centre (MKC) öffnet heute Mittag seine Tore für uns und verspricht ein einzigartiges Erlebnis auf dem Wasser. Claudia freut sich ganz besonders, uns in ihrem Freizeit- und Ausbildungszentrum begrüßen zu dürfen. Sie selbst schaut auf eine hocherfolgreiche Sportlerkarriere im Kanu-Slalom zurück. Mit dem MKC führt die zehnfache kanadische Meisterin das Erbe ihrer Eltern fort und macht ihre Leidenschaft zum Beruf. Leidenschaft ist auch genau das Wort, das meine ersten Eindrücke der Anlage widerspiegelt. Hier treffen sich Menschen, die es lieben auf dem Wasser zu sein und dabei die Stärke des Elements zu spüren. Unsere Guides sind was das angeht natürlich ganz vorne mit dabei. Sie sprühen nur so vor Motivation und zeigen spürbare Freude darüber, in wenigen Minuten mit uns einen Teil des Madawaska Rivers zu befahren. Die erste Übungsbeschreibung kreiert doch ein wenig Nervosität bei mir. Obwohl ich mich innerlich sehr auf die Reise flussabwärts freue, erfordert der Sprung in die Strömung dann doch etwas Überwindung. Zack, da bin auch schon ich an der Reihe! Langsam und bedacht setze ich jeden einzelnen Schritt vor den Nächsten, um an die &quot;Absprungstelle&quot; zu gelangen. Das Wasser ist stark und macht es mir nicht ganz so leicht, einen festen Stand zu finden. Unter Anleitung der Guides ist das Ganze aber dann doch einfacher als gedacht und ich treibe mit dem Blick flussabwärts gerichtet und einem etwas erleichterten Strahlen im Gesicht zurück zum Treffpunkt. Wie ich es an mir selbst gespürt habe, hilft diese Übungsform dabei, einen ersten Kontakt zum Wasser aufzubauen und dabei gleichzeitig Angst abzubauen. Gut gelaunt und voller Vorfreude steige ich zu Claudia in den Kanadier. Jeder von uns hat einen Pro hinten im Boot sitzen, der die Steuerung übernimmt. Ich fühle mich sehr geehrt, mit der Weltklasseathletin zu paddeln und von ihr zu lernen. Die WM-Bronzemedaillengewinnerin gibt mir wertvolle Tipps und mit ihrer beeindruckenden Ausstrahlung wirkt sie dabei auf mich durchweg motivierend. Nachdem wir die Basics über Wildwasser, unser Fortbewegungsmittel sowie erste entscheidende Paddelschläge kennengelernt haben, wagen wir uns rein in die Stromschnellen. Der absolute Oberhammer! Ich spüre wie die Wasserwirbel uns kraftvoll vorantreiben. Mit zusätzlichen Paddelschlägen stabilisieren Claudia und ich unseren Kanadier und schweben gefühlt nur so über die Wellen. Ich kann gar nicht genug davon bekommen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem für mich ganz neuen und extrem faszinierenden Bewegungserlebnis geht es zurück zu den Wohnmobilen. Am liebsten würde ich jetzt genau wie die Übernachtungsgäste des MKC gemütlich zu Abend essen und bei traumhaftem Wetter schon meine Vorfreude auf einen zweiten Kanutag genießen. Wenn nicht sogar eine gesamte Lehrgangswoche mitmachen! Das Lernen vom Profi macht riesig Spaß und scheint einen Lernfortschritt zu garantieren. Es heißt zwar jetzt wohl oder übel Abschied nehmen vom MKC, aber der Ausblick auf die morgige Raftingtour auf dem Ottawa River stimmt mich positiv. Schon heute Abend werden wir bei OWL Rafting ankommen und die Nacht dort in unseren Wohnmobilen verbringen. Auch OWL ist ein großer Teil von Claudias Leben. Gemeinsam mit ihrem Mann Dirk, der das Unternehmen vor Ort managt bringen die beiden vom Anfänger bis zum Könner jeden motivierten Abenteurer aufs Wasser. Und das mit Erfolg! Über die Saison verteilt zaubern die beiden mit ihrem Team vielen, vielen Menschen ein Lachen aufs Gesicht. Das Whitewater Canoeing war für mich heute definitiv ein unvergessliches Erlebnis. Mal sehen ob auch der morgige Raftingtour hält was er verspricht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Weg zu OWL Rafting am Ottawa River besuchen wir ein Museum der Algonquin First Nations of Piwàkanagàn. Alle ausgestellten Artefakte sind Spenden von einheimischen Menschen. Egal ob ganze Kanus, Kleidungsstücke, Schmuck oder Werkzeuge, hier lassen sich viele historische Bestandteile des Lebens der Algonquins entdecken. Nach der letzten Station für heute, geht ein aktiver und höchst ereignisreicher Tag langsam dem Ende entgegen. Da kommt uns ein schmackhaftes Abendessen bei OWL Rafting mehr als gelegen. Auf die Frage wo denn die vorzüglich schmeckenden Maiskolben und das hervorragend zarte Rindfleisch herkommen, erläutern Dirk und Claudia uns ihr nachhaltiges Gesamtkonzept. Sie setzen auf regionale Produkte und fokussieren einen nachhaltigen und respektvollen Umgang mit der Natur. Angefangen beim Verzicht auf Pappteller und Plastikbesteck über die Nutzung eines Komposttoilettensytems bis hin zur jährlichen Reinigung des Ottawa Rivers. Das vorbildliche Vorgehen der beiden sagt mir sehr zu und ist meiner Meinung nach ein wichtiger und vor allem zukunftsorientierter Ansatz. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen, genießen ein Gläschen Wein und rösten Marshmallows über dem Feuer. Besser könnte die Atmosphäre nicht sein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 80&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;OWL Rafting&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Wecker holt mich heute Morgen doch recht früh aus dem Schlaf. Ich möchte mich im ersten Moment eigentlich lieber noch mal umdrehen. Es ist gerade so schön warm und gemütlich im Wohnmobil. Ich bekomme aber doch noch die Kurve und traue meinen Augen nicht, als ich durch die Windschutzscheibe einen phänomenalen Sonnenaufgang entdecke. Keine halbe Minute später stehe ich in Schlabberpulli und Jogginghose draußen am Ufer des Ottawa River und bestaune das Farbenspiel. Es sind genau solche Momente, die bedingungslose Zufriedenheit in mir auslösen. Ich vergesse für einen Augenblick alles um mich herum und bin einfach nur im Hier und Jetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Frühstück tischt das freundliche Team von OWL Rafting Einiges auf: Ob Rührei, Würstchen, Toast mit Aufstrich oder Müsli, Joghurt, Obst und Croissants, hier findet jeder Abenteurer seine morgendliche Portion Power für den Tag. Jummy! Nach einer Erkundungstour über das Gelände von OWL Rafting geben uns Dirk und Claudia in die Hände von Guide Chris. Er erklärt uns den heutigen Ablauf der bevorstehenden Raftingtour und macht uns mit der Ausrüstung vertraut. Dabei sorgt er mit seiner natürlichen und sympathischen Art immer wieder für einen Lacher zwischendurch. Ich sag nur &quot;Happy Straps&quot;! Gut vorbereitet und mit Vorfreude im Gepäck schnappen wir uns jeweils eine Schwimmweste, einen Helm und ein Paddel. Je nach Bedarf stehen auch Neoprenanzüge und -jacken zur Verfügung. In voller Montur und mit einem Grinsen im Gesicht steige ich in den Bus. Dirk fährt uns samt zwei Rafts auf dem Anhänger zum Startpunkt etwa 15 Kilometer flussaufwärts. Ehrlich gesagt habe ich schon ein klein wenig Respekt vor den wilden Stromschnellen, würde es aber eher als positive Nervosität bezeichnen. Guide Gwyn weist uns in die Kunst des Raftings ein und geht mit uns die erforderlichen Verhaltensweisen in unterschiedlichen Situationen durch. Auch wenn wir erst mal nicht davon ausgehen, dass einer oder mehrere des Teams ungewollt das Raft verlassen, gibt es mir ein gutes Gefühl über die Szenarien Bescheid zu wissen. Also ich bin bereit! In unserem 7er-Raft paddeln wir entschlossen auf die erste Stromschnelle namens Black Chute zu. Wuhuuu! Alle meine Sorgen sind mit einem Mal verflogen und ich bin mitten drin im Whitewater Adventure. Was für ein grandioses Erlebnis! Die Kraft des Wassers gibt auf der einen Seite die Richtung vor, auf der anderen Seite nehmen wir aber mit unseren Paddelschlägen Einfluss und machen uns das Wasser zu Nutze. Der natürliche Fluss des Wassers wechselt Stromschnellen und ruhende Passagen ab. Diese Kombination aus An- und Entspannung macht das Raftingerlebnis zu etwas ganz Besonderem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rückblickend betrachtet, muss ich sagen, dass ich schon viele Erzählungen über Rafting gehört und auch Bilder gesehen habe. Das reale Erlebnis ist aber nicht annähernd mit meinen Vorstellungen von Rafting zu vergleichen. Ich bin nicht sicher was ich genau erwartet habe, aber es ist ganz anders! Es spielen in jedem Fall viele Einflüsse zusammen, die dann dieses einzigartige Gefühl vermitteln. Sehr lohnenswert und absolut genial! Beim gemeinsamen Lunch auf einem Pontoon Boat schippern wir langsam zurück zu OWL Rafting und tauschen uns dabei über das soeben Erlebte aus. Ich könnte gut noch ein paar Tage an diesem wundervollen Fleckchen verbringen, aber unser Programm hält schon die nächsten Highlights parat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Verabschiedung von Dirk und seinem Team suchen wir auf der Straßenkarte als Nächstes nach dem Städtchen Perth im Lanark County. Von Schotten im Jahr 1816 als Militärsiedlung gegründet ist Perth die älteste Siedlung in Kanada. Die Region ist traditionell auch bekannt als Maple Syrup Capital of Ontario und da passt das Treffen mit der Maple Queen oder Miss Maple namens Marie White optimal zum Thema. Marie führt uns durch den schönen Ort mit seinem historischen Charme. Kleine Shops laden zum Bummeln ein, etliche Restaurants bieten eine kulinarische Vielfalt und die zahlreichen Grünflächen und Blumen garantieren absolutes Wohlfühlflair. Im Anschluss an die Besichtigungstour fahren wir zum Murphy&#039;s Point Provincial Park und schlagen unser Nachtquartier auf. Zum Abendessen gibt es eine riesige Auswahl an Überbleibseln der letzten Tage. Lecker, da stellt sich jeder das Seine zusammen. Ich kann es kaum glauben, dass es schon unser letzter Abend am Campfire ist! Wir haben so viel gemeinsam erlebt und sind in den letzten Tagen als Gruppe zusammengewachsen. Es fühlt sich so an als würden wir uns alle schon ewig kennen, obwohl es erst drei volle Tage sind. Tja so ein Campingausflug verbindet eben! Die Kombination aus den Aktivitäten der letzten Tage und der Zeit im RV hat uns zu einer gut harmonisierenden Gruppe geformt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 81&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Bon Echo Provincial Park&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das letzte Campingfrühstück toppt nochmals alles. Katie und Sarah haben einmal mehr ihre Fähigkeiten und Erfahrung unter Beweis gestellt. Frisch gebrühter Kaffee, selbst gemachte Hash Browns und sogar French Toast stehen inmitten von Aufstrichen, Käse und Früchten parat. Ich bin immer wieder überrascht, was man beim Campen alles zaubern kann. Und das ohne die Küche im Wohnwagen auch nur anzurühren! Ich ziehe definitiv viele Ideen und praktische Tipps aus unserem Campingerlebnis. Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg zur Silver Queen Mine. Hier treffen wir auf Tobi Kiesewalter, der uns während seiner Führung auf eine kleine Zeitreise ins frühe 20. Jahrhundert mitnimmt. Entdeckt von irischen Siedlern wurde die Miene innerhalb weniger Jahre zu einer der wichtigsten Abbaustellen von Mineralien. Das Hauptaugenmerk galt den drei speziellen Formen Mica, Feldspar und Apatite.  Eingesetzt wurde Mica neben dem Fensterscheibenbau auch als elektronischer Isolator. Letztere Funktion ist auch heute noch sehr beliebt. Das Mineral wird beispielsweise in der Automobilindustrie verwendet. Die Miene wurde 1920 stillgelegt, nachdem sich herausstellte, dass an anderen Standorten deutlich höhere Vorkommen der Bodenschätze zu finden waren. Glücklicherweise ist die Miene heute noch an Ort und Stelle und ermöglicht Besuchern das Kennenlernen der Abläufe des hier durchgeführten Bergbaus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser nächstes Ziel ist der Bon Echo Provincial Park, bevor es im Anschluss zurück nach Toronto geht. Mit einem eigens zusammengestellten Sandwich machen wir es uns an Board eines Bootes gemütlich. Während wir über den Mazinaw Lake schippern, wird uns Interessantes zum Park und seinen Aktivitäten erzählt. Die Landschaft ist traumhaft und lädt unter anderem zum Wandern, Schwimmen, Paddeln und Klettern ein. An einer massiven Felswand entdecken wir vom Boot aus sogenannte &#039;Pictographs&#039;. Die Felszeichnungen wurden von Mitgliedern der First Nations Stämme gemalt und stellen verschiedenste Motive dar. Schon beeindruckend, dass die Zeichnungen über so viele Jahre hinweg immer noch gut sichtbar sind. Die Zeiger auf meiner Uhr könnten ruhig ein wenig langsamer laufen während wir hier im Bon Echo Provincial Park unterwegs sind. Der Standort bietet eine vielfältige Landschaft und zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Ein wunderschönes Plätzchen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg nehme ich noch ein letztes Mal das Lenkrad des Wohnmobils in die Hand und steuere es sicher nach Whitby. Karin und ich unterhalten uns auf dem Weg über die Erlebnisse der letzten Tage. Erst jetzt beim Reden fällt mir auf wie viel wir unternommen haben. Wir haben traumhafte Orte besucht und an einzigartigen Aktivitäten teilgenommen. Mit der großen Vielfalt an Campingplätzen und Provincial Parks hat Ontario viel zu bieten. Dabei findet jeder das passende Angebot, für sich. In Zusammenarbeit mit Sarah und Katie haben Holly und Claudia uns entlang der Canadian Canoe Route begleitet und dafür gesorgt, dass einmalige Momente entstanden sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 82&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Niagara Falls&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer erholsamen Übernachtung im Chelsea Hotel starten wir den heutigen Tag mit einem leckeren Frühstück in der hoteleigenen T-Bar. Gemeinsam mit Travel Trade Director Cheryl genießen wir in entspannter Atmosphäre die kulinarisch sehr ansprechend gestalteten Speisen. Gut gelaunt und voller Vorfreude auf den ereignisreichen Tag steige ich gemeinsam mit den sechs weiteren Travel Agents zu Tourguide Willem in den Shuttlebus. Und zwar sitzen wir im sogenannten &quot;Niagara Airbus&quot;, der uns wie es der Name vermuten lässt zu den weltberühmten Niagarafällen bringt. Willem versüßt uns die etwa anderthalbstündige Fahrt mit vielen wissenswerten Informationen und Erzählungen über die Provinz Ontario sowie die Region rund um Toronto. Ich bin schon ein wenig aufgeregt! Die Niagarafälle sind eines der Naturspektakel, die schon immer sehen wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon der erste Stopp auf unserer Tagestour ist das absolute Highlight. Mit dem Helikopter fliegen wir über die Niagara Falls hinweg und bestaunen die Wasserfälle aus einer spektakulären Perspektive. Aus dem Lake Erie heraus fließt der Niagara River und stürzt dann über die zwei gigantische Wasserfälle herunter. Egal ob die Wassermassen über die American Falls auf amerikanischer Seite oder die Horseshoe Falls auf kanadischer Seite strömen, fließen sie anschließend dynamisch zusammen und setzen ihren Weg in Richtung Lake Ontario fort. Der Rundflug mit Niagara Helicopters geht leider viel zu schnell vorbei, hinterlässt aber bleibende Erinnerungen und ermöglicht einen guten Überblick über die Region.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Rundflug bin ich noch interessierter daran, mir die Wasserfälle aus der Nähe anzusehen. Begleitet von Karen Mariano essen wir im Table Rock Restaurant mit direktem Blick auf die Horseshoe Falls zu Mittag. Karen vertritt Niagara Falls Tourism und macht uns mit dem Vermarktungskonzept von Niagara Falls sowie den Angeboten vor Ort vertraut. Ihre Erläuterungen bestätigen meine ersten Eindrücke der Niagarafälle. Sie sind ein absoluter Tourismusmagnet! Jährlich besuchen sehr viele Gäste diesen Ort und erkunden die Region. Über die Jahre ist das Interesse immer weiter gewachsen und so hat sich auch die Struktur der Stadt stark verändert. Es gibt zahlreiche Unterkünfte, Restaurants, Unterhaltungsmöglichkeiten und Shoppingläden. Rund um die Wasserfälle herum haben sich die verschiedensten Unternehmen angesiedelt. Für meinen Geschmack ist es etwas zu überladen Wenn man sich bis zu den Wasserfällen durchgekämpft hat, wird man mit einer einzigartigen Sicht auf das atemberaubende Naturphänomen belohnt. Kein Wunder, dass alle Menschen die Niagara Falls besuchen möchten!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Na dann wollen wir doch mal schauen, was das Programm rund um die Stadt Niagara Falls so alles zu bieten hat. An Aktivitäten mangelt es nicht! Karen macht uns mit Kelley von Hornblower Niagara Cruises bekannt und gemeinsam begleiten uns die beiden zum Dock. Auf dem Boot fahren wir ganz nah ran an die Wasserfälle. Ich spüre das Wasser im Gesicht und realisiere, wie viel Kraft das Element durch die dynamischen Bewegungen entwickelt. Beeindruckend! Nach der Bootstour erlaubt uns der sogenannte &quot;Journey behind the Falls&quot; einen Blick hinter die Horseshoe Falls. Ein Tunnelsystem führt uns sowohl in den Bereich der Klippe, an dem das Wasser herunterschießt als auch an die Randausläufer der Horseshoe Falls. Die von uns anschließend besuchte &quot;MistRider Zipline to the Falls&quot; ermöglicht noch einmal eine komplett andere Perspektive. Die adrenalingeladene Fahrt über insgesamt 670 Meter zaubert einfach jedem Abenteuerliebhaber ein Lächeln aufs Gesicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wahnsinn, wie schnell die Zeit heute vergangen ist. Gemeinsam mit Willem starten wir in Richtung unseres nächsten Programmpunkts, der Konzelmann Estate Winery. Begrüßt werden wir auf dem Anwesen in Niagara-on-the-Lake mit einem Sparkling Wine. Anschließend startet die spannende Führung über das Gelände. Die Winery weist eine lange Tradition auf. Der jetzige Inhaber Herbert Konzelmann ist schon in der vierten Generation Winzer. Wie Herbert auch sind alle Trauben europäischer Herkunft. Seit nunmehr 33 Jahren ist der Weinexperte in Kanada Zuhause und produziert edle Tropfen. Eine ganz besondere Art ist unter anderem der Icewine, ein sehr süßer Wein. Der Name kommt daher, dass die Trauben im gefrorenen Zustand geerntet und verarbeitet werden. So ist der Zucker konzentriert, wenn die Früchte in die Verarbeitung gehen. Interessant!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Besuch von Niagara-on-the-Lake rundet den Tag optimal ab. Das Städtchen gefällt mir richtig gut! Ich könnte stundenlang herumstöbern und mich anschließend in eins der einladenden Restaurants setzen, um den Abend ausklingen zu lassen. Leider müssen wir unseren Zeitplan einhalten und fahren nach einer kurzen Pause zurück nach Toronto. Niagara-on-the-Lake werde ich aber sicherlich in Zukunft erneut ansteuern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Das-Kanada-Praktikum/Toronto-sk-touristik.html&quot;&gt;Hier geht es zum nächsten Reisebericht…&lt;/a&gt;</description>
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                <title>Im Norden von Ontario 0,00 €</title>
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                <pubDate>Fri, 08 Jan 2021 03:00:03 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1_img_0290.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Im Norden von Ontario&lt;br /&gt;Juli 2018&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text und Bilder: Markus Knüpp&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfang des Jahres bekam ich von Destination Ontario die Einladung zu einer Inforeise nach Nord-Ontario. Wohin? Und was kann man da machen? So denken jetzt bestimmt einige von euch. Und ich muss zugeben, so ähnlich war auch meine Reaktion. Denn obwohl ich jetzt schon seit 25 Jahren dabei bin und zwischen Ost- und Westküste, zwischen US-Grenze und Nordwest-Passage schon fast alles gesehen hatte, war der Bereich zwischen Sault Ste. Marie und Thunder Bay noch immer ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Kanadakarte. Aber schon der erste Entwurf des Reiseprogramms machte mich extrem neugierig. Zwei Fly-in Lodges, Lake Superior Provincial Park, zwei kleine, aber lebhafte Städte und viel, viel Wildnis. Genau mein Ding. Umso mehr ich mich mit der Region beschäftigte und je näher das Abreisedatum rückte, desto größer wurde die Vorfreude.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann geht es endlich los. Um 4 Uhr in der Nacht klingelt der Wecker. Sogar mein Hund weigert sich, aufzustehen und würdigt mich keines Blickes. Um kurz nach 6 geht mein Flieger von Münster nach Frankfurt. Also alles ganz entspannt. In Münster geht man vom Parkhaus zum Check-in keine fünf Minuten und es reicht, wenn man eine gute halbe Stunde vor Abflug dort ist. Von Frankfurt geht es mit Air Canada weiter nach Toronto. Der Flieger ist pünktlich, das Personal ist freundlich. Was will man mehr. So kenne ich das von Air Canada. Es ist etwa 12 Uhr und es landen gerade Maschinen aus allen Teilen der Welt. Man hat das Gefühl, der Flughafen platzt aus allen Nähten. Trotzdem geht die Einreise, wahrscheinlich auch wegen der neuen Terminal-Kioske, recht zügig. Da ich noch einen Weiterflug mit Air Canada habe, muss ich mein Gepäck nicht erst in Empfang nehmen und dann wieder aufgeben, sondern es wird direkt durchgecheckt. Eine extreme Erleichterung. Das war vor zwei Jahren noch anders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Gate vor dem Weiterflug warten schon Gabe und Ralf von Destination Ontario Inc und ich lerne den Rest der kleinen Reisegruppe kennen. Die Stimmung ist von Beginn an richtig gut. Das ist schon die halbe Miete für so eine Tour. Leider muss der Propeller-Flieger, der uns nach Sault Ste. Marie bringen soll, nochmal ausgetauscht werden, so dass wir erst mit etwas Verspätung loskommen. Der Flug dauert nur 90 Minuten. Dann nochmal 20 Minuten Transfer zum Quattro Hotel and Conference Centre Sault Ste. Marie. Das Hotel liegt zwar nicht an der Waterfront, aber dafür ist es nagelneu, hat tolle Zimmer und ein super Restaurant. Das ist auch gleich unser Stichwort. Viel Zeit bleibt nicht. Nur kurz aufs Zimmer. Bloß nicht Probeliegen auf dem Bett, sonst schläft man direkt ein. Und dann um 7 Uhr Dinner im Quattro Vinotecca im Hotel. Dort erwartet uns Lindsey von Tourism Sault Ste Marie, die für unser Programm in und um „The Sault“ verantwortlich ist. Das ist nämlich das erste, was wir lernen. Kein Mensch spricht hier den vollen Stadtnamen aus, grundsätzlich heißt es nur The Sault, gesprochen wie the Sue. Danke, das macht´s einfacher!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Speisekarte ist wirklich gut. Da sollte jeder etwas finden. OK, erster Abend in Kanada – wer mich kennt, weiß, was es wird. Ein dickes Steak und zwei Bier. Herrlich! Und dann reicht es auch für heute, es war ein langer Tag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die erste Nacht in Kanada ist diesmal gar nicht so kurz wie sonst. Ich schaffe es tatsächlich bis sechs Uhr durchzuschlafen. Ein Blick aus dem Fenster zeigt blauen Himmel mit wenigen Wölkchen. Super, die Vorfreude steigt! Heute Nachmittag soll es nämlich mit dem Wasserflugzeug zur ersten Fly-in Lodge gehen. Jetzt aber erstmal Kaffee kochen, duschen, Emails beantworten und dann noch schnell ein leichtes Frühstück mit Eiern, Speck und Pancakes. Der Tag kann kommen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Shuttlebus ist pünktlich um halb neun vor dem Hotel und bringt uns zur Algoma Art Gallery. Die Galerie hat im Sommer wechselnde Ausstellungen, doch irgendwie geht es auch immer um die „Group of Seven“, eine Gruppe kanadischer Maler, die durch ihre Darstellungen der kanadischen Natur und des Lebens in der kanadischen Wildnis bekannt wurde. Ich bin wirklich kein Kunstexperte, aber einen Besuch kann ich guten Gewissens empfehlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein absolutes Muss ist hingegen das nur fünf Minuten Fußweg entfernt gelegene Canadian Bushplane Heritage Centre. Die Halle ist vollgestopft mit unzähligen historischen Buschflugzeugen bis hin zu einem riesigen, ausrangierten Löschflugzeug. Hier könnte ich Stunden verbringen. Nach einer guten Stunde muss ich mich leider schon trennen, denn das Wasserflugzeug wartet vor der Tür. Also wirklich, direkt vor der Tür. Das Bushplane Centre liegt natürlich am Wasser und hat einen Anlegesteg und eine Art Bootsrampe. Und da unser Wasserflugzeug wohl zusätzlich noch über ein ausklappbares Fahrwerk verfügt, ist der Pilot aus dem Wasser heraus, die Bootsrampe hoch und direkt neben die Ausstellungshalle gefahren. Cool – sowas geht nur in Kanada.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf geht´s. Eine kurze Schleife über the Sault und dann hört die Zivilisation ziemlich schnell auf. Wir fliegen über endlose Wälder, unterbrochen von kleinen Flüssen, schroffen Felsen, mehreren Canyons und natürlich unzähligen Seen. Hier muss ich unbedingt Ende September nochmal hin, wenn der Indian Summer einsetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer guten Stunde landen wir auf dem Esnagi Lake und machen bei strahlendem Sonnenschein am Dock der Lodge Eighty Eight fest. Geradeaus vom Dock befindet sich etwas erhöht die Main Lodge und ein Stück weiter rechts zwei Gebäude mit Suiten. Alles Log-Gebäude, also aus Vollholzstämmen gebaut. Super gepflegt, einfach schön. Das Innere der Main Lodge ist durch die Rundstämme super gemütlich. Auf der einen Seite ist der Essbereich und die andere Seite erinnert an einen urigen Pub mit Bar, Billardtisch, Sofas und Kamin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor dem Abendessen bleibt noch Zeit für eine kleine Bootstour auf dem See. Also, ab in eins der Boote, die am Dock liegen, und los! Den Gästen der Lodge steht pro Zimmer ein Boot mit 20PS-Motor zur Verfügung, und zwar von Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang. Und am Morgen steht das Boot wieder gereinigt und vollgetankt bereit. Super Service.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Esnagi Lake ist schmal und 45km lang und wirkt fast fjordartig. Es gibt viele kleine Inseln und verschlungene Seitenarme. Hier kann man einige Tage verbringen. Schwimmen, angeln, faulenzen und vielleicht auch einige Tiere sehen. Vor allem in den frühen Morgenstunden sollen Bären und Elche am Ufer zu beobachten sein. Das ist mir nicht vergönnt, aber dafür kreisen immer wieder Adler über uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach zwei herrlich entspannten Stunden auf dem See geht es zurück. Kurz vor dem Dinner trifft man sich in der Main Lodge, trinkt ein Bier an der Bar, spielt eine Runde Billard und geht immer wieder rüber zum Tisch mit den Appetizern – Häppchen vom frischen Walleye (Zander) im Speckmantel. Davon kann man nicht die Finger lassen. Als Hauptgang gibt es dann ein Steak nach Wunsch zubereitet. Gab es zwar gestern schon, aber Steak geht immer. Und wie es sich in einer Wildnis-Lodge gehört, endet der Abend dann draußen am Lagerfeuer. Einfach traumhaft. Hier würde ich gerne noch drei oder vier Tage dranhängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen bin ich in der ersten Dämmerung wach. Frühstück ist zwar erst für 6 Uhr geplant, aber in der Main Lodge starten schon die Vorbereitungen und ich bekomme direkt den ersten frischen Kaffee. Damit setzte ich mich auf den Steg und genieße diese unfassbare Ruhe. Die Boote sind schon vorbereitet und warten auf die Gäste. Wie gerne würde ich mir eins davon schnappen und für ein oder zwei Stunden auf den See hinausfahren. Wenn doch nur etwas mehr Zeit bliebe... Aber direkt nach dem Frühstück geht schon weiter. Es ist ja auch kein Urlaub, sondern ein Scouting-Trip. Fest steht, hier komme ich nochmal hin. Am besten mit der Familie für drei oder vier Tage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Frühstück ist richtig gut, leckere Käsesorten, verschiedenster Aufschnitt und frisches Graubrot. Das ist man von Kanada so gar nicht gewohnt. Direkt danach folgt die Abfahrt. Ja, richtig Abfahrt, nicht Abflug. Eine Straße gibt es hier natürlich nicht, aber nach 20 Minuten Fußweg über einen Pfad durch den Wald und über einen kleinen Hügel erreichen wir den hauseigenen Wildnisbahnhof. Und tatsächlich – wenige Minuten später kommt der Zug und hält hier, mitten im nirgendwo. Na ja, eigentlich sind es nur zwei Waggons, einer für Güter und einer für Passagiere. Es steigt eine Gruppe von Vätern mit Kindern aus, die die komplette Lodge für die nächsten Tage gebucht haben, und es werden ganz in Ruhe Unmengen an Material und Kisten ausgeladen. Die Via Rail Mitarbeiter helfen natürlich. Keiner drängelt, niemand schaut auf die Uhr, es wir noch ein bisschen gequatscht und dann können wir langsam einsteigen. Alles ganz gemütlich. Und dann tuckert der Zug los. Auch wieder etwas, das es nur in Kanada gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die fast dreistündige Fahrt nach Chapleau ist extrem entspannend. Der Zug zuckelt durch tiefgrüne Wälder und an unzähligen Seen vorbei. So sollte man die Lodge Eighty Eight buchen, einen Weg mit dem Wasserflugzeug und den anderen per Zug. In Chapleau wartet schon der Shuttlebus für den Transfer nach Wawa am Lake Superior. Auf den 140 Kilometern ist keinerlei Verkehr, nur ganz selten kommt mal ein Auto entgegen. Und als besonderes Highlight wartet trotz Sonne und Mittagshitze sogar ein Elch am Straßenrand und lässt sich ganz in Ruhe fotografieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittag gibt es in der Rock Island Lodge, einem gemütlichen B&amp;B auf einer kleinen Halbinsel im Lake Superior. Traumhaft gelegen. Inhaber des B&amp;B ist die Firma Naturally Superior Adventures, die von dort aus eine eigene Kanu- und Kajakschule betreibt sowie mehrtägige Touren entlang der Küste des Sees anbietet. Dass es nur ein See ist, muss man sich immer mal wieder bewusst machen, denn eigentlich fühlt man sich wie am Meer. Fast ein bisschen wie an der Westküste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Weg zum Hotel ist noch ein Fotostopp am Wawa Visitor Centre mit der riesigen Gans, dem Wahrzeichen der Stadt, Pflicht. Das Wawa Motor Inn ist ein klassisches Motel. An der Durchgangsstraße gelegen, einfache, aber saubere Räume, die Autos parken direkt vor der Zimmertür. Mein persönliches Highlight ist aber Young´s General Store gegenüber, ein klappriges Holzgebäude mit zwei Zapfsäulen davor. Im Inneren ist alles relativ chaotisch, aber man bekommt einfach alles – Süßigkeiten, Lebensmittel, Getränke, Kleidung, Elektrogeräte, Souvenirs bis hin zu Grill- uns Angelausrüstung. So etwas habe ich lange nicht gesehen. Sowieso erinnert mich das ganze Setting hier oben an einige einsame Gegenden im Westen vor 20 Jahren. Herrlich. Hier im Norden lohnt sich ein Road Trip, wenn man Einsamkeit und Ursprünglichkeit mag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Perfekt abgerundet wird das Ganze vom Dinner im erstaunlich großen Pub des Hotels. Dort ist heute Chicken Wing Night. Die Wings sind gut und reichlich und machen mich so müde, dass der Tag schon vor zehn Uhr für mich vorbei ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früh ins Bett bedeutet wieder sehr früh wach. Auch nach den ersten beiden Kaffees und dem Beantworten aller Emails bleibt noch viel Zeit bis zum Frühstück. Ein kurzer Kampf mit dem inneren Schweinehund, dann schaffe ich es doch, meine Laufschuhe anzuziehen. Ich drehe eine Runde vorbei an der Schule, durch das kleine Wohngebiet von Wawa und lande dann im Ortskern und an der Waterfront. Ach ja, der Ort liegt ja am gleichnamigen See. Es gibt sogar einen langen, sehr gepflegten Sandstrand. Richtig schön. Der ganze Ort ist eigentlich netter, als ich gedacht hatte. Aber vorher hatte ich ja auch nur