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                <title>SK Touristik - Kanada. Leidenschaftlich./Kanada Reise/ReiseberichteArtikel</title>
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                <title>Strände, Seafood und Kultur 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 29 Oct 2025 14:56:32 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/pei3.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;PEI - September 2025&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Jil Havers&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;15.09.25 - Montag&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute hatte ich wieder die Ehre, mit dem Zug nach Frankfurt zum Flughafen zu fahren, denn es geht wieder nach Kanada. Anfang des Jahres war ich bereits im Westen von Kanada und jetzt konnte ich auch einen Blick auf den Osten werfen, genauer genommen auf Prince Edward Island. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Flughafen angekommen bin ich schnell durch die Sicherheitskontrolle und am Gate, wo ich den Rest der Reisegruppe treffe. Zusammen nehmen wir unseren Flieger nach Toronto und steigen dort zum Flug zum kleinen aber feinen Flughafen in Charlottetown um. Dort ausgestiegen werden wir von Jackie, die die nächsten paar Tage unsere Fahrerin ist, und einer Fotografin empfangen. Über einen roten Teppich steigen wir in den Bus, der uns zum Blackbush Beach Resort bringt. Die nächsten zwei Nächte verbringe ich mit zwei anderen aus der Gruppe in einer der Villen, die zum Resort gehören. Der Ausblick ist wunderschön und durch die bodentiefen Fenster kann diese auch in vollen Zügen genossen werden. Ich richte mich kurz ein und dann geht es zum anliegenden FIN Folk Food Restaurant. Typisch für die Ostküste gibt es hier vor allem eins: Seafood. Passend zur Lobster Season bestelle ich mir meine erste Lobsterroll. Einfach köstlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Essen geht es zurück in unsere Villa. Hier heißt es vor allem eins: Schlafen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;16.09.25 - Dienstag&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer ersten, erholsamen Nacht auf der Insel geht es in das Hotelgebäude der Unterkunft, um zu frühstücken. Es gibt ein leckeres Frühstücksbuffet und dazu einen wunderschönen Ausblick auf das Meer. Heute steht ein voller Tag an. Jackie holt uns mit Ihrem Bus ab und fährt mit uns zum Brackley Beach, dort machen wir eine zweistündige Wanderung. Auf dem Weg dorthin fahren wir am bekannten Cove Head Lighthouse vorbei. Leuchttürme sehen definitiv anders aus bei den Kanadiern, aber mir gefällt das Lighthouse super. Auf dem Weg zum Brackely Beach fahren wir am Delvay by the Sea vorbei, hier werden wir heute Abend essen. Von weitem sieht das Gebäude schon mal vielversprechend aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Brackley Beach angekommen lernen wir dann Ruth kennen. Ruth wird auf den nächsten Wanderungen unser persönlicher Guide sein. Sie erzählt uns viel über die umliegende Natur und zeigt uns auch ein paar versteckte Wege. Die nächsten zwei Stunden vergehen wie im Flug und ich genieße die Sonne und die leichte Brise die weht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach unserer Wanderung sind alle hungrig und so geht es weiter zur PEI Preserve Company. Da wir gleichzeitig mit einer Gruppe von Kreuzfahrt-Passagieren ankommen, ist das Häuschen kurzzeitig überfüllt. Wir nutzen die Zeit, um uns den anliegenden Garten anzugucken. Aufgrund der Jahreszeit sind die meisten Blumen nicht mehr bunt, aber ich stelle mir vor, wie toll das Ganze im Sommer aussehen muss!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Mittag gibt es einen Potato Pie, natürlich mit Kartoffeln aus der Umgebung und einen Raspberry Cheesecake Pie. Laut unserer Fahrerin ein Muss, wenn man hier ist. &lt;br /&gt;Glücklich und gesättigt geht es weiter zum Green Gables Heritage Place. Eine Mitarbeiterin von Parks Canada führt uns über das Gelände und erzählt uns alles zur Geschichte dieses Ortes. Bei den ganzen Erzählungen denke ich glatt darüber nach, doch noch das Buch zu lesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht wieder zurück zum Hotel, um uns frischzumachen für das anstehende Abendessen. Das Dalvay by the Sea empfängt einen mit einem gemütlichen Ambiente und bietet super Essen. Für mich gibt es Seafood Linguine und einen, für PEI bekannten, Date Pudding. Mächtig, aber auch superlecker. Der Abend endet mit einem kurzen Besuch in unserem Whirlpool, der zur Villa gehört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Mittwoch - 17.09.2025&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute geht es zu unserem nächsten Hotel auf PEI, dem Rodd Brudenell River Resort. Da wir vor unserer Ankunft noch eine Wanderung durch die Greenwich Dunes haben, holt Jackies Sohn unsere Koffer ab. Als dieser mit einem kleinen Buick vor uns steht, bezweifle ich allerdings kurz, dass alle Koffer in das Auto passen. Nach 20 Minuten und einer ganzen Menge an Planung, sind alle 10 Koffer in dem Auto, sodass wir uns auf den Weg zum Treffpunkt der Wanderung machen können. Empfangen werden wir dort von zwei Mitarbeitern von Parks Canada, die uns die Wanderung lang begleiten und uns zwei Stunden lang interessantes Hintergrundwissen zu dem Nationalpark sowie den Wanderwegen geben. Mir gefällt die Landschaft, die wir sehen, und der weiche Sand, den es am Strand gibt. Sogar die klassischen roten Stühle stehen hier zum Genießen der Aussicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Wanderung geht es zum Black &amp; White Cafe für ein schnelles Mittagessen. Der Inhaber des Cafes bringt unser Essen und wie sich herausstellt, handelt es sich hier um einen Deutschen aus Münster. Was für ein Zufall!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Tag geht weiter mit einem Besuch beim Mysa Nordic Spa. Unsere Ziele liegen heute alle sehr nah beieinander, weshalb wir nur 5 Minuten mit dem Bus fahren, bevor wir unser Ziel erreichen. Ich bin gespannt auf das Spa, denn Saunieren bei den Kanadiern ist doch ein großer Unterschied zu Deutschland. Ausgestattet ist das Spa mit einem beheizten Pool in der Mitte, einem Eisbecken, einer klassischen Sauna, einer Fasssauna sowie einer Dampfsauna. Auch ein auf 30 Grad beheizter Ruheraum ist vorhanden. Ich genieße die drei Stunden hier und komme komplett entspannt wieder in den Bus. Wir fahren zum Resort, wo es noch ein gemeinsames Abendessen gibt und dann nur noch geschlafen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Donnerstag - 18.09.2025&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute geht es Deep Sea Fishing und ich bin mir noch nicht ganz so sicher, was genau mich erwartet. Natürlich habe ich im Voraus schlau gemacht, aber so richtig verstanden, dass ich selber die Angel halten muss wird mir erst beim Frühstück bewusst. Jetzt bin ich ein wenig nervös, denn angeln war ich in meinem Leben noch nicht. Für unsere Tour mit Tranquility Cove Adventures fahren wir nach Georgetown. Wir werden von Perry, dem Captain des Boots Perry, empfangen. Zusammen mit seiner Schwester Cindy und Art fahren wir dann raus auf das Wasser. Perry zeigt uns, wie man Krebse, Lobster und Muscheln fängt, und erklärt uns alles zu dem, was den Beruf als Fischer ausmacht. Danach ist es Zeit zum Angeln nach Makrelen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich tue, aber meinen ersten Fisch fange ich doch relativ schnell. Es folgen noch ein paar größere Makrelen, aber einige sind zu klein und müssen zurück ins Wasser. Es ist besser, als ich es mir vorgestellt habe. Besonders freue ich mich allerdings, den Fang auch zu essen. Auf dem Boot wird der Fisch nämlich frisch von Ort verarbeitet und gegrillt. Perry, Art und Cindy arbeiten wunderbar zusammen, und so sieht man von den Fischresten zu keinem Zeitpunkt etwas. Der Fisch ist fertig und zusammen mit einer Soße lasse ich ihn mir schmecken. Ich glaube, das ist der frischeste Fisch, den ich je gegessen habe. Nach dem Deep Sea Fishing geht es nach Montague zu Copper Bottom Brewing zum Mittagessen. Mir ist ein wenig kalt von der Bootsfahrt und ich bestelle eine Suppe. Sie schmeckt wunderbar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück im Hotel geht es direkt weiter zum Pferdestall des Hotels, denn Angeln ist nicht das einzige, was ich heute zum ersten Mal mache. Genau wie heute Morgen bin ich etwas nervös, mich auf ein Pferd zu schwingen. Als mir das zweitgrößte Pferd zugeordnet wird, sinkt die Nervosität auch nicht. Wir reiten in der Reihe los, aber ich werde nicht warm mit meinem Pferd, und so tanzt es auch gerne mal aus der Reihe heraus. Ich als begnadeter Anfänger habe keine Ahnung, was ich tun soll, und verzweifle auf meinem Pferd ein wenig. Spaß macht das Ganze dennoch. Wir reiten durch den Wald und am Strand entlang und sind nach einer Stunde wieder zurück am Stall. Ich steige von meinem Pferd ab und entscheide, dass ich meine Reitkarriere an den Nagel hänge. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück im Hotel haben wir, für das Abendessen heute einen Raum gemietet, Pizza bestellt und Getränke aus der lokalen Brauerei gekauft. Zusammen lassen wir den Abend ausklingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Freitag - 19.09.2025&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben heute das erste Mal schlechtes Wetter. Es ist frisch und es regnet. Das hält uns allerdings nicht davon ab, wandern zu gehen. Heute stehen die Cardigan Trail an. Ruth ist wieder dabei und führt uns durch den Wald. Im Sommer werden die Wege hier hauptsächlich zum Wandern und Mountainbiken benutzt. Aufgrund des Wetters treffen wir aber nicht auf andere Menschen, wodurch ich die Wanderung umso mehr genießen kann. Im Winter wird der Trail oft für Snowshoeing und Cross-Country Skiing genutzt. Das stelle ich mir auch super vor. Nach der Wanderung und einem gemeinsamen Mittagessen geht es nach Charlottetown. Hier werden wir für die letzten drei Nächte im Holman Grand Hotel übernachten. Ich checke kurz in das Zimmer ein und mache mich dann auf, die Stadt zu erkunden. Das Wetter ist wieder gut und so kann ich meine Jacke wieder zu Hause lassen. Ich klappere die bekannten Orte hier ab. Dazu gehören Anne of Green Gables Chocolates, die vielen Souvenirläden, der Hafen, Peake’s Quay und natürlich Cows. Ein kleiner Tipp für die, die hier mehr als nur eine Eiskugel probieren wollen: Bestellt euch „Half Scoops“. Die entsprechen ungefähr der Größe einer Kugel in Deutschland. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem kleinen Bummel durch die Stadt geht es zurück zum Hotel und ab zum Abendessen im Claddagh Oyster House. Auch hier ist das Abendessen ausgezeichnet. Im darüber liegenden Olde Dublin Pub verbringen wir dann mit Livemusik den restlichen Abend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Samstag - 20.09.2025&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den heutigen Tag freue ich mich besonders. Nach unserer letzten Wanderung für den Trip, er uns durch Teile des Strathgartney Provincial Park führt, geht es heute zum Shellfish Festival. &lt;br /&gt;Von allen Wanderungen, die wir bisher gemacht haben, gefällt mir die heutige am besten. Das liegt vor allem daran, dass sich die Bäume hier schon herbstlich verfärben. &lt;br /&gt;Unser Mittagessen gibt es heute am North River Causeway. Hier gibt es eine große Auswahl an Essen, wodurch alle glücklich werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Essen geht es in das Hotel und zusammen laufen wir dann frisch gestylt zum Shellfish Festival. Das Festzelt liegt in der Nähe des Hafens von Charlottetown und ist riesig. Es gibt überall Stände für Essen und Trinken. Neben den Wettbewerben, die heute anstehen, gibt es auch immer wieder Livemusik. Besonders freue ich mich auf die Oyster Shucking Championship, in der immer zwei Personen gegeneinander antreten und versuchen, so schnell es geht, 12 Austern zu öffnen. Dazu gibt es noch eine Vielzahl an Regeln, die bei einem Bruch unterschiedliche Anzahlen an Strafsekunden ergeben. Der Gewinner erhält hier 4000 CAD. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stehe in der ersten Reihe, um das Spektakel zu beobachten. Die Teilnehmer sind super schnell. Der Schnellste schafft es hier, 12 Stück in 56 Sekunden zu öffnen. Fragt sich nur, wie ordentlich. Nach dem Wettbewerb spielte eine Band für ca. 1 1/2 Stunden Livemusik. Danach gab es die Siegerehrung. Nach der Bewertung der Jury hat der Gewinner eine Zeit von einer Minute und 12 Sekunden. Ich habe noch nie auch nur versucht, eine Auster zu öffnen, aber das klingt doch ziemlich gut. Zur Feier des Tages probiere ich für 2 CAD eine Auster. Ich bin von dem Schluck Meerwasser nicht überzeugt und entscheide, dass es bei meiner ersten und letzten Auster bleibt. Nach dem anstrengenden Tag geht es für mich dann auch schon bald ins Bett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Sonntag - 21.09.2025&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kann heute ausschlafen und weiter die Stadt erkunden. Bis auf eine Stadtführung und das Abendessen, steht heute nichts an. Ich hole mir einen Bagel in einem umliegenden Cafe und setze mich zum Frühstück an den Hafen. Hier findet außerdem ein kleiner Markt statt, über den ich ein wenig schlendere. Treffpunkt für die Walking Tour ist das Restaurant, wo wir heute Abend essen werden. Lobster on the Wharf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir laufen am Hafen los, entlang der Great George Street zum Confederation Centre. Von dort aus geht es über die Queen Street weiter auf der Kent Street, vorbei an der City Hall und den Provincial Government Buildings, zum Beaconsfield Historic House und zum Fanningbank Government House. Zurück geht es über die West Street zur Richmond Street und wieder zur Queen Street. Auf dem Weg erzählt unser Tourguide uns interessantes Wissen und kleine Fun Facts über Charlottetown. Zudem macht er uns auf Dinge aufmerksam, die man ohne die Tour nicht wahrgenommen hätte. Mit verbessertem Wissen haben wir nun die Zeit bis zum Abendessen für uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei Lobster on the Wharf haben wir einen Tisch im Außenbereich des Restaurants, wo ein Mann mit Quetschkommode auf uns wartet. Er singt Lieder, die von der Insel stammen und erzählt uns einige Geschichten. Außerdem zeigt er uns noch einmal genau, wie man eine Auster öffnet. Auch hier ist das Essen wunderbar, und so vergeht auch der letzte Abend auf PEI.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Montag - 22.09.2025&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Koffer ist gepackt und ich mache mich auf zu unserer letzten Tour. Dem Harbour Hopper. Zuerst fahren wir noch einmal durch die Stadt und der Guide gibt uns noch weitere Informationen über die Stadt, und dann geht es ab ins Wasser. Ich genieße die Aussicht und die Luft, bevor ich später nur noch Flughäfen sehe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Abschied gehen wir noch in die Founders Food Hall. Hier gibt es verschiedene Essensstände, weshalb auch hier alle satt werden. Um 14 Uhr werden wir von Jackie abgeholt, die uns zum Flughafen in Charlottetown bringt. Zurück geht es über Montreal nach Frankfurt und mit dem Zug zurück ins Münsterland.</description>
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                <title>Westkanada im Mietwagen 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 12 Jul 2018 03:00:19 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/rbt13mm_t.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Reisebericht zweier Wiederholungstäter&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;2 Wochen mit dem Wohnmobil von Calgary nach Vancouver&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2013 von SK-Kunde Marko Mohrenz&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Nachdem unser erster Kanada-Urlaub im September 2012 eine unglaublich faszinierende Wirkung auf uns hatte, waren wir uns schnell - eigentlich noch vor Ort - einig, dass wir &quot;irgendwann&quot; wiederkommen. Wir haben die Planungen begonnen und sind im September 2013 wieder geflogen. Die Überlegungen nach dem Westen im Vorjahr jetzt den Osten zu bereisen wurde aufgrund unserer Eindrücke und erneuten Erwartungen ebenfalls verworfen, so dass wir uns wieder für eine Tour durch in Provinzen Alberta und British Columbia entschieden haben - diesmal mit etwas mehr Zeit und Ruhe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ende September ging es los - Flug von Amsterdam, Ankunft in Calgary bei schönem spätsommerlichen Wetter, Entgegennahme des Mietwagens und Fahrt nach Banff. Am Abend noch ein schnelles Essen und die Vorfreude auf die nächsten Tage - auch wenn die Wettervorhersagen etwas durchwachsen waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt=&quot;Bergziegen nach Sinclair Canyon&quot; title=&quot;Bergziegen nach Sinclair Canyon&quot; style=&quot;float: right; margin: 5px 0px 5px 5px&quot; src=&quot;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/wysiwigpro/cms-seiten/reiseberichte/textwettbewerb13/text2013_mohrenz_sinclair_canyon.jpg&quot; height=&quot;167&quot; width=&quot;250&quot; /&gt;Aber das Wetter hielt - vorerst. Nur aus dem angenehmen Spätsommer wurden ad hoc 0 bis 5 Grad Außentemperatur. Unsere Gepäckstrategie zielte zwar auf spätsommerliches Klima, aber man ist ja flexibel. Also warm anziehen und auf zum Moraine Lake. An der Abfahrt vom Highway empfing uns allerdings schon eine freundliche Frau, die uns darauf aufmerksam machte, dass dort Herbstfest sei, die Parkplätze überfüllt sind und ca. 5 km von hier ein Shuttle-Bus zur Verfügung steht. Da ein überlaufener See nicht gerade unserer Vorstellung von einem entspannten ersten Tag entsprach haben wir unseren Plan kurzfristig geändert und uns auf den Weg in den uns noch unbekannten Kootenay Nationalpark gemacht. Nachdem wir den Highway 1 verlassen hatten wurde leider auch das Wetter schlechter. Egal. Es hielt zumindest an unseren Stopps am Marble Canyon - vom Parkplatz sehr unscheinbar wirkend und bedingt durch die Waldbrände vor 13 Jahren mit einem stark veränderten Panorama - und am Sinclair Canyon - wo sich trotz der unmittelbaren &quot;Durchfahrt&quot; ein kurzer Halt lohnte. Da der Reiseführer auch nicht mehr &quot;Highlights&quot; versprach haben wir nach der Sichtung der ersten wilden Tiere - Bergziegen, die sehenden Auges ein Stop-Schild überlaufen haben - gedreht und sind wieder Richtung Sonne gefahren. Den restlichen Tag haben wir dann auf dem Mount Sulphur genossen. Mit einem herrlichen Panorama, einem schönen Blick auf Banff und dem nächsten wilden Tier - einem Chipmunk. In der Seilbahn haben wir uns nur gefragt, was andere Menschen dazu antreibt ihre Turnschuhe zusammen zu knoten und aus der Gondel in die Bäume zu werfen?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächten Tag starteten wir dann erneut den Versuch den Moraine Lake zu besuchen. Es war Montag, und wie erwartet auch nicht so überfüllt. Nur etwas nebelig. Auf dem kurzen rockpile-trail kam dann sogar die Sonne wieder heraus, so dass wir bis zum Beginn des Schneegestöbers einen recht schönen Blick auf den See hatten. Auf die anschließende Fahrt mit der Lake Louise Gondola hätte man allerdings nach dem Panoramablick am Vortag verzichten können. Für die Rückfahrt haben wir uns dann für den Bow Valley Parkway entschieden. Eine schöne Alternative zum Highway, allerdings ohne die weitläufigen Blicke auf die Berge - aber die sollte man ja noch öfter sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der dritten Nacht hieß es dann schon Koffer packen und über den Icefields-Parkway nach Jasper. Der erste Stop des Tages sollte dieses Mal direkt am Anfang sein, am Bow Lake. Von der Straße und dem Viewpoint schon ein sehr schöner Anblick, aber von der nahe gelegenen Num-Ti-Jah-Lodge noch etwas reizvoller und vor allem ruhiger. Von Weitem konnte man den Gletscher und die Bow Glacier Falls in der Sonne schimmern sehen. Eine Wanderung dorthin hätte leider etwas zu viel Zeit in Anspruch genommen. Aber einfach nur genießen kann ja auch schön sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt=&quot;Mistaya Canyon&quot; title=&quot;Mistaya Canyon&quot; style=&quot;float: right; margin: 5px 0px 5px 5px&quot; src=&quot;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/wysiwigpro/cms-seiten/reiseberichte/textwettbewerb13/text2013_mohrenz_mistaya_canyon.jpg&quot; height=&quot;167&quot; width=&quot;250&quot; /&gt;Kurz entschlossen haben wir noch einen Abstecher zum Peyto Lake gemacht, da wir diesen letztes Jahr nur bei Regen gesehen haben. Dieses Jahr versprach die Kulisse deutlich besser zu sein, bei Sonne… und Schnee. Und da war auch wieder einer dieser besonderen Momente in der Wildnis - mit Bussen angereiste chinesischen Reisegruppen. Nicht zu überhören und zu übersehen. Der Vorteil ist die Berechenbarkeit, dass dieses &quot;Gewusel&quot; meist nach 10 Minuten vorbei ist und man dann die Zeit bis zum nächsten Bus nutzen kann, um in Ruhe das Panorama zu genießen. Dieses Problem stellte sich am nächsten Halt - dem Mistaya Canyon - grundsätzlich nicht, weil der Parkplatz nicht für Busse geeignet ist! Für uns ein Pflichtstop und sehr schöner Platz zum Verweilen. Insbesondere wenn man etwas über die Felsen klettert und sich einfach am Flussbett niederlässt. Ansonsten standen auf (meiner) Wunschliste nur noch die Panther Falls. Wie auch eigentlich im letzten Jahr. Wir waren damals aber offensichtlich daran vorbei gefahren. Wie auch dieses Jahr - was ich mal wieder nicht verstand (sich aber einige Tage später aufklären sollte). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt=&quot;Begegnung am Pyramid Lake Ressort&quot; title=&quot;Begegnung am Pyramid Lake Ressort&quot; style=&quot;float: right; margin: 5px 0px 5px 5px&quot; src=&quot;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/wysiwigpro/cms-seiten/reiseberichte/textwettbewerb13/text2013_mohrenz_pyramid_lake.jpg&quot; height=&quot;188&quot; width=&quot;250&quot; /&gt;Mit unserer Unterkunft am Pyramid Lake hatten wir eine gute Ausgangsbasis für eine Tour zum Maligne Lake. Da wir Spirit Island schon kannten und es sowieso etwas trüb war, haben wir uns die Zeit für zwei &quot;überschaubare&quot; Trails genommen. Es ist ja bekanntermaßen eine sehr gute Gegend um Elche zu sehen. Doch trotz des Moose-Trails hatten wir kein Glück. Glück hatten eher die Naturfreunde, die im Restaurant geblieben sind und auf das Ufer geschaut haben. Von weitem konnten wir nur noch die Umrisse eines Elch-Bullen erkennen, der aber von der Geräuschkulisse heraneilender Chinesen verschreckt wurde. Uns blieben mal wieder die Eichhörnchen - eigentlich ja auch wilde Tiere. Etwas enttäuscht machten wir uns etwas später auf den Rückweg. Wir waren keine 5 km gefahren, da standen am Straßenrand etliche Autos und unzählige Leute und beobachteten… einen Elch. Da kamen wir doch noch voll auf unsere Kosten - und wenn man nicht so viel Lärm macht, hat man das Vergnügen auch etwas länger! Am Pyramid Lake tummelte sich am Abend dann noch eine Gruppe Wapitis mit einem etwas aggressiven Anführer in der Brunft. Sehr schön zu beobachten, teilweise aber besser aus dem Auto oder zumindest mit genügend Sicherheitsabstand. Dem männlichen Artgenossen sind wir dann noch auf dem Parkplatz vor unserer Lodge begegnet, wo er ungehindert von parkenden Autos oder Barrieren seine Angebetete jagte. Ein tierischer Tag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt=&quot;Panorama Mount Edith Cavell&quot; title=&quot;Panorama Mount Edith Cavell&quot; style=&quot;float: right; margin: 5px 0px 5px 5px&quot; src=&quot;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/wysiwigpro/cms-seiten/reiseberichte/textwettbewerb13/text2013_mohrenz_mount_edith_cavell.jpg&quot; height=&quot;167&quot; width=&quot;250&quot; /&gt;Am nächsten Tag stand der Mount Edith Cavell auf unserem Plan. Auch wenn man sich wiederholt - ein wunderschönes Panorama und ein herrlicher Blick auf den Gletscher. Über einen etwas steinigen und hügeligen Weg konnte man noch etwas tiefer in die Bergwelt eindringen. Aufgrund der Felshaufen ein perfektes Revier für Murmeltiere. Da man auch hier fast alleine war, eine wunderbare Gelegenheit die putzigen Tierchen in Ruhe zu beobachten. Zum ersten Exemplar hatte ich noch eine kleine Klettereinlage riskiert, um für ein Foto etwas näher heranzukommen. Das war - wie sich einige Meter weiter herausstellen sollte - nicht wirklich nötig, da der Futterbereich der Bergbewohner unmittelbar am Wegrand lag - und wir sogar fast von den hemmungslosen Raubtieren über den Haufen gerannt worden sind. Kann man ja vorher nicht wissen. Bei der Wildlife-Safari am Abend hatten wir allerdings wieder weniger Glück. Eine Bärensichtung - auf die wir sehnsüchtig warteten - war uns nicht vergönnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darauf ging es über den Icefields-Parkway zurück. Nächster und letzter Versuch für die Panther-Falls. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass die 4. höchsten Wasserfälle Kanadas nicht angemessen ausgeschildert sind. Zumal ja sonst auch fast jede Anhöhe als Viewpoint gekennzeichnet ist. Also erneut der Halt am Parkplatz der Bridal Veil Falls in deren unmittelbarer Nähe sie liegen sollten. Nichts zu sehen. Nach einem suchenden Blick hinter die Bäume hatte ich dann zumindest das obere Ende gefunden. Ein erneutes Studium des Reiseführers und dem Spürsinn meiner Frau folgend haben wir dann den nicht als Weg identifizierbaren Trail gefunden (es stand zumindest ein kleines Schild mit einem Pfeil in die besagte Richtung). Über Felsen und Bäume ging es einen schmalen Weg am Rande eines Abhanges hinunter und da waren sie endlich - die Panther Falls. Ein lohnenswerter &quot;Abstieg&quot;, da man im unteren Bereich unmittelbar vor dem Wasserfall stand. Ich war endlich glücklich und meine Frau froh, dass meine Suche ein Ende hatte. Also weiter nach Golden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Golden aus haben wir den Yoho-Nationalpark erkundet und natürlich die &quot;Pflicht&quot;-Stops an den Takkakaw-Falls und am Emerald Lake mitgenommen. An den Takkakaw-Falls hat es leider wieder einmal geregnet. Am Emerald Lake war es dann zumindest trocken, so dass wir eine kurze Wanderung zu den Hamilton Falls wagten. Das die Kanadier es nicht so mit Entfernungsangaben haben, bekam man hier deutlich zu spüren, so dass der kurze Abstecher doch etwas länger dauerte. Dazu ließ uns das immer trockner werdende Flussbett auch nichts Gutes erwarten. Aber aufgeben war keine Option. Am nicht so eindeutig zu identifizierenden Ziel konnte man dann immerhin anhand der ausgewaschenen Felsen erkennen, dass hier die Hamilton Falls sein mussten. Im Frühjahr anscheinend auch mit Wasser. Naja, Bewegung schadet ja nicht. Auf dem Rückweg nach Golden haben wir dann noch an der Natural Bridge gehalten. Ein sehr schöner Ort, wenn man wartet, bis die busreisenden Touristen wieder fahren und sich nicht nur auf den ausgewiesenen Viewpoint beschränkt. Es ist wie Vieles sehr idyllisch, wenn man sich nur ein paar Meter entfernt. Bären hatten wir allerdings immer noch nicht gesehen - das Foto, das Bob (der Besitzer des B&amp;B in Golden) uns gezeigt hatte, auf dem ein Bär am Nachmittag die Siedlungsstraße nahe unserer Unterkunft überquerte, zähle ich nicht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächste Etappe führte uns dann durch den Glacier- und Mount Revelstoke-Nationalpark. Hier lässt sich die Aussicht sehr einfach beschreiben - Wolken und Regen. Auf dieser Strecke eigentlich sehr schade. Doch nichts desto trotz haben wir uns auf den Meadows-in-the-sky-Parkway gewagt - auch wenn die nette Dame an der Einfahrt uns wegen des Schnees und des gesperrten oberen Parkplatzes vorgewarnt hat. Die 1.300 Höhenmeter, verteilt auf ca. 26 km waren sehr abwechslungsreich. Von relativ klarer Sicht, durch die Wolken, an der Schneefallgrenze vorbei bis ins wahre Winterparadies. Natürlich wollte ich auch hier nach ganz oben (zum oberen Parkplatz), wenn auch zu Fuß und zum Unmut meiner Frau, die meinte, dass man außer Schnee da oben doch auch nichts sieht. Egal. Gewarnt von einem Ranger, da ein Bär in der Gegend gesichtet worden ist, sind wir los. Und wir sahen… Schnee. Von dem Aussichtspunkt, von dem sich ansonsten das ganze Tal überblicken lässt, sah man gerade einmal die nächste Tanne. Trotzdem waren wir beide irgendwie zufrieden. Ich, weil ich &quot;oben&quot; war und meine Frau, weil sie Recht hatte. Nachdem wir die Nationalparks hinter uns gelassen hatten, wurde das Wetter auch wieder besser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Übernachtung in Chase ging es dann auf nach North Vancouver. Am Abend schafften wir es dann noch zum Lynn Canyon. Eine kostenlose und ebenso reizvolle Alternative zur Suspension Bridge. Der Vorteil war, dass man hier auch mal die Chance hatte, alleine auf der Hängebrücke zu stehen - ohne busreisende Touristen, z.B. Chinesen. Bei schönem Wetter hätte man auch noch ein wenig Wandern können. Das war uns leider nicht vergönnt. Also sind wir mit dem Auto den Marine Drive entlang gefahren, mit dem Lighthouse-Park als Ziel. Eine sehr schöne Küstenstraße durch einen idyllischen Stadtteil. Auf jeden Fall für einen ausgedehnten Spaziergang zu empfehlen - bei schönem Wetter. Die Einfahrt zum Park (eher eine Siedlungsstraße) konnte man allerdings nur aufgrund der an der Straße liegenden Bushaltestelle finden. Auch hier war es etwas trüb und nass, aber nichts desto trotz ein schöner Ort mit einem wunderbaren Blick auf Downtown. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag ging es dann zu unserer Endstation an der Waterfront. Das Wetter erlaubte auf dem Hinweg noch einen Aufenthalt im Stanley-Park. Überrascht haben uns da nur die Parkgebühren. Wie schaffen es die Kanadier nur, mitten in Vancouver Tagestickets für 5,- CAN anzubieten, wo uns doch in Deutschland in jeder mittelgroßen Stadt aufgrund des mangelnden Platzes mindestens 15,- EUR pro Tag abgenommen werden?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt=&quot;Vancouver Whale Watching&quot; title=&quot;Vancouver Whale Watching&quot; style=&quot;float: right; margin: 5px 0px 5px 5px&quot; src=&quot;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/wysiwigpro/cms-seiten/reiseberichte/textwettbewerb13/text2013_mohrenz_vancouver_whale_watching.jpg&quot; height=&quot;167&quot; width=&quot;250&quot; /&gt;Für den folgenden Tag hatten wir bereits eine Whale Watching Tour ab Steveston gebucht. Es regnete mal wieder. Etwas unmotiviert ließen wir uns von dem Shuttle Service abholen. Auch bei der Abfahrt war die Laune noch nicht besser. Es regnete immer stärker, auf der überdachten Motoryacht fühlte man sich wie in einer Tropfsteinhöhle und man konnte eigentlich nicht viel sehen. Das Wetter lichtete sich jedoch nach einiger Zeit. Nach 3 Stunden Fahrt haben wir aber nicht mehr daran geglaubt irgendetwas zu sehen. Nur die Biologin war immer ganz optimistisch - muss sie ja auch. Was sich dann aber auch bewahrheiten sollte. Am Ende der Tour gerieten wir in mehrere kleine Gruppen von Orcas, die sehr aktiv waren. Den Gruppen schlossen sich auch mindestens noch zwei Buckelwale an, was nach Aussage der Biologin sehr selten ist. Es war in Highlight. Man wusste überhaupt nicht, in welche Richtung man zuerst schauen sollte. Bis zur Rückfahrt konnte man fast eine Stunde dieses Treiben genießen. Ein riesiges Glück, zumal am Vortag nicht ein einziger Wal gesichtet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser letzter voller Tag sollte auch gleichzeitig der wettertechnisch schönste Tag in Vancouver werden. Seit einer Woche mal wieder Sonne pur. Also sind wir auf zum Grouse Mountain, mit dem Ziel die dort angebotene und aufgrund der Höhe und Aussicht recht spektakuläre Zipline-Tour zu machen. Aber die Enttäuschung kam schon am Ticketschalter - ausgebucht. Klar, es war auch der sonnigste Tag seit über einer Woche. Also haben wir &quot;nur&quot; die Aussicht und den höchst möglichen Punkt in Vancouver - im Eye-of-the-wind - genossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder einmal vergingen zwei Wochen wie im Flug. Man konnte in der zweiten Woche schon nicht glauben, was man in den ersten Tagen alles gesehen und erlebt hat. Und für den regenreichsten September seit 10 Jahren hatten wir doch noch riesiges Glück. Wie kommen wieder. &quot;Irgendwann&quot;… &lt;/p&gt;</description>
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                <title>Rundreise zum Yellowstone 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/kb_h.paulus_yellowstone3t.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Der Yellowstone&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wohnmoblreise durch den Nordwesten der USA&lt;/p&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2015 von SK-Kundin Heike Paulus&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;h4&gt;Yellowstone 2014&lt;/h4&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlich ist es so weit, der Yellowstone-Urlaub, den wir schon für letztes Jahr gebucht hatten, aber aufgrund eines Achillessehnenabrisses meines Mannes stornieren mussten, kann beginnen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;03. September&lt;/i&gt;: sonnig, leicht bewölkt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:20  aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:50 Abfahrt zum Flughafen Frankfurt &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13:25 Abflug mit Boing 747-400 nach Denver&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;15:35 sind wir in Denver bei 34 Grad gelandet. Das war natürlich nach dem kühlen August-Wetter in Deutschland sehr angenehm..&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17:15 waren wir dann im Hotel Doubletree (Airport-Hotel)&lt;br /&gt;Wir hatten uns schon von Deutschland aus mit Road Bear in Verbindung gesetzt und vereinbart, dass wir vom Hotel aus, selbst mit dem Taxi zu ihnen kommen. Es war vereinbart, dass wir so um 8:15 dann bei Road Bear sein sollten. Das war natürlich klasse, da wir so schon einen halben Tag gewinnen werden..&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 haben wir dann in der Sports Bar im Hotel noch etwas gegessen und sind  um&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:00 totmüde ins Bett gefallen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;04. September:&lt;/i&gt; sonnig, leicht bewölkt, abends Regen      82,5 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:30 aufgestanden und im Starbucks im Hotel gefrühstückt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8:00 mit dem Taxi zu Road Bear gefahren&lt;br /&gt;Dort haben wir dann, wie bereits im Mai 2014 bei unserer Kalifornien-Tour, wieder ein 27 Fuß-Mobil mit Panoramafenster im Schlafzimmer übernommen; Kilometerstand 10 875,3 Meilen; um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9:45 sind wir dann vom Hof gerollt und erst einmal zum Einkaufen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12:00 mit voll bestücktem Wohnmobil Richtung Rocky Mountain NP gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;14:15 Ankunft auf unserem bereits vorreservierten Platz Aspenglen CG&lt;br /&gt;Diesmal haben wir einige Campgrounds vorgebucht, da wir bei unserem Kalifornien-Urlaub im Mai, des öfteren Pech hatten, da schon alle Plätze bereits belegt waren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 im Wohnmobil gegessen (Steak, Hähnchen u. Gemüsereis), weil es ziemlich kühl war und auch anfing zu regnen, immerhin hatte es noch gereicht, um draußen zu grillen; um&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 waren wir dann doch ziemlich müde und haben uns schlafen gelegt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;05. September:&lt;/i&gt; morgens Nebel, alles grau in grau, 25,7 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:00 Uhr bei Nebel aufgestanden; draußen 9 Grad (brrrrr)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:30 Abfahrt zum Park and Ride Parkplatz in der Bear Lake Region&lt;br /&gt;Auf der Fahrt dorthin haben wir schon ganz viele Elks beim &quot;Wiesenfrühstück&quot; entdeckt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8:15 dann mit dem Shuttle-Bus zum Bear Lake (auf einer 2900 m) gefahren. Wir haben dann eine 10 Meilen-Tour gemacht (um Bear Lake über Nymphe Lake, Dream Lake, Lake Haiyaha, The Loch Lake, Mills Lake über Alberta Falls zur Glacier Gorge). Wir hatten mit dem Wetter anfangs noch echt Glück, es kam sogar ab und an mal die Sonne zum Vorschein, aber ab dem Mills Lake hat es dann doch noch ein Gewitter gegeben und angefangen zu regnen; aber wir waren ja darauf eingestellt und hatten unsere Regenjacken dabei; mit dem Shuttle ging&#039;s dann wieder zurück; um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;14:00 Uhr am Wohnmobil angekommen, haben wir uns erst mal trocken gelegt und gemütlich einen Kaffee getrunken;&lt;br /&gt;bei der Rückfahrt zum Campground haben wir an zwei Stellen eine Ansammlung von jeweils mindestens 15 Elks samt Hirsch gesehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;16:00 zurück am Campground; leider hat es am Nachmittag wieder nur geregnet; so konnten wir schon mal in Ruhe in den Reiseführern für die nächsten Ziele lesen. Morgen soll es nämlich weiter gehen in Richtung Yellowstone&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 im Wohnmobil gegessen (Thunfisch mit Tricolore-Nudeln u. grünem Spargel)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:15 sind wir dann ins Bett gefallen, da wir doch aufgrund der Höhenluft und vielleicht auch wegen dem trüben Wetter ziemlich müde waren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Rocky Mountain NP hat uns schon mal sehr gut gefallen; mal sehen was uns weiter erwartet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;06. September:&lt;/i&gt; sonnig, nachmittags Schauer  224,5 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:30 schon aufgestanden (waren gestern ja auch früh im Bett). Heute morgen sah es draußen doch schon ganz anders aus; die Sonne schaute schon hinterm Berg hervor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:00 Abfahrt über Trail Ridge Route; es ergaben sich immer wieder super Ausblicke und vor allem hatten wir blauen Himmel! Hirsche mit Brunftschreien und Dickhornschafe rundeten das Ganze noch ab. Die Straße führte auf eine Höhe von 3713 m (höchste asphaltierte Straße der USA); im Alpine-Visitor-Center haben wir dann noch ein Souvenir gekauft; dann ging es weiter zu den Grand Lakes, wo wir bei Granby dann Mittag machten; weiter ging es an endlosen Weiden mit Lamas u. Gabelböcken vorbei, bis wir dann um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;16:00 einen Platz auf einem KOA-Platz in Rawlins gefunden hatten&lt;br /&gt;es war sogar so warm, dass wir das 1. Mal kurze Hosen tragen konnten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 draußen gegessen (Steak, Hähnchen mit Rest des Gemüsereises und den Nudeln)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 schon wieder ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;07. September:&lt;/i&gt; sonnig, zwischendurch kurze Schauer    309,4 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:30 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:00 Abfahrt vom KOA - zuerst sind wir noch zum Tanken und Einkaufen in Rawlins gefahren, bevor es dann&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8:15 los ging in Richtung Grand Teton NP&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;auf der Fahrt dorthin haben wir auf den unendlichen Weiden Gabelböcke gesehen; in Lander hatten wir dann nochmals getankt so auch wieder in Dubois, da es im Grand Teton sowie Yellowstone nicht mehr so viele Möglichkeiten geben soll&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13:30 standen wir dann auf dem Signal Mountain Campground im Grand Teton NP, der auch später belegt war; also Schwein gehabt.&lt;br /&gt;Nachdem wir unseren Nachmittagskaffee genossen haben, fuhren wir dann um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;14:15 über die Teton Park Route am Jenny Lake vorbei; weiter ging es zu den verschiedenen Lookouts u. über Moose wieder auf die Straße 89 zurück zum Campground&lt;br /&gt;Die Teton Range mit dem See im Vordergrund ist schon ziemlich schön anzusehen, aber insgesamt können wir jetzt schon sagen, dass der Grand Teton nicht unbedingt einen extra Besuch wert ist, aber auf der Durchreise durchaus empfehlenswert  um dort 1 oder 2 Nächte zu bleiben&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17:00 waren wir dann zurück; heute konnten wir dann das 1. Mal draußen grillen und essen.&lt;br /&gt;Während wir am Feuer standen, näherte sich dann noch ein junger Hirsch unserer Campsite u. genoss sein Abendessen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:45 haben wir dann draußen gegessen (Lamm u. Steak mit Flutes u. Avocado-Tomatensalat). Wir hatten gerade so den letzten Bissen zu uns genommen, als Wind aufkam u. ein Gewitter aufzog. Nochmal Glück gehabt, und ab ins Wohnmobil&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;08. September:&lt;/i&gt;  sonnig, nachmittags Schauer, dann wieder sonnig  23,7 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:00 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:45 sind wir dann losgefahren zum Jenny Lake, da wir dort wandern wollen&lt;br /&gt;Wir haben eine 5,5 Std-Tour (ca. 10 Meilen) in den Cascade-Canyon gemacht; dabei kamen wir an den Hidden-Falls und Inspiration-Point (toller Blick auf den Jenny Lake) vorbei. Zurück am Wohnmobil sind wir dann zum Mountain Viewpoint gefahren und haben unsere wohlverdienten Muffins gegessen. Wir sahen dann schon wieder dicke Wolken kommen und es fing an leicht zu dripsen (da hat es der Wettergott ja mal wieder gut mit uns gemeint)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;15:30 wieder zurück auf dem Campground u. da fing es etwas stärker an zu regnen&lt;br /&gt;Bisher hat es irgendwie jeden Tag mal eine Dusche von oben gegeben, aber zum Glück hatte es uns in unseren Unternehmungen nie eingeschränkt. Da um 18:00 wieder die Sonne hervorkam, beschlossen wir, unser Fleisch draußen zu grillen (schmeckt einfach besser!!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 drinnen gegessen (Bisonfleisch, Hähnchen, Bohnen mit Speck und gebratene Kartoffelwürfel)&lt;br /&gt;beim Abendspaziergang über den Platz haben wir dann noch Rehe gesehen und den schönen Blick über den See mit dem Sonnenuntergang genossen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;09. September:&lt;/i&gt; sonnig, nachmittags Schauer   134,4 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:30 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:00 Abfahrt zum Yellowstone &lt;br /&gt;im Grand Teton noch Hirsch mit seinen Rehen und dem alles übertönenden Brunftschrei gesehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8:00 bereits Einfahrt in den Yellowstone &lt;br /&gt;am West Thumb Geysir Basin gehalten und schon die ersten Eindrücke dieses Parks auf uns wirken lassen. Überall hat es gedampft und gezischt. Dann kamen wir unter anderem beim Mud-Vulcano mit den stinkenden Fumarolen vorbei; bei der Weiterfahrt auf unseren bereits für 6 Nächte vorreservierten Madison-Campground haben wir im Hayden-Valley die erste Bison-Herde bei der Flußdurchquerung beobachten können. Schon gigantisch diese Bisons (und gestern hat mein Mann so eins gegessen). Dann standen wir um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13:15 auf dem Madison CG; haben dort Mittag gemacht und um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;14:15 ging es weiter zum Lower und Middle-Geysir-Basin. Dann zogen bereits am Middle-Geysir-Basin dunkle Gewitterwolken auf  und die alltägliche Dusche von oben wurde angeschaltet, sodass wir beschlossen wieder zum CG zurückzufahren, da es mit dem Licht für die Fotos nun vorbei war. Wie gut, dass wir zu dieser Zeit auf dem Rückweg waren, vor uns gab es plötzlich Stau wegen einem Bison, der direkt am Straßenrand stand (da sieht man erst mal wie groß die sind).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;16:15 wieder zurück am Madison; dann haben wir unsere Reiseführer und Maps gesichtet und den morgigen Tag geplant. Dann soll es zum Upper-Geysir-Basin mit dem Old Faithful gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:45 drinnen gegessen (Nudeln mit Gemüse)&lt;br /&gt;Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, präsentierte sich noch ein Regenbogen und die Sonne kam zum Vorschein.&lt;br /&gt;Nach dem Essen sind wir noch hinunter zum Fluß gegangen, in der Hoffnung noch irgendwelche Tiere zu sehen, aber leider vergebens&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:15 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;10. September:&lt;/i&gt;  wolkig mit sonnigen Abschnitten; abends Regen u. Hagel;    36,3 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:30 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:45 Abfahrt zum Upper-Geysir-Basin zum Old Faithful&lt;br /&gt;wir hatten nochmals beim Middle-Geyser-Basin angehalten und waren dort dann ganz alleine. Es war in dem Morgennebel eine ganz tolle Stimmung; bei der Weiterfahrt lief uns noch ein Koyote über die Straße u. am Straßenrand sahen wir ein Bison; als wir am Visitor Center beim Upper-Geyser waren, sahen wir, dass unmittelbar der Old Faithful &quot;spuckt&quot;, sodass dies schon einen ersten Vorgeschmack auf das Ganze bot. Wir sind dann den ganzen Tag dort zwischen den Geysiren rumgelaufen und haben alle 5 Geysire, die regelmäßig &quot;sprühen&quot; auch &quot;sprühen&quot; gesehen (die genauen Zeiten hatten wir vorher im Visitor-Center erfragt). Schade war nur, dass nicht immer die Sonne zum Vorschein kam, sodass nicht alle Bilder optimal wurden. Es war wirklich ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Das Old Faithful Inn (größtes Blockhaus der Welt) mit dem großen Kamin (23 m hoch) in der Mitte mussten wir uns natürlich auch anschauen. Ab 18:00 hat es dann wieder angefangen zu regnen (alltägliches Programm), aber da haben wir die Heimfahrt schon wieder begonnen. Es ist auch richtig kalt geworden und hatte kurz gehagelt. Um&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:30 waren wir dann wieder zurück auf dem Campground&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:15 drinnen gegessen (Pizza)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;11. September:&lt;/i&gt;  bewölkt, dann Schnee; am Nachmittag sonnige Abschnitte    141,3 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:45 bei klirrender Kälte (minus 3 Grad) aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:00 Abfahrt zu den Mammoth Hot Springs&lt;br /&gt;in den Höhenlagen hatten wir Schnee. Am Norris-Geysir-Basin hielten wir, sind aber, nachdem unsere Finger fast abgefroren sind und wir uns auf den glatten Holzstegen fast abgelegt hatten, doch schnell wieder umgedreht und weitergefahren; dann ein kleiner Stau, weil Bisons die Straße überquerten; mit ihren frisch beschneiten Köpfen sahen sie einfach toll aus; die Mammoth Hot Springs waren auch sehr sehenswert, trotz dass das Wetter nicht sonnig war, aber vielleicht deshalb war es so schön, weil der Wasserdampf übergangslos in den weißen Himmel überging; dann sind wir ins Lamar-Valley reingefahren, konnten aber durch das rege Schneetreiben nur die Landschaft erahnen; an der Rangerstation haben wir umgedreht und uns ein Plätzchen zum Mittag mit Blick auf eine grasende Bisonherde gesucht; da ging auch das Wetter wieder auf und die Sonne kam hervor; aufgrund dieser sonnigen Abschnitte haben wir beschlossen gerade wieder ins Lamar-Valley zu fahren, da dieses bekannt ist für seine Tiere u. tatsächlich sahen wir außer dem schönen Tal, riesige Herden mit Bisons sowie einige Gabelböcke. Die Bisons haben auch so oft den Verkehr gestoppt, weil sie dachten gerade jetzt die Straße zu überqueren; es war einfach herrlich. Ab ca. 16 Uhr hat sich fast ununterbrochen die Sonne gezeigt. Im Canyon Village haben wir noch das Wetter für die nächsten Tage gecheckt und wie es aussieht nur Sonne (was will man mehr!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:00 zurück auf Campground; dort noch die letzten Sonnenstrahlen genossen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:15 drinnen gegessen (Steak mit Kokos-Gemüsereis)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;12. September:&lt;/i&gt; morgens bitterkalt, dann nur sonnig ohne Wolken   57 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:45 aufgestanden; heute morgen war es noch kälter als gestern (alles war draußen gefroren; minus 5 Grad), da die Nacht sternenklar war; beim Frühstück hatten wir sogar Probleme den Honig aus der Flasche zu drücken, da der total zähflüssig war&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:30 Abfahrt zum Grand Canyon of the Yellowstone River; die Fahrt dorthin war schon ein Traum, da sich die Landschaft durch den Frost mit der Sonne und den Dampfwolken der verschiedenen Geysire von ihrer schönsten Seite zeigte; ein Bison mit Frost im Fell rundete die Sache noch ab; als wir am Trailhead ankamen hing alles noch im Nebel, sodass wir erst einmal noch etwas im Wohnmobil warteten (wir wollten ja schließlich auch schöne unvernebelte Ausblicke haben); nachdem  die Sonne sich durchsetzen konnte, ging es los; wir sind den ganzen South Rim bis zum Artist-Point gewandert, dann zurück und weiter zum North-Rim und dort bis ans Ende zum Inspiration-Point gelaufen; natürlich haben wir alle Lookouts mitgenommen (insgesamt waren es 10,5 Meilen)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17:00 waren wir dann wieder auf unserem Campground und konnten noch die Sonne genießen; heute hatten wir wirklich ein Traumwetter und es soll die nächsten Tage auch so bleiben; das haben wir auch ausgenutzt und heute wieder draußen gegrillt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:30 drinnen gegessen (Steak, Hähnchen u. Süßkartoffelgemüsepfanne)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:45 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;heute hatte es das erste Mal in unserem Urlaub nicht geregnet!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;13. September:&lt;/i&gt; nur sonnig  37,1 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:15 aufgestanden; diese Nacht war ziemlich kalt, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:15 Abfahrt zum Upper-Geysir-Basin&lt;br /&gt;dort hatte es uns am Mittwoch so gut gefallen, dass wir da einfach nochmal hin mussten; vor allem kann man sonst nirgends so viele Geysire &quot;sprühen&quot; sehen wie dort; heute war auch ein Traumwetter, das wir ja am Mittwoch dort nicht so hatten; deshalb haben wir auch nochmal beim Middle-Geysir-Basin gehalten, da wir dort das letzte Mal so viel Nebel hatten; heute haben wir auch wieder bei der Hin- und Rückfahrt ganz viele Bisons gesehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17:00 wieder zurück auf Campground; heute war wieder grillen angesagt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:30 draußen gegessen, da es von der Temperatur heute Abend noch angenehm war (Steak, Hähnchen mit Avocado-Tomaten-Salat); anschließend haben wir noch eine &quot;Runde&quot; über den Platz gedreht und haben unten am Fluß noch einen grasenden Bison gesehen; kurze Zeit später gesellte sich noch ein Reh mit seinem Jungen dazu; die Mutter u. sein Kleines haben dann noch Wettlauf gespielt und haben vor unseren Augen mehrere Runden gedreht; es geht nichts über Natur (eine Stadt kann das einfach nicht bieten)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;14. September:&lt;/i&gt;  sonnig ohne Wolken   28,6 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:15 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:30 Abfahrt zum Norris-Geysir-Basin; morgens, wenn man fast alleine ist, ist die Stimmung einfach unbeschreiblich; beim Rückweg kamen uns dann die &quot;Spätaufsteher&quot; entgegen; wir haben dann noch an den Gibbon-Wasserfällen gehalten, da sie nun schön im &quot;Licht&quot; waren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11:45 zurück auf Campground und erst einmal Mittag gemacht; heute war großer Waschtag (bei dem Wetter trocknet  ja alles schnell); dann haben wir den weiteren Reiseverlauf geplant und mal richtig gefaulenzt (muss auch mal sein!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:45 draußen gegessen (Thunfisch mit Gemüsereis)&lt;br /&gt;heute abend wieder runter zum Fluss gelaufen, aber leider kein Wildlife gesehen, nur Angler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:15 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;15. September:&lt;/i&gt; sonnig, 26 Grad      317,7 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:15 schon aufgestanden, da wir heute einiges fahren möchten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:30 Abfahrt; in West Thumb noch einmal gehalten und das letzte Mal Geysire genossen; dann über Jackson (dort noch einmal gut für die nächsten Tage eingekauft), Pinedale nach Rock Springs gefahren; die Landschaft war bis auf ein paar Lamas und Gabelböcke sehr öde&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;15:30 sind wir dann auf einen KOA-Platz in Rock Springs gefahren; nicht das Gelbe vom Ei, aber wenigstens mal wieder Wifi und Strom! Hier hatten wir es wirklich sehr warm (26 Grad)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:45 drinnen gegessen (Steak mit gebratenen Kartoffelwürfeln und Tomatenaufschnitt mit frischem Koriander)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:15 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;16. September:&lt;/i&gt; sonnig, sehr warm   167,8 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:15 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:45 Abfahrt über Green River, durch die Flaming George Recreation (viele Gabelböcke konnte man erblicken); dort sind wir noch den Geology Scenic Drive gefahren (16 km), am Visitor-Center  hatte man einen schönen Blick in den Canyon; unten am Damm hielten wir noch, aber leider kam man irgendwie nicht richtig dran; die Campgrounds dort in der Flaming George waren schon fast alle geschlossen, aber wir wollten ja sowieso weiter noch zum Dinosaur Park fahren; wir fuhren erst in den Quarry-Teil des Parks; dort in der Exhibit Hall konnte man die Dinosaurier-Funde bestaunen; das hohe Gebäude ist praktisch über den Felsen mit den versteinerten Dinosaurier-Knochen gebaut; um&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13:30 waren wir dann dort auf dem Green River Campground und hatten einen sehr schönen Platz direkt am River; konnten dort dann gemütlich den Tag verbringen; in der Sonne war es fast nicht auszuhalten, so warm war es hier; den urigen Platz dann auch genutzt um heute wieder draußen zu grillen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:45 draußen gegessen (Steak, Hähnchen mit Süßkartoffelgemüsepfanne)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;17. September:&lt;/i&gt; sonnig 30 Grad    286,5 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:15 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:15 Abfahrt noch fast im Dunkeln in den Echo-Park-Teil des Dinosaur Parks. Dort die Harpers Corner Road bis zum Endpunkt gefahren; zwischendurch viele Hasen und Rehe erblickt; am Straßenende sind wir dann den Harpers Corner Trail (2 Meilen) gelaufen; man hatte grandiose Ausblicke in den Canyon; dann ging&#039;s weiter über Rangely, Loma nach Moab&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;15:30 Ankunft auf Campground in den Sand Flats; auf diesem waren wir bereits in 2012 schon einmal, da der Platz im Arches NP belegt war; diesmal hatten wir im Arches einen Platz vorgebucht (aber erst ab FR, weil wir ursprünglich erst ab FR im Arches sein wollten). Da wir jedoch 2 Tage &quot;rausgefahren&quot; hatten und und deshalb noch den Canyonlands NP anschauten wollten, sind wir 2 Nächte noch auf den Sand Flats CG. Es ist ein herrlich gelegener Campgground am Slickrock-Bike-Trail (sehr empfehlenswert und nur CAN $ 10 pro Nacht). Hier kann man wunderbar auf und zwischen den Felsen klettern und hat eine Superaussicht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 draußen gegessen (Schwertfisch mit Reis-Sprossengemüse)&lt;br /&gt;es war so richtig toll draußen zu sitzen, da es auch noch lange ziemlich warm war; außerdem präsentierte sich ein perfekter Sternenhimmel (herrlich diese Romantik!!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22:15 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;18. September:&lt;/i&gt; sonnig  33 Grad   124,3 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:15 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:30 Abfahrt in den Dead Horse Point State Park; dort sind wir am Rim entlanggelaufen zum Dead Horse Point Overlook; dort macht der Colorado ein Schleife; weiter ging&#039;s dann in den Canyonlands NP; dort haben wir alle View-Points abgefahren; am Grand View Point haben wir einen schönen Trail am Rim entlang gemacht (2 Meilen); der Blick war einfach fantastisch; ebenso sind wir noch zum Upheaval Dome (2,6 Meilen) gelaufen; es ging immer schön über die Felsen; am Schluß sind wir noch zum Mesa Arch (ein Muss!); der Blick durch den Bogen auf die Landschaft dahinter ist einfach toll&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17:15 wieder zurück auf Campground&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 draußen gegrillt und gegessen (Steak, Hähnchen mit Tomaten-Avocado-Salat)&lt;br /&gt;am Lagerfeuer noch gesessen und in die Sterne geblickt (sogar eine Sternschnuppe gesehen) um&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22:00 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;19. September:&lt;/i&gt; sonnig  33 Grad,  47,6 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:15 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:30 Abfahrt in Arches NP; dort sind wir erst mal die Park Avenue (2 Meilen) gelaufen, haben alle View-Points angefahren und sind durch die Windows-Section gelaufen (2,5 Meilen); der Park ist, trotz, dass wir schon dort waren (2012), einfach wieder faszinierend; um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13:15 waren wird dann auf unserem bereits vorreservierten Campground Devils Garden (Platz 24. Der Platz ist wirklich ein Traum; wir hatten eine Superaussicht, weil wir direkt auf der Anhöhe standen; vom Campground aus haben wir dann noch die Wanderung über Tapestry-Arch, Broken Arch zum Sand-Dune Arch und zurück gemacht (2,5 Meilen); war  sehr schön, aber aufgrund der Mittags-Hitze auch ein bisschen mühsam; haben dann noch unsere schöne Aussicht vom Platz genossen und sind dann später zum Sonnenuntergang noch zum Delicate Arch gewandert (3 Meilen). Er ist an sich ja schon der schönste Arch im Park, aber zum Sonnenuntergang war er einfach noch viel viel schöner. Auch die Atmosphäre, als alle gewartet haben, bis der Schatten vom Bogen weicht, war schon ein Erlebnis für sich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;20:00 waren wir dann wieder zurück und beeilten uns, unser Abendessen zuzubereiten. Der Hunger war groß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;20:45 draußen gegrillt und gegessen (Steak mit Gemüsenudeln)&lt;br /&gt;am Lagerfeuer den Sternenhimmel (inklusive Sternschnuppe) genossen; das ist das schöne hier auf dem Campground, weit und breit sind keine Stromquellen, so dass die Sterne ganz klar zu sehen sind&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22:45 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;20. September:&lt;/i&gt; sonnig  33 Grad &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:00 aufgestanden; da wir heute ja später aufgestanden sind, war es auch schon hell und wir hatten dann draußen gefrühstückt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8:45 direkt vom Campground losgewandert und den Devils Garden Trail  (zurück über Primitive-Trail) gemacht (10 Meilen); es war eine sehr abwechslungsreiche , stellenweise schwierigeWanderung, da man teilweise ein bisschen über Felsen klettern musste. Sie war wirklich sehr, sehr schön u. hat sich auf alle Fälle gelohnt. Die Landschaft ist so abwechslungsreich und man kommt an so vielen Arches vorbei; wirklich empfehlenswert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12:45 wieder zurück am Wohnmobil und gefaulenzt; morgen geht es weiter nach Mesa-Verde, daher darauf noch vorbereitet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 draußen gegrillt und gegessen (Steak, Hähnchen u. Süßkartoffelgemüsepfanne), danach um&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;20:00 noch das 45-minütige Rangerprogramm genossen (Thema: Sternenhimmel); anschließend konnte man noch einen Blick durch das Teleskop werfen; auch heute präsentierte sich nochmals ein toller Sternenhimmel; am Lagerfeuer dann den Abend ausklingen lassen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22:15 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;21. September:&lt;/i&gt;    sonnig mit wolkigen Abschnitten   197,1 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:15 aufgestanden; in der Nacht hatte es etwas gedripst; da es draußen gerade so hell wurde, haben wir draußen beim Frühstück  noch einmal die tolle Sicht genossen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:30 Abfahrt nach Mesa Verde; vorher in Moab noch einmal für die nächsten Tage eingekauft;&lt;br /&gt;noch einen Abstecher zum Needles Overlook im Canyonlands NP gemacht; es waren oneway zwar 22 Meilen reinzufahren, hat sich aber wirklich gelohnt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13:00 im Mesa Verde NP gewesen; im Visitor-Center dann noch Tickets für morgen für Cliff-Palace und Balcony House gekauft; dann auf unseren bereits vorreservierten Campground im Park (Morefield CG) gefahren; von dort dann noch den Trail zum Point Lookout und zurück (2,2 Meilen) gemacht; von diesem &quot;Tafelberg&quot; hatte man eine tolle Rundumsicht; übrigens war das der 1. Campground in einem Nationalpark, den wir kennengelernt haben, der Internet auf der Campsite hat!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 draußen gegessen (Steak mit Gemüsereis)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:15 ins Bett; es hat dann auch unmittelbar angefangen zu regnen (hoffentlich ist es morgen wieder schön)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;22. September:&lt;/i&gt;   erst wolkig, dann sonnig   47,8 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:00 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:15 Abfahrt zum Cliff Palace House; auf der Fahrt dorthin haben wir einen Coyoten über die Straße laufen sehen; die Besichtigung des Cliff Palace House war sehr interessant; auch das Balcony House muss man gesehen haben (auch das Besteigen der 10 m hohen Leiter und das Kriechen durch den 3 m langen engen Tunnel auf allen Vieren war schon ein Erlebnis für sich); ist schon beeindruckend so eine Klippensiedlung zu besichtigen (die Führung hat jeweils 1 Std. gedauert); den Mesa-Top-Loop haben wir dann noch abgefahren; den Petroglyph-Trail (2,2 Meilen) gemacht und das Museum kurz besichtigt; anschließend noch bei den Far View Sites gehalten; aber irgendwann ist es genug, da es immer das Gleiche ist; in diesem NP steht nun mal nicht die Landschaft, sondern die Geschichte im Vordergrund&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:00 wieder zurück auf dem Campground&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 draußen gegrillt und gegessen (Lammfleisch mit Avocado-Tomatensalat)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22:00 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;23. September:&lt;/i&gt; sonnig u. warm&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:00 aufgestanden; da wir uns gestern bereits alles im NP angeschaut hatten, war heute wandern vom Campground aus angesagt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9:00 losmarschiert; wir machten den Prater Ridge Trail (7,8 Meilen), der einmal auf dem North Loop eine schöne Aussicht ins Tal bot sowie auf dem South Loop einen schönen Blick in den Canyon rein &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13:00 wieder zurück auf unserem Platz und dort noch die Sonne genossen; wer weiß wie oft diese noch so schön u. warm in Deutschland scheinen wird. Auf dem Campground haben sich auch die Rehe wohlgefühlt u. sind grasend zwischen den Womos durch&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:45 draußen gegrillt und gegessen (Bison u. Hähnchen mit Süßkartoffelgemüsepfanne)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:15 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;24. September:&lt;/i&gt; sonnig u. warm    174,9 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:30 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7:15 Abfahrt über Durango, Silverton, Ouray (schönstes Gebirgsstädtchen der USA), Montrose in den Black Canyon of the Gunnison NP; auf der Fahrt dorthin zeigte sich immer wieder die schöne Herbstfärbung der Espen; es war eine sehr schöne Fahrt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11:45 Ankunft auf South Rim Campground; wir hatten vorher gar nicht geplant dorthin zu fahren; da es aber von der Entfernung bis zum letzten Platz vor Denver gerade passte und wir nicht sonst irgendwo vielleicht später auf einem KOA landen wollten, haben wir beschlossen hier in den NP zu fahren; das war wirklich eine gute Entscheidung; hier auf dem Campground begrüßten uns auch schon die Rehe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12:45 sind wir dann die South Rim Road am Canyon abgefahren und haben alle View-Points mitgenommen; am Ende der Straße sind wir dann noch zum Warner Point gelaufen (1,5 Meilen) mit schöner Aussicht ins Tal und in den Canyon; der Canyon ist schon beeindruckend&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;16:15 wieder zurück auf Campground&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;19:00 draußen gegrillt und gegessen (Bison u. Gemüsenudeln)&lt;br /&gt;am Lagerfeuer noch einmal den Sternenhimmel genossen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;21:30 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;25. September:&lt;/i&gt; sonnig, 29 Grad   264,2 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5:30 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:45 Abfahrt zum letzten Campground in diesem Urlaub (Ziel Cherry Creek State Park in Aurora bei Denver)&lt;br /&gt;wir sind über Gunnison, dann #285 über Buena Vista und Fairplay bis zum Cherry Creek State Park gefahren; dort um &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12:45 angekommen mussten wir mit Überraschung feststellen, dass der Platz &quot;full&quot; ist; nach einem Telefonat der Dame an der Entrance mit dem Campground, konnten wir doch noch ein Plätzchen bekommen. Noch mal Glück gehabt (also das nächste Mal auch den letzten Platz vorreservieren); so hatten wir auch am letzten Urlaubstag noch einen schönen Platz; es gibt nichts schlimmeres, als am letzten Tag dann irgendwo in einem Vorstadtort auf einem RV-Park zu stehen; hier noch unseren letzten Tag in Ruhe genossen und auch die Koffer gepackt (das ist immer so traurig)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;22:00 ins Bett&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;26. September:&lt;/i&gt; sonnig u. warm   22,5 Meilen gefahren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6:30 aufgestanden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8:30 Abfahrt zu Road Bear; insgesamt 2750,8 Meilen gefahren (2000 Meilen waren vorgebucht)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9:30 Mobil abgegeben (hat wie immer alles problemlos funktioniert)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11:00 Transfer zum Flughafen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;18:00 (35 min Verspätung) USA-Boden verlassen und Rückflug nach Frankfurt; ich habe eine Träne in meinem &quot;Augenrändle&quot;, denn der Urlaub ist jetzt leider zu Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11:05 Ortszeit &lt;i&gt;27. September:&lt;/i&gt; in Deutschland gelandet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;14:00 zu Hause&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: es war eine unvergessliche Reise; vor allem der Yellowstone-Park ist meiner Meinung nach  ein &quot;Muss&quot; im Leben...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Unterwegs im Osten Kanadas 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/kb_m.-bergstraesser-fruehlingserwachen-an-den-horseshoefalls.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Unterwegs im Osten Kanadas&lt;br /&gt;&lt;p&gt;3,5 Wochen von Toronto bis Neufundland&lt;p&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ein Beitrag zum Textwettbewerb 2015 von SK-Kundin Ivonne Keitel-Köhler&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlich ist es soweit! Die letzte Kanadareise liegt 4 Jahre zurück. Damals haben wir den Westen bestaunt. Jetzt ist der Osten dran. Es soll von Toronto über Manitoulin Island - Ottawa - Montreal - Quèbec - Halifax bis nach Neufundland gehen. Vier Jahre lang haben wir gespart und etliche Monate lang an der Route gefeilt, Ideen gehabt und wieder verworfen. Aber jetzt ist es geschafft. Es geht los. Auf unserer letzten Reise wurde in Frankfurt einige Stunden vor Abflug das gesamte Gepäck meines Mannes aus dem Auto gestohlen. Das soll uns nicht noch einmal passieren. Diesmal fahren wir mit der Bahn zum Flughafen, die Koffer beschützend zwischen die Beine geklemmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir, dass sind mein Mann Sven, unsere Tochter Lucy, im besten Teenageralter von 14 Jahren, und ich, Ivonne. Beim Check-in am Vorabend die erste kleine Schrecksekunde: der Flug ist überbucht. Lufthansa bietet uns 600 Euro Entschädigung pro Person und eine weitere kostenlose Übernachtung in Frankfurt an, wenn wir dafür einen Tag später fliegen. Wir können und wollen nicht später fliegen. Das Wohnmobil wartet auf uns. Und wir haben auch keine Lust mehr, die Route nochmals zu ändern. Wir dürfen dann doch einchecken. Puh, Glück gehabt. Und tatsächlich sitzen auf dem Flug einige Passagiere auf den Notsitzen. Lucy hat Flugangst. Sie krallt sich beim Start in unsere Hände und wirkt ganz angespannt. Als wir dann unsere Reisehöhe erreicht haben und sich kein Vogelschwarm in den Triebwerken verfangen hat, atmet sie hörbar auf und lässt sich den Rest des Fluges über vom Kinoprogramm ablenken. Wir landen wohlbehalten in Toronto, schnappen unser Gepäck und finden auch den Shuttleservice zu unserem Hotel. Die erste Hürde ist also genommen. Wir sind da! Wir können es noch gar nicht so richtig glauben. Da hat man sich monatelang auf diese Reise gefreut und alles vorbereitet und jetzt sind wir tatsächlich in Toronto!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 19.08.2015 übernehmen wir unser Wohnmobil von Fraserway. Es bietet für uns Drei genug Schlafmöglichkeiten und hat einen Slide-Out. Das Fahrzeug ist 7 m lang, 3,40 m hoch und hat ordentlich PS unter der Motorhaube. Nach einer gründlichen Einweisung vor Ort kann es endlich losgehen. Es liegen knapp 3200 km vor uns. Nach ca. 3 km ist die Fahrt allerdings erst einmal zu Ende. Wir müssen umkehren. Was ist passiert? Wir wurden an einer Ampelkreuzung von einem abbiegenden Truck touchiert. Dadurch ist unser Außenspiegel gerissen. Das war vielleicht ein komisches Gefühl, so kurz nach unserer Abfahrt wieder auf dem Hof des Vermieters vorzufahren. So, als hätte man was Wichtiges vergessen. Zum Glück war ein Außenspiegel auf Lager und der kaputte konnte ausgetauscht werden. Aber jetzt geht es los!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fahren gelassen durch den Stau der 6 - 8-spurigen Autobahn vor Toronto und bestaunen die Autoschlange. Ich finde vor allem die Trucks so faszinierend. Sven steuert unser Wohnmobil souverän durch diesen wahnsinnigen Verkehr. Ich bewundere ihn dafür. Und irgendwann erreichen wir den ersten Campground. Wir sind erschöpft und müde und wollen nur noch ins Bett fallen. Jetzt müssen wir aufpassen, dass die Stimmung nicht kippt. Der Jetlag macht sich bemerkbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen der erste Höhepunkt unserer Reise. Die Niagara Fälle. Wir fahren mit dem Bus. Die Haltestelle liegt idealerweise direkt am Campground. Das Wetter lässt sich nicht in die Karten schauen. Es ist nicht kalt aber auch nicht wirklich warm. Eher diesig und trüb. Hoffen wir das Beste. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. Und dann sehen wir sie, die gigantischen Wasserfälle! Es ist beeindruckend. Sven zückt die Kamera und will fotografieren. Da zeigt das Ding einen leeren Akku an und nix geht mehr. Obwohl der Akku am Morgen noch voll anzeigte. Das darf jetzt nicht wahr sein - oder?! Sven ist verzweifelt und flucht. Da kommt mir eine Idee. Ich spreche einfach einen kanadischen Touristen an, der eine super große Kamera um den Hals hängen hat. Ich schildere ihm die Situation und bitte ihn, uns zu fotografieren und die Bilder später per Mail an uns zu schicken. Luke, unser Retter, ist sofort einverstanden und wir treten zum Fotoshooting an. Und Luke hat Wort gehalten. Wir sind im Besitz von tollen Fotos, die belegen, dass wir an den Niagarafällen waren. Leider hält das Wetter nicht durch. Der Himmel wird immer grauer und es regnet. Wir werden pitschnass. Und in dem 4 D Kino, in diesem Informationszentrum direkt bei den Niagarafällen, händigt man uns zwar einen Regenumhang aus aber der kann die Wassermassen, die während des Films auf uns herabregnen, nicht wirklich abhalten. Wir verlassen das Zentrum mit nassen Hosenbeinen und Schuhen. Jetzt geht es durch einen Tunnel, um hinter die Fälle zu schauen. Es ist einfach nur fantastisch. Die Gischt spritzt einen schon von weitem ins Gesicht. Dann ein Lichtblick. Die Sonne lugt zwischen den Wolken hervor. Schnell zum Boot, das ganz dicht an die Fälle heranfährt. Wenn wir schon mal hier sind, dann machen wir das ganze Programm. Wieder reicht man uns ein Regencape. Wir stehen auf dem Boot und irgendetwas ist komisch. Warum spritzt es so doll? Ist das schon die Gischt der Fälle? Aber hier an der Anlegestelle? Nein, es regnet wieder. Genauer gesagt, schüttet es wie aus Eimern. Und die Gischt tut dann ihr übriges. Ich wünsche mir, im Badeanzug auf das Boot gestiegen zu sein. Es ist beeindruckend, so dicht an die Fälle heranzufahren, das Tosen zu hören und die unglaubliche Kraft des Wassers zu spüren. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass sich hier schon seit einigen Jahrhunderten immer mal wieder Menschen in die Tiefe stürzen. Sei es als Mutprobe in einem Fass oder in selbstmörderischer Absicht. Wir verlassen das Boot wieder und sind jetzt nass bis auf die Knochen. Bis uns der nächste Bus zum Campground zurückbringt, trocknen wir uns in der Toilette notdürftig unter dem Händetrockner und warten dann in einem Souvenirshop auf die Abfahrtszeit. Mit dem Wohnmobil geht es später weiter zum nächsten Campground, wo wir am Abend erschöpft aber glücklich ins Bett fallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen geht es mit der Fähre nach Manitoulin Island. Die Insel liegt im Huronsee und gehört zur kanadischen Provinz Ontario. Sie ist mit ihren 2766 km² die größte in einem See gelegene Insel der Erde. Mir kommt es vor, als würden wir über ein großes Meer fahren und nicht über einen See. Auf Manitoulin Island gibt es schöne kleine Städtchen und noch viele weitere große und kleinere Seen. Diese Wasservielfalt kann man sich gar nicht vorstellen. Das muss man einfach sehen. Die Menschen sind überall sehr freundlich und hilfsbereit. So kommen wir mit unseren wenigen Englischkenntnissen gut zurecht. Das Wetter ist angenehm. Die Sonne scheint, ab und an weht ein Lüftchen und wir hoffen, den Regen hinter uns gelassen zu haben. Sven und Lucy springen in den Manitoulake, der direkt an unserem Campground liegt. Am Abend entzünden wir unser erstes Lagerfeuer und es gibt Würstchen und Marshmallows.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fahren weiter zum Talon Lake; 300 km westlich von Ottawa. Heute übernehme ich das Steuer. Der Verkehr ist angenehm. Keine Hektik. Ich habe den Eindruck, dass sich 95 % der Fahrer an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit halten. Sie könnten locker überholen, tun es aber nicht. Ich schätze mal, dass die Strafen hier in Kanada um einiges saftiger sind als in Deutschland - oder? Unser Campground liegt wieder direkt am See. Ich komme mit Dave, der den Campground leitet, ins Gespräch. Spontan lädt er uns zu einer Bootstour für den nächsten Morgen ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pünktlich erscheinen wir am nächsten Tag auf der Bildfläche. Dave freut sich und es geht los. Die Sonne lacht und es weht ein leichter Wind. Das Wasser ist blau und klar. Wenn ich Dave richtig verstanden habe, ist der Talon Lake 16 km² groß und an seiner tiefsten Stelle 65 m tief. Der See ist von Wald umgeben. Hier leben Wölfe, Füchse, Elche und Schwarzbären. Und natürlich jede Menge Vögel. Leider erspähen wir kein wildes Tier am Ufer, so sehr wir unsere Augen auch anstrengen. Dave wandert mit uns einen kurzen Trail entlang und ehe wir es uns versehen, stehen wir auf einem Felsen und haben einen wunderbaren Blick auf die Stromschnellen. Hier oben kommt es immer wieder zu Unfällen, erzählt er. Menschen, die in betrunkenem Zustand vom Fels ins Wasser stürzen oder ganz wagemutige Jugendliche, die auf der Suche nach dem Kick ganz bewusst in die Tiefe springen. Und so kommen wir dann auch an einer Gedenktafel für einen Jugendlichen vorbei, der den Sprung ins Wasser nicht überlebt hat. Dennoch genießen wir den Ausblick und die wunderschöne Natur. Nach ca. 45 Minuten geht es mit dem Boot wieder zurück. Dank Dave haben wir einen wunderschönen Flecken Erde gesehen. Von alleine wären wir dort nie hingekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir suchen seit 2 Tagen nach den blauen Tabs fürs Klo. Die Tabs zersetzen die Fäkalien und sorgen so für gute Luft. Ich fürchte, ich habe sie versehentlich weggeworfen. Also müssen neue her. Im Geschäft lassen sich solche Tabs nicht finden. So entscheiden wir uns für ein braunes Pulver, das hoffentlich denselben Zweck erfüllt. Auf der Packung steht was von RV. Wir sind zuversichtlich. Wir stellen fest, dass sich so kleine Pannen wie ein roter Faden durch unsere Reise ziehen. Als da wären der gerissene Außenspiegel, der leere Akku, die verschwundenen Tabs. Aber vermutlich sind solche Pannen wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt irgendwas. Man darf gespannt sein, was noch so kommt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile sind wir auf einem Campground vor den Toren Ottawas. Hier stürzen wir uns auf das WLAN und senden Nachrichten nach Hause. Lucy ist für jede WLAN Minute dankbar. Sie kann ohne YouTube nicht leben. Den heutigen Tag gehen wir ruhig an und entspannen einfach. Unsere Stellplatznachbarn laden uns am Abend an ihr Lagerfeuer ein. Jeder bringt etwas mit. Der Himmel über uns ist tiefschwarz, die Sterne funkeln, Grillen zirpen, ringsum ist Wald. Das Feuer knistert und es fliegen Funken in die Nacht davon. Am Lagerfeuer nebenan wird Gitarre gespielt und gesungen. Das ist Kanada. Dieser Abend ist einfach perfekt. Wir plaudern entspannt mit Gudrun und Grant. Gudrun ist gebürtige Norwegerin, lebt aber schon länger mit ihrem Mann in British Columbia in der Nähe von Vancouver. Beide sind nun Rentner und fahren mit ihrem riesigen Campanhänger (das Ding ist 9 m lang und wird von einem großen Pickup gezogen) durch Kanada und die USA. Lucy sitzt total entspannt in ihrem Campingstuhl, hält Marshmallows ins Feuer und erzählt, wie wir in Deutschland leben und wie es in der Schule ist. Jetzt kann sie ihre Englischkenntnisse live anwenden und erlebt in der Praxis, dass es sich lohnt, diese Fremdsprache zu lernen. Und das Mama recht hat, wenn sie sagt: &quot;Kind, sei froh, dass du die Möglichkeit hast, Englisch zu lernen. Bleib dran. Du wirst eines Tages dankbar dafür sein.&quot; Aber das würde meine Tochter nie zugeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Übernahme des Wohnmobils hatten wir erfahren, dass wir in Ottawa, Montreal und Quebec das Wohnmobil nur auf einem Campground stehen lassen dürfen. Das ist schlecht für uns, da die Campgrounds außerhalb der Städte liegen und jetzt noch nicht klar ist, wie wir hinkommen. Wenn wir das Wohnmobil in den Städten parken und es geklaut wird, was diese Saison schon passiert ist, hätten wir keinen Versicherungsschutz. Den haben wir nur auf dem Campground. Das bringt unsere Pläne etwas durcheinander. Mal sehen, wie wir das handhaben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir entscheiden, mit dem Bus nach Ottawa zu fahren. Man sagte uns, wir würden 15 Minuten bis zur Haltestelle laufen. Man sagte uns aber nicht, dass es keinen Fußweg gibt und es an der Kreuzung nicht ganz einfach sein würde, die Fußgängerampel zu erreichen. Das haben wir dann alles unterwegs festgestellt. Und aus den 15 Minuten Fußweg werden schnell 40 Minuten. Mein lieber Scholli. Aber wir haben es geschafft und den Bus erreicht. Wir wollen uns das Parlament anschauen. Es hat ewig gedauert, bis wir vor Ort durch die Sicherheitskontrollen gelangen. Überall steht Polizei. Da wir keine 3 Stunden bis zur nächsten englischen Führung warten wollen, entscheiden wir uns für die frühere französische Führung. Wir murmeln ab und an ein &quot;oh&quot; und ein &quot;oui&quot; oder auch ein &quot;merci&quot;. Aber irgendwie haben die Leute wohl doch gemerkt, dass wir kein Wort verstehen und schon sind wir wieder in ein Gespräch verwickelt. Wo kommt ihr her, wo geht die Reise hin und an der Info gibt es bestimmt Material auf deutsch für uns. Herrlich. Das Parlamentsgebäude ist ein beeindruckender Bau. Vor allem die Bibliothek ist sehenswert. Als wir das Gebäude verlassen, schüttet es wie aus Eimern. Mal wieder. Wir werden pitschnass. Das kennen wir ja schon. Und dann lässt sich die Sonne wieder blicken und alles trocknet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen nicht noch einmal die nicht ganz ungefährliche Strecke zum Campground laufen. So fahren wir ein Teilstück mit dem Bus und steigen an einem Einkaufszentrum aus, in der Hoffnung, hier ein Taxi zu finden. Und wir müssen erst einmal klären, ob man im Taxi bar zahlt oder mit Kreditkarte. Da kennen wir uns nicht so aus. Wir haben nämlich nicht mehr viel Bargeld einstecken. Also spreche ich einen erfahren aussehenden Herrn an (er ist grauhaarig, also schon etwas älter und somit auch erfahren, grins). Er erklärt dann, dass man in der Regel bar zahlt, es aber durchaus auch Taxifahrer gibt, die Kreditkarte akzeptieren und wenn wir ein Taxi rufen, sollen wir gleich sagen, dass wir mit Karte zahlen wollen. Am Ende bestellt der nette Herr das Taxi für uns, klärt die Kartenzahlung und bringt uns zu der Stelle, wo wir auf das Taxi warten sollen. Wir bedanken uns vielmals für seine Hilfe und er sagt nur, nichts zu danken, genießt Kanada. You&#039;re welcome. Enjoy Canada. Ich kriege mich echt nicht mehr ein. Die Hilfsbereitschaft der Menschen, die uns überall so selbstverständlich entgegengebracht wird, ist einfach unglaublich. Das Taxi ist dann auch  schnell da und wir sind innerhalb kürzester Zeit sicher auf unserem Campground.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und jetzt geht es weiter in Richtung Montreal. Da wir auch hier nicht in die Stadt fahren dürfen, werden wir diese vermutlich gar nicht anschauen. Das ist auf der einen Seite zwar schade auf der anderen Seite tut es uns aber auch ganz gut, zwischendurch mal wieder nix zu tun und einfach nur auf dem Campground abzuhängen; um es mit den Worten meiner Tochter auszudrücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe ich schon erwähnt, dass ich die alten Trucks so liebe? Die mit den riesigen Auspuffrohren links und rechts neben der Fahrerkabine. Die sehen einfach so geil aus und die Schulbusse erst! Und ich liebe die Briefkästen, die am Straßenrand stehen, so wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt. Manche Briefkästen sehen aus wie kleine Häuser. I like it so much!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir lassen Montreal also links liegen und fahren dafür einen Tag später mit dem Bus nach Quèbec City rein. Quèbec hat eine wunderschöne Altstadt mit tollen Gassen. Hier macht das Andenken shoppen Spaß. Lucy und mir haben es vor allem die Traumfänger angetan. Aber nur die, welche in echter Handarbeit in Kanada gefertigt wurden. Nicht die Billigimporte aus China. Da muss man ganz schön aufpassen. Und hier in Quèbec steht dieses berühmte Hotel, dass Chateau Frontenac, welches schon ganz oft als Postkartenmotiv herhalten musste. Klar, dass es auch unsere Fotokulisse wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf unserer Weiterfahrt zum nächsten Campground machen wir Halt in Wanake, einem Vorort von Quèbec. Dort besuchen wir ein First Nations Museum. Da wir um diese Zeit die einzigen Gäste sind, erhalten wir quasi eine private Führung und zu unserer Freude ist diese auf Englisch. Eigentlich wäre jetzt die französischsprachige Führung dran. Wir verstehen nicht alles, dafür reichen unsere spärlichen Englischkenntnisse einfach nicht aus aber dennoch erschließt sich einem irgendwie der Sinn des Gesagten. Die Frau, die uns führt, ist eine direkte Nachfahrin der First Nation und spricht die alten Dialekte. Sie gibt uns eine Kostprobe. Es ist faszinierend, das zu hören und wie flüssig die Worte aus ihrem Munde kommen. Sie zeigt uns ein Kanu, welches von ihrem Großvater noch traditionell in Handarbeit gefertigt wurde. Nach der Führung im Museum geht sie mit uns in ein so genanntes Longhouse. Ein Haus, in dem vor vielen Jahren die First Nations lebten. Es ist ca. 25 - 30 m lang, hat 3 Feuerstellen und überall liegen Tierfelle. In einem Haus wohnten damals ca.3 bis 6 Familien eines Clans. In einem Dorf lebten etwa 2000 Menschen, verteilt auf ca. 18 - 20 Häuser. Das Dorf war von einem Schutzwall aus mehreren tausend dünnen Pfählen, die nach oben hin spitz wurden, umgeben. So sollte es vor wilden Tieren und anderen Feinden geschützt werden. Wir sind begeistert, dass so originalgetreu zu sehen. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Armbanduhr hat vor ein paar Tagen ihren Geist aufgegeben. (Da war es wieder, dass Salz in der Suppe.) Seitdem frage ich Sven ständig nach der Uhrzeit. Der Ärmste. Lucy hat ihre Uhr gar nicht erst mitgenommen, fragt aber prinzipiell auch gerne nach der Zeit. Also muss eine neue her. Fündig werde ich im Wallfahrtsort des katholischen Kanadas, Sainte Anne de Beauprè, eines der ältesten Pilgerzentren in Nordamerika. Natürlich besichtigen wir auch die Kathedrale, welche nach einem Brand 1922 neu aufgebaut wurde. Die Kathedrale wurde der heiligen Anna, Mutter Marias, gewidmet.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;6 km östlich liegt der Canyon Ste. Anne; eine malerische Schlucht mit Wasserfällen. Hier machen wir Halt und laufen eine Stunde lang auf Pfaden und Brücken durch und über den Canyon. Die Landschaft ist einfach fantastisch. Die Sonne lacht und es ist unglaublich schwül.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter geht es in Richtung New Brunswick. Dafür setzen wir mit der Fähre über den St. Lorenzstrom. Die Überfahrt dauert 90 Minuten und kostet uns 130 Euro! Uns hat es bald hinten rum gehauen. Der Preis wird nach Personenzahl und Fahrzeuglänge berechnet. Das wurde vor Ort mit Maßband abgemessen. Unser Wohnmobil ist 7,20 m lang. Das wissen wir jetzt quasi ganz genau. Überhaupt sind Benzin, Lebensmittel und Eintrittspreise hohe Kostenfaktoren. Das sollte man wissen und kalkulieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind jetzt in New Brunswick, haben den französischsprachigen Teil also hinter uns gelassen und eine Zeitzone überschritten. Wir müssen die Uhr leider 1 Stunde vordrehen und sind jetzt 5 Stunden hinter Deutschland zurück. Trotz nicht vorhandener Französischkenntnisse sind wir gut zurechtgekommen, da die meisten Leute auch Englisch sprechen. Nur einmal waren wir überfordert. Und zwar an der Tankstelle. Kreditkarte rein in die Zapfsäule, Benzin in den Tank und dann? Alles auf Französisch. Hier kommt dann wieder ein erfahren aussehender Herr ins Spiel. Der hat an der Zapfsäule Kontakt mit der Tankstelle aufgenommen, alles auf Französisch geklärt und uns erklärt, dass wir reingehen und dort bezahlen können. Enjoy your trip. Merci.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Hartland, New Brunswick, bestaunen wir die längste überdachte Brücke der Welt. Sofort erinnere ich mich an den Film &quot;Brücken am Fluss&quot; mit Meryl Streep und Clint Eastwood, seufz. Die Brücke hier ist 391 m lang und geht über den St.John River. Und an eben diesem Fluss liegt unser nächster Campground.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag lassen wir uns in die Zeit von 1820 -1890 zurück versetzen. Wir sind in King Landings, einem historischen Dorf. Ein so genanntes Heritage. Dort kann man die Häuser besichtigen, dem Dorfschmied über die Schulter schauen und sich mit der Dorflehrerin unterhalten. Bevor sich Lucy in die Schulbank setzen darf, muss sie der Lehrerin ihre Hände vorzeigen. Sind sie auch sauber? Dann soll Lucy ihren Namen auf eine Schiefertafel schreiben und etwas vorlesen. Die Bewohner schlendern in historischen Gewändern durch das Dorf. Wir wohnen sogar einer Gerichtsverhandlung bei. In einem Krämerladen erklärt uns ein Herr der damaligen Zeit, mit welchen Waren er handelt. Da ich den Eindruck habe, dass er auf Sätze, die wir drei untereinander austauschen, reagiert, frage ich ihn, ob er deutsch spricht. Und tatsächlich. Und wo wurde er geboren? In Nürnberg. Hey, da wohnen wir! Jetzt gibt es kein Halten mehr! Jetzt wird er mit Fragen bestürmt. Und zum ersten Mal verstehen wir mühelos alles, was uns erklärt wird. So klein ist die Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf unserer heutigen Weiterfahrt machen wir Halt in Halifax in Nova Scotia. Wir parken auf einem riesigen Gelände an den Docks im Hafen. Ich weise Sven gerade brav in die Parklücke ein, da werde ich von einem Mann, der einen Blick auf unser Nummernschild wirft, angesprochen. &quot;Oh, you are from Ontario.&quot; (Oh, ihr kommt von Ontario.) &quot;Seid ihr das erste Mal hier oder kennt ihr euch aus? Das hier ist der Parkplatz für die Marines und für die Mitarbeiter der Docks. Ihr könnt hier stehen bleiben, holt euch aber da vorne ein Ticket. Noch mehr Infos bekommt ihr da und da.&quot; &quot;Thank you so much!&quot; &quot;You&#039;re welcome.&quot; Ich liebe diese Hilfsbereitschaft nach wie vor! Das ist einfach unglaublich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Altstadt von Halifax spazieren wir am Wasser entlang und essen erst mal eine ordentliche Portion Fish &amp; Chips. Heute ist es sehr warm. Zum Glück weht ab und an ein leichtes Lüftchen. Hier in Halifax gibt es das Maritime Museum of the Atantic, welches die Entwicklung der Segel- und Dampfschifffahrt zeigt. Eine besondere Attraktion des Museums ist die Titanic-Abteilung. Viele der Ertrunkenen wurden damals in Halifax beigesetzt. Wir schlendern weiter durch die Stadt und kommen an der Old Town Clock vorbei. Der Turm ist ein Geschenk von Prince Edward, Vater von Queen Victoria, an die Stadt Halifax. Das war im Jahre 1803. Es heißt, Prince Edward sei ein Pünktlichkeitsfanatiker gewesen. Davon ist heute nicht mehr viel übrig; die Uhr ging nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor den Toren von Halifax erreichen wir den letzten Stellplatz unserer Wohnmobilreise. Morgen sehen wir uns noch den Küstenort Lunenburg an. Und übermorgen geben wir dann das Wohnmobil nach über 3000 gefahrenen Kilometern in Halifax ab. Die Rückgabe verläuft reibungslos. Wir müssen zwar den Außenspiegel erst einmal bezahlen, haben das Geld dann aber später in Deutschland problemlos von der Versicherung erstattet bekommen. Jetzt fliegen wir von Halifax rüber nach St. John‘s, Neufundland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile haben wir den 02.09.2015. Wir sind gut in St. John&#039;s angekommen und eine weitere Zeitzone ist überschritten. Die Uhr wird eine halbe Stunde vorgedreht. Wir haben das Wohnmobil gegen einen Jeep getauscht. Das ist vielleicht ein schnittiges Ding. Noch richtig neu. Und der hat so ein tolles Rot. Die Fahrzeugübernahme verläuft kurz und schmerzlos. Für meine Begriffe etwas zu kurz. So nach dem Motto: hier ist der Schlüssel, das Auto steht irgendwo da draußen, gute Fahrt. Das ist alles. Die haben meine Kreditkarte und 5 Unterschriften von mir! Da kann ich jetzt wirklich nur auf eine gute Fahrt hoffen. Erst einmal müssen wir rausfinden, wo der Zündschlüssel rein muss und was getankt werden darf. Okay, es gibt kein Zündschloss. Das Auto reagiert auf Knopfdruck, aha. Und wohin jetzt mit dem Schlüssel? Ab in die Hosentasche, diese verschließen und den Schlüssel ja nicht verlieren. Und um die Kraftstoffsorte kümmern wir uns später. Na, das kann ja heiter werden. Hier herrschen heute nur 11 Grad! Auf Neufundland weht quasi ein anderer Wind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben noch nicht viel von der Insel gesehen, sind aber schon jetzt hin und weg. Allein die Unterkunft hier in St. John&#039;s; die ist so schnuckelig. Wir sind im Cantwell House, B&amp;B. Und die Leute hier sind total nett. Wir haben schon wieder jede Menge interessante Gespräche geführt. Im Cantwell House gibt es einen Aufenthaltsraum mit Balkon und fantastischem Blick auf den Hafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yeah, das ist Neufundland, wie ich es mir vorgestellt habe: zerklüftet, rau, stürmisch. Ganz viel Wasser und Wald, bunte Häuser, wilde Buchten. Natur pur. Wir sind in Twillingate. Und auch hier sind die Menschen sehr hilfsbereit und freundlich. Allerdings muss man, wenn man nach dem Weg fragt, sehr genau hinhören. Das ist so ein tiefes Brummen, so ein &quot;houghoughough&quot;. Heute herrschen hier nur 7 Grad Außentemperatur! Und es hat den halben Tag lang geregnet. Böse Zungen behaupten, auf Neufundland regnet es 14 Monate im Jahr. Man könnte meinen, dass Wetter wechselt stündlich. Und tatsächlich erleben wir Sonnenschein, Regen, dann wieder Sonne, dann Gewitter. Und das alles an einem einzigen Tag. Heute kommt noch ein unglaublich starker Wind dazu. Am Leuchtturm in Twillingate, direkt am Wasser, hat es uns bald umgeweht. Dabei haben diese Rauheit, die Natur, die Brandung, die Felsen einen unglaublichen Charme, eine tolle Atmosphäre. Das ist nicht jedermanns Sache. Aber da wir Drei keine Sonnentypen sind und Hitze nicht so gut vertragen, sind wir hier genau richtig. Wir steigen auf den Leuchtturm, lauschen den Erklärungen des Wärters und dem Heulen des Windes, hören den Regen an die Fenster prasseln und genießen den Blick von oben. Der reicht zwar bei diesem Wetter nicht sehr weit aber es ist dennoch unglaublich schön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unterkünfte hier sind klasse und zum Frühstück werden wir von allen Gastgebern verwöhnt. Kaffee, Tee, Saft, Obst, Müsli, Hot Chocolate, Eier in sämtlichen Varianten, hausgemachte Marmelade. Gestern erst gab es Blaubeerpfannkuchen und Bratwürste. Wir werden schneckefett nach Hause kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile habe ich das Gefühl, eine halbe Ewigkeit schon von zu Hause weg zu sein. Komisch. Wir verlassen Twillingate und fahren weiter zum Gros Morne Nationalpark. Und dann plötzlich: Elchalarm! Kurz vor uns ist eine Elchkuh über die Autobahn gelaufen. Und das am helllichten Tag. Zum Glück konnte Sven rechtzeitig bremsen und am Straßenrand anhalten. Da sahen wir dann auch, dass die Elchkuh ein Junges im Schlepptau hatte. Dieses zögerte allerdings und ist zurück geblieben. Wir warteten noch eine Weile und hörten das Junge nach der Mutter rufen und sahen es die Mutter suchen. Auch die Mutter ließ sich auf der anderen Seite noch ein paar Mal blicken. Aber der Verkehr war einfach zu dicht. Wir vermuten, dass die Elchkuh später zu ihrem Jungen zurücklaufen wird. Und wir hoffen sehr, dass sie es schafft. In Gesprächen mit den Einheimischen hier wurde uns immer wieder von Unfällen mit Elchen erzählt. Auch Schilder am Straßenrand listen auf, wie viele Kollisionen es mit Elchen in diesem Jahr auf einem bestimmten Straßenabschnitt bisher gegeben hat. Die höchste Zahl, die wir auf so einem Schild gesehen haben, lautete 660! Ich sagte im Gespräch mit dem Leuchtturmwärter von Twillingate, der selbst schon 2 Kollisionen mit Elchen hinter sich hatte, dass wir bereits über 3000 km gefahren sind und noch keinen einzigen Elch gesehen haben und das ich gerne einen sehen möchte. Er sagte, glaube mir, du willst keinen Elch sehen. Ich sagte: doch, aus sicherer Entfernung. Da lachte er. Und heute haben wir tatsächlich eine Elchkuh und ihr Junges gesehen. Und es ist alles gut gegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag scheint die Sonne und wir fahren zum Western Brook Pond, ein Fjord im Gros Morne Nationalpark, ganz im Westen von Neufundland. Man kann mit einem Boot in den Fjord hineinfahren. Um zur Bootsanlegestelle zu gelangen, läuft man 3 km über Holzstege, die über Sümpfe führen. Man ist von Wasser, Wald und den Bergen umgeben. Ein unglaubliches Panorama. Wir unterhalten uns mit einem Paar aus Deutschland, welches seit 9 Monaten umherreist. Hauptsächlich waren sie in Südamerika unterwegs und jetzt in Kanada und Neufundland. Heute ist hier Feiertag und die Unterkünfte sind fast überall belegt und natürlich richtig teuer. Sie erzählen uns, dass sie zeitweise 2 Stunden lang nach einer Unterkunft gesucht haben. Das ist zeitaufwendig und nervig. Gut, dass wir unsere Quartiere im Voraus gebucht hatten. So ist die lästige Suche für uns entfallen. Auf dem Rückweg kommen uns ein Mann und eine Frau entgegen, die uns irgendwie bekannt vorkommen. Ah ja, richtig. Wir haben uns in Halifax in Nova Scotia an der Wohnmobilstation getroffen. Also noch drüben auf dem Festland. Und hier auf Neufundland haben sich unsere Wege noch einmal gekreuzt. Es folgt ein netter Plausch und dann geht es für uns weiter. Wir fahren ans Wasser. Am Strand hält Lucy begeistert nach schönen Steinen und Muscheln Ausschau und findet sogar ein paar Korallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Später gehen wir zum Essen in ein Restaurant in Rocky Harbor. Ich traue mich gar nicht zu sagen, was wir gegessen haben. Ich hatte einen deftigen Eintopf mit Kartoffeln, Karotten und Elchfleisch. Sven hatte Elchpizza. Es hat echt gut geschmeckt. Etwas herb, Wild halt. Zum Nachtisch habe ich mir noch ein Softeis gegönnt. (Pfeiff auf schneckefett!) Da muss man immer aufpassen, dass man &quot;small&quot; sagt. Sich also eine kleine Portion bestellt. Weil selbst die kleinen Portionen sehr groß sind. Ich frage mich immer, wie die großen Portionen aussehen. Ob sie die dann im Eimer servieren? Das ist echt der Hammer. Eine Kugel Eis ist mindestens so groß wie 2 Kugeln bei uns. Generell haben wir uns angewöhnt, immer erst einmal 2 Portionen zu bestellen und zu schauen, wie groß die sind. Oft reichen 2 Portionen für uns Drei aus. Und das Essen bestellen ist für uns auch nicht so ganz einfach. Die Kellnerin stellt zu viele Fragen: wie wollt ihr die Eier? Hart oder weich oder Rührei oder Spiegeleier und die Spiegeleier von einer Seite gebraten oder von zwei Seiten? Und wollt ihr Würstchen oder Schinken oder Bohnen dazu? Vielleicht noch Käse und Tomaten? Soll Butter auf das Toastbrot oder wollt ihr lieber Beagel? Mit Körnern oder mit Zimt oder einfach pur? Wollt ihr Marmelade dazu? Blaubeere, Erdbeere oder lieber Apfel? Soll auf den Burger Ketchup, Salat dazu oder Pommes oder lieber Kartoffelbrei... ? Und das alles auf Englisch. Also allein der Bestellvorgang ist schon ein Erlebnis. Wir haben echt jedes Mal das Wörterbuch neben der Speisekarte liegen. Aber bis jetzt hat es immer gut geklappt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute sind wir in Gander. Und hier hat Sven nach einem besonders großen Salzkorn für die Suppe gegriffen. Er fällt mitsamt Koffer die Treppe runter und landet hart auf dem Steiß. Aua. Da ich grundsätzlich eine kleine Apotheke mit mir führe, ist bald ein Schmerzmittel gefunden und Sven stellt nach einiger Zeit das Jammern ein. Es hat aber auch wirklich wehgetan. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kreis schließt sich langsam. Morgen fahren wir nach St. John&#039;s zurück. Dort besuchen wir noch den Signal Hill. Der Signal Hill ist ein Hügel an der Nordseite der Hafeneinfahrt von St. John&#039;s. Wenige Kilometer südlich befindet sich der östlichste Punkt Nordamerikas, Cape Spear. Der Signal Hill ist mit einer Gedenkstätte, einem Besucherzentrum und den Wanderwegen eine der Attraktionen von St. John&#039;s. Wenn nicht gar DIE Attraktion. Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage gab es hier bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts Befestigungsanlagen. Der letzte Kampf des Siebenjährigen Krieges auf nordamerikanischem Boden wurde hier auf dem Hügel ausgetragen. Die bis dahin als &quot;The Lookout&quot; bezeichnete Anhöhe wurde vom britischen Oberst William Amherst in &quot;Signal Hill&quot; umbenannt, da von hier aus von einem Flaggenmast Signale für einlaufende Schiffe und in die Stadt gesendet wurden. Wir betreten also absolut historischen Boden. Die Sonne scheint aber es ist sehr windig. Der Atlantik leuchtet in wunderschönem Blau und wir haben von hier oben einen fantastischen Blick über die Stadt und den Hafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist der 09. September 2015, abends und wir sitzen im Flieger nach Hause. Wir haben 5 Bundesstaaten durchquert, 3 Zeitzonen überschritten und knapp 5000 km zurückgelegt. Eine wunderschöne Reise mit vielen Erlebnissen, netten Menschen, schönen Städten, wilden Tieren (Robben, Wale, Elche, Weißkopfseeadler) und ganz viel Natur ist nun zu Ende. Auf der einen Seite ist es schade, dass der Urlaub vorbei ist. Auf der anderen Seite freuen wir uns aber auch wieder auf zu Hause, auf die Familie und unsere Freunde. Und ich sehne mich nach einer großen Scheibe frischem Roggenbrot oder Dinkelbrot. Nur kein Weißbrot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Freundin Anna empfängt uns daheim mit einem leckeren Essen. Wir sollen ihr unbedingt sofort von unseren Erlebnissen berichten. Und schon höre ich wieder das Tosen der Niagara Fälle, sehe uns mit Gudrun und Grant am Lagerfeuer sitzen, fahre mit Dave über den Talon Lake, bestaune die Bibliothek im Parlamentsgebäude von Ottawa, sehe die Mink Wale im St. Lorenzstrom, steige auf den Leuchtturm von Twillingate und spüre den starken Wind, der auf Neufundland weht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Sven und mich steht fest: wir wollen auf jeden Fall noch einmal nach Kanada. Lucy spekuliert derzeit eher auf sturmfreie Bude daheim.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein großes Dankeschön an SK-Touristik; für die Beratung, Reservierung und allem, was noch dazu gehört!</description>