die Durchgangsstraße gesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, die Bewegung tat ganz gut, vor allem weil ich heute längere Zeit im Auto sitzen werde. Es geht ca. 250 km zurück nach the Sault. Also ein Fahrtag. Klingt erstmal langweilig, aber ich freue mich riesig darauf, denn der Highway schlängelt sich größtenteils an der Küstenlinie des Lake Superior entlang und bietet immer wieder sensationelle Ausblicke. Schon im ersten Teil der Strecke führt der Highway über gut 90km durch den Lake Superior Provincial Park. Und dafür muss man sich Zeit lassen. Eigentlich sollte man sogar mehrere Tage einplanen. Es gibt traumhafte Strände, Wasserfälle, Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade (von 30 Minuten bis zu 7 Tagen) und Campingplätze direkt am Wasser. Uns bleibt zumindest die Zeit für eine kurze Wanderung zu den Felsmalereien am Agawa Rock und den Besuch des Visitor Centres. Das sollte man auf jeden Fall mitnehmen. Es gibt eine Ausstellung über den See, das Umland und die Besiedlungsgeschichte und man erhält alle Information und Kartenmaterial zu Wanderungen und Sehenswürdigkeiten im Park. Zum Mittag halten wir am Voyageurs Cookhouse an der Batchewana Bay. Danach noch ein Eis und ein bisschen entspannen am Strand bevor weiter geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Nachmittag kommen wir in the Sault an und checken im Delta Sault Ste Marie Waterfront ein. Die Lage ist super. Aus meinem Zimmer schaue direkt auf den St. Mary´s River, der Lake Superior mit dem Lake Huron verbindet. Außerdem kann ich von hier oben sehen, dass die Hotelbar eine Terrasse an der Wasserseite. Wenn das kein Zeichen ist! Für ein Bier mit Aussicht ist noch genug Zeit vorm Abendessen. Mit dem Dinner sollte der Abend dann eigentlich gemütlich ausklingen. Aber wir bekommen noch den Tipp, dass hier ab morgen das WTF-Comedy-Festival stattfindet und dass einige der Comedians heute schon ein kostenloses Vorprogramm im Casino spielen. Also nichts wie hin. Das Casino ist gerade mal 10 Minuten Fußweg vom Hotel entfernt. Ganz lustig, in der hinteren Ecke steht eine improvisierte Bühne mit einigen Tischen und Stühlen davor spielen in Kanada durchaus bekannte Comedians ihr Kurzprogramm, während fünf Meter daneben Leute an den Spielautomaten zocken. Gegen elf Uhr ist die Show zu Ende und mein Abend damit auch, denn in dem Spielcasino hält mich danach wirklich nichts mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgens darauf werde ich schon wieder vor sechs wach – aber diesmal selbstverschuldet. Da hab ich doch glatt am Abend vergessen die Vorhänge zuzuziehen. Die Sonne strahlt also in mein Zimmer. Da ist es auch viel zu schade, im Bett liegenzubleiben. Also Laufschuhe an und raus an die Waterfront. Blauer Himmel, 9°C und windstill – herrlich. Und es ist nichts los, weder auf dem Fußweg am Wasser noch auf den Straßen. So etwas wie Berufsverkehr kennt man hier scheinbar nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da die Abfahrt erst für kurz vor neun auf dem Programm steht, gestaltet sich der weitere Morgen sehr entspannt. Nach einer Dusche und ausreichend Kaffee geht es zum Sault St. Marie Canal, der 1895 erbaut wurde und die letzte Lücke für eine durchgängig schiffbare Verbindung vom St. Lawrence Strom zum Lake Superior schloss. Ein Mitarbeiterin von Parks Canada nimmt sich die Zeit und erzählt einiges zur Geschichte und Funktionsweise der historischen Schleuse. Danach bleibt noch etwas Zeit für einen kurzen Spaziergang über das angrenzende Whitefish Island zu einem Aussichtspunkt über die Stromschnellen, die mit dem Kanal und der Schleuse umgangen wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Anschluss geht es direkt zum Flughafen und es heißt, Abschied nehmen von the Sault. Auf geht´s nach Thunder Bay. Der kleine Charterflieger bringt uns ruhig und sicher in nur 90 Minuten an unser Ziel. Mit dem Shuttlebus fahren wir direkt zum Bight Restaurant an der Waterfront. Gutes, mediterran angehauchtes Essen und ein toller Blick über den Yachthafen auf den Lake Superior. Das hat tatsächlich so etwas wie Mittelmeerflair. Ich bin absolut positiv überrascht. Hier wird seit einigen Jahren viel Geld investiert. Nicht nur der gesamt Uferbereich wird saniert und parkähnlich gestaltet, auch in die Infrastruktur ist für eine Stadt dieser Größe der Wahnsinn. Es gibt alles, was man sonst nur in Großstädten findet: alle erdenklichen Sportstätten, Freizeit-, Weiterbildungs- und Kulturangebote – bis hin zu einem eigenen Theaterensemble und einem Symphonieorchester. Zudem haben sich viele Läden, Restaurants und Bars wieder im alten Kern in der Näher der Waterfront niedergelassen und tragen so ungemein zur Attraktivität der Stadt bei. All das zahlt sich aus. Im Gegensatz zu früher bleiben von den Absolventen der großen Uni immer mehr in der Stadt und halten diese jung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Mittagessen lerne ich Thunder Bay aus einer anderen Perspektive kennen. Mit der Segelyacht von Sail Superior verbringen wir den Nachmittag vor der Küste. Leichter Wind und Sonne, ein perfekter Tag dafür. Die Tour wird gerade so rechtzeitig beendet, dass aus der leichte Rötung meiner Nase kein ausgewachsener Sonnenbrand wird. Vielleicht beim nächsten Mal doch besser eincremen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Shuttlebus bringt uns zum Marriott Hotel. Das liegt nicht direkt am Wasser, aber dafür sind die Zimmer richtig klasse. Groß und fast nagelneu. Viel Zeit im Hotel bleibt eh nicht, denn um kurz vor sieben ist ein Tisch im Tomlin Restaurant reserviert. Da sollte man nicht zu spät kommen, denn es ist derzeit einer der angesagtesten Läden in Thunder Bay und so gut wie jeden Abend ausgebucht. Die Grundidee dort ist, dass man mit mehreren Leuten am Tisch möglichst viele unterschiedliche Gerichte bestellt und diese teilt. Halt ähnlich wie Tapas. Das ist zugegebenermaßen so gar nicht mein Ding, obwohl die Gerichte wirklich alle ohne Einschränkung super aussehen. Und besonders witzig ist der Kellner, der zu jedem Gericht mindestens fünf Minuten über die Herkunft der Zutaten und die spezielle Zubereitung referiert. Die Rettung findet sich ganz am Ende der Karte – ein aufgeschnitten serviertes Dry Aged Ribeye Steak mit Gemüse und Salat. Auf den Punkt medium rare. Hammer. Ich gehe heute sehr zufrieden schlafen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Tag startet mit purer Vorfreude, denn heute geht es nochmal richtig in die Wildnis! Nach dem Frühstück erfolgt der Transfer direkt zum Flughafen, wo der Buschflieger von Wilderness North schon auf uns wartet. Ziel ist die Miminiska Lodge, etwa 400 Kilometer nördlich von Thunder Bay. Nur wenige Minuten nach dem Start hört unter uns jegliche Bebauung auf und man sieht nur noch endlose Wälder durchzogen von unzähligen Seen. Nach 90 Minuten dreht der Pilot plötzlich ein Rechtskurve und geht in den Sinkflug. Wie aus dem nichts taucht unter uns die Lodge mit der gut sichtbaren Landebahn auf. Wobei... das Wort Landebahn erweckt vielleicht den falschen Eindruck. Bei uns würde man das, was da unter uns liegt, als abgemähten, länglichen Acker bezeichnen. Es ist echt erstaunlich, was die Buschflugzeuge so alles aushalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst gehen wir rüber in die Hauptlodge während das Gepäck zu den Cabins gebracht wird. Das historische Holzgebäude ist mit dem großen Aufenthaltsraum, der Bar und dem Essbereich der zentrale Anlaufpunkt für die Gäste. Wir werden von der Crew der Lodge herzlich begrüßt. Es gibt ein kurzes Briefing sowie einen Snack mit Brot, Käse und Aufschnitt. Außerdem wird meine Frage beantwortet, warum man für den Bau der Lodge eine Stelle so weit ab der Zivilisation gewählt hat. Nicht falsch verstehen – denn gerade diese Lage macht den besonderen Reiz aus. Kein Handyempfang, W-Lan nur dann, wenn der Satellit gerade richtig steht und eine Uhr benötigt man auch nicht. Es reichen eigentlich Sonnenauf- und -untergang als Maßstab. Aber es ist auch ein unfassbarer Aufwand, das gesamte Material hierhin zu transportieren. Das macht man doch nur aus einem praktischen Grund, oder? Die Erklärung ist, dass die erste Lodge bzw. Outpost bereits Anfang des letzten Jahrhunderts hier entstand. Der Miminiska Lake ist ein Teil des Albany River Systems, der vom Inneren Ontarios bis zu Hudson Bay fließt. Und exakt an dieser Stelle führte die historische Handelsroute der Hudson Bay Company vorbei. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Lodge dann ausgebaut und das erste Mal touristisch genutzt. Die gute Nachricht ist, meine Cabin stammt nicht aus der Zeit, sondern ganz neu und richtig gemütlich eingerichtet, sogar mit einem eigenen Holzofen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, jetzt aber raus auf den See. Mit den Motorbooten geht es an Inseln vorbei, durch kleine Kanäle und Seitenarme des Sees zu einer Portage, die zu Zeiten der Hudson Bay Company genutzt wurde. Die Wanderung durch den dichten Urwald gerät zu einer warmen Angelegenheit, da man die Jacke schließen und das Moskitonetz überwerfen muss, um nicht an Ort und Stelle von den Mücken komplett ausgesaugt zu werden. An der Lodge und auf dem Wasser waren die Mücken kein Problem, aber kaum ist man einige Meter im Wald, geht es los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Wanderung fahren wir im großen Bogen zurück zur Lodge und der Rest des Nachmittags steht zur freien Verfügung. Kanus, Kayaks und Stand-up Paddle Boards liegen für die Gäste immer am Strand bereit. Auch ein Gang in die holzbefeuerte Sauna mit anschließender Abkühlung im See wäre eine Option. Aber ich habe eine andere Idee. Hier am Steg liegen zehn fix und fertig ausgerüstete Angelboote bereit und warten nur darauf genutzt zu werden. Daher frage ich einen der Guides, ob ich mir eins nehmen kann und welche Stelle er zum Angeln empfiehlt. Darauf scheint er nur gewartet zu haben, denn er sagt nur mit breitem Grinsen: „I´ll show you.“ Und zwei Minuten später sitzen wir im Boot und düsen los. Vom Steg bekommen wir noch zugerufen, dass wir vier oder fünf Walleyes für die Appetizer mitbringen sollen. Nur wenige hundert Meter von der Lodge entfernt, an einem kleinen Durchlass zu einem anderen Teil des Sees stoppen wir den Motor und werfen den Anker. Das Wasser ist sehr flach, aber dafür gibt es eine konstante Strömung. Das könnte klappen. Und tatsächlich, nach zwei Minuten habe ich schon den ersten Biss. Der springt zwar noch vom Haken, aber nach mehreren Versuchen landet der erste Fisch im Boot. Die gewünschten fünf Exemplare bekommen wir dann relativ schnell zusammen. Es werden nur Fische einer bestimmten Länge behalten. Natürlich müssen Sie ein vorgeschriebenes Mindestmaß haben, aber sie sollten auch nicht zu lang sein, da sie dann nicht mehr so gut schmecken. Man lernt nicht aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir das Boot wieder am Steg festgemacht haben, bleibt noch etwas Zeit bis zum Abendessen. Sauna schaffe ich nicht mehr, aber ins Wasser muss ich noch. Schnell in die Badehose und rein in den See. Durch den dunklen Untergrund und die geringe Wassertiefe erwärmt sich der See erstaunlich schnell. Ein Thermometer habe ich zwar nicht, aber ich würde mal auf knapp unter 20°C schätzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Hauptlodge treffen sich alle um kurz vor sieben. Bei einer Runde Billard gibt es kalte Getränke und und schon etwas Fingerfood – der frisch gefangene Fisch wurde zu kleinen Häppchen im Speckmantel verarbeitet. Super lecker. Später, nach dem Dinner, klingt der Abend aus, wie es sich in der Wildnis gehört. Mit einem Lagerfeuer am Strand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen ist das Frühstück ist für kurz nach neun angesetzt und 45 Minuten vorher gibt es einen Weckservice der besonderen Art: Man bekommt wahlweise frischen Kaffee, Tee oder eine heiße Schokolade zur Cabin gebracht. Klingt verlockend, aber so lange möchte ich dann doch nicht warten. Ich kann von meinem Bett direkt auf den See schauen und natürlich habe ich die Vorhänge wieder nicht zugezogen. Also bin ich wieder beim ersten Tageslicht wach. Um kurz nach sechs versuche ich mein Glück in der Hauptlodge und tatsächlich, in der Küche ist schon Betrieb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich setze mich auf den Steg, genieße meinen frischen Kaffee und die friedliche Stille. Kein Wölkchen am Himmel, ein ganz leichter Wind weht und in der Morgensonne wird es schon angenehm warm. Noch mehr als zweieinhalb Stunden bis zum Frühstück. Was nun? Ich frage kurz in der Lodge, welches der Boote ich nehmen kann und wenige Minuten später bin ich auf dem See. Ich fahre zu der Stelle, an der ich gestern geangelt habe und schipper vorsichtig durch den flachen Übergang in den anderen Teil des Sees. Fast im Standgas fahre ich ganz langsam tiefer in den Seitenarm, um kleine Inseln und schroffe Felsen. Immer in der Hoffnung, vielleicht einen Elch oder Bären zu erspähen. Leider habe ich kein Glück, aber ein Adlerpärchen begleitet mich lange Zeit und scheint mich genau zu beobachten. Wirklich unfassbar schön. Ich vergesse völlig die Zeit und stelle irgendwann erstaunt fest, dass es schon halb neun ist. Also umdrehen. Zum Glück habe ich mir auf dem Hinweg drei sehr markante Inselchen bzw. Felsen als Wegpunkte gemerkt, denn aus aus dieser Perspektive sieht alles komplett anders aus als auf dem Hinweg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Vollgas geht´s zurück zur Lodge. Am Dock liegt schon das knallorangene Wasserflugzeug von Wilderness North, mit dem wir später zurück nach Thunder Bay fliegen. Ich mache schnell das Boot fest und will gerade los zu Frühstücken, da bekomme ich doch noch meinen Bären! Vielleicht 50 Meter vom Dock entfernt schwimmt ein Schwarzbär quer durch den See, geht dann keine 20 Meter neben meiner Cabin an Land und verschwindet im Wald. Was für ein Schauspiel. Nach dem ausgiebigen Frühstück machen die First Nations Guides noch eine kurze Bootstour mit uns und zeigen uns einige ihrer wichtigen, traditionellen Orte wie z.B. die kleine Friedhofsinsel oder die Stelle, an der früher die großen jährlichen Zusammenkünfte stattfanden. Die Guides sind alle hier draußen in der Wildnis mit einem Mix aus den alten Traditionen und der neuen Welt aufgewachsen, und es ist wirklich spannend, ihnen zuzuhören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann neigt sich der Aufenthalt in der Miminiska Lodge auch leider, leider schon wieder seinem Ende zu. Zu Abschied gibt es noch ein klassisches Shore-Lunch. Es wird ein Feuer gemacht, darauf kommen zwei große Pfannen voller Öl und darin wird der fangfrische Walleye frittiert. Dazu Brot und frische Salate. Lecker.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Rückflug nach Thunder Bay dauert heute über zwei Stunden. Erstens ist das Wasserflugzeug etwas langsamer als die Cessna Caravan vom Hinflug und zweitens haben wir wohl Gegenwind. Wir landen auf dem Lake Superior am Dock von Wilderness North. Als kleine Überraschung werden wir nicht vom Shuttlebus abgeholt, sondern von einem Boot von Sail Superior. Allerdings ist es diesmal kein Segelboot, sondern das nagelneue Spielzeug der Firma – ein großes Zodiak mit zwei Außenbordern mit je 250PS! Und wir machen sozusagen den Testrun. Zum Schutz der Augen bekommt jeder eine Skibrille. Und dann geht es los, Vollgaspassagen, enge Kurve, Sprünge über kleine Wellen. Ein Riesenspaß. Nach 30 Minuten werden wir am Yachthafen abgeliefert und dann bringt uns der Shuttlebus zum Marriott Hotel. Das kennen wir ja bereits und wir bekommen auch genau die gleichen Zimmer wie vorgestern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dinner gibt es im Caribou Restaurant + Wine Bar, gut fußläufigt in 15 Minuten vom Hotel zu erreichen. Moderne kanadische Küche mit starkem italienischen Einfluss. Guter Service, sehr angenehme Atmosphäre, leckeres Essen – ein absoluter SK Tipp. Der kurze Fußweg zurück zum Hotel tut zwar wirklich gut, aber danach falle ich um halb elf todmüde ins Bett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann beginnt auch schon mein letzter Tag in Ontario. Heute Nachmittag steht die Rückreise nach Deutschland an. Bis dahin bleibt aber noch ausreichend Zeit für den Fort William Historical Park. In dem riesigen Freilichtmuseum wurde der historische Handelsposten hier am Fluss originalgetreu wieder aufgebaut. Bei einem geführten Rundgang erfährt man alles über die wichtige Rolle des Postens bei der Entwicklung des Fellhandels und der Hudson´s Bay Company. Ich bin total begeistert. Die Anlage ist einfach großartig und wenn man schon einmal in Thunder Bay ist, darf man das hier auf gar keinen Fall verpassen. Wahnsinnig viel Zeit bleibt uns leider nicht, denn gegen Mittag geht es los Richtung Flughafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Weg legen wir spontan noch einen schnellen Stopp bei der Sleeping Giant Brewing Company ein. Es ist fast egal, in welches Lokal man in Thunder Bay kommt, überall serviert man die Craft Biere dieser kleinen, lokalen Brauerei. Und ich muss zugeben, nicht alle, aber einige davon fand ich richtig lecker. Durch einen kleinen Laden, in dem man die Biere und allerlei Souvenirs kaufen kann, gelangt man direkt in die kleine Produktionshalle. Keine Kontrolle, keine Sicherheitstür, alles offen zugänglich. Das ist auch so gewollt. Die Kunden können sich die gesamte Produktion bis hin zur Abfüllung aus nächster Nähe anschauen. In einer Ecke der Halle gibt sogar ein komplette Bar. Davor steht ein großer Kerl mit Kappe, Shorts und Flip Flops. Der Chef der Brauerei. Sehr cool. Wir bekommen von ihm direkt mehrere Gläschen mit unterschiedlichen Bieren serviert gedrückt und kommen somit in den Genuss eines spontanen Beer Tastings. Ein netter Abschluss. Denn dann geht es tatsächlich zum Flughafen und es heißt, Abschied nehmen. Über Toronto geht es zurück nach Deutschland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war eine intensive Woche. Ich habe wahnsinnig viel Neues gesehen und erlebt und ich bin wirklich froh, dass ich diesen Trip machen konnte. Ich habe eine Region kennengelernt, die ich bis dahin nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Das hat sich nun grundlegend geändert. Der Nordwesten Ontarios hat für Kanadafans wirklich viel zu bieten. Zum einen sind da natürlich die traumhafte Küstenlinie entlang des Lake Superior, die tollen Lodges, die beiden lebhaften Städte The Sault und Thunder Bay und die endlose Wildnis im Hinterland. Was mich aber besonders beeindruckt hat, ist das Gefühl, noch einen Teil vom ursprünglichen Kanada abseits der Metropolen und Touristenströme bereist zu haben. Das Kanada mit den einsamen Highways, den in der Zeit stehengebliebenen Örtchen, den kleinen General Stores, den verschrobenen Typen und den einfach nur supernetten und gastfreundlichen Kanadiern. Bis zum nächsten Mal!</description>
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                <title>Reise zur rauen Ostküste 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 12 Jan 2022 10:56:51 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/skfoto_hb_neufundlandfam7.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;em&gt;Reisebericht - Henrike Baum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Eine Woche Neufundland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
ab/bis  St. Johns&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Tierbeobachtung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nach langer Vorfreude soll es heute endlich los gehen! Auf nach Neufundland - endlich wieder Kanada!&lt;br /&gt;
Mein Flug von Münster nach Frankfurt hat zwar einige Minuten Verspätung, trotzdem treffe ich meine Mitreisenden pünktlich am Gate für unseren Air Canada Flug über Ottawa nach St. Johns. Mit von der Partie sind u.a. Nina Braukmann von Destination Canada und Sigi Gutsch als Vertreter der Air Canada. Da wir noch ein paar Minuten Zeit haben lädt uns Sigi spontan in die Air Canada Lounge ein. Diese überblickt den Frankfurter Flughafen und ist ausschließlich mit kanadischen Materialien ausgestattet worden. Eine sehr gemütliche und besondere Art auf den Langstreckenflug zu warten! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Gegen 10 Uhr begeben wir uns dann aber doch zum &quot;normalen&quot; Gate und nach ein paar Minuten startet auch schon unser Flug nach Ottawa. Dieser verläuft recht ruhig und schon nach gut sieben Stunden stehe ich am Airport der kanadischen Hauptstadt. Die Einreise verläuft problemlos. Da wir jedoch ca. 1 Stunde Verspätung aus Frankfurt mitgebracht haben, werden wir als Gruppe vom Flughafen-Personal gesondert durch Grenzkontrolle und Security-Check zu unserem Anschluss-Flug nach St. John&#039;s gebracht. Cool - noch ein Super-Sonder-Service heute! &lt;br /&gt;
Keine drei Stunden später bin ich in Neufundland - in St. John&#039;s. Hier werde ich sehr herzlich von den Vertretern von Newfoundland Tourism begrüßt und zum Sheraton Hotel in &quot;Downtown&quot; St. John&#039;s gebracht. Das Hotel ist von außen unscheinbar, ein grauer Betonbau inmitten der vielen, eigentlich ja so typisch bunten Häuser. Aber der Blick aus meinem Hotelzimmer ist der Hammer! Ich schaue direkt auf den Hafen von St. John&#039;s - WOW! Schnell die Brocken auf´s Zimmer geschmissen und raus. Habe noch etwas Zeit für einen ersten kurzen Gang durch&#039;s Städtchen. Die bunten Häuser nennen sie hier &quot;Jelly Bean&quot;-Häuser - nach der in Kanada bekannten, bunten Süßigkeit. Dann auf zum Dinner - es gibt sogar extra einen kleinen Empfang für uns. Noch einmal werden wir offiziell begrüßt und uns wird das grobe Programm für die kommende Woche vorgestellt. Also Leute, es warten wirklich aufregende Dinge auf mich und ich freue mich schon sehr euch auf meinem Trip an der Ostküste Neufundlands mitzunehmen! Jetzt falle ich aber erst einmal todmüde in mein Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Guten Morgen, Kanada! Good Morning, Newfoundland! Nach dem Frühstück geht es schon früh für mich rauf zum Signal Hill. Dieser überblickt St. John&#039;s und war während der Weltkriege eine wichtige Station für ankommende Schiffe und Soldaten. Heute ist er historischer Gedenkpunkt und schenkt dem Besucher einen tollen Blick über die Hauptstadt Neufundlands - grandios! Trotz Regen und etwas Nebel kann mein Blick über St. John&#039;s hinweg bis hin zum Horizont über den Atlantik schweifen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Nach einem kurzen Besuch im Visitor-Zentrums (sehenswert!) geht es zum Mittagessen in &quot;The Rooms&quot; in Downtown St. John&#039;s. Also, an all diese herrlichen Ausblicke auf den Hafen kann man sich echt gewöhnen! Nach dem Lunch fahren wir weiter nach Bay Bulls. Endlich - denn hier soll für mich ein riesiger Traum in Erfüllung gehen: eine Whale Watching Tour! Schon immer wollte ich Wale in ihrem natürlichen Umfeld sehen! Bei &quot;Gatheralls Puffin and Whale Watch&quot; decken wir uns noch mit regenfesten Hüten ein. Dann geht es hinaus auf den doch recht aufgewühlten Atlantik. &lt;br /&gt;
Schon nach wenigen Minuten das erste Highlight: Delfine! Mit denen hatte ich gar nicht gerechnet. Noch ein Punkt zum Abhaken auf meiner &quot;Bucket-List&quot;. Die drei Meeressäuger spielen um unser Boot herum und scheinen eine Menge Spaß zu haben. Immer wieder schwimmen sie neben oder unter unserem Boot her, um dann über die Wellen zu springen! Wunderschön! Zwar frieren mir fast die Finger ein als ich versuche einige Bilder mit meiner Kamera zu machen, aber irgendwie vergisst man das auch schnell angesichts solcher Erlebnisse. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Und dann taucht er plötzlich direkt vor uns auf - der mächtige Buckelwal! Und noch ein zweiter! Mehrere Male tauchen die beiden direkt vor dem Boot auf. Ich bin überwältigt - euphorisiert. Und natürlich - ich mache den Anfängerfehler und vergesse zu fotografieren. Aber es gibt Zeugen! Mann, was für eine tolle Erfahrung. So langsam beginne ich zu erahnen, wie facettenreich die wilde Ostküste Kanadas tatsächlich ist! Weiter geht es zu einer kleinen vorgelagerten Insel. Hier brüten Papageientaucher. &quot;Puffins&quot; werden sie hier genannt. Echt beeindruckend, doch ich merke, dass ich noch voller Adrenalin von den Walbegegnungen stecke. Nach einigen Fotos geht es zurück zum Anleger. Die Tour dauerte etwa 2 Stunden und ist jetzt schon ein absolutes Highlight meines Trips nach Neufundland - und dass, obwohl wir sicher nicht das beste Wetter hatten. Auf nach Quidi Vidi. In diesem Stadtteil von St. John&#039;s nehme ich an einer Bier-Verkostung der Quidi-Vidi Brewery teil. Neben einigen &quot;regulären&quot; Biersorten, darf ich auch das in Neufundland berühmte Iceberg Beer testen. Spannend - das wird tatsächlich ausschließlich mit Wasser aus Eisbergen hergestellt - super-lecker und erfrischend - ein Sixpack wird sich definitiv mit mir auf den Weg zurück nach Deutschland machen! Dinner im &quot;The Fith Ticket&quot; in St. John&#039;s. Ich bestelle &quot;Cod&quot;, also Kabeljau, der hier gefangen wird. Auch super-lecker. Meine absolute Empfehlung! Na, das war doch wohl schon einmal ein Super-Tag in Neufundland - so kann&#039;s weitergehen! Morgen geht es weiter gen Norden in Richtung Cupids Cove, an der Ostküste Neufundlands entlang. Ich freue mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der heutige Tag startet noch einmal mit einem gemütlichen Frühstück in der Sheraton Lounge - mit Blick über den Hafen von St. John&#039;s. Das Wetter spielt irgendwie noch nicht richtig mit - es regnet in Strömen. Aber dies ist einer dieser besonderen Orte, an denen selbst das die Aussicht nicht wirklich verderbenkann. Außerdem wartet ein spannender Tag auf mich. &lt;br /&gt;
Auf geht es nach Cupids Cove. Hier besichtigen wir das Visitors Center und eine archäologische Ausgrabungsstätte - recht interessant. Zugegebenermaßen bin ich bei kaltem Wind und leichtem Regen dann allerdings froh, als wir uns auf den Weg zum &quot;Cupids Haven B&amp;B&quot; machen. Das Bed&amp;Breafast ist eine ehemalige Kirche und unser heutiger Lunch-Stop. Wer hat schon mal in einer Kirche Macaroni and Cheese bestellt? Ich! Ein toller Lunch. Essen und Atmosphäre, denn das B&amp;B ist zudem noch liebevoll und recht urig eingerichtet. &lt;br /&gt;
Wir machen wir uns nun auf den Weg zum Terra Nova Nationalpark. Kurzer Stopp bei Tim Horton&#039;s - klar, was muss, das muss! Und dann bricht auch die Wolkendecke auf und die Sonne kommt heraus - endlich! Von der wunderschönen Landschaft des Nationalparks, die ich durch das Fenster bewundere, kann ich mich kaum losreißen. Doch bald haben wir das Ziel für den heutigen Tag erreicht - den kleinen Ort mit dem bezeichnenden Namen &quot;Happy Adventures&quot;. Im Happy Adventures Inn werden zum Dinner unter anderem &quot;Moose Burger&quot; serviert - sehr besonders, sehr lecker! &lt;br /&gt;
Nach dem Abendessen steht &quot;Wine Tasting and Painting&quot; auf dem Programmpunkt. Mit einem guten Glas Wein in der Hand erhalte ich eine professionelle Anleitung zum Malen eines Bildes. In unserem Fall malen wir gemeinsam einen tauchenden Wal im Sonnenuntergang. Vielleicht etwas kitschig, aber sehr, sehr spaßig. Und was für eine coole Idee: Mangelndes Talent wird einfach durch leckeren Wein ausgeglichen - ein wirklich unterhaltsamer Abend. In Sachen Übernachtung habe ich heute das Glück im &quot;Prints of Whales&quot; zu übernachten. Ein süßes kleineres Anwesen mit 5 Zimmern. Jedes der Zimmer ist einem anderen Wal gewidmet und sehr liebevoll eingerichtet! Bin gespannt wie es sich im &quot;Beluga Room&quot; schläft. Gute Nacht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wie könnte der Tag besser als mit einem hausgemachten Frühstück in einem gemütlichen B&amp;B starten? Nach Rühreiern und Fishcake starte ich mit einem Rundgang durch einige weitere B&amp;B-Pensionen in der Gegend. Danach geht es zurück zum &quot;Happy Adventures Inn&quot;, wo wir ja schon den gestrigen Abend verbracht haben. Von hier aus startet jetzt die nächste Boot-Tour - zunächst bin ich doch etwas über das doch sehr kleine Zodiac-Boot überrascht. Hätte ich in dem Moment allerdings schon gewusst was mich gleich erwartet, wäre mir das wohl auch von vornherein egal gewesen. &lt;br /&gt;
Und los. Wieder hinaus auf den Atlantik. Schon nach kurzer Zeit grüßt mich ein Weisskopf-Adler von einem der Bäume am Ufer - sehr majestätisch! Und dann entdecke ich am Horizont plötzlich etwas Weißes - ist das tatsächlich ein Eisberg? Es war schon immer ein sehr großer Traum von mir einen Eisberg zu sehen! Zunächst fahren wir aber noch ein wenig an der Küste entlang. Und irgendwie überschlagen sich die Dinge dann doch, denn plötzlich ruft der Kapitän laut: &quot;Oh, look! Humpbacks!&quot; Und dann tauchen direkt vor meinen Augen mehrere Buckelwale aus dem Wasser auf - ich fasse es nicht! Mehrfach schwimmen die großen Meeressäuger noch am Boot vorbei, bevor ich sie irgendwann nicht mehr sehen kann. So schön - so erhaben! Zwei Mal Wale live und in freier Natur - und das in nur wenigen Tagen! Danke, Neufundland! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Jetzt aber auf zum Eisberg. Je näher wir diesem kommen, umso mehr wird mir bewusst, wie groß dieses Stück Eis im Meer sein muss! Unser Captain fährt uns wirklich sehr nah an den Eisberg heran - er ist selbst fasziniert! Was ein Erlebnis! Er manövriert das Boot um den Eisberg herum und ich habe die Möglichkeit einige ganz besondere Fotos zu machen. Selbst während ich diese Zeilen schreibe, fehlen mir eigentlich noch immer die Worte, um das zu beschreiben, was ich in diesem Moment erleben durfte! &lt;br /&gt;
&quot;Leider&quot; müssen wir irgendwann wieder zurück zum Ufer. Dort wartet ein Picknick auf uns bevor es mit dem Bus weiter geht nach Gander. Hier schauen wir uns den kleinen internationalen Flughafen an. Dieser diente am schwarzen 11. September als Zwischenlandung für 32 Flugzeuge, die auf dem Weg in die USA vorzeitig zur Landung gezwungen wurden. Später kann ich mein Zimmer im Comfort Inn beziehen. Dieses ist von außen recht unscheinbar, mein Zimmer ist allerdings sehr sauber und schön eingerichtet - absolut zu empfehlen! Bevor es morgen weiter nach Twillingate geht, haben wir ein gemütliches Dinner mit Live-Musik in einem der lokalen Bistros. Morgen stehen unter anderem ein Hummer-Lunch und ein Wein-Tasting auf dem Programm - ich bin sehr gespannt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Nach einer ruhigen Nacht in Gander geht es recht früh weiter in Richtung Twillingate. Auf dem Weg stoppen wir an einem Museum über die First Nations in Neufundland - den Beorthuk. Das Museum ist sehr informativ. Wir wandern noch etwa drei Kilometer durch den umliegenden Wald - dann geht es weiter. Next Stop &quot;Sansome&#039;s&quot; Restaurant. Es soll ja eines der besten Hummer-Restaurants Neufundlands sein! Wer jetzt Fine Dining erwartet, liegt aber komplett daneben. Es handelt sich hier um ein kleines Lädchen direkt am Wasser mit einer wunderbaren Aussicht. Aber genau diese kleinen, versteckten Locations sind ja häufig die echten Geheimtipps. Den Hummer, der später auf dem Teller landet, sucht man sich selbst aus. OK, zugegeben: Ich bin kein großer Sea-Food-Fan, aber ich probiere bei meinem Tischnachbarn ein Stück Hummer. Lecker - erstaunlich! Aber gut, jetzt hab&#039; ich mir halt schon Fish &#039;n Chips bestellt. Und die sind auch sehr lecker. Kurz, das kleine, aber wirklich gute Restaurant ist wirklich einen Stop wert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Weiter geht es in Richtung Twillingate. Dort wartet die Weinverkostung bei der &quot;Auk Island Winery&quot; auf mich. Ja, wir haben ein schlimmes Leben! Die Weine sind anders, aber lecker. Recht süß, da sie aus Beeren hergestellt werden und eher als Dessert-Weine gedacht sind. Ein paar Sorten werden aber auch hier mit Eisberg-Wasser hergestellt. In jedem Fall besonders.  Als nächsten Programmpunkt steht noch einmal eine Eisberg-Bootstour auf dem Programm. Ich freue mich sehr, dass es noch einmal auf den Atlantik geht. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir einen großen Eisberg. Im Vergleich ist dieser zwar etwas kleiner als der gestrige, aber auf´s Neue bin ich beeindruckt wie wunderschön und majestätisch diese Eisblöcke vor der Küste Neufundlands thronen. Unser Captain manövriert uns um den Eisberg herum und ich habe noch einmal die Möglichkeit ein paar tolle Fotos zu machen. Dann entdecken wir im Wasser ein paar kleinere Eisstücke, die natürlich schnell aufs Boot gezogen werden. Wer möchte nicht ein Foto mit Eisberg-Eis in den eigenen Händen haben! COOL! Als dann noch eine Robbe etwas entfernt aus dem Meer auftaucht ist der Ausflug perfekt. Auf dem Rückweg fahren wir die Küste entlang. Dank des strahlenden Sonnenscheins ist es dieses Mal auch nicht kalt. Die Touristikerin in mir vergleicht diese und die gestrige Tour, obwohl man das vielleicht nicht tun sollte. Vielleicht war die gestrige doch noch etwas spannender und ein Stück weit persönlicher. Aber das kann natürlich auch tagesformabhängig sein. In Summe sind beide Touren absolut besonders - beide eine klare Empfehlung von mir. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Das nächste Highlight ist die &quot;Screech-In&quot;-Zeremonie. Bei der konsumiert man ein Stück Wurst, trinkt einen Screech (ähnlich wie Whiskey) und küsst einen (Plüsch-) Puffin. Hat man dies gemeistert, darf man sich offiziell als Neufundländer bezeichnen. Klar, Blödsinn - aber sehr spaßig und eine tolle Idee! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ich checke mich in mein Zimmer im &quot;Anchors Inn&quot; ein. Es ist alles super-sauber und schön eingerichtet. Zum Inn gehören noch ein Restaurant - in dem ein leckeres Dinner auf uns wartet - und eine kleine Bar. Nach dem Dinner mache ich am Long Point Lighthouse Fotos von einem wunderschönen Sonnenuntergang. Das rundet den Tag so wunderbar ab! Nach einem Gute-Nacht-Eisberg-Bier geht es dann aber auch ab ins Bett - morgen geht es nach Fogo Island - ich freue mich schon sehr!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Heute Morgen starten wir früh aus Twillingate in Richtung Fogo Island. Echte Kanada-Fans verbinden mit diesem Ort sicherlich ein ganz besonderes Fotomotiv, andere haben dort vielleicht auch schon mal übernachten dürfen. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir den Anleger für die Fähre nach Fogo Island. Das Schiff wurde erst vor kurzem in Betrieb genommen und verkehrt in den Sommermonaten täglich mehrfach zwischen beiden Orten. Unsere Fähre ist pünktlich um 10:30 Uhr für die 45min-Überfahrt startklar. Ich setze mich aufs obere Deck und genieße die Aussicht auf Fogo Island und den Atlantik. Dank des strahlend blauen Himmels ist es trotz kräftigem Wind angenehm draußen zu sitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die Fahrtzeit vergeht schnell und schon bald setze ich den ersten Fuß auf Fogo Island. Und dann ein Highlight des heutigen Tages: Ich habe die Möglichkeit an einer Tour durch das berühmte &quot;Fogo Island Inn&quot; teilzunehmen. Zuerst genießen wir jedoch ein leckeres Mittagessen mit Blick auf den Atlantik. Zwei Eisberge im Hintergrund - in diesem Moment möchte ich an keinem anderem Ort sein! Als nächstes werden wir durch das Hotel geführt. Tolle Architektur. Tolles Design. Tolles Hotel! Wer immer eine Reise nach Neufundland unternimmt, sollte über einen Aufenthalt im &quot;Fogo Island Inn&quot; nachdenken. Echt besonders! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Noch ein paar letzte Fotos und schon geht es weiter zum nächsten Programmpunkt. Ich erklimme nun den &quot;Brimstone Headtrail&quot;. Die Aussicht von hier ist phänomenal! Ich glaube die Bilder sprechen für sich! Als nächstes beziehe ich mein Zimmer in &quot;Penny&#039;s Vacation Home&quot;. Einfach, aber sauber. Für eine Nacht ok, sicher aber nicht das Unterkunfts-Highlight meines Trips. Zum Dinner geht es zu &quot;Nicole&#039;s Café&quot;. Leckere Nudeln und noch besserer Eisberg-Gin-Tonic! Den Abend beenden wir früh aber gemeinsam und natürlich mit ein paar frisch gekühlten Eisberg-Bieren. Morgen geht es schon früh zur Fähre, wenn wir uns auf den Weg zurück nach St. John&#039;s machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Schon früh mache wir uns heute Morgen auf den Weg von Fogo Island zurück nach St. John&#039;s. Das Ende dieses phänomenalen Trips naht - leider! Nach einem guten kanadischen Frühstück fahren wir zum Fähranleger. Dieses Mal verbringe ich die Überfahrt allerdings nicht auf dem Außendeck, da das Wetter nebelig und kalt ist. Den Rest des Tages verbringe ich im Bus. Die Fahrtzeit nach St. John&#039;s beträgt normalerweise gute vier Stunden. Wegen des Nebels und des einsetzenden Regens kommen wir aber etwas langsamer voran. Für mich aber eine willkommene Gelegenheit den bisherigen Trip schon einmal ein wenig Revue passieren zu lassen: Als ich erfuhr, dass es für mich eine Woche nach Neufundland gehen soll, war mir nicht wirklich klar, was genau mich erwarten würde. Das &quot;kleine&quot; Stückchen Erde im östlichen Kanada war mir zwar geografisch bekannt, das war&#039;s aber auch fast schon. Tja, und dass meine Erwartungen so sehr übertroffen werden würden, das hätte ich niemals gedacht! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Drei Dinge haben sich bereits jetzt bei mir eingeprägt: &lt;br /&gt;
MENSCHEN: Ob es nun die wirklich freundliche Begrüßung am Flughafen, die tollen Gastgeber in den Unterkünften oder die gut gelaunten Tourguides waren. Ich wurde überall sehr herzlich empfangen, habe tolle Gespräche geführt und habe mich inmitten der Neufundländer sehr, sehr wohl gefühlt.&lt;br /&gt;
WILDLIFE: Klar, wer nach Kanada fährt, hofft auch ein paar Tiere in der einmaligen Natur zu sehen. Dass es letztlich Adler, Robben, Delphine, sogar Buckelwale(!) und viele weitere Tiere geworden sind - auch damit hatte ich nicht gerechnet. Ich bin noch immer ganz begeistert! Die Tier-Vielfalt in Neufundland ist besonders! &lt;br /&gt;
NATUR: Nicht nur Tiere, sondern auch Eisberge standen schon immer auf meiner &quot;Bucket-List&quot;. Hätte ich erwarten können, dass ich an beinahe jedem meiner Tage hier in Neufundland Eisberge sehe? Sicher nicht! Umso faszinierender waren die Bootstouren auf dem Atlantik. Und auch als Kulisse im Hintergrund des Fogo Island Inns wirkten die Eisberge erhaben, majestätisch. Anders kann ich es nicht sagen. Ach, und dann die wunderschönen Strände, tollen Küsten, Fjorde, und dieses Extra an Einsamkeit, das für die Erholung aus dem Alltag so entscheidend sein kann! &lt;br /&gt;
Ok, genug reflektiert. ;-) Zurück in St. John&#039;s checken ich noch einmal im Sheraton ein und genieße den letzten gemeinsamen Abend mit meinen Mitreisenden an der Bar im Hotel. Morgen geht es leider schon wieder zurück nach Deutschland. Ganz ehrlich, ich fühle mich noch gar nicht bereit. So gern würde ich noch länger bleiben - doch es wird wohl Zeit, dass ich mich im SK-Blockhaus im Münsterland zurückmelde. Aber noch bin ich nicht durch hier: Auf dem Programm stehen für morgen noch 2 Punkte - aber dazu morgen mehr!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zum letzten mal wache ich auf in meinem bequemen King-Size-Bed in St. John&#039;s, Neufundland. Nach einem schnellen Frühstück packe ich meine Sachen und die vielen Mitbringsel in meinen Koffer. Zwei Fläschchen Iceberg-Wodka und Screetch und natürlich einen kleiner Plüsch-Puffin sind selbstverständlich dabei! Bevor es zum Airport geht, besichtige ich noch das Geo-Center von St. John&#039;s. Dort gibt es unter anderem eine Ausstellung über den Untergang der Titanic zu bestaunen. In St. John&#039;s waren damals die ersten Not-Signale der sinkenden Titanic angekommen. Das Museum ist interaktiv gestaltet und gerade auch für Kinder zu empfehlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Weiter geht&#039;s zum Cape Spear - dem östlichsten Ort Nordamerikas. Wir wandern ein Stück zum dortigen Leuchtturm herauf. Plötzlich tauchen im rauen Atlantik vor uns mehrere Wale auf. Es ist fast so als würde uns Neufundland auf ganz besondere Weise &quot;Goodbye&quot; sagen. Ich staune und genieße noch einmal invollen Zügen und beginne damit, mich langsam innerlich von diesem tollen Fleckchen Erde zu verabschieden. Nicht für immer. Wahrscheinlich nicht einmal für lange Zeit. Denn ich komme wieder - das ist mir jetzt schon klar.  So ganz langsam geht es dann in Richtung Airport. Unterwegs noch ein Lunchstop im botanischen Garten von St. John&#039;s und - natürlich! - ein Stop in der Shopping-Mall der Hauptstadt. Am Airport checke ich ein und schon bald startet der Flug nach Toronto. Goodbye Newfoundland! Vielen Dank für einen ganz besonderen Trip und eine unglaublich tolle Zeit! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;In Toronto verabschiede ich mich von Sigi Gutsch von der Air Canada. Er fliegt noch weiter nach Calgary. Er lädt uns aber noch einmal in die Maple Leave Lounge ein, wo ich sehr entspannt auf meinen Flug nach Frankfurt warten kann. Das letzte Highlight dieser Reise ist der Flug mit dem neuen 787-Dreamliner der Air Canada. Mein Kollege Thomas hat ja in seinem letzten Post schon von diesem Flugzeug geschwärmt und er sollte absolut Recht behalten. Das Flugzeug ist sehr modern, größere Fenster und Monitore, bequeme Sitze und Mood-Light, dass den Nacht-Flug sehr angenehm macht. Die knapp 8 Stunden vergehen schnell und schon bald lande ich in Frankfurt. Bevor ich meinen Anschluss-Flug nach Münster nehme, verabschiede ich mich noch von meinen Mitreisenden. Schade, dass die die Woche so schnell verging, ich hatte eine unglaublich schöne Zeit - vielen Dank, Destination Canada und Air Canada! Danke Neufundland! &lt;br /&gt;</description>
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                <title>Nova Scotia Roadtrip 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Nova-Scotia-Roadtrip.html</link>
                <pubDate>Tue, 29 Oct 2019 10:38:01 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1_hennifranzi_peggyscove.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Auf eigene Faust Nova Scotia erkunden? Das lassen wir uns nicht zweimal sagen! Im Mai 2018 entführen uns Leuchttürme, Traumstrände und bunte Holzhäuschen in die stimmungsvolle Welt Atlantik-Kanadas.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text:&lt;/i&gt; &lt;b&gt;Franziska Middrup und Henrike Baum&lt;/b&gt; &lt;i&gt;Fotos:&lt;/i&gt; &lt;b&gt;Henrike Baum, Franziska Middrup und Tom Reissmann&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon im Kanadafieber-Büro können wir uns das Grinsen nicht verkneifen, als sich herausstellt, dass wir Rainer und Markus auf die größte &quot;Tourismus-Messe&quot; Kanadas begleiten dürfen. Im Mai 2018 werden wir in Halifax auf unsere kanadischen Partner treffen, mit den verschiedenen Provinzvertretern ins Gespräch kommen und neue Partner und ihre Angebote kennenlernen. Als wäre das nicht schon spannend genug, dürfen wir uns rund um die Messe in Halifax eine Mietwagenreise zusammenschnüren. &quot;Nova-Scotia-Roadtrip&quot; - Henrike und Franzi unterwegs in der Atlantikprovinz. Wenn das nicht vielversprechend klingt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Henrike] Endlich geht es los! Endlich wieder Kanada! Um 13 Uhr soll unser Flugzeug in Münster abheben. Eben noch schnell die letzten Sachen in den Koffer geworfen und schon mache ich mich auf den Weg zum SK-Blockhaus. Dort wartet auch schon Franzi auf mich. Gemeinsam geht es zum Flughafen Münster-Osnabrück, gemeinsam werden wir den bevorstehenden Road­trip durch Nova Scotia erleben. Und ich bin mir sicher: das wird super! Von Münster geht es über München und Montréal nach Halifax. Das heißt zwar zweimal umsteigen, aber jeder Stopp bringt Franzi und mich unserem Ziel ein Stückchen näher. Erst um Mitternacht landen wir in Halifax. Ein Glück, dass das Hotel direkt am Airport liegt. Ich bin unendlich müde, aber das &quot;Endlich-wieder-Kanada-Gefühl&quot; überwiegt und ich freue mich unheimlich auf die kommenden 10 Tage!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Franzi] Der Morgen startet mit den typischen Sekunden der Orientierungslosigkeit: &quot;Wo bin ich?&quot;. Dann schießt das Adrenalin durch meinen Körper. Ich bin in Kanada! Was für ein großartiges Gefühl. Beim Blick aus dem Fenster erhält die freudige Stimmung allerdings einen kleinen Dämpfer. Ich schaue vor eine dichte weiße Nebelwand. Moment mal - das haben Henrike und ich so aber nicht bestellt. Nun ja, dann bleibt wohl nichts weiter übrig, als optimi­s­­tisch zu denken und erst einmal ausgiebig zu früh­stücken. Während wir das Frühstücksbuffet des Alt Hotels plündern, kehrt unser Wetterglück zurück. Der Nebel löst sich auf und macht den Weg frei für die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Damit ist der Startschuss gefallen. Henrike und ich sind uns einig: Sachen packen, Mietwagen aufnehmen und ab auf den Highway. Unser Nova-Scotia-Roadtrip beginnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Henrike übernimmt das Steuer unseres schnieken SUV. Auf zu unserem ersten Ziel: Peggy&#039;s Cove. Das kleine Fischerdorf liegt eine knappe Stunde südwestlich von Halifax, direkt an der malerischen Atlantikküste Nova Scotias. Sein berühmter Leuchtturm bei nun strahlend blauem Himmel, kaum Menschen - das perfekte Fotomotiv. Und dazu frische Seeluft! Ich könnte stundenlang über die Felsen spazieren und mir den Wind um die Nase wehen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück im Mietwagen studieren wir kurz die Straßenkarte. Die Entscheidung fällt nicht schwer - anstelle des Highways folgen wir weiterhin der schöneren Streck­­en­option: der Lighthouse Route. Die Straße schlängelt sich direkt an der Küste entlang und schenkt uns eine abwechslungsreiche Fahrt. Zu unserer Linken der Atlantik und zur Rechten bunte kanadische Holzhäuschen. Immer wieder überkommt mich das Bedürfnis, die Bilderbuchlandschaft mit der Kamera festzuhalten. Super-Sache - Henrike sieht das ganz genau so. Im Örtchen Lunenburg ist meine Speicherkarte also bereits voll mit Fotos von kleinen Buchten, schnuckeligen Fischerorten, zahlreichen Sandstränden. Postkartenmotive en masse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während wir Lunenburg erkunden, beschleicht mich das Gefühl, dass die schöne Ortschaft wohl noch nicht ganz aus dem Winterschlaf erwacht ist. Das Fischereimuseum ist noch geschlossen, die Blue Nose II versteckt sich zur Zeit in der Werft und dem ansonsten ja so farbenfrohen Küstenstädtchen fehlt es ein wenig an Lebendigkeit. Aber man spürt trotzdem, dass man sich hier in Lunenburg so langsam auf die trubeligen Sommermonate vorbereitet. Doch egal zu welcher Zeit: Ein Besuch der charmanten Hafenstadt sollte auf keiner Reise durch Nova Scotia fehlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und weiter geht es auf der Lighthouse Route. Bei East La Have entdeckt Henrike eine besonders praktische Abkürzung. Anstatt der Straße entlang der ausgedehnten Bucht zu folgen, setzen wir mit der Fähre nach La Have über. Eine gelungene Abwechslung - Daumen hoch! Das dritte Tagesziel fest im Blick, müssen wir uns leider ab dem Örtchen Liverpool von der Küstenstraße verabschieden und kehren dem Atlantik vorerst den Rücken zu. Etwa 70 Kilometer im Landesinneren wartet der Kejimkujik-Nationalpark auf uns. Zwar startet auch hier erst Ende Mai die Sommersaison, aber die Tore sind dennoch geöffnet. Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen unseres ersten Roadtrip-Tages für eine kleine Erkundungstour durch den Park. Und siehe da, auch ein Reh begegnet uns auf dem abendlichen Ausflug. Zum Sonnenuntergang suchen Henrike und ich uns ein gemütliches Plätzchen. Für einen Moment sind wir beide ganz still. Ich schließe die Augen und lausche dem großen Grillenkonzert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Dämmerung erreichen wir unsere heutige Unterkunft: das Whitman Inn. Ruhig und inmitten der Natur liegt es nur etwa zwei Kilometer vom Kejimkujik-Nationalpark entfernt. Die liebevoll von einem deutschsprachigen Paar geführte Unterkunft ist also der ideale Ausgangspunkt, um den nahen Nationalpark zur Sommerzeit mit dem Fahrrad oder in Wanderschuhen zu erkunden. Auch per Kanu über die verschnörkelten Wasserwege zu paddeln ist sicherlich ein tolles Erlebnis. Beim Anblick der schnuckeligen Zimmer des Whitman Inn schaltet mein Gehirn fast automatisch auf Schlafmodus. Na dann mal gute Nacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Henrike] Der nächste Tag beginnt früh. Dank des strahlend blauen Himmels und der morgendlichen Sonne brauche ich nicht einmal die Snooze-Funktion meines Handys - ich bin direkt hellwach. Das Frühstück verschieben Franzi und ich auf später. Wir sitzen schon gegen 9 Uhr wieder in unserem Mietwagen. Auf zum Kejimkujik-Nationalpark. Gut, dass es vom Whitmann Inn nur knapp 10 Minuten bis zum Parkeingang sind. Auf den Straßen ist noch niemand unterwegs und auch im Park kann ich nur ein paar Angler entdecken. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass hier im Sommer einiges mehr los ist. Wären wir nicht Anfang Mai, sondern im Sommer hier, würde ich vielleicht sogar spontan einen &quot;morning swim&quot; in einem der Seen hier in Erwägung ziehen. Beim nächsten Besuch dann! Also, weiter geht&#039;s - unser heutiges Hauptziel ist Brier Island.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Weg dorthin muss natürlich noch ein Frühstücks-Stopp eingelegt werden. Let&#039;s keep it Canadian - auf zu Tim Hortons in Digby. Frische Bagels und leckerer Kaffee bilden heute die Grundlage für unsere Weiterfahrt. Bevor wir ganz im Westen der Landzunge ankommen, stehen uns zwei Fährfahrten bevor. Von Digby setzen Franzi und ich erst einmal nach Long Island über. Kurze Zeit später dann mit einer weiteren Fähre hinüber nach Brier Island. Die Fähren sind so angepasst, dass man die 20 Kilometer auf Long Island zeitlich gut schafft. Wir überlegen uns also zweimal, ob wir für Fotostopps anhalten. Denn eine weitere Stunde auf die nächste Fähre warten wollen wir dann auch nicht. Die Überfahrten kosten jeweils sieben Dollar und dauern nur wenige Minuten, aber den Fahrtwind und die frische Luft genieße ich jedes Mal sehr. Augen zu und Nase in den Wind - genau so muss man Nova Scotia erleben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gefühlt treffen wir auf Brier Island mehr Leuchttürme als Menschen. Das eine oder andere Fischerbötchen tuckert vorbei, aber sonst wirkt die kleine Insel etwas verschlafen. Trotzdem: Ich finde, der kleine Fährausflug lohnt sich allemal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück in Digby gebe ich das letzte Ziel für den heutigen Tag in unser Navi ein: Annapolis Royal an der Bay of Fundy. Das kleine Örtchen überrascht Franzi und mich mit charmanten Lädchen, einer schönen Waterfront und toller Fotokulisse am Fort Anne. Dank des lila-pinken Sonnenuntergangs entstehen super Fotos für unsere Kanadafieber-Facebookseite. Entlang der Küste sind in den Örtchen die für Kanada typischen &quot;Red Chairs&quot; aufgestellt - damit ist dann wohl das letzte Fotomotiv für heute gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem Bauch voll Seafood steuern wir satt und happy das Annapolis Royal Inn an - unsere Unterkunft für die heutige Nacht. Die Besitzerin ist sehr freundlich und teilt uns frisch renovierte Zimmer zu. Bis zum Sommer sollen alle Zimmer erneuert sein. Die Räume sind groß und sauber, mein Bett mega-gemütlich. Noch schnell die besten Schnappschüsse des Tages mit Franzi austauschen - dann heißt es für mich: Ab ins Land der Träume.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Franzi] Zwar muss mich mein Wecker heute Morgen aus dem Schlaf reißen, dafür fühle ich mich nach der warmen Dusche aber fit und erholt. Zum Frühstück gönnen wir uns Waffeln mit Ahornsirup. Tasty! Nach einem so gelungenen Start in den Tag ist die Stimmung super. Beste Voraussetzungen also für die bevorstehende Fahrt. Unsere Route sieht vor, dass wir durch das Annapolis Valley und entlang der Bay of Fundy bis zum Burntcoat Head Park fahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer an der langgezogenen Bay of Fundy entlang sind wir unterwegs in Richtung Nordosten. Am Park angekommen, erkunden Henrike und ich die Umgebung rund um den vorgelagerten Felsen. Von hier aus soll man die Gezeitenunterschiede der Bay of Fundy ganz besonders gut beobachten können. Bei Ebbe sei sogar die vorgelagerte Felsformation zu Fuß über den Meeresboden erreichbar. Um ehrlich zu sein, kann ich mir das geschilderte Szenario noch nicht so wirklich vorstellen. Henrike winkt mich zu einer Infotafel mit zwei Fotos herüber - die eine zeigt den Fels bei Ebbe und die andere bei Flut. Okay, ich nehme alles zurück. Das ist krass - der Unterschied ist enorm. So gerne würde ich mir das Naturphänomen live ansehen. Aber ein Blick auf die Uhr verrät, dass wir damit bei der gerade einsetzenden Flut wohl unseren Zeitplan sprengen würden. Aber wie heißt es so schön? Es gibt immer ein nächstes Mal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächsten Tage verbringen wir in Halifax. Drei Tage Business - die Pflicht kommt für uns mitten in der Kür. Mit unseren Chefs Rainer und Markus nehmen wir am &quot;Rendezvous Canada&quot; teil, der größten Tourismus-Messe Kanadas. Wir treffen wir auf viele bekannte Gesichter unserer Partner und knüpfen ebenso viele neue Kontakte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist die Pflicht geschafft und Henrike und ich dürfen uns wieder der Kür widmen. Unser Flieger geht erst in ein paar Tagen zurück nach Deutschland und bis dahin bereisen wir nun auch noch den Norden von Nova Scotia. Die Route führt uns in den nächsten drei Tagen über das felsige und zerklüftete Cape Breton. Im Vorfeld der Reise habe ich mich mit meinen Kollegen und Kolleginnen im Büro unterhalten und bereits so viel Positives gehört. Ich bin unglaublich gespannt auf die raue Atlantikküste, und natürlich den weltbekannten Cabot Trail, eine der landschaftlich schönsten Küstenstraßen der Welt. Na dann mal nichts wie los - Cape Breton, wir kommen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere heutige Etappe erfordert zunächst einmal gutes Sitzfleisch. Von Halifax bis zu unserem ersten Stopp am Bras d&#039;Or Lake sind es gut vier Stunden Fahrt. Da ist es ganz gut zu verkraften, dass das Wetter sich am Morgen noch eher verhalten zeigt. Passend für den Besuch der Eskasoni First Nations hört es zum Glück auf zu regnen. Die Eskasoni sind heute im Osten Cape Breton Islands angesiedelt und gehören zum Stamm der Mi&#039;kmaq. Auf einem gut zwei Kilometer langen Weg über die kleine Insel Goat Island nehmen die Eskasoni First Nations Interessierte mit auf eine kulturelle Reise durch ihre Traditionen und die Geschichte ihrer Vorfahren. Wir nehmen an einer Smudging Ceremony teil, lernen einen traditionellen Tanz und backen ein Stockbrot. Außerdem bringt uns der sympathische Tourguide die Jagdtechniken seiner Vorfahren näher, bevor wir zum Abschluss der Tour traditionelle Speisen wie Fischfrikadellen und Kuchen mit Melasse kosten dürfen. Ein rundum gelungener Besuch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Next Stop: Louisbourg. Am späten Nachmittag erreichen wir die Point of View Suites. Der Name ist Programm. Mit direktem Blick auf das Meer mache ich es mir in meinem geräumigen Zimmer gemütlich. In der Ferne ist sogar das Fortress of Louisbourg zu erkennen. Für uns heißt es aber jetzt erst einmal Abendessen fassen. Lecker-schmecker - ich entscheide mich für den fangfrischen Heilbutt mit Kartoffelpüree und Gemüse. Sehr empfehlenswert. Gesättigt und rundum glücklich verziehe ich mich in mein Zimmer und kuschle mich in das bequeme Bett. Gute Nacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Henrike] Ich habe die Augen noch nicht ganz geöffnet und doch kann ich den noch leicht verschlafenen Blick auf den Atlantik werfen - vom Bett aus - geht&#039;s denn besser? Stünde heute nicht einiges auf dem Programm, würde ich wohl einfach erst einmal liegenbleiben und die Hummerfischer in ihren kleinen bunten Bötchen beobachten. Aber Franzi und ich haben noch viel vor!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser erster Stopp: das Fortress of Louisbourg. Parks Canada gibt uns eine echt spannende Führung! In den Sommermonaten sind zahlreiche Schauspieler auf dem Gelände unterwegs und bringen das Fortress zum Leben. Die früher von den Franzosen als Militärstützpunkt erbaute Festung versetzt mich für ein paar Stunden zurück ins 18. Jahrhundert. Von Kanonen über Festungsmauern bis hin zu Werkzeugen und Kochutensilien - die detailreiche Aufmachung macht den Besuch zum besonderen Erlebnis. Wir speisen sogar wie die Festungsbewohner von damals: Ein einzelner Löffel für Suppe, Fisch und Kaffee - Challenge accepted! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit kurzen Zwischenstopps in Sydney - klar, ein Foto mit der größten Geigen-Statue der Welt darf natürlich nicht fehlen - und am Gaelic College in Englishtown folgen wir dem Cabot Trail entlang der rauen Atlantikküste gen Norden. Auf in die Cape Breton Highlands! Die Straße führt uns in Serpentinen höher hinauf und schenkt uns  immer wieder traumhafte Ausblicke auf das Meer. Der Atlantik schimmert dunkelblau - wunderschön! Ja, man sollte sich sicherlich mehr Zeit für Cape Breton nehmen als wir auf diesem Trip, aber die Fahrt ist unglaublich beeindruckend und ich genieße jede Minute.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei einmal mehr strahlend blauem Himmel erreichen wir unsere heutige Unterkunft. Schon von außen wird mir klar, dass die Keltic Lodge etwas ganz besonderes ist. Beim Betreten der Zimmer fehlen mir dann doch kurz die Worte. Geräumig, gemütlich und ein grandioser Ausblick. Die Lodge liegt direkt an der Steilküste und aus dem Zimmer haben wir die freie Sicht auf das tiefblaue Meer. Traumhaft schön! Ein kurzes Handyvideo wird direkt an die Liebsten zuhause geschickt - so etwas Beeindruckendes muss ich einfach sofort teilen. Bei einem Glas Wein, gutem Essen und dem Sonnenuntergang beschließen wir den Tag. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Franzi] Es gibt die Morgende, an denen das Aufstehen schwer fällt. Und die, an denen man beim Aufwachen sofort motiviert und hellwach ist. Heute gilt für mich Letzteres. Noch eingekuschelt im Bett habe ich wohl den besten Blick auf die Küste Cape Bretons und das endlose Meer. Ich möchte die Zeit anhalten und noch ein paar Tage in der Keltic Lodge verbringen. Ein bisschen widerwillig packe ich meinen Koffer, wobei ich mich zugegebenermaßen recht häufig von den Fischerbooten auf Lobsterfang ablenken lasse. Aber es wird langsam Zeit, denn der Tag hat noch einiges zu bieten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Lodge starten wir in Richtung Skyline Trail. Vom Start der Wanderung bis zu einem der höchsten Aussichtspunkte der Cape Breton Highlands sind es gut drei Kilometer. Der Weg führt durch den Wald und weiter auf einem Holzsteg bis hin zur Plattform hoch über dem Ozean. Besonders reizvoll: Die Region ist ausgewiesenes Elch-Territorium. Gespannt halte ich die Augen offen und wandere aufmerksam über den Trail. Immer in Erwartung, eventuell einen Elch erspähen zu können. Begleitet werden wir auf der Wanderung durch einen Guide von Parks Canada. Er erzählt uns, dass er hier bereits auf etliche Elche getroffen ist - aber für uns gilt heute leider: Kein Elch in Sicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Apropos Sicht: Die Aussicht vom Skyline Trail ist phänomenal! Zur Linken schlängelt sich in der Ferne der Cabot Trail entlang der Küste. Und dann die unendliche Weite des Atlantiks! Es ist an der Zeit, für einen Moment die Augen zu schließen, tief einzuatmen und das Hier und Jetzt innerlich aufzusaugen. It can&#039;t get much better than this! Mit einem Haufen Fotos im Gepäck treten wir den Rückweg an. Allerdings erweist uns kein Elch die Ehre. Henrike und ich sehen es positiv - ein weiterer guter Grund, um wiederzukommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wandern macht hungrig. Der Lunch-Stop bei Le Gabriel in Chéticamp ist der richtige Ort, um die Batterien wieder aufzuladen. Und schon geht es weiter nach Baddeck zum Inverary Resort. Am Westufer des Bras D&#039;Or Lake gelegen, verteilen sich die verschiedenen Unterkünfte des Resorts über ein weitläufiges Gelände. Am Nachmittag schmieden wir Pläne für unseren letzten Roadtrip-Tag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Henrike] Der letzte Tag ist angebrochen. Beim Blick in die grauen Regenwolken weiß ich wirklich zu schätzen, wie viel Glück wir in den letzten Tagen mit dem Wetter hatten. Ich packe meinen Koffer und verlasse das Inverary Resort. Wir machen uns auf den Weg zur Alexander Graham Bell National Historic Site. Die von Parks Canada durchgeführte Tour bringt uns nicht nur Bells erfinderische Seite, sondern - wie sollte es für einen Erfinder auch anders sein - seine liebevolle chaotische Seite nahe. Er scheint ein besonders sympathischer Charakter gewesen zu sein, der gemeinsam mit seiner Familie viele Jahre in Nova Scotia gelebt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Franzi und Henrike] Auf der Rückreise nach Halifax haben wir Zeit, das Erlebte und die Highlights unseres Nova Scotia Roadtrips Revue passieren zu lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Atlantikkanada ist auf seine eigene Art ganz besonders. Ein tiefblauer Atlantik, malerische Häfen, bunte Holzhäuschen, abwechslungsreiche Natur und zahlreiche Leuchttürme. Jede unserer Unterkünfte hat uns gefallen. Wie die Geschichten der Menschen, auf die wir während unseres Roadtrips treffen. Eine rundum gelungene Reise und ein unvergessliches Erlebnis für uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück in Halifax scheint Kanada uns nur schweren Herzens gehen lassen zu wollen - es regnet noch immer. Nicht traurig sein Kanada, wir kommen bald wieder. See you soon!</description>