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                <pubDate>Thu, 06 Jun 2024 09:25:50 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/bild4.jpg.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;Das erste Mal Kanada!&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Beitrag zum Textwettbewerb 2023&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Autorin: Nicole Wachow&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das erste Mal in Kanada - drei Wochen Westkanada mit Vancouver Island im Mietwagen Juli/August 2023&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das erste Mal ist nicht ganz richtig: mein Mann war vor einigen Jahren mit der Bundeswehr in Kanada und hat damals die Prärieprovinz Manitoba etwas kennengelernt. Seitdem wollte er unbedingt nochmal hin…aber in die Rockies natürlich! Er steckte mich mit seiner Reiselust an: für Natur und Tiere in freier Wildbahn bin ich schnell zu begeistern! Zu unserem gemeinsamen runden Geburtstag sollte es losgehen- da bremste uns jedoch erst einmal Corona unerbittlich aus!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als endlich alles wieder halbwegs normal lief, begannen wir mit dem Planen. Selber organisieren oder über ein Reisebüro, vorab alles buchen oder eher nicht? Aus Zeitgründen und auch Vorsicht - schließlich waren wir Kanada-Greenhorns - nahmen wir Kontakt zu drei auf Kanadareisen spezialisierte Reisebüros auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muss sagen, alle waren sehr gut, mit freundlichen und kompetenten Mitarbeitern. Letztendlich wählten wir das SK Touristik Team aus, und haben damit alles richtig gemacht!!! Das Angebot war sehr transparent, geduldig wurden unsere Fragen beantwortet und alle Reisebausteine mit eingearbeitet, die wir unbedingt machen wollten. Es gab noch einige Empfehlungen und Tipps, die sich letztendlich allesamt als einmalig schöne Erlebnisse herausstellten. Kurz und gut, wir fühlten uns verstanden und wunderbar aufgehoben. Das „Vorfreude-Päckchen“ mit hochwertigem Rucksack in den kanadischen Farben, Karten und Reiseführer bewies noch einmal mehr, dass hier der Kunde ganz „König“ ist, leider nicht mehr selbstverständlich heute. Ein ganz herzliches Dankeschön an das gesamte Team und speziell an Frau Baum für die sehr nette Rundumbetreuung, während wir schon unterwegs waren und sich die oder andere kleine „Krise“ abzeichnete. Alles lief sehr gut!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 1 - Tag 3: Anreise Berlin-Frankfurt-Calgary und 2 Nächte Calgary&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Wir flogen mit Air Canada zum Startpunkt unserer Reise: Calgary. Der Flug war sehr entspannt und die Betreuung on Board war super. Die Übernahme des Mietwagens bei Ankunft erfolgte reibungslos, sehr freundliches Personal bei der Autovermietung. Herr Reichert von SK Touristik hatte uns überzeugt, die Route statt von Vancouver nach Calgary in entgegengesetzter Richtung zu starten. In Calgary fand dort gerade das Stampede Festival statt, die größte Rodeo-Show der Welt. O-Ton Herr Reichert: das muss man gesehen haben! Und Recht hatte er! Was da los war in den Straßen, ganz Calgary stand Kopf. Man muss wirklich kein Cowboy-Fan sein, um hier Spaß zu haben: Linedance in den Straßen, Rodeo und Paraden, kostenloses Pancake-Frühstück (zur Freude unserer 12jährigen Tochter) und Cowboyhüte, soweit das Auge reicht...Einmalig und für uns Europäer ein bisschen abgefahren! Ansonsten hat Calgary für eine Großstadt einen doch eigenen, irgendwie ländlichen Charme, wie wir fanden, und ist viel mehr als nur ein Ausgangspunkt in die Rockies. Hier hatten wir auch tatsächlich unsere erste Wildtierbeobachtung: ein Hase. (Wir sind entkommen, aber es war gaaaaanz knapp!) Bei der Abreise Richtung Banff Nationalpark unbedingt noch die Aussichtspunkte Scotsmans Hill und Crescent Heights Lookout Point besuchen, man hat einen wunderschönen Blick auf die Skyline von Calgary.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 3 - Tag 5: Weiterfahrt nach Banff (127 km/ 1,5 Stunden) und 2 Nächte im Banff Nationalpark&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Immer den Trans-Canada-Highway 1 geradeaus. Einfach Wahnsinn, diese Straßen in Kanada. In den ersten Tagen haben wir voller Begeisterung immer wieder Fotos vom Highway geschossen...Anfänger halt!!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Zwischenstopp legten wir in der Kleinstadt Canmore ein. Hier hatten wir eigentlich erst für den nächsten Tag einen Helikopter-Rundflug bei Alpine Helikopters über die Rockies gebucht, aber das Wetter war so schön und am nächsten Tag sollte es sich laut Wetterprognose etwas zuziehen. Spontan fragten wir vor Ort nach und es gab glücklicherweise eine Lücke im Terminplan: nach kurzer Wartezeit konnten wir starten. Herrliches Wetter, kein Wind (zum Glück) - ich hatte doch ganz schön Bammel, aber das war völlig unnötig. Unbeschreiblich und atemberaubend! Mehr kann man über die Aussicht, die sich für uns von oben aus dem Heli bot, wohl nicht sagen. Sicherlich, der Spaß kostet ein kleines Vermögen. Aber das war eines der Erlebnisse, das wir wohl nie vergessen werden! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansonsten ist Banff einer der am meisten besuchten Nationalparks in Kanada, natürlich mit einmalig schöner Landschaft, endlosen Wäldern und kristallklaren Seen. Da wir in der Hauptreisezeit unterwegs waren, war es überall sehr voll und gut besucht. An den touristischen Hotspots wie Lake Louise haben wir uns deswegen nur kurz aufgehalten, zum  Moraine Lake sind wir aufgrund der gesperrten Zufahrt (ich glaube wegen der übervollen Parkplätze) gar nicht erst gekommen.&lt;br /&gt;Also keine Chance, wer hier nicht im Voraus eine Unterkunft gebucht hat. Die Nationalparks kosten Eintritt, hier lohnt es sich, vorab bereits den Nationalpark-Pass (Discovery-Pass) zu erwerben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 5 - Tag  8: Weiterfahrt nach Jasper (295 km/ 3h 20min) und 3 Nächte im Jasper Nationalpark&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Die Strecke führte uns erst zunächst über den Bow Valley Parkway, dieser verläuft etwa parallel zum Trans-Canada-Highway. Hier besteht allerdings die große Chance auf Tiersichtungen am Straßenrand, wir hatten leider kein Glück. Außer ein paar Nagetieren hier und da lief uns nichts über den Weg. Unterwegs legten wir ein Stopp am Johnston Canyon ein: sehr schöne kleine Wanderung mit Wasserfällen und gut befestigten Wegen, allerdings so voll, dass man sich fürs Foto bei den Wasserfällen erst an die Warteschlange anstellen musste. Da stimmt dann wohl das Sprichwort mit dem frühen Vogel...! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es dann Richtung Jasper auf dem Parkway entlang und endlich begann der Icefields Parkway. Eine, nein, die berühmteste Panoramastraße von Kanada, auf die wir schon sehr gespannt waren. Es sind aber auch wirklich spektakuläre Aussichten, die sich hier links und rechts bieten, man schafft gar nicht, alles an einem Tag anzuschauen, wenn man gleichzeitig Strecke machen muss, um ans nächste Ziel zu kommen. Deswegen fuhren wir auch an einem der Folgetage von Jasper aus noch einmal einen Teil der Strecke zurück. Auf jeden Fall am Columbia Icefield halten und den Anblick des Athabasca Glaciers und der umliegenden Gletscher und Gipfel genießen! „Majestätisch“ trifft es wohl am besten. Ansonsten zahllose Aussichtspunkte und Sehenswertes, für den Icefields Parkway unbedingt Zeit einplanen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wanderung „Five Lakes“ im Jasper Nationalpark können wir empfehlen, Mückenschutz ist hier angeraten, sonst entspannte und einfache Wanderung, Bänke und die hübschen roten Stühle laden an den Ufern zum Verweilen ein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem stand eine Bootstour auf dem Maligne Lake auf dem Programm; die Insel Spirit Island ist eines der berühmtesten Fotomotive von Kanada, und nur mit dem Boot zu erreichen. Zum Leidwesen meines fotobegeisterten Mannes war der Himmel an dem Tag bedeckt, es würde also kein preisverdächtiges Foto werden. Der Maligne Lake ist etwa 50 km von Jasper entfernt und allein die Fahrt auf der Maligne Road dorthin sollte sich für uns als lohnend erweisen: zwei kleine Schwarzbären am Straßenrand! Wir waren ganz hin und weg! Außerdem gab es einige stattliche Wapitis zu sehen, die es sich für ihre Mittagsruhe direkt neben der Straße gemütlich gemacht hatten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 8 bis Tag 11: Weiterfahrt nach Clearwater (317 km/ 3h 30 min) und 3 Nächte im Wells Gray Provincial Park&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Jetzt hieß es Abschied nehmen von Alberta – welcome to British Columbia! Auf der Weiterfahrt Richtung Clearwater mussten die Uhren eine weitere Stunde vorgestellt werden. Also neun Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland, machte aber nichts, inzwischen hatten wir schon jegliches Zeitgefühl verloren: welches Datum, welcher Tag ist heute eigentlich? Keine Ahnung, wir waren in den kanadischen unendlichen Weiten und es war sooo schön hier!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unterwegs hielten wir natürlich am Mount Robson Nationalpark. Man hat direkt vom Yellowhead Highway einen spektakulären Blick auf den höchsten Berg der kanadischen Rocky Mountains.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Clearwater angekommen gönnten wir uns ein Essen in unserem neuen „Lieblingsstammlokal“ A&amp;W. Dann ging es weiter tiefer in den Wells Gray Provincial Park hinein. Auf der Suche nach unserem B&amp;B, das sich etwa eine halbe Stunde außerhalb von Clearwater befinden sollte, zweifelten wir an uns und unserem Navi. Es ging ab von der Straße und rein ins Dickicht. Aber die Piste führte uns schlussendlich doch ans Ziel! Die Clearwater Springs Ranch, ein traumhaftes Blockhaus am Ende der Welt, muss hier unbedingt namentlich erwähnt werden. Wir hatten ein Traum von einem Gästezimmer und die zuvorkommendsten Gastgeber, die man sich vorstellen konnte.  Jacuzzi im Garten, Kolibris rund ums Haus, der Bär im Dickicht nebenan, traumhaftes Frühstück dazu...was will man mehr? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Clearwater River hatten wir eine vierstündige Wildwasser-Rafting-Tour gebucht. Da ging es ganz schön ab, inklusive über Bord springen und schwimmen durch etwas gemäßigtere Stromschnellen, wer mochte. War cool, auch, was die Wassertemperatur anging - alle Actionfans (Mann und Tochter) hatten sehr viel Spaß! &lt;br /&gt;Meins war dann eher der Tagesausflug „Rainbow Falls Tour“: eine Bootstour über den Clearwater Lake und den Azure Lake, einfach traumhaft. Weit und breit kein Haus, keine Straße, nur unser Boot mit einer Hand voll Leute. Neben einigen Wasserfällen konnten wir Fisch- und Weißkopfseeadler beobachten. An einem einsamen Strand machten wir Halt, einen kurzer Spaziergang durch den Wald, dann noch bis zu den Rainbow Falls und wir hatten unser Reiseziel erreicht. Anschließend Pause und Picknick am Strand. Man konnte schwimmen, paddeln oder einfach nur genießen... Ein wunderschöner Tag, absolut perfekt und empfehlenswert!        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wells Gray Park ist berühmt für seine Wasserfälle, natürlich haben wir uns sehr viele davon angeschaut. Es gibt wirklich alle Varianten: spektakuläre, breite und hohe Fälle, unglaublich. Kleiner Tipp: an den Helmcken Falls direkt liegt eine Lodge, in der man sehr gut und preiswert zu Abend essen kann.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 11 bis Tag 13: Weiterfahrt nach Whistler (424 km/ 5 h 15 min) und 2 Nächte in Whistler&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Dieses Teilstück unserer Reise war wirklich relativ lang und es geht oft durch sehr abgelegenes Gebiet wieder in höheren Lagen der Rockies. Man sollte immer schauen, dass der Tank gut gefüllt ist. Unterwegs machten wir Pause an der Hat Creek Ranch. Die gepflegte Außenanlage und Ranch geben einen Einblick, wie das Leben zu Zeiten des Goldrausches hier aussah (der Gold-Rush-Trail führt hier entlang). Man kann Postkutsche fahren oder sich ein Tipi von innen anschauen. Alles wird sehr freundlich erklärt, gerade auch für Kinder wirklich schön.  Die Strecke führte uns weiter über Clinton, Lillooet und Pemberton nach Whistler. Hier hatten wir an einem Tag die Gondel Peak 2 Peak vorab gebucht, leider war der Wettergott dieses Mal nicht auf unserer Seite. Es regnete und war wolkenverhangen, leider keine Sicht auf und von den Gipfeln. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Whistler selbst herrscht reger Trubel, alles ist fußläufig erreichbar und auch wer Party machen möchte, kommt hier auf seine Kosten. Wir schauten uns deshalb lieber in Ruhe noch einmal die etwas verschlafene Kleinstadt Pemberton an, sehr schön und idyllisch (mit einem sehr gut sortiertem Liquor-Shop).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 13 bis Tag 16: Weiterfahrt zur Fähre Horseshoe Bay - Nainamo und weiter bis Ucluelet (347 km/ 6 h inkl. Fähre) und 3 Nächte in Ucluelet&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Kleiner Schock bei der Abfahrt morgens im Hotel - eine Nachricht von SK Touristik! Der Highway 4 auf Vancouver Island ist gesperrt, folglich können wir unsere Reise an die Westküste nicht fortsetzen. Puh...erst mal schlucken! Zuhause würde man einfach das Problem umfahren, das geht hier nicht. Es gibt nur diese eine Straße! Nützt ja nichts. Wir starteten zunächst Richtung Fähre und wollten abwarten, bisher war uns das Reiseglück immer hold! Und tatsächlich, nach Übersetzen und einer kleinen Stärkung in Port Albani konnten wir die Reise wie geplant fortsetzen, der Highway war soeben wieder freigegeben worden.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ucluelet ist ein kleiner ruhiger Fischerort, nicht so bekannt wie Tofino etwas weiter nördlich, aber ein sehr guter Ausgangspunkt für alle möglichen Unternehmungen an der Westküste. Wir hatten ein sehr nettes  Appartement direkt mit Blick aufs Meer und abendlichem Robben-Besuch vor der Terrasse. Der wunderschöne  Pacific Rim Park beginnt gleich nebenan. Der Rainforest-Trail ist nicht lang und macht seinem Namen alle Ehre:  Regenwaldfeeling pur! Urwald und Grün, wie man es sich nicht schöner vorstellen kann. Auf dem West-Coast-Trail hat man immer einen Blick auf den Pazifik; einfach atemberaubend schön! Tofino ist allerdings das Surfer-Mekka schlechthin. Wer sich in dieser Richtung sportlich betätigen möchte, der ist dort bestens aufgehoben. Der Long Beach in Tofino ist nicht nur lang... er scheint endlos zu sein!                          &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Highlight hier war für uns eindeutig die Bärentour mit dem Zodiac-Schlauchboot. Einfach super und absolut zu empfehlen. Auch wenn man vielleicht kein Glück mit Bärensichtungen hat, ist es auf jeden Fall ein tolles Erlebnis! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 16 bis Tag 18: Weiterfahrt nach Port Renfrew (316 km/ 4 h 30min) und 2 Nächte in Port Renfrew&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Unterwegs hielten wir am Wally Creek, einem steinigen Flussbett, in dem man schön herum klettern kann und auch mal die Füße ins Wasser halten kann. Brrrr...ganz, ganz Abgehärtete können auch ein kleines Bad nehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweiter Halt in Duncan, ganz offiziell „die Stadt der Totems“. Wer sich für die Kultur und Geschichte der First Nations interessiert, kann hier eine der größten Totempfahl-Sammlungen bestaunen. Eine Markierung auf den Gehwegen weist den Weg durch die Stadt. Sehenswert!&lt;br /&gt;In Port Renfrew angekommen erwartete uns eine der schönsten Unterkünfte unserer Reise: ein Cottage direkt am Meer mit großer Terrasse und Outdoor-Feuerstelle. So ließ es sich wirklich aushalten! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine wunderschöne Wanderung unternahmen wir im Juan de Fuca Park: bei Ebbe zum Botanical Beach. Allein der Trail dorthin ist schon grandios. Ein verschlungener Pfad durch verwunschenen Regenwald: man glaubt gar nicht, was die Natur so formen kann! Bei Ebbe gibt das Meer viele kleine natürliche Aquarien am Strand frei. Man sollte viel Zeit einplanen, um alles zu bestaunen: Seesterne, Anemonen, Muscheln und allerlei Krabbeltiere &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten mal wieder Glück: direkt vor dem Strand waren auch noch Wale aufgetaucht, ganz nah zu beobachten. Gänsehaut! Ein unvergesslicher Moment.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 18 bis Tag 19: Weiterfahrt nach Victoria (111 km/ 2 h) und 1 Nacht in Victoria&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Eine vergleichsweise sehr kurze Fahrt an der Südküste entlang. Leider hatten wir nur wenig Zeit in Victoria. Die abgesagte Whale-Watching-Tour - ursprünglich in Port Renfrew geplant - wollten wir hier nachholen. Wir hatten ab Fisherman‘s Wharf, einem knuffigen bunten Hafenviertel, eine Sunset-Tour gebucht. Es hat sich gelohnt! Es gab jede Menge Buckelwale zu erleben, Seelöwen und natürlich einen grandiosen Sonnenuntergang. Wir waren happy!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tag 19 bis Tag 22: Weiterfahrt zur Fähre Swartz Bay - Tsawwassen/ Vancouver (110 km/ 3 h inkl. Fähre) und 3 Nächte in Vancouver&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Nach der Überfahrt und Ankunft in Vancouver ging es direkt zum Airport: Mietwagen-Abgabe nach über 3000 km.  Anschließend weiter mit der Canada-Line in die City zum Hotel. In Vancouver gibt es so viel zu entdecken, das lässt sich ganz wunderbar mit der Canada-Line bewerkstelligen oder auch dem Seabus. Den haben wir natürlich ausprobiert, schon cool...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansonsten hatten wir noch einen letzten Programmpunkt, auf den wir uns besonders freuten: einen Flug mit dem Wasserflugzeug. Der absolute Wahnsinn. Da versteht man schon, warum Vancouver immer wieder zu den schönsten Städten der Welt gezählt wird!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So schnell vergingen drei Wochen, man glaubt es kaum. Der Rückflug führte uns noch einmal bei grandioser Sicht über die Rocky Mountains &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Goodbye bis zur nächsten Kanada-Reise, von der wir schon ein bisschen träumen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Autorin: Nicole Wachow&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Nova Scotias Süden 0,00 €</title>
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                <pubDate>Fri, 23 Feb 2024 09:44:35 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/ns_cs_02.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Nova Scotia und Prince Edward Island&lt;br /&gt;Weiße Flecken auf der Landkarte&lt;br /&gt;Juni 2023&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Teil 1 – Nova Scotia&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Carsten Siegel&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die kanadische Atlantikküste! Trotz vieler Kanadareisen ist diese Region noch immer ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Karte. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als sich im Juni 2023 die Gelegenheit ergab, hier auf die Reise zu gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, auf nach Frankfurt und rein in den Flieger. Nach einer Portion Pasta und einem warmen Cookie vergeht die Zeit dank der guten Filmauswahl wie im Flug. Naja, es sind ja auch nur gut 6 Stunden, bis man auf die endlosen Wälder und Seen rund um den Halifax Stanfield International Airport blickt. Halifax ist auch die erste Station meiner Reise. Als Basis dient ein tolles Zimmer im Cambridge Suites Hotel, zentral am Citadel Hill gelegen. Von hier lässt sich so gut wie alles zu Fuß erreichen: Der vier Kilometer lange Boardwalk entlang der Harbourfront, die viktorianischen Public Gardens, das Canadian Museum of Immigration at Pier 21 und Shopping-Meilen wie die Spring Garden Road. Besonders beeindruckt hat mich auf meinem ersten Rundgang der tolle Mix aus bunten Holzhäusern, prunkvollen Kolonialbauten und modernen Glasfronten. Direkt aufgefallen sind mir auch die vielen charmanten Restaurants und Pubs. Apropos Pubs, keine andere Stadt in Nordamerika kommt auf so viele Pubs pro Einwohner. Den Abend lassen wir im Old Triangle Irish Alehouse bei folkiger Live-Musik und lokalem IPA ausklingen – Tanzen und Mitsingen inklusive.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erster Morgen in Kanada. Mann, habe ich gut geschlafen. Nur 5 Stunden Zeitverschiebung machen im Vergleich zu den 9 Stunden im Westen schon einen spürbaren Unterschied. Nachdem ich mir gestern einen ersten Eindruck von Halifax verschafft habe gibt es heute eine neue Perspektive. Im &quot;Harbour Hopper&quot; mache ich eine sehr unterhaltsam kommentierte Stadtrundfahrt. Spannend wird es, als wir am Hafen ankommen. Der Sightseeing-Bus ist nämlich ein Amphibienfahrzeug aus Vietnamkriegs-Zeiten. Mit ordentlich Tempo geht es ins Wasser, dann etwas gemütlicher entlang der Harbourfront und vorbei an Georges Island. Zurück an Land erklimme ich den grünen Hügel im Zentrum der Stadt, um an einer geführten Tour durch die sternförmige Festung der Halifax Citadel teilzunehmen. Zeitreise inklusive. Studenten in Uniformen des Regiments der 78th Highlanders vermitteln einen guten Eindruck vom militärischen Alltag vor 150 Jahren. Jeden Tag pünktlich um 12 Uhr wird hier eine Kanone abgefeuert. Lohnenswert sind natürlich auch die tollen Ausblicke auf die Stadt und die Ausstellung über die Geschichte von Halifax und der Zitadelle – von der ersten Mik&#039;maq Siedlung bis heute.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am folgenden Tag steht Peggy&#039;s Cove auf dem Programm. Ein Bilderbuch-Fischerdorf und der wohl meistfotografierte Leuchtturm in Kanada! Tatsächlich fühle ich mich hier, als würde ich mich durch eine begehbare Postkarte bewegen. Kontrovers diskutiert wurde die neue Viewing Platform, die hier 2021 eröffnet wurde. Manche sahen den ursprünglichen Charme des Fischerörtchens in Gefahr, andere begrüßten den barrierefreien Zugang. Ich finde, das neue Viewing Deck und der neue Weg durch die Felsen sind schön gemacht und fügen sich hervorragend ein. Tourismus ist aus diesem Ort so oder so schon lange nicht mehr wegzudenken. Nur konsequent also, allen die Möglichkeit zu geben, sich hier gut und sicher zu bewegen. Pluspunkt dabei: Je mehr Menschen sich auf der Plattform aufhalten, desto freier ist der Blick auf das Lighthouse – zu dem man natürlich auch weiterhin über die Felsen gelangen kann. Auch der Fußgängerweg entlang der Straße durch den Ort ist für mich eine Bereicherung. Kleiner Tipp: Wer morgens vor 9 Uhr da ist, sieht Peggy&#039;s Cove im schönsten Licht und muss die Kulisse nur mit wenigen anderen Besuchern teilen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Historisch geht es danach in Lunenburg weiter. 1751 kamen hier etwa 1500 Einwanderer an, größtenteils aus Deutschland. Per Los erhielt jede Familie ein gleich großes Grundstück und die gleiche Menge Holz für den Bau eines Hauses. Die Einwanderer wurden zu erfolgreichen Fischern und Bootsbauern, und so gelangte die Stadt schnell zu Wohlstand. Ich erkunde die Stadt im Rahmen einer geführten Walking Tour. Sowohl die Struktur der von der britischen Regierung geplanten Kolonialstadt als auch der damalige Architekturstil sind bis heute perfekt erhalten. Einfache Blockhäuser wurden über die Jahre mit prunkvollen Erkern und prachtvollen Verzierungen aufgewertet und in allen denkbaren Farben gestrichen. Wahnsinnig schön! Besonders beeindruckend finde ich die &quot;Zimmermannsgothik&quot; der Kirchen. Hier werden sämtliche Elemente einer europäischen Gothik-Kirche mit Holz kopiert. Lunenburgs Status als UNESCO Weltkulturerbe ist eindeutig verdient. Empfehlen würde ich auch einen Besuch im Fisheries Museum of the Atlantic. Und eine Lobster Roll im darüber liegenden Restaurant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Ostküste Nova Scotia reise ich tags darauf an die Westküste. Genauer gesagt an die Bay of Fundy, bekannt für ihre extremen Gezeiten. Zwischen Ebbe und Flut liegen hier in der Regel 13-16 Meter – Weltrekord! Bei Ebbe erreiche ich den Burntcoat Head Park und nehme an einer geführten Tour über den Meeresboden teil. Wahnsinn, wie viel Leben sich auf den Felsen, im Watt und in den Gezeitenbecken tummelt. Unser Tourguide erklärt uns allerhand Wissenswertes über die Pflanzen, Krebse, Muscheln und Fische dieses extremen Lebensraums. Spannend wird es, als in einem der Gezeitenbecken plötzlich zwei der Muscheln anfangen aufeinander zu zu laufen, Zangen ausfahren und gegeneinander kämpfen. Die beiden Einsiedlerkrebse hatten wohl noch eine Rechnung miteinander offen. Das größte Highlight des Burntcoat Head ist aber sicherlich &quot;Flower Pot Island&quot;. Der Name erklärt sich schnell. Inmitten des Meeresgrundes wächst auf einem Fundament von terrakotta-roten Klippen ein leuchtend grüner Mischwald.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Weg entlang der Bay of Fundy führt mich durch die Grand-Pré Kulturlandschaft. Vom The Landscape of Grand Pré View Park führt ein schöner Pfad durch die Felder zur National Historic Site mit der alten Kirche. Schon 1680 nutzen französische Siedler hier das fruchtbare Ackerland. Heute ist die Region DAS Weingebiet Nova Scotias. Auf dem Weingut von Domaine de Grand Pré nehme ich an einer Verkostung teil. Vor allem die Weißweine sind wirklich spitzenmäßig! Im gemütlichen Inn kann man auch die Nacht direkt auf dem Weingut verbringen. Zum Dinner bietet sich das hauseigene Restaurant an, das Le Caveau. Ich mache es mir im herrlich grünen Außenbereich gemütlich. Die Hauptgerichte (ich hatte ein Lachsforellenfilet) sind auf hohem Niveau, die Portionen eher klein. Angesichts der großartigen Vorspeisen und Desserts ist das allerdings auch besser so. Noch ein persönlicher Tipp: Wer wie ich eigentlich lieber Bier als Wein verkostet, kommt bei der der Church Brewing Company in Wolfville auf seine Kosten. Der Name ist Programm: Die Brauerei und die dazugehörige Gastronomie befinden sich in einer restaurierten Kirche. Um direkt mehrere der 13 eigenen Biere am Zapfhahn zu probieren empfiehlt sich ein Beer Flight mit vier kleinen Probiergläsern. Mein Favorit: Das 902 East Coast IPA. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit endet leider meine Zeit in Nova Scotia, doch zum Glück geht es nicht direkt zurück zum Airport. Es stehen nämlich noch einige Tage auf Prince Edward Island auf dem Programm!</description>
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                <title>New Brunswick 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 10 May 2023 14:21:48 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/pb_image00002.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Abenteuer in New Brunswick und PEI&lt;br /&gt;Atlantic Canada at its best!&lt;br /&gt;September 2022&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Teil 1 – New Brunswick&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Henrike Lippert&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1196 Tage ohne einen Schritt auf kanadischen Boden gesetzt zu haben … 1196 lange Tage! Heute ist es endlich wieder soweit. Endlich wieder Kanada! Für mich geht es für eine Woche nach New Brunswick und Prince Edward Island!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Frankfurt geht es mit der Air Canada über Montreal nach Fredericton. Allein wieder am Frankfurter Flughafen zu stehen, dieses Gefühl in ein paar Stündchen wieder in Kanada zu sein … hach, ein wenig Gänsehaut bekomme ich da schon!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Langstreckenflug ist super angenehm.  Die Einreise klappt absolut problemlos. Dadurch, dass man seine Declaration auch über die arriveCan App ausfüllen kann, brauche ich am Border-Kiosk keine ganze Minute und schon stehe ich vorm Border Officer. Er fragt wie lange ich bleibe und sagt dann: Welcome to Canada! Enjoy your stay! Oh, das werde ich! Es ist schön, endlich wieder hier zu sein! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der anschließende Flug von Montreal nach Fredericton dauert auch nur knapp 1 1/2 Stunden. Ich lande safe and sound, mein Koffer jedoch nicht. Dem scheint es in Montreal gut gefallen zu haben. Na hoffentlich kommt der bald hinterher… immerhin habe ich schlau gepackt und Wechselklamotten für 2 Tage in meinem Handgepäck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch am Airport werde ich super nett von Flora Gassier Cintrat von Tourism New Brunswick in Empfang genommen. Sie wird uns während des New Brunswick-Teils der Tour begleiten. Ich kläre noch kurz mit der Air Canada, wann denn wohl mein Koffer hinterher kommt und dann geht es auch direkt ab auf den kurzen Weg nach Downtown Fredericton.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fahrt bis zum Hilton Garden Inn in Fredericton dauert nur knapp 15 Minuten. Kurz eingecheckt und schon steht der erste Programmpunkt an; mit Mary Ellen Hudson von Tourism Fredericton machen wir eine E–Scooter Tour entlang des St. John Rivers. Sich die frische Luft durchs Gesicht wehen zu lassen, tut nach einem langen Tag im Flugzeug unheimlich gut. Die Tour geht vorbei am Government House, der Beaverbrook Art Gallery und über eine alte Eisenbahnbrücke zur Picaroons Brewing Company. Hier entscheide ich mich für ein großes Glas Raspberry Lime Cider und genieße den super schönen aufkommenden Sonnenuntergang in einem der typischen kanadischen Redchairs. Herrlich! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da wir aber nach dem typischen „Flugzeugessen“ doch langsam Hunger bekommen, geht es mit den Scootern über die Bill Thorpe Walking Bridge zurück nach Downtown Fredericton. Dinner gibt es heute im MoCo, einem super gemütlichen italienischen Restaurant. Der perfekte Abschluss eines langen, aber aufregenden Tages. Mit den leckeren Nudeln im Magen wird es dann aber wirklich auch langsam Zeit für das langersehnte, kanadisch gemütliche Hotelbett – good night, Canada. It’s good to be back! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Breakfast at 07:20am“ - Puh, ein paar Stündchen mehr Schlaf hätten zwar auch gut getan, aber wir haben heute ja einiges auf dem Programm stehen. Let’s go! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Frühstück geht es ins Crowne Plaza Hotel, direkt auf der anderen Straßenseite. Das Buffet bietet die typischen nordamerikanischen Breakfast–Essentials: scrambled eggs, bacon, potatoes, waffles, aber auch einiges an Müsli und Früchten. Im Gespräch mit Mary Ellen und Flora erfahrene ich, dass unser gestriges Hotel tatsächlich die größte Gin-Bar der Welt hat!? Was!? Das hätte man mir ruhig mal eher sagen sollen. Das hätte ich gestern Abend doch gerne mal ausgecheckt. Ob 07:50 Uhr wohl zu früh für ein Gin-tasting ist?? Die Frage bleibt unbeantwortet… der Bus und die Bay of Fundy rufen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In südlicher Richtung fahren wir nach St. Andrews-by-the-Sea. Ein schnuckeliges kleines Fischer-Örtchen an der Bay of Fundy und quasi direkt an der Grenze zu Maine. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erster Stopp - Kings Brae Gardens. 27 Hektar Garten - ja, da fragt man sich, wieso man hier unbedingt stoppen sollte? Einfache Antwort: Hier ist es wunderschön. Ein toller Rückzugsort um den Urlaubs-Massen zu entgehen. Ob Rosen-, Obst- oder Irrgarten - hier haben sich die Gründer John und Lucinda Flemer verwirklicht. Besonders gut haben mir die Skulpturen von Künstlern aller kanadischer Provinzen und Territorien gefallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genug der (gärtlichen) Ruhe und ab aufs Wasser! Nach einem kurzen Lunch-Stop und einem kleinen Walk durch das niedliche Örtchen freue ich mich total auf unser Tages-Highlight: eine Whale-Watching Tour in der Bay of Fundy - all aboard! Mit einem flotten Katamaran geht es erst einmal eine knappe Stunden mit voller Geschwindigkeit übers Wasser - herrlich aber frisch! Jetzt könnte ich meine Jacke, die sich noch in meinem Koffer befindet, sehr gut gebrauchen. Wo der wohl gerade steckt? Laut AirTag ist er wohl schon in New Brunswick angekommen … egal! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Buckelwal wartet auf mich und es doch immer wieder ein absoluter Gänsehaut-Moment die Riesen im Wasser spielen zu sehen. Man hört ihn dank des Blaslochs zuerst. Dann ein erster kurzer „Auftaucher“, danach einer zweiter und dann folgt die große Schwanzflosse - das berührt mich doch immer wieder! Und dann ist er auch schon wieder verschwunden. Unser Boot fährt noch etwas weiter und sucht nach weiteren Walen. Zwischendurch treffen wir auf viele Minkwale, die vor unserem Boot durch das Wasser tanzen. Auch der ein oder andere Seehund steckt seinen Kopf aus dem Wasser und beobachtet uns sehr intensiv - unheimlich niedlich! Ich sehe auf der Tour noch vier weitere Buckel- und einen Finnwal. Eine absolut gelungene Tour!  Zurück auf dem Festland machen wir uns auf den Weg zu unserer heutigen Unterkunft. Untergebracht sind wir heute Nacht im Algonquin Resort. Unser Zimmer hat Charme und passt zum Äußeren des historischen Hotels. Zwar ist das Bad des Zimmer wirklich klein und auch die Bettwäsche ist wohl etwas in die Jahre gekommen, aber trotzdem fühle ich mich direkt wohl. Am meisten freue ich mich jedoch, dass an der Rezeption tatsächlich mein Koffer auf mich wartet - endlich! Schnell umgezogen und schon geht es weiter nach Ministers Island.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für einen Besuch auf der kleinen Insel muss man die Ankunfts- und Rückfahrtzeiten echt genau einhalten! Und das nicht weil es vielleicht nur wenige Fährüberfahrten gibt oder die Zufahrt anders geregelt wird. Ministers Island kann nur nur bei Ebbe über eine natürliche Schotterbank angefahren werden. Wer sich also verspätet muss entweder auf die nächste Ebbe warten oder schwimmen. Auf Ministers Island angekommen führt uns ein Guide durch das Sommerhaus von William Van Horne, dem großen Canadian Pacific Railway Eisenbahnpionier. Auch ein Dinner wartet hier auf uns. Das zweite Glas Wein lassen wir aber besser sein - nachher erwischt uns noch die steigende Flut und wir müssen hier bleiben. Da verbringe ich doch lieber eine gemütliche Nacht im Hotel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob die Nacht tatsächlich gemütlich wird, bleibt aber abzuwarten. Ich habe nämlich erfahren, dass um 21:00 Uhr eine Ghost-Tour durch das Hotel stattfindet! Da bin ich doch sofort dabei! Geführt werden wir durch Keller und verschiedene Tunnel. Das allein ist schon etwas gruselig - aber die Erzählungen von verlassenen Bräuten, die sich dann vom Balkon gestürzt haben oder verschwundenen, Ball-spielenden Kindern, die man auch heute noch auf den Gängen hört … hui, da sorgt jedes unbekannte Geräusch doch für ein wenig Gänsehaut. Da denke ich doch lieber an die nächsten Tage in New Brunswick und was ich noch so erleben werde! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem mich nachts doch kein Gespenst im Algonquin Resort geweckt hat, geht’s frisch zum Frühstück. Kaffee und Eggs Benedict - yummy!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute geht es weiter entlang der Bay of Fundy in Richtung St. John! St. John kenne ich sonst immer nur von unseren Kunden, die von Digby (Nova Scotia) nach New Brunswick, also nach St. John übersetzen und bin echt gespannt was die Stadt so zu bieten hat. Zuerst stoppen wir jedoch am Irving Nature Park. Hier treffe ich auf Marcy Barnes. Sie gehört zum Team „Envision St. John“ (Stadtvertretung) und wird uns heute den ganzen Tag begleiten. Marcy führt uns zu allererst aber einmal während eines kleines Hikes durch den Irving Nature Park inklusive Marschlandschaft und einem spektakulärem Look-Out über die Künste von St. John. Achja und unzähligen Mücken - autsch! Da freue ich mich doch ein wenig, als der zweite Programmpunkt ruft und wir einen Stopp an den Reversing Falls Rapids machen. Ein weiteres besonderes Naturschauspiel. Durch den in dieser Bucht außergewöhnlich großen Tidenhub kehrt sich die Fließrichtung des Saint John River im Mündungsbereich abhängig von den Gezeiten um. Eine felsige Schwelle im Flussbett (Upper Falls) und eine sich anschließende enge Schlucht (Lower Falls) verringern den Abflussquerschnitt und verstärken die Strömung derart, dass sowohl bei Ebbe als auch bei Flut Fließgefälle und folglich Stromschnellen entstehen, jeweils in die entgegengesetzte Richtung. Ist irgendwie schwer zu beschreiben, wahrscheinlich muss man es einfach mal gesehen haben. Es gibt hier aber auf jeden Fall auch ein kleines Info-Center und einen tollen Look-Out! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter geht es nach Downtown St. John. Untergebracht sind wir heute im Hilton. Die Zimmer und das Bad sind echt groß, die Location ist perfekt und der Ausblick auf den Hafen von St. John klasse - gefällt mir richtig gut! &lt;br /&gt;Zum Lunch geht es in St. John Ale House. Achtung Warnung - das Restaurant ist super - ABER die Portionen der Gerichte wirklich riesig! Wer hier also für ein Mittagessen vorbei kommt - teilt euch eine Malzeit! Sonst ist das sogenannte „Fress-Koma“ unausweichlich. Spaß machen aber trotzdem auch die Beer-Floats, also kleine Tabletts mit Probier-Gläsern der vielen Biere, die das Ale House vom Faß ausschenkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, dass wir direkt nach dem Lunch eine Walking-Tour durch St. John geplant haben, so können wir uns die Kalorien, zumindest teilweise, wieder ablaufen. Auf dem Gang durch Downtown St. John lernen wir viel über die Geschichte der Industrie- und Hafenstadt. Anhand der verschiedenen Bauweisen der Gebäude der Stadt, erkennt man z.B. auch heute noch die Auswirkungen des Großen Feuers von 1877, als fast die Hälfte der Stadt komplett niedergebrannt ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da es heute sehr heiß ist und wir in der Mittagssonne unterwegs sind, bin ich trotzdem ein wenig froh, als die Tour vorbei ist und ich mich für ein Stündchen auf mein bequemes Hotelbettchen werfen kann. Aber wenn man auch nur einmal kurz die Augen schließt, hat man quasi verloren und steht erst nachts wieder auf - nein, nein! Weiter geht’s! Die nächste Walking Tour ruft. Und diese ist wieder ganz nach meinem Geschmack, im wahrsten Sinne des Wortes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit „Uncorked Tours“ machen wir eine abendliche Tasting Tour. Wie der Name schon verrät, ziehen wir jetzt durch die Straßen St. Johns und probieren an drei Locations verschiedene alkoholische Getränke. Gestartet wird mit Bier - ich probiere mich durch die Craft Biere der Region. Craft Beer ist in Nordamerika ja ein riesiges Thema und diese Tasting sind schon seit ein paar Jahren auch immer wieder Teil von unseren Kanada-Trips. Ich stand dem ganzen immer etwas kritisch gegenüber, finde aber tatsächlich, dass die Biere mit der Zeit immer besser geworden sind und auch die Experimentierfreudigkeit der Brauer nachgelassen, man sich doch wieder auf die traditionelle Braukunst konzentriert - aber da gehen die Meinungen wohl stark auseinander. Für den zweiten Stop laufen wir mit unserer Guide Gilliane zu „Hopscotch“, einer chicen aber ultra gemütlichen Whisky Bar. Gilliane wird auf dem Weg dorthin immer wieder erkannt und gegrüßt, als wäre St. John ein kleines Dorf. Irgendwie macht das die Stadt super sympathisch und man freut sich noch mehr auf den gemütlichen Abend! Im „Hopscotch“ darf ich einen Bourbon, einen schottischen Whisky und einen Scotch probieren - mir schmecken alle 3, der Bourbon vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Gut, dass es sich bei allen Getränken echt nur um Probier-Größen handelt - durch St. John torkeln will ich nun auch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der letzte Stopp führt Gillian und unsere Gruppe ins „Happinez - a little bar with lots of wine“  und der Name ist echt Programm. Die kleine, urige Bar befindet sich im Souterrain eines alten Backstein-Gebäudes und wird von einem ehemaligen Holländer liebevoll geführt. Bei Käse und Brot probieren wir uns durch einen Weiss-, einen Rosé- und einen Rotwein! Meine Güte geht es uns gut! &lt;br /&gt;Zum Abschluss geht es zum Dinner ins „Italian by Night“. Marcy hat dieses Restaurant ausgewählt, weil sie hier auch gerne mit ihrer Familie und Freunden hingeht. Ich glaube, das spricht wieder für die unendliche Gastfreundschaft der Kanadier. Und es ist hier wirklich toll. Gemütlich, extrem tolles Essen, leckere Getränke, eine familiäre Atmosphäre - der absolut perfekte Abschluss zu einem tollen Tag in and around St. John - ich komme auf jeden Fall wieder!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute Morgen zeigt mir der Blick aus dem Hotelzimmer ein etwas vernebeltes St. John. Um 08:00 Uhr treffe ich mich aber direkt schon zum Frühstück mit Cheryl Ranganadhan, sie ist Director of Sales und Marketing hier im Hilton St. John und ich kenne sie schon, weil sie zuvor eine ähnliche Position im Chelsea Hotel in Toronto hatte und wir uns dort auch schon einmal getroffen haben. Viel Zeit zum Quatschen bleibt uns aber nicht, denn schon gegen kurz vor 09:00 geht es weiter!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Nebel hat sich innerhalb kürzester Zeit verzogen und die Sonne scheint schon wieder kräftig! Genau passend für unseren ersten Punkt auf der Tagesliste, dem Fundy Trail Parkway. Der Park erstreckt sich über 30km entlang der südlichen Küste New Brunswicks. Man kann die Straße durch den Park super mit dem Auto, aber auch problemlos mit dem Fahrrad, befahren. Ich sollte aber vielleicht erwähnen, dass es an einigen Stellen auch mal recht bergig sein kann. Vielleicht wäre an dieser Stelle ein E-Bike die richtige Wahl. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind heute aber mit unserem Tourbus unterwegs und werden von Beverly begleitet. Ihr Vater war einer der Mitbegründer des Parks und sie ist somit die perfekte Guide für den Vormittag. Wir stoppen entlang des Weges immer wieder an den traumhaften Look-Outs. Der Blick auf die Steilküste und die kilometerlangen Strände ist echt klasse! Ich glaube, hier könnte ich problemlos ein paar Tage mit Wandern und Relaxen verbringen – leider haben wir gar nicht genügend Zeit und so gibt uns Beverly nur einen kleinen Einblick in die Fauna und Flora des Parks und der Umgebung. Trotzdem ein absoluter Tipp für alle, die mehr Zeit in New Brunswick verbringen – es lohnt sich ungemein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir den Park wieder verlassen haben, gibt es ein kleines Sandwich-Lunch im Bus, denn wir sind auf dem Weg nach Shediac. Wir verlassen also für heute die Gegend um die Bay of Fundy, fahren vorbei an Moncton und begeben uns an die Ost-Küste von New Brunswick. &lt;br /&gt;Der nächste besondere Programmpunkt steht an: eine Lobster-Cruise! Ich weiß ehrlicherweise gar nicht so genau, ob ich mich besonders auf diesen Ausflug freue, da ich kein großer Seafood Fan bin. Das erwähne ich aber besser in Atlantik-Kanada nicht all zu laut – haha!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem typischen Fischerboot geht es ab aufs Wasser. Captain Ron erklärt der Truppe (welche heute auf dem Boot aus US-Amerikanern, südafrikanischen Touris und uns besteht), wo und wie in der Vergangenheit und auch noch heutzutage Hummer gefangen werden. Er fischt dabei auch zwei Tiere aus dem Wasser und erklärt uns die Eigenschaften dieser besonderen Meeresbewohner. Gut finde ich, dass man mittlerweile nur noch mit Lizenzen zum Hummerfischen berechtigt ist und dass die Tiere eine Mindestgröße (und somit auch ein Mindestalter) haben müssen. Wusstest ihr übrigens, dass Lobster links- oder rechtshändig mit ihren Scheren sind? Eine von beiden ist immer größer und wird dementsprechend häufiger genutzt. Captain Ron erklärt uns dann noch genau, wie man einen gekochten Lobster knackt und isst. Dabei verputzt er doch glatt einen kompletten Hummer. Ob er das wohl bei jeder Tour und somit 2-3mal am Tag macht? Na er muss Hummer ja sehr mögen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber so viel zur Theorie – jetzt sind wir dran! Jeder Teilnehmer der Cruise bekommt einen Teller mit einem kompletten Lobster serviert – oh wow! Als dieses riesige Krustentier erst einmal in Gänze vor mir liegt, habe ich doch echt noch etwas Respekt. Aber so eine Lobster Cruise macht man nicht alle Tage und ich denke mir: „Augen zu und Lobster knacken“! Das Öffnen des Tieres funktioniert, dank der lustigen Anleitung von Captain Ron, doch recht einfach. Sonst könnte ich natürlich auch noch die bereitgestellte Zange hinzunehmen. Ich probiere das Hummerfleisch – muss jedoch leider nach ein paar Bissen wieder feststellen, dass Lobster einfach nicht mein Geschmack ist. Da tut es mir echt leid um den orangenen Kerl auf meinem Teller. Immerhin finde ich in unserer Gruppe noch einige Abnehmer für das restliche Hummerfleisch. Das beruhigt mich ein wenig. Aber auch wenn ich kein Hummer-Fan bin und wohl auch in Zukunft keiner mehr werde, war die Cruise, nicht auch wegen Captain Ron, dem beginnenden Sonnenuntergang und der lustigen Atmosphäre echt ein absolutes Highlight! &lt;br /&gt;Von Shediac geht es nach der Lobster Cruise zurück nach Moncton, wo ich heute im super neuen Hyatt Place Downtown übernachten werde. Die Zimmer sind entsprechend modern, groß und jeweils mit einer Sitzecke  und Sofa ausgestattet - gefällt mir richtig gut! Zum Abschluss und auch weil ich ja nicht allzu viel vom Hummer verspeist habe, gehe ich abends noch ins Restaurant direkt neben dem Hotel. Bei Aperol und einem leckeren italienischen Abendessen lasse ich den letzten Abend in New Brunswick gemütlich ausklingen - morgen geht es weiter nach PEI! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein letztes Mal „Guten Morgen“ aus New Brunswick! &lt;br /&gt;Die Nacht im Hyatt Place war super und so geht es ausgeschlafen wieder in Richtung Bay of Fundy. Denn ich kann ja nicht in New Brunswick gewesen sein, ohne die Hopewell Rocks erkundet und gesehen zu haben! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um 09:00 Uhr treffen wir unseren Guide im Hopewell Rocks Provincial Park. Nachdem er uns ein bisschen was über den Park erzählt hat, geht es mit dem Shuttle in Richtung Küste. Man hätte den Weg auch locker laufen können, aber da wir heute auch wieder einiges auf dem Programm stehen haben, nutzen wir den Bus. Für alle Besucher des Parks steht aber auch sonst immer die Möglichkeit eines Shuttles bereit, sodass auch Ältere oder Menschen mit physischen Einschränkungen problemlos zum Bereich der Hopewell Rocks kommen können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann stehen sie plötzlich vor mir – die Hopewell Rocks! Das absolute Wahrzeichen von New Brunswick. Ich glaube, wer an die Provinz denkt, hat doch automatisch das Bild der Hopewell Rocks vor Augen, oder nicht?&lt;br /&gt;Ich habe Glück, dass heute Morgen Ebbe ist und ich die 99 Stufen bis hinunter zum Meeresboden nehmen kann. Laut unseres Guides ist die Flut zwar bereits im Gang, aber trotzdem kann ich problemlos über den leicht matschigen Boden laufen und bin komplett fasziniert, dass hier in ca. 6 Stunden das Meer über 10m über mir stehen würde - irre! An der Steilküste und den Rocks kann man sehr gut erkennen, welche Kraft die Gezeiten hier in der Bay of Fundy haben. Mit knapp 30cm pro Minute rollen die Wassermassen ein und bringen dabei jedes Mal 160 Milliarden Tonnen Meereswasser mit. Das ist so viel Masse, als wenn man das Wasser der Niagara Fälle für 1 Jahr und 9 Monate sammeln würde – holy moly! Total beeindruckt schieße ich noch ein paar Fotos und steige die 99 Stufen zum Ausgangspunkt hinauf. Ich habe mir fest vorgenommen noch einmal bei Flut wiederzukommen und mit einem Kanu die Hopewell Rocks zu umpaddeln – ich möchte unbedingt mal beides gesehen haben! Hopewell Rocks – I’ll be back, for sure!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt steht tatsächlich (leider) schon mein letzter Programmpunkt in New Brunswick auf dem Plan. Zurück in Moncton fahren wir zur Magnetic Hill Winery. Ich glaube, Tourism NB möchte uns den Abschied aus der Provinz noch einmal versüßen und lädt zum Wine-Tasting – ich freue mich! Zach Everett begrüßt uns super freundlich auf Deutsch. Er und seine Familie besitzen das Land rund um die Magnetic Hill Winery schon viele Jahre. Ursprünglich waren sie reine Erdbeer- und Himbeerbauern. Doch irgendwann waren die Umstände und Erträge aufgrund von entweder zu viel Hitze, Regen, Kälte oder Trockenheit nicht mehr genug und es brauchte eine neue Idee. Wein! Seit 2005 produzieren die Everetts nun Wein und sind damit in den letzten Jahren immer erfolgreicher geworden. Zach freut sich richtig mit uns Deutsch zu sprechen, da er einige Zeit am Kaiserstuhl in Deutschland verbracht hat und dort einiges über das Winzer-Handwerk gelernt hat. Wir spazieren gemeinsam durch den Weinberg und probieren uns durch die verschiedenen Weine – herrlich! Zum Lunch geht es in die umgebaute Scheune des Weinguts, ultra gemütlich! Mit musikalischer Untermalung ist der Abschied von New Brunswick perfekt! Mein NB-Aufenthalt hätte nicht besser enden können… &lt;br /&gt;(Hier geht’s weiter mit &lt;a href=&quot;&quot;&gt;Teil 2 des Reiseberichts&lt;/a&gt;!)</description>