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                <title>French River Kanutour 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 13 Feb 2020 03:00:31 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/jeff-speed_travel-ontario_14.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Geschichte trifft Wildnis-Adrenalin&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt; Auf dem French River&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Bevor es in Ontario Straßen gab, waren die Flüsse die Wege. Das von den Ureinwohnern genutzte Netz war so dicht gewoben, dass man mit dem Kanu vom St.-Lorenz-Strom bis vor die Rocky Mountains gelangen konnte. Der French River war damals eine der wichtigsten Verbindungen. Ein paar Tage paddelte ich im Kielwasser der Entdecker und Pelzhändler.&lt;br /&gt;Text: Ole Helmhausen   Fotos: Jeff Speed&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Die letzten Sekunden&lt;br /&gt;vor dem Kentern sind das Schärfste.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du weißt, gleich passiert es. Und Du kannst nichts mehr dagegen tun. Absolut nichts. Außer vielleicht noch ein Stoßgebet zum Himmel schicken. In diesem Moment blitzen Bild- und Gesprächsfetzen auf, zeitgleich, noch schneller als in &quot;Lola rennt&quot;. Und doch irgendwie langsam genug, um sie nachher abzurufen: Morgens gab&#039;s Omelett. Zu Hause stapelt sich die Arbeit. Burt Reynolds hat auch gern gepaddelt. Mensch, die Brille! Heute Abend wolltest Du den Riesling aufmachen. Und über dieser verrückten Bildfolge taucht ein riesengroßes &quot;Sch...!&quot; auf. Wie auf einem Spruchband zieht es an Deinem geistigen Auge vorbei, gezogen von einem zappelnden Männlein, dem berühmten kleinen Mann im Ohr. &quot;Hab&#039;s Dir doch gesagt, Du Vollidiot!&quot;, kreischt es, &quot;Aber Du kannst ja nicht hören! Dabei hast Du vom Paddeln so viel Ahnung wie eine Kuh vom Rückenschwimmen. Und jetzt ersäufst Du wie eine Ratte. Geschieht Dir recht!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kentern ist cool - nachher... Vorher kippt Dich das Kanu aus. Du rechnest mit dem Schlimmsten. Die Felsen unter Wasser werden Dir alle Knochen brechen. Die spitz nach oben ragenden Baumstümpfe werden Dir die Gedärme herausreißen. Das kalte Wasser wird Dich in Sekundenschnelle in einen Eiszapfen verwandeln. Instinktiv alle Poren und anderen Körperöffnungen dicht machend, durchschlägst Du die Wasseroberfläche. Dann kracht der Fluss über Dir zusammen. Das Crazy-Programm im Kopf schaltet sich aus. Fast ist das eine Erlösung. Stattdessen schaltet sich der Discovery Channel ein. Du siehst gelb-braunes Wasser, Luftblasen hüllen Dich ein, es tost und wirbelt. Ein unwirkliches, bedrohlich-schönes Spektakel. Oben ist es hell, unten dunkel. Da willst Du, wenigstens das weißt Du genau, ums Verrecken nicht hin. Also, dem Licht entgegen! Mit aller Kraft, das Paddel in der einen Hand und mit der anderen Wasser schaufelnd. Als Du mit dem Kopf wieder durch die Oberfläche stößt, rauscht und gischtet es. Ein paar Meter flussabwärts ein roter Streifen - das Kanu. Es treibt kieloben, mit dem Kollegen im Schlepptau. Alles noch da, alles halb so wild. Und das Wasser hat beinahe Schwimmbad-Temperatur. &lt;br /&gt;Jeff war früher Ringer und macht auf diesem Trip die Bilder. Norman kommt aus dem nahen Dokis Ojibwa Reserve und ist Jäger, Fischer und Betriebswirt. Alex hat mit Immobilien sein Geld gemacht und zog irgendwann mit Kind und Kegel an den French River, wo er eine alte Lodge auf Vordermann brachte und als &quot;The Lodge at Pine Cove&quot; vermarktet. Toni war Stierkämpfer, Straßenmusiker und soff mit Picasso. Zuletzt war er Raketeningenieur. Bis er zum ersten Mal in ein Kanu stieg und sich für ein paar Tage in die Wildnis absetzte. Danach kündigte er seinen Job, um sich die Hälfte des Jahres auf den Seen und Flüssen in Kanadas Norden herumzutreiben und zum kanadischen Kanu-Guru hoch zu schreiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Kanadische Geschichte &lt;br /&gt;durchpaddeln kannst Du nur hier!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gewässer der Provinz Ontario kennt er wie seine Westentasche. Der French River ist sein Lieblingsfluss. &quot;Paddeln kannst Du überall in Kanada&quot;, sagt er, als er zum Put-In bei der Pine Cove Lodge kommt. Der Mann ist ein Bulle. Seinen Seesack, den er nach Indianer-Sitte mit Stirnband schleppt, wuchtet er ins Kanu, als habe er nicht 70, sondern vielleicht 27 Lenze auf dem Buckel. &quot;Aber kanadische Geschichte durchpaddeln kannst Du nur hier! Und zwar das spannendste Kapitel!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Trocknen am Ufer bist Du heilfroh über die blöde Schwimmweste. Und dass Dein Kanu aus Kunststoff ist und einen kräftigen Bums ab kann. Prima auch, dass Du Dich in schnell trocknendes Polyester hüllen konntest. Vor allem aber bist du froh darüber, bloß aus Lust und Laune unterwegs zu sein. Denn vor 200 Jahren wäre der French River für Dich nur eine klitzekleine Etappe auf der Reise nach Westen gewesen. Damals wäre es die Strecke Montréal - Lake Superior und wieder zurück gewesen. Schlappe 4000 Kilometer - und das alles im kurzen kanadischen Sommer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du hättest bis zu 18 Stunden am Tag gepaddelt und da­bei eine 40er-Schlagzahl pro Minute hingelegt. Zeit war nämlich Geld damals. Für jeden Tag, den Du früher zurück warst, hätten Deine Bosse, die steinreichen Schotten in Montréal, mit fetten Prämien gewinkt. Unterwegs hätte es nur Bohnen und gepökeltes Fleisch ge­geben. Dein Kanu, ein elf Meter langes Gefährt aus Birkenrinde, hättest Du zusammen mit Deinen Begleitern um Dutzen­de von Stromschnellen herumschleppen müssen. Und dabei hättest Du auch noch bis zu 90 Kilo Gepäck im Kreuz gehabt. Und Deine Bosse, die Frasers, McGills und McTavishs, hätten Dir Deinen Platz im Kanu nicht nur gegeben, weil Du taff und stark wie ein Ochse, sondern bevorzugt weil Du auch Nichtschwimmer warst. Deshalb, das wussten sie, würdest Du gut auf Dich und damit auch auf die Ladung aufpassen. Und wenn trotzdem et­was schief ging, nun gut, Deine schweren Wollklamotten hätten Dein Leiden wohl verkürzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Toni grinst. Die &quot;Voyageurs&quot;, wie die franko-kanadischen Pelzhändler von einst genannt werden, sind sein Lieblingsthema. Mit zwei Kanus und einem Kajak paddeln wir aus der Wolseley Bay zunächst in den Main Channel. &quot;Diese Kerle vollbrachten guinessbuchreife Leistungen&quot;, sagt er, während er sein Paddel durch das dunkle Wasser zieht. Sommer für Sommer. Ihr Ziel: Fort Williams am Westufer des Lake Superior. Dort tauschten sie ihre Handelsware gegen Biberfelle aus dem Norden. Ihr Weg durch die straßenlose Wildnis folgte uralten indianischen Kanurouten. Von Montréal aus ging es zunächst auf dem Ottawa und Mattawa River zum Lake Nippissing. An dessen Westufer fädelten sie in den 120 Kilometer langen French River ein. Der brachte sie zum Lake Huron, und von dort ging es weiter bis zum Westende des Lake Superior. &quot;Seitdem hat sich auf dem French nichts verändert&quot;, sagt Toni, &quot;Ihr habt das gleiche Wasser unter dem Kiel und seht die gleiche Wildnis wie sie.&quot; Die Karte des French River Provincial Park im Maßstab 1:50000 zeigt einen extrem zerfaserten Fluss, mit einem Einzugsgebiet, das an eine schwedische Schärenlandschaft erinnert. Gewaltige Kräfte haben hier die Granitplatte des kanadischen Schildes gesenkt, gehoben, manchmal auf­­­ge­­rissen und dabei ein Wasserwegsystem mit Hunderten von Inseln, Buchten und Seitenarmen hinterlassen. Auf der Karte sieht es so aus, als gäbe es mehr Wasser als Land.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist der vier Autostunden nördlich von Toronto fließende French River nur noch ein Geheimtipp bei Kanu-Wanderern. Von 1600 bis 1820 war er jedoch eine der wichtigsten Wasserstraßen Nordamerikas. Wer zu den &quot;Großen Seen&quot; und weiter wollte, musste hier durch. Große Namen - fast wie das &quot;Who&#039;s Who&quot; der kanadischen Geschichte. Samuel de Champlain, der Gründer Neu-Frankreichs, kam 1615 hier durch. Ihm folgten, um nur einige zu nennen: Jean Nicollet, der Entdecker des Lake Michigan, Pierre Radisson, der Mitbegründer der Hudson Bay Company, Pater Marquette und Louis Joliet, die von hier aus den Mississippi und Louisiana erreichten, die Vérendryes, die als erste Weiße die Rockies sa­hen, Peter Pond, das erste Bleichgesicht am großen Lake Atha­bas­ca oben in den Northwest Territories und Alexander Mackenzie, der erste Europäer am Pazifik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Sightseeing hatten die Voyageurs keine Zeit. Wir schon, deswegen sind wir schließlich hier. Dies ist Kanada wie aus dem Bilderbuch. Geräuschlos gleiten wir um Commanda Island herum, eine Felseninsel mit alten Kiefern. Weltvergessen und bildschön. Der alte &quot;Rivière des Francais&quot; ist dieses Jahr zu niedrig, um die Abkürzung über die Little Pine Rapids zu nehmen. Wir gehen an Land und schauen uns an, wie eine Stromschnelle ohne Wasser aussieht. Wasser, Wind und Wetter haben hier eine tiefe Rinne in den Granit gefressen. Am Boden: rundgeschliffenes Geröll, vom French heran geschleppt und abgelagert. Wir sind froh, nicht hier durch zu müssen. &quot;Taucher haben hier Silbermünzen und eine alte französische Muskete gefunden&quot;, sagt Toni. Der arme Voyageur damals wirds von seinem Lohn abgezogen bekommen haben. Sein Kanu war gerade schmal genug, um durch die Little Pine Rapids hindurchzuschlüpfen. Die Wände hier scheinen noch widerzuhallen von den Kommandos des &quot;Avant&quot;, des Lotsen im Bug. Der musste scharf aufpassen, denn Birkenrindenkanus schlugen schnell leck. Um die Big Pine Rapids etwas später tragen wir die Kanus lieber herum. Alles ausladen, die Kanus, Rucksäcke, Zelte und Fässer mit Lebensmitteln geschultert und an dem tosenden Inferno vorbei gekraxelt. &quot;Ihr seid nicht die Ersten&quot;, sagt Toni und zeigt auf den glatten, merkwürdig blanken Granit. Indianer, Waldläufer, Missionare, Voyageurs, Entdecker, sie alle schleppten hier ihre Kanus vorbei. Schwitzten und fluchten genauso wie wir jetzt. An diesem Tag campen wir bei den Double Rapids. &quot;French River Hilton&quot; nennt Alex die Stelle hoch über dem River. Norman hievt acht Zander aus dem Wasser. Nachts scheint das Nordlicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Portage.&lt;br /&gt;Ein absolut kanadisches Wort.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Showtime. &quot;This is it&quot;, sagt Toni. Die &quot;Blue Chute Rapids&quot;. Wir haben das Rauschen schon von ferne gehört und peilen die Lage nun vom Ufer aus. Keine Felsbrocken dicht unter der Oberfläche, keine böse Überraschungen in unübersichtlichen Kurven. Eine gerade, zehn Meter breite Passage mit hohen Granitwänden erwartet uns. Anderthalb Meter Gefälle. Die dadurch vervielfachte Fließgeschwindigkeit und die stehenden Wellen haben ein etwa 50 Meter langes und sechs Meter breites Waschbrett mit anderthalb Meter hohen Rillen aus schäumendem H²O erzeugt. Die Kanus schleppen müs­sen wir trotz­dem nicht. Wir gleiten auf einer tiefblauen, weit über das Waschbrett leckenden Zunge mitten durch das tosende Spektakel, ohne das auch nur ein Spritzer über die Bordwände schlägt. Ein absolut geiles Feeling, von dem wir noch mehr wollen. Unterhalb von Blue Chute laden wir aus und gehen mit unseren Kanus spielen. Die &quot;Big Parisian Rapids&quot; und &quot;Devil&#039;s Chute&quot; etwas später sind komplizierter. Wir schleppen alles über Land, was nicht nass werden darf, und paddeln die Schnellen leer. Devil&#039;s Chute ist tückisch, die s-förmige Schnelle zwingt zu Tricksereien im Wildwasser. Abends schlagen wir das Lager unweit von Cross Island auf. Diese Stelle inspiriert Alex zum Vergleich mit einem Marriott. Die Geister der bei Cross Island vor 350 Jahren ertrunkenen Jesuiten, die von den Ojibwa-Indianern &quot;Wemitigoozhi&quot; (in etwa: &quot;Die mit Stöcken winken&quot;) genannt wurden, weil sie immer mit ihren Kruzifixen herumfuchtelten, lassen uns in dieser Nacht in Ruhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir verbringen noch einen Tag und eine Nacht auf dem French River. Die Zivilisation ist weit weg. Wir bringen zwei Drittel des Flusses hinter uns und sind verdammt stolz darauf. Am letzten Tag macht uns der vom Lake Superior herüberwehende Westwind zu schaffen. Die Voyageurs, so furchtlos wie abergläubisch, nannten ihn &quot;la Vieille&quot; (&quot;Die Alte&quot;), und brachten ihm vor der Abreise kleine Opfer dar. Wir kommen auf eine Schlagzahl von 45 pro Minute. Zwei Stunden lang, dann gehen wir mit langen Armen an Land. Immerhin, nicht schlecht für uns Pseudo-Voyageurs. Die Echten hätten wahrscheinlich nur müde gelächelt. Sie wären schon längst vor Manitoulin Island im Lake Huron gewesen, bei ihren Ojibwa-Freundinnen. Trotzdem, bei allem Muskelkater: Die Vorstellung, bis zu den Großen Seen und weiter zu paddeln, bleibt faszinierend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Weiße, der den French River unter den Kiel nahm, war ein französischer Teenager namens Etienne Brulé. Das war 1610. Er sah als erster Europäer den Lake Superior und wurde von den Huronen adoptiert. Bei seiner Rückkehr, Jahre später, hielt man ihn in Québec für einen Indianer. Gut 200 Jahre später kehrte Nordamerikas fleißigster Land­vermesser, David Thompson, über den French River nach Montréal zurück. Er hatte gut 25 Jahre lang den Westen Kanadas quasi im Alleingang kartografiert. Die Indianer nannten ihn den &quot;Mann, der die Sterne schaut&quot;. Thompson sah, was wir auf diesem Trip gesehen haben. Und einen Sternenhimmel, der noch immer bis auf den Fluss reicht.</description>
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                <title>Neufundland mit dem Wohnmobil 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 25 Jan 2023 11:15:30 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/01.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Eisberge, Wale und die Suche nach dem Elch&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;2 Wochen Neufundland mit dem Wohnmobil&lt;p&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2014 von den SK-Kunden Petra &amp; Ricardo Schönherr&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Achtung! Diese Rundreise ist nicht mehr ab St. John&#039;s möglich, da die Vermietstation dort nicht mehr existiert! Stattdessen lässt sich die Reise innerhalb von 3 Wochen von Halifax (Nova Scotia) aus realisieren. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Dass Kanada sehr schön ist, war uns durch vorherige Reisen nach Ontario sowie Alberta und British Columbia bereits klar. Über die Maritim-Provinzen hört man jedoch deutlich weniger, was noch mehr Einsamkeit und wilde Natur verspricht. Überlaufene Sehenswürdigkeiten und lärmende Bus-Reisegruppen wollten wir diesmal gern meiden, also hieß das Ziel: Neufundland. Weniger Tourismus bedeutet aber auch, dass es weniger Angebote gibt - bei SK Touristik wurden wir dann fündig und buchten eine 2-wöchige Wohnmobil-Rundreise ab/bis St. John&#039;s. Auch in Reiseführern wird dieser schöne Teil im Osten Kanadas zumeist nur als Nebenziel auf wenigen Seiten behandelt. Das Info-Paket von SK beinhaltete jedoch einen der seltenen Reiseführer speziell für Kanada Maritimes. Bestens vorbereitet konnten wir also im Juni 2014 ins Abenteuer aufbrechen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;26.06.2014 - Ankunft in Neufundland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die liebevoll als &quot;Newfies&quot; bezeichneten Neufundländer haben den Ruf, die Ostfriesen Kanadas zu sein. Den Klischees zufolge erwarteten wir demnach einfältige Hinterwäldler mit schwer zu verstehendem Dialekt. Vor Ort am Flughafen zeigte uns Garry, ein Mitarbeiter von Islander RV, der uns am Flughafen abholte, dass die Wahrheit wie so oft eine andere ist. Freundlich und offen gab er uns sogleich zahlreiche Tipps zu Einkaufsmöglichkeiten und Routen und freute sich mit uns, dass gerade die richtige Zeit sei, um bei herrlichem Wetter Eisberge und Wale zu bestaunen. Das steigerte unsere Vorfreude natürlich ungemein.&lt;br /&gt;Besonders ans Herz gelegt wurde uns noch, auf Elche zu achten. Mehr als 120.000 Exemplare dieser Tiere bevölkern inzwischen die Insel. Sie haben stets großen Appetit auf junge Bäume und leider oft zu wenig Respekt vor schnellen Autos. Wir allerdings freuten und auf viele zu erwartende Begegnungen mit den großen Hirschen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Nach der reibungslosen Übernahme unseres 22-feet Motorhomes starteten wir bei leichter Bewölkung am Nachmittag in Richtung des nächsten Supermarktes. Nachdem alle notwendigen Besorgungen erledigt waren, fuhren wir noch ein Stück nach Süden und wählten schließlich unseren ersten Stellplatz für die Nacht im La Manche Provincial Park.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Elche: 0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;27.-28.06.2014 - Sonne und Wolken in La Manche und Terra Nova&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter leider von seiner üblen Seite. Was in der Nacht als leises Trommeln auf das Dach des Wohnmobils begonnen hatte, steigerte sich in einen grauen Dauerregen. Nach einem gemütlichen Frühstück im Trockenen brachen wir dennoch zu unserer ersten Wanderung zu den Ruinen des Ortes La Manche auf - getreu dem Motto: &quot;Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!&quot; Der Weg ist ein kleiner Teil des insgesamt 265 km langen East Coast Trails und ein schöner Einstieg. Des Wetters wegen endete unser Ausflug jedoch bereits nach einigen Kilometern an der 50 m breiten Suspension Bridge, einer beeindruckenden Fußgängerbrücke über die Schlucht des La Manche Rivers mit Blick aufs Meer.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anschließend führte der Weg in unserem Wohnmobil entlang des Trans Canada Highways zum Terra Nova National Park. Mit jedem Kilometer wurde das Wetter nun etwas besser, so dass wir am Nachmittag und auch am Folgetag bei Sonnenschein tolle Wanderungen unternehmen konnten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dabei gab es reichlich schöne Natur, nur ein Elch wollte sich nicht zeigen.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Elche: 0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;29.-30.06.2014 - Eisberge in Twillingate&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Einer der Höhepunkte unserer Reise sollten die Eisberge sein, weshalb wir uns auf den Weg nach Twillingate begaben, zur &quot;Eisberg Capital of the World&quot;. Nach einer langen Fahrt durch eine immer dünner besiedelte Landschaft erreichten wir irgendwann New World Island und plötzlich war er zu sehen: Der erste Eisberg - blau-weiß und wunderschön.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Wetter zeigte sich in den kommenden Tagen von seiner besten Seite, kurze Hosen und T-Shirt waren ausreichend und Sonnenschutz ganz wichtig. Auf diversen Wanderungen lässt sich die Gegend erkunden und erlaubt immer neue Blicke auf die weißen Giganten, die majestätisch im Meer thronen. Ganz nah kann man ihnen auf einer der angebotenen Bootstouren kommen und sich erneut von ihrer Schönheit verzaubern lassen. Der Kapitän angelt auch gern ein kleines Stückchen aus dem Wasser. Überhaupt dreht sich hier alles um die Eisberge, die trotz globaler Erwärmung in diesem Jahr zu hunderten zu bewundern waren. So gibt es etwa auch ein Eisbergbier. Die Landschaft erinnert ein wenig an Allgäu mit Meerblick, eine interessante Kombination. Nach hunderten Fotos und endlosen Staunen fiel der Abschied ein bisschen schwer, aber es gab ja noch weitere Höhepunkte auf der Insel und hoffentlich bald auch Tiere zu bewundern, denn bisher war der Stand unverändert…&lt;br /&gt;&lt;em&gt;…Elche: 0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;01.07.2014 - Alexander-Murray-Trail und die Mücken&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Trübsal wurde nicht lang geblasen, denn es stand bereits das nächste Highlight an! In King´s Point startet der Alexander-Murray-Trail. Der gut ausgebaute Wanderweg führt anfangs durch Wälder und sumpfartige Landschaft und hier fühlen sich auch Mücken wohl. Zum Glück war ein Fläschchen Muscol unser ständiger Begleiter und ließ uns der Sache Herr werden. Der Weg führt über unzählige Stufen auf eine Anhöhe, die es erlaubte, Eisberge in der Ferne zu entdecken und die Landschaft in ihrer Vollkommenheit auf sich wirken zu lassen. Während wir über Holzstege durch das Moor wandelten, lenkten verschiedene Blüten unsere Aufmerksamkeit auf sich: Orchideen, aber auch fleischfressende Pflanzen wie Sonnentau und Kannenpflanzen. Zwischen all dieser Blütenpracht schwirren wunderschöne Schmetterlinge umher.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf den Wegen haben die Elche reichlich Dünger hinterlassen, wenngleich es weiterhin zu keiner persönlichen Begegnung kam. Nachdem bereits die meisten der 2200 Stufen geschafft waren, zwang eine verschwundene Brücke zum Abkühlen der Füße. Die kleine Fluss-Durchquerung verleiht dem Trail noch etwas abenteuerlichen Charakter.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Elche: 0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;02.-05.07.2014 - Mondlandschaft in Gros Morne&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bei strahlenden Sonnenschein fuhren wir weiter auf den Trans Canada Highway Richtung Westen in den Gros Morne Nationalpark. Steile Felsen und tiefe Fjorde prägen die grandiose Landschaft. Hier spürt man die typische Weite Kanadas ganz besonders.&lt;br /&gt;Ein Höhepunkt sind die Tablelands - eine Art Mondlandschaft die geologisch interessant ist und dem Nationalpark den UNESCO-Welterbe-Titel beschert hat. Spärlich bewachsen und durch einige Bäche zerklüftet wirken die braunen, flachen Berge ein wenig befremdlich neben ihren baumbewachsenen, grünen Nachbarn. Der kurze Wanderweg lohnt sich, auch wenn vor Bären gewarnt wird - von wilden Tieren war weiter nichts zu sehen.&lt;br /&gt;Im Norden des Parks lädt der Coastal Trail zu einer Wanderung zwischen dichtem Wald und wilder Küste ein. Zur Abwechslung soll es hier diesmal Koyoten geben, aber auch die waren glücklicherweise zu scheu für uns. Sehr schön war auch der Weg zum Western Brook Pond, einem eingeschlossenen Fjord, der sich im Laufe der Zeit zu einem Binnensee entwickelt hat. Die Wanderung durchs Moor endet am See, wo man eine Bootstour anschließend kann, die bei entsprechender Sicht einen atemberaubenden Blick auf die Felslandschaft verspricht. Mitunter kann der Nebel dies jedoch verhindern.&lt;br /&gt;Unseren persönlichen Höhepunkt hatten wir beim Kajakfahren in Norris Point. Bei herrlichem Sonnenschein paddelten wir über das klare, ruhige Wasser, als plötzliche eine Gruppe Wale neben uns auftauchte. Friedlich durchkämmten die großen Meeressäuger das Wasser um uns herum und erlaubten uns eine fantastische Perspektive, die es wohl in dieser Art bei keiner Whale-Watching Tour zu erleben gibt.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Elche: 0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;06.-07.07.2014 - Wale in Bonavista&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Sehnsucht nach den Eisbergen ließ uns wieder in Richtung Osten fahren. Die Halbinsel Bonavista liegt im Nordosten Neufundlands an der so genannten &quot;Eisberg Alley&quot; und bietet darüber hinaus die Chance auf verschiedenen Seevögel und Wale.&lt;br /&gt;Doch zunächst galt es, ein gutes Stück Highway hinter uns zu bringen.&lt;br /&gt;Der Skerwink Trail bei Trinity ist wohl einer der schönsten Wanderwege auf der ganzen Insel. Nach einem kurzen Aufstieg wurden wir mit einer wahrhaft mystischen Kulisse belohnt. Über uns strahlte blauer Himmel, über dem Wasser war eine dicke, kühle Nebelwolke, die sich jedoch mehr und mehr der Sonne geschlagen geben musste. In der Ferne schien ein Eisberg über dem Meer zu schweben, unter uns toste das Wasser entlang der bizarren Felsen und Klippen. In der Ferne dröhnte ein Nebelhorn und ganz aus der Nähe hörten wir die Wale. Nach jeder Kurve ein neuer Blick und immer weniger Nebel und endlich konnten wir sie sehen: Buckelwale ganz nah an der Küste. Die in riesigen Schwärmen vorhandenen Lodden bescherten Nahrung im Überfluss, so dass es reichlich Wale zu bestaunen gab. Mit ein wenig Geduld erlauben sie auch wunderschöne Fotos.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Neufundland ist auch für Vogelliebhaber ein lohnendes Reiseziel. Besonders verzaubert haben uns die Papageientaucher. Am Cape Bonavista kann man sich ihnen auf wenige Zentimeter nähern und sich an den drolligen Vögeln erfreuen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nur eine Tierart wollte sich noch immer nicht zeigen:&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Elche: 0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;08.-09.07.2014 - Abschied in St. John&#039;s&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Unsere Reise näherte sich nun schon langsam ihrem Ende und daher fuhren wir wieder in Richtung St. John&#039;s, um uns noch ein wenig urbanes Flair zu gönnen. Als ob es der Natur klar gewesen wäre, dass sie uns so nicht entlassen kann, wurde unsere Geduld nun auch noch belohnt. Innerhalb weniger Stunden zeigte sich eine regelrechte Elch-Parade entlang des Trans Canada Highways. Mit unglaublicher Gelassenheit trotten die großen Tiere über die Straße oder vergnügen sich im Wasser direkt am Straßenrand.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Neufundlands Hauptstadt lässt sich am ehesten als Niedlich beschreiben. Der Hafen wirkt eher industriell und unspektakulär, die Downtown ist dafür recht hübsch und gut zu erlaufen. Ein Blick vom Signal Hill zeigt noch einmal ein paar versprengte Eisberge und vielleicht die Ankunft eines großen Kreuzfahrtschiffes in der engen Hafenzufahrt.&lt;br /&gt;Die Abgabe des Campers gestaltete sich ebenso freundlich und unkompliziert wie die Übernahme. Das deutliche Überziehen des gebuchten Kilometer wurde großzügig übersehen. Nach einem Kaffee und ein wenig Plauderei über die Highlights der Reise wurden wir zum Flughafen gebracht und herzlich verabschiedet.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fazit:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kanadas maritimer Osten muss sich keinesfalls hinter den berühmten Reisezielen im Westen verstecken und bietet wunderschöne Natur und fantastische Urlaubserlebnisse.&lt;/p&gt;</description>
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                <title>Kanadas Osten erkunden 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/kb_u.-kroker-weisskopfseeadler-cape-bretonb.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Alles begann im September 2014&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;3 Wochen Neufundland und Nova Scotia&lt;/p&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2015 von SK-Kunde Sabine und Stephan Steege&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wir waren gerade von einer Reise in den Nordwesten der USA ( von SK organisiert ) zurückgekommen. Viele tolle Tierbeobachtungen waren uns gelungen. Nur die Ausbeute an Fotos von Elchen und Weißkopf-Seeadlern war bisher minimal. Also, was tun? Anruf und Mail an Thomas Reichert von SK: Wo können wir Elche und Weißkopf-Seeadler finden? Antwort von Thomas Reichert: Na, in Neufundland, da war ich gerade und habe nirgendwo sonst so viele Elche gesehen. Weißkopf-Seeadler natürlich auch.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Also - gesagt, getan:&lt;br /&gt;Mitte Juli 2015 flogen wir von Frankfurt nach Halifax in Nova Scotia. Nach &quot;kurzem Flug&quot; (die Flüge an die nordamerikanische Westküste, die uns von früheren Reisen noch in guter Erinnerung waren, hatten ja noch einige Stunden länger gedauert) und der Übernahme des Mietautos akklimatisierten wir uns in Nova Scotia und näherten uns Neufundland langsam an.&lt;br /&gt;Die Fährüberfahrt von Sydney (in Nova Scotia) nach Argentia (in Neufundland) war schon ein Höhepunkt. Nach einer ruhigen Nacht in unserer Cabin im 10. Stockwerk der Fähre mit dem klangvollen Namen &quot;Atlantic Vision&quot; waren wir bereit für die Tierwelt von Neufundland. Nach der Ausfahrt aus dem Parkdeck der Fähre fuhren wir zum Cape St. Mary. Eine Rangerin machte eine kurze Einweisung, dann liefen wir zu den Brutfelsen der Basstölpel. Der merkwürdige Name dieser Seevögel passt überhaupt nicht zu ihrem Erscheinungsbild. In der Luft sind sie sehr elegante Segler mit einer weit größeren Spannweite als Möwen. Wir waren nur wenige Meter von ihren Brutplätzen, nur durch eine schmale Schlucht, die sie vor Feinden und Menschen schützt, von ihnen getrennt. Sie segelten an allen Seiten ganz dicht an uns und über uns vorbei. Unsere kleine Wanderung dorthin und zurück zog sich nur über wenige Kilometer, aber sie dauerte fast zwei Stunden, weil wir immer wieder stehen blieben und fotografierten, denn die felsige Küste mit den segelnden Vögeln lud einfach dazu ein, wir konnten und wollten dem nicht widerstehen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;Auch das Wetter spielte mit - hier setzte sich jetzt endgültig die Sonne durch. Wir waren total happy, als wir unsere Fahrt Richtung St. Johns fortsetzten. Ab dem nächsten Tag führte unsere Fahrtroute auf den Transcanada-Highway 1 und quer über die Insel. Abstecher, z.B. an die Nordküste bei Lewisporte zum Beothuk Interpretive Center, wo einige sehr engagierte Rangerinnen liebevoll ein Museum zur Erinnerung an die First Nations betreuen, brachten uns spannende Einblicke in diese Insel. Nur - keine Elche! Wo sind die?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz im Westen, in Rocky Harbour, erreichten wir wieder das Meer, den Golf von St. Lorenz. Nun ging unsere Fahrt nach Norden, immer an der Küste entlang zwischen dem Meer auf der einen Seite und den Tablelands auf der anderen – eine grandiose Weite! Die Geschichte der Tablelands ist auch total spannend. Das gelbe Gestein, das die Geologen Periodit nennen, wurde vor 460 Millionen Jahren aus 10 Kilometer Tiefe an die Oberfläche gepresst. An den Bruchstellen ist es schwarz. Es ist so verdichtet, dass sich keinerlei Pflanzen darauf ansiedeln können. Nackt und kahl ragen die Felsen heraus und ziehen durch ihre Einzigartigkeit Geologen aus aller Welt in ihren Bann.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Also: tolle Landschaft, aber - keine Elche! Wo sind die nur?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir kommen schließlich in Main Brook an. Die Tuckamore Lodge punktet mit vielen Geweihen, Fellen und anderen Tierpräparaten. Auch die Unterkunft selbst ist sehr niveauvoll, die Betreuung durch das Personal ist exzellent. Aber in unserem &quot;Elchfieber&quot; suchen wir immer wieder nach Spuren. Ob wir wohl hier welche sehen werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abends gehen wir dann auf die Pirsch. Celie, unsere Gastgeberin, hatte gesagt, die größten Chancen hätten wir in der Abenddämmerung, da würden sie aus dem Wald auf die Straße treten. Also fahren wir langsam und vorsichtig die Straße bei der Lodge ab, hin und her, und wieder auf und ab, Kilometer um Kilometer. Nichts - nicht ein einziges größeres Tier zeigt sich. Es wird schon so dunkel, dass wir zweifeln, ob ein Foto in diesem Licht noch etwas werden würde. Da plötzlich - auf der hellen Straße vor uns, noch weit entfernt, nehmen wir plötzlich mehrere dunkle Konturen wahr, die sich bewegen. Schnell fahren wir heran: es sind - nein, keine Elche, sondern Karibus - immerhin. Eine Mutter mit ihrem Kind. Als wir ihnen zu nahe kommen, flüchten vor uns in Fahrtrichtung und dann seitlich in das Unterholz, wo wir sie sofort aus den Augen verlieren. Nun ist plötzlich der Bann gebrochen. Nur wenige Minuten später sehen wir - ELCHE! Eine Mutter mit ihrem Kind steht im Buschwerk, nur vielleicht 10 Meter von uns und der Straße entfernt. Wunderschöne, dunkelbraune Tiere. Ein paar Schnappschüsse mit der Kamera lassen sie zu, dann trollen sie sich. Weitere wenige Minuten später sehen wir noch mehrmals einzelne Elche am Straßenrand. Nur wenn sie sich aus dem Dickicht des Waldes lösen, haben wir überhaupt die Chance, sie zu sehen. Keiner lässt uns aber mehr so dicht heran. Völlig berauscht von diesen Erlebnissen loben wir Thomas Reichert, dass er uns hierhin geschickt hat - bestimmt haben ihm in diesem Moment die Ohren geklingelt…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag, auf dem Weg nach St. Anthony, finden wir zwei Horste von Fischadlern am Straßenrand. Sie schimpfen nervös, als wir uns nähern, aber ihre markanten Schreie imponieren uns sehr, und sie lassen sich von uns fotografieren.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;In St. Anthony, dem nördlichsten Ort unserer Reise, hält die Tierwelt Neufundlands noch Wale für uns bereit. Auf einem kleinen, stark schwankenden Motorboot nähern wir uns den Stellen, an denen der Bootsführer mit Radar und vielleicht noch anderen modernen Hilfsmitteln Wale geortet hat, und versuchen mit der Kamera den Moment zu erwischen, wenn sie ihren Rücken aus dem Wasser heben. Wer ganz großes Glück hat, fängt die Sekunde ein, wenn ein Wal mit seiner Schwanzflosse winkt (der &quot;Fluke&quot;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So sind ja schließlich doch noch alle unsere Wünsche in Erfüllung gegangen, welche Tiere wir sehen wollten - oder? Ach ja, da war doch noch was… Weißkopf-Seeadler!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fahren entlang des Gros Morne Nationalparks wieder nach Süden. An der &quot;Küste der Stürme&quot; nördlich von Port aux Basques fahren wir bei herrlichstem Sommerwetter von Leuchtturm zu Leuchtturm. Aber Weißkopf-Seeadler finden wir erst, als wir wieder in Nova Scotia sind. In einer kleinen Bucht im Cape Breton Nationalpark und am Bras d Or Lake schweben sie dann majestätisch über uns!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den &quot;tierischen Begegnungen&quot; gehörten natürlich noch mehr Erlebnisse: ein Luchs, der sich versteckt, zum Beispiel, und dann war da noch der Fuchs, der gerade etwas in der Schnauze davontrug: sein Frühstück in einer Tüte der Schnellrestaurantkette &quot;Tim Hortons&quot;!&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Zu schnell waren die drei Wochen auf den zwei großen Inseln wieder vorbei, und via Halifax und Frankfurt kamen wir gesund und munter wieder zu Hause an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danke SK!&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Quer durch Kanada im Wohnmobil 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 19 Jul 2018 03:00:51 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/sk-2441230_t.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Kanada September 2014&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Von Ost bis West&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2014 von SK-Kunde Christian Hans Schwarz&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Dieser Reisebericht soll einfach einen kleinen Einblick in meine Reiseerfahrung von Kanada geben. Ich habe die Touren natürlich etwas genauer beschrieben, so dass ih euch auch etwas daran orientieren könnt, falls ihr die Tour auch machen möchtet.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Vor allem will ich mit der kurzweiligen und amüsanten Beschreibung eine andere Art von Reiseführer machen, die einfach Spaß machen soll zu lesen - bei der du aber auch nicht alles so ganz genau nehmen darfst. Es gibt sicherlich Dinge, die ich gar nicht beschrieben, einfach übergangen oder andere Details mehrfach wiederholt habe. &lt;br&gt;Vor allem aber dient dieser nachfolgende Bericht der Unterhaltung. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurzbeschreibung:&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;Also wirklich gut vorbereitet bin ich nicht - damit ihr überhaupt wisst, um was es geht, hier ein kurzer Überblick, was geplant ist:&lt;br&gt;Da mein Bruder in den nächsten Tagen in Ottawa/Kanada heiratet - werde ich die Reise über das große Wasser wagen, damit ich bei diesem Ereignis dabei bin. &lt;br&gt;Allerdings möchte ich auch die Möglichkeit nutzen und für 14 Tage die Rockies besuchen, um einige Tagestouren dort zu machen.&lt;br&gt;Sicherlich merkt Ihr, dass ich nicht zum Autor geboren bin -&lt;br&gt;verzeiht mir bitte meine grammatikalischen Würfelleien und Schreibfehler.&lt;br&gt;In der ersten Woche war ich bei der Hochzeit von meinem Bruder in Ottawa.&lt;br&gt;Also sind die ersten 5 Tage eher privat und eventuell nicht so interessant.&lt;br&gt;Wenn ihr allerdings wissen möchtet wo man gut Essen gehen kann in Ottawa,&lt;br&gt;ein bisschen was über die Stadt erfahren wollt und sehen möchtet, wo man in den Hills auch Hochzeit machen kann, darf man diesen Teil natürlich sehr gerne lesen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ab Tag 6 beginnt dann die neue Reiseberichtnummerierung mit 1/6 etc. und die eigentliche Reise durch die Rockies. Ich war nur in einer kleinen Region der Rockies also &amp;quot;Kananaski Country&amp;quot; - &amp;quot;Banff National Park&amp;quot; und &amp;quot;Jasper Nationalpark&amp;quot;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Über die anderen Parks werde ich auch gerne berichten, falls ich sie einmal bereisen sollte. So jetzt aber viel Spaß beim Lesen.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 1&lt;/strong&gt;: &lt;em&gt;Von Stuttgart nach Ottawa&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist 7 Uhr morgens, ich stehe am Bahnsteig und warte auf den Zug.&lt;br&gt;Der Koffer stand schon seit Dienstag fertig gepackt im Ankleidezimmer .Nun ist es endlich soweit. Eine Stunde früher als geplant fahre ich los.&lt;br&gt;Die S-Bahn rollt an, und ich verabschiede mich von meiner derzeitigen Wahlheimat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Stuttgart angekommen, muss ich erst einmal über die Baustelle von Stuttgart 21 laufen, um zu den Bahngleisen zu gelangen. Es hat sich aber schon viel getan.&lt;br&gt;Ich nehme einen Zug früher als geplant, muss zwar umsteigen, aber was soll es - jetzt soll es endlich losgehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Wartezeit verbringe ich damit, meine letzten Euros auszugeben und mir 3 Donuts und ein Baguette bei Lé Crobac zu holen. Die Donuts in die Tasche, das Baguette in den Magen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist viel los auf den Bahnsteigen, ebenso wie im ICE nach Mannheim.&lt;br&gt;Ich mach es mir im Bistro gemütlich und trink ein überteuertes schlecht schmeckendes Gebräu was sich Kaffee schimpft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Durchsage: &amp;quot;Wir haben 10 min. Verspätung, es ist nicht gewährleistet, dass Sie Ihre Anschlusszüge bekommen&amp;quot; - aus den 10 min. Verspätung wurden 12min. Laut Fahrplan hätte&lt;br&gt;ich 6 min Zeit gehabt, um in Mannheim am gegenüberliegenden Gleis in den ICE nach Frankfurt einzusteigen. - Na toll, dachte ich mir, fängt ja gut an -&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber, auf die Bahn ist eben verlass - Da der andere Zug auch 8 min Verspätung hatte ging alles wie am Schnürchen. Man kann sich halt darauf verlassen, die Bahn kommt immer zu spät.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Flughafen in Frankfurt angekommen, wurde mir durch das freundliche Personal schnell geholfen, Check-In Schalter gefunden, Koffer aufgegeben trotz 2,5 kg Übergewicht, super freundliche Dame, die mich da bedient hat...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;...und ab durch den Zoll - die wollten nix von mir, ich hatte auch nix dabei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer schlechten Currywurst ging es dann in den Flieger.&lt;br&gt;Über den Flug gibt&#039;s nicht viel zu sagen - war lang, zwei mittelmäßige Filme angeguckt&lt;br&gt;und schlecht gegessen - aber man drückt es teilweise halt rein - hat man ja bezahlt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Ottawa angekommen, holte uns mein Bruder mit seiner neuen Frau am Autoverleih im Flughafen ab. Er hat uns- meinen Eltern und mir - ein wirklich zauberhaftes Appartement besorgt und ein tolles Auto.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;An den Verkehr muss man sich erst einmal gewöhnen. Die Ampeln sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite bzw. Kreuzung - Mit dem Schilderwald komme ich auch noch nicht ganz klar, aber ich denke, dass das sich in den nächsten Tagen auch klären wird.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer Mini-schnell-durch-das-Viertel-Schlender-Tour - haben wir in einem Irish Pub zu Abend gegessen - danach gab es noch eine Lightshow am Parlament. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; &lt;br&gt;&lt;strong&gt;Tag 2:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Ottawa - Eine junge Stadt&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Also von heute kann ich euch nicht viel berichten - da einfach nicht viel passiert ist.&lt;br&gt;Die meiste Zeit des Tages habe ich damit verbracht, im Auto zu sitzen und durch Ottawa zu fahren ohne Navi. - Unmöglich ...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir waren um 9.00 Uhr verabredet zum Breakfast im Farmhouse mit Rachel und meinem Bruder (dem Brautpaar) - aber hier laufen die Uhren etwas langsamer und das Farmhouse machte erst um 10.00 Uhr auf. No problem - ein paar Meter über die Bank Street geschlendert, stehen wir vor einer Art Starbucks, allerdings mit Kaffee aus eigener Röstung - war ganz gut.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Danach ging es zurück zum Farmhouse in Ottawa in der Bankstreet - ja das Essen war ganz okay  - aber ich hab irgendwie die Pancakes mit Ahornsirup vermisst - hab ich irgendwie noch nirgends hier in Canada gefunden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach dem Frühstück ... es ist inzwischen 15:30 Uhr - gehen wir wieder zu unserer Unterkunft. Eine Stunde später besuche ich meinen Bruder in seinem Haus und schaue mir sein neues Heim an.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Über den Rest reden wir am besten nicht - &lt;br&gt;Ich habe versucht ohne Navi (es ist in Canada sehr schwierig günstig an Internet zu kommen) vom Haus meines Bruders zu unserem Appartement zu finden. Dabei musste ich eine Zwangsrundfahrt durch Ottawa machen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diese Tour führte mich auch über den Brewed Marked , den wir später noch besuchen werden. Sieht aus wie unsere Stuttgarter Königstrasse - viele Einkaufsgeschäfte, Bars und Restaurant nebeneinander.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einem kleinen Drink ging es wieder zurück zum Appartement und danach in das wohl schlechteste Restaurant in Ottawa. Meine Eltern wollten zum Abendessen zum Thailänder gehen - da dieser direkt in der Nähe von unserem Appartement lag.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Äußere Erscheinung:&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;Das Restaurant liegt an einer Ecke und ist von zwei Seiten zu sehen. Die Scheiben sind mit schlechten Bildern vom Essen zugeklebt und andere unsinnige Werbung klebt von außen an dem Restaurant. Eigentlich schon ein Grund in Europa den Laden nicht zu betreten.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Innen:&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;Die Tische sehen für einen günstigen Vietnamesen typisch aus. Die üblichen Saucen in bekannter Asia-Manier stehen auf dem Tisch. &lt;br&gt;Ein asiatischer junge ca. 12 Jahre alt bedient uns, sonst ist niemand im Laden zu sehen.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Karte:&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;Die Karte sieht aus wie der Laden von außen. &lt;br&gt;Zugepflastert mit schlechten Bildern&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Essen: &lt;/strong&gt;&lt;br&gt;Dafür gibt es zwei punkte - optisch sieht es gut aus ... &lt;br&gt;Geschmacklich: ich hab immer noch so einen bitteren Nachgeschmack im Mund ...&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 3: &lt;/strong&gt;&lt;em&gt;Ottawa - Kennenlernen der Familie&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute ist der Tag, an dem wir die Familie meiner Schwägerin kennenlernen.&lt;br&gt;Wir sind zum Essen eingeladen in ein arabisches Restaurant.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unterwegs begegne ich immer wieder diese typischen nordamerikanischen Trucks.&lt;br&gt;Sie sind optisch etwas kleiner als z.B. ein Mercedes-Actros, aber dafür doppelt so laut und sehen sehr imposant aus. Immer wieder findet man auch Kirchen an den Straßen, die aussehen als hätte man sie gerade erst gebaut. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Restaurant angekommen schaue ich mich erst einmal um - direkt gegenüber gibt es einen kleinen Sushi Laden - macht einen ganz passablen Eindruck und so ist es auch.&lt;br&gt;- der Tag scheint gerettet nach zwei Lachs Sushi und 6 Avocado Maki.&lt;br&gt;Jetzt komme was wolle. Bericht nachzulesen auf Yelp.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Mittagessen zieht sich bis spät in den frühen Abend. &lt;br&gt;Trotzdem beschließe ich spät am Abend noch nach einem kleinen kulinarischen Highlight in der Stadt zu suchen...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;... keine 300m von unserem Appartement entfernt, finde ich das womöglich beste Restaurant der Stadt. Dieser Ausflug soll sich mehr als gelohnt haben. Sicherlich ist es nicht billig, aber was kann man von &amp;quot;billig&amp;quot; schon erwarten.&lt;br&gt;Es war einfach phänomenal - so stelle ich mir ein Bar/Restaurant in Canada oder auch in Irland/Wales etc. vor&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hier stimmte einfach alles&lt;/em&gt; - &lt;br&gt;Nur eine kleine Nische in der Häuserfront an der großen Bankstreet ist das Walesbone.&lt;br&gt;Es ist etwas dunkel so wie viele Pubs - es ist voll und laut. Die meisten Besucher dieses Lokals sind mittleren Alters, aber auch ein paar junge Einheimische sitzen an der Bar.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hier wird Musik zwar nicht von Hand gemacht, aber der Barkeeper der gleichzeitig auch Austernöffner und Chef in einer Person ist legt hier die Platten noch eigenhändig auf.&lt;br&gt;Ein alter Schallplattenspieler steht auf der Rückseite des Tresens und darüber  ein Regal mit unsortierten meist alten Vinylplatten. Immer wieder stöbert der Barkeeper durch die Sammlung und sucht nach dem nächsten musikalischen Highlight an diesem Abend.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vorspeise:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Fischsuppe - sensationell !! Mehr kann ich nicht sagen.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Hauptgang:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Kanadische Austern.... viel besser als die französischen.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;Der Ausflug hat sich gelohnt - da gibt man mal gerne 80$ aus.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 4:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Hochzeit - Le Belvedere - Ottawa&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ja - der große Tag der Hochzeit ist gekommen.&lt;br&gt;So gegen 7:00 Uhr fahre ich durch die Stadt, um zum Weddinghotel zu kommen.&lt;br&gt;Es ist ruhig, die Stadt schläft noch. Aus dem Fluss steigen Nebelschwaden, die leicht über das Wasser gleiten. Die Sonne wirft ihre ersten Strahlen über das Parlament und Downtown - ein toller Anblick! &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kurze Zeit später befinde ich mich im Hinterland. Es geht Richtung Westen in die Hills.&lt;br&gt;Zum ersten Mal sehe ich die viel bewunderte Natur von Kanada. Sicherlich ist es nur ein kleiner Teil, aber es ist ein wunderschöner.&lt;br&gt;Jetzt  verstehe ich auch, was mit weitem Land gemeint ist. Im Prinzip sieht es aus wie bei uns im Nordschwarzwald. Viele Hügel, Laubbäume, Tannen und alles ist tiefgrün - nur alles in Maxiausgabe.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Man könnte hier länger als eine Minute eine Kamerafahrt über das Panorama machen und immer noch keinen Telefonmasten, Straße oder Ähnliches sehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach ca. 20 min verlasse ich den Highway. Dazu man muss sagen, dass die Straßen hier nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind, sondern eher mit denen in Süditalien oder in Randgebieten von Spanien.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es geht jetzt auf einer kleineren Landstraße etwas kurvenreicher durch die Hügel im Vorland von Ottawa. Auf beiden Seiten sieht man immer wieder kleine zu gewucherte Seen und Tümpel, man fühlt sich schon fast  wie in der Wildnis angekommen.&lt;br&gt;Die Nebelschwaden liegen über den Bäumen und ziehen langsam der immer stärker scheinenden Sonne entgegen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die letzten Meter zum &amp;quot;Le Belvedere&amp;quot; gehen auf einem matschigen Pfad relativ steil den Berg hinauf. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oben angekommen erscheint ein wundervoller Ausblick&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 5:&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Der Tag nach der Hochzeit&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute ist nicht viel geplant - einfach noch den Tag von gestern verdauen.&lt;br&gt;Ich mache mich morgens auf, um meinen Eltern Croissants zu besorgen - die ganze Aktion gestaltete sich allerdings schwieriger, hier versteht man unter &amp;quot;Bakery&amp;quot; eher ein Süßwarenladen als eine Bäckerei mit Brot.&lt;br&gt;Ich nutze die Gunst der Stunde und besuche eine Kaffeerösterei.&lt;br&gt;Wirklich leckerer Kaffee.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nachdem ich beim Supermarkt ein paar Brötchen besorgt hatte, schlenderte ich wieder zurück zum Appartement. Wir frühstückten auf der Terrasse und schauten uns später dann einen See in der Nähe an.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ganz in der Nähe war auch Little Italy - eine Straße mit italienisch klingenden Namen und selbstgemachtem Eis. Allerdings zählen hier Türken und Griechen auch zu &amp;quot;Little Italy&amp;quot;.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 1/6&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Aufbruch nach Calgary&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dieser Tag ist der 6. Tag von meiner Kanada-Reise aber eigentlich der 1. Tag von der Reise in den Rockies.&lt;br&gt;Nun soll es also beginnen, das Abenteuer (der Trip den viele gerne machen würden,  ganz alleine durch das Gebirge der Rockies fahren und wandern - oder auch nicht).&lt;br&gt;Egal wem ich heute begegnen werde, alle schauen mich mit erstaunendem Blick an und fragen, ob ich wirklich alleine durch die Rockies fahren und wandern will. - Dazu später mehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Koffer sind gepackt und der Rucksack wartet nur darauf, dass er auf den Schultern getragen werden darf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Viel zu früh treffen wir am Flughafen ein. Der Flughafen von Ottawa ist ziemlich klein, aber modern und schnuckelig - man kann alles überblicken und sich auch nicht verlaufen.  Beim Check-In geht hier alles per Touchscreen vollautomatisch. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man muss halt seinen Reisepass dabei haben und einlegen, die Flugnummer wissen&lt;br&gt;und schon kann man sich selber einchecken - tolle Sache. Meine 2,5 kg Übergepäck wurden zum Glück toleriert - Danke AIR CANADA - Ein Blick auf die Abflugtafel, was fällt auf - wo soll es wohl hingehen?&lt;br&gt;&lt;br&gt;Klar - natürlich an den einen Ort, wo es keine +Grade haben soll nach Calgary - der Olympiastadt. Aber was soll es, ich bin es ja gewöhnt aus der Schweiz vom Wintercamping. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Calgary nach 4 Stunden Flug angekommen, muss ich erst einmal die Uhr um zwei Stunden zurückstellen. Der Check-out ist etwas ungewöhnlich. Ich steige aus der Maschine aus und stehe plötzlich zwischen den wartenden Menschen, die in den nächsten Flieger oder sogar in den gleichen wollen, mit dem ich gerade gelandet bin. &lt;br&gt;Bei der Landung und der langen Rollphase am Boden hab ich schon bemerkt, hier in Calgary ist ein sehr großer Flughafen, also hatte ich natürlich auch ein wenig die Befürchtung, dass ich mich verlaufen könnte.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Wartehalle angekommen, suche ich die Kofferausgabe. Plötzlich steht ein Cowgirl mit Lederhose, Bluse und einem weißen Cowboyhut vor mir und winkt uns in eine Richtung. Mir fällt das Koffersymbol an den Richtungsschildern auf ,und so finde ich das Gepäckband in der Ankunftshalle - überall Frauen und Männer vom Flughafenpersonal in dieser typisch canadischen Cowboykluft  -  sieht toll aus, irgendwie fühle ich mich jetzt angekommen-&lt;br&gt;Koffer geschnappt und mit dem Shuttle, der schon auf mich gewartet hat, zum Hotel.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Leckeres Abendessen im Mexican Grill - vermutlich das letztemal in dieser Woche, dass ich mir ein Restaurantessen gönne.  Danach ab ins Hotel und sich auf morgen freuen.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 2/7&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Calgary -&amp;gt; Kananaski Mountains -&amp;gt; ca 130 km (Elkbow Lake)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Über Nacht fegte ein Schneesturm über Calgary. Alle Ampeln sind ausgefallen und viele Telefonleitungen. Es hat in der Stadt ca. 5cm Neuschnee gegeben.&lt;br&gt;Früh am Morgen im Hotel warte nicht nur ich auf den Shuttlebus von Fraserway.&lt;br&gt;Doch nach einer kleinen Verspätung auf Grund der winterlichen Zustände geht es endlich los.&lt;br&gt;Die Übergabe läuft relativ zügig und ich kann mein Minicamper in Beschlag nehmen.&lt;br&gt;Er ist wirklich klein. Wie sollen da zwei Personen genügend Platz haben? Ich bekomme gerade all meine Sachen unter. - Aber ich bin zuversichtlich, da er sehr wendig ist und ich vermutlich überall damit parken kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mittags geht es los zum Supermarkt, um Proviant einzukaufen.&lt;br&gt;Ich habe mich auf die nötigsten Lebensmittel beschränkt: Kaffee, Wasser, Salat, Fleisch, ein paar Chips- mal sehen wie weit ich damit komme - nach der Rechnung von 180$ müsste ich ja eine Woche gut davon leben können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach dem Supermarkt fahre ich auf der Landstraße 567 in Richtung Highway 1A.&lt;br&gt;Ein weites und offenes Land erschließt sich mir. Kaum habe ich die Stadt hinter mir gelassen, fühlt man sich ganz alleine -nur eine endlose Straße vor einem.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer Weile mache ich auch schon die erste Begegnung mit einem Tier.&lt;br&gt; Ein Eichhörnchen hoppelt über die Straße  - kenne ich ja schon aus Ottawa. Nichts besonderes, trotzdem lustig. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Strasse 567 wird nun zur 772. Ich muss ein paar Umleitungen aufgrund von Bauarbeiten fahren, stört mich aber nicht, hab ja mein Google GPS das zum Glück funktioniert, weil ich die Karte noch schnell im Hotel geladen habe.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als ich über eine Anhöhe fahre, sehe ich wie keine 200m vor mir ein sehr großer Fuchs von Rechts nach Links die Straße überquert. Oder war es ein Kojote? - ich weiß es bis heute nicht. Leider war ich zu langsam und konnte den Augenblick nicht festhalten. Ich fahre dann langsam weiter auf der 1A ins Gebirge durch ein beeindruckendes Seengebiet welches zum Nakoda-First Nations-Reservat gehört.&lt;br&gt;Mitten im Niemandsland läuft in der Ferne ein Mensch auf der Straße.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich halte an und nehme ihn ein Stück der Reise mit - es stellt sich heraus, dass er ein Nakoda-Indianer ist und hier in der Nähe gerade ein Hollywoodfilm gedreht wird. &lt;br&gt;Er gehöre zur Crew und sein Auto sei stecken geblieben.&lt;br&gt;Nachdem ich ihn abgesetzt habe, befinde ich mich mitten in einem Waldgebiet.&lt;br&gt;Plötzlich stehen Kühe auf der Straße vor mir - hier muss man wohl wirklich mit allem rechnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf dem Highway1 angekommen, fahre ich wieder ein Stück zurück in Richtung Calgary, biege aber gleich die nächste Abfahrt rechts ab Richtung Kananasky Country. &lt;br&gt;An der Ausfahrt ist das Casino der Nakoda First Nations und auch die Grenze des Reservates.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einem kleinen Zwischen-Stopp in Kananaskis Village und dem nahe gelegen Campground, bekomme ich den Tipp noch weiter nach Süden zu fahren zu den Kananaskis Lakes.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dort angekommen, quartiere ich mich in einen der wenigen offenen Campgrounds ein:&lt;br&gt;Elkwood. Nach einem kleinen Abendessen will ich noch eine Runde Joggen. Es ist 19 Uhr und noch relativ hell. Es hat gerade aufgehört zu schneien. Da ich die letzte Woche nur faul rumgelegen bin, denke ich mir, daß das jetzt wohl gar nicht so verkehrt ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach Kilometer 3 mitten in der Pampa , mache ich dann meine erste Begegnung mit einem Bären. Zwar hab ich ihn nicht live gesehen, aber er muss kurz vor mir hier vorbeigekommen sein und sich auch noch in der Nähe aufhalten. Da die Spuren ganz frisch sind und kein Schnee darauf liegt, beschließe ich, langsam wieder zurück zu laufen.&lt;br&gt;Es ist mir dann doch ein bisschen zu gefährlich im halb Dunklen gleich mit einem Bären zu kämpfen.&lt;br&gt;Na ja - im Vorfeld kann man leicht sagen, ich stell mich darauf ein. Aber wenn man wirklich mitten in der Wildnis auf einem Pfad mitten im Wald steht und die einzigen Spuren, die man neben seinen eigenen sieht, die eines Bären sind und die Fußstapfen größer sind als die eigenen Füße, dann wird einem zwangsläufig etwas mulmig.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Am Camper angekommen, beschließe ich nach einer Dusche den Tag ausklingen zu lassen und mich morgen auf die erste Wanderung im Schnee zu freuen.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 3/8&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Kananaskis Lakes -&amp;gt; Rawson Lake -&amp;gt; Elkwood Campground&lt;br&gt;Schwierigkeitsgrad: leicht / Gelände: Wald / Dauer: 2 1/2h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein wunderschöner Morgen. Die Sonnenstrahlen wecken mich. Ich höre den Schnee von den Bäumen auf den Boden fallen. Alles ist weiß. 10 cm Schnee liegen auf dem Tisch auf meinem Platz. Die Parzellen sind sehr großzügig, hier hätten locker 3-4 Zelte drauf Platz.&lt;br&gt;Ich mache die Türe von meinem Van auf und genieße erst einmal ein paar Minuten die Stille der Natur. Es ist herrlich. Die Nebelschwaden ziehen die Straße herauf und brechen die Sonnenstrahlen, die über das Dach der Bäume zu linsen versuchen.&lt;br&gt;Es ist immer noch kalt. Ich mache mich zur Abfahrt bereit und um 7.30 Uhr biege ich auf die Straße Richtung &amp;quot;Boulten Creek&amp;quot;. Fast hätte ich ein großes Reh oder eine Hirschkuh überfahren. Ich kann das nicht so gut unterscheiden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich biege nach links ab, um in das Tal zu den &amp;quot;Upper Kananaskis Lakes&amp;quot; zu kommen - &lt;br&gt;es sieht aus wie im Winter. Alles hat ein mystisches Licht, das im großen und ganzen blau-weiß erscheint, manchmal aber auch grün schimmert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aus irgendeinem Grund habe ich die Ausfahrt zum &amp;quot;Upper Lake&amp;quot; verpasst und bin mitten auf der Landzunge zwischen den beiden Lakes gelandet. Ich fahre ein Stückchen weiter und lande an dem schönen Fleckchen &amp;quot;Panorama&amp;quot; - woher der Name kommt, lässt sich leicht erklären, wenn man die Aussicht um diese Uhrzeit zu Gesicht bekommt.&lt;br&gt;Die Sonne ist schon über den ersten Hügeln aufgestiegen und erhitzt das kalte Wasser des oberes Kananaskis Lake. Zauberhafte Nebelwölkchen ziehen über das Wasser, das aus einer Vielzahl von Blautönen besteht - &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dieser Ausflug hat sich auf jeden Fall jetzt schon gelohnt.&lt;br&gt;In der Ferne sieht man den einen oder anderen schneebedeckten Gipfel der doch sehr schroffen und steilen Mountains -es ist kein Wunder, dass viele nicht so einfach zu begehen sind, denn es führt auf keinen normalen Wanderweg hinauf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich mach mich langsam auf und fahre wieder zurück, um die richtige Ausfahrt zu den &amp;quot;Upper Lakes&amp;quot; zu finden. Dort angekommen gibt es zwei Parkplätze ich nehme den oberen. Nach etwas suchen finden ich den Anfang von dem Trail - Er ist am Ende des unteren Parkplatzes  auf dem auch im Sommer die Boote zu Wasser gelassen werden.&lt;br&gt;Noch ein kleines Erinnerungsbild.&lt;br&gt;Es ist wohl schon ein einzigartiges Erlebnis, Anfang September eine so schneebedeckte Aussicht zu haben, aber trotzdem noch ein mildes Klima. Gefühlt ist es etwa 4° +.&lt;br&gt;Kurz nach mir kommen zwei Rancher-PicUps vom AlbertaPark-Guide an und laufen mit einer größeren Gruppe hinter mir her - aber ansonsten ist weit und breit niemand zu sehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Trail führt direkt am südlichen Rand des Sees entlang.&lt;br&gt;Nach ca. 13min kommt ein Bach als Hindernis mit einem wunderschönen Wasserfall.&lt;br&gt;Ich sage euch: das ist die erste Challenge gewesen. Ich laufe durch einen eiskalten Fluss/Bach, in dem alle darin liegenden Steine mit einer 1cm dicken Eisschicht bedeckt sind. Zum Glück ist die Karte Wasser dicht - war gleich das Erste, das ins Wasser geflogen ist. Zum Glück sind meine Wanderstiefel einigermaßen dicht.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach 20min geht es dann weg vom See und südlich relativ steil den Hang hinauf.&lt;br&gt;Vor mir ist noch niemand gelaufen und hier in Kanada gibt es keine Wegweiser wie bei uns in den Alpen, auch keine Zeichen an den Bäumen. Hier ist nichts, alles sieht gleich aus. Dazu kommt, dass die Bäume hier deutlich enger stehen als bei uns. Die Gruppe, die vorher noch hinter mir war, hat den leichten Weg rund um den See genommen. Es wird immer stiller je tiefer ich in den Wald hineinlaufe. Der Schnee ist mittlerweile bis zu 20cm tief. Ich bin jetzt ca. 1 Stunde unterwegs und treffe wieder auf die ersten Bären spuren. Man sieht wie die Rinde relativ frisch beschädigt worden ist.&lt;br&gt;Zum Glück hat es geschneit und ich kann mich beruhigen. Es sind keinerlei Tierspuren zu sehen. Ich fasse den Entschluss und laufe weiter. Die Aussicht die mich oben am &amp;quot;Rawson Lake&amp;quot; erwarten sollte, wird mich belohnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein wundervolles Schauspiel spielt sich heute am &amp;quot;Rawson Lake&amp;quot; ab. Es rumort, knarrt und tost. Die Sonne erhitzt den Schnee und an den gegenüberliegenden Felsen schießen die Schneebretter mit lauten Geräuschen über das Gestein in den Abgrund.&lt;br&gt;Der See liegt wie im Märchen sicher in einem Tal von Bergriesen, die den See bewachen und sich in ihm spiegeln. Man fühlt sich wie im &amp;quot;Winter Wonderland&amp;quot; - ein außergewöhnliches Ereignis - jetzt fühle ich mich richtig in der Wildnis angekommen.