                <guid isPermaLink="true">https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/New-Brunswick.html</guid>
                            </item>
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                <title>Portrait: Ben Rankin 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Portrait-Ben-Rankin.html</link>
                <pubDate>Fri, 06 Jan 2023 12:23:20 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/oh_benrankin1.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;strong&gt;Der HERR DER PISTEN&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Es braucht Leidenschaft, um diesen Job gut zu machen. Und die hat Ben Rankin, der &quot;Pistenmann&quot; von Sunshine Village. Seit 27 Jahren fährt er die Hänge rauf und runter. Mit einer mächtigen Maschine und viel kanadischer Gelassenheit.&lt;br /&gt;
Text: Ole Helmhausen  Fotos: Ole Helmhausen und Rainer Schoof&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Was machst du, wenn du hier oben vor lauter Schnee nicht die Hand vor Augen siehst? Ben Rankin zögert keine Sekunde: &quot;Wenn man 27 Jahre hier hoch und runter gefahren ist, erkennt man die Piste daran, wie sie sich anfühlt!&quot; Das ist eine erstaunliche Aussage, schaut man sich die Größe von Bens Arbeitsplatz etwas näher an. Das Sunshine Ski Resort nahe Banff ist 1350 Hektar groß und hat über 100 Abfahrten mit einer Gesamtlänge von rund 200 Kilometern. Mit Höhen zwischen 2200 und 2700 Metern ist Sunshine nicht nur Albertas höchstes Skigebiet, sondern auch extrem schneereich. Gut zehn Meter der weißen Pracht werden hier pro Saison gemessen. Wie Ben also im Schneetreiben auf einer der 200 Pistenkilometer zuverlässig seinen Standort bestimmen kann, ist mir bestenfalls schleierhaft. &lt;br /&gt;
Ich treffe den jovialen Mittfünfziger mit dem freundlichen Lächeln unterhalb der Gondelstation des Sunshine Village. Er wird bei seiner Snowcat sein, meint einer seiner Kollegen und nickt zum Fuhrpark hinüber. Dort steht in Reih und Glied geparkt ein halbes Dutzend pieksauberer Pistenraupen. Vor einer steht der Mann, der mir als echtes Original beschrieben wurde, und begrüßt mich mit einem gewinnenden &quot;Hi, I&#039;m Ben!&quot;. Alles Weitere ergibt sich von selbst. Denn wer würde nicht gern wissen, was so eine Raupe alles kann und was ein Fahrer in einem hochalpinen Skigebiet wie Sunshine schon erlebt hat. &quot;Kannst dich hinters Steuer setzen&quot;, lädt Ben mich ein, und dabei ist der Stolz auf dieses technikstarrende Monster nicht zu überhören. Mein erster Gedanke: Den ergonomisch geformten Sitz hätte ich gern in meinem VW. Der zweite: Starke Kiste. Ganz schön starke Kiste! Ben sieht die Ehrfurcht in meinem Gesicht und grinst: &quot;Ist ein Pistenbully 400W von Kässbohrer. Aus deinem Heimatland!&quot; Dann rattert er die technischen Daten herunter: 370 PS, 10.000 Kilo Gewicht, 6 Zylinder Reihenmotor mit Turbolader und 9 Liter Hubraum, 25 Liter Diesel pro Betriebsstunde, 20 km/h Höchstgeschwindigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Genug Power, um bis zu vier Tonnen Schnee den Berg hochzuschieben und die Pisten schön zu machen. Wird es dennoch zu steil, tritt das knapp 1000 Meter lange Stahlseil an der Bugseilwinde in Aktion. &quot;Das vertäue ich am nächsten Baum und seile mich dann schneefräsend ab&quot;, grinst Ben und freut sich erneut über mein beeindrucktes Gesicht. 13 Tonnen Zuglast hält das Stahlseil theoretisch aus. Vier davon kann Ben per Joystick abrufen. Doch ich frage lieber, ob ihm das Seil schon mal gerissen ist. &quot;Yep. Auf dem Goat&#039;s Eye Mountain. Ich lag in meinem Pistenbully wie ein Astronaut beim Start seiner Rakete. Klang fies. Musste aussteigen und zu Fuß zurück nach Sunshine rutschen. Kein Spaß, so kurz vor Feierabend.&quot;&lt;br /&gt;
Ein normaler Arbeitstag mit dem motorisierten, 350.000 Dollar teuren Bergsteiger beginnt für Ben und seine Kollegen um 15 Uhr mit dem Treffen bei den Bergführern von Sunshine. Wie wird das Wetter? Gibt es neue lawinenträchtige Abschnitte? Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit? Besondere Vorkommnisse? Um 16.30 Uhr geht es dann mit insgesamt zehn Pistenbullys auf die drei Berge. Über Funk bleibt man in Kontakt und koordiniert die Pistenpräparierung. Um 24 Uhr ist man wieder zurück in Sunshine – wenn alles gut geht. Ich frage Ben, ob er schon einmal eine Lawine erlebt hat? &quot;Yep&quot;, die erneut kurze Antwort. Doch dieses Mal lächelt er nicht. &quot;War komisch. Eigentlich dramatisch. Der ganze Hang bewegte sich plötzlich. Ich bin dann auf der Lawine geritten. Oder gesurft, wie du willst. Dabei musste ich schneller sein als sie, um die Kontrolle über meine Maschine zu behalten. Am Ende machte der Motor schlapp und ich musste schon wieder zu Fuß zurück.&quot; Das Grinsen kehrt zurück in Bens Gesicht: &quot;Habe ganz schön geflucht. Hatte ja nichts zu trinken mit!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zum Abschied fährt mich Ben hinab zur Talstation. Toll, das Fahrgefühl. Nichts zu hören von den 370 Pferdestärken. Ben erzählt von den Füchsen, die jede Nacht an den Pistenrändern auf ihn warten. &quot;Die wissen, dass ich mit den Vibrationen im Boden die Mäuse aufscheuche. Schlaue Kerlchen, diese Füchse.&quot;</description>
                <guid isPermaLink="true">https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Portrait-Ben-Rankin.html</guid>
                            </item>
                    <item>
                <title>Auf dem Keno Hill 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Auf-dem-Keno-Hill.html</link>
                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/raineraufkenohill-hoch.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Viel erwarte ich gar nicht, als wir im Juni 2015 die 12 Kilometer lange Sandpiste zum Gipfel des Keno Hil hochfahren. Im Gegenteil. Es ist spät. Wir haben noch nicht gegessen und so eine Serpentinenstrecke zieht sich. Hätte man es lieber lassen sollen? Nein. Auf keinen Fall!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text und Fotos: Rainer Schoof&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eigentlich schon richtig spät, aber wir halten uns an den Rat von Tracy vom Silvermoon Bunkhouse in Keno City und fahren direkt noch die 12 Kilometer hoch auf den Berg, den Keno Hill. Es ist wohl etwa 10 Uhr abends. Wir sind völlig aus der Zeit. Sehen nur, dass die Sonne noch hoch am Himmel steht. Die Locals sagen: &quot;Zur Mitternachtssonne musst Du jetzt am späten Abend hoch auf den Hill!&quot; Also fahren wir hoch. 12 Kilometer bergauf. Natürlich Schotter. Natürlich Serpentinen. Das zieht sich - aber es soll sich lohnen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Oder ist es das Ende der Welt?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ausblicke sind sensationell. Und es steigert sich - es wird immer spektakulärer! The end of the road - oder ist es das Ende der Welt? Man hat zumindest das Gefühl, dass man es von hier sehen kann. Traumhaft schön! Imposante Gebirgsketten in allen Himmelsrichtungen. Ich versuche sie zu zählen und muss aufgeben. Einfach unbeschreiblich. Die Straße ist übrigens gut befahrbar - ich denke auch für Wohnmobile. Und wir sind ganz allein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann kommen wir oben an. Oben auf dem Keno Hill. WOW! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin sprachlos. Wir sind in hochalpine Regionen hineingefahren, befinden uns oberhalb der Baumgrenze. Der Blick kann weit schweifen - allein schon über den Bergkegel, auf dem wir uns befinden. Wir sind ausgestiegen und stehen knapp unterhalb des Gipfels. Es ist wunderschön. Erhaben. Unendliche Weite um uns herum. Egal, wo man hinblickt, man sieht nichts als herrliche, weite und sattgrüne Täler und dahinter weitere Gipfel. Und das Ganze unter der immer noch so hochstehenden Mitternachtssonne, die alles in ein so schönes und umschmeichelndes Licht taucht. Man hat das Gefühl, sich in einem Gemälde zu befinden. Einfach ein wunderschöner Ort hier oben. Schon jetzt vermerkt auf der Liste meiner Lieblingsplätze. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt erstaunlich viel Platz hier oben. Man kann ein Feuer machen - brennen kann hier ja nicht viel. Ein Traumplatz zum Campen, denke ich. Ich stelle mir vor, wie ich schon bald mit einem Wohnmobil hierhin zurückkehre und genau hier oben eine Nacht unter der Mitternachtssonne verbringe. Jawohl, Gedanke abgespeichert und bereit, schon bald in die Tat umgesetzt zu werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, ich habe diese Idee wohl nicht ganz exklusiv. Doch in diesem Augenblick weiß ich noch nicht, dass sich nur wenige Tage später eine unserer von Hans-Gerhard Pfaff begleiteten Wohnmobil-Kleingruppen genau diesen Traum an diesem magischen Ort erfüllen wird. Naja, man kann nicht überall der Erste sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The end of the road.&lt;/i&gt; Ist das hier nicht vielleicht doch das Ende der Welt? Aber wenn es das Ende der Welt ist, dann ist es ein wundervolles Ende. Erhaben. Ein Stück weit der Wirklichkeit entrückt. &lt;i&gt;Ehrfurchtgebietend&lt;/i&gt;. Eigentlich würdig für ein Ende der Welt. Nun gut, ich lege mich fest: Hier oben auf dem Keno Hill ist ein ganz besonderer Ort. Mein persönliches Ende der Welt. Und ich kann nur jedem Reisenden im Nordland empfehlen, es irgendwann mal zu besuchen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
                <guid isPermaLink="true">https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Auf-dem-Keno-Hill.html</guid>
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                    <item>
                <title>Von Whitehorse nach Vancouver 0,00 €</title>
                <link>https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Von-Whitehorse-nach-Vancouver.html</link>
                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/img_2.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;b&gt;Im Spätsommer von Whitehorse über den Yukon Loop nach Vancouver&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text zum SK-Textwettbewerb 2016&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Autor: O. Thies&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Voller Neugier und großer Freude, dass die lang erwartete Reise nun endlich vor der Tür stand und wir nach drei Jahren wieder nach Kanada reisen würden, flogen wir am 21. August von Frankfurt nach Whitehorse. Schon während des Fluges begeisterten uns wunderbare Blicke auf Grönland und Kanada. Der Landeanflug entlockte dem ein oder anderen Fluggast bereits ein „Uh“ oder „Ah“. Denn auch wenn wir uns in den vergangenen Monaten intensiv mit unserem Reiseziel  - dem Yukon - beschäftigt hatten, so war das Land schon von oben viel weiter, beeindruckender und leerer als gedacht. Das wurde uns auch gleich durch das Willkommens Schild „Yukon- larger than life“ bestätigt. Wir - das sind im Übrigen Anja (50), Nathalie (20) und Olaf (52). Nach einem schnellen Einchecken im Hotel High Country Inn, vertraten wir uns nach dem langen Flug bei einem Spaziergang durch den Ort und am Yukon entlang bis zur Fischleiter noch ein wenig die Beine. Zur Belohnung aßen wir anschließend typisch kanadische Burger im Hotelrestaurant. Nach einer erholsamen Nacht und einem guten kanadischen Frühstück konnten wir bereits um 9 Uhr morgens unseren Truck Camper übernehmen. Dank Fraserway wurden wir bestens in das Fahrzeug eingewiesen und machten uns dann mit unserem neuen Zuhause auf den Weg. Nachdem wir uns im großen Canadian Superstore mit genügend Lebensmitteln für die ersten Tage eingedeckt hatten, fuhren wir los Richtung Dawson City, auf die ersten 530 km unserer 5923 km langen Reise. Sobald wir Whitehorse verlassen hatten, waren wir schon in der Wildnis Kanadas. So sahen wir am Miles Canyon den ersten Weißkopfseeadler. Über den North Klondike Highway fuhren wir weiter Richtung Norden und kauften in der Braeburn Lodge einen riesigen Cinnamon Bun, der uns erneut vor Augen führte, warum es „Yukon Larger than Life“ heißt. Weiter ging es über die Five Finger Rapids, Carmacks und Pelly Crossing bis zum Moose Creek Campground. Am nächsten Morgen starteten wir Richtung Dawson City, wo uns das Goldfieber ergriff. So versuchten wir mit Goldpfanne und Spitzhacke ausgerüstet unser Glück auf der Suche nach dem Gold des Klondikes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Aussicht auf die Landschaft vom Midnight Dome aus begeisterte uns. Den Verlauf der weiteren Route Richtung Alaska konnten wir von dort bereits erahnen. An diesem Tag aber blieben wir noch in Dawson und ließen uns von der allabendlichen Cancan Show im Diamond Tooth Gertie’s in vergangene Zeiten zurück versetzen. Während wir am nächsten Morgen im Frühnebel über die Schotterstraßen durch den Ort spazierten und einige der originellen Shops aufsuchten, in denen wir natürlich auch eine Biberfellmütze anprobieren mussten und sogar das letzte viel gepriesene Bärenspray erstanden, fühlten wir uns erneut um 100 Jahre zurückversetzt. Mit frischem Gebäck aus der Cheechakos Bäckerei ausgestattet setzten wir mit der Fähre auf die andere Seite des Yukon über, um auf dem Top of the World Highway weiter Richtung Alaska zu fahren. Auf einer absolut leeren Straße mit atemberaubenden Ausblicken und dem Eindruck grenzenloser Freiheit erreichten wir am frühen Nachmittag den Grenzübergang. Während die Straßenverhältnisse auf US-amerikanischer Seite nach wenigen Kilometern wesentlich schlechter waren als auf kanadischer Seite, blieb die Landschaft genauso beeindruckend. Nach etwa zwei weiteren Stunden Fahrt und vielen Fotopausen erreichten wir die kleine, faszinierende Chicken Community, wo sich ein Halt nicht nur wegen der Hühner, sondern auch wegen des Carrot Cakes und der originellen Betreiberin des Cafes lohnt. Nach dieser kleinen Pause fuhren wir noch eine Weile weiter, um dann auf dem West Fork Campground unser Lager aufzuschlagen. Hier sahen wir im Fluss auch das erste Wapiti unseres Urlaubs. Während wir den Abend am Lagerfeuer und Marshmallows ausklingen ließen, entdeckten wir, dass sich die Weite des Nordens nachts im Sternenhimmel wiederfinden lässt. Am nächsten Morgen mussten wir leider feststellen, dass sich das schöne Wetter vom Vortag nicht gehalten hatte. So fuhren wir zunächst nach Tok (Alaska) und entschieden uns dort einen Abstecher in die Wrangell Mountains des St. Elias Nationalparks zu machen. Dies entpuppte sich allerdings aufgrund des schlechten Wetters als nicht sehr lohnenswert. So endete unser Tag dann auf dem Deadman Lake Campground, wo wir trotz des schlechten Wetters in den Genuss eines Vortrags von Ranger Tim über die uns allen bekannten Mücken kamen. Ein Blick aus dem Fenster sagte uns in der Frühe, dass sich das Wetter über Nacht gebessert hatte. Also beeilten wir uns weiter Richtung Grenze zu fahren. Wieder zurück in Kanada wurden wir vom „Yukon - larger than life“-Schild begrüßt und fuhren weiter zum Kluane Lake. Nachdem wir uns auf dem direkt am See gelegenen Cottonwood Campground einen Platz gesichert hatten, machten wir uns auf, um den Sheep Creek Trail zu wandern. Nach einem recht steilen Anstieg wurden wir mit fantastischen Ausblicken auf den See und das umliegende Bergpanorama belohnt. Am Abend genossen wir den Sonnenuntergang während eines Spaziergangs am Ufer des Kluane Lakes. Unser erster Weg am darauf folgenden Tag führte uns nach Silver City, den Ruinen einer Silberminen Stadt, die bereits vom Wald überwuchert wurde. Weiter ging es dann nach Haines Junction, wo wir uns in der Village Bakery mit Proviant für die nächste Wanderung versorgten. Ein Stück weiter an der Haines Road Richtung Haines starteten wir dann unsere Wanderung auf dem Auriol Trail, der sehr schöne Ausblicke auf Haines und Umgebung bietet. Auf unserem Weg zum Dezadeash Lake Campground, der wegen seiner schönen Lage besonders zu empfehlen ist, konnten wir noch einige besondere Ausblicke auf z.B. den Kathleen Lake erhaschen. Den nächsten Tag begannen wir mit einer Wanderung zum St. Elias Lake, einem wirklich wunderschön gelegenen See in den Bergen. Anschließend fuhren wir weiter die Haines Road entlang - immer in der Hoffnung, dass vielleicht ein Bär am Straßenrand auftauchen könnte. Denn bei unseren Wanderungen hatten wir bezüglich Bären weniger Glück. Der nächste Stopp waren die Million Dollar Falls, welche wir nach einigem Suchen auch fanden. Leider waren sie an der Hauptstraße nicht ausgeschildert. Der Zugang ist vom gleichnamigen Campingplatz aus möglich. Der Ausblick auf die Wasserfälle belohnte dann aber schließlich für die Suche. Auf der Weiterfahrt Richtung Haines überquerten wir ein weiteres Mal die Grenze nach Alaska und fuhren wenig später durch das Bald Eagle Preserve - leider ohne Adler zu sehen. In Haines angekommen fuhren wir zunächst zum Chilkoot Lake, dies erwies sich als die richtige Entscheidung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Straße zwischen Haines und dem See sahen wir sie schließlich - drei Grizzlies beim Lachs fangen im Fluss! Und kurz darauf auch noch zwei Weißkopfseeadler! Wir konnten unser Glück kaum fassen: nach einer Woche im Yukon und Alaska endlich unsere ersten Bären! Die Nacht verbrachten wir auf dem Chilkat State Park Campground an der Mud Bay. Dieser ist wirklich sehr zu empfehlen, denn bei einem kleinen Spaziergang zum Pazifik hatten wir eine unglaubliche Aussicht auf den Fjord und die umliegenden Gletscher. Nach dem Frühstück hatten wir noch ein wenig Zeit bis unsere Fähre nach Skagway ablegte und entschieden so unser Glück nochmal im Bold Eagle Preserve. Und tatsächlich: Wir konnten einige Adler beobachten, denn am frühen Morgen kommen sie, um Fische zu fangen. Da noch immer ein wenig Zeit blieb fuhren wir nochmals zu der Stelle, an der wir am Vortag Bären gesehen hatten. Und WOW: wir beobachteten, wie eine Mutter mit zwei kleinen Bärchen aus dem Wald über die Straße lief und im Fluss Lachse fing. Die Kleinen waren noch etwas tollpatschig wenn es um das Fischen ging. Es war ein tolles Erlebnis! Auch die Fahrt mit der Fähre durch den Fjord von Haines nach Skagway war atemberaubend. Skagway selber entpuppte sich, wie vermutet, als ein vom Tourismus geprägter, aber sehenswerter Kreuzfahrt-Ort. Bei einem Spaziergang an der Küste des Pazifiks entlang hatten wir einen guten Blick auf die Gletscher und die riesigen Kreuzfahrtschiffe. Der nächste Tag war leider etwas verregnet, sodass wir auf dem South Klondike Highway Richtung Carcross zwar einige schöne Ausblicke auf die White Pass Bahn hatten, aber auf dem White Pass selber eher weniger gesehen haben. In Carcross angekommen sahen wir uns dort ein wenig um und fanden so den General Store, welcher für seine interessante Produktpalette, die von Eis über Jacken bis hin zu Goldwaschpfannen reicht, bekannt ist. Auch die Carcross Desert - die kleinste Sandwüste der Welt, ist einen Abstecher wert. Anschließend ging es für uns weiter über die Tagish Road nach Johnson’s Crossing und Teslin und schließlich bis auf einen netten Provincial Campground kurz vor Watson Lake. Am darauf folgenden Morgen haben wir dann im Sign Post Forest in Watson Lake Schilder aufgehängt. Das dazugehörige Visitor Centre stellte uns Farbe zur Verfügung und die entsprechenden Holzschilder gab es im Baumarkt gegenüber. Weiter ging es dann über den Stewart-Cassier-Highway Richtung Süden bis Dease Lake. Dort angekommen entschieden wir uns den Versuch zu wagen, die Straße nach Telegraph Creek zu fahren. Diese Straße erwies sich dann eher als Matsch- und weniger als Schotterstraße, aber wir wurden mit fantastischen Ausblicken auf den Stikine Canyon belohnt. Da es anfing zu regnen und der Matsch sich in Schmierseife verwandelte, kehrten wir nach 85km auf der 112km langen Straße um. Tags darauf fuhren wir über den Stewart-Cassier-Highhway bis zum Meziadin Lake Provincial Park. Auf dem Weg begegneten uns noch eine Schwarzbärenmutter mit zwei kleinen Bären und ein einzelner Schwarzbär. Da wir recht früh am Campground waren, hatten wir Glück einen der beliebten Plätze direkt am Ufer des Sees zu bekommen. Die Meziadin Fish Ladder ist ein echter Geheimtipp. Dort springen einem die Lachse praktisch geradezu vor die Linse. Am nächsten Morgen machten wir uns auf zu unserer letzten Grenzüberquerung nach Stewart und Hyder. Da Hyder zwar zur USA gehört, aber keinen Anschluss an anderes US-amerikanisches Staatsgebiet hat, fallen die Grenzkontrollen bei der Einreise nach Alaska weg. Bei einem Besuch der Bärenplattform mussten wir feststellen, dass es dort zwar viele tote Lachse und freundliche Ranger gab, aber es für die Bären Anfang September wohl schon etwas zu spät war. Bei der Weiterfahrt zum Salmon Glacier konnten wir schon von der Straße aus immer wieder hervorragende Ausblicke auf diesen erhaschen (besonders am Viewpoint 14!). Oben angekommen hat man eine wunderbare Aussicht auf den riesigen Gletscher. Auf der Rückfahrt nach Meziadin Junction bewunderten wir am nächsten Tag im Morgenlicht die blaue Färbung des Bear Glacier, der direkt an der Straße liegt. Anschließend fuhren wir weiter Richtung Süden und besuchten einige indianische Siedlungen mit Totempfählen, wie Kitwanga und das Ksan Historic Village in Old Hazelton. Die Nacht verbrachten wir auf einem Campground in Moricetown, der direkt über dem gleichnamigen Canyon mit Wasserfall liegt. Dort konnten wir die First Nations beim traditionellen Lachsfischen beobachten. Abends wurde dann frisch gefangener Lachs auf dem Campground angeboten. Ein echtes Highlight für Fischliebhaber.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächste Tagesetappe führte uns nach Prince George, wo wir unsere Vorräte auffrischten. Am frühen Morgen fuhren wir weiter von Prince George über den Cariboo Highway nach Barkerville, einer historischen Westernstadt. Auch hier fühlt man sich, wie schon in Dawson City, in eine andere Zeit zurückversetzt. Genauso sehenswert wie die Straßenmusik, war die Gerichtsverhandlung im alten Gericht von Richfield, zu der der Richter einlud. In der Bäckerei kann man sich schon früh am Morgen das frische Gebäck sichern und es später abholen. Eine besondere Erinnerung sind auch die Metalltassen mit eingravierten Namen, die man bei C. Strouss &amp; Co zusammen mit einer Kaffee Flatrate für den ganzen Tag erwerben kann. Zum Übernachten fuhren wir in den ganz in der Nähe liegenden der Bowron Lake Provincial Park, einem Paradies für begeisterte Kanuten mit einem Campingplatz direkt am Wasser. Da wir natürlich kein eigenes Kanu dabei hatten, liehen wir am nächsten Morgen eins an der Bowron Lake Lodge und verbrachten einige Stunden auf dem See. Hin und wieder trafen wir man auf andere Kanuten, jedoch war dies eher die Ausnahme, so dass wir die Ruhe des Sees und die Schönheit der Natur genießen konnten. Auf unserer Weiterfahrt begegnete uns dann ein Schwarzbär, der sich mit uns die Straße teilte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir entschieden uns für unsere Rückfahrt zum Cariboo Highway die Backroad zwischen Barkerville und Likely zu benutzen. Dies erwies sich als gute Entscheidung, denn auf der ganzen Strecke begegnete uns nicht ein Auto. Wer besonders mutig ist, kann die Abzweigungen zum Ghost Lake und den Upper und Lower Ghost Falls nutzen, allerdings handelt es sich dabei nur noch um Forestroads. Auch ohne diese Abzweigungen ist die Straße eine schöne Alternative und bietet einige schöne Ausblicke. Da wir es nicht mehr ganz bis Likely schafften, verbrachten wir die Nacht auf der schön gelegenen Ladies Creek Recreation Area am Cariboo Lake. Früh am nächsten Morgen fuhren wir weiter über Little Fort bis Clearwater und von dort in den Wells Grey Provincial Park. Dieser hatte uns bereits vor drei Jahren besonders gut gefallen und da wir damals nicht bis zum Clearwater Lake gefahren waren, wollten wir dies am nächsten Tag in Angriff nehmen. Zunächst hielten wir aber an einigen Wasserfällen und bezwangen die steile Straße zum Green Hill Tower, der einen weiten Blick über den ganzen Park ermöglicht. Abends genossen wir einen Burger in der Helmcken Falls Lodge, die uns schon bei unserem letzten Besuch überzeugt hatte. Am nächsten Vormittag mieteten wir dann am Clearwater Lake ein Kanu und paddelten über den stillen See mit wunderschönen Anlandungsmöglichkeiten für Picknicks. Nach einem Besuch der Clearwater Falls machten wir uns dann auf den Rückweg. An diesem Nachmittag begegneten uns noch einige Cariboos und passender Weise übernachteten wir im Cariboo Bonanza Resort. Die Inhaber dieses direkt am See gelegenen Campgrounds, Schweizer Auswanderer, freuen sich immer besonders über deutschsprachige Besucher. Am darauf folgenden Tag durften wir uns auf dem Weg nach Clinton über weitere Begegnungen mit Cariboos freuen. Für die Weiterfahrt entschieden wir uns für eine Nebenstrecke zwischen Clinton und Pavilion, die sich zum einen als sehr steil und eng, zum anderen aber auch als ausblickreich und wunderschön erwies. Man sollte nur damit rechnen, dass einem gegebenenfalls ein Holztransporter entgegen kommen kann, und man bis zur nächsten breiteren Stelle den Rückwärtsgang einlegen muss. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über Lilloet kamen wir dann schließlich nach Lytton, wo wir uns den Zusammenfluss von Thompson und Fraser River ansahen. Unser nächster Stopp war Hells Gate. Dort mussten wir feststellen, dass der einzige eigentliche Zugang die Seilbahn ist, welche leider geschlossen war. Kurz hinter Hells Gate kann man aber von einem Parkplatz aus einen Weg zum Fluss hinuntergehen, von dem aus man eine recht gute Aussicht auf das Tor zur Hölle hat. Weitaus schöner erschien uns aber die kurz darauf folgende alte Alexandra Bridge über den Fraser River. Sie bietet auch einen guten Blick auf die neue Alexandra Bridge, die man wenig später überquert. Die Nacht verbrachten wir dann im Sasquatch Provincial Park am Hicks Lake, in dem wir nur noch mit Glück einen Stellplatz bekamen. Wer hier eine Übernachtung am Wochenende plant, sollte unbedingt einen Stellplatz reservieren, da der Park auch bei Einheimischen aus Vancouver sehr beliebt ist. Auf unserem Weg nach Vancouver machten wir am nächsten Tag in Fort Langley Halt, um den Ort sowie das Fort zu besichtigen. Beides ist sehr zu empfehlen. Insbesondere das Fort selber bietet einen guten Einblick in die Geschichte der Gegend. Von dort aus waren wir dann in weniger als einer halben Stunde auf unserem letzten Campingplatz in Burnaby. Dieser war für die Reinigung des Truck Campers, welcher es nach all den Schotterstraßen, trotz zwischenzeitlichen Waschens, dringend nötig hatte, optimal. Sogar einen Staubsauger konnten wir problemlos ausleihen. Burnaby selber hat den Vorteil, dass man mit dem Skytrain in kurzer Zeit in Vancouver Downtown ist, was uns am nächsten Morgen zu Gute kam. Unseren letzten Tag verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein mit einer Radtour durch den Stanley Park, auf Granville Island und indem wir uns einfach durch diese faszinierende Stadt treiben ließen. Abends genossen wir sehr gutes indisches Essen etwas abseits des Trubels am Westbroadway im New India Buffet &amp; Restaurant. Nach 5923km und einer problemlosen Rückgabe des Truck Campers bei Fraserway deponierten wir unserer Koffer im Flughafen und nutzten nochmals den Skytrain um in die Innenstadt zu gelangen. Dort verbrachten wir noch einige entspannte Stunden. Am Abend flogen wir dann nicht nur mit einigen Souvenirs, sondern auch mit einzigartigen Erinnerungen und Bildern an unsere schöne Zeit in Kanada im Gepäck, zurück nach Deutschland. Wir sind uns alle Drei sicher, dass dies nicht unsere letzte Reise mit SK in die kanadische Wildnis war.  &lt;br /&gt;</description>
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                <title>Im Camper durch Westkanada 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 27 Jul 2023 03:02:54 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1-evenkamp-truck.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Ein Traum: Familienurlaub in Westkanada. Mit dem Wohnmobil durch die Rocky Mountains. Herrlich! Aber im Oktober? Und nur zwei Wochen? Auf die Herbstferien waren wir nun mal angewiesen. Ein Glück für uns!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Völlig egal, ob wir einen Bären sehen!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Foto unserer damals vier- und fünfjährigen Söhne auf dem Bears Hump im Waterton Lakes National Park hatten wir 2011 den zweiten Platz im SK Touristik Fotowettbewerb gewonnen. Und nun wurde es Zeit, den 500€-Reisegutschein in diesem Jahr endlich einzulösen. Mutig fiel unsere Reisezeit-Wahl auf die Herbstferien. Im September sind wir, schon in Kanada gewesen. Einmal vor neun Jahren, um dort auf Vancouver Island zu heiraten. Und dann in 2011 - mit unseren beiden Jungs und einem Wohnmobil. Beide Reisen waren wundervoll - im September. Aber Oktober?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ein langer Flug mit Umsteigen in Montréal, doch erstaunlicherweise verpackten wir die Anreise alle außerordentlich gut. Unsere Kinder (mittlerweile 7 und 8 Jahre), die zu Hause nicht besonders viel fernsehen dürfen, schwärmen jetzt noch von den Langstreckenflügen, auf denen sie vier Kinder-Kinofilme nacheinander sehen durften - das Pensum für normalerweise ein bis zwei Monate! Wohlbehalten landeten wir also in Calgary. Der Shuttle zum Best Western Hotel kam nach einem Anruf von uns sehr zügig, und im großzügigen Hotelzimmer dachten wir erst einmal nur ans Schlafen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetlag! Ab 5.30 Uhr war alles Schlafen vorbei. Um 6.30 Uhr fanden wir uns alle im hoteleigenen Schwimmbad wieder. Mein Mann Thommy und ich genossen den angenehm temperierten Pool und den Hot Tub, während die Kinder jauchzend immer und immer wieder die Rutsche herunterjagten. Das hört sich schräg an, aber wir waren hellwach und es hat wirklich Spaß gemacht und gut getan. Um 7.30 Uhr nahmen wir ein ausgezeichnetes Frühstück im Hotel zu uns, und um 8 Uhr standen wir frisch und gestärkt zur Abholung durch Fraserway bereit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den erforderlichen Papierkram erledigte die nette junge Dame von Fraserway sehr schnell mit uns, bevor wir dann in den Genuss einer sehr kompetenten Einweisung in unseren Truck Camper mit Bunk-Bed Slide-Out erhielten. Tja, und dann erst einmal alles verstauen. Aufgrund unseres Rückflugs ab Vancouver konnten die Koffer nicht bei Fraserway bleiben. Wir hatten uns deswegen faltbare Reisetaschen zugelegt. Empfehlenswert, nicht besonders teuer und echte Raumwunder!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem die Einkäufe beim Großmarkt um die Ecke und natürlich im Liquor Store erledigt waren, brachten wir unsere erste kurze Strecke hinter uns und fuhren bis nach Banff. Allein schon diese Anfahrt von Calgary Richtung Rocky Mountains rief bei uns das mittlerweile bekannte, wohlige Canada-Feeling hervor!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Tunnel Mountain II Campground nahmen wir einen Platz mit Panoramablick auf die Rockies. Das ist der Vorteil dieser Reisezeit, man kann sich die Plätze aussuchen.&lt;br /&gt;Abends fuhren wir noch einmal kurz durchs Städtchen und als wir schließlich im Sonnenuntergang unseren Slide-Out ausfuhren und es uns gemütlich machten, fiel aller Stress der letzten Wochen von uns ab. Wie wir diesen Truck Camper lieben! Endlich Erholung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Tag. Wir hatten eine grobe Vorstellung, wo es langgehen sollte. Thommy hatte Schoofs Routenbuch hoch- und runtergelesen, aber wir wollten dennoch täglich flexibel bleiben. Mein Mann ist ein großer Verfechter von Online-Weather-Forecasts, was uns diverse Male nah an den Rand der Scheidung getrieben hat. So oft wie irgendwie möglich wird in der Nähe von Restaurants, Hotels oder Tankstellen ein Hotspot gesucht und die nächste Wettervorhersage geprüft. Und zwar nicht nur für einen Ort. Nein, für alle möglichen Reiserouten und für die komplette Reisezeit! OK, zugegeben, hin und wieder hat das tatsächlich was gebracht...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf zum Stoney Squaw Trail am Mount Norquay, ein einfacher Wanderweg zu einem erhöhten Aussichtspunkt oberhalb von Banff. Der Trail wurde in irgendeinem Reiseführer gelobt und wäre bestimmt auch noch besser bei mir angekommen, wenn ich nicht schon so viele Highlights in Kanada erlebt hätte (bin sozusagen ein wenig verdorben). Es hat aber trotzdem Spaß gemacht, und ein bisschen Nervenkitzel bringt ja immer schon die Möglichkeit, irgendwo einem Bären über den Weg zu laufen. Helle Aufregung, als wir ein riesiges Büschel Bärenfell fanden. Dachten wir. Bei näherer Betrachtung handelte es sich aber um eine Art Flechte, die alle Bäume rings um uns herum überzogen hatte und dem Wald eine märchenhaft, mystische Atmosphäre verlieh. Und trotzdem klingelten wir fleißig mit unseren Glöckchen, erzählten blöde Witze und sangen. Das kann kein Bär aushalten. Zurück am Parkplatz, geriet ich in wahre Verzückung, als ich ein Reh im Wald entdeckte. Eigentlich ein klein bisschen albern. Ich habe mich noch nie in Münster so sehr über ein Reh gefreut. Aber dieses war eben ein echtes kanadisches Urlaubsreh!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend schlenderten wir durch Banff, das den Eindruck eines Bergwanderer- oder Skifahrermekkas in der absoluten Nebensaison machte. Auf dem Rückweg zum Campground stand ein gewaltiger Wapiti-Hirsch am Wegesrand und guckte fast zu uns ins Auto hinein. Genug Eindrücke für heute, Slide-Out raus und ab ins Bett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag hatten wir uns im Johnston Canyon die Lower and Upper Falls als Ziel ausgesucht. Kaum Besucher hier. Vor allem, als wir am Ende der Upper Falls einfach weiterliefen zu den Ink Pots, waren fast alle Touris abgehängt. Die Upper Falls sind etwa 30 Meter hoch und sehr beeindruckend. Der Weg zu den Wasserfällen war noch recht einfach, doch der Weg zu den Ink Pots führt durch tiefen, nur teilweise durch Lichtstrahlen beschienenen Wald, irgendwie märchenhaft und unwirklich. Doch die besondere Atmosphäre konnte unsere Brut nicht beeindrucken: &quot;Wie lange noch?&quot; Wir haben alles gegeben. Bonbons, blöde Lieder, Reime, das ganze Repertoire, aber es half alles nichts. Erst als wir endlich an den Ink Pots ankamen, die ich mir als kleine dunkle Wasserlöcher vorgestellt hatte, war es selbst für unsere mittlerweile wirklich schlecht gelaunten Kinder eine echte Offenbarung. Ich bin sicher, sie werden als Erfahrung abspeichern, dass sich lange Wege eben doch lohnen können! Man tritt am Ende des Weges aus dem Wald auf ein sonnenüberflutetes Hochgebirgsplateau und hat plötzlich ein wundervolles Panorama vor sich, mehrere blaugrüne malerische Teiche, aus denen Blasen aufsteigen, dahinter eine wenig bewachsene, aber im Herbst in bunten Farben glühende Ebene, durch die ein wilder Fluss fließt. So schön und wir waren hier die Einzigen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag dann weiter durch den Kootenay National Park und über Radium Hot Springs, Invermere und Canal Flats (ich könnte Romane schreiben, wenn ich an die ganzen Aussichten beim Fahren denke!) zum Whiteswan Lake Provincial Park. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einem besonders beeindruckenden Aussichtspunkt  kamen wir mit einer Kanadierin ins Gespräch, die uns warnte, dass im Moment besonders viele Bären und Pumas unterwegs seien. &quot;Keep your feet inside the RV&quot;, waren ihre Worte und mir wurde ein wenig mulmig. Aber natürlich verspürte ich auch Aufregung und Vorfreude - wir wollten ja Bären sehen! Unterwegs am Straßenrand noch ein großer Coyote - oder war es ein Wolf?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz hinter Canal Flats zweigt die Schotterpiste in den Whiteswan Lake Park ab. Das letzte Stück hatte uns ganz schön durchgeschüttelt, aber für Thommy ist kein Kanada-Urlaub komplett, wenn uns nicht irgendeine Gravel Road ins Nirgendwo führt. Im Park angekommen, hatten wir Glück. Der erste Campground, der in Schoofs Reiseführer gelobt wird, war wider Erwarten noch offen. Genau, wie es im Routenbuch stand. Auf Aussagen zu Öffnungszeiten kann man sich nicht unbedingt verlassen.&lt;br /&gt;Und der Campground war wirklich super, wir waren bis auf einen Mitcamper allein und hatten einen tollen Sonnenuntergang mit traumhaftem Panorama! Zu allem Überfluss kamen dann tatsächlich am Abend  - wie in Schoofs Buch beschrieben - eine Elchmutter mit ihrem Kalb aus dem Wald und grasten am Seeufer. Unbeschreiblich! Nachdem die Elche wieder fort in den Wald waren, machten wir ein Lagerfeuer und kümmerten uns um unser eigenes Essen -?gegrillter Fisch. Lecker!&lt;br /&gt;Morgendämmerung. In aller Früh schlichen wir uns wieder an den See hinunter. Die Kinder schliefen noch. &quot;Unsere&quot; Elche waren schon wieder da. Ein beeindruckendes Schauspiel! Nach dem Frühstück dann weiter zum Home Basin Campground, dem letzten Campground am Ende des Whiteswan Lake -?das ist der See hinter dem Alces Lake. Erstaunlicherweise waren hier dann doch noch ein paar Kanadier da, um die sonnigen Tage hier oben zu genießen. Abends und morgens am See waren wir aber immer die einzigen und hatten somit immer das Gefühl herrlicher Ruhe und Abgeschiedenheit, ohne jedoch wirklich einsam zu sein. Dieser Ort bleibt mir mit malerischen Indian-Summer-Farben und einer sich im stillen Grün-Blau des Sees spiegelnden Bergkette in Erinnerung.?An so einem Panorama kann man sich nicht satt sehen! &lt;br /&gt;Nach einem letzten Frühstück unten am See fuhren wir den Slide-Out ein und schaukelten die Gravel Road zurück, Richtung Lake Louise. Aber vorher noch ein spektakulärer Zwischenstopp an den Lussier Hot Springs. Nach viel Überredungskunst legten sich sogar die Kinder in die warmen bis heißen natürlichen Becken (&quot;ihhh, das stinkt nach Pups&quot;) am Rande des eiskalten Flusses. Entspannung pur! Das muss man mal gemacht haben. Zusammen mit der Abkühlung im eiskalten Flusswasser. Um den Schwefelgeruch abzuwaschen und für die notwenige Frische für die Weiterfahrt. Ich würde künstlich angelegte Bäder diesem Naturerlebnis niemals vorziehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Morgenstart auf dem Lake Louise RV Campground. Auf zum Consolation Lakes Trail am Moraine Lake. Aber erst ein Stop am Lake Louise. Dort waren wir ja schon zweimal. Beide Male hatten wir die Massen an Touristen als eher abschreckend empfunden und die Flucht ergriffen. Diesmal aber staunten wir, dass wir der zweite Wagen auf dem RV-Parkplatz waren. Schnell zum See runter - und dann einfach weiter. So eine Gelegenheit! Den See einmal fast für sich allein zu haben! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende des Sees entschieden wir uns dann spontan, den Plain of Six Glaciers Trail zu machen. Ein unglaublicher Aufstieg! Die Kinder hatten Abenteuer-Feeling pur, keine Spur von Langeweile oder Gequengel, und die Aussicht war einfach atemberaubend. Nie im Leben hätte ich gedacht, was für ein unfassbarer Ausblick sich uns am Ende bieten würde. Wir haben auch am Teehaus nicht halt gemacht, sondern sind bis zum Endpunkt über einen schmalen Schottergrad gelaufen. Kurz vor dem Etappenziel brach mit einem lauten Knall und Grollen noch ein Stück vom Gletscher ab, die Lawine hörte man sicherlich bis unten ins Tal. Ein echtes Naturschauspiel. Ich hätte bei einem so bekannten Trail befürchtet, dass der Weg bei einer angelegten Aussichtsplattform endet und nicht mitten in so wilder Natur und unberührter Schönheit. Aber viele Touris gehen eben nicht bis ganz rauf, sondern bleiben unten am See hängen oder schaffen es gerade mal bis zum Teehaus. Es lohnt sich, weiter zu laufen! Auf dem Rückweg nahmen wir den kleinen Umweg Richtung Lake Agnes, am Mirror Lake entlang. Sehr schön und immer wieder tolle Blicke auf den Lake Louise. So ein tiefes Türkisblau kannte ich bisher nur vom Peyto Lake.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das komische Fiepen unterwegs kommt übrigens von den Pikas, die hier oben leben. Ich habe einen von den kleinen Burschen (bei uns auch Pfeifhasen genannt) einige Zeit beobachtet. Sie sind sehr süß und scheu und sehen ein bisschen aus wie Meerschweinchen. Viel Freude haben uns - vor allem den Kindern - auch die Streifenhörnchen und die Meisenhäher am Teehaus gemacht. Die hatten es definitiv auf unser Brot abgesehen und waren außerordentlich dreist! Die Meisenhäher, wunderschöne Vögel, sind den Kanadiern als Grey Jack bzw. - sehr treffend - auch als Camp Robber bekannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber Bären? Gut, es hat mich nicht wirklich gewundert, dass die Bären nicht direkt am Lake Louise Hotel oder oben am eiskalten Gletscher auf uns gewartet haben. Und selbst wenn sich ein verrückter Bär eventuell zum Mirror Lake verirrt hätte, so wäre er sicherlich getürmt, wenn er uns wie die Kesselflicker darüber hätte streiten hören, ob wir nicht doch noch den Schlenker zum Lake Agnes hoch hätten machen sollen...&lt;br /&gt;   &lt;br /&gt;Am nächsten Morgen schliefen wir lange. Man muss ja sagen, dass so ein Truck Camper echt kuschelig ist und es nichts Schöneres gibt, als morgens dick eingemummelt in die warmen Decken mit seiner Familie im Arm aus den Slide-Out Fenstern zu schauen. Später machten wir uns dann auf zum Moraine Lake, um nun heute den Consolation Lakes Trail zu begehen. Erst noch schnell zum See, denn der ist immer wieder ein Foto wert! Dann kurz vorm See nach links auf unseren heutigen Trail, den man aufgrund der Bärendichte mit mindestens vier Personen gehen muss. Sonst droht sogar eine Strafzahlung. Na, wenn das keine aussichtsreiche Drohung für uns ist!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir waren als Familie ja bereits zu viert, und ausgerüstet mit viel Mut, Vorfreude und unserem Bärenspray marschierten wir los. Thommy schlug fleißig alle paar Meter mit einem Stock gegen einen Baum und hatte das Bärenspray in Griffweite, und die Kinder hatten heute ihre Wanderglöckchen um. Als ob die nicht schon ohne Verstärker laut genug gewesen wären! Der Weg führte erst über Geröll und Felsbrocken und dann durch den Wald. Ich fühlte mich zwischen Farnen, Moosen und Tannengeflechten wie in einem Fantasyfilm und hätte mich nicht gewundert, wenn Orks oder Trolle um die Ecke gebogen wären. Jedenfalls auch nicht mehr als über einen Bären. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich leichter Schneefall. Aber ganz feiner und trockener Schnee, der die Atmosphäre irgendwie vollkommen machte. Wenn es nach den Kindern gegangen wäre, hätte ruhig noch mehr runterkommen können. Am Ende des Wanderwegs bot sich uns wieder eine Wahnsinnsaussicht. Wir kletterten auf die riesigen Felsbrocken (manche so groß wie unser Truck Camper) am Rande des Sees und genossen den Blick auf den Consolation Lake und die gletscherbedeckten Berge. Wir waren allein hier oben und die absolute Stille war körperlich zu spüren. Ja, wir haben unsere Kinder gezwungen, mal kurz die Klappe zu halten, um zu bemerken, dass man hier nichts hört. Gar nichts. Atemberaubend, diese Natur! Aber wieder keine Bären. Ob Bärenspray eine Touristenerfindung ist?&lt;br /&gt;Dann der Tag der Tage. Laut Thommy und seinen unermüdlichen Versuchen, das Wetter genau vorherzusehen, gab es Grund zur Hoffnung auf weite Sicht. Und damit die Freigabe, den traumhaften Icefields Parkway hochzufahren! Tatsächlich war die Landschaft, die an uns vorbeizog, unfassbar schön. Natürlich hielten wir an vielen tollen Aussichtspunkten. Und natürlich wieder einmal am Athabasca-Gletscher, wo wir uns vornahmen, die Bilder aus den vorherigen Urlauben mit den jetzigen zu vergleichen. Traurig, wie weit sich der Gletscher in den letzten 100 Jahren zurückgezogen hat.&lt;br /&gt;	&lt;br /&gt;Unterwegs sah Thommy am Straßenrand zwei Ranger mit Fernrohren. Wir hielten an und gesellten uns zu ihnen. Sie erklärten uns, dass in der steilen, sonnigen Felswand eine 15 Tiere starke Herde der seltenen und scheuen Mountain Goats grasen würde. Die Steile der Felsen würde ihnen Schutz vor Raubtieren bieten und dieser Hang sei bekannt für ihr Vorkommen. Mountain Goats hatten wir noch nie gesehen und es war beeindruckend, die schneeweißen Tiere zu beobachten. Unsere Fahrt führte uns heute noch an vielen Naturspektakeln vorbei, exemplarisch seien die majestätischen Athabasca Falls genannt, die regelrecht zum Aussteigen und Fotografieren zwingen! Unser Tagesziel war der noch geöffnete Whistlers Campground bei Jasper. Wir waren durchaus überrascht, auf diesem riesigen Campground (fast 800 Plätze) einen der letzten Stellplätze mit Strom zu ergattern. Siehe da, es war Thanksgiving, und wir hatten es gar nicht bemerkt! Hunderte von Kanadiern waren unterwegs und wollten ihr Wochenende mit uns in der Natur verbringen. Heute gab es bei uns keinen Truthahn, sondern wieder Nudeln zum Abendessen, diesmal im Camper ohne Lagerfeuer. Die ungemütlich kühle Feuchte hielt uns von einem Outdoor-Abend ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Versöhnt wurden wir jedoch durch das Wildlife. Als wir auf den Campground fuhren, entdeckten wir an Rande einer Lichtung eine Herde Wapitis mit einem Bullen mit mächtigem Geweih. Später gesellte sich noch ein konkurrierender Bulle auf Distanz hinzu. Zu einem Kampf mit krachenden Hirschgeweihen kam es nicht, aber es war faszinierend, diese Situation zu beobachten.