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wieder hinabgestiegen, bin ich froh, heute keinem Bären begegnet zu sein. Der See hat jetzt sein Kleid abgelegt und strahlt in der Sonne. Die Farbe des Wassers wechselt zwischen Türkis und dunklem Blau.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich möchte noch eine Touristen-Tour machen. In der Mitte der Landzunge gibt es einen kleinen Rundgang. Künstlich angelegt und ganz nett.&lt;br&gt;Am Campground wieder angekommen, mach ich zuerst einmal einen kleinen Mittagsschlaf. Danach möchte ich noch zu den oberen Lakes. Gegen 15:30 Uhr starte ich zu meiner zweiten Tour. Direkt vom Platz aus laufe ich los und besuche noch kurz das Elkwood Amphitheater -was man da nicht so alles in die Wildnis stellt- ich habe davon kein Bild gemacht - hat sich nicht gelohnt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Weiter geht es Richtung William Watson Lodge - Wow, das ist ja purer Luxus.&lt;br&gt;Da stehen wunderschöne Holzhütten mitten in der Natur, bestimmt 10 Stück oder mehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es scheint so, als habe ich mal wieder den richtigen Riecher gehabt und auch diese Landschaftsbilder werden mein Herz höher schlagen lassen. Nebenbei werde ich Augenzeuge wie ein Fischer eine sehr große Regenbogenforelle aus dem Wasser zieht.&lt;br&gt;Außerdem erlebe ich eine weitere Besonderheit an diesem See. Gerade wird eine Regatta für Behinderte ausgetragen. Das wäre ein einmaliges Ereignis, so viele Segelboote auf dem Lake. Na dann.. ich kann auch ohne Segelboote, die machen so viel krach mit ihren Hupen da vertreiben die mir doch alle Tiere.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich laufe nun am Ostufer des &amp;quot;Oberen Lake&amp;quot; Richtung Norden. Der See hat relativ wenig Wasser-es ist ja auch schon fast Winter. Wenn ich die Gegend so betrachte, kann ich jetzt die ganzen Geschichten, die ich früher als Kind gelesen habe oder als Hörbücher in Kassettenform, viel besser verstehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Überall im Wasser treiben tote Bäume und es liegt Holz am Ufer. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man eine Uferzunge, die mit Schilf bewuchert ist, aber nicht so wie bei uns, sondern eher steppenartig. &lt;br&gt;Ich setze mich eine Weile auf die Steine am Ufer und schaue mich um.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nicht dass es täuscht, die Segler waren direkt bei den Lodges, aber 10m weiter abseits fühlt man sich sofort wie in der Wildnis. Als ich weiter laufe, komme ich wieder durch Schneefelder am Ufer. Hier ist klar zu erkennen, die letzten 4 Tage ist hier niemand vorbeigekommen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich entscheide mich, nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, sondern die Skitouren / Langlaufloipen für den Rückweg zu nehmen. Diese laufen auf der anderen Straßenseite auf dem &amp;quot;Meadow Trail&amp;quot; entlang. Laut Karte sind sie nur max. 300m von der Straße entfernt- ab und zu stehen noch ein paar Picknicktische herum- das beruhigt zwar, aber vermutlich kommt hier niemand mehr vor dem Start der Wintersaison vorbei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dank meiner Runningapp weiß ich aber ungefähr wo ich bin. Hier gibt es kein Netz also um Hilfetelefonieren ist nicht. Zu Haus angekommen versuche ich den Grill zu befeuern was aber nur spärlich klappt. Das Holz ist einfach zu feucht. Brennt zwar aber ned so das es zum Grillen reicht -  also teste ich die VanKüche - hat dann auch geklappt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Morgen werde ich die Lakes verlassen und mich Richtung Norden auf machen.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 4/9&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;The Fortress -&amp;gt; Canmore -&amp;gt; 3000m&lt;br&gt;Schwierigkeitsgrad: mittel 	Gelände: Wald/Geröll	Dauer: 3-4h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute war mal wieder ein Reisetag mit einer kleinen Wanderung geplant -&lt;br&gt;Ich verlasse die Kananaskis Lakes morgens gegen 7:30 in Richung Canmore.&lt;br&gt;Noch einmal habe ich die Möglichkeit auf den oberen Kananaskis Lake zu schauen.&lt;br&gt;Ich fahre auf der anderen Seite entlang und biege dann nach rechts ab in die Berge&lt;br&gt;Auf eine Schotterstraße. Also wenn man hier in der Gegend von einer Schotterstraße spricht, dann ist diese Straße so breit wie eine Autobahn, zwar mit Schotter was ja nicht so schlimm wäre, aber auch mit dementsprechend vielen Schlaglöchern, die den ganzen Van durchschütteln - also an die Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Warnschilder sollte man sich tunlichst halten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer halben Stunde bin ich dann schon am &amp;quot;Chester Day Use&amp;quot; angekommen. Das Schöne an den kanadischen &amp;quot;Popular Hikes&amp;quot; ist ja, dass sowohl an den Startpunkten wie auch an den Aussichtsparkplätzen überall Toiletten sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Um 8.00 Uhr starte ich meine Wanderung in Richtung Chester Lake.&lt;br&gt;Durch einen relativ lichten Wald laufe ich bis zu einer Weggabelung, dann geht es rechts ab in Richtung See.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Canadier lieben Loops. Mir kommt es vor, als ob sie am liebsten überall Loops einbauen würden - Hauptsache &amp;quot;one way&amp;quot; und einen schönen Kreis ,&lt;br&gt;damit sie ihre Straßenschiffe auch schön lang durch die Wildnis schleifen und die Luft verpesten können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Na ja.. auch egal .. auf jeden Fall ist das hier auch ein Loop - für den Auf- und Abstieg zu dem Lake. Es liegen immer noch 5 cm Schnee, also gehe ich davon aus, daß es ein Nordhang ist, ich kann es nicht sehen, weil die Sonne von einer dichten Wolkendecke verdeckt ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zwischendurch kommt mal ein kleiner blauer Fleck zum Vorschein, aber ich weiß noch nicht, ob mich das wirklich zuversichtlich stimmen soll. &lt;br&gt;Man merkt, dass wir schon höher sind, denn die Bäume sind nicht so dicht wie noch gestern beim &amp;quot;Upper Lake&amp;quot; - gemütlich geht der Weg hinauf durch einen schönen Tannenwald. Nach einer Viertelstunde erreicht man eine kleine Lichtung, überquert diese und landet wieder auf einem großen Steppendelta.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hier entdecke ich wieder frische Bärenspuren. Sie sind vielleicht ca. 1 Stunde alt. Der Schnee um die Bären-Tapsen herum ist noch nicht zusammengesackt sondern steht noch fest im Boden. Ich glaube, dass er mich gehört und sich dann von mir weg entfernt hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oben auf der Hochebene angekommen, eröffnet der Trail ein wunderschönes idyllisches Plateau. Die Bäche haben sich durch die Gegend gewunden und sich ihren Weg gebahnt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kleiner Tipp: Wenn auf einem Schild steht: &amp;quot;Skitrail not go in summer&amp;quot; - sollte man dies beherzigen ... denn sonst könnte es ziemlich feucht enden. Diese Skitrails oder Schneeschuhtrails laufen nämlich quer über das Sumpfgebiet, das gleichzeitig natürlich auch Bärengebiet ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach 5 Minuten bin ich am See. Schöner Ausblick. Das Wetter scheint zu drehen. Jetzt ist plötzlich alles bedeckt und der Himmel zieht noch mehr zu. Doch ich bleibe auf meinem Weg. Ich laufe weiter den Steilhang hinauf über eine Böschung und durch ein kleines Tal hinauf über die Waldgrenze zu den Geröllfeldern, die von unten schon zu sehen waren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bin jetzt eineinhalb Stunden unterwegs. Ich beschließe nun, etwas langsamer zu gehen und meine Kräfte einzuteilen. Es sind immer wieder große Schneefelder zwischen den Geröllfeldern, teilweise scheinen sie bis zu einem Meter hoch.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist schwer, sich überhaupt einen Weg zu bahnen. An einen Wanderweg wie bei uns darf man gar nicht denken. Hier bist du nur auf dich alleine gestellt und den Weg, den du wählst, ist vor dir sicher noch niemand gelaufen.&lt;br&gt;Hier sieht man keine Anzeichen von Menschen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Irgendwie gefallen mir diese Kananaskis Mountains - Je weiter ich hinaufsteige, um so schlechter wird das Wetter, zwar ist der Gipfel noch zu sehen, er erscheint auch sehr Nahe und doch entschließe ich mich dazu kurz vor dem letzten Anstieg am Fuß des Gipfels umzudrehen. Es hat angefangen zu Schneien und zu Stürmen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich habe mein GPS schon 300m weiter unten ausgemacht, um Strom zu sparen, weil ich es eventuell auf dem Rückweg benötigen werde.&lt;br&gt;Ich denke, dass es die richtige Entscheidung war, umzudrehen.&lt;br&gt;Der Rückweg gestaltet sich so schwierig wie ich vermutet hatte. Ich muss über die ganzen Schneefelder und vereisten Geröllfelder absteigen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach dem Hochplateu entscheide ich, die Westflanke zu nehmen. Weil erstens der Aufstieg über die Ostflanke sehr schwer war und sie mir auch nicht so sicher erscheint.&lt;br&gt;Zweitens sind auf der Westflanke weniger Schneefelder und ich muss nur eine kurze Wand von ca. 10m hinab klettern, damit ich wieder auf normalem Geröll laufen kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Schneesturm wird stärker. Mittlerweile liegt 1cm Neuschnee und ich suche verzweifelt nach meinen Spuren vom Aufstieg. Nach mehreren Anläufen habe ich endlich den Weg gefunden, auf dem ich gekommen bin.&lt;br&gt;Am Van angekommen, wechsele ich erst einmal die Klamotten, bevor ich weiter fahre.&lt;br&gt;Unterwegs begegne ich meinem ersten Elch. Doch das Beeindruckenste war der Lake, an dem ich die ganze Zeit entlang fuhr. In Canmore angekommen, bin ich erst einmal in den Supermarkt gegangen und habe mir Zewa gekauft... das hatte ich vergessen. ...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kleine Joggingeinheit am Abend und Salat mit gegrillter Hähnchenbrust...&lt;br&gt;Jetzt noch schnell den Blog updaten... dann geht es ab ins Bettchen, damit ich fit bin für morgen ... &lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 5/10&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Mount Lady MacDonald - 2.605 - Canmore&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Schwierigkeitsgrad: mittel / Gelände: Wald/Hochgebirge / Dauer: 4h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Canmore ist eine wirklich schöne Stadt - es ist eine kleine Stadt in den Bergen, die auf Tourismus ausgelegt ist, aber eigenständig und intakt. Hier leben auch Einheimische.&lt;br&gt;Hier gibt es alles, was man benötigt: vom Supermarkt bis zum Baumarkt -&lt;br&gt;sogar eine RV-Propan-Gas Füll-Station. Ich muss sagen, dass mir alle Menschen mit sehr viel Freundlichkeit begegnet sind. Nicht so oberflächlich wie an anderen Orten, sondern sie haben sich wirklich interessiert -nicht nur nach dem Job gefragt oder ob man auch genügend Geld hat, sondern waren einfach gesellig und wollten sich unterhalten. Das fand ich sehr schön.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Canmore-Info Station war alles super perfekt. Als ich mir ein paar Flyer angesehen habe, kam die Dame hinter dem Tresen nach vorne und hat mich freundlich gefragt, ob sie mir helfen könnte.&lt;br&gt;Ja, das konnte sie.... Ich suchte natürlich Hiking Möglichkeiten in Canmore und Umgebung.&lt;br&gt;Sie hat mir alles super erklärt und auch wo der Supermarkt ist, wo ich parken kann, wo ein günstiger Campground ist. Einfach perfekt - Danke, Canmore!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn ich das im Nachhinein gewusst hätte, dass in Banff die Situation ganz anders aussieht, wäre ich noch zwei Tage länger geblieben... aber dazu später mehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Übernachtet habe ich in dem Campground in der Stadt  &amp;quot;Spreed Creek&amp;quot; oder so ähnlich. Auf jeden Fall bin ich auch hier voll des Lobes. Ich wusste zuerst nicht so recht was ich brauche - eigentlich brauch ich nichts, aber Strom und Wasser wären nicht schlecht...&lt;br&gt;Also hat Sie mich an der Rand des Parks quartiert - ich schau mir das an fahr wieder zurück weil ich noch in die Stadt wollte, frage Sie ob es irgendwo Internet gibt -&lt;br&gt; &amp;quot;Oh you need internet&amp;quot; - wait a moment.... das Ende vom Lied war: ich habe einen neuen Platz bekommen mit Internet und direkt am Service-Häusle. Supi, was will man mehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So, jetzt geht&#039;s aber los - &amp;quot;Summit - Lady MacDonald&amp;quot; - Die Dame an der Info hat mir ja eine Karte mitgegeben mit Parkmöglichkeiten etc.  Alles super organisiert. &lt;br&gt;Am Parkplatz angekommen sehe ich erst einmal eine riesige Baustelle... Okay, macht ja nichts. Das Flussbett ist relativ leer, doch es ist ja auch September und die große Schneeschmelze ist ja im Mai-Juni.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Trail führt den Bach hinauf und biegt dann irgendwann links ab.&lt;br&gt;Es geht durch dichtes Gebüsch auf verschiedenen Pfaden den Berg hinauf, &lt;br&gt;die aber auf ein und demselben Weg enden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Relativ weit unten überholt mich eine Gruppe von 4 Jugendlichen ich schätze mal so 17-21. Schön viel am labern und en ordentlichen Schritt drauf. &lt;br&gt;Nach dem ich den ersten Step erreicht habe, so nach 450 m, sitzen Sie da und keuchen um die Wette. Der Pfad führt langsam nach oben aber immer etwas nach Westen. Erst durch einen sehr lichten Wald dann durch ein Steingebiet..&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ab hier liegt wieder Schnee und der Weg wird schmaler und schwieriger. Immer wieder findet man schöne Aussichtspunkte, an denen ich kurz innehalte und die Landschaft genieße.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach gut 2 Stunden habe ich die Plattform erreicht. Von hier aus kann man den Gipfel sehen. Allerdings sieht es sehr schwierig aus, ich komme nur langsam voran, alles ist voller Schnee und Eis. Den Weg kann man sowieso nicht mehr sehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es wird sehr steil, ich bin jetzt ca. 100 m unter dem Gipfel- er scheint so nahe.&lt;br&gt;Doch plötzlich türmt sich eine 50 m hohe Wand vor mir auf.&lt;br&gt;Mit Müh und Not erklimme ich diese und bin dann auf dem Gipfel. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das war meine schwerste Tour bis jetzt, allerdings nur wegen des Schnees.&lt;br&gt;Man sieht keinen Weg und keinen Untergrund - jetzt im Nachhinein war es Sau gefährlich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Danach fahre ich nach Banff, schaue mir die Stadt an und Quartiere mich in dem Campground vor Ort ein. Hier ist 4x soviel los wie in Canmore und du bekommst nur 1/3 der Tipps aufgrund der vielen Anfragen. Ich habe aber einen super ruhigen Campingplatz bekommen, der mir optisch sehr gefällt. Ist einfach mitten im Wald und sehr ruhig. Es gibt zwar kein Strom aber brauche ich auch für zwei Tage nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ach ja, eine kleine Anmerkung hier noch. Banff macht einfach eine gute Werbung - ich freue mich, so etwas noch zu sehen, so handgemachte Werbung - siehe Bild&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 6/11&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Mount Bourgeau - zwischen Banff und Lake Louise&lt;br&gt;Schwierigkeitsgrad: schwer 	Gelände: alpin	Dauer: 6-8h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Tour ist die Hiking Tour 18 aus dem örtlichen Hiking Tour Plan -&lt;br&gt;Früh morgens fahr ich los so gegen 7:30, will ja auch nicht der Letzte sein.&lt;br&gt;Ich bin auch der Erste. Die erste halbe Stunde geht es durch ein Wäldchen immer in Schlangenlinien den Berg hoch, bis ich irgendwann dem Tal folge und dass sehr lan&lt;br&gt;Der Weg ist gemütlich und leicht, schön breit und nicht zu steil.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn man an dem Wasserfall angekommen ist, der einfach fantastisch aussieht, wird der Weg danach etwas steiler und schmaler. Aber die Hälfte zum Lake ist geschafft.&lt;br&gt;Als kleine Orientierung: Der Lake liegt kurz über der Baumgrenze, dann weiß man immer wie lange man ungefähr noch zu laufen hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oberhalb des Sees begegne ich der canadischen Art der Murmeltiere. Einfach süß. Endlich mal ein Tierbild ^^&lt;br&gt;Nach ca. 4 Stunden bin ich dann am Pass angekommen. Ich laufe noch eine Stunde weiter, bis kurz unter den Gipfel, dann ist meine Deadline, die ich mir selber gesetzt habe von 13:00 Uhr eingetroffen, wo ich nicht mehr weiter hoch steigen will. (Einfach aus Sicherheitsgründen ich weiß der Weg nach unten ist sehr lange und ich kenne mich hier noch nicht aus.)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Um 16:30 Uhr bin ich dann wieder unten am Auto angekommen - meine bisher längste Tour. Außerdem merke ich noch die 4 letzten Tage in meinen Beinen - ich bin einfach froh, wieder unten zu sein. Danach schlendere ich noch bissle durch Banff und Umgebung und mache ein paar Touri Sightseeing Bilder.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Morgen ist ein Relaxing Tag geplant - einfach mal ausspannen und die Touri Orte anschauen und fotografieren&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 7/12&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Minnewanka See - Rockboundlake - Banff&lt;br&gt;Schwierigkeitsgrad: leicht 	Gelände: Wald	Dauer: 3h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute ist also der Relaxing Tag auf dem Programm, bevor es morgen wieder auf einen Summit geht. &lt;br&gt;Zuerst steht ein Besuch am Minnewanka Lake an. Das ist der See, an dem man halt mit dem Bootle so entlang schippert - heute hatte aber so früh noch keins offen - hätt eh kein Geld dafür ausgeben. Auf der Karte habe ich aber gesehen, dass es einen verdammt interessanten Trail gibt den &amp;quot;Aylmer Pass Trail&amp;quot; von wo man dann auch auf den Aylmer Mountain kommt - leider muss man laut Park Regeln min. 4 Personen sein um den Trail gehen zu dürfen, da es dort eine hohe Population von Bären gibt. - Schade, den hätte ich gern gemacht... vielleicht ein anderes Mal.&lt;br&gt;Ansonsten ist der Lake jetzt nix besonderes - wird halt ne bissle Touri Show draus gemacht, weil er ziemlich groß ist - wir wissen aber, dass es auch super schöne andere Seen gibt die sogar noch interessanter sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach dem Ich etwas Proviant eingekauft habe, &lt;br&gt;geht es weiter Richtung &amp;quot;Bow Valley Parkway&amp;quot;. &lt;br&gt;Der Fachberater hat gemeint, wenn ich mal en ruhigen Tag machen möchte und was Schönes sehen möchte, sollte ich mir die &amp;quot;Falls&amp;quot; am Johnston Canyon Resort ansehen.&lt;br&gt;Das hörte sich ja ganz nett an. Ich also den schönen Bow Valley Parkway entlang mit 40 km/h und ab und zu mal an den Aussichtsplattformen halten und en Foto Knipsen wie man das halt so macht als Touri.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da kommt auch schon die Ausfahrt zu dem Canyon Trail. &lt;br&gt;Auf dem Parkplatz stehen gefühlt 50 Autos und Heerscharen von Chinesen und Japanern bevölkern den Ort. Ich also nix wie weg und einfach mal an der nächsten Ausfahrt den Parkplatz am Castle Mountain genommen, aber natürlich den für die Wanderer und nicht den, für die Sightseeing Menschen. Hier stehen gerade mal 4 Autos. Supi, denke ich mir und wo geht es hier hin? - zu den Silverton Falls. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer halben Stunde hinauf und wieder hinunter, entscheide ich mich, den linken Weg zum Rockbound Lake zu nehmen.&lt;br&gt;Der Weg führt auf einem schönen Wanderweg langsam durch einen lichtdurchfluteten Wald nach oben.Auf diesem Weg gehe ich ca. 1 Stunde, bis der Weg zu einem Pfad wird.&lt;br&gt;Nach einer weiteren Viertelstunde erreiche ich eine Kehre und folge dem Pfad das lange Tal zum Pass hinauf. Ich laufe zwar ganz in der Nähe des Baches, kann ihn aber so gut wie nie hören,da alles mit Moos überwuchert ist und Pilze überall in verschiedenen Sorten aus dem Boden sprießen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer weiteren Stunde erreiche ich die Hochebene. Es duftet nach verschiedenen Kräutern und Nadeln. Es ist ein beeindruckendes und schönes Tal. &lt;br&gt;Wenn ich die Bergketten so anschaue, denke ich sofort an die Westernfilme, in denen jetzt gleich die Indianer hinter den Zinnen hervortreten, bedrohlich ins Tal blicken und der Cowboy auf seinem Pferd und seinen beiden Mauleseln auf dem Trial zum Pass unterwegs ist. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer weiteren Viertelstunde auf der Hochebene habe ich den unteren See erreicht, der eine wunderschöne Farbe hat. Von dort aus geht es noch einmal 700m zu dem oberen See. Allerdings sind diese 700m sehr steil und ausgesetzt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch wie so oft lohnt sich die Mühe, und ich bin unterhalb von dem Pass am Rockbound Lake angekommen. Wieder beim Auto fahre ich nach Lake Louise. Wie auch nicht anders zu erwarten, muss man den Spektakel nicht gesehen haben - auch wieder eine Flut von Menschen, hauptsächlich wieder Chinesen und Japaner und ganz wenig Kanadier.&lt;br&gt;Klar, ein idyllisches Foto machen kann jeder. Doch wie es dort in dieser &amp;quot;Menschen- über den- See -fahren- lassen- Fabrik&amp;quot; wirklich aussieht, will doch wahrscheinlich keiner wissen. Eigentlich so wie in Walt Disney...&lt;br&gt;Auch ich will euch diese Illusion bewahren.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Campingplatz in Lake Louise angekommen - war ich doch geschockt von den so schlechten Zuständen der sanitären Anlagen. Gerade in dieser Touri -Hochburg müsste das doch einigermaßen gut sein. Alle Campgrounds, auf denen ich bis jetzt war, waren besser und sauberer ausgestattet. Na ja - bin mal gespannt auf morgen.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 8/13&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Mount Fairview - Temple Day Loge - Lake Louise&lt;br&gt;Schwierigkeitsgrad: leicht / Gelände: Geröll / Dauer: 2 1/2h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Um noch einmal auf den Campground am Lake Louise zurückzukommen:&lt;br&gt;wenn ich ein deutscher Reiseführerverlag wäre, würde ich in ganz klaren Worten zu verstehen geben, daß man diesen Campground meiden sollte.&lt;br&gt;&lt;strong&gt;1.)&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; 1 Dusche für mehr als 180 Stellplätze&lt;br&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;2.)&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; die sanitären Anlagen sind alt und verschimmelt&lt;br&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;3.)&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; 1 Wasseranschluss für 180 Stellplätze&lt;br&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;4.)&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; keine Parkmöglichkeiten auf dem Campground selbst&lt;br&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;5.)&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; der Railway (Bahngleise) führt direkt am Camp vorbei. So kann man sicher sein, daß man Aufgrund von Dauergehupe des Zuges( um Tiere und Menschen von den Gleisen zu verscheuchen) in der Nacht geweckt wird.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;Die Aussicht des Campgrounds ist schön, aber... &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch genug der Kritik, das Wetter ist schön, ich bin um 8 Uhr am Parkplatz am Lake Louise und starte meine heutige Tour auf den Fairview Mountain.&lt;br&gt;Der Weg startet direkt vom Parkplatz des Sees und führt oberhalb des Castle auf der linken Seite des Sees hinauf durch einen dichten Wald. Hier ist wirklich alles gut beschildert, was ja in Kanada eigentlich eher eine Ausnahme ist.&lt;br&gt;Nach ca. 10 min überquere ich eine kleine Lichtung mit jungem Baumbestand und komme danach an eine Abzweigung. Ich bleibe auf dem Hauptweg,&lt;br&gt;der weiter durch ein relativ dichtes Waldgebiet führt. Die Sonne durchscheint nur spärlich die Bäume, obwohl der Hang voll in der Sonne steht. Man kann jedoch froh sein, denn später bekommt man keinen Schatten mehr.&lt;br&gt;Nach einer guten Dreiviertelstunde h erreiche ich den oberen Teil der Baumgrenze und laufe immer wieder durch freies Gelände mit jungem Baumbestand.&lt;br&gt;Dem Ende der Baumgrenze zu wird es zunehmend steiniger. &lt;br&gt;Nach einer 1h habe ich die Hochebene erreicht und genieße einen tollen Ausblick auf die umliegenden Bergspitzen.&lt;br&gt;Ich bin am Saddleback Pass angelangt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Von hier aus könnte man jetzt wieder absteigen ins Morain Lake Gebiet. Aber Achtung- hier herrscht absolute Vorsicht: das ist Bärengebiet. Hier lebt eine Vielzahl an Bären.&lt;br&gt;Ich steige rechts hinauf durch das Tal und gelange so an den Fuß des Mount Fairview.&lt;br&gt;Eine Wand aus Geröllfeldern und Schotter türmt sich vor mir auf.&lt;br&gt;Ein schmaler Pfad führt steil in Serpentinen in der prallen Sonne auf den Gipfel.&lt;br&gt;Auf der linken Seite hat man eine wunderschöne Aussicht auf den Gletscher.&lt;br&gt;Oben angekommen genieße ich erst einmal die Aussicht über das grüne Tal des Bow Valley und das Tal in Richtung &amp;quot;Pipestone River&amp;quot; (Columbia Icefield -&amp;gt; Jasper)&lt;br&gt;Der Aufstieg ist wegen des Schotters relativ mühselig, aber nicht schwierig.&lt;br&gt;Um 11 Uhr ich sitze im Campingstuhl wieder im Park und trinke ein Cranberry-Gingerale mit Eiswürfeln und genieße die Sonne, die mit 22° C doch relativ warm erscheint, zumal man gerade noch auf fast 3000m war.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Lange halte ich es jedoch nicht aus. Es ist noch so früh und so beschließe ich, mir die Touri-Hochburg &amp;quot;Lake-Louise-Village&amp;quot; mal genauer anzusehen. &lt;br&gt;Ergebnis: Nichts Unerwartetes - braucht kein Mensch!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da ich noch Zeit habe, beschließe ich einen kleinen Spaziergang auf der gegenüberliegenden Seite des Tals zu machen, wo sich das Lake-Louise Skigebiet befindet. Ich starte am Fish Creek Trailhead (der natürlich, wie soll es auch anders sein, wieder nicht ausgeschildert ist) aber auf meiner Wanderkarte kann ich schön sehen, wo ich mich befinde (oder denke mich zu befinden).Der Weg verläuft auf der Zufahrtsstraße für den Skibetrieb, ist also ziemlich breit und gut ausgebaut.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich laufe an einem Bach entlang, der immer zu hören ist. Zwar hat man das Gefühl auf der Straße sicherer vor Bären zu sein, aber warum eigentlich? Und schon wieder läuft mir einer über den Weg von links nach rechts einfach über die Straße... &lt;br&gt;Mittlerweile denke ich, dass es am wahrscheinlichsten ist einem Bären zu begegnen wenn man auf der Straße läuft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oben im Skigebiet angekommen, kann ich doch ein paar Almwiesen entdecken, die noch mit Wildkräutern und Blüten überwuchert sind. Hier kommt fast so etwas wie Almfeeling auf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Übernachten werde ich noch einmal in Banff. Morgen jedoch werde ich einen Ruhetag einlegen, da eventuell meine Eltern zu Besuch kommen. Mittwoch gegen Abend oder Donnerstag früh werde ich direkt nach Jasper fahren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 9/14&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Banff  - Vermillion Lakes - Hootiers&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Eltern haben sich angemeldet. Sie wollen heute am Nachmittag in Banff eintreffen. Sie machen so wie ich eine Kanada-Reise mit dem Camper, allerdings nicht nur in den Rockies, sondern von Vancouver bis Banff / Icefields / Jasper und wieder zurück.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da ich bis zum Mittag noch etwas Zeit habe, beschließe ich erst einmal meine Wäsche zu waschen. Etwas unterhalb von den Campground &amp;quot;Tunnel Mountain&amp;quot; gibt es eine Laundry - also so Waschmaschinen, die man mit Geld füttern kann und dann kommt in der Regel saubere Wäsche heraus, wenn man lesen kann und die Maschinen richtig funktionieren. Ich bin auf Nummer sicher gegangen und habe &amp;quot;White&amp;amp;Coulors&amp;quot; - also kalt und hohen Schleudergang und beim Trockner habe ich auf &amp;quot;Delicates&amp;quot; gedrückt.&lt;br&gt;Ergebnis: Super, fast wie zu Hause.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach dem Großputz des Vans und der Wäscheaktion ist es 11:00 Uhr und ich mache mich auf den Weg zu den &amp;quot;Vermillion Lakes&amp;quot;. Diese 3 Lakes sind auch in vielen Führern beschrieben. Sie liegen direkt bei Banff über dem Fluss.&lt;br&gt;Auf der Haupteinkaufsstraße fährt man einfach immer weiter über eine Brücke und biegt dann rechts ab. Dort steht dann schon ein großes Schild mit &amp;quot;Cave und Basin&amp;quot;.&lt;br&gt;Wenn man jetzt denkt, dass das irgendwas mit Wasser und Hot Springs zu tun, so täuscht das. Hier geht es nur um eine &amp;quot;Historic Site&amp;quot; mit Gallery und Museum.&lt;br&gt;Doch zurück zum Wesentlichen. Auf der Straße fährt man dann weiter bis zu dem großen Parkplatz, wo sich die oben beschriebene Ausstellung befindet. Hier kann man kostenlos und ohne Beschränkung parken. Selbstverständlich nicht über Nacht. Nirgends in den Nationalparks ist das erlaubt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Von hier aus läuft man über ein paar Stufen hinunter zu den Seen.&lt;br&gt;Hier steht nun der Sundance Trail (2.2km) oder der Healy CreekTrail der bis zur Sunshine Village Road führt zur Wahl. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich schlendere etwas am Ufer entlang. Jetzt im Herbst sehen die Seen auch wie Seen aus, doch im Frühjahr führt der Fluss so viel Wasser mit sich, dass alles wie eine große Flusslandschaft aussieht. Hier soll es viele Tiere zu beobachten geben. Stimmt vermutlich auch, ich bin nur ich zur falschen Tageszeit da. Am besten lassen sich Tiere ja morgens oder abends beobachten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach meinem kleinen &amp;quot;Ried&amp;quot; Aufenthalt fahre ich zum Bahnhof und hole meine Eltern und noch zwei andere Wohnmobile ab (Freunde von meinen Eltern). Mit 4 Autos fahren wir dann durch die Stadt bis zu meinem Campground. Nachdem wir dort alles klar gemacht haben, besuchen wir die Hoodos. Das sind so längliche Felsen. Wie sie genau entstanden sind, habe ich noch nicht nachgelesen. Aber die Landschaft sieht dort sehr schön aus. Der Fluss schlängelt sich durchs Tal und die Wälder sehen richtig saftig aus.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hier gibt es auch einen Trail, den man machen kann- von den &amp;quot;Bow Falls&amp;quot; bis zu den &amp;quot;Hoodos&amp;quot; und wieder in einem Loop zum Startpunkt zurück. Das erscheint mir ganz interessant zu sein, aber nicht im Moment. Wir sind  ein Stück in einer knappen Stunde gelaufen, dann wieder zurück. In der Stadt haben wir noch dicke Steaks für den Grill gekauft und dann abends gegrillt. Wunderbar...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Morgen früh wollen wir eine kleine Wanderung mit allen 7 Personen machen in die Bärengegend am Lake Minnewanka&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 10/15&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Banff - Minewaka See - Rundwanderung&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Schwierigkeitsgrad: leicht    Gelände: Wald	Dauer: 2 1/2h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Um 9:00 Uhr geht es los. Wir fahren mit zwei RV´s, so heißen die Camper, zum Lake Minnewanka und starten unsere kleine Wanderung am See entlang.&lt;br&gt;Es ist nicht so gutes Wetter, aber man kann ja nicht immer Glück haben.&lt;br&gt;Der Parkplatz ist direkt am See. Es ist so gut wie noch niemand da- nur ein frisch verliebtes Pärchen, das darauf wartet, dass der &amp;quot;Tour Boat&amp;quot; aufmacht-sie mit Lederschühchen mit Absatz und er mit frisch gegelter Locke und Hawaihemd.&lt;br&gt;Aber ansonsten -oh Wunder- noch keine Chinesen oder Japaner zu sehen.&lt;br&gt;Ist glaub einfach zu früh und zu schlechtes Wetter. Tut mir Leid, wenn ich mich manchmal wiederhole.&lt;br&gt;Auf einer Teerstraße gehen wir ein Stückchen am See entlang, vorbei an vielen Bänken, Tischen und Toiletten. Es ist schon bemerkenswert wie die Kanadier darauf achten, dass die Leute nicht in der Natur ihr Geschäft erledigen, ebenso sieht man viele Hundeklostationen.&lt;br&gt;Nach ca. 10 min kommen wir an der letzten Bootsanlegestelle vorbei und der Weg wird etwas schmaler. Rechts sehen wir einen Picknickplatz mit einer sehr schönen Aussicht auf eine kleine Insel, auf der ein paar Bäume stehen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Hintergrund sieht man die Silhouette von den fast 3000ern- dem Mount Inglismaldie 2,964, dem Mount Girouard 2,995 und dem Mount Peechee mit 2,934m.  Ein wahrhaft schöner Moment.&lt;br&gt;Nach der Kurve wird der Weg zu einem Wanderweg, der den Stewart Canyon hinaufführt .Ganz klar ist das Wasser, man kann bis auf den Grund sehen, jedoch sieht man keine Fische. Nur eine Ente schippert gemütliche vom See her langsam in den Canyon.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf der anderen Seite geht es nun etwas steiler hinauf auf den Hügel bis wir uns wieder langsam dem See nähern.&lt;br&gt;Diese Seite muss vor ein paar Jahren von einem schlimmen Feuer heimgesucht worden sein. Alle alten Baumbestände sind bis zum Gipfel vollständig abgebrannt. Ein paar alte Rümpfe stehen noch und bieten ein gespenstisches Bild. Doch ein paar Meter weiter sieht man junge Triebe und Blätter von Birken und anderen Bäumen in herbstlichen Farben- &lt;br&gt; von gelb über orange bis rot und grün- die sich im mittlerweile stärkeren Wind biegen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach gut zwei Stunden kehren wir wieder um und fahren zurück nach Banff.&lt;br&gt;Nein- wir haben keinen Bären gesehen, aber dafür einen sehr großen Wapitihirsch, der plötzlich vor uns im Dickicht auftauchte, uns musterte und dann seiner Wege ging.&lt;br&gt;Im Moment ist  Brunftzeit. Die Zeit, in der diese Art von Hirsch sehr gefährlich werden kann.&lt;br&gt;Zurück fahren wir einen kleinen Umweg über einen Seitenarm des Minnewanka Sees, machen dort kurz Pause und schauen uns die Gemsenart an, die dort zu Hause ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Banff angekommen, steht eine kleine Besichtigungstour durch die Stadt auf dem Programm und ein Besuch in der nach Angaben der Banffér wohl &amp;quot;Besten Eisdiele der Welt&amp;quot;. Das Eis war wirklich gut und mal bissle anders.... &lt;br&gt;In Arco (Trentino) gibt&#039;s auch gutes Eis - ich weiß jetzt nicht, welches da besser wäre.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So ging dieser Tag auch relativ schnell herum. Morgen werde ich nach Jasper fahren und sehen, ob ich dort noch neue positive Eindrücke erhaschen kann.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 11/16&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Icefields Parkway - Jasper&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist früh am Morgen. Wir starten zu unseren Touren. Ich fahre weiter nach Jasper, die anderen zu den Johnson Falls etc.&lt;br&gt;Da ich ein Stück wieder zurückfahre, habe ich mir vorgenommen, nicht an jeder Aussichtsplattform anzuhalten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jeder redet immer über diesen Mega spannenden Icefield Parkway .&lt;br&gt;So sind die Erwartungen schon sehr hoch, das muß doch sicher etwas schief gehen.&lt;br&gt; Zum Glück ist schlechtes Wetter und so komme ich gar nicht in die Versuchung, überall anzuhalten, um den Fotoapparat zu zücken.&lt;br&gt;Im Prinzip ist es eine Passstraße wie jede andere auch mit der kleinen Ausnahme, dass hier wirklich viele Gletscher zu sehen sind. Wobei es jetzt keine Mega-Gletscher sind, sondern die grauen Überreste von den Gletschern aus der Eiszeit-nicht unbedingt super beeindruckend. &lt;br&gt; Mein erster Halt ist der Pass auf dem Icefield Parkway, in der Nähe von einem See.&lt;br&gt;Da kann man aussteigen, 10 min hinauflaufen und ein Foto machen- muss man aber nicht. Doch auch ich bin hochgelaufen, habe ein Foto gemacht, doch zum Glück eines von dem Regenbogen, der sich am gegenüberliegenden Berg niedergelassen hatte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dann ging es weiter und ich bin an einem schönen Gletscher vorbeigefahren Den Namen weiß ich jetzt nicht mehr, doch werde ich es später erzählen, wenn ich auf dem Rückweg wieder vorbeikomme. Ich habe es mir auf der Karte gekennzeichnet. Es lohnt dort hinaus zu fahren. Sieht echt gut aus.&lt;br&gt;Nun geht es wieder bergab und zu einem &amp;quot;Crossing&amp;quot;. Das schaue ich mir auf der Rückfahrt auch noch einmal an. Das fand ich auch schön.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Großen und Ganzen sollte man da anhalten, wo die anderen nicht anhalten-denke ich.&lt;br&gt;So fand ich zum Beispiel die Hochebene, die sich rot färbt und das Flussdelta, das sich wahnsinnig in die Breite zog und alle Grau- und Blautöne in sich vereinte. Dieser Kontrast zueinander war viel beeindruckender als alles, was die Broschüre beschrieb.&lt;br&gt;Wer schon einmal in Saas Fee war, den kann kein Gletscher mehr beeindrucken und wer schon mal am Rheinfall war, der braucht auch keine Wasserfälle am Icefield anschauen.  Das Ganze erinnert mich irgendwie so an die Wasserfälle von Triberg. Alles wird so aufgebauscht, als wäre es das Tollste vom Tollen, doch dabei sind die schöneren Dinge direkt nebenan.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch zurück zum Thema: Das Columbia Icefield und den Gletscherwalk, der über eine Glasbrücke führt, die über einem Tal angebracht ist, und die die Sicht in das Tal von oben aus luftiger Höhe freigibt, habe ich ausgelassen aus dem oben genannten Grund. Total touristisch !&lt;br&gt;Ob es vielleicht doch das Geld wert wäre, werde ich nie erfahren,&lt;br&gt;weil für so etwas kein Geld ausgebe.&lt;br&gt;Danach geht der Parkway weiter Richtung Norden und führt durch eine breitere sumpfartige Gegend. Bald bin ich in Jasper angekommen, das viel kleiner ist als ich erwartet habe.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach einer kleinen Wanderung in der Nähe der Stadt, besichtige ich diese erneut und muss feststellen, dass es sich nicht wirklich gelohnt hat hierher zu fahren.&lt;br&gt;Im Infobüro wurde mir aber der heiße Tipp gegeben, morgen eine Wanderung auf einen Summit  zu unternehmen, der nicht auf der Karte ist. Es ist auch kein Weg eingezeichnet in der Topokarte - na dann. Bin gespannt auf morgen.&lt;br&gt;Am Abend mache ich noch eine kleine Joggingtour am Wasser entlang und entdecke schöne Lodges die es hier gibt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Leider habe ich keinen Laden gefunden, der frisches Gemüse hat.&lt;br&gt;Ein paar Äpfel bekommt man schon, aber richtiger Salat oder Gemüse scheint hier Mangelware zu sein.&lt;br&gt;Ich logiere auf dem Campingplatz &amp;quot;Whistler&amp;quot;, der sehr groß ist, schön liegt aber doch auch einmal eine Grundsanierung nötig hätte.&lt;br&gt;Leider gibt es hier keinen Strom, auch nicht in den Gemeinschaftsräumen. Das wäre wirklich kein Aufwand, da ja in den Toiletten direkt nebenan Strom ist.&lt;br&gt;Ansonsten ist der Campingplatz zwar stark frequentiert, doch relativ gut gepflegt.&lt;br&gt;Ein paar Duschen mehr und näher an den einzelnen Campgrounds -so wie in Banff z.B.- wären angebracht und zeitgemäß.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie gesagt, morgen geht es auf eine wirklich harte Gipfeltour ohne Karte.&lt;br&gt;Abends werde ich versuchen, im anderen Campingplatz einen Platz mit Strom zu bekommen, damit ich den Laptop und das Auto einmal richtig laden kann.&lt;br&gt; Danach werde ich wieder Richtung Süden fahren, da ich mir ja noch zwei Touren bei Canmore herausgesucht habe.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vielleicht noch ein Wort zu der Gegend-eigentlich fühlt sie sich ein wenig an wie Osttirol, nur nicht so dicht, sondern alles etwas weiter. Die Berge sind nicht besonders hoch, nicht besonders schroff. Sie erscheinen freundlich. Die Gegend hat Mischwälder und ist mit Bächen durchzogen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;An Tieren habe ich bis jetzt nur wieder einen Elk (also einen Hirsch) und die weibliche Form davon und ein paar Rehe auf dem Campground gesehen. Die kleinen Chipmanns (Eichhörnchen) erwähne ich schon gar nicht mehr, von denen sieht man vermutlich 10-20 Stück am Tag.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag 12/17&lt;/strong&gt; - &lt;em&gt;Jasper - Roche Bonhomme 2,459 - Lac Beauvert&lt;br&gt;Schwierigkeitsgrad: mittel / Gelände: Wald / Dauer: 5-6h&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vorab kann ich schon sagen, dass dieser Tag wirklich sportlich war.&lt;br&gt;Früh am Morgen so gegen 7:00 Uhr fahre ich los Richtung Maligne Road. Unterwegs sehe ich eine Herde Hirschkühe, die am Straßenrand ihr Frühstück zu sich nehmen.&lt;br&gt;Es wird bestimmt ein schöner Tag. Das Morgenrot schiebt sich über die süd-östlichen Gipfel und lässt das Tal langsam erwachen.&lt;br&gt;Am Parkplatz angekommen bin ich wieder einmal der erste. Zum Glück...&lt;br&gt; Die Dame an der Info hat mir gezeigt, wo der Weg ungefähr losgehen soll, doch gefunden habe ich ihn auch auf meiner topografischen Karte nicht. Ich wusste also heute Morgen noch nicht, wie lange die Wanderung wird, wie hoch und wie steil.&lt;br&gt;Von steil hatte sie schon etwas gesagt, sogar von sehr steil und dass man am Schluss klettern muss - doch ich hatte abgewinkt und gesagt &amp;quot;alles klar, kein Problem&amp;quot;.&lt;br&gt;Ob es doch zu einem Problem wird, stellte sich bald heraus.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bin auf jeden Fall früh am Start. Um 7:30 Uhr gehe ich an der Maligne Road entlang und suche den Weg, der links den Berg hochgehen soll.&lt;br&gt;Ich richte mich auf eine 8-10h Tour ein. Zwar ist  das hier kein Berg von 3000m, aber wer weiß wie schwer der Weg wird. So kann es schon einmal 4h bis zum Gipfel dauern.&lt;br&gt;Tatsächlich beginnt ca. 200 m nach der Einfahrt zum Parkplatz ein kleiner Weg, der tief in den Wald führt. Hier herrscht schon richtig Herbst. Der Mischwald, der hier unten von einer Birkenart durchzogen ist, schimmert Gelb und Orange.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Pfad führt steil neben einem ausgetrockneten Flusslauf den Berg hinauf.&lt;br&gt;Hier gibt es viele lange Gräser und niedriges Gewächs, das den Boden bedeckt.&lt;br&gt;Immer wieder scheint das Morgenlicht durch die Gipfel und bildet dadurch ein schönes Schattenspiel. Den Pfad folgt man ca. 15min bis man weiter am linken Rand des ausgetrockneten Bachbettes empor steigt. Die Bäume werden jetzt deutlich mehr durch Kiefern geprägt und es geht etwas steiler nach oben. Nach einer halben Stunde habe ich  einen kleinen Wasserfall erreicht, der im Frühjahr bestimmt imposant aussieht. Jetzt ist nur ein leises Plätschern in dem sonst trockenen Bach zu hören.&lt;br&gt;Der Bach hat sich hier tiefer in den Stein gefressen und die Schlucht ist schon einige Meter tief.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der letzte Anstieg durch das Kiefernwäldchen wird noch einmal richtig knackig, bevor ich dann nach ca. einer Stunde langsam in den Creek hinabsteige und dem leeren Flussbett folge.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oben links an einem jungen Waldstück vorbei, geht es durch ein kleines Paradies. Ganz weich ist der Boden, auf dem ich laufe, das Licht scheint gespenstisch durch die Gipfel und das dunkle Moos scheint hier noch satter und saftiger zu sein.&lt;br&gt;Kaum sieht man etwas mehr Licht, da wird es auch schon wieder steiler. Der Weg ist jetzt zu einem knackigen Steig geworden, der bei Nässe sehr gefährlich sein könnte.&lt;br&gt;Auf der rechten Seite sehe ich große durch den Gletscher und Wasser geformte Steinplatten, die bedrohlich zwischen der Schlucht hervorblinzeln.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach dem Kiefernwald kommt ein sehr dichter Tannenwald, durch den ich mich wie durch ein Dickicht kämpfen muss. Man sieht keinen Meter nach vorne. Alles ist grün und die ausladenden Äste der Tannen schlagen mir immer wieder ins Gesicht.&lt;br&gt;Nach ca. 2 Stunden habe ich auch diese Hürde geschafft und bin am Fuße des Roche Bonhomme (vermute ich, da er als nächster auf der Karte liegt) angekommen.&lt;br&gt;Ein großes steiles Schotterfeld türmt sich vor mir auf. Ein paar große Felsen liegen mitten in den Feldern.&lt;br&gt;Steil geht es bergauf und doch lohnt sich das Ganze.&lt;br&gt;Der Ausblick ist fantastisch. Ich kann bis zum Medicine-Lake sehen, &lt;br&gt;viele Spitzen und unzählige schneebedeckte Gipfel kann man erahnen.&lt;br&gt;Ein tolles Gefühl...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unten wieder angekommen, gönne ich mir erst einmal einen Cocktail auf der Dachterrasse einer Pizzeria. Danach ab zum Campingplatz und eine kleine Joggingeinheit zum Lac Beauvert - man läuft wunderschön vom Campingplatz am Wasser entlang, wo die Paddler die Strömung genießen. Zwischendurch läuft man an wunderschönen Logdes vorbei, die immer an einer kleinen Ausbuchtung liegen mit aufgereihten Liegestühlen und Blick aufs Wasser. Mit einem Glas Wein und ein paar Chips auf dem Beistelltisch, genießen viele den sensationellen Ausblick auf das Wildwasser und die Umgebung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach ca. 5 km bin ich dann am Lac Beauvert angekommen, an dem ein Golfplatz liegt.&lt;br&gt;Dann reicht es mir aber für heute. Da ich nichts eingekauft habe, gönne ich mir heute Abend ausnahmsweise einmal ein Essen im Restaurant.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Morgen fahre ich wieder den Icefield Parkway nach Banff  hinunter. Wahrscheinlich werde ich zwei kleinere Touren unterwegs machen, aber so genau weiß ich das noch nicht.&lt;br&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;</description>
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                <title>Unterwegs im Osten Kanadas 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/kb_m.-bergstraesser-fruehlingserwachen-an-den-horseshoefalls.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Unterwegs im Osten Kanadas&lt;br /&gt;&lt;p&gt;3,5 Wochen von Toronto bis Neufundland&lt;p&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2015 von SK-Kundin Ivonne Keitel-Köhler&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlich ist es soweit! Die letzte Kanadareise liegt 4 Jahre zurück. Damals haben wir den Westen bestaunt. Jetzt ist der Osten dran. Es soll von Toronto über Manitoulin Island - Ottawa - Montreal - Quèbec - Halifax bis nach Neufundland gehen. Vier Jahre lang haben wir gespart und etliche Monate lang an der Route gefeilt, Ideen gehabt und wieder verworfen. Aber jetzt ist es geschafft. Es geht los. Auf unserer letzten Reise wurde in Frankfurt einige Stunden vor Abflug das gesamte Gepäck meines Mannes aus dem Auto gestohlen. Das soll uns nicht noch einmal passieren. Diesmal fahren wir mit der Bahn zum Flughafen, die Koffer beschützend zwischen die Beine geklemmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir, dass sind mein Mann Sven, unsere Tochter Lucy, im besten Teenageralter von 14 Jahren, und ich, Ivonne. Beim Check-in am Vorabend die erste kleine Schrecksekunde: der Flug ist überbucht. Lufthansa bietet uns 600 Euro Entschädigung pro Person und eine weitere kostenlose Übernachtung in Frankfurt an, wenn wir dafür einen Tag später fliegen. Wir können und wollen nicht später fliegen. Das Wohnmobil wartet auf uns. Und wir haben auch keine Lust mehr, die Route nochmals zu ändern. Wir dürfen dann doch einchecken. Puh, Glück gehabt. Und tatsächlich sitzen auf dem Flug einige Passagiere auf den Notsitzen. Lucy hat Flugangst. Sie krallt sich beim Start in unsere Hände und wirkt ganz angespannt. Als wir dann unsere Reisehöhe erreicht haben und sich kein Vogelschwarm in den Triebwerken verfangen hat, atmet sie hörbar auf und lässt sich den Rest des Fluges über vom Kinoprogramm ablenken. Wir landen wohlbehalten in Toronto, schnappen unser Gepäck und finden auch den Shuttleservice zu unserem Hotel. Die erste Hürde ist also genommen. Wir sind da! Wir können es noch gar nicht so richtig glauben. Da hat man sich monatelang auf diese Reise gefreut und alles vorbereitet und jetzt sind wir tatsächlich in Toronto!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 19.08.2015 übernehmen wir unser Wohnmobil von Fraserway. Es bietet für uns Drei genug Schlafmöglichkeiten und hat einen Slide-Out. Das Fahrzeug ist 7 m lang, 3,40 m hoch und hat ordentlich PS unter der Motorhaube. Nach einer gründlichen Einweisung vor Ort kann es endlich losgehen. Es liegen knapp 3200 km vor uns. Nach ca. 3 km ist die Fahrt allerdings erst einmal zu Ende. Wir müssen umkehren. Was ist passiert? Wir wurden an einer Ampelkreuzung von einem abbiegenden Truck touchiert. Dadurch ist unser Außenspiegel gerissen. Das war vielleicht ein komisches Gefühl, so kurz nach unserer Abfahrt wieder auf dem Hof des Vermieters vorzufahren. So, als hätte man was Wichtiges vergessen. Zum Glück war ein Außenspiegel auf Lager und der kaputte konnte ausgetauscht werden. Aber jetzt geht es los!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fahren gelassen durch den Stau der 6 - 8-spurigen Autobahn vor Toronto und bestaunen die Autoschlange. Ich finde vor allem die Trucks so faszinierend. Sven steuert unser Wohnmobil souverän durch diesen wahnsinnigen Verkehr. Ich bewundere ihn dafür. Und irgendwann erreichen wir den ersten Campground. Wir sind erschöpft und müde und wollen nur noch ins Bett fallen. Jetzt müssen wir aufpassen, dass die Stimmung nicht kippt. Der Jetlag macht sich bemerkbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen der erste Höhepunkt unserer Reise. Die Niagara Fälle. Wir fahren mit dem Bus. Die Haltestelle liegt idealerweise direkt am Campground. Das Wetter lässt sich nicht in die Karten schauen. Es ist nicht kalt aber auch nicht wirklich warm. Eher diesig und trüb. Hoffen wir das Beste. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. Und dann sehen wir sie, die gigantischen Wasserfälle! Es ist beeindruckend. Sven zückt die Kamera und will fotografieren. Da zeigt das Ding einen leeren Akku an und nix geht mehr. Obwohl der Akku am Morgen noch voll anzeigte. Das darf jetzt nicht wahr sein - oder?! Sven ist verzweifelt und flucht. Da kommt mir eine Idee. Ich spreche einfach einen kanadischen Touristen an, der eine super große Kamera um den Hals hängen hat. Ich schildere ihm die Situation und bitte ihn, uns zu fotografieren und die Bilder später per Mail an uns zu schicken. Luke, unser Retter, ist sofort einverstanden und wir treten zum Fotoshooting an. Und Luke hat Wort gehalten. Wir sind im Besitz von tollen Fotos, die belegen, dass wir an den Niagarafällen waren. Leider hält das Wetter nicht durch. Der Himmel wird immer grauer und es regnet. Wir werden pitschnass. Und in dem 4 D Kino, in diesem Informationszentrum direkt bei den Niagarafällen, händigt man uns zwar einen Regenumhang aus aber der kann die Wassermassen, die während des Films auf uns herabregnen, nicht wirklich abhalten. Wir verlassen das Zentrum mit nassen Hosenbeinen und Schuhen. Jetzt geht es durch einen Tunnel, um hinter die Fälle zu schauen. Es ist einfach nur fantastisch. Die Gischt spritzt einen schon von weitem ins Gesicht. Dann ein Lichtblick. Die Sonne lugt zwischen den Wolken hervor. Schnell zum Boot, das ganz dicht an die Fälle heranfährt. Wenn wir schon mal hier sind, dann machen wir das ganze Programm. Wieder reicht man uns ein Regencape. Wir stehen auf dem Boot und irgendetwas ist komisch. Warum spritzt es so doll? Ist das schon die Gischt der Fälle? Aber hier an der Anlegestelle? Nein, es regnet wieder. Genauer gesagt, schüttet es wie aus Eimern. Und die Gischt tut dann ihr übriges. Ich wünsche mir, im Badeanzug auf das Boot gestiegen zu sein. Es ist beeindruckend, so dicht an die Fälle heranzufahren, das Tosen zu hören und die unglaubliche Kraft des Wassers zu spüren. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass sich hier schon seit einigen Jahrhunderten immer mal wieder Menschen in die Tiefe stürzen. Sei es als Mutprobe in einem Fass oder in selbstmörderischer Absicht. Wir verlassen das Boot wieder und sind jetzt nass bis auf die Knochen. Bis uns der nächste Bus zum Campground zurückbringt, trocknen wir uns in der Toilette notdürftig unter dem Händetrockner und warten dann in einem Souvenirshop auf die Abfahrtszeit. Mit dem Wohnmobil geht es später weiter zum nächsten Campground, wo wir am Abend erschöpft aber glücklich ins Bett fallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen geht es mit der Fähre nach Manitoulin Island. Die Insel liegt im Huronsee und gehört zur kanadischen Provinz Ontario. Sie ist mit ihren 2766 km² die größte in einem See gelegene Insel der Erde. Mir kommt es vor, als würden wir über ein großes Meer fahren und nicht über einen See. Auf Manitoulin Island gibt es schöne kleine Städtchen und noch viele weitere große und kleinere Seen. Diese Wasservielfalt kann man sich gar nicht vorstellen. Das muss man einfach sehen. Die Menschen sind überall sehr freundlich und hilfsbereit. So kommen wir mit unseren wenigen Englischkenntnissen gut zurecht. Das Wetter ist angenehm. Die Sonne scheint, ab und an weht ein Lüftchen und wir hoffen, den Regen hinter uns gelassen zu haben. Sven und Lucy springen in den Manitoulake, der direkt an unserem Campground liegt. Am Abend entzünden wir unser erstes Lagerfeuer und es gibt Würstchen und Marshmallows.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fahren weiter zum Talon Lake; 300 km westlich von Ottawa. Heute übernehme ich das Steuer. Der Verkehr ist angenehm. Keine Hektik. Ich habe den Eindruck, dass sich 95 % der Fahrer an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit halten. Sie könnten locker überholen, tun es aber nicht. Ich schätze mal, dass die Strafen hier in Kanada um einiges saftiger sind als in Deutschland - oder? Unser Campground liegt wieder direkt am See. Ich komme mit Dave, der den Campground leitet, ins Gespräch. Spontan lädt er uns zu einer Bootstour für den nächsten Morgen ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pünktlich erscheinen wir am nächsten Tag auf der Bildfläche. Dave freut sich und es geht los. Die Sonne lacht und es weht ein leichter Wind. Das Wasser ist blau und klar. Wenn ich Dave richtig verstanden habe, ist der Talon Lake 16 km² groß und an seiner tiefsten Stelle 65 m tief. Der See ist von Wald umgeben. Hier leben Wölfe, Füchse, Elche und Schwarzbären. Und natürlich jede Menge Vögel. Leider erspähen wir kein wildes Tier am Ufer, so sehr wir unsere Augen auch anstrengen. Dave wandert mit uns einen kurzen Trail entlang und ehe wir es uns versehen, stehen wir auf einem Felsen und haben einen wunderbaren Blick auf die Stromschnellen. Hier oben kommt es immer wieder zu Unfällen, erzählt er. Menschen, die in betrunkenem Zustand vom Fels ins Wasser stürzen oder ganz wagemutige Jugendliche, die auf der Suche nach dem Kick ganz bewusst in die Tiefe springen. Und so kommen wir dann auch an einer Gedenktafel für einen Jugendlichen vorbei, der den Sprung ins Wasser nicht überlebt hat. Dennoch genießen wir den Ausblick und die wunderschöne Natur. Nach ca. 45 Minuten geht es mit dem Boot wieder zurück. Dank Dave haben wir einen wunderschönen Flecken Erde gesehen. Von alleine wären wir dort nie hingekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir suchen seit 2 Tagen nach den blauen Tabs fürs Klo. Die Tabs zersetzen die Fäkalien und sorgen so für gute Luft. Ich fürchte, ich habe sie versehentlich weggeworfen. Also müssen neue her. Im Geschäft lassen sich solche Tabs nicht finden. So entscheiden wir uns für ein braunes Pulver, das hoffentlich denselben Zweck erfüllt. Auf der Packung steht was von RV. Wir sind zuversichtlich. Wir stellen fest, dass sich so kleine Pannen wie ein roter Faden durch unsere Reise ziehen. Als da wären der gerissene Außenspiegel, der leere Akku, die verschwundenen Tabs. Aber vermutlich sind solche Pannen wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt irgendwas. Man darf gespannt sein, was noch so kommt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile sind wir auf einem Campground vor den Toren Ottawas. Hier stürzen wir uns auf das WLAN und senden Nachrichten nach Hause. Lucy ist für jede WLAN Minute dankbar. Sie kann ohne YouTube nicht leben. Den heutigen Tag gehen wir ruhig an und entspannen einfach. Unsere Stellplatznachbarn laden uns am Abend an ihr Lagerfeuer ein. Jeder bringt etwas mit. Der Himmel über uns ist tiefschwarz, die Sterne funkeln, Grillen zirpen, ringsum ist Wald. Das Feuer knistert und es fliegen Funken in die Nacht davon. Am Lagerfeuer nebenan wird Gitarre gespielt und gesungen. Das ist Kanada. Dieser Abend ist einfach perfekt. Wir plaudern entspannt mit Gudrun und Grant. Gudrun ist gebürtige Norwegerin, lebt aber schon länger mit ihrem Mann in British Columbia in der Nähe von Vancouver. Beide sind nun Rentner und fahren mit ihrem riesigen Campanhänger (das Ding ist 9 m lang und wird von einem großen Pickup gezogen) durch Kanada und die USA. Lucy sitzt total entspannt in ihrem Campingstuhl, hält Marshmallows ins Feuer und erzählt, wie wir in Deutschland leben und wie es in der Schule ist. Jetzt kann sie ihre Englischkenntnisse live anwenden und erlebt in der Praxis, dass es sich lohnt, diese Fremdsprache zu lernen. Und das Mama recht hat, wenn sie sagt: &quot;Kind, sei froh, dass du die Möglichkeit hast, Englisch zu lernen. Bleib dran. Du wirst eines Tages dankbar dafür sein.&quot; Aber das würde meine Tochter nie zugeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Übernahme des Wohnmobils hatten wir erfahren, dass wir in Ottawa, Montreal und Quebec das Wohnmobil nur auf einem Campground stehen lassen dürfen. Das ist schlecht für uns, da die Campgrounds außerhalb der Städte liegen und jetzt noch nicht klar ist, wie wir hinkommen. Wenn wir das Wohnmobil in den Städten parken und es geklaut wird, was diese Saison schon passiert ist, hätten wir keinen Versicherungsschutz. Den haben wir nur auf dem Campground. Das bringt unsere Pläne etwas durcheinander. Mal sehen, wie wir das handhaben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir entscheiden, mit dem Bus nach Ottawa zu fahren. Man sagte uns, wir würden 15 Minuten bis zur Haltestelle laufen. Man sagte uns aber nicht, dass es keinen Fußweg gibt und es an der Kreuzung nicht ganz einfach sein würde, die Fußgängerampel zu erreichen. Das haben wir dann alles unterwegs festgestellt. Und aus den 15 Minuten Fußweg werden schnell 40 Minuten. Mein lieber Scholli. Aber wir haben es geschafft und den Bus erreicht. Wir wollen uns das Parlament anschauen. Es hat ewig gedauert, bis wir vor Ort durch die Sicherheitskontrollen gelangen. Überall steht Polizei. Da wir keine 3 Stunden bis zur nächsten englischen Führung warten wollen, entscheiden wir uns für die frühere französische Führung. Wir murmeln ab und an ein &quot;oh&quot; und ein &quot;oui&quot; oder auch ein &quot;merci&quot;. Aber irgendwie haben die Leute wohl doch gemerkt, dass wir kein Wort verstehen und schon sind wir wieder in ein Gespräch verwickelt. Wo kommt ihr her, wo geht die Reise hin und an der Info gibt es bestimmt Material auf deutsch für uns. Herrlich. Das Parlamentsgebäude ist ein beeindruckender Bau. Vor allem die Bibliothek ist sehenswert. Als wir das Gebäude verlassen, schüttet es wie aus Eimern. Mal wieder. Wir werden pitschnass. Das kennen wir ja schon. Und dann lässt sich die Sonne wieder blicken und alles trocknet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen nicht noch einmal die nicht ganz ungefährliche Strecke zum Campground laufen. So fahren wir ein Teilstück mit dem Bus und steigen an einem Einkaufszentrum aus, in der Hoffnung, hier ein Taxi zu finden. Und wir müssen erst einmal klären, ob man im Taxi bar zahlt oder mit Kreditkarte. Da kennen wir uns nicht so aus. Wir haben nämlich nicht mehr viel Bargeld einstecken. Also spreche ich einen erfahren aussehenden Herrn an (er ist grauhaarig, also schon etwas älter und somit auch erfahren, grins). Er erklärt dann, dass man in der Regel bar zahlt, es aber durchaus auch Taxifahrer gibt, die Kreditkarte akzeptieren und wenn wir ein Taxi rufen, sollen wir gleich sagen, dass wir mit Karte zahlen wollen. Am Ende bestellt der nette Herr das Taxi für uns, klärt die Kartenzahlung und bringt uns zu der Stelle, wo wir auf das Taxi warten sollen. Wir bedanken uns vielmals für seine Hilfe und er sagt nur, nichts zu danken, genießt Kanada. You&#039;re welcome. Enjoy Canada. Ich kriege mich echt nicht mehr ein. Die Hilfsbereitschaft der Menschen, die uns überall so selbstverständlich entgegengebracht wird, ist einfach unglaublich. Das Taxi ist dann auch  schnell da und wir sind innerhalb kürzester Zeit sicher auf unserem Campground.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und jetzt geht es weiter in Richtung Montreal. Da wir auch hier nicht in die Stadt fahren dürfen, werden wir diese vermutlich gar nicht anschauen. Das ist auf der einen Seite zwar schade auf der anderen Seite tut es uns aber auch ganz gut, zwischendurch mal wieder nix zu tun und einfach nur auf dem Campground abzuhängen; um es mit den Worten meiner Tochter auszudrücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe ich schon erwähnt, dass ich die alten Trucks so liebe? Die mit den riesigen Auspuffrohren links und rechts neben der Fahrerkabine. Die sehen einfach so geil aus und die Schulbusse erst! Und ich liebe die Briefkästen, die am Straßenrand stehen, so wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt. Manche Briefkästen sehen aus wie kleine Häuser. I like it so much!