&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen Umzug auf den benachbarten Wapiti Campground. Der Whistlers schließt heute seine Pforten für die Saison. Hier gibt es sehr schöne Plätze mit Feuerstellen einsam im Wald, aber ohne Strom. Die mit Strom gefielen uns nicht und so wählten wir einen &quot;Offline-Platz&quot; im Wald. Wunderschön und abseits gelegen, am Hügel, mit Blick auf den Fluss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute machten wir eine Tour zum Medicine und Maligne Lake, fühlten uns jedoch nicht frisch genug, um längere Wandertouren um die Seen zu machen. Das Wetter spielte auch nicht richtig mit, es windete sehr. So fuhren wir, kleine Spaziergänge eingeschlossen, einfach die tolle Strecke ab, immer mit dem Blick auf Seeufer, Dickicht und Bäume gerichtet und auf der Suche nach Wildlife.&lt;br /&gt;Bis auf frische Spuren von Kariboos auf dem ausgetrockneten Medicine Lake und einer Herde Bighorn Sheep am Wegesrand trafen wir jedoch keine kanadischen Vierbeiner. Dafür absolut unvernünftige fotogeile Japaner, die sich mitten unter die Dickhornschafe mischten (Streichelzoo-Abstand), um Selfies von sich zu machen. Leider wurde keiner von Ihnen auf die Hörner genommen…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag hatten wir auf unserer Fahrt in Richtung Wells Gray Park leider nur manchmal gute Sicht. Gelegentlich fielen auch ein paar Regentropfen. Der Mount Robson, der sich uns auch in den früheren Urlauben schon nicht zeigen wollte, spielte auch dieses Mal wieder Verstecken. Immer wenn es so aussah, als würde es aufklaren, kamen plötzlich doch neue Wolken und verdeckten Teile des imposanten Berges. Aber, Mount Robson, irgendwann kriegen wir dich! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade noch rechtzeitig kamen wir am Eingang des Wells Gray Provincial Park an, um die sehr hilfsbereite Dame an der Touristeninformation noch ausfragen zu können. Bären? Klar, die sind hier unterwegs, aber kein Grund zur Sorge, die hauen sich gerade vorm Winterschlaf so richtig den Bauch voll und denken nur ans Essen. Überhaupt sind alle Bären im Wells Gray Park echt nette Kerle! Wir wollten es nun echt mal drauf ankommen lassen und fuhren bis auf den allerletzten Stellplatz auf dem Clearwater Lake Campground, auf dem wir tatsächlich die einzigen Besucher waren. Es war schon fast dunkel, als wir ankamen, wir konnten im Dämmerlicht noch den See und die Osprey Falls dahinter erahnen. Natur pur. Wundervolles Plätzchen. Aber Bären? Ha! Wir waren mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass wir Kanadatouristen einer groß angelegten Werbekampagne auf den Leim gegangen sind! Was für ein genialer Schachzug, überall in Riesenlettern vor den Bären zu warnen und überall diese tricky Mülleimer aufzustellen, damit der willfährige Tourist glaubt, die Bestien würden hinter jeder Ecke lauern. Nur damit über diesem bezaubernden Märchenwald ein Hauch ungezähmter Wildnis und Abenteuer liegt. Alles Marketing! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten heute keine Lust auf eine lange Wanderung, machten uns also auf den Weg auf den relativ übersichtlichen Lakeshore Trail. Nachdem wir wieder zurück am Truck Camper waren, nahmen wir ein ausgiebiges zweites Frühstück ein und fuhren wieder aus dem Park raus, diesmal mit Zwischenstopps an jedem schönen Aussichtspunkt, unter anderem den überaus beeindruckenden Helmcken Falls, mit 141 m die vierthöchsten Wasserfälle Kanadas! Am Abend bezogen wir unweit des Parkausgangs unser Lager auf dem North Thompson River Campground - &quot;No Service - but still open&quot;. Hier machten wir wohl das größte Lagerfeuer unseres ganzen Urlaubs und hatten eine schöne lange Nacht mit unseren Kindern am Feuer. Solche Familienabende mit Lagerfeuer-Unterhaltungen sind toll. Vor allem die Kinder genießen es, mal einen ganzen Abend mit den Eltern am Feuer auf zu bleiben und sich über Gott und die Welt zu unterhalten. Wann macht man sowas schon im Berufs- und Schulalltag in der Heimat? Allein schon ein echter Grund für eine Familienreise nach Kanada, finde ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tags darauf fuhren wir zu einem weiteren Tipp aus Schoofs Buch, dem Kilby Beach Park, nicht allzu weit entfernt von Harrison Hot Springs. Und auch diesmal staunten wir nicht schlecht, als wir am Seeufer die im Buch beschriebenen Weißkopfseeadler bewundern konnten. Wir waren die letzten, die einen Platz auf dem kleinen Campground an der Flußbiegung des Harrison River ergatterten. Als wir den netten Kanadier neben uns ansprachen, erklärte er uns, dass aufgrund des Höhepunkts der Lachswanderung gerade jetzt viele Angler hier am Fluss seien. Die wären abends auch dem Alkohol zugetan und würden auch mal etwas lauter. Ok, das fanden wir im ersten Moment nicht so super, aber die Jungs um uns herum waren eigentlich alle gut drauf, und außer dass ein Typ zwei RVs weiter offensichtlich keine Ahnung davon hatte, wie man Holz hackt, und es so aussah, als würde er mit aller Macht versuchen, den Metallkranz der Feuerstelle zu zerstören, war eigentlich alles ganz erträglich. Und so beobachteten wir mit dem Fernglas weiter die Seeadler. Thommy schloss nebenan bei den Kanadiern neue Freundschaften und wurde direkt auf ein Bier eingeladen. Zum Dinner machten wir uns riesige Burger mit Salat. Eigentlich ein perfekter kanadischer Abend. Und Bären? Nein, die wurden sicherlich von den riesigen Adlern hinfortgetragen und am Flussufer verspeist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen Regen auf dem Camperdach. Wir wurden wach mit dem irritierenden Gefühl, dass eventuell etwas schief gelaufen sein könnte. Unsere zwei Wochen Kanadaurlaub kamen uns vor wie mindestens ein ganzer Monat. Wir fühlten uns außerhalb von Raum und Zeit und waren echt nicht mehr sicher, dass es wirklich Freitag und nicht eventuell schon Samstag war. Nachdem wir ohne Erfolg eine Weile diskutiert hatten und uns lediglich einig darüber waren, dass wir es nicht darauf ankommen lassen konnten, den Flieger zu verpassen, beschloss ich, beim Angler nebenan nachzufragen. Nicht nach der Uhrzeit, sondern nach dem Tag. Ein bisschen peinlich. Doch er nahm es mit Humor. Und es war wirklich erst Freitag. Ich entspannte und wir kamen ins Gespräch. Unter anderem erzählte ich, dass uns die Neugier auf die Weißkopfseeadler zum Kilby Beach geführt habe. Er erklärte, dass - ungewöhnlich für diese Jahreszeit - noch recht wenige tote Lachse am Strand herumliegen würde, aber in ungefähr zwei Wochen würde es vor Adlern nur so wimmeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas später, nachdem wir gefrühstückt und fast alles verstaut hatten, klopfte der nette Nachbar und fragte, ob wir Lust hätten, mit ihm im Boot auf den Fluss hinaus zu fahren. Adler aus nächster Nähe bewundern? Na klar! Die Bootsfahrt war ein echtes Vergnügen.?Die Kinder hatten riesigen Spaß, und wir kamen ziemlich nah an die Adler heran. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder so viele Adler an einem Fleck sehen werde. Wahnsinn!  &lt;br /&gt;Nachdem wir uns bei dem super-netten Kanadier mit vielen Worten und dem Freimachen unseres Campgrounds für seinen nachkommenden Sohn bedankt hatten, nahmen wir Fahrt auf zu unserem letzten Stopp, Harrison Hot Springs. Wir nahmen hier einen Campground direkt  neben dem Bad, packten unsere Sachen und gingen mit den Kindern noch einmal schwimmen. Für den ersten richtig verregneten Tag und unseren letzten Pack- und Urlaubstag eine gut Idee, aber den Public Pool in Harrison Hot Springs kann ich nicht wirklich als Highlight empfehlen. Dennoch war’s entspannend und schön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fahrt von Harrison Hot Springs zur Fraserway-Station bei Vancouver vollzog sich zügig und die Rückgabe des Truck Campers gestaltete sich unkompliziert. Der Rückflug war kürzer als der Hinflug (Rückenwind!) und dennoch hatte ich Zeit, die Reise revue passieren zu lassen. Haben wir es die Reisezeit oder die Kürze der Herbstferien bereut? Nein, Blödsinn, Kanada ist IMMER eine Reise wert, es ist Urlaub für Körper und Seele. Und obwohl es uns ein bisschen gewurmt hat, dass die Bären und wir diesmal getrennte Wege gegangen sind, so ist Kanada auch ohne Bären einfach nur fantastisch! &lt;br /&gt;Ok, ich verrate jetzt etwas. Wir haben inzwischen auf dem Kanadatag von SK Touristik den Workshop Tierbeobachtung besucht. Thema: &quot;Wale und… - genau! - Bären!&quot; Außerdem werden wir unsere nächste Reise in punkto Zeit und Ort um diese Fabelwesen herum planen.?Wir werden dort sein, wo der Lachs dem Bären vor dem Ablaichen quasi direkt ins Maul springt. Und es wird uns trotzdem völlig egal sein, ob wir einen Bären sehen oder nicht. Aber für alle Fälle werde ich den Fotoapparat in der Hand halten. Man weiß ja nie...</description>
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                <title>Im Kanu auf dem Yukon River 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 13 Feb 2020 03:00:22 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/rsf_yukonriver_4.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Es ist die Zeit der Sommersonnenwende. Die Zeit der langen, warmen Tage. Des Tageslichts rund um die Uhr. Die Zeit, in der die Tiere Junge führen und sich im Fluss unzählige Fische tummeln. Es ist die Zeit, in der die Natur des Nordlandes erstrahlt. Eine Zeit, die geradezu ideal für unser Vorhaben ist. Die perfekte Woche auf dem Yukon River erleben. Intensiv. Und ohne Kompromisse.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nacht war kurz. Die Pubs in Whitehorse zu einladend. Das Yukon Gold einfach zu süffig. &lt;br /&gt;Aber gleich geht es los. Zu zweit wollen mein Kollege Markus Knüpp und ich ab heute im Kanu den Yukon River unsicher machen. Wir haben uns etwas Besonderes vorgenommen: Wir testen &quot;mein&quot; Yukon-River-Package. Lange habe ich recherchiert, bin viele Kunden-Feedbacks durchgegangen. Ja, der Yukon muss ein Traum für Outdoor-Enthusiasten sein. Aber immer wieder auch negative Töne. Von &quot;zu lang&quot; und &quot;teilweise unspektakulär&quot; bis hin zu &quot;langweilig&quot; und &quot;zu breit&quot;. Einzelne Flusspassagen werden offenbar unterschiedlich bewertet. Es gilt also, die Rosine zu finden und herauszupicken. Nun, gefunden habe ich sie. Glaube ich. Aber das würde ich mir gern beweisen. Unser Ziel ist also der &quot;Rosinenbeweis&quot;. Unser Weg führt im Kanu über den Yukon River. Über Wildnisgenuss pur. Und über möglichst wenig Kompromisse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Whitehorse - The Adventure Hub&quot; - ich sollte mir diesen Slogan wirklich schützen lassen. Aber es stimmt einfach: Gerade noch im Hotel und am Vortag erst von einer völlig anderen Wildniswoche zurückgekehrt, stehen wir binnen weniger Minuten an einer der Floatplane Bases am Schwatka Lake. Gerd von Alpine Aviation heißt uns willkommen. Der Buschpilot hüllt gerade unser Kanu in eine Transportplane, bevor es an einem der Floats des Wasserflugzeugs festgezurrt wird. Wir laden unser Gepäck ein. Und dann geht es auch schon los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Viel Zeit haben und die perfekte Woche erleben. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wetter ist super. Der Start mit dem Wasserflugzeug spektakulär! Eine Schleife über Whitehorse und dann über den Yukon River. Nur kurz, denn dann speist der Fluss den herrlich zu uns hinaufschimmernden Lake Laberge. Kein Zivilisationszeichen mehr. Binnen weniger Minuten ist man in der Wildnis. Den Lake Laberge durchpaddeln? Klar, machen die meisten. Doch genau das wollen wir nicht. Zwar ist es ein wunderschöner See, aber als langes, stehendes Gewässer bis zum Wiederaustritt des Yukon River auch zeitraubend. Und windanfällig. Ein zu großes Risiko für uns, denn wir wollen auf dem Yukon River viel Zeit haben und die perfekte Woche erleben. Also fliegen wir. Mit dem Kanu huckepack direkt zum Austritt des Yukon aus dem Lake Laberge. Gerade einmal zwanzig Minuten nach dem Start landen wir genau an dieser Stelle. Klasse! Dieser Teil des Plans ist schon mal aufgegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Kein Mensch weit und breit&lt;/i&gt;. Irgendwie ein komisches Gefühl. Aber ein gutes Gefühl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar, die Wildnis und ihre Einsamkeit beeindrucken, aber es überwiegt die Vorfreude. Mich überkommt ein regelrechter Drang, jetzt endlich loszupaddeln. Rauf auf den Fluss. Hinein in die Wildnis! Markus geht es genauso. Schnell haben wir das Wasserflugzeug entladen. Gerd schmunzelt über unsere Biervorräte, die uns selbst gar nicht so üppig vorkommen. Dennoch schenken wir ihm ein Case unseres guten Molson Canadian. Als Dankeschön für den tollen Flug und die Punktlandung an unserer Wunschstelle. Und dann wünscht uns Gerd viel Spaß auf dem Fluss und springt ins Flugzeug. Aber der Motor startet nicht. Nicht beim ersten Mal. Nicht beim zweiten Mal. Und nicht beim dritten Mal. &quot;Maximal noch einmal - dann ist die Batterie platt!&quot; hören wir Gerd fluchen. Doch der letzte Versuch sitzt. Langsam tuckert er den Fluss hinunter, um dann gegen die Strömung zu starten. Markus sitzt neben dem Kanu und blickt dem Flieger hinterher. Jetzt gibt es nur noch uns beide, das Kanu und den Fluss. Aber genauso wollten wir es ja. Das Boot ist superschnell gepackt. Schon früher haben wir beide Kanutouren in Westkanada geführt - da weiß man genau, wo am besten welche Kisten und Gewichte zu verstauen sind. Und das Finetuning macht man erst am zweiten Tag, wenn man gesehen hat, wie die Lage des Kanus im Wasser noch optimiert werden kann. Ist wie Fahrradfahren - so etwas verlernt man nicht. Es geht los. Super Wetter. Kristallklares Flusswasser und Stille. Wir sind euphorisch. Es ist so schön, wieder im Kanu auf dem Fluss zu sein. Der Yukon hat eine perfekte Fließgeschwindigkeit. Man kommt gut voran, wenn man will und paddelt. Aber auch, wenn man gar nichts tut, ziehen die Kilometer an einem vorbei. Für heute Abend haben wir ein &quot;Sicherheits-Steak&quot; dabei, würden aber lieber Fisch essen. Also beide Angeln raus, aber es tut sich nichts. Ich peile einen Geröllhang an. Geröll und Steine im Wasser sorgen für besonders klares Wasser, was die Forellen lieben. Also kurz angelandet und es dauert keine fünf Minuten, da zappelt es an der Leine. Dann nochmal. Und nochmal. Unser Fisch-Dinner steht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir paddeln weiter und meistern das erste etwas bewegtere Wasser. Nichts Bedrohliches - nur so, dass man ein bisschen aufpassen muss und es eigentlich richtig Spaß macht. Oops - und da zappelt es auch schon wieder an der Angelleine! Jetzt klappt&#039;s auch aus dem Kanu heraus. Es ist heiß geworden. Der Fahrtwind auf dem Fluss tut gut. Wir sind immer noch ganz allein. Sehen herrliche Landschaften am Ufer. An einer Insel beschließen wir spontan anzuhalten. Fisch schmeckt doch immer noch am besten, wenn er ganz frisch ist. Und zum Dinner werden wir ja dann wohl später noch ein paar Fische fangen. Schnell etwas Treibholz gesucht, ein Feuer gemacht und die gusseiserne Pfanne drauf. Mhhh - echt lecker! Während wir noch faul in der Sonne sitzen, passieren uns die ersten Menschen. Ein Pärchen im Kanu und sie legen sich mächtig in die Riemen. Haben kaum Zeit zu uns rüberzuwinken, was ja eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz auf dem Fluss ist. Naja, wer weiß, wo die heute noch hin müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade zurück auf dem Fluss zwingt uns ein schnell heranziehendes Gewitter zurück ans Ufer. Doch so schnell, wie es gekommen ist, ist es schon überstanden und wir paddeln weiter. Also, so richtig aktiv sind wir eigentlich nicht. Es ist einfach zu schön. Gerade diese Stimmung nach dem Gewitter. Die Luft ist frisch - wenn sie überhaupt frischer als vorher sein kann - und alles sieht so satt aus. Satt grün die Bewaldung am Ufer und satt türkis-blau das Flusswasser. Das ist übrigens lecker! Die erste Pausenbierdose wurde direkt zum Schöpfbecher umfunktioniert. Haben wir Durst, tauchen wir die Dose neben dem Kanu ins Wasser und trinken das Wasser direkt aus dem Fluss. Definitiv besser als Flaschenwasser.&lt;br /&gt;Unterwegs springen uns die nächsten vier Polaräschen ins Kanu. Dann neue Regenwolken. Mit den ersten Tropfen beschließen wir, am Ufer ein Camp zu suchen. Auf unserer Flusskarte sehen wir eine Stelle, die handschriftlich mit &quot;good camp&quot; markiert ist. Hier landen wir an - und sind überrascht. Es handelt sich um ein grob eingerichtetes Camp. Die Kanadier nennen das &quot;semi-developed&quot;. Es gibt zwei Toilettenhäuschen und man kann Feuerstellen erkennen - teilweise sogar richtige Eisenringe mit Rost. Und Campingtische! Das ist echter Komfort in der Wildnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sieht nach stärkerem Regen aus. Schnell bauen wir die Zelte auf, bevor es losprasselt. Aber es hört genau so auf, dass wir noch in den geliebten Camp-Rhythmus kommen: Feuer an, Pfanne drauf und Butter bei die Fische - im wahrsten Sinne des Wortes. Lecker. Sogar die Sonne kommt noch kurz heraus, so dass wir noch schnell alles Nasse in die Zweige der umstehenden Bäume hängen. Ein schöner Abend. Doch irgendwann fordern der lange Tag, die frische Luft und die Sonne ihren Tribut und wir kriechen erschöpft in unsere Zelte. Ach, auch mal wieder schön, so eine Nacht im Zelt. Mit dem Gurgeln des Flusses und all den Geräuschen. Irgendwo auch ein leises Grollen. Gewitter? Nein, wohl bloß der Rest von vorhin. Denke ich noch so und schlafe ein. Von wegen! Ordentlich gescheppert hat es in der Nacht. Mächtig hat es nachts auf die Zeltplane geprasselt. An Schlaf war da kaum zu denken. Eine interessante Erfahrung, denn trotz Gewitter war es auch mitten in der Nacht so hell, dass man durch die Zeltplane noch Umrisse wie die sich biegenden Zweige erkennen konnte. Aber das Zelt hat dichtgehalten. Draußen ist alles nass. Aber die Sonne scheint, das gute Wetter ist zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich pelle mich aus meinem Zelt und blicke mich um. Im Augenwinkel registriere ich eine Bewegung. Weiter hinten im lichten Wald. Langsam pirsche ich mich die etwa hundert Meter heran und staune nicht schlecht. Eine Elchkuh ist uns besuchen gekommen. Friedlich grast sie zwischen den Toilettenhäuschen. Friedlich? Nicht wirklich, sie scheint nervös, aber ich scheine nicht der Grund zu sein. Ständig klappt sie die Ohren in die mir entgegengesetzte Richtung. Und dann höre auch ich ein Ästeknacken aus dieser Richtung. Aber ich kann nichts sehen. Habe natürlich längst die Kamera gezückt. Das Tier posiert prächtig für mich. Finde auch die Einstellung mit den Toilettenhäuschen witzig. Markus steht inzwischen auch mit der Kamera neben mir. Die Elchkuh ist derweil ein Stück gewandert und wir erkennen den Grund ihrer Nervosität: Sie führt ein Jungtier. Das war so gut in der halbhohen Busch- und Strauchvegetation des lichten Waldes versteckt gewesen, dass es mir zunächst gar nicht aufgefallen ist. Hmmm, hätte ich das gewusst, wäre ich wohl nicht so nah herangegangen. Es gibt eigentlich in der kanadischen Wildnis nicht viel, vor dem ich mehr Respekt habe, als vor eine Elchkuh mit Kalb! Naja, ist ja alles gut gegangen. Wir lassen den Elch in Ruhe und gehen zurück zum Camp. Um alles, was nachts draußen nass geworden ist, in die wärmenden Sonnenstrahlen zu hängen. Und natürlich, um das Campfeuer anzuzünden und ein zünftiges Kanutenfrühstück zu zaubern. Bacon and Eggs. Yummie!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Voller Tatendrang bauen wir das Camp ab. Alles ist wieder trocken. Auch die Zelte können wir trocken wieder einpacken. Jeder Camper weiß, wie viel das wert ist! Das Feuer ist aus und das Kanu ist gepackt. Leichte Änderungen haben wir bei der Gewichtsverteilung vorgenommen - jetzt sollte unser Boot noch besser (gerader) im Wasser liegen. Es kann zeitig losgehen - super. Andererseits, zeitig wofür? Uns ist es doch völlig egal, wie weit wir heute kommen. Wir haben überhaupt keinen Zeitdruck. Halten dort, wo es uns Spaß macht, um uns an Land umzusehen oder an der ein oder anderen vielversprechenden Stelle ein bisschen zu angeln. Wirklich nur ein bisschen, denn auch heute springen uns die Fische wieder ins Kanu.&lt;br /&gt;Irgendwann passieren wir den Zufluss des Teslin River. Der Yukon wird breiter und das Wasser scheint nicht mehr ganz so klar zu sein. Eine gute Landmarke, finden wir, um zur &quot;Mittagspause&quot; an Land zu gehen. Wir haben Geschmack gefunden an den ganz fangfrischen Polaräschen! Es ist halb sieben abends. So ist das halt. Herrlich, im Grunde. Was kümmert uns hier die Zeit? Ein endlos langer und schöner Tag auf dem Yukon River. Das Zeitgefühl ist uns nun völlig abhanden gekommen. Schon lange hätten wir uns ein Camp am Ufer suchen sollen. Aber wir haben einfach noch keine Lust. Es ist viel zu schön. Inzwischen bin ich überzeugt, dass wir mit dem Juni absolut den richtigen Monat für diese Kanutour gewählt haben. Die Mitternachtssonne als Phänomen ist ohnehin einmalig. Aber die Flexibilität, für die sie auf so einer Wildnistour sorgt, ist einfach nur fantastisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir paddeln eigentlich schon lange nicht mehr. Lassen uns nur treiben und genießen die Szenerie. Sie zieht an einem vorbei wie auf einer unendlichen Kinoleinwand. Man kann den Blick nicht abwenden. Man muss auch gar nicht reden. Gut, das könnte auch so ein &quot;Männerding&quot; sein. Einfach nur schauen und genießen. Und sich immer wieder klarmachen, dass man es selbst ist, der gerade diesen Wildnistraum erlebt. Das ist kein Bildschirm! Im Grunde bräuchte dieser Tag eigentlich gar nicht zu enden. Doch so langsam dringt die Vernunft in unser Bewusstsein - wir sollten nach einem Camp Ausschau halten. Wir scannen das Ufer rechts und links - man hat ja inzwischen Ansprüche an seinen Lagerplatz. Ein bisschen Schutz durch Bäume wäre gut, aber keine zu dichte Bewaldung. Schön weicher Boden, aber nicht zu hohes Gras. Angenehm und sicher erhöht für eine gute Sicht und um sicher vor steigendem Wasser zu sein. Aber keine zu steile Böschung, um die schweren Kisten nicht zu weit schleppen zu müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Suche nach dem perfekten Lagerplatz fällt uns eine kleine, nicht einsehbare Bucht auf. Anlegemanöver. Idealerweise versucht man, in den &quot;Eddy&quot; - den Rückstau - hinein und damit aus der Strömung heraus zu gelangen. Das Kanu gedreht und ein paar Meter zurückgepaddelt und hinein in die Bucht. Überraschung! Der Platz wäre perfekt für ein Lager, aber er ist schon belegt. Von Anita und Andi aus der Schweiz, die mit ihrem Sohn Florian hier vor Anker gegangen sind. Und dies mit einer beeindruckenden Floßkonstruktion! In Whitehorse haben sie drei alte Kanus mit Balken verbunden und eine einfache Segelkonstruktion aus Planen aufgesetzt. Damit sind sie dann über den Lake Laberge gesegelt und haben sich dann vom Yukon hierher treiben lassen. Eine sichere Anlegestelle vor einem ehemaligen Waldbrandgebiet. Um ihr Floß fertigzustellen, haben sie 140 verkohlte Baumstämme aus dem Wald gezogen und einzeln abgeschält. Sie wollten keine lebenden Bäume schlagen. Ihr Ziel ist Dawson City - vier Wochen haben sie sich für dieses Abenteuer gegeben. Ich find&#039;s super! Man trifft schon echte Typen hier oben im Norden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir unterhalten uns noch ein bisschen und paddeln dann weiter. Irgendwie haben wir immer noch Lust auf den Fluss. Es ist nach zehn und wir beschließen, dass es auch völlig ausreicht, wenn wir um Mitternacht anlegen. Und so kommt es dann auch. In einem weiteren, älteren Waldbrandgebiet mit bereits nachgewachsener Vegetation - echtem Buschland - gefällt uns das weite, lange Ufer einer Flusskurve. Guter Platz für die Zelte. Jede Menge Treibholz. Ran ans Ufer. Erst die Zelte, dann das Feuer, dann die Fische. Dann das Bierchen. Feierabend am Yukon River. Es ist ein Uhr nachts - und taghell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die lange Nacht auf dem Fluss fordert ihren Schlaftribut. Ohne etwas abgesprochen zu haben, schlafen Markus und ich heute bis kurz nach acht. Ewig lang für die Wildnis! Über Nacht sind die Temperaturen mächtig runtergegangen - bis zwei Grad hat Markus gemessen - so dass man auch endlich mal wirklich gut im Schlafsack schlafen konnte. Jetzt ist es wieder warm. Angenehm träge sitzen wir auf unseren Kisten und blicken über den Fluss. Frühstücken - gute Idee. Ach, unsere Steaks! Seit zwei Tagen essen wir ja nur Fisch. Ganz unten am kühlen Kanuboden hatten wir das Fleisch in unserer Provianttonne gelagert. Aber weg müssen die Steaks so langsam schon. Also, heute Steak and Eggs. Wir werden ja praktisch gezwungen - und wehren uns nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber vorher nun endlich mal ins Wasser. Das seichte Uferwasser hat kaum Strömung. Perfekt, um einmal unterzutauchen. Wir beide natürlich. Nacheinander. Ist quasi ein altes Ritual zwischen uns. Egal wie kalt das Wasser ist - immer wenigstens einmal rein. Am besten man ist der Erste. Sich auf jeden Fall keine Blöße geben. Heute mache ich das Rennen. Und es ist kalt! Bitterkalt. Es bleibt beim bloßen Untertauchen, aber man fühlt sich natürlich herrlich, wenn man rauskommt. Es ist sowieso ein toller Morgen. Man glaubt kaum, wie heiß es jetzt schon wieder ist. Mit bloßem Oberkörper packen wir die Ausrüstung zusammen und planen schon den nächsten Sprung ins kühle Nass. Das abgeschnittene Fett von unseren Rib Eyes verbrennen wir ordnungsgemäß im Campfeuer. Wie es sich gehört. Keine wilden Tiere sollen lernen, dass es an den Menschencamps Leckeres zu finden gibt. Vor allem keine Bären. So liegen wir also gerade in den letzten Zügen unseres Campabbaus, als unsere neuen Schweizer Freunde mit ihrem Floß an uns vorbeigleiten. Großes Hallo über den Fluss hinweg. Hammer, denke ich. Sowas will ich auch noch mal machen. Mit meinen Kindern. Wieder ein neuer Plan. Ist doch wirklich gut, dass die nie ausgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute wollen wir nur ein kurzes Stück auf dem Fluss hinter uns bringen und die Sonne und den strahlend blauen Himmel an einem schönen, noch zu entdeckenden Strand genießen. Der Yukon wird langsam immer breiter. Es wird immer schwieriger, die Polaräschen zu finden und für unser Mittagessen zu sorgen. Aber wir haben inzwischen Übung. Wir finden den ein oder anderen vielversprechenden Eddy, und immer noch oft genug zappelt es an unseren Angelleinen. Als wir Ausschau nach einer geeigneten Pausenstelle halten, fällt uns eine große Kiesbank auf. Der Hauptstrom fließt links vorbei und nur ein kleiner Seitenarm rechts. Das gefällt uns, zumal das Wasser nach rechts flacher wird und sehr einladend aussieht. Also, angelandet und ab ins Wasser. Klar, splitterfasernackt. Warum auch nicht? Hier ist doch kein Mensch! Das Wasser ist immer noch mächtig kalt, aber das empfinden wir heute als richtig angenehm, so heiß ist es inzwischen. Ein Super-Platz für unser mittägliches Lagerfeuer. Es gibt jede Menge Treibholz und dennoch droht auf der weiten Kiesfläche keine Gefahr, dass ein Feuer um sich greift. Fish Fry, einmal mehr. Aber auch davon können wir nicht genug bekommen. Einigermaßen faul sitzen wir an einen Treibholzbaumstamm gelehnt auf unserer Sandbank und lassen die Umgebung auf uns wirken. Echt schön. Das geübte Auge erspäht sofort potenzielle Zeltplätze. Warum eigentlich nicht? Genau, wir fahren gar nicht mehr weiter. Wir bleiben einfach hier. Uns treibt doch keiner!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich den letzten Zelthering eingeschlagen habe, schweift mein Blick hinüber zu der Uferstelle, an der ich gleich zum zweiten Mal ins kühle Nass springen will. Aber was ist das? Erkenntnis und Adrenalin schießen mir fast gleichzeitig ins Hirn. Mein Blick wird erwidert. Von einem ausgewachsenen Schwarzbären! Das mächtige Tier steht auf der anderen Flussseite. Bachseite muss man ja eigentlich eher sagen, denn das uns trennende Wasser ist ja nur etwa 15 Meter breit und lediglich knietief. Instinktiv scanne ich Standrichtung, Bewegungen und Mimik des Bären. Noch bevor ich Markus Bescheid sage, bin ich mir sicher, dass es der Plan des kapitalen Bären war, an dieser furtähnlichen Stelle ein Bad zu nehmen und hinüber auf die Sandbank zu kommen, um diese nach Nahrung abzusuchen. Ist wahrscheinlich seine Tagesroutine. Und nun stehen wir mitten im Weg. Ich rufe zu Markus herüber: &quot;Ein Schwarzbär - dort drüben. Pass auf - er überlegt, ob er rüberkommt.&quot; Markus dreht sich um, sieht den großen Bären sofort und ruft zurück: &quot;Ja, sieht so aus!&quot; Tja, und wie es dann immer so kommt: Sollte der Bär während des ersten Blickkontaktes mit mir noch überlegt haben, ob es sich um ein akzeptables Risiko handelt, ist der zweite Mensch und die einsetzende Kommunikation dann zu viel für ihn und er entschließt sich zum Rückzug. So schnell bekommen wir gar nicht die Kameras gezückt. Als ich meine in der Hand halte, ist von dem Bären nichts mehr zu sehen. Eine gute Minute später sehe ich ihn nochmal kurz höher am bewaldeten Berghang. Kein gutes Foto, aber ein Beweisbild!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Na, bitte! Da haben wir doch unseren Bären auch auf dieser Tour gesehen. Check! Und auch ansonsten wird es ein herrlicher Nachmittag und Abend. Es wird nicht dunkel, aber die Sonne brennt nicht mehr so stark und am knisternden Lagerfeuer kommt heute noch einmal so richtiges Wildnis-Feeling auf. Noch mehr als sonst. Liegt vielleicht an unserem Lagerplatz. Die Sandbank erlaubt einen weiten Blick in alle Richtungen. Wo man hinschaut, man sieht nur Wildnis. Wasser, Wald und die einsame Insel. Traumhaft. Und dennoch geht es heute früh ins Zelt. Morgen möchten wir ganz früh los. Und wir merken, dass wir heute etwas zu viel Sonne abbekommen haben. Fühle mich leicht beduselt. Also, raus aus der Sonne, rein ins Zelt und ausruhen. Schlafen.&lt;br /&gt;Der Plan geht auf. Ganz früh morgens sind wir schon auf den Beinen und bauen unsere Zelte ab. Wir sind begeistert, dass es über Nacht praktisch keine Feuchtigkeit gegeben hat. Die Zelte können auch so früh schon trocken eingepackt werden! Dann ein Traummorgen auf dem Yukon River. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser letzter voller Tag auf dem Fluss. Morgen wollen wir in Carmacks ausbooten. Also heute noch einmal in vollen Zügen genießen. Der frühe Start beschert uns tatsächlich einige schöne Tiersichtungen. Adler, Biber und natürlich die Fische, die auch heute schon bald wieder an unserer Angelleine zappeln. Der Fluss ist inzwischen so breit, dass man die Fischgründe nun richtig suchen muss. In der Flussmitte macht es überhaupt keinen Sinn mehr. Und noch eine Änderung: Abgesehen von den ganz frühen Morgenstunden sind wir heute auf dem Fluss nicht mehr ganz allein. Immer mal wieder sehen wir andere Kanuten. Drei, vier - über es fällt uns auf nach der Einsamkeit der Vortage. Zeit für unsere mittägliche Fischpfanne. Heute bringen wir ernst zu nehmenden Appetit mit, schließlich sind wir schon lange unterwegs. Aber kein Problem, wir haben gut gefangen. Schon fällt uns die nächste kleine Insel auf. Wieder jede Menge Treibholz und weite Kiesflächen für ein risikofreies Campfeuer. Markus hat das Zubereiten der Fische inzwischen perfektioniert. Sie gelingen nun immer so, dass man sie auch getrost in einem Feinschmeckerrestaurant servieren könnte. Ja, wir leben hier nicht so schlecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter auf dem inzwischen mächtigen Strom. So langsam dämmert uns, dass wir den schönsten Teil des Flusses hinter uns haben. Wenn man jetzt so in der Flussmitte dahintreibt, kann man sich zwar immer noch an der Wildnis rechts und links begeistern, aber so richtig Abwechslung in der Landschaft gibt es nicht mehr. Gegen Abend checken wir den ein oder anderen Lagerplatz. Es wird immer schwieriger, die Eddies gut zu erwischen. Die Strömung des Yukon ist inzwischen sehr stark. Einige Lagerplätze beeindrucken uns. Aus Stämmen und Ästen sind hier teilweise kunstvolle Einrichtungen gezimmert. Tische, Bänke, Arbeitsflächen. Und einige Camps scheinen sogar recht groß. Aber so richtig ist für uns nichts dabei. Das liegt aber wohl eher daran, dass wir uns noch nicht so richtig entschieden haben, ob wir die letzte Nacht in der Wildnis genießen oder doch schon bis Carmacks durchpaddeln wollen. Erst tendieren wir zur Wildnis. Aber dann finden wir auch die Idee verlockend, uns heute Abend schon einen Burger servieren zu lassen. Irgendwann nennen wir das Kind dann beim Namen: Auf nach Carmacks. Burger, gezapftes Bier und morgen früh ausreichend Zeit, um in Ruhe zusammenzupacken. Wir beschließen, uns ein letztes Mal in der Mitternachtssonne treiben zu lassen. Mittels Karte und Fließgeschwindigkeit haben wir errechnet, dass wir wohl gegen Mitternacht in Carmacks ankommen sollten. Picknick auf dem Fluss, das ist unser Plan. Jeder hat sein Taschenmesser gezückt und aus unserer Provianttonne haben wir herausgekramt, was noch zu finden war. Ein Brot, Wurst und Käse. Perfekt für eine Brotzeit im Kanu. Wir lassen uns treiben, genießen Landschaft und Brotzeit und trinken unser letztes Bier. Was für ein perfekter Abend! Was für ein herrlicher Abschluss dieser Tour! Drei Stunden noch bis Carmacks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der herrliche Abendhimmel verdunkelt sich. Erst langsam. So, dass man sich selbst noch mit den üblichen Durchhalteparolen Mut macht. &quot;Das zieht vorüber.&quot; oder &quot;Vielleicht haben wir Glück und tauchen genau drunter her.&quot; Doch dann fallen die ersten Tropfen. Kurz darauf gesellt sich ein auffrischender Wind dazu. Weit vor uns sehen wir eine Sandbank in einer Flusskurve. Vielleicht doch dort noch einmal das Camp aufschlagen? Macht wahrscheinlich Sinn. Doch als wir dort sind, sehen wir, dass der Platz schon von den Kanuten belegt ist, die uns vorher überholt haben. Also weiter. Der Wind wird stärker. Wir peilen eine Stelle an der rechten Uferseite an. Hier soll es laut Karte eine gute Campstelle geben. Wir finden sie und schaffen auch eine vorzeigbare Landung am Ufer trotz starker Strömung. Doch irgendwie gefällt uns auch diese Stelle nicht. Zu vermückt und weit oben auf der Böschung. Also weiter. Ein Fehler. Der Regen wird stärker und der Wind peitscht nun über den Fluss. Der Yukon ist hier riesig, und richtig windanfällig. Es wird sturmartig und die Wellen laufen schräg gegen das Kanu - ungünstig. Früher hätte man sich wahrscheinlich noch zu einer Dummheit hinreißen lassen, aber heute im fortgeschrittenen Alter ist uns sofort klar: Feierabend. Kein Risiko. Direkt ran ans Ufer, Kanu sichern und Camp aufschlagen, egal, ob die Stelle gut ist oder nicht. Und so kommt es, dass wir an einem fast identischen Steilufer wie vorher anlanden und doch alles die Böschung hochwuchten müssen. Es plästert nun richtig. Zu stark, um die Zelte aufzubauen. Wir suchen Schutz unter den größten Bäumen und nutzen das erste leichte Nachlassen des Regens. Zelt aufgebaut, alles rein. Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Regen prasselt aufs Zelt und es ist zum ersten Mal ansatzweise dunkel. Als ich dann im Schlafsack liege, denke ich: Gut so. Richtige Entscheidung. Kein Risiko. Dann lieber morgen früh noch ein bisschen paddeln und das ein oder andere nass einpacken. Definitiv das kleinere Übel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Sturm hat sich gelegt. Wir sind wieder entspannt. Auch wenn wir die Zelte nass einpacken müssen. Weit ist es nicht mehr bis Carmacks. Vielleicht noch zwei Stunden. Unterwegs sehen wir unsere Schweizer Flößer wieder. Sie liegen noch vor Anker und scheinen noch zu schlafen. Drum lassen wir uns ohne großes Rufen vorbei treiben. Carmacks kommt immer näher. Ich stelle fest, dass ich auf dem Handy ab und zu schon wieder Empfang habe. Das ist gut, denn so können wir unseren Freund Karsten anrufen und unsere geplante Ankunft bestätigen. Er kommt dann aus Whitehorse hoch, um uns samt Kanu aufzusammeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während wir uns die letzten Flusskilometer treiben lassen, lassen wir dieses Kanuabenteuer noch einmal Revue passieren. Wir waren auf der Suche nach dem perfekten Wochenpackage auf dem Yukon River - und wir haben es gefunden. Da sind wir uns einig. Eine Nacht in Whitehorse zum Ankommen und organisieren, dann der Flug über den Lake Laberge und das Einbooten am Ausfluss des Yukon. Dann satte fünf Tage für den Fluss, um sich Zeit zu lassen, wo immer man will. Und eine Abschlussnacht wahlweise auf dem Campground oder im Hotel in Carmacks. Zum duschen, sortieren und packen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so endet unser Abenteuer in Carmacks. Wir sparen uns die eigentlich vorgesehene Übernachtung, da wir uns abends in Whitehorse mit Freunden treffen wollen. Jetzt scheint aber erst einmal wieder die Sonne und wir haben Gelegenheit, alles noch einmal zum Trocknen auszubreiten und auch die Zelte noch einmal in der Sonne aufzustellen. Wir trocknen, packen und organisieren uns. Und ein stattliches Pulled-Pork-Sandwich holen wir uns an der Burgerbude des Campgrounds natürlich auch noch. Und dann kommt Karsten und es geht mit dem Van und dem Kanu auf dem Dach zurück nach Whitehorse.&lt;br /&gt;Was für ein Wildnisabenteuer! Wie aus dem Bildband. Das wiederhole ich bald. Und zwar genau so. Genau diese Etappe. Vom Ende des Lake Laberge bis Carmacks. Für mich ist der Beweis erbracht. Wir haben die Rosine im Yukon gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Der Eichhörnchenblog on Tour 0,00 €</title>
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                <pubDate>Thu, 06 Jun 2024 10:28:00 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/rbt22ha_01.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;Der Eichhörnchenblog on Tour&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Beitrag zum Textwettbewerb 2022&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Autorin: Heike Adam&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Eichhörnchenblog on Tour&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;2 Wochen West-Kanada mit dem Wohnmobil von Fraserway.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind große Eichhörnchenfans und waren in West-Kanada unterwegs, um die Natur zu genießen und um viele Wildtiere zu sehen! Für mich standen dabei Eichhörnchen und Chipmunks im Vordergrund! Vor der Reise hatten wir Fotos von unseren einheimischen europäischen Eichhörnchen gemacht, mit Kanada Flagge. Und hatten diese auf Fahnen und rückstandslos wieder abziehbare Aufkleber drucken lassen und so unser Wohnmobil verschönert. Das war ein echter Hingucker! Daraus ergaben sich unterwegs dann immer wieder tolle Gespräche mit Einheimischen und Touristen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Reisebericht möchte ich hauptsächlich über die Campgrounds berichten, die wir genutzt haben. Und als Wohnmobilanfänger will ich auch Tipps geben, was wir gelernt haben und was uns die Wohnmobilreise erleichterte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 20. August ging es für mich und meinen Mann Rainer mit Condor nach Vancouver. Es ist nicht nur unsere erste Kanada Reise, sondern auch das erste Mal mit einem Wohnmobil. Für mich ist die Planung im Vorfeld schon Teil der Urlaubsfreude! Deshalb hatte ich schon Monate im Voraus alle Campgrounds gebucht. Nachdem ich mich intensiv über diese Campgrounds informiert hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Flughafen in Vancouver hat die Einreise gut geklappt und wir fuhren mit dem Taxi zu unserem Hotel, dem Sandman Suites on Davie in Downtown. Am nächsten Morgen wurden wir dort mit dem Fraserway Shuttle um 8.15 Uhr abgeholt. Diesen Termin konnte ich problemlos ein paar Tage vorher per Email buchen. Bei Fraserway in Delta angekommen, haben wir dann unseren Camper abgeholt, einen C-Medium (MH 22). Wir waren etwas überrascht, denn es war ein anderes Modell als gedacht. Ein Freelander von Coachmen und kein Adventurer. Er gefiel uns aber sehr gut. Am besten gefallen hat uns, dass unter dem Bett viel Stauraum war, sodass wir dort unsere Koffer lagern konnten. Dafür war das Außen-Staufach kleiner, und es enthielt leider keinen Campingtisch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Camper Neulinge ist wichtig zu wissen, dass der Kühlschrank verriegelt werden sollte. So kann die Tür während der Fahrt nicht aufgehen. Das wäre auch ein kleiner Tipp, sowas bei der Einweisung zu erwähnen. Wir wussten es nicht und so ist die Tür wirklich bei der Fahrt aufgegangen. Zum Glück ist nichts herausgefallen! Seitdem hatten wir uns Erinnerungs-Post-Its geschrieben, um immer an die Verriegelung zu denken. Eine andere Anregung für Fraserway wäre, die Bedienungsanleitung auch für den Freelander online zur Verfügung zu stellen, da man bei der Einweisung sich ja nicht alles merken kann. Es sind tatsächlich ein paar Dinge anders als beim Adventurer, das fällt aber erst auf, wenn man unterwegs ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere erste Fahrt ging nach Squamish, und dort haben wir auch unseren ersten Einkauf gemacht. Zuerst waren wir im Walmart, waren aber sehr erstaunt, dass es dort keine frischen Lebensmittel wie Obst und Gemüse gibt. Also sind wir auch noch zu Save On Foods. Und dort haben wir gefunden, was wir suchten, tolle Frischetheken mit Obst und Gemüse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Campground unserer Reise war der Klahanie Campground in der Nähe der Shannon Falls. Uns war wichtig, am ersten Tag nicht weit zu fahren, und Squamish war ideal dafür. Wir hatten die Ocean View Premium Site Nr. 100 gebucht. Ein absoluter Traum! Mit Blick auf den Howe Sound. Und mit ganz viel Platz. Dieser Campground war einer unserer Favoriten! Und als wir draußen unser erstes Abendessen genossen, kam wirklich ein Eichhörnchen vorbei! Es naschte an den Früchten, die dort wuchsen und war dann wieder verschwunden. Natürlich hatten wir keine Kamera griffbereit! Die Duschen etc. haben wir nicht benutzt, deshalb können wir über die Sauberkeit dort nichts sagen. Ein Restaurant gab es dort wohl früher mal, es war aber geschlossen. In Squamish haben wir übrigens eine tolle Bäckerei mit leckerem Brot entdeckt. Dort wo die öffentliche Dumping Station ist und Canadian Tire. Bei Canadian Tire kann man sich mit allerlei Campingzubehör und Bärenspray eindecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es nach Lillooet über die Duffey Lake Road. In Lillooet hatten wir wieder einen privaten Campground gebucht, den Texas Creek Campground. Ein Tipp aus einer Facebook Gruppe! Ein ganz kleiner Campground mit nur fünf Stellplätzen und mittendrin ist das Wohnhaus der Besitzer plus B&amp;B. Uns hat es dort gut gefallen und es war perfekt für eine Übernachtung auf dem Weg Richtung Rockies. Uns gefallen solch kleine Campgrounds inmitten der Natur. Es kam dann auch abends ein Maultierhirsch vorbei! Es gibt dort übrigens nur eine Toilette und eine Außendusche und ein Tisch für den Abwasch, ebenfalls im Freien. Lillooet ist übrigens ein netter kleiner Ort. Hier haben wir auch eine nette Bäckerei gefunden, die Abundance Bakery. Der Besitzer war wohl in Deutschland zur Lehre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anschließend ging es für uns weiter Richtung Clearwater und Wells Grey Provincial Park über 70 Mile House und Highway 24. Hier hatten wir uns für den Dutch Lake Campground entschieden. Wir wollten nicht in den Wells Grey PP hineinfahren über die Gravel Road bis zu den Campgrounds dort. Zuerst war ich etwas geschockt über den Campground. Man steht dort doch ziemlich dicht an dicht mit den anderen Wohnmobilen.  Der See ist aber sehr schön und wir waren dort auch schwimmen. Außerdem gibt es ein gutes Restaurant, das Painted Turtle Restaurant. Auch mal schön, nicht kochen zu müssen. Und die Lage zum Wells Grey PP ist auch ideal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben dort zwei Mal übernachtet und haben den Wells Grey PP und dessen schöne Wasserfälle besucht. Weiter ging es dann Richtung Rocky Mountains. Wir sind nicht bis Jasper durchgefahren, sondern haben vorher übernachtet, in der Nähe von Tete Jaune Cache beim Tete Jaune Lodge Campground. Ein schöner, privater Campground direkt am Fraser River. Wir hatten einen Stellplatz mit Blick auf den Fluss. Hier war einiges los, aber man hatte recht viel Platz zur nächsten Site. Dieser CG hat uns sehr gut gefallen und er wirkte sehr gepflegt! Hier konnten wir auch das erste Mal ein Feuer machen, denn in den anderen Regionen herrschte noch ein Feuerverbot. Als wir Feuerholz im Büro des Camgrounds kauften, hat uns die Eigentümerin sogar gefragt, ob sie es uns bringen soll. Und bei Leuten, die keine Axt hatten, hat sie das Holz sogar kleingehackt. Früher gab es hier wohl mal ein Restaurant, aber das war auch geschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es dann in die Rocky Mountains und in den Jasper Nationalpark. Wir hatten für zwei Nächte den Wapiti CG gebucht, eine Site mit Strom, Nr. FF37. Der Whistler CG liegt direkt gegenüber. Uns hat aber der Wapiti CG besser gefallen, er ist etwas kleiner als der Whistler CG. Man hat hier einiges an Platz bis zur nächsten Site. Allerdings muss man wissen, dass leider viele kranke Bäume gefällt werden mussten. Auch hier haben wir wieder Eichhörnchen gesehen und konnten sie sogar fotografieren! Außerdem haben wir auf dem Weg zum Maligne Lake Murmeltiere gesehen, einen Elch von hinten und Pfeifhasen. In der Umgebung vom Wapiti CG haben wir auch immer wieder Wapitis gesehen. Jasper ist ein nettes Städtchen. Die Park Ranger hatten hier einen Stand aufgebaut und haben ganz viele Infos über Bären und Elche und Wapitis gegeben und wie man sich verhalten soll wenn man diese Wildtiere trifft. Auch die Benutzung einer (leeren) Dose Bärenspray durften wir üben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es dann für uns über den Icefields Parkway nach Banff. Wir haben am Anfang die Parallelstraße genommen, die 93A, dort war weniger Verkehr. Und haben einen schönen See entdeckt. In der Nähe der Athabasca Falls trifft diese Straße wieder auf den Icefields Parkway. Beim Jasper National Park Icefield Information Centre habe ich dann meine ersten Chipmunks gesehen. Und auf dem Parkplatz dann Goldmantel Ziesel. Beim Stopp am wunderschönen Peyto Lake waren auch Goldmantel Ziesel zu bewundern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt so viel zu entdecken auf dem Icefields Parkway, dass wir ganz schön müde waren, als wir schließlich gegen Abend in Banff ankamen. Ich würde empfehlen, den Icefields Parkway nicht an einem Stück durchzufahren, sondern irgendwo in der Mitte zu übernachten.In Banff haben wir den Two Jack Lake CG gebucht. Er war einer meiner Lieblingscampgrounds! Wir standen mitten im Wald und an einem schönen See. Ich fand es einfach traumhaft, so mitten im Wald zu stehen. Natürlich kam dann abends auch mal ein Eichhörnchen vorbei. Um uns herum waren hauptsächlich Kanadier mit Zelten oder Camper Vans. Wohnmobile waren auf diesem CG eher selten vertreten und es ist dort auch relativ eng. Wir hatten Site Nr. 47. Site Nr. 44 ist direkt am See, war aber schon reserviert als wir gebucht haben. Alle Sites hier sind unserviced, also ohne Strom und Wasser. Dumpen und Wasser tanken konnten wir aber am Two Jack Main CG.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Banff aus haben wir einen Ausflug zum Moraine Lake und Lake Louise gemacht. Wunderschöne Seen, wobei uns der Moraine Lake am besten gefallen hat. Den Shuttle Bus hatte ich schon einige Monate im Voraus reserviert. Alles war sehr gut organisiert und der Parkplatz war auch sehr gut ausgeschildert. Man sollte allerdings wissen, dass es an beiden Seen sehr voll ist. Banff ist übrigens auch ein sehr schönes Städtchen und hat neuerdings auch Fußgängerzonen in der Innenstadt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann kam eines unserer Highlights. Ich hatte Bustickets zum Lake O’Hara gewonnen. Ein wunderschöner See! Um die Natur dort zu schützen dürfen nur 200 Personen pro Tag dort per Bus hinauf. Oder aber man wandert die 12 Km lange Strecke hinauf. Wir haben uns den ganzen Tag entlang vom See aufgehalten und die Stille dort genossen und fleißig fotografiert. Es gibt auch eine kleine Verkaufsbude mit leckerem Karottenkuchen. &lt;br /&gt;Vom Lake O’Hara ging es dann weiter nach Golden zum Kicking Horse CG. Hier gibt es auch nur unserviced sites. Die Waschräume hier sind ganz neu. Wir standen auf Site 44 und es hat uns gut hier gefallen, der Kicking Horse River ist auch ganz nah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es dann nach Revelstoke. Hier haben wir auf dem privaten CG Williamson Lake übernachtet.  Die Sites sind voneinander etwas abgetrennt durch Sichtschutz.  Der CG liegt direkt am See. Die Waschräume waren noch nicht fertig als wir dort waren, aber wir benutzen sie sowieso selten. Dort in Revelstoke sind die Meadows in the Sky, sehr schöne Bergwiesen. Vom Parkplatz wandert man noch eine ganze Weile nach oben, einen Shuttle Bus gab es als wir dort waren nicht. Es ist eine sehr schöne Wanderung und man hat einen sehr schönen Blick von ganz oben. Wir waren Ende August dort, und es hat nicht mehr sehr viel geblüht. Trotzdem hat es uns sehr gut gefallen. Mückenschutz ist allerdings auch sehr zu empfehlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Revelstoke ging es dann weiter ins Okanagan Valley. Hier gibt es an der Straße oft tolle Stände mit Obst und Gemüse. Da wir an einem langen Wochenende, am Labor Day Wochenende unterwegs waren, war es nicht einfach, einen CG für nur eine Nacht zu finden. Doch wir wurden dann doch fündig, und konnten beim Sun and Sand CG übernachten. Dieser CG ist direkt am Skaha Lake gelegen und es gibt direkt nebendran zwei schöne kleine Parks. Hier hat es uns sehr gut gefallen, auch wenn man schon relativ nah am nächsten Camper steht. Dieser CG wird fast nur von kanadischen Dauercampern genutzt. Der Betreiber ist sehr, sehr nett und hat uns nicht nur in die Site eingewiesen. Er hat unter unseren Rädern sogar Hölzer angebracht, damit wir ganz gerade stehen. Und eine Dame vom Dauercamper gegenüber kam gleich angesprungen, um uns einen Teppich vor die Türe zu legen! Damit wir keinen Sand in unseren Camper hineintragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Betreiber des CG hat uns auch viel über die Gegend erzählt und erklärt, wo wir gut einkaufen können. Als wir am nächsten Tag abgereist sind, kam der Betreiber wieder vorbei um für uns eine Rampe zu bauen. Damit wir gut von den Hölzern hinunterfahren können. Wir fühlten uns dort so wohl, dass wir diesen CG auf jeden Fall wieder buchen würden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es dann nach Hope, die letzte Übernachtung, bevor wir den Camper wieder bei Fraserway in Delta abgegeben haben. Wir haben extra einen CG gewählt, von dem wir dann nicht mehr allzu lange fahren müssen. Auch hier war es wieder schwierig, etwas für nur eine Übernachtung zu finden wegen dem langen Wochenende. Schließlich konnten wir den Wild Rose CG buchen. Hier hatten wir eine Full Hook up Site gebucht, sodass wir auch noch dumpen konnten vor der Abgabe des Campers. Die Dame bei der Anmeldung war sehr freundlich. Es gab dort eine Kiste, in die man Dinge, die man nicht mehr braucht, hineinlegen konnte. So haben wir alles, was wir noch übrighatten, wie Toilettenpapier, Chemikalien, Kräuter etc. dort hineinlegen können und brauchten es nicht wegzuwerfen. Der CG hat einige Bäume aber sonst kann ich nicht so viel darüber berichten. Denn wir haben dort nur übernachtet und alle unsere Sachen wieder in die Koffer gepackt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um von Hope nach Delta zu kommen, hatten wir (an einem Sonntag) 2,5 Stunden eingeplant. Wir haben aber nur 1,5 Stunden gebraucht und waren frühzeitig bei Fraserway und haben dort an der Tankstelle dann noch vollgetankt. Die Abgabe und Begutachtung des Campers ging dann sehr schnell. Wir bekamen sogar ein Lob und ein Smiley auf dem Abgabeprotokoll, weil der Camper so sauber war. Anschließend wurden wir mit dem Shuttlebus an den Flughafen gebracht, weil wir dort für den zweiten Teil der Reise Richtung Vancouver Island unseren Mietwagen abholten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir waren sehr zufrieden mit unserem Fraserway Camper. Die Ausstattung ist sehr gut, z.B. sind die Messer schön scharf und die Axt ebenfalls. Es sind auch für die ersten Tage bereits Toilettenpapier und Toilettenchemikalien vorhanden. Und auch sonst eine sehr gute Grundausstattung wie Haushaltshandschuhe fürs Dumpen, Salz und Pfefferstreuer, Feuerzeug, Wäscheklammern, Spülmittel, Bettwäsche, Handtücher, Geschirr etc. &lt;br /&gt;Vor den Fenstern und der Türe sind Fliegengitter, worüber wir oft sehr dankbar waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Hilfreiche Tipps &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Wir haben Geschirrabtrockentücher von zu Hause mitgebracht und waren sehr froh darüber. Die vorhandenen von Fraserway waren so gut imprägniert, dass sie kaum abgetrocknet haben. Man hätte sie wahrscheinlich waschen müssen, was wir nicht gemacht haben. Auch haben wir eine Tischdecke mitgebracht. Nicht immer sind die Picknicktische so sauber, sodass wir über unsere eigene Tischdecke immer froh waren. Zwei Thermositzkissen hatten wir auch dabei, da die Picknickbänke manchmal feucht oder auch kalt waren. Dann hatten wir Metallhaken dabei, sodass wir die Handtücher im Camper daran aufhängen konnten. So trockneten sie viel besser als im Badezimmer. &lt;br /&gt;Da wir einige Wertsachen und auch unsere Laptops dabeihatten, haben wir uns einen PacSafe besorgt. Diesen haben wir mit dem Stahlkabel am Rahmen vom Fahrersitz angeschlossen und so waren unsere Wertsachen darin immer gut vor Diebstahl geschützt. Für unsere Koffer haben wir Packwürfel gekauft und sind so begeistert über diese! Ein Packwürfel wurde z.B. mit T-Shirts gefüllt, ein anderer mit Socken und ein weiterer mit Unterwäsche. Diese Packwürfel haben wir dann so komplett in die Schränke und Fächer gelegt. Das war so praktisch da man dann die Kleidung immer griffbereit hatte und nicht lange suchen musste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Fazit&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Uns hat unsere erste Wohnmobilreise durch West-Kanada sehr gut gefallen. Wir sind in 14 Tagen von Vancouver über Jasper und Banff wieder zurück nach Vancouver gefahren. Insgesamt sind wir 3000 km gefahren. Natürlich hatten wir nicht so viel Zeit für Ausflüge oder lange Wanderungen, wir empfanden es aber nicht als stressig. Denn das Fahren dort in Kanada ist ja recht gemütlich. Wir haben uns bewusst für diese Tour so entschieden, weil wir möglichst viel sehen wollten. Und waren sehr zufrieden mit dem Ablauf. Da wir als Wildtierfotografen meistens sehr schwere Rucksäcke mit uns rumtragen, hätten wir sowieso keine langen Wanderungen machen können. Und den Service und die Beratung im Vorfeld bei SK-Touristik und dann bei Fraserway fanden wir klasse! Die Bären haben sich aber erfolgreich vor unseren Kameras versteckt, sodass wir sicher noch einmal wiederkommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
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                <title>Vancouver is(s)t anders 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/oh_vanroadtrip_2.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wer Vancouver zum ersten Mal besucht, den zieht es sofort unwiderstehlich in Richtung Stanley Park. Ist einfach so. Der Stanley Park und sein Ausblick auf die Waterfront - das gehört eben zu Vancouver, wie der Eiffelturm zu Paris. &lt;br /&gt;
&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;Text und Fotos:&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Ole Helmhausen &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Immer, wenn ich in Vancouver lande, passiert das Folgende: Ich atme tief durch, behalte den Anblick der Berge beim Anflug, so lange es geht, vor Augen und schiebe dann die Hände in die Hosentaschen. Dann schlendere ich gemütlich zum &quot;Baggage Claim&quot;. Dort sage ich meinen Mitreisenden auf Wiedersehen. Nett war&#039;s mit Euch und bleibt gesund - die allgemein gute Stimmung ist ansteckend. Dann ziehe ich meinen Koffer vom Band und trolle mich zur Canada Line. Und während ich die Stationen lese - Langara, Broadway-City Hall, Waterfront - wird mir leicht ums Herz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Verrückt. Toronto und Montréal sind ja auch schön. Aber Vancouver ist halt anders. Ob es das Licht ist, die aus aller Welt stammenden Kids im Zug oder dieses undefinierbare Ding namens &quot;Westcoast-Feeling&quot; - keine Ahnung! Jedenfalls ist es klasse, für ein paar Dollar vom Airport nach Downtown zu gelangen und dort nur ein paar Schritte bis zum Hotel gehen zu müssen. Keine Rumkurverei, kein teures Taxi, keine nervige Umsteigerei in irgendwelchen U-Bahnen. Ich steige mitten im Vancouver City Center aus - nur drei Blocks bis zu meinem Hotel, dem Rosedale on Robson Suite Hotel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der Rest des ersten Tages vergeht mit Hallosagen. Hallo Chill Winston, du heiße Food Lounge am Maple Leaf Square! Gut zu sehen, dass der Rubel noch immer rollt - jedenfalls ist deine Terrasse pickepackevoll an diesem Nachmittag. Das Diamond gegenüber ist auch noch da. Während der olympischen Winterspiele haben sie mir dort meinen ersten Sazerac gemixt, den angeblich ältesten Cocktail der Welt. Ein Apotheker in New Orleans erfand um 1820 das Rezept. Ich gehe weiter nach Rail­town. Railtown wird als neuestes In-Viertel gehandelt. &quot;Up and coming&quot;, wie das hier so schön heißt. Toll zum Treibenlassen: Im Railtown Café genieße ich einen Latte und im Belgard Kitchen lasse ich mir einen Salat namens &quot;Quinoa + Rocket&quot; servieren. Dann schaue ich noch bei &quot;Ask for Luigi&quot; vorbei und stelle fest, dass es das auch schon fast war. Railtown, eine Ansammlung aus alten Lagerhäusern und Eisenbahndepots jenseits von Gastown, ist echt cool. Aber es braucht noch ein paar Jahre und ein paar Start-ups mehr, finde ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Abends geht es dann hinauf zum Vancouver Lookout. Der Besuch dort oben ist für mich ein Ritual. Erst danach habe ich das Gefühl, wirklich in Vancouver angekommen zu sein. Der Rundumblick auf den Sonnenuntergang über Vancouver Island und das Abendrot über dem Rest der Stadt enttäuscht auch dieses Mal nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Na klar - und der Stanley Park. Selbst wer schon x-mal in Vancouver gewesen ist, setzt den Park auf seine To-doList. Und warum auch nicht? Der Parkbesuch hat Tradition, und schön ist er ja auch. Aber es geht auch anders. Und vielleicht sogar zeitgemäßer und weniger reiseführerhaft. Bitte nicht falsch verstehen: Nichts gegen die Stanley-Park-Fans unter uns - ich gehe ja selbst auch immer wieder zum Park hinab! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Aber diesmal möchte ich mit Gleichgesinnten etwas Neues ausprobieren. Deshalb und auch weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, schließe ich mich einer Tour von Vancouver Foodie Tours an (seit 2017 neu im SK-Programm). Die Guides dieser Company zeigen ihren Gästen auf einer zweistündigen Tour die besten Foodtrucks der Stadt. Foodtrucks sind rollende Imbisse, vergleichbar den Würstchenbuden auf einer westfälischen Kirmes. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Foodtrucks servieren keine Currywurst mit Pommes rot-weiß, sondern Gourmet-Fastfood. Und wer jetzt glaubt &quot;So ein Quatsch! Der Ole spinnt - diese beiden Wörter werden niemals zueinander finden&quot;, muss jetzt wirklich weiterlesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Unser vitaler Guide heißt Jennifer und ich treffe sie und die übrigen Teilnehmer dieser Tour, ein Ehepaar und zwei Freundinnen - alle Kanadier - wie verabredet um 10 Uhr morgens an der Ecke Burrard und Smithe. Die Wahl des Ortes ist kein Zufall. Hier steht einer der ältesten Foodtrucks der Stadt. Er brachte 2005 die Foodtruckbewegung quasi ins Rollen, und zwar mit einer Kreation, die mir, als ich damals in Montréal davon las, den Magen umdrehte: ein Hot-Dog-Brötchen mit einer fettigen Wurst aus Kurobuta-Berkshire-Schwein - dem Vernehmen nach der Rolls Royce in der Schweinefleischwelt - mit Teriyakisauce, japanischer Mayo, schleimigen gebratenen Zwiebeln und in Streifen geschnittenem Seetang darüber. &quot;Japadog&quot; heißt die Kreation. Und Jennifer lässt uns probieren. Bin ich skeptisch? Klar! Schließlich bin ich aus Ostwestfalen, wo man nach der Devise &quot;erst mal gucken&quot; lebt. Ich beiße also hinein - und erlebe mein blaues Wunder! Es schmeckt super lecker! Kein Wunder, &lt;br /&gt;
dass Japadog inzwischen fünf Foodtrucks und ein Restaurant an der Robson Street betreibt! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Mit der Ausschreibung der ersten 17 Lizenzen für Foodtrucks rannte die Stadt Vancouver damals offene Türen ein. Über 800 Anträge, erzählt Jennifer, wurden eingereicht. Bald waren die meist bunt bemalten, rollenden Imbissstuben Teil des Stadtbilds. 2011 formulierte die Stadt dann ein Regelwerk, wonach potenzielle Foodtruckbetreiber einen Geschäftsplan vorlegen, ihre Kochgeräte vom Gesundheitsamt abklopfen und ihre Speisekarten von einem Gremium aus Juroren aus der Restaurant- und Foodbloggerszene absegnen lassen mussten. Heute gibt es über hundert Foodtrucks in der Stadt, die internationale Spezialitäten und wilde Kreationen anbieten. Spannend!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Den salzig-süßen Geschmack noch im Gaumen - und wahrscheinlich ein Stück Seetang zwischen den Zähnen - schlendern wir danach munter plauschend zum nächsten Foodtruck. Dabei hören wir von Jennifer, was so gerade in Vancouver läuft. Dass die Stadt unter anderem bis 2020 die grünste Stadt der Welt sein will und deshalb ihre umweltfreundliche Agenda agressiv vorantreibt. Inzwischen fahren beispielsweise über die Hälfte der Vancouverites mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Oder sie gehen zu Fuß, was dem Stadtbild noch mehr Leben einhaucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;An der entsprechend pulsierenden Ecke Granville und Georgia heißt es dann wieder Essenfassen, dieses Mal indisch. &quot;Soho Road&quot; heißt der Truck - zur Erinnerung des Besitzers an seine Zeit im britischen Birmingham. Als ich über den Counter spähe, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Da sind gleich zwei irdene Tandoori-Öfen in Betrieb! Der Duft ist betörend und zieht auch den Leuten an der nahen Bushaltestelle in die Nase. Jennifer bestellt eine ausladende Platte mit Butter Chicken und Tandoori Chicken Wraps. Sagte ich schon unwiderstehlich? Und ja, essen entspannt. Die Atmosphäre lockert sich zusehends unter uns Teilnehmern. Gefällt mir! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ungeniert die Finger leckend spazieren wir danach zu zwei weiteren Foodtrucks, dem chinesischen &quot;Eat Chicken Wraps&quot; an der Ecke Howe und West Georgia und dem kanadischen &quot;Tacofino&quot; an Burrard und Dunsmuir. An Ersterem essen wir Hoisin Chicken Rolls, eine unwiderstehliche, von Pekingente und chinesichen Pfannekuchen inspirierte Sünde. Und bei &quot;Tacofino&quot; gibt es genau den Fish-Taco, mit dem die Besitzer schon in Tofino auf Vancouver Island die Foodbloggerszene auf sich aufmerksam gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Fazit: Ich lerne muntere Kanadier kennen, esse mich durch die Vielfalt Vancouvers und habe dabei eine Menge Spaß. Zum Stanley Park gehe ich danach aber trotzdem. Ein bisschen, weil ich das Gefühl habe, es zu müssen. Aber ehrlicherweise auch - ganz banal - zur Verdauung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zu meinem nächsten Erlebnis in Vancouver muss ich direkt gestehen, dass ich vor allem die klasse Stimmung behalten werde und weniger das brautechnische Knowhow. Worum geht&#039;s? Auf meiner Mission, das Vancouver-Feeling einmal anders als im Stanley Park zu erleben, habe ich mich einer Tour durch die Craftbeer-Szene der Stadt angeschlossen (auch neu im SK-Programm). Ich stelle mir vor: Bierfans unter sich - das kann doch heiter werden! An der Waterfront Station steige ich also in den alten Van von unserem Guide Sean, sage meinen Mitstreitern Hallo und los geht&#039;s nach East Vancouver, hinein in die Craftbeer-Szene. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;In den alten Lagerhäusern und Industriegebäuden haben sich in den letzten zehn Jahren über 20 Mikrobrauereien eingenistet, erzählt Sean. Die meisten haben „tasting rooms“ und fungieren auch als Nachbarschaftskneipen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Erster Stopp: die Brauerei Main Street Brewing an der East Seventh Avenue. Ich trete ein und kann es kaum fassen: Der Laden ist rappelvoll. Wir, ein schottischer Vater mit seinem gerade volljährig gewordenen Sohnemann, ein Ehepaar aus Seattle und ich, finden noch so gerade einen Tisch. Sean serviert jedem vier Biere des Hauses. Zwei habe ich vergessen, aber das Westminster Brown, ein braunes obergäriges Bier mit drei Hopfensorten, geht runter wie nichts. Auch das No. 7 Saison, ein entfernt nach Pfeffer und Zitrone schmeckender Durstlöscher, gefällt mir. Die Stimmung steigt wie eine Rakete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Während Sean mit glänzenden Augen von Craftbier redet – keine Frage, das ist sein Ding – schlürfen wir noch weitere Testbecher mit Bieren wie Session IPA und Single Hop IPA. Was sind IPAs bzw. Indian Pale Ales? Obergärige Biere, sagt Sean, mit speziellen Hopfensorten, obergärigen Hefen und spannenden Aromen. Der Schotte erzählt dem Sohnemann von seinem ersten Rausch, das Ehepaar aus Seattle distanziert sich von dem Politzirkus in Washington. Um uns herum kommen und gehen junge Vancouverites, ein paar nennen unsere Probiergläser viel zu klein, man kommt ins Gespräch. Fühle mich sauwohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Dann wieder in den Van und ein paar Blocks weiter. Löchriger Asphalt, Kabelsalat an rissigen Häuserwänden, Graffiti. Von hier aus liegt der Stanley Park auf einem anderen Stern. Dies ist East Van, oder „Yeast Van“, wie die Einheimischen augenzwinkernd sagen. Wir halten vor der Brauerei „Off the Rail“ an der Adanac Street. Alle Mann rein, Tisch beschlagnahmt und zunächst eine kurze Besichtigung der Brauerei. Dann wird’s wieder ernst. Ich mag das Nut Brown Ale am liebsten und stelle fest, dass meine Zunge langsam schwer wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Vancouver ist eine atemberaubende Stadt. Sie ist nicht nur mit einer spektakulären Geografie gesegnet. Auch ist über einem ständig etwas los. Rote Sonnenuntergänge über English Bay, die elegante Skyline und im Hintergrund die Umrisse der steil aufragenden Coast Mountains: Es wird einfach nicht langweilig. Und dann natürlich die Wasserflugzeuge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Nach drei Tagen in Vancouver kann ich jedem, der Vancouver wirklich erleben möchte, nur dazu raten, die von mir beschriebene Foodie- und Brewery-Tour zu machen. Und, denn aller guten Dinge sind drei, den Mail Run mit den Wasserflugzeugen von Harbour Air Seaplanes. Der Sitz der mit 200 Flügen täglich weltweit größten Wasserflugzeuggesellschaft liegt mitten im Coal Harbour, umgeben von Kreuzfahrtschiffen und Segelyachten. Der Augenschmaus beginnt, sobald man im gläsernen Terminal eintrifft, einen Gratis-Willkommenskaffee und Muffins bekommt und den Blick auf das Kommen und Gehen zu Wasser und in der Luft bestaunt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ich habe den Mail Run gebucht: Erst soll es mit einer für bis zu 14 Passagiere ausgelegten Twin Otter nach Ganges auf Salt Spring Island gehen und von dort aus mit einer kleineren DeHavilland Beaver weiter nach Maple Bay auf Vancouver Island. Sinn und Zweck dieser Mail Runs ist der Transport von Post zu den isolierten Gemeinden der Gulf Islands plus die Mitfluggelegenheit für Einheimische, die es eilig und keine Zeit für die Fähren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Das Prozedere geht so: Man geht zum Schalter und erhält sein Ticket. Wenig später ist das Boarding angesagt: Man spaziert zum Dock, drückt dem Piloten sein Gepäck in die Hand – man darf es nämlich nicht mit sich führen – und klettert oder kriecht – ja, es ist eng – auf seinen Platz. Mit etwas Glück erwischt man auch den Platz neben dem Piloten. Dieser sagt ein paar Worte zur Sicherheit, denen keiner zuhört, dann steuert er die Twin Otter hinaus in das Hafenwasser. Und dann geht&#039;s los. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die Twin Otter nimmt Fahrt auf, hebt irgendwann kaum merklich ab und wuchtet sich dann in einer steilen Kurve in die Lüfte. Was dann kommt, ist einfach eine Wucht! Vor allem von einem Fensterplatz aus! Ich fliege über die Lion’s Gate Bridge und über offenes Meer den Gulf Islands entgegen. Links gleiten der Stanley Park und die Skyline von Downtown vorbei, rechts die Coast Mountains. Bei einer Geschwindigkeit von 140 bis 190 km/h und einer Höhe unter 3000 Metern bleibt reichlich Zeit und Gelegenheit zum Schauen und Genießen. Die 20 Minuten nach Ganges auf Salt Springs Island bieten tolle Blicke auf Schiffe, Inseln und Eilande im Minutentakt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;In Ganges, einem knuddeligen Dorf mit Yachthafen, Markt und vielen Kunstgalerien, steige ich aus und beobachte das Treiben. Der Pilot lädt einen Postsack aus, verabschiedet seine Passagiere und heißt neue willkommen. Ich schlendere zum Ende des Docks, wo schon die Beaver nach Maple Island wartet. Handschlag mit dem Piloten, einem jugendlichen Milchgesicht, dann geht’s weiter. Der Blick auf die Inselwelt ist einfach wunderbar. Auch die übrigen Gäste, Einheimische und Touristen, sind im Anblick versunken. Der Rückflug ist Genuss pur. Wir halten nach Walen Ausschau, haben aber kein Glück. Macht nichts. Nachdem wir den Stanley Park passiert haben, stelle ich mein Handy auf Video und filme die Kurve über dem Burrard Inlet und die Landung vor der Skyline von Downtown Vancouver. Einsame Spitze, große Klasse, unvergesslich. Und absolut das Geld wert!</description>
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                <title>Forestry Trunk Road II 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 11 Sep 2019 13:06:48 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1_ftr-rsf-cargravel-quer(1).jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;i&gt;Hier ist kein Mensch. Obwohl es so schön ist. Obwohl ich hier direkt auf die Rocky Mountains blicke. Immer tiefer dringe ich in die Einsamkeit der Foothills ein. Die Straße ist nun eher eine Dirt Road. Es bleibt dabei: Man muss schon etwas abenteuerlustiger und risikofreudiger sein, um nicht verkehrt zu sein auf diesem Teil der Forestry Trunk Road in Alberta.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text und Fotos:&lt;/i&gt; &lt;b&gt;Rainer Schoof&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ankunft in Hinton, Alberta. Die Berge, auf die ich blicke, sind dieselben, die man auch von Jasper aus bewundert. Mich überrascht die Infrastruktur des kleinen Örtchens: Jede Menge gute Hotels, einige vielversprechende Restaurants - und nichts los. So, wie ich es liebe. Ja, warum eigentlich nicht auf einer Mietwagenrundreise hier absteigen und Ausflüge in die Nationalparks unternehmen? Eine Überlegung am Rande - für Insider. Denn das ist auf diesem Scouting-Trip nicht mein Ziel. Ich möchte die Forestry Trunk Road unter die Räder nehmen - endlich! Um viel Neuland zu entdecken, vor allem Camper-Neuland. Und zwar auf dem Teilstück der Route 40, das ich noch nicht kenne: Von Hinton bis zur Einmündung auf die Route 11, die den Icefields Parkway in den Rockies mit der Ortschaft Rocky Mountain House verbindet. Lange schon wollte ich mich hier auf die Suche nach neuen Camp-Alternativen für die etwas abenteuerlustigeren Wohnmobilkunden von SK Touristik machen. Gut, zugegeben, auch für mich selbst. Und jetzt ist es soweit!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst lockeres Anrollen auf der Route 40, die noch ein gutes Stück in Südrichtung asphaltiert ist. Aber schon jetzt bin ich völlig allein. Überhaupt kein Problem, irgendwo das Auto einfach mitten auf der Straße stehen zu lassen, um ein paar Aufnahmen zu machen. Es kommt ja einfach keiner! Und spätestens, wenn der erste Schotter unter den Reifen abrollt, fühlt man sich wie mitten in der Wildnis! Zu meiner Rechten immer die thronende Silhouette der Rocky Mountains. Ja, der Hauptkamm der Rockies liegt direkt neben mir. Einmal über die vor uns liegenden Gipfel rübergesprungen und ich würde schon fast hinunter auf den Icefields Parkway purzeln. Dorthin, wo man sich inzwischen im Sommer genau überlegen muss, wann man am Campground ankommt - und diesen am besten auch schon vorreserviert hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, und hier ist kein Mensch. Und das, obwohl es so schön ist. Obwohl ich hier direkt auf die Rocky Mountains blicke. Und wenn dann eine Herde Wapitis die Straße quert, dann wird das für mich zum echten Erlebnis! Ganz anders, als wenn ich die Hirsche so häufig auf dem Whistlers-Campground in Jasper sehe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer tiefer dringe ich in die Einsamkeit der Rocky Mountain Foothills ein. Die Straße ist nun eher eine Dirt Road als eine Gravel Road. Wahrscheinlich aber auch aufgrund des nicht ganz so guten Wetters in den Vortagen. Es bleibt dabei, man muss schon etwas abenteuerlustiger sein, um nicht verkehrt auf dieser Straße zu sein. Heute ist sie aber echt gut zu befahren. Ich erwische meine Tachonadel einmal fast auf der 100 - ok, das ist zu schnell, auch für den SUV mit Allrad. Das muss nicht sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rechts und links fallen mir an Bächen, Flüssen und Seen unzählige Möglichkeiten zum Wildcampen auf. Häufig sind sogar schon Feuerstellen aus Steinen zusammengetragen. Und ja, selbst wenn man nur ein paar Meter von der Straße entfernt campen würde - macht doch nichts. Hier kommt doch eh keiner vorbei! Es ist wieder einer dieser Momente, in denen ich hier und jetzt und ohne zu zögern meinen SUV gegen ein Wohnmobil eintauschen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um einfach irgendwo hier stehenzubleiben, am Fluss ein bisschen zu angeln, das Feuer anzuzünden und einfach nur die Einsamkeit zu genießen. Tja, nicht heute. Aber bald, das verspreche ich mir!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben ungezählten Plätzen zum wilden Campen gibt es auf diesem Stück der Route 40 aber auch richtig schöne und &quot;offizielle&quot; Campingplätze. Hier, außerhalb von National- bzw. Provinzparks, nennt Alberta sie &quot;Provincial Recreation Areas&quot;. Etwas wildere Campgrounds, wenn man so will. Aber man hat seinen eigenen, klar definierten und einplanierten Stellplatz, seinen Picknick-Tisch, eine Feuerstelle und es gibt Feuerholz, Toiletten und bärensichere Mülltonnen. Also, alles da, was man so braucht. Insgesamt sechs dieser Provincial Recreation Areas nehme ich unter die Lupe auf den etwa 175 Streckenkilometer zwischen Hinton und der kleinen Ortschaft Nordegg an der Route 11. Und am Ende bin ich mir sicher, dass man auf diesen &quot;nur&quot; 175 Kilometern problemlos eine ganze Woche verbringen kann. Oder mehr! Immer mal wieder ein paar Kilometer weiterfahren und wieder verweilen. Zum Angeln, Wandern oder Relaxen in der Einsamkeit. Ein wahrer Weg in die Wildnis, dieser Teil der Route 40!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und allein die Provincial Recreation Areas bieten schon jede Menge Abwechslung. Die am Lovett River hat Stellplätze auf einer Art Can­yon-Anhöhe. Die am Brown Creek liegt mitten neben einem kleinen Bergbach. Die am Pembina River hat einen ernstzunehmenden Fluss in direkter Nachbarschaft und die am Fairfax Lake liegt sehr schön angelegt am Uferhang eines großen Sees. Besonders gefällt mir der kleine Campground am Brazeau River. Vor allem, weil der Fluss mächtig viel Silt transportiert und daher so herrlich türkis-blau schillert. Genau wie der Athabasca River am Icefields Parkway. Nur, dass man diesen Fluss ganz für sich allein hat! Unter der Straßenbrücke kann man durchfahren (Vorsicht Wohnmobilhöhe!) und gelangt zu weiteren wilden Stellplätzen am Fluss. Ein Traum! Aber ich muss ja weiter. Leider. Ich habe ja kein Camping-Equipment dabei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mich wirklich überrascht, ist die vorhandene Infrastruktur auf diesem Teilstück der Forestry Trunk Road. Nicht nur, dass die mehrheitlichen Schotteranteile der Straße in einem durchweg guten Zustand sind. Nein, die Menge der Campgrounds hat mich überrascht. Sechs offizielle Provincial Recreation Areas direkt an der Route 40 - und jede einzelne komplett leer. Genau wie die Straße selbst. Und das jetzt, Ende August, also noch mitten in der Hauptreisezeit. Zählt man nun noch die Recreation Areas hinzu, zu denen man von der Route abzweigen und noch einmal einige Kilometer extra fahren muss (übrigens alles ausgeschildert), bekommt man eine Idee von den Möglichkeiten in diesem touristisch eigentlich ja noch völlig unbekannten Areal östlich des Rocky-Mountain-Hauptkamms. Ich selbst kann es kaum erwarten, mit einem Wohnmobil und viel Zeit wieder herzukommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend erreiche ich die Einmündung auf die Route 11 und mache mich auf die letzten schnellen 90 Asphaltkilometer nach Rocky Mountain House. Witzig eigentlich - das ist ja noch einmal die Hälfte meiner auf der Forestry Trunk Road zurückgelegten Strecke. Und trotzdem geht es so viel schneller. Asphalt und überhaupt kein Verkehr. Die untergehende Sonne in meinem Rücken taucht die einsame Landschaft in ein so herrlich warmes, wunderschönes Licht. Ist eigentlich auch eine Traumstraße, diese Route 11. Aber das ist eine neue Geschichte. Von einem anderen Weg in die Wildnis.</description>
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                <title>Wildes Vancouver Island 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/schcoofspaddeln.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Einen Tag eher als unsere Familien landen Markus und ich in Vancouver. Bevor unser Familienabenteuer beginnt, steht für uns das alljährliche &quot;Gipfeltreffen&quot; bei unserem Partner Traveland RV an. Jetzt aber erst einmal ab in den Shuttle zum Pacific Gateway Hotel. Schönes Hotel, gutes Zimmer. Und halt das Pier 73 - das beste Argument für dieses Hotel. Über den Boardwalk hinüber zum Wasser und dort auf die Rundum-Terrasse des kreisrunden Restaurants. Ein kühles Bier und, natürlich, meine geliebten Seafood Linguini. Durchschnaufen. Ankommen. Kanada einatmen. Und dann ab ins Bett!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Text:&lt;/em&gt;&lt;strong&gt; Rainer Schoof&amp;nbsp;&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Fotos:&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Rainer Schoof&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Mirjam Schoof&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;und&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Markus Knüpp&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
Natürlich rächt sich das frühe Zubettgehen! Um vier Uhr morgens ist für mich Schluss mit Schlafen. Ran ans iPad - ran an die Emails. Ob Markus auch schon wach ist? &quot;Frühstücken?&quot; meine knappe Mail an ihn. Minuten nach dem ebenso kurzen &quot;Yes&quot; zurück sitzen wir schon vor unseren &quot;Eggs sunny side up&quot;. Wir profitieren von der Airportnähe des Hotels. Klar, hier muss es schon ab fünf Uhr morgens Frühstück geben. Super für Jetlagger!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Schon um kurz nach sieben kommen wir bei Traveland in Langley an. Kein Problem für Monika Krüger - sie ist ohnehin ein echter &quot;Early Bird&quot;. Strahlend kommt die Rentals Managerin uns entgegen. &quot;Herzlich willkommen, Ihr beiden!&quot; Na, die ist ja richtig gut gelaunt! Ich frage, ob das tolle Wetter der Grund für ihr Strahlen sei. &quot;Das Wetter ist klasse&quot;, sagt sie, &quot;aber ich freue mich vor allem über den Start der Saison. Einfach toll, wenn die Wohnmobile nach und nach vor die Tür rollen. Wenn die vielen aufgeregten Leute hier ankommen und sich über ihre Autos freuen. Und es endlich Gesichter zu den Namen in den Reservierungen gibt. Ist für mich irgendwie greifbarer, realer.&quot; Gute Einstellung, denke ich, und folge ihr gespannt zu unseren beiden Navions. Wir inspizieren die Fahrzeuge und sind einmal mehr begeistert von pfiffigen Extras wie zum Beispiel Scheiben-Plissees im Cockpit. Viel besser als die üblichen Vorhänge: Man kann das Mobil blickdicht machen, ohne das Cockpit abzutrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Unser Meeting mit Traveland-Inhaber Dale Howes, seinen beiden Söhnen Chris und Brad sowie Monika und Samuel von der Rentals-Abteilung wird produktiv. Für 2017 besprechen wir einiges Neues. Alle sind begeistert von meiner Idee, zukünftig E-Bikes nebst Träger als Extra für die Wohnmobilmiete anzubieten. Zufrieden machen Markus und ich uns auf den Weg zurück zum Pacific Gateway Hotel - in unseren beiden Navions!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die Familien sind angekommen. Meine Frau Mirjam mit unseren Kindern Anna (9) und Felix (10) sowie Markus&#039; Frau Britta mit den beiden Kindern Julius (9) und Helena (12). Und kaum fahren die beiden Navions vor, starten dann auch die üblichen Diskussionen mit den kleinen Mitreisenden wie auf Knopf­druck: Wer schläft wo, mit wem und mit wem auf gar keinen Fall? Das muss erst geklärt werden. Dann kann es aber losgehen. Nach Tsawwassen, zum BC Ferries Terminal südlich von Vancouver. Wir bekommen einen Platz relativ weit vorn in der Wartereihe für Wohnmobile und es bleibt uns gerade noch genug Zeit, den Rest des Gepäcks in die Schränke zu organisieren und die Gaszufuhr abzudrehen (Sicherheitsvorschrift von BC Ferries), da geht es auch schon auf die Fähre. Schnell hinauf auf eines der vielen großen Decks, denn das Wetter ist herrlich. Einen Cappuccino dazu und dann wird genossen. Die Überfahrt ist ein Traum - durch die vorgelagerten Inseln hinüber nach Swartz Bay auf Vancouver Island - alles bei strahlendem Sonnenschein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Auf Vancouver Island sind es dann noch ein paar Kilometer bis Victoria. Als Campground haben wir heute den Westbay Marine Village reserviert. Aus zwei Gründen: Erstens waren wir bislang nie selbst hier. Und zweitens erfüllt der Platz die Idealvoraussetzungen direkt am Pazifik und trotzdem mitten in der Stadt zu liegen. Zwar konnten wir keinen von den wunderschönen Plätzen direkt am Wasser ergattern, aber wir sind sehr zufrieden. [Inzwischen erreichte uns die sehr bedauerliche Mitteilung, dass dieser Campground zum Februar 2017 seinen Betrieb einstellt. Wir hoffen allerdings noch, dass er von neuen Investoren übernommen und weiter betrieben wird.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Für heute Abend haben wir beim SK-Partner Eagle Wing das Sunset Whalewatching gebucht. Unsere Idealvorstellung: Orcas vor der untergehenden Sonne beobachten! Also, auf zum Wassertaxi. Sehen toll aus, diese kleinen Nussschalen, die regelmäßig die wichtigsten Anlegestellen rund um den Inner Harbour abklappern. Auch zum Fisherman&#039;s Wharf kann man sich schippern lassen. Eigentlich müsste man ja mehr Zeit einplanen für dieses kleine Viertel auf Stegen mit all seinen bunten, individuellen und kreativ dekorierten Floating Houses, den Cafés und &quot;Fish &amp; Chips&quot;-Buden. Aber auf einmal wird die Zeit dann doch knapp. Ich sehe schon Brad Soberg, den Inhaber von Eagle Wing, auf uns zukommen. Er wird heute unser Captain sein. Stolz zeigt er mir seine Boote, denen man ihre Geschwindigkeit regelrecht ansieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Los geht&#039;s bei herrlichstem Wetter. Die Wale sind schon seit längerem nicht mehr in den Gewässern vor Victoria gesichtet worden. Aber vor der Olympic Peninsula, also vor Washington in US-Gewässern. Ziemlich weit weg - jetzt zahlt sich die Geschwindigkeit der Boote aus. Das Boot hüpft über die Wellen, die Kinder juchzen und die Eltern grinsen. Und dann sehen wir sie, die Orcas! Meine Lieblingswale. Ich freue mich! Es ist aufregend und beruhigend zugleich, sie durch den Pazifik ziehen zu sehen. Auf dem Rückweg fahren wir in die untergehende Sonne hinein und stoppen noch einmal mitten auf dem Pazifik, nur um den Sonnenuntergang zu bewundern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zurück am Fisherman&#039;s Wharf gibt es erst einmal eine heiße Schokolade. Es ist spät. Ob wir überhaupt noch ein Restaurant finden? Schnell laufen wir zur Old Spaghetti Factory hinüber - und haben Glück: Der Grill ist aus aber Pasta wollen sie uns noch machen. Passt gut, denn wir wollten ja eh noch einmal Seafood Linguini essen. Sehr lecker, aber unsere beiden Jungs schaffen ihre Portionen nicht mehr. Jetlag, frische Luft und die ganze Orca-Aufregung - Felix und Julius schlafen über ihren Tellern ein. Also, schnell mit dem Taxi zurück zum Campground. Autotaxi - die Wassertaxis fahren schon lange nicht mehr. Ab ins Wohnmobil. Ab ins Bett. Die erste Nacht im Mobil. Ich stehe noch einen Moment draußen und bewundere den Sternenhimmel. Ein toller erster Tag auf Vancouver Island. So kann&#039;s weitergehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die erste Nacht im Wohnmobil war eine gute. Alle sind frisch und voller Tatendrang, als wir uns von Victoria verabschieden und uns auf den Weg machen. Über Nanaimo nach Coombs. Hier wollen wir Dave Petryk treffen. Dave ist der CEO von Tourism Vancouver Island, vor allem aber ein alter Freund von mir. Zum Lunch haben wir uns im Cuckoos at Coombs verabredet. Mann, ist Coombs explodiert! Natürlich gibt es den alten alternativen Laden mit den Ziegen auf dem Dach immer noch. Aber einfach an der Straße anhalten kann man mit dem Wohnmobil kaum noch. Kein Platz. Dafür gibt es jetzt ein ausgewiesenes &quot;RV and Bus Parking&quot;. Naja, die Kinder sind begeistert. Ich bin kein großer Freund von Trubel, aber mir gefällt das Restaurant, das Cuckoos. Sehr mediterran angehaucht, fast eher &quot;unkanadisch&quot;. Aber das Essen ist super. Es wird ein schöner Nachmittag. Dave freut sich sehr, dass wir unsere gesamte Reise Vancouver Island widmen. Er weiß, wie schnell diese Insel bei der individuellen Reiseplanung ins Hintertreffen gerät. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Irgendwann schaffen wir es, uns von der entspannten Sommerstimmung in Coombs loszureißen. Schließlich müssen wir ja noch weiter bis zur Westküste der Insel. Die Fahrt durch das kaum besiedelte Inland ist wunderschön. Gerade bei diesem Wetter! Wälder mit Riesenbäumen vor einsamen Seen. Kristallklare Flüsse, die sich ihren Weg durch im Sonnenlicht schimmernde Felsplateaus bahnen. Aber natürlich ist heute auch der Starttag in ein Long Weekend und so sparen wir uns den Gang durch den eigentlich so sehenswerten Wald von Cathedral Grove. Es stehen für meinen Geschmack zu viele Autos am Straßenrand. Und ein bisschen müssen wir auch auf die Zeit achten, denn ab Ucluelet haben wir noch 10 Kilometer grobe Wildnisstraße vor uns. Keiner von uns kennt den Mussel Beach Campground. Kunden haben ihn empfohlen und wir sind mächtig gespannt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ab in den Busch. Hier ist nichts mehr, kein Zivilisationszeichen außer dem Weg selbst. Und der hat es in sich. 10 km/h werden empfohlen. Sehr viel mehr geht auch nicht, obwohl sich die Navions ja ganz gut auf Schotter machen. Wahrscheinlich gibt&#039;s diese Straße auch in besser, aber nach den vielen Sonnentagen ohne Feuchtigkeit sind die Schlaglöcher ziemlich ausgefahren. Dennoch rumpeln wir problemlos durch den Busch, bis sich der Regenwald vor uns auftut und den Blick auf einen breiten, einsamen Pazifikstrand freigibt. Der Mussel Beach Camground. Toll! Die wunderschönen Plätze halb im Wald und dennoch direkt am Strand waren zum Zeitpunkt unserer Buchung nicht mehr frei. Unsere beiden Sites auf dem offenen Gelände am Strand kommen uns aber nicht minderwertiger vor. Im Gegenteil - mitten am Pazifik, einigermaßen eben, mit Feuerstelle und Picknick Table. Die Kinder flitzen direkt los. Es ist gerade Ebbe und natürlich gibt es unglaublich viel zu entdecken. Muscheln, Krebse, farbenprächtige Seesterne - ein Kinderparadies. Dementsprechend erschöpft fallen sie dann auch ins Bett und wir Erwachsenen haben mal einen etwas längeren Abend für uns allein am Lagerfeuer. Mit Panoramablick auf den Pazifik! &lt;br /&gt;
Natürlich steht ein Ausflug in den Pacific Rim Nationalpark auf dem Programm. Nach Tofino. Zu unserem Partner Remote Passages. Tofino ist immer noch ein wirklich nettes kleines Örtchen. Wir sind an diesem Morgen ein bisschen spät dran, da es nur einen Parkplatz für Wohnmobile gibt, den wir erst finden müssen. Wohnmobile brauchen Platz und von dem gibt es nicht viel auf der schmalen Landzunge des Pacific Rim Parks, an dessen Spitze Tofino liegt. An einigen Strandparkplätzen haben wir schon das &quot;No RVs&quot;-Schild gesehen - nicht schön für uns, aber verständlich. Zu Fuß erreichen wir Bootshaus und Anleger von Remote Passages. Und dann geht es für uns wieder hinaus auf den Pazifik. Das Wetter spielt wieder mit. Und die Landschaft! Die Szenerie des Clayoquot Sound ist in ihrer Ursprünglichkeit so unfassbar schön, dass wenn ein Künstler sie malen würde, man das Bild am Ende für zu kitschig halten würde. Und so viel Leben um uns herum! Die Adler zählen wir schon gar nicht mehr. Aber jetzt kommen die Otter hinzu! Ein herrliches Bild so ein Tier auf dem Rücken dahintreiben zu sehen - schlafend oder mit einer Muschel in den Pfoten. Es ist wirklich erfreulich, dass sich die Population hier im Clayoqout Sound scheinbar erholt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Über Funk erfahren wir, dass ein Grauwal gesichtet wurde. Tatsächlich finden wir ihn. Und sehen ihn gut. Ich bin überrascht - grundsätzlich finde ich zwar, dass man von den Orcas mehr hat. Denn wenn man die einmal gefunden hat, sind sie da. Mehrere und fotogen immer auf- und abtauchend. Aber gerade mit den Kindern empfinde ich heute auch die Grauwalbeobachtung als unerwartet spannend, da der Grauwal auftaucht und dann wieder verschwunden ist. Die große Frage: Wo taucht er als nächstes auf? Zusammen scannen wir die Wasseroberfläche, versuchen zu erahnen, wo der Wal inzwischen hingetaucht sein könnte. Dann die große Überraschung, wenn es doch ganz woanders ist. Und die Freude desjenigen, der ihn entdeckt hat. Ein toller Trip.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Am Dockhouse von Remote Passages ist ganz schön was los. Unsere Gruppe geht vom Boot - die nächsten machen sich bereit. Die Whalewatcher genau wie die Schwarzbärenbeobachter und die Gruppe, die sich auf den Weg zu den heißen Quellen im Regenwald machen wird. Postiver Trubel - keine Hektik. Alle sind gespannt, freudig erregt. Niemand will etwas von den Einweisungen verpassen. So soll es sein - ich könnte direkt wieder losfahren. Aber ich will noch mit Inhaber Don Travers und seiner Frau Kathy sprechen. Beide sind sehr zufrieden mit ihrer Saison und freuen sich besonders über die vielen deutschen Kunden. Die Deutschen sind für sie Naturbegeisterte, die mit Vorwissen herkommen und trotzdem noch neugierig sind und vergleichsweise großes Interesse an dem gesamten Ökosystem zeigen. Im Detail lasse ich mir bei der Gelegenheit das ausgeklügelte Sicherheitssystem erklären: Das Head Office weiß immer auf den Meter genau, wo die Boote sind. Im Minutentakt gehen Positionsmeldungen ein. Bleibt eine aus, wird sofort der Funkkontakt zu dem Boot hergestellt. Kommt der nicht zustande, startet je nach Distanz ein Rettungsschnellboot oder ein Wasserflugzeug. Vorbildlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Ein weiteres Abenteuer liegt hinter uns. Klar, die Kinder möchten jetzt wieder zurück zu unserem Campground am Mussel Beach. Doch heute setzen sich einmal die Eltern durch und wir fahren zum Long Beach. Einmal hinein in die sagenhafte Pazifikbrandung. Neben all den Surfern. Und ja, natürlich ist das Wasser kalt. Aber wir lassen uns alle nicht abhalten. Es macht zu viel Spaß, sich in die Wellen zu schmeißen. Ordentlich was los hier - klar, Long Weekend. Aber der Strand ist natürlich der Hammer. Man kann sich kaum einen schöneren vorstellen. Und so riesig ist er, dass sich alles gut verläuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Auf der Rückfahrt möchte ich mir das neue Kwisitis Visitor Center anschauen. Wir nehmen den Abzweig zum Wickaninnish Beach und sind begeistert! Allein schon vom Strand der Florencia Bay. Traumhaft - und ganz leer. Hier hätten wir unseren Badestopp machen sollen! Und das Visitor Center beeindruckt. Ein mächtiges Holzhaus, das auf einem Felsen der Pazifikbrandung trotzt. Drinnen eine ansprechende Ausstellung über die Besiedlungsgeschichte dieses Teils von Vancouver Island und ein urgemütlicher Raum mit Sofas und Sesseln vor einer Panorama-Fensterfront. Sich hier niederlassen und stundenlang einfach nur auf die Schönheit hinausstarren. Aber jenseits mei­ner Versunkenheit warten zwei Kinder im Wohnmobil und wollen zurück zum Mussel Beach. &amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Das Wetter ist immer noch hervorragend. Die Flut läuft gerade in den Mussel Beach hinein. Gut, denn wir wollen alle schwimmen gehen. Wenigstens einmal kurz untertauchen. Doch dann die große Überraschung: Das Wasser ist warm! 21 Grad an der Oberfläche misst Markus mit seiner Multifunktionsuhr. Die Neopren-Shorties haben wir umsonst angezogen. Es stimmt also: Als flacher, der offenen Pazifikküste abgewandter Gezeitenstrand kann der Mussel Beach das Meerwasser viel kräftiger erwärmen. Es wird ein echter Beach-Nachmittag. Abgerundet vom abendlichen Lagerfeuer am Strand. Mit frischem, selbstgefangenen Fisch auf dem Feuer und einem guten Wein. Also, wenn das so weitergeht, kann das Ganze zur echten Traumreise avancieren!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der Folgetag ist der dritte von fünf Fahrtagen auf unserem Trip. Nach Campbell River an der Ostküste von Vancouver Island geht es - das ist überschaubar. Also, aus­schlafen und in Ruhe früh­stücken. Noch einmal den Mussel Beach genießen. Es ist Ebbe – das Wasser ist weit weg. Unweigerlich muss ich an die Schwarzbärentouren hier an der Westküste denken. Die suchen ja genau solche Situationen. Bereits vor Jahren wurde an der Westküste Vancouver Islands beobachtet, dass Schwarzbären genau über die Gezeiten Bescheid wissen. Zur Ebbe kommen sie an den Strand, um Steine im Watt umzudrehen auf der Suche nach Muscheln und Krebsen. Und während wir noch unseren Kaffee schlürfen, taucht nun wie aus dem Lehrbuch etwa 200 Meter vor uns ein Schwarzbär aus dem Regenwald auf – und fängt an Steine umzudrehen! Bemerkenswert, wie selbst­verständ­lich und entspannt hier alle damit umgehen. Ja, da ist ein Bär. Ja und? Der muss halt auch frühstücken. Die Szene hat etwas Friedliches. Der Bär bewegt sich völlig relaxed. Er checkt, was er checken will, und irgendwann trollt er sich wieder in den Wald. So viele Bärenbegegnungen hatte ich schon auf meinen Reisen durch Kanada. Viele sehr viel intensiver. Und doch ist das hier ein wichtiges Erlebnis für mich, da es in meinen Augen die Vorhersagbarkeit der Schwarzbären zur Ebbe belegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Bye, bye, Mussel Beach. Bin sehr zufrieden. Das war mal wieder richtiges Scouting. Und jetzt geht es zurück zur Ostküste von Vancouver Island. An Cathedral Grove rauschen wir wieder vorbei. Aus dem gleichen Grund wie auf der Hinfahrt: alles voll. Klar: Montag, letzter Tag des Long Weekends. Alle sind auf dem Heimweg und nehmen noch die Attraktionen unterwegs mit. Das ließ sich schon vorher an den malerischen kleinen Fels-Canyons des Kennedy River erahnen. Einfach viel Volk unterwegs an solchen Tagen – also für kanadische Verhältnisse. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wir lassen es heute langsam gehen und gönnen uns den Scenic Ocean Drive. Bei Comox steuere ich eine Tankstelle an. Ein Aha-Erlebnis, denn ich komme erstmalig in den Genuss des geringen Verbrauchs des Navions. Meine Güte! Da sagt man an der Kasse, dass sie bei der Vorab-Authorisierung der Kreditkarte mal 150 Dollar eingeben sollen – so, wie man es halt von nordamerikanischen Mobilen gewohnt ist – und dann wird auf einmal nur die Häl­fte dieses Betrags benötigt. Einfach großartig. Selbst für die nur etwa 1500 Kilometer unseres Trips wird die Ersparnis beträchtlich sein – das ist jetzt schon absehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wir passieren Campbell River und fahren weiter zu unserem heutigen Ziel, der Painter&#039;s Lodge. Ja, heute genehmigen wir uns eine Wohnmobilpause. Nicht, weil wir sie bräuchten, sondern vielmehr, weil dies einfach besser in unsere Planung passt. Denn heute Abend wollen wir noch im Campbell River mit den Lachsen schnorcheln und dann idealerweise in der Lodge dinieren. Und morgen um sechs Uhr früh wollen Markus und ich raus zum Fischen. Als wir an der Painter&#039;s Lodge vorfahren und die imposante Lobby mit Blick auf den Pazifik betreten, da freuen wir uns richtig. Hat doch was, jetzt auch einmal in einer schönen Lodge untergebracht zu sein! Natürlich haben wir uns Oceanview-Zimmer reserviert. Alle sind begeistert. Die Kinder stürmen sofort auf den Balkon und wir hinterher. Toller Blick. Und das Zimmer ist schön groß. Zwei große Betten – perfekt für vier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ich höre schon erste Stimmen, dass man jetzt auch gut direkt hier bleiben könnte. Die Lodge sei cool und einen Pool gebe es auch. Aber wir wollen uns ja nicht in den Pool, sondern in den Campbell River stürzen! Die Fahrt von der Lodge zu Destiny River Adventures dauert nur ein paar Minuten und direkt vis-a-vis gibt es einen kostenlosen Parkplatz für die Mobile. Man hätte sich auch von der Lodge shuttlen lassen können, aber wir finden es ganz praktisch, die Wohnmobile zum Umziehen vor Ort zu haben. Eine freundliche Mitarbeiterin nimmt uns in Empfang und wir können schon einmal den Papierkram erledigen. Entspannt, denn direkt nebenan ist eine richtig gute Kaffeebar. Und das Wetter ist mal wieder der Hammer. Fast zu warm. Ich bin froh, dass wir eine Abendtour auf dem Campbell River vor uns haben. Bis ich die augenblickliche Temperatur des Campbell River erfahre: 10 Grad! Ich blicke auf meine Kinder. Ist das Vorhaben vielleicht doch zu ambitioniert? Wie auch immer, jetzt heißt es Augen zu und durch!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Jamie Turko, der Besitzer von Destiny River Adventures, fährt mit dem Tourbus, einem bemalten Schulbus, vor und begrüßt uns herzlich. Dann gibt er uns eine kurze Einweisung ins Equipment. Mit seiner Hilfe sammeln wir alles zusammen, was wir brauchen: Neoprenanzug, Schu­he, Handschuhe und Taucherbrille mit Schnorchel – alles muss passen. Dann geht es mit dem Bus hinauf zum Campbell River. Jamie hat einen Deal mit dem örtlichen Wasserkraftwerk: Er darf zum Einsteigen in den Fluss auf ein Gelände, das sonst nicht öffentlich zugänglich ist. Man ist also ganz für sich. So, jetzt alles wieder anpellen – ich bin direkt durchgeschwitzt bei der Hitze und sehne mich nach kaltem Wasser. Doch nun gibt es erst einmal die ausführliche Einführung. Über das, was wir sehen und erleben werden. Welche Lachse sind derzeit im Fluss? Welche Gefahren können uns begegnen? Große Steine in flachem Wasser oder am Grund verhakte Äste. Jamie macht das gut. Der „River-Man“ ist hier aufgewachsen. Das Hinabtreiben im Campbell River war sein Kindheits-Thrill. Das beeindruckt mich. Das sind die Hintergrundgeschichten, die man nur vor Ort mitbekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Alle hinein in das Schlauchboot und rauf auf den Fluss. Man sieht schon die ersten Lachse springen! Allerdings rudert Jamie nur ein kurzes Stück über den Fluss zur anderen Uferseite. Dann sollen wir wieder an Land gehen. Auf einen Felsen hinauf, direkt über einer Flussvertiefung. Und jetzt? „JUMP“, brüllt Jamie – und wir springen! Die Kinder überlegen gar nicht. Ihnen fehlt die Relation zu 10 Grad Wassertemperatur. Wir Erwachsenen brauchen ein paar Sekunden, um uns zu überzeugen. Jamies Tourstart ist eine Rosskur. Einfach rein in das klare, kalte Wasser, das zwischen Anzug und Haut gelangen muss. Die dünne Wasserschicht erwärmt sich dann aber recht schnell und macht den kalten Fluss erträglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Schnell wieder ins Raft und auf zur ersten richtigen Schnorchelstelle. Jamie gibt letzte Anweisungen. Ich stehe im flachen Wasser. Taucherbrille auf, Schnorchel im Mund, Action-Cam in der Hand und lasse mich fallen und mitten in den Fluss hineintreiben. Ein tolles Gefühl! Kopf ins Wasser – die Schwimmwesten halten uns zuverlässig an der Oberfläche. Ein ganz kurzer Moment der Gewöhnung. Und dann – WOW! Lachse! Hunderte. Quatsch, tausende. Ach, viel mehr! Es sind Pink Salmon, also die kleineren. Super, denn dadurch sind die Schwär­me größer. Ab und zu schießt mal ein großer silberner Torpedo dadurch – das ist dann ein Spring Salmon, ein großer Königslachs. Unglaublich beeindruckend! Erst der Thrill, die Tiere überhaupt zu sehen. Dann die Faszination der Menge an Lachsen, die zum Greifen nah unter und um einen herumschwimmt. Und dann die Bewunderung für die Schwarmformationen, die sich ganz fließend dadurch ergeben, dass man auf die Lachse zutreibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Noch einmal, ja sicher! Am Ufer startet ein kleiner Trail, der uns zur Startstelle zurückführt – und wieder hinein in die Lachse! Man sieht auch Flusskrebse, die sich zahlreich über verendete Lachse am Flussgrund hermachen. Oder andere Fischarten wie Forellen und kleine Knurrhähne. Und draußen in den Bäumen sitzen Adler, Reiher und Gänsegeier! Selbst einen frischen Bärenhaufen finden wir mitten auf dem Uferweg. Und es gibt noch mehr tolle Schnorchelstellen, die wir mit dem Schlauchboot erreichen. „Letzte Möglichkeit, zurück ins Boot zu kommen, vor den Stromschnellen“, ruft Jamie irgenwann. Auf gar keinen Fall! Wir wollen durch die Stromschnellen schwimmen! Nicht alle – den Kindern ist nun doch etwas kalt. Aber Jamie kümmert sich: Er verteilt Decken und Mützen und pflückt am Ufer Brombeeren. Neue Energie. Herrlich die Stromschnellen. Aber aufpassen: Im flachen, schnellen Wasser ist schon mal ein Stein im Weg. Aber alles geht gut und wir haben einen Mordsspaß. &lt;br /&gt;