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir lassen Montreal also links liegen und fahren dafür einen Tag später mit dem Bus nach Quèbec City rein. Quèbec hat eine wunderschöne Altstadt mit tollen Gassen. Hier macht das Andenken shoppen Spaß. Lucy und mir haben es vor allem die Traumfänger angetan. Aber nur die, welche in echter Handarbeit in Kanada gefertigt wurden. Nicht die Billigimporte aus China. Da muss man ganz schön aufpassen. Und hier in Quèbec steht dieses berühmte Hotel, dass Chateau Frontenac, welches schon ganz oft als Postkartenmotiv herhalten musste. Klar, dass es auch unsere Fotokulisse wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf unserer Weiterfahrt zum nächsten Campground machen wir Halt in Wanake, einem Vorort von Quèbec. Dort besuchen wir ein First Nations Museum. Da wir um diese Zeit die einzigen Gäste sind, erhalten wir quasi eine private Führung und zu unserer Freude ist diese auf Englisch. Eigentlich wäre jetzt die französischsprachige Führung dran. Wir verstehen nicht alles, dafür reichen unsere spärlichen Englischkenntnisse einfach nicht aus aber dennoch erschließt sich einem irgendwie der Sinn des Gesagten. Die Frau, die uns führt, ist eine direkte Nachfahrin der First Nation und spricht die alten Dialekte. Sie gibt uns eine Kostprobe. Es ist faszinierend, das zu hören und wie flüssig die Worte aus ihrem Munde kommen. Sie zeigt uns ein Kanu, welches von ihrem Großvater noch traditionell in Handarbeit gefertigt wurde. Nach der Führung im Museum geht sie mit uns in ein so genanntes Longhouse. Ein Haus, in dem vor vielen Jahren die First Nations lebten. Es ist ca. 25 - 30 m lang, hat 3 Feuerstellen und überall liegen Tierfelle. In einem Haus wohnten damals ca.3 bis 6 Familien eines Clans. In einem Dorf lebten etwa 2000 Menschen, verteilt auf ca. 18 - 20 Häuser. Das Dorf war von einem Schutzwall aus mehreren tausend dünnen Pfählen, die nach oben hin spitz wurden, umgeben. So sollte es vor wilden Tieren und anderen Feinden geschützt werden. Wir sind begeistert, dass so originalgetreu zu sehen. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Armbanduhr hat vor ein paar Tagen ihren Geist aufgegeben. (Da war es wieder, dass Salz in der Suppe.) Seitdem frage ich Sven ständig nach der Uhrzeit. Der Ärmste. Lucy hat ihre Uhr gar nicht erst mitgenommen, fragt aber prinzipiell auch gerne nach der Zeit. Also muss eine neue her. Fündig werde ich im Wallfahrtsort des katholischen Kanadas, Sainte Anne de Beauprè, eines der ältesten Pilgerzentren in Nordamerika. Natürlich besichtigen wir auch die Kathedrale, welche nach einem Brand 1922 neu aufgebaut wurde. Die Kathedrale wurde der heiligen Anna, Mutter Marias, gewidmet.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;6 km östlich liegt der Canyon Ste. Anne; eine malerische Schlucht mit Wasserfällen. Hier machen wir Halt und laufen eine Stunde lang auf Pfaden und Brücken durch und über den Canyon. Die Landschaft ist einfach fantastisch. Die Sonne lacht und es ist unglaublich schwül.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter geht es in Richtung New Brunswick. Dafür setzen wir mit der Fähre über den St. Lorenzstrom. Die Überfahrt dauert 90 Minuten und kostet uns 130 Euro! Uns hat es bald hinten rum gehauen. Der Preis wird nach Personenzahl und Fahrzeuglänge berechnet. Das wurde vor Ort mit Maßband abgemessen. Unser Wohnmobil ist 7,20 m lang. Das wissen wir jetzt quasi ganz genau. Überhaupt sind Benzin, Lebensmittel und Eintrittspreise hohe Kostenfaktoren. Das sollte man wissen und kalkulieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind jetzt in New Brunswick, haben den französischsprachigen Teil also hinter uns gelassen und eine Zeitzone überschritten. Wir müssen die Uhr leider 1 Stunde vordrehen und sind jetzt 5 Stunden hinter Deutschland zurück. Trotz nicht vorhandener Französischkenntnisse sind wir gut zurechtgekommen, da die meisten Leute auch Englisch sprechen. Nur einmal waren wir überfordert. Und zwar an der Tankstelle. Kreditkarte rein in die Zapfsäule, Benzin in den Tank und dann? Alles auf Französisch. Hier kommt dann wieder ein erfahren aussehender Herr ins Spiel. Der hat an der Zapfsäule Kontakt mit der Tankstelle aufgenommen, alles auf Französisch geklärt und uns erklärt, dass wir reingehen und dort bezahlen können. Enjoy your trip. Merci.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Hartland, New Brunswick, bestaunen wir die längste überdachte Brücke der Welt. Sofort erinnere ich mich an den Film &quot;Brücken am Fluss&quot; mit Meryl Streep und Clint Eastwood, seufz. Die Brücke hier ist 391 m lang und geht über den St.John River. Und an eben diesem Fluss liegt unser nächster Campground.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag lassen wir uns in die Zeit von 1820 -1890 zurück versetzen. Wir sind in King Landings, einem historischen Dorf. Ein so genanntes Heritage. Dort kann man die Häuser besichtigen, dem Dorfschmied über die Schulter schauen und sich mit der Dorflehrerin unterhalten. Bevor sich Lucy in die Schulbank setzen darf, muss sie der Lehrerin ihre Hände vorzeigen. Sind sie auch sauber? Dann soll Lucy ihren Namen auf eine Schiefertafel schreiben und etwas vorlesen. Die Bewohner schlendern in historischen Gewändern durch das Dorf. Wir wohnen sogar einer Gerichtsverhandlung bei. In einem Krämerladen erklärt uns ein Herr der damaligen Zeit, mit welchen Waren er handelt. Da ich den Eindruck habe, dass er auf Sätze, die wir drei untereinander austauschen, reagiert, frage ich ihn, ob er deutsch spricht. Und tatsächlich. Und wo wurde er geboren? In Nürnberg. Hey, da wohnen wir! Jetzt gibt es kein Halten mehr! Jetzt wird er mit Fragen bestürmt. Und zum ersten Mal verstehen wir mühelos alles, was uns erklärt wird. So klein ist die Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf unserer heutigen Weiterfahrt machen wir Halt in Halifax in Nova Scotia. Wir parken auf einem riesigen Gelände an den Docks im Hafen. Ich weise Sven gerade brav in die Parklücke ein, da werde ich von einem Mann, der einen Blick auf unser Nummernschild wirft, angesprochen. &quot;Oh, you are from Ontario.&quot; (Oh, ihr kommt von Ontario.) &quot;Seid ihr das erste Mal hier oder kennt ihr euch aus? Das hier ist der Parkplatz für die Marines und für die Mitarbeiter der Docks. Ihr könnt hier stehen bleiben, holt euch aber da vorne ein Ticket. Noch mehr Infos bekommt ihr da und da.&quot; &quot;Thank you so much!&quot; &quot;You&#039;re welcome.&quot; Ich liebe diese Hilfsbereitschaft nach wie vor! Das ist einfach unglaublich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Altstadt von Halifax spazieren wir am Wasser entlang und essen erst mal eine ordentliche Portion Fish &amp; Chips. Heute ist es sehr warm. Zum Glück weht ab und an ein leichtes Lüftchen. Hier in Halifax gibt es das Maritime Museum of the Atantic, welches die Entwicklung der Segel- und Dampfschifffahrt zeigt. Eine besondere Attraktion des Museums ist die Titanic-Abteilung. Viele der Ertrunkenen wurden damals in Halifax beigesetzt. Wir schlendern weiter durch die Stadt und kommen an der Old Town Clock vorbei. Der Turm ist ein Geschenk von Prince Edward, Vater von Queen Victoria, an die Stadt Halifax. Das war im Jahre 1803. Es heißt, Prince Edward sei ein Pünktlichkeitsfanatiker gewesen. Davon ist heute nicht mehr viel übrig; die Uhr ging nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor den Toren von Halifax erreichen wir den letzten Stellplatz unserer Wohnmobilreise. Morgen sehen wir uns noch den Küstenort Lunenburg an. Und übermorgen geben wir dann das Wohnmobil nach über 3000 gefahrenen Kilometern in Halifax ab. Die Rückgabe verläuft reibungslos. Wir müssen zwar den Außenspiegel erst einmal bezahlen, haben das Geld dann aber später in Deutschland problemlos von der Versicherung erstattet bekommen. Jetzt fliegen wir von Halifax rüber nach St. John‘s, Neufundland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile haben wir den 02.09.2015. Wir sind gut in St. John&#039;s angekommen und eine weitere Zeitzone ist überschritten. Die Uhr wird eine halbe Stunde vorgedreht. Wir haben das Wohnmobil gegen einen Jeep getauscht. Das ist vielleicht ein schnittiges Ding. Noch richtig neu. Und der hat so ein tolles Rot. Die Fahrzeugübernahme verläuft kurz und schmerzlos. Für meine Begriffe etwas zu kurz. So nach dem Motto: hier ist der Schlüssel, das Auto steht irgendwo da draußen, gute Fahrt. Das ist alles. Die haben meine Kreditkarte und 5 Unterschriften von mir! Da kann ich jetzt wirklich nur auf eine gute Fahrt hoffen. Erst einmal müssen wir rausfinden, wo der Zündschlüssel rein muss und was getankt werden darf. Okay, es gibt kein Zündschloss. Das Auto reagiert auf Knopfdruck, aha. Und wohin jetzt mit dem Schlüssel? Ab in die Hosentasche, diese verschließen und den Schlüssel ja nicht verlieren. Und um die Kraftstoffsorte kümmern wir uns später. Na, das kann ja heiter werden. Hier herrschen heute nur 11 Grad! Auf Neufundland weht quasi ein anderer Wind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben noch nicht viel von der Insel gesehen, sind aber schon jetzt hin und weg. Allein die Unterkunft hier in St. John&#039;s; die ist so schnuckelig. Wir sind im Cantwell House, B&amp;B. Und die Leute hier sind total nett. Wir haben schon wieder jede Menge interessante Gespräche geführt. Im Cantwell House gibt es einen Aufenthaltsraum mit Balkon und fantastischem Blick auf den Hafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yeah, das ist Neufundland, wie ich es mir vorgestellt habe: zerklüftet, rau, stürmisch. Ganz viel Wasser und Wald, bunte Häuser, wilde Buchten. Natur pur. Wir sind in Twillingate. Und auch hier sind die Menschen sehr hilfsbereit und freundlich. Allerdings muss man, wenn man nach dem Weg fragt, sehr genau hinhören. Das ist so ein tiefes Brummen, so ein &quot;houghoughough&quot;. Heute herrschen hier nur 7 Grad Außentemperatur! Und es hat den halben Tag lang geregnet. Böse Zungen behaupten, auf Neufundland regnet es 14 Monate im Jahr. Man könnte meinen, dass Wetter wechselt stündlich. Und tatsächlich erleben wir Sonnenschein, Regen, dann wieder Sonne, dann Gewitter. Und das alles an einem einzigen Tag. Heute kommt noch ein unglaublich starker Wind dazu. Am Leuchtturm in Twillingate, direkt am Wasser, hat es uns bald umgeweht. Dabei haben diese Rauheit, die Natur, die Brandung, die Felsen einen unglaublichen Charme, eine tolle Atmosphäre. Das ist nicht jedermanns Sache. Aber da wir Drei keine Sonnentypen sind und Hitze nicht so gut vertragen, sind wir hier genau richtig. Wir steigen auf den Leuchtturm, lauschen den Erklärungen des Wärters und dem Heulen des Windes, hören den Regen an die Fenster prasseln und genießen den Blick von oben. Der reicht zwar bei diesem Wetter nicht sehr weit aber es ist dennoch unglaublich schön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unterkünfte hier sind klasse und zum Frühstück werden wir von allen Gastgebern verwöhnt. Kaffee, Tee, Saft, Obst, Müsli, Hot Chocolate, Eier in sämtlichen Varianten, hausgemachte Marmelade. Gestern erst gab es Blaubeerpfannkuchen und Bratwürste. Wir werden schneckefett nach Hause kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile habe ich das Gefühl, eine halbe Ewigkeit schon von zu Hause weg zu sein. Komisch. Wir verlassen Twillingate und fahren weiter zum Gros Morne Nationalpark. Und dann plötzlich: Elchalarm! Kurz vor uns ist eine Elchkuh über die Autobahn gelaufen. Und das am helllichten Tag. Zum Glück konnte Sven rechtzeitig bremsen und am Straßenrand anhalten. Da sahen wir dann auch, dass die Elchkuh ein Junges im Schlepptau hatte. Dieses zögerte allerdings und ist zurück geblieben. Wir warteten noch eine Weile und hörten das Junge nach der Mutter rufen und sahen es die Mutter suchen. Auch die Mutter ließ sich auf der anderen Seite noch ein paar Mal blicken. Aber der Verkehr war einfach zu dicht. Wir vermuten, dass die Elchkuh später zu ihrem Jungen zurücklaufen wird. Und wir hoffen sehr, dass sie es schafft. In Gesprächen mit den Einheimischen hier wurde uns immer wieder von Unfällen mit Elchen erzählt. Auch Schilder am Straßenrand listen auf, wie viele Kollisionen es mit Elchen in diesem Jahr auf einem bestimmten Straßenabschnitt bisher gegeben hat. Die höchste Zahl, die wir auf so einem Schild gesehen haben, lautete 660! Ich sagte im Gespräch mit dem Leuchtturmwärter von Twillingate, der selbst schon 2 Kollisionen mit Elchen hinter sich hatte, dass wir bereits über 3000 km gefahren sind und noch keinen einzigen Elch gesehen haben und das ich gerne einen sehen möchte. Er sagte, glaube mir, du willst keinen Elch sehen. Ich sagte: doch, aus sicherer Entfernung. Da lachte er. Und heute haben wir tatsächlich eine Elchkuh und ihr Junges gesehen. Und es ist alles gut gegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag scheint die Sonne und wir fahren zum Western Brook Pond, ein Fjord im Gros Morne Nationalpark, ganz im Westen von Neufundland. Man kann mit einem Boot in den Fjord hineinfahren. Um zur Bootsanlegestelle zu gelangen, läuft man 3 km über Holzstege, die über Sümpfe führen. Man ist von Wasser, Wald und den Bergen umgeben. Ein unglaubliches Panorama. Wir unterhalten uns mit einem Paar aus Deutschland, welches seit 9 Monaten umherreist. Hauptsächlich waren sie in Südamerika unterwegs und jetzt in Kanada und Neufundland. Heute ist hier Feiertag und die Unterkünfte sind fast überall belegt und natürlich richtig teuer. Sie erzählen uns, dass sie zeitweise 2 Stunden lang nach einer Unterkunft gesucht haben. Das ist zeitaufwendig und nervig. Gut, dass wir unsere Quartiere im Voraus gebucht hatten. So ist die lästige Suche für uns entfallen. Auf dem Rückweg kommen uns ein Mann und eine Frau entgegen, die uns irgendwie bekannt vorkommen. Ah ja, richtig. Wir haben uns in Halifax in Nova Scotia an der Wohnmobilstation getroffen. Also noch drüben auf dem Festland. Und hier auf Neufundland haben sich unsere Wege noch einmal gekreuzt. Es folgt ein netter Plausch und dann geht es für uns weiter. Wir fahren ans Wasser. Am Strand hält Lucy begeistert nach schönen Steinen und Muscheln Ausschau und findet sogar ein paar Korallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Später gehen wir zum Essen in ein Restaurant in Rocky Harbor. Ich traue mich gar nicht zu sagen, was wir gegessen haben. Ich hatte einen deftigen Eintopf mit Kartoffeln, Karotten und Elchfleisch. Sven hatte Elchpizza. Es hat echt gut geschmeckt. Etwas herb, Wild halt. Zum Nachtisch habe ich mir noch ein Softeis gegönnt. (Pfeiff auf schneckefett!) Da muss man immer aufpassen, dass man &quot;small&quot; sagt. Sich also eine kleine Portion bestellt. Weil selbst die kleinen Portionen sehr groß sind. Ich frage mich immer, wie die großen Portionen aussehen. Ob sie die dann im Eimer servieren? Das ist echt der Hammer. Eine Kugel Eis ist mindestens so groß wie 2 Kugeln bei uns. Generell haben wir uns angewöhnt, immer erst einmal 2 Portionen zu bestellen und zu schauen, wie groß die sind. Oft reichen 2 Portionen für uns Drei aus. Und das Essen bestellen ist für uns auch nicht so ganz einfach. Die Kellnerin stellt zu viele Fragen: wie wollt ihr die Eier? Hart oder weich oder Rührei oder Spiegeleier und die Spiegeleier von einer Seite gebraten oder von zwei Seiten? Und wollt ihr Würstchen oder Schinken oder Bohnen dazu? Vielleicht noch Käse und Tomaten? Soll Butter auf das Toastbrot oder wollt ihr lieber Beagel? Mit Körnern oder mit Zimt oder einfach pur? Wollt ihr Marmelade dazu? Blaubeere, Erdbeere oder lieber Apfel? Soll auf den Burger Ketchup, Salat dazu oder Pommes oder lieber Kartoffelbrei... ? Und das alles auf Englisch. Also allein der Bestellvorgang ist schon ein Erlebnis. Wir haben echt jedes Mal das Wörterbuch neben der Speisekarte liegen. Aber bis jetzt hat es immer gut geklappt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute sind wir in Gander. Und hier hat Sven nach einem besonders großen Salzkorn für die Suppe gegriffen. Er fällt mitsamt Koffer die Treppe runter und landet hart auf dem Steiß. Aua. Da ich grundsätzlich eine kleine Apotheke mit mir führe, ist bald ein Schmerzmittel gefunden und Sven stellt nach einiger Zeit das Jammern ein. Es hat aber auch wirklich wehgetan. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kreis schließt sich langsam. Morgen fahren wir nach St. John&#039;s zurück. Dort besuchen wir noch den Signal Hill. Der Signal Hill ist ein Hügel an der Nordseite der Hafeneinfahrt von St. John&#039;s. Wenige Kilometer südlich befindet sich der östlichste Punkt Nordamerikas, Cape Spear. Der Signal Hill ist mit einer Gedenkstätte, einem Besucherzentrum und den Wanderwegen eine der Attraktionen von St. John&#039;s. Wenn nicht gar DIE Attraktion. Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage gab es hier bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts Befestigungsanlagen. Der letzte Kampf des Siebenjährigen Krieges auf nordamerikanischem Boden wurde hier auf dem Hügel ausgetragen. Die bis dahin als &quot;The Lookout&quot; bezeichnete Anhöhe wurde vom britischen Oberst William Amherst in &quot;Signal Hill&quot; umbenannt, da von hier aus von einem Flaggenmast Signale für einlaufende Schiffe und in die Stadt gesendet wurden. Wir betreten also absolut historischen Boden. Die Sonne scheint aber es ist sehr windig. Der Atlantik leuchtet in wunderschönem Blau und wir haben von hier oben einen fantastischen Blick über die Stadt und den Hafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist der 09. September 2015, abends und wir sitzen im Flieger nach Hause. Wir haben 5 Bundesstaaten durchquert, 3 Zeitzonen überschritten und knapp 5000 km zurückgelegt. Eine wunderschöne Reise mit vielen Erlebnissen, netten Menschen, schönen Städten, wilden Tieren (Robben, Wale, Elche, Weißkopfseeadler) und ganz viel Natur ist nun zu Ende. Auf der einen Seite ist es schade, dass der Urlaub vorbei ist. Auf der anderen Seite freuen wir uns aber auch wieder auf zu Hause, auf die Familie und unsere Freunde. Und ich sehne mich nach einer großen Scheibe frischem Roggenbrot oder Dinkelbrot. Nur kein Weißbrot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Freundin Anna empfängt uns daheim mit einem leckeren Essen. Wir sollen ihr unbedingt sofort von unseren Erlebnissen berichten. Und schon höre ich wieder das Tosen der Niagara Fälle, sehe uns mit Gudrun und Grant am Lagerfeuer sitzen, fahre mit Dave über den Talon Lake, bestaune die Bibliothek im Parlamentsgebäude von Ottawa, sehe die Mink Wale im St. Lorenzstrom, steige auf den Leuchtturm von Twillingate und spüre den starken Wind, der auf Neufundland weht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Sven und mich steht fest: wir wollen auf jeden Fall noch einmal nach Kanada. Lucy spekuliert derzeit eher auf sturmfreie Bude daheim.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein großes Dankeschön an SK-Touristik; für die Beratung, Reservierung und allem, was noch dazu gehört!</description>
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                <title>Rundreise durch Neufundland 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/11696417_988550751155328_665327011082089386_o.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Bastian in Neufundland, Tag 1:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich am frühen Abend nach einer zwar recht langen aber angenehmen Fluganreise in Deer Lake angekommen bin, geht es per PKW noch einmal weiter entlang der malerischen Bonne Bay in Richtung Gros Morne Nationalpark - mein heutiges Ziel ist ist das kleine Örtchen Woody Point.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Dinner bleibt noch ein bisschen Zeit und Tageslicht um auf dem Fjord nach Walen Ausschau zu halten und tatsächlich habe ich Glück und kann zwei Minkwale erspähen - die Tour fängt gut an, wie ich finde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 2:&lt;/b&gt; Unter Führung eines Guides von Parks Canada mache ich mich auf eine Wanderung in die Tablelands und habe Gelegenheit eine faszinierende Landschaft und dessen Flora und Fauna zu erkunden, in der sich vor Millionen von Jahren durch Plattenverschiebung der innere Erdmantel über die Erdkruste gelegt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heutiges Etapppenzeil ist Rocky Harbour. Nach dem Besuch des pittoresken Lobster Cove Head Lighhouse endet der Tag bei traditioneller neufundländischer Live-Musik. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Bastian in Neufundland, Tag 3:&lt;/b&gt; &quot;Da ich leider nicht weiß, wann ich so schnell wieder eine einigermaßen stabile Internet-Verbindung für meinen Laptop bekomme, anbei ohne viele Worte direkt ein paar Eindrücke von meiner heutigen Western Brook Fjord-Bootstour - meiner Meinung nach ein absolutes Muss, wenn man den Gros Morne Nationalpark besucht.&quot; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Bastian in Neufundland, Tag 4:&lt;/b&gt; &quot;Etappentag! Entlang des Viking Trails, mit der rauhen Küstenlandschaft Neufundlands immer zu meiner Linken, geht es mit kurzem Zwischenstopp im Arches Provincialpark (Nein, der Mann auf dem Felsen bin nicht ich) Richtung Norden.&lt;br /&gt;Mit der Fähre setze ich über von St. Barbe nach Blanc Sablon, Quebec und erreiche kurze Zeit später mein heutiges Ziel L&#039;Anse au Clair in Labrador.&lt;br /&gt;Tatsächlich erwartet mich hier bereits mein erster, zugegeben leider bereits etwas herunter geschmolzener Eisberg.&quot; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Bastian in Neufundland und Labrador, Tag 5:&lt;/b&gt; &quot;Unsere für heute angesetzte erste Whale- und Iceberg-Watching Tour musste leider kurzfristig ausfallen. Stattdessen erkunden wir die Region auf eigene Faust. Wir besuchen das Point d&#039;Amour Lighthouse und die Ausgrabungen der alten baskischen Walfangstation bei Red Bay aus der Zeit zwischen 1543 und dem 17. Jahrhundert, welche mittlerweile zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurden.&quot; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Bastian in Neufundland und Labrador, Tag 6:&lt;/b&gt; &quot;Weiter gen Norden machen wir uns bereits früh morgens über den Labrador Highway auf den Weg nach Mary&#039;s Harbour, von wo aus unser Schiff nach Battle Harbour ablegt. Die auf einer kleinen Insel gelegene Siedlung war einst ein wichtiger Stützpunkt für die hiesige Fischerei. Heute ist die Insel ein idealer Ausgangspunkt für Wal- und Eisbergbeobachtungen und natürlich lasse ich mir die Gelegenheit nicht entgehen, mich hier einer geführten Tour anzuschließen.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Bastian in Neufundland und Labrador, Tag 7-9:&lt;/b&gt; &quot;Es geht zurück nach Neufundland, genau gesagt zuerst einmal in den äußersten Norden der Insel nach L&#039;Anse aux Meadows. Hier besichtigen wir die Ausgrabungen und Nachbauten der einzigen nachgewiesenen Wikinger-Siedlung in Nordamerika, welche ebenfalls zum Unesco Weltkultur-Erbe erklärt wurden. Dann müsssen wir uns auch leider bereits wieder in Richtung Deer Lake aufmachen. Am letzten Tag bleibt noch ein wenig Zeit für eine Kajak-Exkursion und eine Motorboot-Tour auf dem Humber River, bevor am Abend der Flieger in Richtung Heimat geht.&quot;</description>
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                <title>Zu Gast bei den Mi’kmaq 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 18 Aug 2022 15:02:57 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/thumb/700_490_75/nbt_2020_day_02-32.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Reisebericht - Kirsten Bungart&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Zu Gast bei den Mi&#039;kmaq&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Metepenagiag Heritage Park&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Inspirierend und berührend: Zu Gast bei den Mi’kmaq&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Metepenagiag Heritage Park in New Brunswick können sich Besucher auf kulturelle Spurensuche begeben und in das Leben der Ureinwohner eintauchen. Im Tipi übernachten, traditionelles Brot backen und den uralten Geschichten der Mi’kmaq lauschen – ein außergewöhnliches sowie berührendes Erlebnis. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Behutsam schiebt Patricia Dunnett glühend heißen Sand über den frischen Brotteig, den sie gerade direkt in die Glut gelegt hat. Die Luft über der Kuhle flirrt. Vorsichtig bedeckt sie das Luskinikn, das traditionelle Brot der Mi’kmaq, dann mit Erde. „Das wird köstlich“, sagt sie strahlend. Hinter ihr fällt ein mit Zedern und Birken bewachsener Hang hinab und gibt einen atemberaubenden Blick über den Fluss frei. In großen Bögen windet sich der Little Southwest Miramichi River durch das dichte Grün von Metepenagiag. Das Reservat ist die älteste Mi’kmaq Gemeinde in New Brunswick. Seit mehr als 3.000 Jahren ist das Volk der First Nation hier beheimatet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist spätestens bekannt, seit Patricias Großvater, Joseph Augustine, in den siebziger Jahren gleich zwei sensationelle Entdeckungen in der Region machte. Unweit des Ufers stieß er zunächst auf einen uralten First Nation-Friedhof, der später Augustine Mound getauft wurde. Wenige Jahre später fand er rund 700 Meter weiter westlich die Relikte eines vergessenen Fischerdorfes, die Oxbow Site. Die gefundenen Speerspitzen, Knochen, Krüge und Artefakte belegen, dass die Mi’kmaq bereits seit Jahrtausenden auf dem Land ansässig sind. Lange bevor die weißen Siedler kamen, fischten sie hier im Fluss, jagten in den Wäldern und zogen ihre Kinder groß. Beide Fundstätten gelten heute als National Historic Sites von Kanada und die Mi’kmaq sind ihre offiziellen Wächter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Augustine Mound bildet das Herzstück des Metepenagiag Heritage Parks. Mit viel Herzblut leitet Patricia das kulturelle Zentrum, welches im Sommer 2007 errichtet wurde. Für die vierfache Mutter sind die archäologischen Ausgrabungen bedeutsame Meilensteine, die ein kulturelles Beben unter ihrem Volk auslösten. „Als mein Großvater die Funde machte, war den meisten gar nicht bewusst, wie sehr unsere Kultur gelitten hatte. Zu dem Zeitpunkt hatten die Menschen aufgehört unsere Sprache zu sprechen, alte Bräuche wurden nicht mehr praktiziert. Denn lange Zeit wurde uns gesagt, dass unsere Traditionen falsch waren. Aber plötzlich änderte sich das. Als die Funde gemacht wurden, kam neues Leben in unsere Gemeinschaft. Die Menschen erkannten, dass unsere Vorfahren schon mehr als 3.000 Jahre hier gelebt hatten. Sie sahen, dass es vieles gab, worauf sie stolz sein konnten und stolz sein sollten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Heritage Park ist nicht nur ein geschichtsträchtiger Ort. Es ist eine kulturelle Begegnungsstätte und Treffpunkt für die Metepenagiag-Mi’kmaqs. Besucher können in einer interaktiven Dauerausstellung die Fundstücke begutachten und viel über die Traditionen der First Nation erfahren. Wer will, kann den Archäologen bei der Arbeit zuschauen. Denn noch immer treffen regelmäßig kleine Schätze aus der direkten Umgebung ein, die hier untersucht werden. Manche entpuppen sich als kurios geformte Steine, doch hin und wieder sind echte  Pfeilspitzen darunter. Aber es gibt nicht nur Historisches zu bestaunen. Jeder Mitarbeiter des Parks gehört der Mi’kmaq-Gemeinde an. Zusammen pflegen sie nicht nur das Erbe ihres Stammes, sondern helfen sich auch gegenseitig, die Kultur lebendig zu halten. Gerade die Elder, die ältere Generation, spielen dabei eine wichtige Rolle. Denn nur noch einige wenige Mi’kmaq beherrschen die Sprache ihres Volkes fließend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über Jahrzehnte war es verpönt, die Sprache zu sprechen. Die Menschen schämten sich einem indigenen Volk anzugehören. Das Resultat war, dass heute nur noch 85 der rund 600 Mi’kmaq in Metepenagiag die Sprache ihrer Ahnen sprechen können. „Als wir klein waren, wuchsen wir in einem Mi’kmaq Haushalt auf. Wir sprachen nur Mi‘kmaq und kein Englisch. Erst als wir in die Schule kamen, lernten wir richtig Englisch.“, erinnert sich Elisabeth Powell, Patricias Mutter. Zusammen mit den anderen Eldern hilft sie heute, der jüngeren Generation die fast vergessene Sprache des Stammes beizubringen. „Es besteht die Gefahr, dass wir unsere Sprache verlieren. Die Generation derjenigen, die sie noch sprechen, wird alt. Aber es wird viel getan, um die Sprache zu retten. Inzwischen wird Mi’kmaq wieder in Schulen unterrichtet und wir bringen den Jüngeren hier im Zentrum die Worte bei.“ Die Sprache ist der Schlüssel zu der Kultur der Mi’kmaq, denn wie auch bei anderen First Nations sind Geschichten und Bräuche vor allem mündlich überliefert. Doch weil die Ureinwohner angehalten waren, sich der weißen Mainstream-Gesellschaft anzupassen, ging in den letzten 100 Jahren ein großer Teil des Kulturgutes für immer verloren. Gerade noch rechtzeitig fanden die First Nations zu neuem Selbstbewusstsein und zu ihrer natürlichen Lebensweise zurück. Die Augustine-Entdeckungen wirkte sich wie ein Lebenselixir auf die Kultur der Mi’kmaq aus. „Das war ohne Zweifel ein Wendepunkt für unser Volk“, betont Patricia, als sie sich daran macht, das würzig duftende Brot aus der Glut zu heben und es vorsichtig von Sandkörnern befreit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Metepenagiag ist der Spagat zwischen Moderne und traditionellem Leben gelungen. Die Menschen zelebrieren mit Stolz volkstümliche Fertigkeiten und lassen die Welt daran teilhaben. „Das Luskinikn ist für uns tatsächlich etwas Alltägliches“, sagt Patricia und bricht das dampfende Brot. Die Rinde ist schön kross, dass weiße Innere wunderbar weich. „Zuhause backen wir es meistens zwar nicht im draußen im Sand, sondern in der Pfanne oder im Ofen. Aber wir bereiten es noch immer so zu, wie vor Jahrhunderten. Das ist keine Show für Besucher, sondern Teil unseres Lebens.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Heritage Park will nicht nur an die jahrtausendealte Geschichte der First Nation erinnern, er will Menschen zusammenbringen und einen authentischen Einblick in die Welt der Ureinwohner geben. Besonders beliebt bei Gästen ist das Ookdotaan-Paket. Ookdotaan ist ein Mi’kmaq-Wort und bedeutet so viel wie Essen kosten. Und genau darum geht es. Die Gäste können das einfache Brot, Elch-Hackbällchen mit wildem Reis und Salbei, saftige junge Farnspitzen und natürlich den traditionellen Tee aus Wintergrün und Zeder probieren und bei der Zubereitung helfen. Da die Mi’kmaq schon immer in Einklang mit der Natur lebten, ist es ganz selbstverständlich, dass alle Zutaten aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Patricia beugt sich herunter und zeigt auf eine der kleinen Wintergrün-Pflanzen. Sie pflückt ein rundes Blatt und zerreibt es zwischen den Fingern – sofort verbreitet sich ein würziges Minz-Aroma. „Unser Tee ist sehr gesund und schmeckt nach Minze“, sagt sie und nimmt einen Schluck aus ihrer dampfenden Tasse. „Die Tour kommt bei unseren Gästen sehr gut an und ist normalerweise auf drei Stunden angelegt. Aber manchmal werden daraus vier oder fünf Stunden. Wir kommen ins Gespräch und wir freuen uns immer, auch etwas über die Menschen zu erfahren, die uns besuchen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer möchte, kann auch für mehrere Tage auf dem Land der Mi’kmaq verweilen. In der Red Bank Lodge stehen für die Besucher komfortable Zimmer zur Verfügung. Die Verpflegung kommt aus der Region, frischer Lachs aus dem naheliegendem Fluss und Wild aus dem Wald. Wanderwege führen durch die ursprüngliche Landschaft und zu den archäologischen Fundstätten. Ein besonderes Erlebnis ist die Übernachtung in einem echten Tipi hoch über dem Fluss. „Die Leute lieben die Tipis. Sie können abends beim Lagerfeuer sitzen und den Geschichten unserer Elder zuhören“, sagt Patricia und lächelt. „Unser Volk lebt seit mehr als 30 Jahrhunderten hier, es gibt also einiges zu erzählen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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