Der Fluss wird nun tiefer und man sieht kaum noch Lachse. Aber dafür Seehunde! Sie schwimmen um uns herum, sind neugierig. Tauchen teilweise wenige Meter vor uns auf und schauen uns an. Schade, dass wir schon fast am Ende der Tour sind. Die letzten Meter werden gepaddelt und die Seehunde begleiten uns. An einer Bootsrampe nahe der Mündung in den Pazifik landen wir an. Der Tourbus mit unseren Sachen wartet schon. Ausziehen, abtrocknen und hinein in die anderen Klamotten. Auf der kurzen Busfahrt zurück herrscht ein ordentlicher Ge­räusch­pegel. „Alter, hast Du das gesehen?“ ist einer der häufigsten Sätze, die ich von den inzwischen wieder aufgewärmten Kindern höre. Je­der hat mehr Lachse und größere Krebse gesehen und natürlich auch heftigere Stromschnellen erlebt. Genau, wie es sein soll. Was für ein Trip! Meine Erwartungen sind übertroffen.&lt;br /&gt;
Zurück an der Painter&#039;s Lodge. Mann, wie gut mir das Bier heute im gemütlichen Pub der Lodge schmeckt! Also, nicht wirklich im Pub, denn da dürfen die Kinder abends nicht mehr rein. Aber wir können die ebenso gemütliche Lounge nutzen und alles von der Pub-Karte bestellen. Die Vorhut bestellt Wings und Burger – der Rest ist noch schnell in den Zimmern heiß duschen. Ach, ist schon gut, dass wir heute hier untergekommen sind. Ein toller Abend mit Blick auf den Pazifik. Und es gibt immer noch so viel zu erzählen. Zwischendurch gesellen sich andere Lodge-Gäste zu uns und erkundigen sich interessiert nach unserem Abenteuer. Einige überzeugen wir – andere halten uns für verrückt, als sie von der Wassertemperatur des Campbell River hören. Den Kindern ist wieder warm und als ich meine Tochter Anna, die jüngste von allen, an diesem Abend nach der Punktezahl für das Erlebnis frage – wir haben da dieses familieninterne Punktesystem von 0 = „geht gar nicht“ bis 10 = „sensationell“ – strahlt sie mich an und sagt: „Zehn!”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der frühe Vogel fängt den Fisch! Auf leisen Sohlen schleichen Markus und ich um 5.30 Uhr aus unseren Zimmern – die Familien schlafen noch tief und fest. Schnell die paar Schritte hinunter zum Dock. Am Adventure Center der Painter&#039;s Lodge herrscht schon ein geschäftiges Treiben. Wir sind nicht die Einzigen, die heute Morgen zum Angeln rauswollen. So einige Angler tummeln sich hier schon und werden nach und nach von den Dock-Managern ihren Fishing Guides zugewiesen. Und alle haben sie das Regenzeug der Lodge an. War es ein Fehler, das abzulehnen? OK, jetzt bloß nicht das Gesicht verlieren. „No, no, thanks – we don&#039;t need this!“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Greg ist unser Guide. Ein Senior – sieht gemütlich aus. Die haben ja häufig die größte Erfahrung mit den Fischgründen. Schnell in das kleine Boot und los geht&#039;s! Das Wetter sieht wirklich nach Regen aus. Und trotzdem ist es eine tolle Fahrt. Einfach grandios diese Landschaft. Und hier in den geschützten Gewässern zwischen Vancouver Island und dem Festland kann man mit den kleineren Whaler-Booten losfahren. Das macht einen solchen Trip vergleichsweise günstig. Eine wertvolle Erkenntnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wir fahren gut 20 Minuten, dann macht Greg zwei Angeln startklar. „We&#039;re fishing!” Die Angelleinen sind im Wasser und wir genießen die traumhafte Szenerie hier in der Einsamkeit vor Quadra Island. Das Wasser hat eine grünliche Färbung und sieht einfach nur toll aus. Plötzlich zuckt es an Markus’ Leine. Er holt die Angel ein und fängt einen stattlichen Lachs. Doch es ist ein Königslachs und dafür ist er dann doch wieder zu klein. Dieser Lachs darf weiterleben. Nur wenige Minuten später dann aber der Ruck an meiner Angel. Auch ein Lachs. Auch zu klein? Nein, denn nun ist es ein Pink Salmon und für diese Art ein recht großes Exemplar. Ein Keeper. Unser Dinner ist gerettet! Markus macht den Sack zu, denn plötzlich zappelt noch ein Königslachs an seiner Leine. Diesmal ein großer. Super! Zurück am Dock nimmt Greg die Fische für uns aus. Schnell verstauen wir die Fische in unseren Wohnmobil-Gefrierfächern und gehen ins Lodge-Restaurant, wo wir unsere Familien bei bester Laune antreffen. Das Ausschlafen und das Panorama-Frühstück waren der Stimmung sichtlich zuträglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Allemann in die Navions und weiter geht&#039;s. Nach Norden. Das Wetter wird besser. Und es wird immer menschenleerer. Es ist ja fast ein Witz, dass diese einsame Landstraße noch Highway genannt wird und tatsächlich die einzige Verbindungsstraße weit und breit ist! Herrlich, ich genieße die Fahrt – zunächst. Dann merke ich, dass ich nicht nicht mehr wirklich auf die Naturschönheiten konzentrieren kann und beginne, alles wie durch einen Tunnel zu sehen. Ganz plötzlich bin ich hundemüde! Das frühe Aufstehen, die frische Luft... Über Funk gebe ich Markus durch, dass ich an der nächsten Rest Area anhalte. „Danke“, höre ich nur aus dem Lautsprecher. Ihm geht es genauso. Und die Frauen wollen beide nicht fahren. Zwangspause. Eine halbe Stunde „Power-Napping“, dann geht es weiter gen Norden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Unser heutiges Ziel ist das Cluxewe Resort. Bin sehr gespannt, denn es ist ein Projekt der First Nations, das sich wirklich erfolgversprechend anhört. Ein Campground und Cabins am Pazifikufer – und alles soll sehr schön sein. So etwas bräuchten wir auf der Nordinsel! Wir passieren Port McNeill und erreichen die Schotter-Zufahrt zum Resort. Es geht ein Stück durch den Wald und dann tut sich eine große Lichtung direkt zum Pazifikufer auf. Wow, gar nicht mal so klein! Und traumschön direkt am Pazifik! Am kleinen Reception-Office halten wir und treffen auf Scott Mercs, den Resort Manager. Mit ihm habe ich so viel gemailt und telefoniert, dass er mir fast wie ein alter Freund vorkommt. Scott hat schon auf uns gewartet und freut sich sichtlich. Supertyp, denke ich – so einen braucht man für so ein Projekt! „Nein, nein”, sagt Scott, „hier am Hauptplatz bleibt ihr nicht. Fahrt mal hinten über die Landzunge weiter und versorgt Euch vorher da drüben mit ausreichend Feuerholz!” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Gesagt, getan. Und dann erschlägt mich die Schönheit dieses Campgrounds. Das gibt es doch gar nicht! Stellplätze mitten am Pazifik – und das Ganze in einer Art Strandbucht mit Traumblick über die Strait zu einer vorgelagerten Insel. Millionen große Muscheln über den ganzen Strand verteilt. In den Baumwipfeln sehe ich auf Anhieb vier Weißkopf­seead­ler. Mann, das ist ein Traum hier! Besonders, wenn man einen der Waterfront-Plätze erwischt. Die gegenüberliegenden Sites haben teilweise keinen Strom. Wär mir egal, aber die Plätze am Wasser sind schon fantastisch. Ich habe Glück und erwische so einen Stellplatz. Die Kinder sind eh schon am Strand verschwunden. Es wird ein traumhafter Abend am Pazifikstrand des Cluxewe Resort. An dem Blick von unserem Stellplatz aus können wir uns nicht sattsehen. Und mit dem zwischenzeitlich angezündeten Lagerfeuer wird es nur noch schöner. Schnell den Lachs filetiert und drauf damit aufs Feuer. Viel besser geht es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Fast genauso schön wird das ausgedehnte Strand-Frühstück am nächsten Morgen. Die Adler haben uns genau im Blick. Vielleicht bleibt nachher ja doch irgendetwas Schmackhaftes liegen. Auf zum nächsten Abenteuer. Im etwa 30 Kilometer entfernten Telegraph Cove. Wir sind Scotts Ratschlag gefolgt und haben uns ein Taxi bestellt. Klappt perfekt. Die Taxifahrt dauert gerade einmal 20 Mi­nuten. Ich freue mich, endlich mal wieder das bunte Stegdörfchen besuchen zu können. Und irgendwie hat sich kaum etwas verändert in Telegraph Cove. Das gefällt mir. Wir schlendern über den Boardwalk. Und prompt läuft mir Howard Pattinson über den Weg. Howard ist der Besitzer von Tide Rip Tours, unserem hiesigen Partner für Grizzlybeobachtungen. Die Saison läuft super, erzählt er mir. Bis in den September hinein ist er aus-&lt;br /&gt;
gebucht. „Aber alle SK-Kunden haben ihren Platz auf dem Boot sicher“, beeilt er sich zu sagen, vielleicht nachdem er meine hochgezogene Augenbraue bemerkt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Weiter auf dem Boardwalk bis zum skandinavisch-roten Holzhaus, in dem das Office von Stubbs Island Whalewatching untergebracht ist. Während ich uns am Counter eigentlich nur schnell anmelden will, entdeckt der Rest das Lädchen von Stubbs. Na su­per, da kann ja endlich mal wieder was gekauft werden. Dringendst werden nun Wale als Stofftier benötigt. Und T-Shirts braucht man ja sowieso. Auch an Mitbringsel für Freundinnen muss gedacht werden. Selbst für den Hund daheim wird ein Spielzeugwal mitgenommen. Ein Wunder, dass uns bis zum Start der Whalewatching-Tour noch genug Zeit für ein frühes Dinner im Killerwhale Cafe bleibt. Die Fischsuppe (Seafood Chowder) ist immer noch eine der besten auf der Insel! Wir sitzen draußen im Schatten eines Sonnenschirms und blicken auf die kleine Marina. Immer wieder kommen Fischerbötchen herein. Fische werden auf die Stege gewuchtet und an Filetier­tischen ausgenommen. Otter und Möwen haben das schon lange mitbekommen und schielen auf ihren Anteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die M.V. Lukwa von Stubbs Island Whalewatching ist startklar. Captain Roger McDonald begrüßt alle Gäste persönlich an der Gangway der großen Yacht. Es ist kurz vor sechs am Abend, als wir die geschützte Bucht von Telegraph Cove verlassen und ich glaube, man kann sich keine bessere Zeit und vor allem kein schöneres Wetter für so einen Trip vorstellen. Und kaum hat die Yacht Fahrt aufgenommen, muss die Geschwindigkeit auch schon wieder gedrosselt werden. Buckelwale! An unterschiedlichen Stellen ist immer mal wieder der kräftige Blas der großen Wale zu sehen. Toll. Wenig später gesellen sich Delfine hinzu. Und das alles vor der wunderschönen Kulisse der Johnstone Strait, diesem Geflecht aus kleinen, unbewohnten Inseln. Für einen Tag wie heute wären Orcas natürlich die Krönung! Das beschließt auch Captain Roger. Der ehemalige Bürgermeister von Campbell River nimmt Fahrt auf in Richtung Süden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Orcas! Wir haben Glück. Immer wieder ergreifend das Schauspiel der auf- und abtauchenden Schwerter. Und die Landschaft liefert den Hintergrund und gleichzeitig einen zuverlässigen Größen- und Entfernungsbezug. Denn hier in der Johnstone Strait ist man ja immer irgendwie in Ufernähe. Das Auge kann jederzeit alles in bekannte Relationen setzen. Und so erstaunt mich einmal mehr, wie nah am Ufer die Orcas teilweise ihre Bahnen ziehen, als ich fasziniert dem großen Bullen &quot;Surf&quot; hinterherblicke. Auch die Rückfahrt nach Telegraph Cove in den Sonnenuntergang hinein ist spektakulär. Zurück am Campground fallen die Kinder in die Wohnmobilbetten. Schon wieder eine ganze Menge Erlebnis und viel Sauerstoff für einen einzigen Tag! Auch für mich wird der Gedanke an meinen Alkoven immer attraktiver. Aber ein bisschen harren wir noch aus hier draußen. Es ist einfach zu schön am knisternden Feuer vor dem Muschelstrand und den seicht hereinrollenden Pazifikwellen. Unser Freund Mike Willie kommt noch vorbei. Der Inhaber von Seawolf Adventures lebt ja hier. Mit ihm werden wir morgen unterwegs sein. Und Mike will früh los. Ok, kein Problem für uns. Dann aber jetzt gute Nacht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Etwas ist anders am nächsten Morgen. Als ich aufstehe und meinen Blick über den Strand schweifen lasse, werde ich fast ein bisschen missmutig. Verwöhnt waren wir in den letzten Tagen von dem sensationellen Wetter. Und wenn es dann schlagartig kühl, neblig und regnerisch ist, dann holt einen das von einem sehr hohen Niveau herunter. Nee, irgendwie läuft es heute nicht rund. Wir sind sowieso schon viel zu spät und das Packen dauert und dauert. Verschiedene Sachen werden nicht gefunden, die Kinder sind launisch und irgendwie ist alles sehr langsam und konfliktträchtig heute. Auch in einem Traumurlaub gibt es solche Situationen. Aber wir kämpfen uns dadurch und staunen schließlich, was so alles vor dem Wohnmobil zum Mitnehmen aufgetürmt wird. Aber gut, es ist ja nicht nur für die Tagestour mit Mike. Danach soll es ja direkt für fünf Tage ins Orca Camp gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Mit Sack und Pack treffen wir am Dock von Port McNeill ein. Am anderen Ende des Docks sehe ich schon Mike, wie er Kisten über die Planken wuchtet. Aha, er hat also auch noch einiges dabei. Ich blicke auf unsere Gruppe und auf das ganze Gepäck. &quot;Wir passen nie alle auf das Boot mit unseren ganzen Sachen&quot;, höre ich meine Frau prompt sagen. &quot;Ach, das passt schon&quot;, versuche ich überzeugt zu klingen. Aber dann bin ich wirklich positiv überrascht. Mikes Boot ist ein Traum in strahlend gelb mit stabilem Aluminium-Untergrund. Super zum Anlanden an allen möglichen Ufersituationen. Zwei große Markenmotoren im Heck - ein richtiges gutes Schiff. So ähnlich wie das, mit dem wir in Tofino mit Remote Passages rausgefahren sind. Unser ganzes Gepäck findet im Bug Platz und jeder findet einen Sitzplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Während wir aus dem Hafen tuckern, stelle ich mich neben Mike und bespreche die Wettersituation mit ihm. Der Wind ist noch nicht so stark, aber der leichte Regen hat die Wolken richtig runtergedrückt. Die Sicht ist bescheiden. Mike meint, wir sollten lieber noch etwas warten, bevor wir entscheiden, ob wir die große Überfahrt ans Festland zu den Grizzlies wagen. Ob uns Alert Bay interessieren würde. Klar! Ich war noch nie in der kleinen Inselsiedlung der First Nations und wollte sie schon immer mal sehen. Mike nickt zufrieden und gibt Gas. Die etwa zwanzigminüte Bootsfahrt ist zum ersten Mal für uns völlig unspektakulär. Alles grau in grau. Dann gleiten wir in die geschützte Hafenbucht von Alert Bay. Mike steuert ein altes Dock an. Das soll Alert Bay sein? Nein, nur der Reservat-Teil, erklärt Mike. Drüben - er deutet nach rechts - ist der allgemeine Teil von Alert Bay. Da gehen dann auch Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Aber hier am Reservats-Dock sind wir ganz allein - authentisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Am Ufer wandern wir ein Stück bergauf. Für ein First Nations Reservat eigentlich recht aufgeräumt. Mike will mit uns zum U&#039;mista Cultural Center. Finde ich gut. Habe schon viel von der Galerie gehört. Ich trete ein und bin überrascht. Auf dem kurzen Weg hierher haben wir keine Menschenseele gesehen, aber hier ist richtig was los. Angestellte und Besucher wuseln durch den Eingangsraum, in dem es natürlich auch Souvenirs zu erstehen gibt. Aber alles sehr ansprechend. Wenig Kitsch. Mike macht mich darauf aufmerksam, dass ich weder fotografieren noch filmen darf. Wenn ich allerdings das Fotomaterial dazu benutzen würde, um diesen Ort bekannter zu machen und es im Zweifelsfall auch abtreten würde, könne man sich eine Ausnahmegenehmigung erteilen lassen. Gesagt, getan. Völlig problemlos - vielleicht, weil Mike dabei ist. Den kennen sie hier alle und er wird von allen mit sehr viel Respekt behandelt. Er selbst will uns durch die Galerie führen. Super! Auch für die Kinder viel attraktiver, schließlich kennen sie Mike ja nun schon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Und die Führung mit Mike wird ein Hit. Auf sehr eindrucksvolle und vor allem verständliche Weise vermittelt er Kultur und Denke der First Nations der Westküste. Bei allem heute noch gelebten Ge­mein­sinn der First Nations, erklärt Mike, gab und gibt es unter den einzelnen Stämmen eine Art Rangfolge, proportional zu Ansehen und Einfluss. Die Kinder hängen an Mikes Lippen bzw. an meinen, da ich das Meiste übersetzen muss. Auch ich könnte Mike stundenlang zuhören, wenn er zum Beispiel über die Wichtigkeit der Potlatches erzählt, die rituellen Feste, die so entscheidend für Ansehen und Stammesstatus waren. Besonders beeindruckt sind wir von dem angegliederten Longhouse mit den vielen großen und kunstvollen Ritual­masken. Zu jeder einzelnen kann Mike eine Geschichte erzählen. Und dann singt er! Ja, Mike ist ein bekannter First-Nations-Sänger auf Vancouver Island. Mitten in der Halle liegt ein massiver Zedernstamm - die Trommel. Die Holzklöppel stehen daneben. Das ist was für die Kinder - Mike macht&#039;s vor und alle machen mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Immer noch beeindruckt von dieser Erfahrung wandern wir wieder hinunter zum Dock. Das Wetter - wie könnte es anders sein - ist schlagartig wieder schön. Noch ein paar Wolken, aber ansonsten schon viel blauer Himmel und Sonne. Auch der alte Steg ist nun belebter. Einige indianische Fischerboote haben angelegt, Kisten werden über den Steg getragen und Mike wird direkt angesprochen. Man kennt sich, ist vielleicht sogar über ein paar Ecken verwandt. Vier große Sockeye-Lachse werden ganz beiläufig zu uns an Bord gereicht. &quot;Frisch gefangen&quot;, raunt Mike mir zu. Aber was Mike von seinen Freunden über das Wetter gehört hat, hört sich nicht so gut an. Der Wetter-Funkkanal bestätigt es uns noch einmal: In der großen Strait sieht es gar nicht so schlecht aus. Nichts, was Mike seinem Boot nicht zutrauen würde. Also, die Überfahrt zum Festland zu den Grizzlies wäre grundsätzlich kein Problem und Mike möchte am liebsten direkt los. Aber die Vorhersage für die Charlotte Strait sieht ganz anders aus. Hier soll es später mächtig Wind geben, was das sichere Anlanden am Strand des Orca Camps verhindern könnte. Das gibt den Ausschlag, denn da müssen wir ja heute Nachmittag hin. Und schließlich ha­ben wir auch die Kinder dabei. Also, keine Überfahrt zum Festland - keine Grizzlies. Das erste geplante Abenteuer auf unserer Tour, das nicht vollständig klappt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&quot;Aber wenigstens ein ordentliches Lachs-BBQ machen wir vorher noch, oder?&quot; Klar, Mike. Auf jeden Fall! Mike schmeißt den Motor an und gibt Gas. Hmm - wo ist denn der Wind? Naja, die werden alle schon wissen, wovon sie reden. Die Fahrt ist wieder ein Traum. Delfine, Buckelwale und die kleine Insel, die Mike ansteuert. An Land sind die Kinder direkt weg und erkunden. Alles sicher hier, da es nur eine kleine Insel ist. Pumas oder Bären gibt es hier nicht. Ich mache ein Feuer, während Mike sein Lachs-BBQ vorbereitet. Sehr interessant und doch so einfach. Mike nimmt einen angespaltenen Stiel - wie von einem Besen - und klemmt kleine Zedernholzstäbe hinein. Zwischen die wird dann der Lachs gespannt. Pfiffig. Zum Schluss reibt Mike den Stiel noch mit Lachsblut ein. Dies verhindere das Anbrennen des Stiels. Minuten später duftet es schon herrlich! Und wenig später bittet Mike zu Tisch. Auf Treibholz am Strand. Mitten in der Wildnis. Und so lecker! Ich blicke auf das Bild vor mir. Das Feuer, zufriedene Esser, der Sandstrand, die Bucht mit Mikes Boot, dahinter der Pazifik und die nächste Insel. Wow.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Auf zum nächsten Abenteuer. Die See ist nun tatsächlich ruppig, aber Mike bringt uns sicher zum Orca Camp an der Robson Bight. Er selbst kann nicht mit an Land kommen. Wind und Wellen zwingen ihn zur direkten Umkehr. Puh - gut, dass wir nicht doch erst die Überfahrt zum Festland gemacht haben. Der Wind wird immer stärker. Wir rufen Mike noch unseren Dank hinterher und winken zum Abschied. Jetzt sind wir im Orca Camp! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Mein Kumpel Andy ist schon da. Er betreibt das Orca Camp und hat seine beiden Töchter mitgebracht, die Zwillingsschwestern Sarah und Tiffany. Und seinen Freund Franz mit dessen Tochter. Franz kommt jedes Jahr aus Bayern, um das Orca Camp mit aufzubauen und für die neue Saison fit zu machen. Tja, und dann ist unser alter Freund Bruce Maclean mit dabei - zusammen mit seiner Frau Nancy. Mit dem Besitzer des legendären Pubs &quot;Sasquatch Inn&quot; verbindet mich eine inzwischen fast dreißgjährige Freundschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gesellschaft macht das Orca Camp zum Highlight unseres Trips. Aber ebenso der Ort selbst. Noch bevor ich meinen Rucksack ins Zelt geschmissen habe, zieht schon eine ganze Schule Orcas am Strand vorbei. Zum Greifen nah. Abenteuer nonstop. Für vier Nächte haben wir den Komfort des Wohnmobils gegen das Zelt im Regenwald getauscht und werden es keine Sekunde bereuen. Nebelschwaden am Morgen über dem Pazifik, durch die dann irgendwann schnaufend die Orcas pflügen, während man selbst staunend am Ufer steht - mit einem heißen Kaffee in der Hand. Kajak-Exkursionen in unberührte Küstenwildnis, Lunchpausen an einsamen Inselstränden, unzählige Tierbeobachtungen. Und als Krönung Begegnungen mit den Orcas auf Augenhöhe. Ein unglaubliches Gefühl, wenn die wunderschönen schwarz-weißen Körper unter dem eigenen Kajak dahingleiten. Abends dann das Lagerfeuer und der Blick auf die gegenüberliegende Insel mit ihren bewaldeten Bergen im Abendrot. Dazwischen die auf- und abtauchenden Schwerter der Orcas, die sich von uns in die Nacht verabschieden. Eigentlich alles kaum zu glauben. Einiges von der Großartigkeit dieses Erlebnisses wird einem wohl erst klar, wenn man mit etwas Abstand an das Erlebte zurückdenkt. Denn erlebt haben wir hier viel. Zu viel für zwei, drei Absätze. Und mehr als genug für eine eigene Geschichte. Und doch kommt unser letzter Vormittag im Camp schneller als gedacht. Das Wassertaxi legt am Strand an und wir laden unser Gepäck auf. Gerade sind wir mit dem Boot losgefahren und haben uns schon damit abgefunden, unsere scharz-weißen Freunde nicht mehr zu sehen, da tauchen sie noch einmal auf - unsere Orcas! Sie schwimmen direkt am Boot vorbei. Wie zum Abschied. Wie einzigartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zurück am Strand des Cluxewe Resort lassen wir den Tag im Restaurant des Resorts in großer Runde ausklingen. Mike und Scott sind auch noch vorbeigekommen. Von ihnen kam der Tipp, dass hier in dieser kleinen Hütte das vielleicht beste Restaurant der Nordinsel zu finden sei. Kann ich nur bestätigen. Tolles Essen, ein begabter Koch mit Entertainer-Qualitäten und ein Super-Service. Klein und fein. Und klar, feuchtfröhlich wird&#039;s auch. Zwar darf das Restaurant (noch) keinen Alkohol ausschenken, aber man darf sein eigenes Bier und seinen eigenen Wein mitbringen. So langsam beginnen wir Abschied zu nehmen. Vom Orca Camp, vom Cluxewe Resort und vom nördlichen Vancouver Island.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Frühmorgens treten wir den Heimweg an. Von Nanaimo geht es mit BC Ferries nach Horseshoe Bay. Idealer wäre die Passage vom Duke Point Ferry Terminal bei Nanaimo hinüber nach Tsawwassen (südlich von Vancouver) gewesen, um den hauptsächlichen Stadtverkehr auf der Weiterfahrt ins Fraser Valley zu umgehen. Aber diese Fähre haben wir verpasst. &quot;It is what it is&quot;, würde Andy sagen. Direkt nach dem Anlegen düsen wir über den Trans-Canada-Highway an Vancouver vorbei. Unser letztes Ziel wäre eigentlich der Fort Langley Campground gewesen. Aber Traveland-Monika und ihr Mann Harie haben uns zu sich nach Hause zum &quot;Brazilian BBQ&quot; eingeladen. Das kennen wir schon von früheren Reisen und können nicht widerstehen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Am letzten Morgen geben wir unsere treuen Navions schweren Herzens bei Traveland zurück und lassen uns zum Vancouver Airport bringen. Unser Gepäck lassen wir hier einschließen. Mit dem Skytrain fahren wir kostenlos die zwei Stationen bis zum neuen McArthur-Glenn-Outlet-Center. Markus und ich hatten das unseren Frauen und Töchtern versprochen. Das Outlet Center ist wirklich schön angelegt. Soweit ich als Mann das beurteilen kann, findet man hier alles, was man so an Marken benötigen könnte. Vor allem aber auch einen empfehlenswerten Coffee Place im Zentrum der Anlage. Alle Jäger sind am Ende mit ihren Schnäppchen zufrieden und endlich kann ich mich erschöpft in meinen Flugzeugsitz fallen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wir sind am Ende eines großartigen Trips angelangt. Vieles wird uns in seiner Einmaligkeit wohl erst im Laufe der Zeit bewusst werden. Mir selbst bewiesen habe ich mir aber bereits jetzt, dass es Vancouver Island mehr als wert ist, alleiniges Ziel einer Kanadareise zu sein. Und dass zwei intensive Wochen einer längeren Reise in nichts nachstehen müssen. Ich bin sicher, dass wir alle in ein paar Jahren nicht mehr genau wissen, ob wir 20, 16 oder 12 Tage unterwegs waren. Vergessen werden wir aber nicht, dass wir mit Lachsen geschnorchelt und mit Orcas gepaddelt sind. Das bleibt - für immer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
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                <title>SHE CANada HE CANada 0,00 €</title>
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                <pubDate>Mon, 12 Feb 2018 13:49:25 +0100</pubDate>
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&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Text: Rainer Schoof&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SHE CAN&lt;/strong&gt;&lt;em&gt;ada:&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der erste Supermarkteinkauf für den Wohnmobilurlaub. &quot;Meine Güte, ist das eine riesige Auswahl&quot;, ist sie erst einmal erschlagen. &quot;Da weiß man ja gar nicht, wo man anfangen soll. Ich muss einen Plan machen&quot;, denkt sie. Sie blickt ihn an, glaubt prompt in seinem Gesicht Verzweiflung zu erkennen und hört ihn ein verdattertes &quot;Ok...&quot; hervorpressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Sie teilen sich auf, um Zeit zu sparen. Sie will die wichtigen Dinge des alltäglichen Lebens besorgen. Er soll sich um den Rest kümmern. Ihr ist klar, dass damit auch das tägliche Essen in ihre Verantwortung fällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Schnell fällt ihr die thematische Anordnung, die logische Bestückung und die genaue Beschriftung der Regale auf. Das macht ihr das systematische Vorgehen leicht. Jeder Gang baut auf dem vorherigen auf. Schnell sind die wichtigsten Dinge gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;In ihrem Einkaufswagen landen Brot, Butter, Milch, Müsli, Marmelade, Honig, Aufschnitt, Kaffee, Kaffeefilter, Nudeln, Kartoffeln, Pfeffer, Salz, Mineralwasser, Müllbeutel, Frischhaltefolie, Spülmittel sowie sicherheitshalber ein paar Ersatz-Spüllappen und Trockentücher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Vor der Kasse trifft sie ihn wieder und ist beeindruckt, dass sie nichts doppelt gekauft haben. &quot;Teamwork&quot;, denkt sie, &quot;aber schon gut, dass ich mich um das Wichtige gekümmert habe. Das wär sonst schiefgegangen.&quot; Ihr Blick schweift noch einmal über seinen Wagen. &quot;Wofür einen Extra-Topf, wenn die Wohnmobilschränke voll mit Töpfen sind?&quot;, schüttelt sie innerlich den Kopf. &quot;Egal. Ist Urlaub&quot;, denkt sie, sieht ihn zufrieden lächeln und fühlt sich bestätigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;HE CAN&lt;/strong&gt;&lt;em&gt;ada:&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der erste Supermarkteinkauf für den Wohnmobilurlaub. &quot;Wow, hier gibt es ja alles&quot;, ist sein Jagdtrieb sofort geweckt. &quot;Da werden wir schon finden, was wir brauchen&quot;, freut er sich in Gedanken. Die erste mögliche Beute ist schon entdeckt. Er lächelt verzückt, als sein Blick die Fleischtheke ins Visier nimmt. &quot;OK&quot;, sagt er frohlockend. Und denkt: &quot;Attacke!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Sie teilen sich auf, um Zeit zu sparen. Er soll sich um das Wichtige zum Leben kümmern. Sie will irgendetwas Anderes besorgen. Ihm war von vornherein klar, dass das tägliche Essen in seine Verantwortung fällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Instinktiv realisiert er, dass kein System hinter der Warenanordnung in diesem Supermarkt steckt. Das erschwert die Suche. Viele Gänge müssen mehrfach beschritten werden. Er fokussiert seinen Blick und konzentriert sich auf das Wesentliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;In seinem Einkaufswagen landen drei Kilo Rinderhack, zwei T-Bone-Steaks, ein frisch gegrilltes Brathähnchen, ein Bündel Feuerholz, Arbeitshandschuhe, Feuerzeug, Anzünder, Grillzange, Grillrost, ein großer Stahltopf für das Lagerfeuer und sicherheits­halber noch zwei T-Bone-Steaks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Vor der Kasse trifft er sie wieder und ist beeindruckt, wie viel sie dann doch noch gekauft hat. &quot;Teamwork&quot;, denkt er, &quot;aber schon gut, dass ich mich um das Wichtige gekümmert habe. Das wär sonst schiefgegangen.&quot; Sein Blick schweift noch eimal über ihren Wagen. &quot;Wofür Lappen und Trockenücher, wenn die Wohnmobilschränke voll damit sind?&quot;, schüttelt er innerlich den Kopf. &quot;Egal. Ist Urlaub&quot;, denkt er, sieht sie zufrieden lächeln und fühlt sich bestätigt. &lt;/p&gt;</description>
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                <title>Trail Riders 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 27 Mar 2019 09:22:41 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/1_trcr---flussuberquerung-(waterton-river-zwischen-middle-und-lower-waterton-lake).jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;FRANZIS 6 MONATE KANADA: Das Praktikum ihres Lebens&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 50&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Erster Tag bei den Trail Riders of the Canadian Rockies&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hui, die Nacht war kurz! Ich bin gestern gegen halb 12 in Calgary am Flughafen angekommen. Nachdem ich mein Gepäck geschnappt habe, ging es mit dem Shuttle zum Acclaim Hotel. Ich bin noch schnell unter die fantastische Regendusche gehüpft und habe mich dann in mein Kingsize-Bett gekuschelt. Heute Morgen klingelt mein Wecker und holt mich aus dem Tiefschlaf. Es ist jetzt viertel vor sechs und ich bin gerade einfach noch nicht bereit, um aufzuwachen. Als ich langsam realisiere wo ich bin und was ansteht, schießt die Energie mit einem Mal durch meinen Körper. Das Abenteuer Trail Ride kann beginnen! Gut eine Stunde später treffe ich Stuart, Präsident der Trail Riders of the Canadian Rockies. Gemeinsam mit 12 weiteren Pferdenarren und unserem Emcee Larry verbringe ich die nächsten Tage im äußersten Süden Albertas. Wir werden  jeweils über mehrere Stunden durch die vielseitige Landschaft des Waterton Lakes National Park reiten. Untergebracht sind wir über die Zeit in einem Camp keine zehn Autominuten von unseren Pferden entfernt. Die Trail Riders gibt es schon seit 1923 und ursprünglich haben die Touren meist in der Gegend rund um Banff stattgefunden. In diesem Sommer organisiert Stuart mit seinem Team zum dritten Mal in Kooperation mit den ansässigen, familiengeführten Alpine Stables verschieden lange Trail Ride Touren rund um Waterton. Ich kann es gar nicht erwarten, mich in den Sattel zu schwingen und loszureiten. Schon seit Wochen freue ich mich auf dieses einzigartige Erlebnis!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgeteilt auf zwei Vans starten wir die etwa dreieinhalbstündige Fahrt zu unserem Camp. Unterwegs erklärt uns Stuart, dass eine Tour mit den Trail Riders um einiges mehr ist als &quot;nur&quot; Reiten. Es soll ein Gesamtpaket sein, das über die Leidenschaft zu Pferden und zum Reiten einen Austausch hervorruft. Austausch untereinander, mit der Natur und dem Partner Pferd. Dabei spielt auch die Vermittlung über Land und Leute sowie kulturelle Aspekte eine entscheidende Rolle. Besonders letzteres steht bei unserem Stopp am Head-Smashed-In Buffalo Jump im Fokus. Vor vielen tausend Jahren haben hier die Menschen des Blackfoot Tribes eine spezielle Jagdtechnik für sich entdeckt. Dank ihres Wissens über die Verhaltensweisen und Instinkte der Büffel haben sie die Tiere in einen Hinterhalt gelockt und auf eine Klippe zugetrieben. Im Falle einer erfolgreichen Jagd stürzte eine zuvor bestimmte Menge an Büffeln die Klippe hinunter. Aus ihrer Beute erzeugten die Blackfoot People Nahrung, Kleidung und Werkzeuge. Das Überleben des Winters war somit gesichert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem höchst interessanten, aber viel zu kurzen Besuch sitzen wir wieder im Van und fahren Richtung Waterton. Auf dem Weg verändert sich die Landschaft stetig. Die Berge in der Ferne werden immer imposanter umso näher wir ihnen kommen. Im Camp angekommen bringen wir nur schnell unser Gepäck in die Tipis und Zelte, hüpfen in unsere Reitklamotten und stärken uns für den ersten Ausritt. Etwa eine Stunde später kommen wir am Stall im Nationalpark an. Nach einer Einweisung durch die Inhaber des Stalls Dee und seinen Enkel Josh, die auch gleichzeitig unsere Guides sind, lernen wir unsere zugeteilten Pferde kennen. Mein vierbeiniger Partner hört auf den Namen Carl und ist ein gutmütiger brauner Wallach. Auf den ersten Blick sieht er ganz freundlich aus, mal schauen wie er sich reiten lässt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wahnsinn, schon die allererste Tour ist einfach fantastisch. Die Landschaft hier im Waterton Lakes National Park ist wunderschön und vor allem so abwechslungsreich. Wir reiten durch weite Graslandschaft, am Ufer des Middle Waterton Lake entlang, über Hügel und durch den Wald. Und das alles innerhalb von etwa drei Stunden. Als wären wir noch nicht geflasht genug von den neuen Eindrücken, spottet Josh einen Schwarzbären mit zwei Jungen. Und zwar auf dem Golfplatz! Schnell hole ich meine Kamera raus und merke wie ich schmunzeln muss. Die Golfer sind sicherlich nicht ganz so begeistert! Weiter oben auf dem Kurs ist ein weiterer Schwarzbär unterwegs. Das macht mich gerade mehr als glücklich. Der perfekte Einstieg in eine vielversprechende Woche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abends im Camp fallen wir über das vorzügliche Abendessen her. Die Schwestern Ashley und Catherine wissen ganz genau wie sie eine Gruppe Abenteurer satt bekommen. Gestärkt und zufrieden treffen wir uns im sogenannten Doughnut Tent. Rund ums Feuer verteilt sitzen wir beisammen und haben auch zwei Gäste unter uns. Sie präsentieren uns Cowboy Poetry. Ob lustig, romantisch oder auch traurig, jedes einzelne Poem erzählt eine Geschichte und berührt meist auf emotionale Weise. Mit seiner Gitarre rundet Gesangstalent Larry den Abend ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 51&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Zweiter Tag bei den Trail Riders of the Canadian Rockies&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider habe ich in meiner ersten Nacht im Camp nicht ganz so gut geschlafen. Eingemummelt in einen warmen Schlafsack, ist es auf meinem Feldbett super bequem. Wäre da nicht der kleine Gast in meinem Tipi umhergeirrt, hätte ich höchstwahrscheinlich geschlafen wie ein Stein. Das Mäuschen hat mich mit seinem Laufen über die Zeltplane am Boden allerdings größtenteils vom Schlafen abgehalten. Die Müdigkeit ist schnell vergessen, als es zum Frühstück läutet. Auf geht&#039;s, ein vielversprechender Tag wartet auf mich. Nach der Stärkung am Frühstücksbuffet packe ich mir noch ein Lunchpaket zusammen und verstaue es zusammen mit meiner Kamera in den Satteltaschen. Heute teilen wir uns in zwei Gruppen auf und reiten getrennt voneinander aus. Mir gefällt die Idee sehr gut. Auch wenn es gestern viel Spaß gemacht hat, mit allen gemeinsam unterwegs zu sein, ist es doch in einer kleinen Gruppe entspannter und meiner Meinung nach ein intensiveres Erlebnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Stall warten die Vierbeiner schon auf uns. Gemeinsam mit Dee verlassen wir wenige Minuten später das Gelände in Richtung Horseshoe Basin. Eine ganze Weile tragen die Pferde uns über weite Graslandschaft. Keine Zäune weit und breit. Mit der Nase im Wind schließe ich meine Augen und konzentriere mich voll und ganz auf die Bewegungen von meinem Pferd Carl. Der Moment gibt mir ein starkes Gefühl von Freiheit. Die Gedanken in meinem Kopf sind mit einem Mal wie weggeblasen und ich vergesse für einige Sekunden alles um mich herum. Ein wunderschönes Gefühl! Nachdem wir uns durch ein dicht bewachsenes Waldstück geschlängelt haben, passieren wir einen kleinen Fluss. Egal was auf uns zukommt, die Pferde strahlen eine enorme Gelassenheit aus. Carl meistert jede Aufgabe mit Bravour. So kann ich mich voll und ganz auf das Naturerlebnis einlassen. Oben auf einem kleinen Berg angekommen, legen wir erst einmal eine Lunchpause ein. Lecker, das Sandwich schmeckt hier oben im Gras sitzend noch besser als ich es mir heute Morgen beim Schmieren vorgestellt habe. Die nächste Etappe führt uns über einen Berg. Der Aufstieg scheint den Pferden kaum etwas auszumachen. Kraftvoll steigen sie die schmalen Serpentinen hinauf. Ich bin beeindruckt, die Tiere sind topfit! Wir nähern uns dem Bergkamm und mit einem Mal wird uns die Sicht auf die andere Seite geöffnet. Mein Blick schweift von rechts nach links und dabei versuche ich so viel aufzusaugen wie nur eben möglich. Wir schauen auf die endlose Weite der Prärie. Kleine Waldflächen sind eingebettet in riesig wirkende Felder und die einzig sichtbare Straße verblasst irgendwo am Horizont. Beeindruckend!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der anstehende Abstieg erfordert von den Pferden gute Trittsicherheit. Besonders die engen Richtungswechsel im Verlauf der Serpentinen stellen eine Herausforderung dar. Für die erfahren Trail Horses natürlich kein Problem. Ich vertraue Carl und lasse ihn seine Schritte so setzen wie er es für richtig hält. Zwischendurch fordere ich ihn an besonders steilen oder mit vielen Steinen besetzten Passagen auf, schön langsam zu gehen. Zusätzlich unterstütze ich ihn mit der Verlagerung meines Gewichts nach hinten in seiner Balance. Zurück zum Stall geht es wieder durch die Prärie. Nach insgesamt rund acht Stunden auf dem Pferderücken merke ich, dass meine Muskeln langsam nach einer Pause rufen. Respekt an uns und unsere vierbeinigen Partner. Das waren insgesamt knapp 30 Kilometer, die wir heute zurückgelegt haben. Damit haben sich sowohl die Pferde als auch wir selbst eine gute Portion Abendessen mehr als verdient.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 52&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Dritter Tag bei den Trail Riders of the Canadian Rockies&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der ersten Nacht im Camp hat mir mein kleiner Untermieter mit seinem Besuch leider ein wenig den Schlaf geraubt. Spontan habe ich mich gestern Abend noch dazu entschieden, meine Klamotten zu packen und in ein anderes Tipi umzuziehen. Das war eine hervorragende Entscheidung! Ich habe fantastisch geschlafen und fühle mich fit für den heutigen Tag. Am Stall angekommen, wünsche ich als aller erstes meinem Pferd einen Guten Morgen. Schon verrückt, wie schnell ich eine Verbindung zu Carl aufgebaut habe und mich von Tag zu Tag mehr an ihn und seinen Charakter gewöhne. Und so wie ich die anderen Reiter gerade beobachte, geht es da nicht nur mir so. Hoffen wir mal, dass auch Carl so zufrieden mit mir ist, wie ich mit ihm!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heutige Ziel ist gesteckt und liegt auf knapp 2000 Meter Höhe. In Begleitung von Dee und Josh treten wir den Aufstieg zum Vimy Peak an. Das Wetter spielt optimal mit und bringt uns einen frischen, aber sonnigen Morgen. Die Stimmung in der Gruppe ist gut und besonders die sechs Freundinnen aus Amerika sind so früh am Morgen schon äußerst kommunikativ. Beim Reiten wechseln wir untereinander immer mal die Reihenfolge und so komme ich nach und nach mit nahezu allen ins Gespräch. Auf die Uhr geschaut habe ich beim Losreiten nicht, aber ganz grob geschätzt sind wir schon gute drei Stunden unterwegs, als sich vor uns der Weg gabelt. Für eine kurze Lagebesprechung mit Josh und Dee halten wir unsere Pferde an. An diesem Punkt gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man reitet weiter bis auf den von hier aus sichtbaren Gebirgskamm oder man setzt seinen Weg fort bis zur Bergspitze. Letzteres erfordert allerdings eine Wandereinheit auf den eigenen zwei Beinen. Für mich steht die Entscheidung fest. Ich möchte ganz nach oben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu sechst reiten wir weiter bis zur Baumgrenze und binden unsere Pferde dort im Schatten an. Beim anschließenden Aufstieg wünsche ich mir zwar an steilen Passagen anstelle meiner rutschigen Reitstiefeletten ein paar ordentliche Wanderschuhe herbei, aber irgendwie klappt es auch so. Die Anstrengung der letzten halben Stunde ist mit einem Mal wie weggeblasen. Dieser Moment, wenn man oben ankommt und über die Bergspitze hinaus auf die andere Seite sehen kann, ist jeden einzelnen Schritt wert. Was für ein genialer Ausblick! Auf der einen Seite erhebt sich eine mächtige Gebirgskette, auf der anderen Seite grenzt die endlos weite Prärie an den Fuß des Berges. Es wirkt fast wie eine imaginäre Linie, an der Prärie und Rocky Mountains aufeinander treffen. Eine solche Kombination lässt sich nirgends sonst finden. Absolut einzigartig! Von hier oben betrachtet, zieht sich der Waterton Lake aufgeteilt in Lower, Middle und Upper Waterton Lake wie gemalt durch die Landschaft. Ich bin absolut überwältigt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer ausgiebigen Lunchpause und der darauf folgenden Fotosession treten wir langsam den Rückweg zu unseren Pferden an. Überwältigt von all den neuen Eindrücken in meinem Kopf merke ich, dass meine Konzentration nachlässt. Auch Carl wirkt nach dem langen Tag geschafft und ist nicht mehr ganz so achtsam. Das anspruchsvolle Gelände erfordert allerdings auch beim Abstieg noch einmal volle Aufmerksamkeit. Ich reiße mich zusammen und fordere auch Carl auf, sich zu konzentrieren. Optimal, das klappt doch schon viel besser. Müde aber auch zufrieden und überglücklich beende ich die heutige Tour.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend besucht uns Corporal Brian Johannson von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) im Camp. Er bringt uns die Geschichte der nationalen Polizeieinheit näher und beantwortet Fragen jeglicher Art. Mit der Erschließung Westkanadas entstand Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund wachsender Unstimmigkeiten und der Zunahme gewaltdominierter Übergriffe die Notwendigkeit einer organisierten Einheit, die für Sicherheit und Ordnung sorgte. Die als North West Mounted Police (NWMP) entstandene berittene Polizei wurde 1919 mit der östlichen Polizei zusammengelegt und ein Jahr später in die RCMP umbenannt. Heute ist die RCMP über das ganze Land verteilt und arbeitet als kanadische Bundespolizei eng mit weiteren Sicherheitsbehörden und Polizeieinheiten zusammen. Kleiner Fun Fact am Rande: Die RCMP setzt aus dem ästhetischen Grund, dass das Rot ihrer Uniformen so gut zu der schwarzen Fellfarbe von Rappen passt, seit Jahrzehnten nur schwarze Pferde ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 53&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Vierter Tag bei den Trail Riders of the Canadian Rockies&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestern Abend haben wir alle gemeinsam das Beisammensein im Camp genossen und bei einem kühlen Bier den Tag ausklingen lassen. Das gestrige Erlebnis oben am Vimy Peak hat in mir die Begeisterung für den Waterton Lakes National Park definitiv noch mal auf ein ganz anderes Level gehoben. Gut gelaunt und voller Vorfreude steige ich mit meinem Proviant für den Tag zu Fahrer Cade in den Van. Der heutige Ritt startet für einen Teil der Gruppe am Cameron Lake. Das Team von Alpine Stables bringt uns die Pferde mit dem Anhänger zum Startpunkt der Tour. Um ehrlich zu sein steige ich mit einer gewissen Portion Respekt aufs Pferd. Ich habe mir sagen lassen, dass der Trail zum Carthew Mountain einer der herausforderndsten sein soll. Neben dem etwas flauen Gefühl spüre ich auf der anderen Seite auch den Reiz des Abenteuers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz entspannt starten wir die Tour erst einmal durch den schattigen Wald und schlängeln uns den Pfad entlang. Immer wieder erlauben uns Lichtungen den Blick herunter auf den tiefblauen Cameron Lake. Einen ersten kurzen Stopp legen wir am Summit Lake ein. Carl steuert zielgerichtet aufs Wasser zu und gönnt sich ein paar erfrischende Schlücke aus dem See. Wenige Kilometer weiter lichtet sich der Wald langsam und der Untergrund verändert sich vom festen Waldboden zum steinigen Geröll. Hui, das hier ist tatsächlich nichts für schwache Nerven! Wir befinden uns mittlerweile auf einem schmalen Trail. So gerade passen beide Pferdehufe nebeneinander, bevor es auf einer Seite den Abhang herunter geht. Vom Pferderücken aus wirkt das ganze noch eine Nummer intensiver und sorgt dafür, dass mein Herz doch glatt mal einen Gang zulegt. Ich bin mehr als froh, dass mein Pferd Carl ruhig und entspannt ist, dabei aber trotzdem jeden einzelnen Schritt bestimmt und kontrolliert auf den Pfad setzt. Ich versuche so ausbalanciert wie möglich zu sitzen, sodass ich Carl nicht aus dem Gleichgewicht bringe. Für ein sichereres Gefühl meinerseits versuche ich ihn zusätzlich zu motivieren, so weit wie es eben geht auf der Bergseite des Trails zu laufen. Nach besonders herausfordernden Passagen lobe ich meinen Partner mit einem aufmunternden &quot;Good boy&quot; oder &quot;Great job, Carl&quot;. Kurz bevor wir den Bergkamm erreichen, steigen wir ab. Anstatt zu reiten führen wir unsere Pferde über eine große und steil angelegte Steinplatte. Juhuu, wir haben es geschafft! Um ehrlich zu sein zittern mir die Knie doch ein wenig. Die Kombination aus innerlicher Anspannung, purer Freude über den Ausblick und Stolz, dass ich den Aufstieg gemeinsam mit Carl gemeistert habe, ist überwältigend. Ich brauche einen Moment bis ich mich komplett gefangen habe. Was für ein Adrenalinkick!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor es weiter geht, gönnen wir uns und den Pferden noch eine kleine Verschnaufpause. Da nutze ich doch glatt mal die Zeit und halte diese atemberaubende Aussicht mit meiner Kamera fest. Auch wenn das Bild nicht mal annähernd so schön ist, wie es in Wirklichkeit aussieht, wird mich das Foto immer an diesen emotionalen Moment erinnern. Bereit für die nächste Etappe schwinge ich mich zurück in den Sattel. Wow, dort unten liegen die Carthew Lakes. Mein Blick verharrt für einen Moment auf den drei Seen, die sich stufenversetzt aneinander anschließen. Am Obersten der Seen setzen wir uns für eine Lunchpause zusammen. Das nenn ich mal den perfekten Spot, um ein leckeres Sandwich zu genießen! Nach der Mittagspause reiten wir an den beiden folgenden Seen vorbei und begegnen auf dem Weg einer Gruppe von Rebhühnern sowie einem Murmeltier. In der Ferne lässt sich von hier aus schon das nächste Highlight erahnen. Mit seiner intensiven Blaufärbung sticht der kristallklare Bergsee ganz besonders hervor und fesselt meinen Blick für einige Sekunden. Carl nutzt meine kurze Unaufmerksamkeit aus und rupft sich ein saftig grünes Grasbüschel vom Wegesrand. Ich muss schmunzeln beim Anblick dieses tiefenentspannten Pferdes. Nach dieser enormen Anstrengung wirkt er auf mich immer noch frisch und voller Energie. Eben ein echter Hochleistungssportler!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg zum Camp gehe ich den Tag noch einmal in Gedanken durch. Rückblickend beurteilt, ist diese Tour definitiv nichts für schwache Nerven. Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich Bedenken hatte und sich zwischendurch auch ein klein wenig Panik in mir ausgebreitet hat. Aber alles in allem hat es sich mehr als gelohnt, aus meiner Komfortzone herauszutreten und etwas zu wagen. Belohnt wurde ich dafür mit dieser atemberaubenden Aussicht und dem Erlebnis einer wunderschönen Naturlandschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 54&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Fünfter Tag bei den Trail Riders of the Canadian Rockies&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gestrige Tour über den Carthew Mountain zum Alderson Lake hat meine Gefühle Achterbahn fahren lassen. Freude, Respekt, Angst, Stolz, Spannung, Nervosität, Begeisterung und Glück haben sich nahezu im Sekundentakt abgewechselt und miteinander kombiniert. Mit ein bisschen Abstand überwiegt heute Morgen definitiv Stolz gepaart mit Begeisterung. Ich bin unendlich froh, dass ich den Ritt mitgemacht habe. Stuart, Präsident der Trail Riders of the Canadian Rockies, begleitet uns gemeinsam mit seiner Tochter Janessa auf den heutigen Ritt. Ich freue mich schon auf Stuarts lebendige Erzählungen von seinen Erfahrungen mit den Trail Riders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der bevorstehende Trail führt uns zu den Rowe Lakes und ist im Vergleich zu gestern ein entspanntes Kontrastprogramm. Auf ein Waldstück folgt eine kurze Passage über Geröll, bevor wir an einer großen Wiese ankommen. Durch das intensive grün schlängelt sich ein kleiner Fluss und lässt diesen Ort inmitten der Berge als kleine Oase hervorstechen. Der perfekte Ort für eine kurze Pause. Die Pferde freuen sich und langen ordentlich zu. Josh tippt mir auf die Schulter und gibt mir sein Fernglas in die Hand. Er hat eine Gruppe Bighorn Sheep entdeckt. Etwa sieben Böcke liegen unter einem Felsvorsprung und scheinen den Tag langsam angehen zu lassen. Wow, durch das Fernglas kann ich sie richtig gut beobachten. Beim letzten Aufstieg zu den Seen treffen wir auf eine Gruppe Wanderer und machen sie auf die Schafe aufmerksam. Die Vier bedanken sich und halten direkt Ausschau nach den Tieren. Wildtiere in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten ist für mich ein faszinierender Faktor und bringt ein Gefühl von innerlicher Zufriedenheit mit sich. Wie gut, dass hier im Waterton Lakes National Park so viele verschiedene Arten zuhause sind. Vor einem wunderschönen Bergpanorama genießen wir während einer ausgedehnten Mittagspause unsere Sandwiches. Auch für einen Rundgang ist noch genug Zeit. Josh nimmt ein paar Steine in die Hand und lässt sie gekonnt über den Middle Rowe Lake flitschen. Mir kribbelt es schon ein wenig in den Fingern und zack habe ich im nächsten Moment auch meinen ersten Stein in der Hand. Wie ging das noch gleich? Ich erinnere mich an die Familienurlaube, in denen mein Papa mir genau diese überlebenswichtigen Fähigkeiten beigebracht hat. Also los! Vom ersten Versuch mal abgesehen funktioniert es richtig gut und macht riesig Spaß. Keine zwei Minuten später stehen alle am Ufer verteilt und flitschen mit großer Begeisterung Steine über den See.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut gelaunt kehren wir am Nachmittag zum Camp zurück. Bis zum Abendessen ist noch genug Zeit für eine warme Dusche. Mit einem Hotelzimmer sind die sanitären Anlagen natürlich nicht zu vergleichen, wir sind immerhin mitten in der Wildnis. Aber ganz ehrlich, die Campingdusche erfüllt ihren Zweck voll und ganz und ich setze mich nach dem Duschen aufgewärmt und frisch zum Abendessen an den Tisch. Die beiden Schwestern Ashley und Catherine übertreffen sich mal wieder selbst mit dem Essen. Es ist so lecker, dass ich kaum noch Platz für den Nachtisch habe. Wobei so ein bisschen warmer Kuchen mit Vanilleeis geht doch immer! Unseren letzten Abend im Camp verbringen wir alle gemeinsam am Feuer. Es wird geredet, gesungen und gelacht. Gemeinsam mit Janessa röste ich Marshmallows und lausche dabei, wie Larry uns das ein oder andere Lied auf der Gitarre vorspielt. Im Laufe des Abends ergreift Präsident Stuart das Wort. Allen Teilnehmern wird eine Urkunde überreicht und je nach der Anzahl an erfolgreich absolvierten Trail Rides erhalten wir einen Pin zum Anstecken. Stolz nehme ich meine Urkunde und den bronzefarbenen Pin für meinen ersten Ritt entgegen. Im Anschluss gehört jedem einzelnen von uns ein Augenblick, um ein paar Worte zur Woche im Camp und den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen loszuwerden. Wow, ich überrasche mich mit meinem Beitrag selbst. Ich hätte von mir nicht gedacht, dass ich dabei so emotional werde. Mir wird nochmals deutlich bewusst, was für eine einzigartige Erfahrung der Trail Ride für mich darstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Franzi in Kanada auf Tour: Tag 55&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Trail Riders of the Canadian Rockies &amp; Calgary&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestern Abend haben wir noch im Anschluss an das gemütliche Beisammensein den Sternenhimmel bestaunt. Die Sicht ist so klar gewesen, dass wir zahlreiche Sterne sehen konnten und sogar die Milchstraße deutlich zu erkennen war. Wunderschön! Nachdem ich auch die letzte Nacht im Tipi tief und fest geschlafen habe, räume ich morgens meine Sachen zusammen und treffe den Rest der Gruppe beim Frühstück.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Gemeinsam mit allen 13 Teilnehmern und unserem Emcee Larry starten wir auf einen abschließenden Ausritt durch die Weiten der Prärie. Es ist noch recht frisch, die Sonne kommt aber immer wieder zwischen den Wolken hervor. Dabei bringt sie Wärme mit sich und wirft bezauberndes Licht auf die Graslandschaft. Auf unserem Ritt begegnen uns mehrere Rehe und hüpfen nur wenige Meter an uns vorbei. In einem Baum entdeckt Josh zwei Adler. Wahnsinn, die zwei Steinadler wirken gewaltig. Majestätisch spannen sie ihre Flügel aus, heben ab und gleiten über den Fluss. Na wenn das mal nicht ein gelungener Abschluss einer traumhaften Woche im Waterton Lakes National Park ist. Carl bekommt von mir beim Abschied eine intensive Kuscheleinheit und einen saftigen Apfel. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ihn zu reiten und in seiner Begleitung all die phänomenalen Momente zu erleben. Großen Respekt an Dee, Josh und das gesamte Team von Alpine Stables. Die Pferde sind hervorragend ausgebildet, machen ihren Job perfekt und sind dabei topfit und enorm gutmütig. Ich vermisse die fantastischen Ausritte jetzt schon!&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Zurück in Calgary wartet schon das nächste Abenteuer auf mich. Cade bringt mich freundlicherweise samt Gepäck nach Downtown. Ich checke im Hilton Garden Inn ein und werde am Front Desk herzlich empfangen. Beim Betreten meiner geräumigen Suite fällt mir doch mal kurz die Kinnlade herunter. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, um mich in Ruhe umzusehen. Ich mache mich frisch und starte anschließend in Richtung Elliston Park. Insgesamt verbringe ich zwei volle Tage in Calgary und ein Highlight folgt das Nächste. Der Tourismusverband der Stadt Calgary unterstützt mich bei meiner Erkundungstour und hat mir organisiert von Travel Trade Coordinator Bailey Mullen einen vielversprechenden Ablaufplan zusammengestellt. Im Elliston Park wartet auch schon mein erster Programmpunkt, das Global Fest. Das Global Fest wurde erstmalig im Jahr 2003 veranstaltet und ist ein multikulturelles Festival auf dem sich viele verschiedene Länder präsentieren und ihre kulturellen Besonderheiten mit anderen Menschen teilen. Die Stimmung im Park, an den Foodtrucks und rund um die Einkaufsstände ist ausgelassen und friedlich. Das grandiose Feuerwerk bildet den krönenden Abschluss des Abends. Ich liebe Feuerwerk! Einen besseren Start meiner Stadterkundungstour durch Calgary kann ich mir kaum vorstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://www.kanadafieber.de/Nordamerika-Reiseberichte/Das-Kanada-Praktikum/Calgary.html&quot;&gt;Hier geht es zum nächsten Reisebericht…&lt;/a&gt;</description>
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                <title>Portrait: Dale Howes 0,00 €</title>
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                <pubDate>Fri, 06 Jan 2023 12:23:36 +0100</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/dalesitzendrvc2017-rsf.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;strong&gt;Mr. Traveland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Fester Händedruck, gerader Blick, die richtigen Worte bei unserem Treffen in einem angesagten Montréaler Coffeeshop, keine peinlichen Pausen. Gestatten: Dale Howes, Gründer und Besitzer von Traveland RV in Vancouver. &lt;br /&gt;
Text: Ole Helmhausen  Fotos: H.-G. Pfaff und Rainer Schoof&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Traveland, seit 2001 Partner von SK Touristik, ist eine Erfolgsgeschichte. Und bereits nach 20 Minuten plaudern mit Dales Howes erahne ich warum. &quot;Interessante Arbeitseinstellung - in Vancouver würde dieser Kellner direkt gefeuert&quot;, kommentiert Dale Howes nüchtern die nun schon längere Abwesenheit der Bedienung während unseres Treffens in einem Coffeeshop, am Rande der kanadischen Tourismusmesse &quot;Rendezvous Canada&quot; in Montréal. Noch ein kurzes Kopfschütteln und dann schwelgt er weiter in Erinnerungen an seinen letzten Deutschlandtrip - vor allem an den Besuch eines Heimspiels von Borussia Dortmund. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Die manchmal - so mein Eindruck - wohl auch grimmige Leidenschaft, die ihn in der Wohnmobil-Branche nach oben getragen hat, ist nicht zu überhören, der Sinn für Details und der Stolz auf das Erreichte nicht zu übersehen. &quot;Ich pflege zu sagen, dass jemand nur dann für mich arbeiten kann, wenn er mit einer Waschbürste umgehen kann&quot;, beantwortet er meine Frage nach seinem Arbeits­ethos. Und bedankt sich trotzdem höflich für meine Wahl dieses Coffeeshops für unser Treffen. Denn &quot;der Kaffee auf dieser Messe ist schrecklich&quot;.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Während der nächsten zwei Cappuccinos entsteht also das Porträt eines Unternehmens, das bis heute eng mit der Persönlichkeit seines Gründers verflochten ist. 1977 begann Howes aus einem Mietshaus in Abbotsford heraus mit dem Verkauf von Trailern der Marke Travelaire. Das ging so lange gut, bis sein Partner beim Entleeren einer Propangasflasche das Haus abfackelte. &quot;Ist bis heute mein bester Freund&quot;, schmunzelt Dale, als habe es sich damals um eine Feuertaufe gehandelt. Tatsächlich stellten die beiden wenig später eine entscheidende Weiche. 1979 kauften sie die Konkurrenz aus dem Rennen und waren damit stolze Besitzer von zwei Travelaire-Stationen. Die nächsten Jahre galt es, das junge Unternehmen sicher durch die raue See der nordamerikanischen Wirtschaft zu navigieren. &quot;Die frühen Achtziger waren nicht einfach&quot;, erinnert sich Howes, und für einen Moment wirkt er, als wecke er diese Erinnerung gar nicht gern. &quot;Wir hatten gerade etwas Land gekauft, um uns zu vergrößern, dann schlugen die Banken mit 20-prozentigen Zinssätzen zu. Viele Freunde gingen damals pleite.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Doch irgendwie gelang es ihm, auch diese Klippen zu umschiffen. 1986 setzte die Expo Vancouver auf die Landkarte, im Jahr darauf zog der Wohnmobil-Verkauf auch für Traveland wieder an. Das Unternehmen errichtete und bezog 1994 seinen heutigen Standort in Langley, den über 3000 Quadratmeter großen Superstore am Langley Bypass. &quot;Wir haben noch das Land daneben gepachtet, aber selbst mit insgesamt 32.000 Quadratmetern platzen wir inzwischen aus allen Nähten&quot;, schüttelt Howes den Kopf. 1995 stieg man ins Vermietungsgeschäft ein. Zu diesem Zeitpunkt besaß Traveland bereits eine große Verkaufsflotte. &quot;Wir hatten keine Ahnung vom Vermietgeschäft&quot;, lächelt Howes. &quot;Meine Controllerin kam aus der Schweiz, sprach also Deutsch, und ich sagte, geh zum Rendezvous Canada und schließ Kontakte mit deutschen Reiseveranstaltern. Und sie sagte, sie hätte doch gar keine Ahnung vom Tourismus. Und so gingen wir zwei Ahnungslosen zusammen auf die Messe.&quot;&lt;br /&gt;
Schnell erkannte Howes, dass der Mietmarkt für Wohnmobile größer war als angenommen. Die Zahl der Mietmobile wurde von zehn auf 20 verdoppelt und stieg im Jahr darauf auf 40. &quot;Das war 1997, glaube ich. In dem Jahr lernte ich auch Rainer Schoof von SK Touristik kennen.&quot; Die Chemie zwischen beiden stimmte und zusammen stellten sie sich einer neuen Herausforderung &quot;Traveland RV Rentals&quot;. &quot;Anders als andere Anbieter hatte ich nur eine Basis, nämlich die in Langley. Das stellte sich für mich zunächst als Nachteil dar, weil europäische Reiseveranstalter lieber Wohnmobilvermieter mit Stationen in ganz Kanada auf ihre Katalogseiten stellten. Und die Kunden glaubten, dass sie bei einem One-Way-Trip von A nach B mehr von Kanada sähen.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;SK Touristik sei damals der einzige deutsche Veranstalter gewesen, der das Potenzial von Traveland sofort erkann­te. Und das bestärkte Howes darin, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, den scheinbaren Nachteil in einen Vorteil umzuwandeln und konsequent weiter am Alleinstellungsmerkmal der besonderen Detail-Qualität zu basteln. Die Idee war, die neuesten Wohnmobile auf dem Markt anzubieten. Als Käufer, Besitzer und Wiederverkäufer seiner eigenen Wohnmobil-Flotte genoss er die dazu nötige Unabhängigkeit. &quot;Während andere ihre Flotte jeweils drei Jahre halten mussten, begann ich damit, jedes Jahr die Hälfte meiner gesamten Flotte zu verkaufen und direkt zu erneuern.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Damit hatte Traveland das erste wichtige Ziel erreicht und konnte nun jedes Jahr die neuesten Mobile der Branche anbieten. Die Honorierung durch die Kunden ließ nicht lange auf sich warten. Kein Wunder in den Augen des Traveland-Chefs. Für ihn ist ein Miet-Wohnmobil kein Hotelzimmer, das man bei Nichtgefallen einfach wieder verlassen kann. &quot;Es ist eher wie ein Kreuzfahrtschiff - da kannst du eine ganze Weile nicht von Bord. Deshalb muss es sauber und verlässlich sein!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Das Feedback der Kunden bestätigt Howes. Auf einem der Kanadatage von SK Touristik sei er einmal einer jungen Frau begegnet, die sich für einen Traumurlaub bedankte und von ihrem mitreisenden Vater erzählte. Des­sen lebenslanger Traum sei es gewesen, einmal mit dem Wohnmobil durch Kanada zu reisen. &quot;Stell Dir vor, nun kommt er endlich nach Kanada, und dann kriegt er eine klappernde 100.000-Kilometer-Schrottkiste! Das gibt es bei Traveland nicht.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;An der Qualität des Produkts wird stetig weiter gefeilt. Slideouts, elektrisch ausfahrbahre Treppen, Markisen und vieles mehr kamen dazu. Bei jeder Neuerung, er­innert sich Howes, seien die Zulieferer zunächst immer skep­tisch gewesen. Zu kompliziert, zu empfindlich, zu reparaturanfällig. &quot;Das Gegenteil war der Fall&quot;, lächelt Howes und erzählt dann fast ein bisschen stolz, wie seine Kunden bis heute die derart ausgerüsteten Appartements auf Rädern zu den ihren machen, sie hegen und pflegen und im Top-Zustand wieder abliefern.  &lt;br /&gt;
Heute ist die Mietflotte von Traveland etwa 200 Fahrzeuge stark. Zur Auswahl stehen Camper Vans, Motorhomes und Trucks &amp; 5th-Wheels, also Trucks mit sieben bis zehn Meter langen Aufliegern. Viele Vans und Mobile fahren auf Mercedes-Chassis. Und doch beträgt der Anteil des Mietgeschäfts am Gesamtunternehmen gerade einmal 15 Prozent. &quot;Der Verkauf ist der Motor, der unser Schiff vorantreibt&quot;, drückt es Howes aus. Nur der eigene starke Verkauf garantiere den kontinuierlichen Austausch der Mietflotte und damit deren gleichbleibende Qualität. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Howes selbst tritt nun, mit Anfang sechzig, etwas kürzer. Seine drei Söhne übernehmen immer mehr das Tagesgeschäft. &quot;Keine Sorge, ich bin weiter an Bord. Aber es ist wirklich schön, ein bisschen mehr Zeit für seine Hobbies zu haben.&quot; Und die heißen Enkelkinder, schnelle Autos und Pferde. Neben Viper und Mercedes parkt seit neuestem ein Tesla, wenn es für Howes zum Entschleunigen auf dem Rücken der eigenen Quarterhorses zum Ranchausritt mit seinen Söhnen geht. Sorgen um Arbeitsmoral und Geschäfts­verständnis des Nachwuchses macht er sich keine. &quot;Mein ältester Sohn Shaun ist jetzt 34. Mit 14 fing er bereits neben der Schule bei uns an. Ja, natürlich, an der Waschbürste!&quot;</description>
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                <title>Schöffel in den Rockies 0,00 €</title>
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                <pubDate>Wed, 09 Oct 2019 10:58:16 +0200</pubDate>
                <description>&lt;img src=&#039;https://www.kanadafieber.de/out/pictures/generated/product/1/700_490_75/bergamo_7900_herren_0040.jpg&#039; border=0 align=&#039;left&#039; hspace=5&gt;&lt;em&gt;Es ist Mitte März 2016 und mir kommt es so vor, als wären wir gerade erst von unserem letzten Schöffel-Trip Ende September zurückgekehrt. Und doch fühlt es sich neu und anders an. Kein Wunder - uns erwartet ja auch etwas völlig anderes. Etwas Großartiges: Die kanadischen Rocky Mountains im Spätwinter. Und meine Lieblingsskigebiete Lake Louise und Sunshine Village!&lt;br /&gt;
Text:&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Rainer Schoof&lt;/strong&gt;   &lt;em&gt;Fotos:&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Michael Müller (KME/Schöffel) &lt;/strong&gt;&lt;em&gt;und&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Rainer Schoof&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Der Nonstop-Flug 845 der Air Canada nach Calgary ist pünktlich, ruhig und angenehm. Was will man mehr? Das Beste ist jedoch die frühe Ankunftszeit in der Präriestadt, von der man die Rocky Mountains schon sehen kann. Landung um kurz nach eins mittags und um zwei stehe ich schon am Mietwagen-Schalter. Zeitdruck habe ich auch, klar. Aber irgendwie zieht es mich auch einfach nur in die Berge und ich bin froh, dass mir die frühe Ankunft eine erste Hotelnacht in der Stadt erspart. Im Gegenteil - bis nach Lake Louise will ich noch kommen. Sollte kein Problem sein, denn das Tageslicht wird mir für die gesamte Fahrt erhalten bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;So, jetzt steht es also unmittelbar bevor - das zweite Schöffel-Shooting in Kanada. Es ist Mitte März 2016 und mir kommt es so vor, als wären wir gerade erst von unserem letzten Schöffel-Trip Ende September zurückgekehrt. Und doch fühlt es sich wieder komplett neu und anders an. Kein Wunder - uns erwartet ja auch etwas völlig anderes. Zwar machen wir geografisch da weiter, wo wir im Herbst aufgehört haben - in den Rockies rund um Lake Louise und Banff - aber jetzt reden wir natürlich vom Winter. Genauer: von den kanadischen Rocky Mountains im Winter! Meine Ski habe ich dabei - es kann losgehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Natürlich ist auch mein Freund Andy Schwaiger wieder mit von der Partie. Seinen Kleinbus, der uns im Sommer bei unseren Kleingruppenreisen so treue Dienste leistete, hat er schon am Airport vorgefahren und gut gelaunt empfängt er mich am Passagierausgang. Zusammen mit Ole Helmhausen, unserem Reisejournalisten. Der ist natürlich auch wieder dabei. Kurz nach mir kommt auch die Schöffel-Crew mit ihren Unmengen an Gepäck aus dem Zollbereich heraus. Großes Hallo, dann alle in den Bus. Nur Ole und ich steigen in den ausgeliehenen SUV. Und los geht es in Richtung Rockies. Am Anfang die übliche Orientierungsphase im Mietwagen. &quot;Wo geht denn hier das Radio an und wie stellt man die Temperatur ein?&quot; Am Airport hat&#039;s gerade gereicht, um schnell das iPad-Mini mit Halterung an die Windschutzscheibe zu klatschen und die Tomtom-Navigations-App ans Laufen zu bringen. Doch die lotst uns dann zuverlässig durch das anfängliche Gewirr von Highway-Auf- und Abfahrten, bis wir auf dem Transcanada Highway in Richtung Westen unterwegs sind - und erst einmal aufatmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Und dann - aahhh! Die Rockies! Immer wieder einmalig, wie sie sich genauso plötzlich wie majestätisch aus der Weite der Prärie erheben. Wie eine gigantische Wand, die klar zum Ausdruck bringt: Hier ist Schluss mit Flachland! Kurze Zeit später ist man dann schon mittendrin in diesem beeindruckenden Gebirge. Vorbei an Canmore - Mann, das ist schon wieder gewachsen, neue Hotels sieht man schon von der Straße aus - geht es hinein in den Banff Nationalpark. Ein kurzer Stopp in Banff am Büro von Banff-Lake-Louise Tourism (BLLT). Hierhin hat Schöffel die Bekleidung vorausgeschickt, die in den nächsten Tagen abgelichtet werden soll. Ryan Elliot, unser Mann vor Ort von BLLT, erwartet uns schon und führt uns zu der Schöffel-Lieferung. Was? Neun große Alukisten? Nie und nimmer bekommen wir die in unseren Kofferraum! &quot;Kein Problem&quot;, grinst Ryan. &quot;Ich komme mit. Mein Kofferraum ist ganz leer.&quot; Glück gehabt. Aber so kennen wir es ja von den Kanadiern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Auf nach Lake Louise! Ein Traum die Fahrt durch das Bow Valley, am Westufer des Bow River entlang. Der Fluss fließt, aber rechts und links am Ufer sind noch dicke Eisschollen aufeinander geschoben. Dieses Wildnis-Bild vor der Kulisse des imposanten Castle Mountain - einfach nur großartig! Unterhalb des Lake Louise steuern wir im gleichnamigen Örtchen das Lake Louise Inn an, unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte. Einchecken, Sachen ins Zimmer werfen, duschen und dann runter in den Pub. Ein leckeres kanadisches Bier und den ersten Bison-Burger des Jahres. Alles ist gut!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ryan ist zum Dinner geblieben. Er wird das Shooting hier im Banff Nationalpark in Etappen begleiten. Gelegenheit zu einer ersten kurzen Lagebesprechung. Ins Skigebiet von Lake Louise soll es morgen gehen. Zum Location-Scouting. Hört sich nach viel Skifahren an. Super! Jetzt ist wirklich alles gut! Todmüde, aber mit großer Vorfreude auf den nächsten Tag falle ich in mein Bett. Könnte schwören, dass ich schon schlafe, bevor mein Kopf das Kissen berührt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der neue Tag und das Skigebiet Lake Louise warten auf uns! Aber zunächst das richtig gute Frühstücks-Buffet im Lake Louise Inn. Es gibt leckeren Schinken - ja, über so etwas kann ich mich in Kanada immer noch freuen. Überhaupt wurde es mal wieder Zeit, dass ich hier ins Lake Louise Inn komme. Meiner Meinung nach ist und bleibt es im Winter das ideale Hotel für alle Skifahrer, die wissen, dass sie sich auf Lake Louise und die herrlichen Back Bowls konzentrieren wollen und nicht zwangsläufig den Luxus eines Fairmont Hotels brauchen. Sprich, die Zimmer sind typische, nordamerikanische Hotelzimmer: nicht zu klein, sauber, no frills. Pool und Whirlpool gibt&#039;s noch. Für uns passt&#039;s super. Auch wegen der Lage: Kein Hotel in Lake Louise liegt näher am Skigebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Gestärkt geht es los. Ski Lake Louise - wir kommen!  Richtig gut schaut&#039;s aus mit dem Wetter. Zu unserer Überraschung wollen Ryan und Chef-Fotograf Michael Müller Andy und mich gar nicht dabei haben bei ihrem Location-Scouting. Mit Filmer Mario Entero und dem Skirennläufer Benni Raich wollen sie los. Benni hat eine eigene Partnerschaft mit Schöffel und ist relativ spontan mit auf diesen Trip gekommen. Freut uns natürlich - bringt Glanz in die Hütte! Für heute, erklärt uns Ryan, sind wir jedoch nicht als komplette Filmcrew angemeldet und daher möchte er das Scouting-Team klein halten. &lt;br /&gt;
&quot;All right&quot;, sagt Andy zu mir. &quot;We&#039;re on our own - even better!&quot; Denn Andy kennt das Skigebiet wie seine Westentasche - und vor allem die Back Bowls. Die vielen kleinen, steilen Felskamine, in die man teilweise leicht hineinspringen muss und in denen noch so viel Powder auf uns wartet. Herrlich! Ich muss zugeben, ich hatte fast vergessen, wie schön dieses Skigebiet mit all seinen Möglichkeiten rechts und links der Piste ist! Die Temperaturen sind unter null - also herrlicher Schnee auch auf den breiten, präparierten Pisten. Aber der eigentliche Reiz von Lake Louise liegt im Gelände. Das Außergewöhnliche ist ja gerade, dass innerhalb des Gesamtskigebiets alles freigegeben und dennoch lawinenkontrolliert ist. &quot;What you see is what you ski&quot; - gerade für Europäer ein eher unbekanntes Konzept. Wirklich etwas Besonderes!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Immer und immer wieder schmeißen wir uns in die kleinen Schluchten hinein - wir können einfach nicht genug bekommen! Und das, obwohl sich der Himmel zuzieht und man teilweise in dem leicht zerfahrenen Pulverschnee gar nicht mehr so genau sieht, wo man eigentlich hinfährt. Aber es ist traumhaft und wir genießen die leeren Hänge in vollen Zügen. Zum Lunch fahren wir runter in die Day Lodge von Lake Louise - ein großes, atmosphärisches Rundholzgebäude mit allen Annehmlichkeiten. Vom Skiverleih unten über das Kantinen-Restaurant in der Mitte bis zum japanischen Restaurant und dem gemütlichen Pub oben. Wir entscheiden uns für oben rechts, den Pub - eh klar. Ein zünftiges Canadian und Chicken Wings. Wir sind ja schließlich in Kanada!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der Nachmittag wird genauso schön. Immer wieder beeindruckt mich, dass der Schnee überhaupt nicht an Qualität verliert! Schließlich müssen wir jedoch vor der immer schlechter werdenden Sicht kapitulieren. Macht nichts. Wir fühlen uns reif für die Annehmlichkeiten des Hotels. Sind richtig kaputt. Ein Start nach Maß für das Skifahren in den kanadischen Rockies!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ach, daran kann man sich gewöhnen: morgens Frühstücksbuffet und dann die fünfminütige Fahrt Skigebiet. Und über Nacht hat es geschneit! Andy und ich können es kaum erwarten loszukommen. Am Resort habe ich Gelegenheit, mich mit Benni Raich zu unterhalten. Ist ja schon ein beeindruckender Skiläufer! Und auch er ist vom Skifahren in Kanada begeistert. Die Weltcup-Abfahrt in Lake Louise gehört zu seinen absoluten Lieblings-Rennstrecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Andy und ich helfen, das Basiscamp für die Schöffel-Crew in der Lodge auf der Rückseite des Hauptbergs einzurichten. Alles muss auf Skiern hingetragen werden. Abenteuerlich - vielleicht sogar unvernünftig. Niemals würde ich unter normalen Umständen mit solchen Lasten auf dem Rücken auf die Bretter gehen. Andy grinst mich nur an, als wir uns beide schnaufend mit großen Lastenrucksäcken aus dem Sessellift schleppen. &quot;It is what it is, my friend!&quot; An der Lodge müssen dann die &quot;Models&quot; - keine Profis, sondern Locals aus Banff - angekleidet, geschminkt und eingewiesen werden. Hektik - fast Chaos. Doch dann läuft plötzlich alles nach einem für Andy und mich unsichtbaren, aber offenbar routiniertem Schema ab. Diese Crew macht so etwas nicht zum ersten Mal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zeit für uns, die vielen anderen Geländeabfahrten auszutesten. Bis zum Mittag. Dann schauen wir nochmal bei der Schöffel-Crew vorbei. Das Wetter ist nicht optimal. Aber sie haben sich in den Kopf gesetzt, im &quot;Elevator&quot; zu fotografieren. Ein Tiefschneehang, den man erst komplett ersteigen muss. Das geht nur über einen steilen Grat - und heute auch nur, weil die Ski Patrol dabei ist. Wir sehen die kleine Gruppe um Benni Raich und Fotograf Michael nur noch in der Ferne den Grat hinaufsteigen. Sieht irgendwie unwirklich aus und erinnert mich in diesem diffusen Licht an die alten Bilder der Goldrauschpioniere am Anstieg des legendären Chilkoot Trail.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Sie sind schon zu weit oben -?wir können nicht mehr hinterher. Also, noch ein paar Abfahrten für uns! Bei der letzten Waldabfahrt brauchen wir so lange, um auf unmöglichen Wegen durch den Wald zu stochern, dass wir fast die letzte Sesselliftauffahrt zurück hinüber zur Frontseite verpassen. Naja, eigentlich haben wir sie schon verpasst. Aber der junge Mann am Lift lacht nur, als er uns sieht, klappt die bereits hochgestellte Sitzfläche wieder herunter und bedeutet uns einzusteigen. „No worries. Have fun up there!“ Auch das ist Skifahren in Kanada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Das Skigebiet Sunshine Village steht am nächsten Morgen auf dem Programm. Etwas früher aufstehen, denn wir müssen noch auschecken. Heute ziehen wir um nach Banff. Und die Fahrt von Lake Louise zum Skigebiet dauert eine knappe halbe Stunde. Mit seinen großen und weiten Abfahrtsflächen ist Sunshine Village ein Paradies für den Pistenfahrer. Das Upper Village ist zudem das einzige On-Mountain-Resort in den Nationalparks. Ski in, ski out: Richtig einladend sieht das Sunshine Village Inn aus mit seinen komfortablen Loftzimmern, deren Balkone hinüber zu den Liften blicken. Ein neuer Plan reift in mir: Das mache ich nochmal mit der Familie. Drei, vier Tage hier oben – das muss ein Traum sein. Denn die Infrastruktur ist überzeugend. Zwar muss man mit der Gondel hochfahren – es gibt keine Straßenzufahrt im Winter – aber dann hat man ja alles, was man braucht. Nicht nur das Hotel mit all seinen Annehmlichkeiten, sondern zur attraktiven Abwechslung auch das Old Trapper Restaurant gegenüber, das auf eine ganz eigene sympathische Weise Western-Atmosphäre mit dem Flair einer österreichischen Skihütte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Andy und ich treffen die Crew oben auf dem Berg. Der letzte halbe Tag mit Benni Raich. Außerplanmäßig musste unser Skirennläufer morgens noch einmal mit auf den Berg, denn die Szenerie, in der Cheffotograf Michael seine Bilder macht, ist einfach nur spektakulär an einem solchen Tag mit blauem Himmel und einer atemberaubenden Fernsicht. Auch wenn es nur noch wenige Stunden bis zu seinem Rückflug ab Calgary sind, hat Benni die Ruhe weg und meistert Michaels Anweisungen routiniert. Souverän steht er auf den Ski oder schnallt die Bretter ab, um sie fotogen den Hang hinauf zu tragen. Sieht alles super aus. Ich ziehe meine Handschuhe aus, um selbst ein bisschen mit dem Handy zu filmen und spüre schon nach einer Minute meine Finger nicht mehr. Es ist -12 Grad  –?das ist schon eine Ansage! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Aber der Schnee ist ein Traum! Für Andy und mich zumindest. Auch hier finden wir noch einiges an Tiefschnee und spannendem Gelände. Klar, mit Lake Louise ist Sunshine in Sachen Gelände sicher nicht zu vergleichen. Da hat Lake Louise mehr zu bieten. Mehr Variation – nicht unbedingt Extremeres. Denn den „Geländeknaller“ schlechthin gibt es hier in Sunshine. „Delirium Dive“ – nomen est omen: ein langgezogenes Kanonenrohr auf der Bergrückseite. Die steilste unpräparierte Geländeabfahrt in einem Skigebiet weltweit. Auf einem Schild am hinführenden Sessellift lesen wir, dass „The Dive“ heute für ein paar Stunden geöffnet wird – gerade so, dass es für uns nicht reinpasst. Schade, aber halb so schlimm. Noch stäubender Schnee auf den Pisten, recht tiefer und dennoch leichter Schnee im Gelände, ein paar schöne Buckel – alles gut. Gefällt uns. Und schafft uns. Denn für Sunshine gilt das Gleiche wie für Lake Louise: Skifahren, Skifahren, Skifahren. Kein Verschnaufen an den Liften – einfach immer weiter. Das Gebiet ist groß, variationsreich und dennoch aufgrund der kesselähnlichen Form sehr orientierungsfreundlich. Gefällt mir. Auf einer in den Rockies startenden Skireise würde ich dieses Skigebiet als Start wählen. Zum Einschwingen – und für erste Geländeexkursionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Bis drei Uhr nachmittags lassen wir es krachen. Dann sind wir platt und begeben uns auf die Talabfahrt. Die Crew ist auch fertig. Auf nach Banff. In die Banff Caribou Lodge, eines meiner Lieblingshotels in Banff. Andy und ich erzählen von unseren Tiefschneeabfahrten. Fotograf Michael rollt mit den Augen. Er ist im Augenblick nicht so zufrieden. Als Perfektionist war ihm der Schnee nicht tief und jungfräulich genug. Er hätte sich für die Aufnahmen mit Benni Raich richtig meterhoch aufwirbelnde Schneewolken gewünscht. Wir sehen erste Bilder und sind begeistert! Ist doch super – aber uns fehlt dann vielleicht doch das professionelle fotografische Auge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Morgens Frühstück im Keg – wieder ein tolles Buffet. In dem Steakrestaurant hatten wir gestern bereits bei einem ernstzunehmenden Rib Eye den Tag ausklingen lassen. Für die Crew um Fotograf Michael geht es zum Location Scouting für die Non-Ski-Bilder. Im Bow Valley des Banff Nationalparks – alles leicht zu finden. So entscheidet Michael, allein mit kleinem Team zu fahren. Also noch ein Skivormittag für Andy und mich! Passt gut, denn heute hat sich Bart Donelly, der Director Travel Trade von Travel Alberta, zum Frühstück zu uns gesellt. Unter der Woche lebt Bart in Calgary – für die Winter-Wochenenden hat er sein Haus in Banff behalten. Na, das ist doch mal Lifestyle! Und heute ist er extra einen Tag eher ins Wochenende gestartet, um uns zu treffen. Er möchte mit uns Ski fahren. Also gut, wenn ich gezwungen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Sunshine it is again. Heute erkunden wir die Off-Piste-Kamine am Goateye Mountain. Toll – vielleicht doch nicht ganz so weit weg vom Geländeangebot in Lake Louise. Bart ist ein sehr guter Skiläufer und es macht Spaß, sich mit ihm und Andy in die Steilhänge zu stürzen, in denen wir immer wieder herrliche Pulverschneetaschen finden. Keine übermäßigen Mengen, aber so, dass es Spaß macht. Und wenn man dann einmal einen jungfräulichen Kamin entdeckt hat, wird man fast ein bisschen misstrauisch. Warum sind hier noch keine Spuren? Lauern da Felsen unter der Schneedecke? Naja, irgendwann muss einer los und es herausbekommen. Wir wechseln uns ab – jeder ist mal dran. Und alles geht gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Zum Nachmittag verschlechtert sich das Wetter. Immer wieder dichte Nebelbänke. Und wärmer ist es auch nicht geworden. Ein guter, anstrengender Skivormittag reicht uns heute. Ab auf die Talabfahrt. Andy muss mit seinem Bus noch auf einen Teil der Filmcrew warten. Filmer Mario ist heute mit kleinem Team auf den Berg gefahren, um Close-ups und technische Aufnahmen zu machen –?zum Beispiel von Jackenreißverschlüssen. Bart und ich fahren zurück nach Banff. Lunch im Keg und dann einfach mal das Hotel genießen. Ich bin echt gern in der Banff Caribou Lodge – für mich die perfekte Mischung aus Komfort und gehobenem Understatement. Und irgendwie echt kanadisch. Tolle Holzapplikationen, die beeindruckende Kamin-Lounge – da kommt man schon beim Hineingehen in die richtige Stimmung. Die Zimmer sind vielleicht etwas kleiner als anderswo, aber dafür sind sie geschmackvoll eingerichtet. Und ein Trumpf ist das KEG mitten im Hotel. Wer die Steaks der KEG-Kette kennt, weiß das:?ein gutes Restaurant, ohne dass alberne Preise aufgerufen würden. Zufrieden und entspannt gehe ich hinauf in mein Zimmer. Und freue mich, denn auf dem Nachttisch hat mir das Zimmermädchen eine Dank-Nachricht geschrieben. Sie hat sich über mein Trinkgeld gefreut. Und so etwas freut mich dann wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Gerade will ich mich auf mein Bett legen, da klingelt das Telefon. Ein aufgeregter Stefan Ritschel – auch der Schöffel-Marketingmann ist natürlich wieder mit von der Partie – erklärt mir, dass es Probleme mit einem der Models gibt. Cristiano aus Italien hat von seinem Zwischenstop in Toronto angerufen. Ihm sei die Einreise nach Kanada verwehrt worden und er müsse zurück nach Deutschland. Ein Schock im Team, insbesondere beim Planungsstab: Krisensitzung, Erarbeitung von Plan B und C. Lokale Model-Agenturen werden kontaktiert. Ich informiere die Air Canada und das SK-Büro in Deutschland und bitte um Hilfe beim Herausfinden, was eigentlich genau passiert ist. Eine ordentliche Maschinerie setzt sich in Gang. Dann klingelt das Telefon von Stefan. Cristiano ist dran. Es sei alles nur ein Scherz gewesen. Er komme nachher aus Calgary mit einem der vielen Shuttles hergefahren. Also, ich muss mich erst einmal setzen. Kaum zu glauben, das Schöffel-Team lacht schon wieder. „Typisch Cristiano“, wird mehrfach geschmunzelt. Mir ist im Augenblick nicht wirklich nach Schmunzeln zumute. Kopfschüttelnd beginne ich überall Entwarnung zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Damit aber nicht genug. Fotograf Michael hat den Wetterbericht studiert und drängt auf eine Planänderung. Er will nicht mehr drei Tage, sondern nur noch morgen in Banff bleiben, um stattdessen zwei Tage früher nach Südalberta zu fahren. Ein bisschen habe ich schon auf so etwas gewartet. Jetzt ist es also soweit: alles spontan umbuchen. So sind sie, die Fotoshootings. Aber was soll ich sagen? Michael hat ja recht. In den nächsten drei Ta­gen soll es Superwetter geben, danach eher durchwachsen sein. Und in Südalberta wollen wir die Weite der Prärie vor der Silhouette der Rockies auf die Bilder bringen. Dafür braucht man Fernsicht, ergo: gutes Wetter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;An die Arbeit, Reiseveranstalter! Den leichten Panikanfall schnell unterdrücken. Aber gerade in solchen Situationen hat man gelegentlich auch mal Glück. Alle meine Umbuchungen funktionieren. Erleichtert mache ich mich zum Dinner auf. Heute geht es ins „Balkan“ an der Banff Avenue. Dort ist heute „Greek Night“ – mit Bauchtanz-Vorführung. Bauchtanz und griechisch in Kanada – im Ernst? Also, mein Fall ist diese Art von Entertainmentgastronomie nicht, aber vielen im Team scheint es zu gefallen. Nach dem Essen der angenehme Spaziergang in der klaren, kalten Abendluft auf der Banff Avenue zurück zur Caribou Lodge. Der Blick diese Straße hinab ist einfach immer wieder spektakulär – egal zu welcher Tageszeit. Ich stelle mich mitten auf die Straße, um ein paar Fotos zu schießen – wahrscheinlich zum x-ten mal...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Und irgendwie kann man an der einladenden Bar des Keg abends auch nicht vorbeigehen. Nightcap-Time. Cristiano ist inzwischen angekommen und gesellt sich dazu. Schuldbewusst beeilt er sich, die Getränkerunde zu bezahlen. Naja, da hat er dann wohl noch einmal die Kurve gekriegt. Sympathisch ist er ja – und genau wie alle anderen schaffe auch ich es nicht, ihm länger böse zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Aufbruch am nächsten Morgen in der Dämmerung. Wir nehmen die allererste Gondel. Michael will das bestmögliche Licht haben - &quot;Action Fotos&quot; stehen heute auf dem Programm. Der Himmel strahlt! Ryan hat eine Ex-Kollegin mitgebracht. Martha ist 40, Skilehrerin in Banff und sieht umwerfend aus. Kein Wunder also, dass sie kurzerhand von der Schöffel-Crew für diesen Tag als Model engagiert wird. Model Cristiano ist auch mit von der Partie. Er ist für die sogenannten &quot;Beauties&quot; vorgesehen. Sprich: Er muss gut aussehen, nicht wirklich Skifahren. Die Stimmung ist super – und die Shooting Location auf der Piste perfekt vorbereitet. Ryan managed professionell mit dem Walkie Talkie das zeitgenaue Losfahren der Models. Alle sind happy. &quot;Super-Schuss&quot;, hören wir oft von Michael.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Andy und ich beobachten zufrieden das produktive Treiben, bis uns klar wird, dass es schon wieder nichts mehr zu tun für uns gibt. Außer Skifahren - wie schlimm! Doch Augenblick mal: Zeit zum Skifahren in Sunshine Village und Super-Wetter - diese Kombination schreit doch nach dem &quot;Delirium Dive&quot;! Die legendäre Off-Piste-Abfahrt muss doch dann heute für uns auf dem Plan stehen! Schnell erkundigen wir uns am Lift: In ein bis zwei Stunden soll &quot;The Dive&quot; öffnen. Na, also! Schnell leihen wir uns bei der Schöffel-Crew die erforderliche Ausrüstung zusammen. Ohne Lawinenpiepser und Rucksack mit Schaufel darf man nicht rein. Und mindestens ein ebenso ausgerüsteter Begleiter muss dabei sein. Aber wir sind ja zu zweit und die Ausrüstung haben wir zusammen. Delirium Dive – here we come! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ich bin beeindruckt. In dieser Form habe ich so etwas noch nie mitgemacht. Oben vom Ausstieg des Sessellifts sind es nur ein paar Meter hinüber zum Eingang. Nein, nicht der Start der Abfahrt. Im Gegenteil – von hier aus muss man erst einmal hochlaufen. Zunächst durch das Tor, an dem das Gerät angebracht ist, das zuverlässig überprüft und mit einem Signalton quittiert, dass wir mit Lawinenpiepsern ausgestattet sind. Dann die endlosen kleinen und steilen in den Schnee gehauenen Stufen den Berg hinauf. Etwa 10-15 Minuten. Ohne Pause, denn hinter dir sind ja schon die nächsten – und keiner will sich die Blöße geben, hier auf den ersten Metern schon Verschnaufen zu müssen. Ich natürlich auch nicht! Also hoch, und oben verschnaufen. Der Blick die Abfahrt hinab flößt Respekt ein. Steil! Hammersteil! Vor allem der Einstieg – mehr kann man eh nicht sehen. Ein paar Freerider-Profis, die hier offensichtlich nicht zum ersten Mal sind, springen über die Abbruchkante und stäuben den Abhang hinunter. Cool! Alle anderen brauchen aber länger. Es gibt mehrere Einstiege – man kann auch noch ewig weiter über den Grat laufen, um noch ein gutes Stück höher einzusteigen. Eine Treppe führt ein Stück hinunter – dort unten soll der Einstieg bedeutend einfacher sein. Also nix für uns. Hallo? Wir werden uns doch jetzt und hier keine Blöße geben! Von einem Local erfahre ich, dass man halt einfach reinspringen soll. Je nachdem welche Route man bei der Abfahrt wählt, gibt es nachher unter Umständen eh keine andere Option als &quot;Mandatory Air&quot;, erfahre ich. &quot;Mandatory Air&quot; – also springen. Über Felsen oder Wächten. Puhh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ach, was soll&#039;s! Auf geht&#039;s! Ich suche mir einen Einstieg, der so ein Mittelding zwischen Springen und Reinrutschen darstellt. Skifahrer kennen das: Die Art von Einstieg, bei der man sich vor dem Losfahren die ersten drei, vier Schwünge genau überlegen muss. Man weiß vorher, dass der Ablauf genau passen muss. Eine Möglichkeit zum Stoppen gibt es nicht. Die einzige Alternative heißt Sturz. Andy versucht es ein Stück weiter rechts von mir. Ein Meter, zwei Meter hinab – und dann sehe ich ihn nicht mehr. Aber auch unten in der Abfahrt taucht er nicht auf. &quot;Andy? Alles ok?&quot;, rufe ich über den Felsen. Es dauert einen Moment, dann höre ich ein Gegrummel von unten: &quot;Ja, ja. Alles ok. Muss nur eben meine Ski wieder zusammensuchen – fahr nicht hierher!&quot; Nicht sonderlich ermutigend, aber nun ist der Anfang gemacht. Ein paar Zentimeter rutsche ich noch rein – man fängt an, mit sich selbst zu feilschen. Komm, noch ein paar Zentimeter weiter. Und noch ein bisschen. Aber dann ist es soweit – der erste Schwung muss gemacht werden. Und es ist wie immer: So lange man sich vorher mit Abwägungen und Überlegungen aufgehalten hat, so schnell hat man es dann auch schon hinter sich. Die vier Schwünge, die ich mir vorgenommen hatte, klappen einigermaßen und ich stehe fast genau dort im Hang, wo ich auch stehen wollte. Andy wartet schon. Etwas weiter eine junge Frau, die sich im Augenblick nicht weiter zu trauen scheint. Aber bei ihr ist alles ok, versichern wir uns. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Und dann geht&#039;s ab! Ich brake den Hang hinunter. Der Schnee scheint sich mit mir zu bewegen - er fließt mit mir hinunter. Ganz natürlich irgendwie - nicht wie eine Lawine. Und dabei stäubt es. Traumhaft. Einfach nur herrlich! Also, da haben sich die Mühen des Hinaufkraxelns doch jetzt schon gelohnt! Super – und auch gar nicht so schwierig die Abfahrt. Finde ich. Der Einstieg hatte Schlimmeres vermuten lassen. Es macht einfach nur Spaß! Andy und ich meistern das Kanonenrohr juchzend – also völlig ohne Probleme. Dann die flache Wedelwiese – technisch anspruchslos aber ein herrlicher Spaß bei dem Tiefschnee. Bis ich dann herausfinde, warum hier noch gar keine andere Spur zu sehen ist. Ein Schlag von unten in die Beine, es kracht, die Ski bleiben stehen und ich fliege durch die Luft. „Mandatory Air“, muss ich später denken. Ich lande mit dem Gesicht im Tiefschnee. Mein Gehirn braucht etwas, um zu verstehen, was gerade passiert ist. Ein Ski von mir hat einen unter dem Schnee verborgenen Felsen erwischt und ist auf der Felskante stehengeblieben. Das konnte mein zierlicher Körper so schnell nicht mitmachen – er setzte seinen Weg talwärts fort. Ohne Ski an den Füßen. &quot;Mandatory Air&quot;. Aber alle Knochen sind heilgeblieben und nach einigen Minuten habe ich auch alle meine Sachen wieder zusammengesammelt. Und dann höre ich nur Andy’s &quot;Bad news, Buddy&quot;. Meine Ski sind Vollschrott. Komplett durchgebrochen. Seit meinem dritten Lebensjahr stehe ich auf den Brettern – so etwas ist mir noch nie passiert.?Warum musste ich nur meine eigenen Ski mitnehmen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Irgendwie bringe ich den Dive hinter mich. Auf dem kaputten Ski – wie auch sonst? Selbst die Talabfahrt schaffe ich noch, allerdings mehr schlecht als recht, denn ich merke, dass der Ski mir nun gar nicht mehr gehorcht. Ehrlich gesagt bin ich sogar so unvernünftig und fahre noch einmal mit dem Sessellift zum Einlass des Delirium Dive hinauf. Denn Andy will ihn noch einmal fahren. Und ich will unbedingt ein Foto mit dem zerbrochenen Ski vor dem „Delirium Dive“-Schild haben. „Right on“, lacht der Ski Patroler am Eingangstor. „I guess that’s why they call them the Rocky Mountains!“ Ja, ja – wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Aber eine heiße Dusche im Hotelzimmer und ein kühles Bier im Keg später kann ich dann auch wieder mit den anderen über mein Missgeschick lachen. &lt;br /&gt;
Denn alle anderen sind sehr zufrieden mit diesem Tag. Alles ist im Kasten, was Fotograf Michael und Videograf Mario sich vorgenommen haben. Die Stimmung ist ausgelassen. Ein sehr versöhnlicher Abschluss unseres Ski- und Outdoor-Shootings in Lake Louise und Banff. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ja, natürlich – das Shooting ist ja noch gar nicht zu Ende. Morgen geht es über den Cowboy Trail nach Südalberta. So viel kann ich schon verraten:?Uns erwartet etwas völlig anderes als in den Vortagen. Anderes und Überraschendes. Vieles, mit dem ich gar nicht gerechnet habe und was mich derart beeindruckt hat, dass es seine eigene Geschichte verdient. Aber hier und jetzt heißt es erst einmal Abschied nehmen von dem einmaligen Erlebnis des Skifahrens in den kanadischen Rocky Mountains. Von den Skigebieten Lake Louise und Sunshine Village. Einmal mehr ist mir klar geworden, wie wenig man dieses Erlebnis mit dem Skifahren in Europa vergleichen kann. Es ist und bleibt etwas Besonderes. Etwas, nach dem man süchtig werden kann. Und ich glaube, bei mir ist es soweit. Der März hat’s gemacht. Die Locals haben es mir schon immer gesagt – März und April sind Rohdiamanten für Skifahrer in den kanadischen Rockies. Jetzt weiß ich, dass das stimmt! Gut, getrauert habe ich auch noch – um meinen geliebten Ski. Aber auch nicht wirklich lange, denn irgendwann kam mir der Gedanke:?„Mensch, ist das nicht ein würdiges Ende für diesen tollen Ski? In den Rockies. In Sunshine. Auf dem Delirium Dive!“ Und so habe ich den Ski mit nach Hause genommen und an die Wand gehängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;</description>
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